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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2019

Verschollen im australischen Busch

Ins Dunkel
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Zwei Teams gehen auf eine Wanderung in der australischen Wildnis. Männer gegen Frauen, back to the roots, nur mit Karte, Kompass, Wanderausrüstung und Zelt. Was wie eine lustige Teambuildingmassnahme beginnt, ...

Zwei Teams gehen auf eine Wanderung in der australischen Wildnis. Männer gegen Frauen, back to the roots, nur mit Karte, Kompass, Wanderausrüstung und Zelt. Was wie eine lustige Teambuildingmassnahme beginnt, wird bald zum grausigen Wettlauf gegen die Zeit. Im Frauenteam verschwindet die ehrgeizige Alice. Die Frauen haben sich verlaufen, gestritten, getrennt. Die anderen Kolleginnen finden allein den Weg zurück, von Alice keine Spur. In Rückblenden erfährt der Leser was sich auf der Wanderung zugetragen hat. Die Stimmung zwischen den Frauen ist gespannt und eskaliert schließlich. Aber hat eine der Frauen Alice umgebracht? Oder ist sie einfach verschwunden, vielleicht aus Angst als Polizeispitzel enttarnt zu werden? Oder hat ein Nachfahre des Serienmörders, der hier einst sein Unwesen trieb, zugeschlagen? Wer hätte ein Interesse Alice zu töten? Nach und nach kommt die Wahrheit über das Leben der Frauen ans Licht. Ein wirklich spannender Thriller vor ungewohnter Kulisse. Einzig mit dem verschiedenen charakteren der Frauengruppe werde ich nicht warm. Bree geht mir sogar ziemlich auf die Nerven, aber das reißen die sympathischen Ermittler wieder raus.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Ungewöhnlich und sehr eigen

Königskinder
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Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, aber irgendwie fand ich die Geschichte etwas fade, der Funke springt einfach nicht über. In die Hauptfiguren im Auto kann ich mich sehr gut hineinversetzen. ...

Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, aber irgendwie fand ich die Geschichte etwas fade, der Funke springt einfach nicht über. In die Hauptfiguren im Auto kann ich mich sehr gut hineinversetzen. Auch die kleinen Neckereien zwischen dem Paar sind treffend erzählt. Die Stunden im verschneiten Wagen sind sehr greifbar. Die Geschichte um Jakob und Marie fesselt mich allerdings nicht. Weder das Kennenlernen, die erste Verliebtheit, der Streit mit dem Vater noch die Jahre der Einsamkeit. Interessant ist die Schilderung von Versailles und des künstlichen Bauernhofs. Die Worte sind schön gewählt, aber nach dem wunderbaren Roman „Leon und Louise“ und der Leseprobe hatte ich mir einfach mehr erhofft.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Hart, berührend und sehr real

Mit der Faust in die Welt schlagen
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Eine Gegend im Osten, zwei Brüder, eine eigentlich ganz normale Familie, die irgendwie am Wohlstand der Nachwendezeit teilhaben wollen und Leben, die sich mehr und mach aus der Bahn entwickeln. Es sind ...

Eine Gegend im Osten, zwei Brüder, eine eigentlich ganz normale Familie, die irgendwie am Wohlstand der Nachwendezeit teilhaben wollen und Leben, die sich mehr und mach aus der Bahn entwickeln. Es sind die kleinen Episoden, Nebensätze, die mich berühren, die Micheln meine Kindheit in den 90ern erinnern. Wende, ein Ruck, neue Lebenswelten, Aufbruch und dann? Philipp und Tobi wachsen in einer Mittelstandsfamilie auf. Die Eltern haben eigentlich noch Glück, bauen ein Haus, haben beide Arbeit. Doch das Lebensglück zerbröselt. Langsam, stetig. Philipp und Tobi wachsen auf, während sich die Region zurückentwickelt. Betriebe werden geschlossen, Schulen zusammengelegt, Ödnis und Verfall machen sich breit. Fremde kommen, Angst und ein beklemmende Langeweile machen sich breit. Lange fragt man sich welcher Bruder weiter entgleist, Tobi, der schon früh seine Aggressionen nicht beherrschen kann. Einer der erschreckendsten Momente war für mich die kleine Weihnachtsepisode an der Tobi die Zapfen zertritt, einfach so. Ohne Sinn und Verstand. Oder ist es Philipp, der Mitläufer, der sich irgendwann zu nichts mehr aufraffen kann? Falsche Freunde, immer wieder Langeweile und ein Zorn, der sich ein Ventil sucht. Für mich wird die Stimmung der 90er und 2000er Jahre unglaublich gut eingefangen, man glaubt sich selbst in diesem kleinen Ort, der von Niedergang und Frust geprägt ist. Beklemmend und frustrierend. Wie muss es sein in dieser Umgebung aufzuwachsen, kaum Perspektive. Trotz ihrer Entwicklung fühlt man eine gewissen Zuneigung zu den Protagonisten. Ich würde sie am liebsten in den Arm nehmen, schütteln, anschreien. Dennoch ist das Buch nicht wertend und zeugt mit dem Finger auf die Figuren.

