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Veröffentlicht am 09.03.2023

Absolut heisse Ermittlung im Drogenmilieu von Dallas

Der Weg ins Feuer
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"Der Weg ins Feuer" von Kathleen Kent ist die Fortsetzung des Thrillers "Die Tote mit der roten Strähne". Doch gleich vorweg: Kenntnisse des ersten Thrillers sind nicht zwingend erforderlich, um dieses ...

"Der Weg ins Feuer" von Kathleen Kent ist die Fortsetzung des Thrillers "Die Tote mit der roten Strähne". Doch gleich vorweg: Kenntnisse des ersten Thrillers sind nicht zwingend erforderlich, um dieses Buch zu lesen, aber zum besseren Verständnis der einen oder anderen Situation ganz sinnvoll.

Die Drogenfahnderin Betty Rhyzyk hat immer noch an den psychischen Folgen ihrer letzten Ermittlung zu kämpfen als die Polizei von Dallas Ermittlungen in einigen Mordfällen aufnehmen muss. Aufgrund ihrer Labilität und Eigenwilligkeit wird Rhyzyk in den Innendienst verbannt. Natürlich lässt sie es sich aber nicht nehmen, dennoch ihre eigenen Ermittlungen zum Teil mit Hilfe einzelner dubiosen Informanten anzustellen. Diese geht wieder zu Lasten ihrer privaten Beziehung mit ihrer Freundin Jackie. Als sich immer mehr Verdachtsmomente erhärten, dass es sich bei dem Mörder um einen Polizisten handeln könnte, ist auch die langjährige beinahe geschwisterliche Beziehung zu ihrem beruflichen Partner Seth in Gefahr.

Kathleen Kent ist auch mit dem zweiten Thriller um Betty Rhyzyk ein absolut aufregendes, spannungs- und emotionsgeladenes Buch gelungen. Die Leser/innen kommen beim Lesen selbst völlig außer Atem und begleiten Betty beinahe hautnah auf ihrem "Weg ins Feuer". Die Ermittlung über nahezu 5 Wochen vergehen wie im Flug. Bereits die ersten Seiten bauen einen immensen Spannungsbogen auf, der sich durch das ganze Buch hindurch zieht, so dass man über die eingestreuten privaten Szenen beinahe froh ist, da sie uns kurz zur Ruhe kommen lassen.

Der Thriller ist völlig zu Recht für den Edward Award nominiert!

Für alle Thrillerliebhaber, die den schier endlosen Thrill und die spannungsgeladene Handlung lieben, ist dieses Buch ein absolutes Muss!
Sehr zu empfehlen. Eines meiner Lieblingsbücher jetzt schon für dieses Jahr.

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Veröffentlicht am 09.03.2023

Gruseliges Spukhaus wird das neue Zuhause eines elternlosen Kindertrios

Die Polidoris und der Pakt mit der Finsternis (Bd. 1)
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"Die Polidoris und der Pakt der Finsternis" von Anja Fislage erzählt auf fast 390 Seiten die Geschichte der Geschwister Roberta, Petronella und Pellegrino Polidori in dem Haus, Polidorium genannt ihrer ...

"Die Polidoris und der Pakt der Finsternis" von Anja Fislage erzählt auf fast 390 Seiten die Geschichte der Geschwister Roberta, Petronella und Pellegrino Polidori in dem Haus, Polidorium genannt ihrer Großeltern Gloria und Pernell Polidori. Nachdem die Eltern der drei Kinder von einer Atlantikexpedition nicht wieder zurück gekehrt sind, müssen die drei Geschwister ins Polidorium umziehen. Dort erwarten sie nicht nur die noch für sie etwas fremden Großeltern, sondern auch seltsame Gestalten, Erscheinungen, Gebräuche und Räumlichkeiten. Auch in der neuen Schule müssen sie sich noch zurecht finden, was ihnen aufgrund des unheimlichen Rufes des Polidoriums nicht gerade leicht fällt.

Nach einem kurzen Prolog gliedert sich die Erzählung in drei Teile auf. Im ersten Teil wird die Ankunft der Kinder im Polidorium beschrieben. Der zweite Teil befasst sich dann mit den eigenartigen zusätzlichen "Bewohnern" des Hauses und der dritte Teil führt die Leser/innen ins Finale.

Werden sich die Kinder in ihrem neuen Zuhause und der ungewohnten Umgebung zurecht finden? Werden sie ihre Eltern wiedersehen?

