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Veröffentlicht am 15.08.2021

Spannende und erschreckende Ermittlung eines Mobbingfalles in Marseille

LOCKDOWN IN MARSEILLE
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In einem Vorort von Marseille erhängt sich die 15jährige Schülerin Emeline an der Magnolie des Hausgartens. Die frisch gebackene Lieutnant Nadia Aubertin beginnt zusammen mit ihrem Freund, dem stellvertretenden ...

In einem Vorort von Marseille erhängt sich die 15jährige Schülerin Emeline an der Magnolie des Hausgartens. Die frisch gebackene Lieutnant Nadia Aubertin beginnt zusammen mit ihrem Freund, dem stellvertretenden Staatsanwalt Pierre Frigeri den Selbstmord genauer zu untersuchen, da der Verdacht von Mobbing an der Schule aufkommt. Von ihren Vorgesetzten werden ihnen jedoch immer wieder Steine in den Weg gelegt, sodass sich die Untersuchung noch schwieriger gestaltet als erwartet und dann kommt auch noch die Pandemie hinzu.

In Anna-Maria Aurels 393 Seiten starken Krimi "Lockdown in Marseille" wird durch den Selbstmord der Schülerin, der gleich auf den ersten Seiten des Buches geschildert wird hohe Spannung und Emotion erzeugt. Erfreulicherweise gelingt es der Autorin beide Komponenten bis zum Ende des Kriminalromans auf hohem Niveau stets aufrecht zu erhalten. Die Leser bauen dadurch zu beinahe allen Charakteren des Romans eine starke Verbindung auf und können sich sehr gut in jede(n) einzelne(n) hineinversetzen. Egal, ob es sich um die Ermittler, die Opfer oder deren Eltern handelt.

Der aktuelle Bezug zur Corona-Pandemie erzeugt einen zudem sehr realistischen Aspekt, so dass Realität und Fiktion nahezu zu korrespondieren scheinen und man sich in die Metropole Marseille regelrecht hineinversetzt fühlt.

Mein Fazit: Ein ganz besonderer Krimi über ein ganz spezielles Thema (Mobbing), der sehr viel Lesespaß erzeugt, aber auch am Ende sehr nachdenklich macht und lange nachwirkt.

Unbedingte Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!!

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Raffiniert gestrickter Entführungsfall auf der Nordseeinsel Norderney

Nordseedunkel
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Christian Kuhn hat mit "Nordsee Dunkel" einen sehr raffinierten Krimi verfasst, in dem ein Kommissar des BKA, der eigentlich auf der Nordseeinsel Norderney eine berufliche Auszeit nehmen wollte, von jetzt ...

Christian Kuhn hat mit "Nordsee Dunkel" einen sehr raffinierten Krimi verfasst, in dem ein Kommissar des BKA, der eigentlich auf der Nordseeinsel Norderney eine berufliche Auszeit nehmen wollte, von jetzt auf gleich einen Auftrag einer verzweifelten Mutter erhält, ihre entführte Tochter wiederzufinden. Unterstützt wird er dabei von Mara, der Sicherheitsbeauftragten der Familie und ehemaligen Kindermädchens des Entführungsopfers.

Gleich von Beginn an, gelingt es dem Autor, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den ganzen Kriminalroman durchläuft und in einem unerwarteten Ende gipfelt. Der Leser tappt dabei wie die beiden Hauptprotagonisten die ganze Zeit im "Dunkel"n. Die Charaktere werden sehr glaubhaft und authentisch dargestellt und durch die beinahe in Echtzeit zu lesende Handlung - dargestellt durch Datum und Uhrzeit zu Beginn jedes Kapitels - ist man immer hautnah am Geschehen und baut sowohl zu den Ermittlern als auch zum Entführungsopfer eine enge Bindung auf.

Hervorzuheben sind die Übersichtskarten der gesamten Insel und des bewohnten Bereiches im größeren Format in den Buchdeckeln.

Für alle, die spannende und rätselhafte Krimis ob als Küstenkrimi oder Krimi im allgemeinen lieben, eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.08.2021

Ein Totengräber und ein ambitionierter Inspektor auf gemeinsamer Mörderjagd!

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Oliver Pötzsch entführt uns in seinem Wiener Krimi in die Zeit um 1893, in der ein sehr intelligenter Totengräber, Augustin Rothmayer, seinen Almanach für Totengräber verfasst.

Während dieser Arbeit werden ...

Oliver Pötzsch entführt uns in seinem Wiener Krimi in die Zeit um 1893, in der ein sehr intelligenter Totengräber, Augustin Rothmayer, seinen Almanach für Totengräber verfasst.

Während dieser Arbeit werden in Wien rund um den Prater junge Frauen bestialisch ermordet aufgefunden. Die Polizei ermittelt und bekommt Unterstützung durch einen jungen ehemaligen Untersuchungsrichter aus Graz, Leopold von Herzfeldt. Dieser möchte die neuesten Ermittlungsmethoden den neuen Kollegen vermitteln, stößt jedoch durch seine Respektlosigkeit und Unbedachtheit auf Gegenwehr. Auch die Musikerfamilie Strrauss ist durch einen mysteriösen Selbstmord eines Familienmitgliedes in die Ermittlungen mit einbezogen. Wer begeht solch derartige perfide und abstoßende Morde? Und was ist sein Motiv?