Für mich ist dieses Buch ein wunderbarer Denkanstoß und sollte zur Pflichtlektüre in allen deutschen Schulen gehören. Ich hoffe, das Verständnis und Dialog angeregt werden, ein Mitdenken, Nachdenken, Umdenken stattfindet.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Wahrhaftig fesselnd

Deutsches Haus
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„Deutsches Haus“ ist ein sehr fesselnder, gefühlvoll erzählter aber niemals gefühlsduseliger Roman. Wir begleiten Eva, eine junge Dame, die als Übersetzerin die Möglichkeit erhält, im ersten Auschwitz ...

„Deutsches Haus“ ist ein sehr fesselnder, gefühlvoll erzählter aber niemals gefühlsduseliger Roman. Wir begleiten Eva, eine junge Dame, die als Übersetzerin die Möglichkeit erhält, im ersten Auschwitz Prozess zu übersetzen. Zögerlich, aber von einer inneren Kraft getrieben, nimmt sie das Angebot an und setzt sich den grausamen und tragischen Schilderungen der Opfer aus, um deren Stimme im Prozess zu sein. Die Angeklagten sitzen ohne eine Spur von Schuld auf der Anklagebank. Doch Eva trifft nicht nur hier auf Schweigen und Sprachlosigkeit. Auch ihre Eltern scheinen etwas zu verbergen und nach und nach lüftet sich der Schleier, der auf Evas Vergangenheit liegt. Wer ist schuldig? Was ist mit den vielen Menschen, die schwiegen, aus Angst? Eva distanziert sich mehr und mehr von ihrer Familie, die sie eigentlich so sehr liebt. Ihre Verlobung mit dem schwierigen Charakter Jürgen Begleiter das Geschehen und gibt einen Einblick in das Rollenbilder jener Zeit. Zwei Handlungen im Buch fand ich etwas aufgesetzt, die Rolle von Evas Schwester im Krankenhaus und die Aussage ihrer Mutter vor Gericht. Aber alles in allem ein berührender, fesselnder Roman mit sehr viel Tiefgang.

Veröffentlicht am 16.08.2019

Packend erzählt

Der Apfelbaum
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Die Geschichte von Sala und Otto ist liebevoll, traurig, fröhlich und ein wahrer Schatz. Christian Berkel gelingt es wunderbar, die verschiedene Orte und Personen miteinander zu verweben. Beide sind keine ...

Die Geschichte von Sala und Otto ist liebevoll, traurig, fröhlich und ein wahrer Schatz. Christian Berkel gelingt es wunderbar, die verschiedene Orte und Personen miteinander zu verweben. Beide sind keine einfachen, anschmiegsamen Charaktere sondern vielmehr etwas sperrig und müssen den Leser erst erobern. Mich hat es ab dem zweiten Drittel richtig gepackt. Etwas befremdlich fand ich nur die Familiengeschichte von Sala, der Vater bisexuell, die Mutter ohne Bindung zum Kind. Diese beiden Figuren bleiben mir fremd. Dass der Vater auch verliebt in Otto war, Sala das aber augenscheinlich gar nicht rührt, finde ich nicht so richtig nachvollziehbar. Alles andere zieht mich aber in den Bann. Eine wunderbar erzählte Familiengeschichte.