Die Geschichte ist sehr spannend erzählt und liest sich flüssig. Das Buchcover ist ungemein farbenfroh aber auch - dem Inhalt natürlich geschuldet - ein wenig gruselig gestaltet. Die "Bildergalerie" im Buchdeckel verschafft einen guten Überblick über die einzelnen Protagonisten, mit denen wir in dem Buch unsere Bekanntschaft machen und die zahlreichen Abbildungen im Verlauf der Lektüre lockern diese sehr schön auf.

Der Autorin gelingt es durch die komplette Geschichte immer wieder neue Spannungs- und Gruselmomente zu kreieren, hält die Leser/innen aber zu den drei Kindern auf eine gewisse Distanz. Dabei entwickelt man schon Sympathien zu den drei Geschwistern, hat jedoch fortwährend das Gefühl, nicht ganz zu ihnen gelangen zu können. Die einzelnen Kapitel in den drei Hauptteilen des Buches erscheinen mir für die jungen Leser etwas zu lang. Auch die Gruselmomente bedürfen meiner Meinung nach des gemeinsamen Lesens mit einer älteren Person (einem Erwachsenen oder älteren Geschwistern), da sie für die jungen Leser/innen der ein oder anderen Erklärung benötigen.

Mein Fazit:

Für alle jungen Leser/innen, die sich vor gruseligen Geschichten und Beschreibungen und Darstellungen nicht fürchten und eine spannende Erzählung suchen, ist der erste Band der Polidoris sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Spannende Herausforderungen im magischen Wald

Stay alive! Rätsel-Challenge - Überlebe im magischen Wald
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In dem Buch "Stay Alive! Rätsel Challenge - Überlebe im magischen Wald" aus dem Ravensburger Verlag gilt es, den verschwundenen Prinzen wieder zu finden. Auf dem Weg durch den magischen Wald müssen dazu ...

In dem Buch "Stay Alive! Rätsel Challenge - Überlebe im magischen Wald" aus dem Ravensburger Verlag gilt es, den verschwundenen Prinzen wieder zu finden. Auf dem Weg durch den magischen Wald müssen dazu die unterschiedlichsten Aufgaben gelöst werden. Nach Lösung der Aufgabe(n) erhalten die jungen Leser/innen dafür sogenannte Brain-(Gehirn)-Punkte, die sie - ähnlich verschiedener Level - immer weiter im Buch vorwärtsbringen. Aber auch das Verlieren will hier gelernt sein, denn bei falscher Lösung verliert man auch Lebens-Punkte und beginnt noch einmal von vorn.
Das Buch ist sehr farbenfroh gestaltet. Die Größe ist dem jungen Klientel entsprechend sehr handlich. Durch die Aufgliederung jedes einzelnen Rätsels in leicht, mittel und schwer ist für jede(n) etwas dabei und bei Wiederholung somit auch immer wieder eine Steigerung bei der Bewältigung der Aufgabe möglich. Die Rätsel sind in ihrer Gestaltung sehr mannigfaltig, so dass keine Langeweile aufkommt und die Leser/innen sogar ihre Challenges wählen können. Eine sogenannte Codematrix als auch die Lösungen am Ende des Buches ermöglichen eine gute Selbstkontrolle und verschaffen die gewünschten Erfolgserlebnisse.
Mein Fazit:
Für alle, die es lieben, immer wieder mal spielerisch herausgefordert zu werden, ihre Kreativität und Phantasie ausleben möchten und statt der immer häufigeren Computer- und Playstation-Software mal lieber wieder auf Papier-Hardware zugreifen wollen, ist diese Rätsel-Challenge unbedingt zu empfehlen.
Einziger Kritikpunkt meinerseits ist die Verwendung der englischen Vokabeln Easy, Medium, Hard statt leicht, mittel und schwer und ein Fehler bei einer der zahlreichen Aufgaben.

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Veröffentlicht am 25.02.2023

Sehr gut recherchierte Historie im kriminalistischen Gewand

Das Gelübde der vergessenen Tochter
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"Das Gelübde der vergessenen Tochter" von Manuela Schörghofer ist ein Historienroman, in der die Schicksale von Laya und Ansgar erzählt werden.

Die beiden treffen das erste Mal im Kloster Tannhöhe aufeinander, ...

"Das Gelübde der vergessenen Tochter" von Manuela Schörghofer ist ein Historienroman, in der die Schicksale von Laya und Ansgar erzählt werden.

