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Veröffentlicht am 06.03.2022

Mörderisches, liebenswertes Ostfriesland!

Ostfriesensturm
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Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller gehen am menschenleeren Strand von Wangerooge spazieren und genießen die Zweisamkeit. Da klingelt Anns Telefon. In einer Ferienwohnung wurde die Leiche eines Mannes ...

Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller gehen am menschenleeren Strand von Wangerooge spazieren und genießen die Zweisamkeit. Da klingelt Anns Telefon. In einer Ferienwohnung wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Kaum beschäftigen Ann und ihr Team sich mit dem Mordfall, taucht im Tierpark eine zweite Leiche auf. Beide Leichen haben eines gemeinsam: Ihre Tötungsart lässt an das organisierte Verbrechen denken. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Wird es noch mehr Tote geben? Was verbindet die Toten? Und wo versteckt sich auf der menschenleeren Insel der Täter?
Den Regionalkrimi “Ostfriesensturm” hat Klaus-Peter Wolf im Februar 2022 gemeinsam mit dem Verlag Fischer herausgebracht. Es handelt sich um den 16. Band mit der Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen. Das zur Reihe passende Cover ist auf Anhieb als ein Teil der erfolgreichen Reihe erkennbar.
Seit dem ersten Band folge ich Ann Kathrin und ihrem Team bei ihren Ermittlungen in Ostfriesland. Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut und war schon gespannt, was mich diesmal auf den gut 550 Seiten erwartet. Kaum habe ich mit dem Lesen begonnen, hat Klaus-Peter Wolf meinen Geist gefesselt. Dieses Buch konnte ich einfach nicht mehr aus der Hand legen. Immer wollte ich wissen, wie es nun weiter geht. Mit der ersten Leiche lässt der Autor nicht lange auf sich warten. Geschickt wechselt er die kurzen Erzählstränge und die Perspektiven. So kommt fast jeder Haupt- oder Nebenfigur mal zu Wort. Wir können ihren Gedanken und Erlebnissen folgen. Das macht sie lebendig und meistens liebenswert. Für einen Klaus-Peter Wolf Fan ist das eine spannende Sache. Für einen Serienneuling kann das schwierig werden, denn es sind schon recht viele Personen. Wir erleben nicht nur das Team um Ann Kathrin sondern auch wie z. B. das Café Ten Cate, die Vermieter von Ferienwohnungen oder die Künstlerin Bettina Göschl versuchen, mit den Auswirkungen von Corona zu leben. Das Besondere an einem Kriminalfall von Klaus-Peter Wolf ist sein Humor. Er schafft den exakten Spagat, dem Leser humorvolle Szenen sorgfältig zu präsentieren ohne dabei albern zu wirken. Er bindet geschickt ernste Themen wie häusliche Gewalt, Alkoholmissbrauch und Corona ein, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Das Lesen seiner Geschichten macht Lust auf Ostfriesland. Dieser Kriminalfall endet mit einem sehr persönlichen Nachwort des Autors. Das hat mich persönlich berührt und für Gänsehaut gesorgt.
Mit einem humorvollen Blick auf Land und Leute, einem spannenden Kriminalfall und aktuellen Ereignissen, wie z. B. Corona oder die Auswirkung von Stürmen auf die Insel Wangerooge, hat Klaus-Peter Wolf mit “Ostfriesensturm” einen ausgezeichneten Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der für eine Auszeit vom Alltag sorgt. Von mir eine klare Leseempfehlung!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2022

Mörderisches Herzkino im Tessin!

Mord in Montagnola
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Die Übersetzerin Moira ist frisch von ihrem Freund getrennt. Es erreicht sie die Nachricht, dass ihr Vater einen Schlaganfall hatte. Moria kehrt nach vielen Jahren in das Tessiner Dorf Montagnola zurück, ...

