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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2025

Gegen dass Vergessen

Aspergers Schüler
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Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ...

Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ihrer Geschichte schenkt sie Hans Asperger, der Entdeckung des Autismus und was es für diese Zeit bedeutet.

Zunächst lernt man den Jungen Erich kennen. Erich ist schnell überfordert, wenn zu viele Reize auf ihn einströmen. Doch schnell entdeckt die Krankenschwester Viktorine, dass in den kleinen Jungen ein besonderes Talent schlummert. Viktorine hat den Jungen sofort in ihr Herz geschlossen und kümmert sich liebevoll um ihn. Und außerdem verehrt sie die behandelnden Arzt, Dr. Hans Asperger. Er erforscht das Verhalten der Kinder, die bislang nur als „psychopathische Autisten“ abgestempelt wurden. Doch als der Nationalsozialismus Einzug hält, verändern sich diese Zeiten.

In der Erzählschiene der Gegenwart, genauer 1986, lernt man die junge Psychologiestudentin Sarah aus England kennen. Sie möchte gern ihre Doktorarbeit über das Leben und Wirken von Dr. Hans Asperger schreiben. Mit Hilfe des Journalisten Stefan findet sie schnell mehr heraus, als ihr lieb ist.

Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Sarah, Viktorine und Erich. Aspekte, die dem Ganzen eine ganz besondere Entwicklung und Tiefe geben. Oft stellte sich mir beim Lesen die Frage, ob nicht vielleicht auch Asperger selbst Autist war. Und dann wird auch von Protagonistin Sarah die Vermutung geäußert. Wie oft hat er wohl die Kinder direkt in die Heilanstalt „Spiegelgrund“ überwiesen, obwohl er doch immer so verständnisvoll getan hat. Fragen, die heute keiner mehr beantworten kann. Aber die in dem Roman einen Ton erzeugen, der zu Herzen geht und zum Nachdenken anregt.

Alles in Allem ist „Aspergers Schüler“ ein Roman, den man beim Lesen einfach nicht aus der Hand legen kann. Definitiv eine Geschichte, die gegen das Vergessen der Vergangenheit ankämpft, und von mir eine absolute Leseempfehlung bekommt. Absolut ein Jahreshighlight für mich.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Mehr als nur ein Schwiegermonster?!

Sophie. Die Kaisermacherin
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Die Autorin Michaela Baumgartner hat es mit „Sophie. Die Kaisermacherin“ geschafft ein neues Bild der von Sisi verhassten Schwiegermutter zu zeichnen. Man lernt Sophie als eine Frau kennen, die weiß was ...

Die Autorin Michaela Baumgartner hat es mit „Sophie. Die Kaisermacherin“ geschafft ein neues Bild der von Sisi verhassten Schwiegermutter zu zeichnen. Man lernt Sophie als eine Frau kennen, die weiß was sie will, doch ist ihr das Wohl ihrer Liebsten am Wichtigsten. Doch vergisst sie auch nie ihre Pflichten.

Das Buch zeichnet auch den enormen politischen Einfluss, denn Sophie eingenommen hat, ohne je darum gebeten zu haben. Sophie ist jedoch mehr als nur eine ehrgeizige junge Frau. Die Autorin zeichnet sie, zwischen Fakten und Fiktion, auch als intelligente, emotionale und verletzliche Frau und für ihre Zeit doch auch überraschend modern.

Ich muss aber noch sagen, dass es den Prolog mit dem Fokus auf den Ernst Marischka-Film für mich definitiv nicht gebraucht hätte. So wie man Sophie in diesem Buch kennenlernt, bekommt man durchaus den Eindruck, dass sie Sisi sehr gern gehabt hat. Vielleicht sind hier auch, wie in der heutigen Zeit, einfach Generationen aufeinander geprallt.

Das Buch ist definitiv für alle geeignet, die historische Biografien lieben, aber auch für die Sisi-Fans und die, die einfach nur mehr über die Geschichte der Habsburger lesen möchten.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Spannende Ermittlungen

Die Tote vom Naschmarkt
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Sarah Pauli ist Kolumnistin beim „Wiener Boten“, mit einem Faible für Aberglauben. Schon alleine deswegen wird sie von ihren Kollegen nicht ganz ernst genommen. Aber wieder einmal steht sie mitten im nächsten ...

Sarah Pauli ist Kolumnistin beim „Wiener Boten“, mit einem Faible für Aberglauben. Schon alleine deswegen wird sie von ihren Kollegen nicht ganz ernst genommen. Aber wieder einmal steht sie mitten im nächsten Mordfall. Eine Tote wird auf dem Naschmarkt gefunden. Und dann erreicht sie am selben Tag auch noch ein mysteriöses Päckchen in der Redaktion, der Inhalt sind drei abgeschnittene Finger.

Auch wenn Sarah eigentlich nichts mehr mit Mordermittlungen zu tun haben wollte, lässt sie ihre Neugier doch auch hier nicht stillsitzen. Und irgendwie hat sie das Gefühl, dass auch hier ihr Aberglaube eine Rolle spielt, denn bei den abgetrennten Fingern handelt es sich um die drei Schwurfinger. Schnell wird klar, dass hinter diesem Mord mehr steckt...

