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Claudia86

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2026

Wenn Schafe ermitteln...

Glennkill
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An sich finde ich Krimis, in denen Tiere ihren ermittlerischen Spürsinn beweisen können, ganz spannend. Und so bin ich also zu Glennkill gekommen. Vor allem hat der Trailer zum Kinofilm hier auch mein ...

An sich finde ich Krimis, in denen Tiere ihren ermittlerischen Spürsinn beweisen können, ganz spannend. Und so bin ich also zu Glennkill gekommen. Vor allem hat der Trailer zum Kinofilm hier auch mein Interesse geweckt.

Als der Schäfer George eines Tages tot auf seiner Wiese aufgefunden wird, ist für seine Schafe rund um Miss Maple schnell klar, dass dies nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Und so versuchen sie alle Spuren, Erlebnisse und Erinnerungen zusammenzuführen und so dem Täter auf die Spur zu kommen.

Und so lernt man im Krimi die einzelnen Schafe als Individuen auch mit ihren ganz eigenen Geschichten und Marotten kennen. So gleicht die Geschichte aber leider auch stellenweise mehr einer Aneinanderreihung von einzelnen Geschichten, als dass der rote Faden der Mordermittlung wirklich immer eindeutig klar ist. Das Miteinander in der Herde ist durchaus unterhaltsam. Aber der Krimianteil war für mich als CozyCrime-Fan doch auch etwas zu seicht. Und der Mörder wurde dann doch sehr abrupt gestellt.

Die Autorin Leonie Swann hat es gewagt, hier Schafe in die Rolle von Ermittlern in einem Mordfall zu stecken. Und wer gern Geschichten liest, in denen Tiere die Hauptrolle spielen, wird sich bestimmt auch gut unterhalten fühlen. Aber man sollte nicht zu viel von dem „Krimi“ erwarten.




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Veröffentlicht am 08.05.2026

Für das Recht der Frauen

Das Bettelmädchen
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Als erste Polizeiassistentin schrieb Schwester Henriette Arendt Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland Geschichte. Für Henny ein Job, an dem ihr Herz hängt, denn sie will mehr sein, als nur eine Anstandsdame ...

Als erste Polizeiassistentin schrieb Schwester Henriette Arendt Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland Geschichte. Für Henny ein Job, an dem ihr Herz hängt, denn sie will mehr sein, als nur eine Anstandsdame bei der Untersuchung von Frauen, die durch die Polizei aufgegriffen wurden. Und so sieht sie auch immer wieder die armen Kinder, die in die Elend aufwachsen müssen, wenn ihre Mütter so durch die Gesellschaft geächtet werden,

In der Geschichte „Das Bettelmädchen“ von Helene Winter lernt man den Arbeitsalltag von Schwester Henny, wie sie von allen genannt wird, kennen und erlebt ihren Arbeitsalltag und die Widrigkeiten, mit denen sie täglich zu kämpfen hat, um Frauen und Kinder zu schützen. So lernt sie auch eines Tages das Bettelmädchen Sophie kennen, das durch ihren Zuhälter entstellt und zur Bettelei gezwungen wird. Doch allein im Kampf gegen die Gleichgültigkeit ihrer Vorgesetzten verliert sie zusehends den Mut und die Kraft. Als sie eines Tages die junge Mitzi davor bewahren kann, als Prostituierte abgestempelt zu werden, findet sie eine mutige Mitstreiterin.

Der Autorin gelingt es wirklich sehr gut, das aufregende Leben von Henny zu erzählen. Man spürt, wie sehr sich Henny in ihrem Herzensprojekt aufreibt und merkt doch auch gleich, wie aktuell die Herausforderungen auch heute noch für Frauen sind. Spannend war für mich auch der Einblick in das Leben der Frauen zu dieser Zeit, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollten oder sogar mussten.

Auch wenn der Titel und der Klappentext auf ein Bettelmädchen hinweisen, bei dem es sich augenscheinlich um Sophie handeln soll, steht dieses Mädchen doch hier nicht im Fokus. Vielmehr ist es Schwester Henny, um die es sich in der Geschichte dreht. Und irgendwie bekommt man das Gefühl, dass auch Mitzi hier zukünftig eine entscheidende Rolle spielen soll.

Ich muss sagen, dass dies zunächst etwas irritierend war, aber ich habe die Geschichte sehr gern gelesen. Wer also gern spannende Geschichten über starke Frauen liest, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Cinderella lässt grüßen

Nächte im Savoy -
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„Nächte im Savoy – Die Liebe eines Dukes“ ist der erste Teil aus der Nächte im Savoy-Reihe von Autorin Laura Lee.

Als eines Tages Max, der Duke of Westbourne, in ihrer Buchhandlung steht und Evie vorschlägt, ...

„Nächte im Savoy – Die Liebe eines Dukes“ ist der erste Teil aus der Nächte im Savoy-Reihe von Autorin Laura Lee.

Als eines Tages Max, der Duke of Westbourne, in ihrer Buchhandlung steht und Evie vorschlägt, aus ihr die begehrteste Schönheit der Ballsaison zu machen, um eine Wette zu gewinnen, wirft sie ihn empört hinaus. Doch als ihre Buchhandlung plötzlich von einem Wasserschaden zerstört wird, überlegt es sich Evie doch, sich auf diese Wette einzulassen. Max führt sie in die Gesellschaft ein, finanziert ihr den Aufenthalt im Savoy, kleidet sie ein und gibt ihr persönliche Tanzstunden.

