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ChristineBusch

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ein düsteres Dorf im Nebel

Wintersterben
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In den Schweizer Bergen wird in einer Höhle eine mumifizierte Leiche gefunden. Da der Tote ein ehemaliger BKA-Ermittler ist, wird Valeria Ravelli als Interpol- Ermittlerin auf diesen Fall angesetzt. Eigentlich ...

In den Schweizer Bergen wird in einer Höhle eine mumifizierte Leiche gefunden. Da der Tote ein ehemaliger BKA-Ermittler ist, wird Valeria Ravelli als Interpol- Ermittlerin auf diesen Fall angesetzt. Eigentlich wollte sie sich von ihrem ersten Fall noch etwas erholen, doch ihr Vorgesetzter ist anderer Meinung. Daß sie sich auch noch mit einem anderen Kollegen, der diesen Fall mit ihr untersuchen soll, auseinandersetzen muss, passt ihr gar nicht. Valeria begibt sich zuerst einmal alleine in dieses abgelegene Dorf Steinberg, während der Kollege andere Spuren verfolgt.
Dort angekommen trifft sie auf eine Mauer des Schweigens. Regen, Nebel und Kälte lassen dieses Dorf noch unheimlicher erscheinen.
Was hatte der Tote hier zu suchen? Wer hat ihn vor seinem Tod gefoltert? Was hat das alles mit den verschwundenen jungen Frauen zu tun? Während beide Ermittler jeweils ihren Spuren nachgehen, wird Valeria von Visionen heimgesucht. Oder bildet sie sich das alles nur ein? Wem kann sie eigentlich noch trauen?

Martin Krüger hat hier einen bedrückenden und düsteren Thriller geschrieben. Dieses mysteriöse Dorf, welches er hier beschreibt, möchte seine Geheimnisse auf keinen Fall preisgeben. Nichts soll über die Grenzen hinweg ans Tageslicht kommen.
Der Schreibstil ist packend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Immer wieder legte er falsche Spuren und hat mich damit gefesselt. Nach und nach werden dann die grausamen Machenschaften aufgedeckt, die mich etwas schockiert zurückließen.

Der Thriller endet mit einem unerwarteten Cliffhanger und ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung. Ich habe mir auch direkt den ersten Teil zugelegt, bevor ich dieses Buch hier beendet hatte.
Der Thriller ist spannend, packend, mysteriös und auch ein wenig gruselig. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Dragik mit einer Prise Humor

Mein schwerster Weg
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Nadja geht es zur Zeit richtig klasse. Ihr Leben könnte gar nicht besser sein. Mit ihrem Mann und ihrem Sohn ist sie glücklich. Im Job läuft alles bestens. Doch dann wird ihr Leben von einem Tag auf den ...

Nadja geht es zur Zeit richtig klasse. Ihr Leben könnte gar nicht besser sein. Mit ihrem Mann und ihrem Sohn ist sie glücklich. Im Job läuft alles bestens. Doch dann wird ihr Leben von einem Tag auf den anderen komplett auf den Kopf gestellt. Ihr geliebter Vater erhält eine niederschmetternde Diagnose. Das wirft die beiden zuerst einmal völlig aus der Bahn. Doch eine Frau wie Nadja steckt nicht den Kopf in den Sand und setzt alle Hebel in Bewegung um ihren Vater durch die schwere Zeit zu helfen und zu unterstützen.

Im dritten Teil der Buchreihe "Einfach kann jeder" wird ein ernstes Thema aufgegriffen. Es ist berührend und sehr emotional, doch es gelingt der Autorin auch in diesem Roman, den Humor mit einfließen zu lassen. Hier lernen wir eine Nadja kennen, die an sich selbst zweifelt. Die glaubt, sich dieser Situation nicht stellen zu können. Doch dann erwacht ihr Kampfgeist.
Unterstützung bekommt sie natürlich von ihrer engsten Familie.

Die Sichtweise der Protagonisten gefiel mir sehr gut. Jede/r geht mit diesem Thema ja anders um. David ist der Fels in der Brandung, da er ja selbst auch einmal betroffen war. Ihren Sohn klärt sie nach und nach in vorsichtigen Gesprächen auf. Dieser kann sich gar nicht vorstellen, daß sein geliebter Opa so krank ist. Ihr Bruder macht es lieber mit sich alleine aus. Die Ehefrau von Nadjas Vater hält sich aus allem raus.
Unterstützung bekommt sie auch bei der Arbeit durch ihren Chef und die verständnisvolle Kollegin.