Die beiden treffen das erste Mal im Kloster Tannhöhe aufeinander, in dem Laya schwer verletzt und vor ihren Verfolgern flüchtend Zuflucht findet. In dem Kloster, wo Mönche und Nonnen getrennt voneinander leben, wird Laya wieder gesund gepflegt. Gemeinsam mit Hilda, einer jungen Frau, die sich im Kloster aufhalten darf bis ihr Vater einen Ehemann für sie gefunden hat, trifft sie dann im Keller hinter einem versteckten Verbindungsgang zu dem Keller der Mönche auf Ansgar. Nachdem im Kloster bekannt wird, dass in der näheren Umgebung von Tannhöhe immer wieder junge Mädchen mit rötlichen Haaren verschwinden, erhält Laya die Erlaubnis, dem Mysterium auf die Suche zu gehen, um das Geheimnis des spurlosen Verschwindens der Mädchen zu lüften. Dabei lernen sich Laya und Ansgar immer näher kennen und entdecken seelische Abgründe und politische Ränke.

Manuela Schörghofer ist es sehr schön gelungen, eine sehr gut recherchierte Historie in ein kriminalistisches Gewand zu kleiden. Interessante Perspektiven- und Ortswechsel tragen gleich zu Beginn des Romans zu einer nicht enden wollenden Spannung bei, die sich bis zum Ende immer mehr steigert. Glauben die Leser/innen hinter nur eines der Geheimnisse gekommen zu sein, belehrt uns die Autorin eines besseren und schlägt den nächsten kriminalistischen Haken. Dabei bedient sie sich eines wunderbar fliessenden Schreibstils und einer sehr authentischen und glaubwürdigen Charakterisierung der Protagonisten - egal ob historischer oder fiktiver Herkunft. Die Fiktion ist hier perfekt in die Historie eingebettet und scheint mit ihr zu verschmelzen, so dass es für uns Leser/innen den Anschein erweckt, es könnte 1137 genauso passiert sein.

Mein Fazit:

Ein sehr spannender Historienroman, der eingerahmt von Erd- und Obergeschossplänen des Klosters, zu Beginn des Romans einem Personenverzeichnis, in dem historische als auch fiktive Personen aufgelistet sind, Orts- und Flussbezeichnungen, einem Glossar, in dem ortstypische Bezeichnungen ins Moderne übersetzt werden und einem Epilog am Ende, den kriminalistischen Spürsinn in uns weckt und uns in eine Zeit entführt, die wir uns heute nur noch schwer vorstellen können. Für alle, die bereits spannende Unterhaltung bei Umberto Ecos "Im Namen der Rose" gefunden haben, dieses nun ortsnäher, erheblich komprimierter und wesentlich fliessender geniessen wollen, und Liebhaber/innen historischer Romane mit spannendem Touch sind, kann ich nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Ein Gesang über dem Nebelmeer, dessen Melodie die Leser/innen jede(r) für sich erzeugen können.

Gesang über dem Nebelmeer
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In seinem Gedichtband "Gesang über dem Nebelmeer" beschreibt Stefan Simon über einen Zeitraum von 3-4 Jahren seine Gefühle, Eindrücke und Betrachtungen in einer fast vergessenen und ausgestorbenen literarischen ...

In seinem Gedichtband "Gesang über dem Nebelmeer" beschreibt Stefan Simon über einen Zeitraum von 3-4 Jahren seine Gefühle, Eindrücke und Betrachtungen in einer fast vergessenen und ausgestorbenen literarischen Gattung, der Lyrik.

Jeder Gedichtsammlung hat der Autor zum leichteren Einstieg ein kurzes Vorwort verfasst. Dieses macht es den Leser/innen tatsächlich leichter und die darauf folgenden Gedichte verständlicher und besser nachvollziehbar. Wie so oft bei der Gattung Lyrik, haben die Leser/innen einen gewissen Spielraum, die einzelnen Gedichte ganz für sich allein zu interpretieren und auf sich zu beziehen. Genau das ist es, was diese Sammlung so aufregend und spannend macht. Viele beschriebene Gefühle und Eindrücke kommen uns bekannt vor, einiges haben wir alle schon einmal erlebt und wussten vielleicht nicht, wie bringen wir es zum Ausdruck.

Genau dieses ist Stefan Simon so wunderbar gelungen. Jede(r) Leser(in) mag für sich entscheiden, lese ich die Gedichte Seite für Seite oder orientiere ich mich entsprechend den Vorworten nach den Themen, die mich selber stark beschäftigen und interessieren. Das ist auch das schöne an der Lyrik. Jedes Gedicht steht für sich und kann unabhängig von den anderen gelesen und interpretiert werden.

Die wunderbaren und sehr schönen gemalten Miniaturen von Elmira Wilms und ein erläuternder Anhang runden das Lesevergnügen ausgezeichnet ab.

Für alle, die immer schon mal wieder in die Lyrik abtauchen wollten und die Zeit und Lust haben in sich zu gehen und sich mit ihren und den Gefühlen des Autors auseinanderzusetzen, erteile ich "Gesang über dem Nebelmeer" eine unbedingte Leseempfehlung.

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