Die Autorin erzählt Ende des 19. Jahrtausends in London eine Cinderella-Geschichte. Vorsichtige Annäherungen, dezenter Humor und dann... Ob sich die beiden Protagonisten finden, das findet ihr am besten selbst heraus.

Anfangs habe ich nur schwer den Zugang zur Geschichte gefunden, doch als Evie und Max aufeinander treffen, merkt man schnell, da geht noch einiges. Auch die anderen Figuren sind gut gewählt und passen überzeugend zur Geschichte. Man muss zwar sagen, dass der ein oder andere Zufall doch schon etwas konstruiert wirkt, doch einfach zu dieser Art von Roman gehört.

Der Roman ist für alle geeignet, die sich gern von modernen Frau inspirieren lassen, für die aber auch die Liebe nicht zu kurz kommen darf.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Das Leben in Italien zu Beginn der 1930er Jahre

Die Briefträgerin
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Als Anna nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in ein kleines Dorf in Süditalien zieht, fühlt sie sich sofort fehl am Platz. Anna möchte mehr sein als nur Hausfrau und Mutter, doch das passt nicht in ...

Als Anna nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in ein kleines Dorf in Süditalien zieht, fühlt sie sich sofort fehl am Platz. Anna möchte mehr sein als nur Hausfrau und Mutter, doch das passt nicht in das Bild der Dorfbewohner. Als sie im Dorf den Job als Briefträgerin beginnt, gleicht das fast einem Skandal.

Die Autorin Francesca Giannone erzählt in dem Roman „Die Briefträgerin“ über das Leben ihrer Urgroßmutter.

Anna scheint von Anfang an eine Frau zu sein, die ihrer Zeit weit voraus ist. Als sie sich dafür entscheidet, im Dorf die Briefträgerin zu werden, steht auch ihr Mann Carlo nach anfänglichen Reibereien hinter ihr. Ihre Schwägerin Agata ist jedoch das absolute Gegenteil von Anna, eine typische italienische Mamma, für die die Familie immer an erster Stelle kommt.

Carlo, Annas Mann, mausert sich schnell zum erfolgreichen Weinbauern und Bürgermeister des Dorfes. Sein Bruder Antonio ist jedoch eher der Introvertierte, der seine Gefühle am liebsten mit Büchern ausdrückt.

Die Dorfgemeinschaft zeigt die Facetten dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Gesichtern. Ob nun Klatsch und Tratsch, Gerüchte oder Grenzen, die man als „Fremde“ wie Anna nicht überschreiten sollte. Doch selbst mit ihrem Job als Briefträgerin scheint Anna nie so recht in der Gemeinschaft anzukommen. Aber dennoch geht sie selbstbewusst ihren Weg.

Die Autorin erzählt die Geschichte ruhig und mit viel Feingefühl. Auch wenn in den Längen manchmal die Spannung auf der Strecke bleibt, so möchte man als Leser doch weiterlesen. Anfangs war es für mich auch etwas anstrengend, in die Geschichte reinzukommen, da ich nicht so recht die einzelnen Figuren zuordnen konnte. Die Autorin zeichnet das Leben in Süditalien ab Anfang der 1930er und so steht eben nicht nur Anna, wie es der Klappentext erwarten lässt, im Vordergrund.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Unterhaltsam und überraschend

Die geheime Grotte von Garda
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Mit „Die geheime Grotte von Garda“ liefert uns Isabella Archan bereits den zweiten Teil um die Wiener Chefinspektorin Edwina Teufel. Eigentlich will sich Edwina eine Auszeit am Gardasee gönnen, wenn auch ...

Mit „Die geheime Grotte von Garda“ liefert uns Isabella Archan bereits den zweiten Teil um die Wiener Chefinspektorin Edwina Teufel. Eigentlich will sich Edwina eine Auszeit am Gardasee gönnen, wenn auch nicht ganz freiwillig. Doch stellen ein Treffen mit einem streunenden Hund, einem kleinen Jungen und Commissario Alceste dieses Vorhaben auf den Kopf.

Sie nimmt sich dem kleinen Jungen an, der auf den Namen Peppe Rocco hört. Als sie durch Commissario Alceste von der Tragödie im Zusammenhang mit dem nahegelegenen Weingut Ca della Ginevra erfährt, reagiert der kleine Junge ungehalten. In welcher Verbindung steht der kleine Junge wohl zu diesem Weingut? Edwina kann sich nur schwer vorstellen, dass es sich dabei um einen Zufall handeln soll. Also fängt sie an, auf eigene Faust zu ermitteln.

Die Autorin zeichnet mit ihrer Protagonistin Edwina, trotz dem Beinamen Zornnatter, ein sympathisches Bild. Edwina ist eine Ermittlerin mit Leib und Seele, die auch in der Auszeit nicht die Finger vom Ermitteln lassen kann. Auch die anderen Figuren sind sehr authentisch. Und dazu passend ist die Region Gardasee wirklich gelungen beschrieben. So entsteht eine beschauliche Geschichte, der es aber auch nicht an Spannung fehlt. Und so rätselt man auch als Leser lange, wer wohl der Täter ist.

„Die geheime Grotte von Garda“ ist eine gelungene Geschichte, die authentische und sympathische Figuren mit einem tollen Setting und auch etwas Wiener Schmäh vereint. Außerdem bekommt man das Fernweh inklusive. Wer also noch kein Buch von Isabella Archan gelesen hat, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Auch für mich wird es nicht das Letzte gewesen sein!

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