Die Übersetzerin Moira ist frisch von ihrem Freund getrennt. Es erreicht sie die Nachricht, dass ihr Vater einen Schlaganfall hatte. Moria kehrt nach vielen Jahren in das Tessiner Dorf Montagnola zurück, um sich um ihn zu kümmern. Kaum ist sie dort angekommen, wird ein Toter in einem für die Region typisch historischen Eiskeller gefunden. Der leitendende Rechtsmediziner Luca bittet Moira um Hilfe bei den Ermittlungen. Sie soll dolmetschen. Leider gestalten sich die Ermittlungen im Dort alles andere als einfach und es ist schon bald klar, dass es im traumhaften Tessin alles andere als friedlich zugeht.

Den italienischen Regionalkrimi “Mord in Montagnola” hat Mascha Vassena am 29. April 2022 gemeinsam mit dem Verlag eichborn herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung. Es handelt sich um den ersten Band mit der Ermittlerin Moira Rusconi.

Dieser Regionalkrimi startet mit einem düsteren Prolog, der Böses ahnen lässt und zeitlich nicht zugeordnet ist. Die eigentliche Geschichte beginnt mit ruhigen Worten. Es fällt mir leicht, der Erzählweise der Autorin zu folgen. Nach nur wenigen Sätzen habe ich bereits Kontakt zu Moira aufgenommen, die mir auf Anhieb sympathisch ist. Dieses Buch habe ich in drei Abschnitten gelesen. Alle drei Abschnitte lassen sich flüssig lesen und machen immer wieder Lust auf das Weiterlesen. Die eindeutige Stärke der Autorin liegt in der wunderbaren Beschreibung der traumhaften Landschaft, der liebenswerten und eigenwilligen Menschen, der italienischen Lebensweise und der örtlichen Kulinarik. Dies kommt besonders im mittleren Teil zur Geltung. Es ist unschwer zu erkennen, dass die Autorin die Gegend und die Menschen liebt. Die Haupt- und Nebenfiguren sind gut beschrieben und ausgebildet. Sie agieren in sich meistens logisch und ihre Handlungen sind häufig realistisch. Dadurch werden sie lebendig. Besonders Moira und Luca sind mir sympathisch. Gerne hätte ich einen italienischen Onkel, wie Moiras Vater. Die heimlichen Stars sind für mich die fünf Katzen von Moiras Vater, für die ich mir gerne mehr Raum gewünscht hätte. Am Ende löst die Autorin den Kriminalfall sauber auf und sorgt für verschiedene Ansätze, die mir Lust auf den zweiten Teil machen.

Alles in allem hat Mascha Vassena mit “Mord in Montagnola” einen lesenswerten, unterhaltsamen und soliden Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht. Sie glänzt mit ihren ausgezeichneten Kenntnissen über Land und Leute. Dieses Buch empfehle ich allen Liebhabern des italienischen Regionalkrimis weiter, die Lust auf ein paar unterhaltsame Krimistunden im Tessin haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.02.2022

Spannend! Mitreißend! Fesselnd!

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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Seit vielen Jahren beschäftigt den LKA-Ermittler Tom Babylon die Suche nach seiner Schwester Viola. Er findet ein Foto von ihr, das sie als erwachsene Frau im Keller seines Elternhauses zeigt. Kurz darauf ...

Seit vielen Jahren beschäftigt den LKA-Ermittler Tom Babylon die Suche nach seiner Schwester Viola. Er findet ein Foto von ihr, das sie als erwachsene Frau im Keller seines Elternhauses zeigt. Kurz darauf kommt sein Vater bei einem Überfall in der Berliner U-Bahn ums Leben. Galt der Überfall tatsächlich seinem Vater oder sucht der Täter Viola? Lebt Viola wirklich noch? Tom Babylon hat den Verdacht, dass sein ehemaliger Mentor Dr. Walter Bruckmann in diese Geschichte verwickelt ist. Dieser sitzt zur Zeit in einer psychiatrischen Anstalt in den Alpen und hat einst geschworen, ihm das Leben zur Hölle zu machen. Doch wie soll das gehen?