Die Beziehung zwischen Nadja und ihrem Vater war immer schon sehr eng. Trotz der Schmerzen und dem Leid verlieren beide weiterhin nicht den Mut und immer wieder kommt dabei ihr Humor nicht zu kurz. Die Beziehung wird sogar noch intensiver.
Die Recherchen, die Nadja über die Erkrankung ihres Vaters anstellt, waren sehr gut dargestellt. Nicht zu langatmig und für Laien sehr gut verständlich.

Dieses Buch vereint alles in einem. Den Schmerz, die Hilflosigkeit, die Trauer und auch den Humor, den der Patient in seiner Krankheitsphase nicht verliert. Es hat mich berührt, zum weinen gebracht doch auch zwischendurch schmunzeln lassen. Es hat mich aber auch fassungslos gemacht. Wie naiv kann eine Ehefrau sein? Wie egoistisch und dumm?

Die Autorin hat hier einen wunderbaren Roman zu Papier gebracht und ich kann ihn ganz klar weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ein junger Mann auf der Suche nach seiner Herkunft

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Robert Steinfeld, ein Mann in den Dreißigern sichtet Bibliotheken, katalogisiert und verkauft Bücher gewinnbringend. Durch eine Freundin, Marie Ludwig, bekommt er eine umfangreiche Bibliothek von Konrad ...

Robert Steinfeld, ein Mann in den Dreißigern sichtet Bibliotheken, katalogisiert und verkauft Bücher gewinnbringend. Durch eine Freundin, Marie Ludwig, bekommt er eine umfangreiche Bibliothek von Konrad Pallandt zu Gesicht. Sie schleust ihn heimlich dort ein, um ihm ihren außergewöhnlichen Fund zu zeigen. Was er dort vorfindet macht ihn zuerst einmal fassungslos. Diese speziell gebundenen Bücher, für die sein Vater Jakob Steinfeld bekannt war, dürften laut der dort angegebenen Jahreszahlen gar nicht existieren. Sein Vater war schon viel früher verstorben.
Gemeinsam mit Maria macht er sich auf Spurensuche. Nach seinem "Ich", seiner Herkunft, nach der Geschichte seiner Eltern, die er nie kennengelernt hat.

Kai Meyer verwebt hier mehrere Zeitebenen miteinander. Erzählt wird die Geschichte des zehnjährigen Robert, der sich nach seiner jahrelangen Gefangenschaft in einem brennenden Leipzig wiederfindet. Als 1943 die Stadt regelrecht zerbricht, wird er von einem Mann gerettet, der ihn dann zu einem Bücherdieb ausbildet. Immer auf der Suche nach besonderen Büchern ziehen sie durch die Stadt. Im Fokus des Mannes steht aber immer nur dieses eine Buch, daß Robert für ihn finden soll. Das zieht sich auch durch diesen ganzen wunderbaren Roman.

Man lernt Jakob Steinfeld, den Vater von Robert kennen. Dieser hat eine kleine Buchbinderei in Leipzig, die er mit seinem Freund Gregori betreibt. Dieser ist Russe und im Jahr 1933 hatte man es nicht leicht, wenn man sich nicht anpassen wollte oder anderer Gesinnung war. Dort wird auch zum ersten Mal dieses besondere Buch erwähnt.

Je weiter sich Maria und Robert in die Vergangenheit begeben, umso mehr kommen Geheimnisse und grausame Taten ans Licht. Nicht alle sind Maria und Robert bei ihrer Recherche wohlgesonnen. Viele Geheimnisse sollen verborgen bleiben. Warum hat man Robert so lange gefangen gehalten? Was hat es mit diesem Buch auf sich? Doch die beiden geben nicht auf. Nach und nach setzten sie die Puzzleteile zusammen.

Ich hatte das Vergnügen, diesen wundervollen Roman als Hörbuch zu hören. Die drei Stimmen harmonieren sehr gut miteinander. Ich habe mich sehr gut in den Verlauf der verschiedenen Zeitebenen hineinversetzen können.
Es geht um die historische Geschichte in Deutschland, um Liebe und die dazugehörige Dragik, um Tod, Misstrauen, Verrat und natürlich geht es um Bücher.