Beate Maxian ist es auch in diesem zweiten Teil hervorragend gelungen, einen unterhaltsamen Krimi mit Wiener Flair zu erzählen und den Leser damit zu fesseln. Durch überzeugende und auch glaubhafte Figuren ist man als Leser immer mittendrin und rätselt auch bis zuletzt mit, wer wohl der Täter ist.

Ich habe mich wieder wirklich gut unterhalten gefühlt, von einer sympathischen „Ermittlerin“ in meiner Herzensstadt Wien. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht und freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Sehr spannend und nicht nur cozy

Mord im Planetarium
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Mit „Mord im Planetarium“ präsentiert Beate Maly bereits den zehnten Teil der Reihe um Anton und Ernestine, die gemeinsam Krimifälle im Wien der 1920er Jahre lösen. Aber eines sei schon vorab gesagt, die ...

Mit „Mord im Planetarium“ präsentiert Beate Maly bereits den zehnten Teil der Reihe um Anton und Ernestine, die gemeinsam Krimifälle im Wien der 1920er Jahre lösen. Aber eines sei schon vorab gesagt, die Geschichten sind in sich geschlossen und können auch unabhängig voneinander gelesen werden. Denn ohne, dass ich die anderen Geschichten bislang kenne, habe ich mich sehr gut in der Geschichte zurechtgefunden.

Das erste Planetarium Österreichs wird 1927 in Wien eröffnet. Das können sich auch Ernestine und Anton zusammen mit ihrer Familie nicht entgehen lassen. Doch als das Licht nach der Vorstellung wieder angeht, ist einer der Besucher tot. Schnell wird klar, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben sein kann. Noch vor der Vorstellung kam es zu einer Rangelei zwischen den beiden Faber-Brüdern. Der eine angesehener Arzt, der andere Inhaber einer Stofffabrik.

Schnell trifft Ernestine bei ihren Nachforschungen auf die dunklen Geheimnisse in der Familie. Und dann ereignet sich auch noch ein weiterer Mord, dem der zweite Faber-Bruder zum Opfer fällt. Doch was steckt wirklich dahinter?

Die Autorin entführt den Leser gekonnt in das Wien der 20er Jahre und erzählt eine unterhaltsame Geschichte, die auch mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh brilliert. Unheimliche und rätselhafte Morde und auch der aufkeimende Nationalsozialismus trüben zwar die Stimmung, doch kann man als Leser nicht anders, als am Ball zu bleiben. Denn eines kann auch Euch schon verraten, der Fall kann nicht einfach gelöst werden! Aber man stellt sich auch die Frage, ob und wie sich der Nationalsozialismus noch in den folgenden Bänden auf das Leben von Ernestine, Anton und ihrer Familie auswirken wird.

Ich fand die Schreibweise der Autorin und die Figuren wirklich sympathisch, sodass ich definitiv mehr von ihnen lesen möchte.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Ziemlich viele Figuren...

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Die Autorin Angela Marina Reinhardt nimmt uns mit dem ersten Teil „Die Welt in Meran – Walzerblut“ mit in die Stadt Meran in der Faschingszeit 1872.

Helen reist mit ihrer Tante Lady Greville in den Kurort. ...

Die Autorin Angela Marina Reinhardt nimmt uns mit dem ersten Teil „Die Welt in Meran – Walzerblut“ mit in die Stadt Meran in der Faschingszeit 1872.

Helen reist mit ihrer Tante Lady Greville in den Kurort. Ziel ist es, Helen bei den Gesellschaften vor Ort endlich unter die Haube zu bekommen. So sieht es zumindest ihre Tante. Denn das sei wohl längst überfällig. Und dann lernt Helen auch gleich zwei potenzielle Kandidaten kennen; den Erben Maximilian von Montalban und den geheimnisvollen korsischen General Jean Benedetti.

Aber neben den vorgenannten Figuren lernt man zwischen den Seiten noch viele andere Personen kennen. Das hat bei mir beim Lesen definitiv zu einigen Verwirrungen geführt. Auch wenn es am Ende des Buches ein Personenregister gibt, weiß ich nicht, ob ein Studium dessen mich vor dieser Verwirrung bewahrt hätte.

Man lernt während des Lesens das Leben in den gehobenen Gesellschaftsschichten kennen, aber man bekommt auch einen Einblick in das Leben der Arbeiter und Bediensteten. Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn der Leser soll die Figuren doch selbst entdecken. Ich muss aber sagen, dass durch das ständige Hin und Her zwischen den einzelnen Figuren, doch auch das Gefühl etwas auf der Strecke bleibt.

Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich die Geschichte um Helen und Jean als Kern heraus. Helen zeigt sich trotz ihrer Herkunft sehr emphatisch gegenüber ihren Mitmenschen, egal aus welcher Gesellschaftsschicht diese kommen. Jean ist zum Anfang doch eher der unnahbare Soldat, aber mit der Zeit wird auch er sehr sympathisch.

Aber am Ende bekommt man doch das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Aber die Autorin schafft hier einen Aufhänger, der den Leser definitiv dazu anhalten soll, weiter zu lesen und sich den zweiten Teil nicht entgehen zu lassen. Das Buch ist definitiv geeignet für Leute, die es lieben, mit allen Facetten in historische Romane einzutauchen.

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