Den Thriller “Violas Versteck” hat Marc Raabe am 24. Februar 2022 gemeinsam mit dem Verlag ullstein herausgebracht. Das ausgezeichnet gestalte Cover ist auf Anhieb als ein Teil der Tom-Babylon-Reihe erkennbar. Es handelt sich um den 4. Teil, der inhaltlich ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Dieses ist mein erstes Buch von Marc Raabe. Von diesem Autor habe ich schon einiges gehört und war sehr neugierig auf Violas Versteck. Kaum habe ich mit dem Buch angefangen, da hat mich sein flüssiger Schreibstil schon gepackt. Geschickt erzählt Marc Raabe seine Geschichte einmal aus der Sicht von Tom Babylon und separat davon aus der Sicht von Sina. Diese unterscheiden sich schon optisch durch die gewählte Schriftart. Sinas Erzählstrang ist kursiv gedruckt. Nicht so leicht zu folgen ist der Zeitstrang. Hier habe ich mir oft detailliertere Angaben gewünscht. Die Haupt- und Nebenfiguren sind aus meiner Sicht sauber ausgebildet, agieren in sich schlüssig und machen einen authentischen Eindruck auf mich. Tom und Sina waren mir auf Anhieb sympathisch. Gerne bin ich ihnen bei ihren Erlebnissen gefolgt und konnte häufig mit ihnen fühlen. Oft habe ich mich gefragt, was ihnen wohl als nächstes passiert. Hervorzuheben ist die Dauerspannung, die Marc Raabe in diesem Thriller immer wieder geschickt anfacht. An dieser Stelle kann ich den Leser nur warnen, der Versuchung nicht nachzugeben und langsam zu lesen. Ansonsten entgehen einem einfach zu viele Hinweise, die später wichtig werden und das ist einfach zu schade. Ich bin jedenfalls infiziert und habe mir bereits “Die Hornisse” von Marc Raabe besorgt.

Marc Raabe hat mit “Violas Versteck” einen ausgezeichneten Thriller auf den Büchermarkt gebracht, der schlaflose Nächte garantiert. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle die Leser aus, die einen Faible für echte Pageturner haben. Für Fans der Tom-Babylon-Reihe ist dieser Teil ohnehin ein MUSS.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2022

Ungwöhnlich, Düster, Spannend!

Der Tod ist ein Spieler aus Graz
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Unzufrieden mit seiner Arbeit möchte Armin Trost seinen Job als Chefermittler bei der Grazer Polizei an den Nagel hängen. Dann wird in der Nähe seines Hauses eine Leiche gefunden und seine Familie wird ...

Unzufrieden mit seiner Arbeit möchte Armin Trost seinen Job als Chefermittler bei der Grazer Polizei an den Nagel hängen. Dann wird in der Nähe seines Hauses eine Leiche gefunden und seine Familie wird bedroht. Zufall? Der gleiche Täter? Trost ist sich in einem sicher, er muss den Mörder finden. Er folgt den Spuren, die ihn eine Welt aus Rollenspielen, Sagengestalten und Geheimbündlern entführen. Die Zeit drängt, der Täter kommt ihm immer näher.
Den Regionalkrimi ”Der Tod ist ein Spieler aus Graz” hat Robert Preis am 20. Januar 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Es handelt sich um eine überarbeitete Neuauflage aus 2011. Das düstere Cover passt hervorragend zu der im Krimi vorherrschenden Stimmung. Der Titel, der Name des Autors und des Verlags sind gut lesbar.
Diese Erzählung habe ich in zwei Abschnitten gelesen. Im ersten Abschnitt lese ich zügig über die erste Leiche und viel über das Leben, die Gedankengänge von dem Ermittler Armin Trost, seinen Frust und seiner Frau Charlotte. Die Haupt- und Nebenfiguren sind sauber gezeichnet, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und für sie realistisch. Gerne hätte ich hier mehr von Charlotte gelesen. Für Armin hätte ich mir weniger Frust und einen Hauch von Ambitionen z. B. für einen lange Reise im Ruhestand gewünscht.
Ausgezeichnet finde ich die Einwürfe von Charlotte, mit denen jedes Kapitel startet. Das lockert die Geschichte auf. Richtig in Fahrt kommt Robert Preis im zweiten Abschnitt. Ausgezeichnet gelingt es ihm hier, die Spannung aufrecht zu halten und immer wieder neu anzufachen. Die mittelalterlichen Rollenspiele, die Sagengestalten und die Geheimbündler haben meinen Geist fasziniert und somit sind sie lebendig geworden. Am Ende löst sich alles sauber auf.
Robert Preis hat mit “Der Tod ist ein Spieler aus Graz” einen ungewöhnlichen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der sich in einem Setting aus Rollenspielen, Sagengestalten und Geheimbündlern bewegt. Wer sich von einem frustrierten Ermittler nicht abschrecken lässt und Sinn für sarkastischen Humor hat, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 09.02.2022