Oliver Pötzsch versteht es außerordentlich gut, das dem Leser gewohnt schöne Lokalkolorit Wiens und seines Praters, in seinem Kriminalfall höchst düster und unheimlich zu gestalten. Sowohl Personen als auch Handlung wirken sehr authentisch und es fällt zeitweise schwer zwischen Fiktion und historischer Wirklichkeit zu unterscheiden.

Der Erzählstil ist sehr bildhaft und flüssig. Die Mordbeschreibungen sind trotz aller Details nie splatterhaft oder zu gruselig. Allerdings gehen mir sowohl die Morde als auch die pädophilen Machenschaften der Wiener High Society mächtig an die Nieren.

Von Leopold von Herzfeldt würde ich sehr gerne mehr Fälle zu lesen bekommen. Diese etwas oberschlau wirkende Art der Ermittlung gefällt mir sehr und schreit nach einer Fortsetzung. Für alle Krimiliebhaber, die das Historische und den Wiener Schmäh lieben, eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.07.2021

Schicksalhafte Bahnfahrt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln

Dreieinhalb Stunden
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Der Roman "3 1/2 Stunden Wie entscheidest du dich?" von Robert Krause beschreibt die schicksalhafte Bahnfahrt von München nach Berlin am 13. August 1961, dem Tag des Mauerbaus, aus der Sicht von völlig ...

Der Roman "3 1/2 Stunden Wie entscheidest du dich?" von Robert Krause beschreibt die schicksalhafte Bahnfahrt von München nach Berlin am 13. August 1961, dem Tag des Mauerbaus, aus der Sicht von völlig unterschiedlichen Personen.
Die einzelnen Kapitel des Romans tragen entsprechend die Namen der Personen, aus deren Sichtweise gerade erzählt wird.
Dem Autor gelingt auf diese Weise wunderbar, das Gefühlschaos, welches im Zug herrscht als die Information des Mauerbaus durchsickert, authentisch und realistisch den Lesern zu vermitteln.
Die einzelnen Beweggründe der verschiedenen Figuren werden absolut nachvollziehbar nahegelegt. Die Spannung des Romans lebt genau davon und steigert sich, je näher der Zug der deutsch-deutschen Grenze kommt.

Das Cover präsentiert einen der damaligen Regionalzüge, in dem ein Schaffner in der Zeit um 1961 typischen Uniform mit seiner Kelle auf eine letzte Passagierin wartet, bevor die Fahrt weitergehen kann.
Die Art und Weise der Darstellung passt hervorragend zum Inhalt des Romans und spiegelt den Flair der 60er Jahre wieder.

Allen Lesern/-innen, die historisch authentische Fakten gepaart mit fiktiven, sehr realistisch gezeichneten Figuren und deren Schicksale verpackt in eine spannende Rahmenhandlung lieben, sei dieser Romans wärmstens ans Herz gelegt und sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Wo Liebe wächst, sind Religion und Herkunft Nebensache.

Das Spiel der Ketzerin
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In dem 479 Seiten starken Roman "Das Spiel der Ketzerin" von Manuela Schörghofer wartet Alida von Erkenwald auf die Rückkehr ihres Vaters, um sich dann mit Dankwart zu vermählen. Doch ihr Vater wurde inhaftiert ...

In dem 479 Seiten starken Roman "Das Spiel der Ketzerin" von Manuela Schörghofer wartet Alida von Erkenwald auf die Rückkehr ihres Vaters, um sich dann mit Dankwart zu vermählen. Doch ihr Vater wurde inhaftiert und Alida entkommt nur durch einen Zufall einem an ihr geplanten Mord und kann aus ihrem Zuhause entkommen. Um nun nicht als die Grafentochter erkannt zu werden, gibt sie sich von da an als Tochter eines befreundeten Juden aus und begibt sich als solche auf die Suche nach ihrem Vater, um ihn und ihr Zuhause zu retten. Um dieses jedoch zu verhindern, wird Richard von Thurau mit der Verfolgung beauftragt, damit er Alida zur Burg zurückbringt.

Manuela Schörghofer gelingt es in dem Historienroman von Beginn an Sympathien für Alida zu wecken und ihre Leser mit auf deren Reise zu nehmen. Man fühlt förmlich permanent die Angst entdeckt zu werden, die Sorge um ihren Vater und im Gegensatz dazu die nie enden wollende Hoffnung und den Mut, ihrem Ziel immer näher zu kommen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Kapitel in passender Länge dargestellt, sodaß ein angenehmer Lesefluß entsteht und das Buch nur sehr schwer aus der Hand zu legen ist. Der Spannungsbogen zieht sich durch den kompletten Roman stetig hindurch und läßt die Leser bis zum Ende mit Alida hoffen und bangen.

Mein Fazit:

Ein sehr spannender und emotionaler Roman, der auch mit der nötigen Prise Humor versehen ist und in dem jeder einzelne Charakter so liebevoll und detailliert dargestellt wird, das man sie alle bildlich vor sich sieht und sich in jeden gleich hineinversetzen kann. Die Erzählung wirkt durch die alten Orts- und Flussbezeichnungen sehr authentisch und realistisch, so daß manchmal Fiktion und Realität ineinander übergehen. Zwei sehr schön gestaltete Landkarten im Buchdeckel, ein Personenverzeichnis gleich zu Beginn des Romans, Orts- und Flussbezeichnungen von damals und heute und ein Glossar runden das herausragende Lesevergnügen wundervoll ab.

Eines meiner absoluten Lesehighlights diese Jahr!!

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