Der Autor hat hier einen bildgewaltigen Roman herausgebracht, den ich wirklich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Eine Silvesterparty mit unabsehbaren Folgen

Die letzte Party
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Das wunderschöne Cover war mir direkt aufgefallen. Der dazugehörige Klappentext veranlasste mich sofort zum lesen. Das Vorwort von William Wordsworth ist sehr passend.
Doch plötzlich liegt der See nicht ...

Das wunderschöne Cover war mir direkt aufgefallen. Der dazugehörige Klappentext veranlasste mich sofort zum lesen. Das Vorwort von William Wordsworth ist sehr passend.
Doch plötzlich liegt der See nicht mehr im Schlummer. Der See gibt eine Leiche frei. Ein Fall für Ffion Morgan.
Da die Verhältnisse, wer für die Leiche zuständig ist, nicht zu 100 Prozent geklärt sind, wird der englische Kollege Leo Brady hinzugezogen. Das Aufeinandertreffen der beiden Ermittler ist für die beiden eine große Überraschung. Warum das so ist, verrate ich hier nicht.

Zuerst stellt sich nun auch die Frage ob es Selbstmord oder Mord war. Als sich der Tod der Leiche als Mord herausstellt, sollen Ffion und Brady zusammenarbeiten. Was sich ganz zu Anfang als etwas schwierig erweist.
Ffion lebt an diesem See und plötzlich ist das ganze Dorf verdächtig. Sie selbst hat auch einiges zu verbergen.
Wer hat das größte Motiv? Wer profitiert von diesem Mord?
Nach und nach lernt man die einzelnen Personen immer besser kennen und es stellt sich heraus, daß im ganzen Umkreis des Toten fast alle ein Motiv haben.

Die Autorin hat hier einen spannenden Thriller geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und durch die Beschreibung der Person und des Datums in den einzelnen Kapiteln wusste man immer genau, wer gerade im Mittelpunkt steht. So verlor ich nie den Faden.

Alle verbergen sie etwas. Die Dorfbewohner und die Gäste der Ferienhäuser. Ich versuchte natürlich während des Lesens herauszufinden, wer denn nun die Tat begangen hat. Die Autorin legte aber immer wieder sehr geschickt falsche Fährten. Das Ende hat mich dann wirklich überrascht, doch es war schlüssig. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet.

Ich hoffe sehr, daß dieses Ermittlerteam bald wieder einen neuen spannenden Fall bekommt. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Eine Verzweiflungstat gibt Rätsel auf

Der Nordseeritzer
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Vor den Augen von Kriminalkommissar Jan Graf springt ein Mann von den Klippen des Roten Riffs auf Sylt in den Tod. Sein Versuch, den Mann noch zu retten scheitert. Was brachte das Opfer, daß kurz vorher ...

Vor den Augen von Kriminalkommissar Jan Graf springt ein Mann von den Klippen des Roten Riffs auf Sylt in den Tod. Sein Versuch, den Mann noch zu retten scheitert. Was brachte das Opfer, daß kurz vorher noch mit dem Handy telefoniert hat, zu dieser Tat? Seine Kollegin, Stefanie Teufel, die Jan kurz vor dem Sprung noch kontaktiert hat, eilt ihm zu Hilfe. Dieser zweifelt an einer Selbstmordtheorie. Bei ihren Recherchen stellt sich dann tatsächlich heraus, daß es sich um Mord handelt.
Zeitgleich lernt man einen Straftäter kennen, der gerade wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Außerdem macht man Bekanntschaft mit Leyla, einer jungen Teenagerin. Diese verschwindet plötzlich und es geschieht ein weiterer Mord. Stefanie und Jan müssen sich plötzlich um mehrere Fälle gleichzeitig kümmern.

Der neue Krimi von Drea Summer beginnt sehr spannend und rasant. Sie gönnt ihrem neuen Ermittlerteam von Anfang an keine Pause. Der Schreibstil ist flüssig und die Autorin hält die Spannung in diesem Krimi bis zum Ende hin aufrecht.
Ich rätselte die ganze Zeit mit, wie die ganzen Teile hier zusammenpassen. Mehr als einmal wurde ich dabei auf die falsche Fährte gelockt. Das machte diesen Krimi für mich sehr spannend. Als sich am Ende alle Rätsel zu einem stimmigen Schluss zusammenfügten, war ich doch sehr überrascht.

Ich kann diese Krimi nur empfehlen. Man sollte aber keine zu große Lesepause dazwischen einlegen, da man sonst etwas den Faden verlieren könnte. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall von Stefanie Teufel und Jan Graf.

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