Ungewöhnlich, Unterhaltsam, Empfehlenswert!

Jeder Tag für dich
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Mary vermisst Jim. Er hat ihr versprochen, bis an das Ende der Welt mit ihr zu gehen. Doch eines Tages kommt er nicht nach Hause. Das ist jetzt sieben Jahre her. Seit sieben Jahren steht Mary jeden Tag ...

Mary vermisst Jim. Er hat ihr versprochen, bis an das Ende der Welt mit ihr zu gehen. Doch eines Tages kommt er nicht nach Hause. Das ist jetzt sieben Jahre her. Seit sieben Jahren steht Mary jeden Tag mitten im Pendlerstrom am Bahnhof Ealing Broadway. Sie hält ein Schild hoch. Auf dem Schild steht der Satz: Komm nach Hause Jim! Eines Tages bekommt Mary einen Anruf, der sie tief in ihrem Inneren erschüttert. Ist der Anruf von Jim? Und was ist damals eigentlich passiert?
Den Roman “Jeder Tag für dich” hat Abbie Greaves am 23. Februar 2022 gemeinsam mit dem Verlag Krüger herausgebracht. Er wurde von Pauline Kurbasik übersetzt. Das wunderschöne und zu einer Liebesgeschichte passende Cover zeigt Mary, die am Bahnhof von Ealing mit ihrem Schild auf Jim wartet.
Mit einer ruhigen Wortwahl, einem humorvollen Ton und in einer freundlichen Sprache gelingt es der Autorin mit nur wenigen Sätzen meinen Geist zu fesseln. Ihre Geschichte erzählt sie in zwei Zeitsträngen. Ein Zeitstrang spielt in der Gegenwart. Dort lesen wir über Mary, ihren Alltag und ihr Gefühlsleben. Ein zweiter Zeitstrang spielt in der Vergangenheit. Dort sind wir Zeuge, wie Mary und Jim sich kennen- und lieben lernen. Durch diesen Zeitenwechsel facht die Autorin die Spannung an. Nachdem ich mit diesem Buch begonnen hatte, konnte ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen, denn ich wollte einfach immer wissen wie es weitergeht.
Die Haupt- und Nebenfiguren sind sauber gezeichnet, facettenreich beschrieben und werden in meinem Kopf beim Lesen lebendig. Ihre Reaktionen und Handlungen sind nachvollziehbar, wenn auch nicht immer richtig. Doch wer macht schon immer alles richtig? Neben Mary mochte ich die Reporterin Alice sehr gerne. Wer denkt, es handelt sich hier um eine lockere und leichte Liebesgeschichte, der irrt. Die Autorin behandelt in einer unterhaltsamen und realistischen Art und Weise die wichtige Thematik, was das Verschwinden eines geliebten Menschen aus dem Menschen macht, der verlassen wurde.
Abbie Greaves erzählt mit einer geschickten Mischung aus Sehnsucht, Schmerz und Hoffnung eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Sie hat mich in meinem Inneren bewegt und in ihren Bann gezogen. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle die aus, die neugierig auf Mary und Jim geworden sind.

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