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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Coming-of-Age Klassiker!

Prep
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Ein realistischer Coming-of-Age-Roman in einem hochrangigen US-armerikanischen Internat - das findet ihr in Curtis Sittenfelds Roman „Prep“ (in das Deutsche übersetzt von Verena Koskull). 🩵

Im Buch begleiten ...

Ein realistischer Coming-of-Age-Roman in einem hochrangigen US-armerikanischen Internat - das findet ihr in Curtis Sittenfelds Roman „Prep“ (in das Deutsche übersetzt von Verena Koskull). 🩵

Im Buch begleiten wir die junge Schülerin Lee, welche durch ein beliebtes Stipendium neu an der „Ault“-Schule ankommt. Ihr Zimmer teilt sie sich mit zwei anderen Mädchen, doch schnell merkt Lee, dass sie mit der reichen und pompösen Welt kaum mithalten kann - sie wird zur Beobachterin. Im Laufe des Romans schließt sie endlich Freundinnenschaften, verliebt sich, scheint angekommen zu sein. Doch wie lange kann sie ihr konstruiertes Ich aufrechterhalten?

Da Lee im Roman oft die stille Beobachterin ist, bekommen wir ihre Sicht intensiv geschildert. Nicht selten verliert sie sich in ihren eigenen Gedanken und nimmt uns als Leser
innen dabei mit. Sie beschäftigt sich mit Themen, die im Leben einer jungen Heranwachsenden zentral sind. Das Leben in der Schule wird sehr atmosphärisch eingefangen - hier hätte ich sogar gerne noch mehr gelesen! Durch die vielen verschiedenen Figuren hätte ich mir allerdings eine Figurenübersicht gewünscht. Teilweise hat mir zwischen den Kapiteln etwas die Spannung gefehlt, welche sich dann aber am Ende des Buches wieder aufgebaut hat.

„Prep“ ist ein zwar eher langsamer, aber trotzdem vielschichtiger Coming-of-Age-Roman, der auch Themen wie Klasse, Sexualität und Gesundheit auf sich nimmt.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Wow! Ein feministischer Banger

Witches, Bitches, It-Girls
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ch glaube kaum, dass es in der Buchbubble möglich war, an „Witches, Bitches, Itgirls“ von Rebekka Endler vorbeizukommen - und das vollkommen zurecht! Das Buch war mein Februar-Sachbuch und ich habe es ...

ch glaube kaum, dass es in der Buchbubble möglich war, an „Witches, Bitches, Itgirls“ von Rebekka Endler vorbeizukommen - und das vollkommen zurecht! Das Buch war mein Februar-Sachbuch und ich habe es wirklich sehr gemocht!❤️‍🔥

In „Witches, Bitches, Itgirls“ beschreibt Rebekka Endler wie sehr und wie lange das Patriarchat schon in unserer Gesellschaftsstruktur verankert ist. Egal ob zur Hexen-Verfolgung (und Tötung), ob im Sportbereich (beispielsweise im Wrestling) oder im „Pick-Me-Girl“-Phänomen! Es ist teilweise wirklich erdrückend zu sehen, wie intensiv und drastisch die Auswirkungen sind - vor allem für marginalisierte Personen. Anhand verschiedener Beispiele werden die Themen sehr deutlich illustriert und dargestellt, es fehlt definitiv nicht an Fakten und Daten!

Zugegebenermaßen dachte ich zunächst, dass das Buch eher eine historische Linie darstellt, aber die geschichtlichen Aspekte wurden in die Kapitel toll eingebunden. Das Sachbuch hat sich für mich nicht sonderlich schnell lesen lassen - weil ich teilweise nach einigen Themen eine Pause brauchte.

„Witches, Bitches, Itgirls“ ist definitiv ein Sachbuch, was in keinem Regal fehlen darf! Es ist wichtig, bewegend, augenöffnend und schmerzhaft.❤️‍🩹

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Veröffentlicht am 17.02.2026

So wichtig!

Pillow Talk
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Ein Buch, das ich mir mit 14 schon gewünscht hätte - in „Pillow Talk“ von Leonie Lippl werden Themen besprochen, die leider immer noch stark tabuisiert werden: Sex, Sexualität, Lust und Beziehungen.

Das ...


Ein Buch, das ich mir mit 14 schon gewünscht hätte - in „Pillow Talk“ von Leonie Lippl werden Themen besprochen, die leider immer noch stark tabuisiert werden: Sex, Sexualität, Lust und Beziehungen.

Das Buch ist so genial aufgebaut: zuerst erklärt die Autorin, was an der eigenen Person wichtig ist, um guten Sex zu haben - sei es das eigene Körperbild oder gewisse Erwartungen. Danach bezieht sie sich auf die Beziehungen zu anderen und abschließend werden Themen wie Mythen dargestellt. Begleitet wird jede Sektion mit thematischen Unterkapiteln, gerade im zweiten Teil sind diese sehr hilfreich, wenn man sich zu einem bestimmten Thema genauer belesen möchte. Besonders stechen dabei immer die kleinen Tipp-Boxen heraus, die eine Umsetzung der beschriebenen Inhalte veranschaulichen.

Sprachlich überzeugt das Buch durch seine Nähe. Leonie Lippl schreibt, als würde man sich mit einer Freundin oder Schwester unterhalten - ohne Scham aber mit viel Verständnis. Natürlich waren nicht alle Punkte neu für mich, aber das müssen sie auch nicht sein. Das Buch hat mich dazu angeregt, meine eigenen Vorstellungen und Erwartungen zu hinterfragen und zurückzublicken, wie mich vor allem Medien zu meiner Jugendzeit zum Thema Sexualität geprägt haben.

Ein wichtiges Buch, für jede*n, egal welches Alter oder Geschlecht - damit diese Themen einfach kein Tabu mehr sind!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Suche nach Identität

Moosland
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Das raue Island im Sommer 1949 und eine Protagonistin, die schweigt. Das findet ihr in Katrin Zipses Roman "Moosland" - erschienen im Dumont-Verlag.

Als Lesende erfahren wir zunächst nicht viel ...

Das raue Island im Sommer 1949 und eine Protagonistin, die schweigt. Das findet ihr in Katrin Zipses Roman "Moosland" - erschienen im Dumont-Verlag.

Als Lesende erfahren wir zunächst nicht viel über die Protagonistin, wir wissen nur, dass sie nach dem Aufruf der Bauernpartei nach Island reist, um für ein Jahr auf einem Bauernhof zu arbeiten. Sie wird in die Familie geworfen, trägt Verantwortung, arbeitet, aber sie leidet und schweigt. Was hat Elsa durchgemacht? Wie wird sie in der Familie aufgenommen? Diese Fragen lassen uns als Lesende durch den Roman gleiten.

Sprachlich ist der Roman sehr rau und atmosphärisch. Durch Zipses Stil konnte ich mir die stets ändernde Landschaft gut vorstellen, aber auch die Figuren gingen mir dabei sehr nahe.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Buch so überzeugt - ein Zeichen, außerhalb der Komfortzone zu lesen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Unglaublich stark!

Gelbe Monster
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(CN: Gewalt in Beziehungen, Selbstverletzendes Verhalten)

Gefangen zwischen Schuld und Aufarbeitung: In Clara Leinemanns Debüt „Gelbe Monster“ begleiten wir Charlie auf dem Weg zu ihrem Antiaggressionstraining, ...

(CN: Gewalt in Beziehungen, Selbstverletzendes Verhalten)

Gefangen zwischen Schuld und Aufarbeitung: In Clara Leinemanns Debüt „Gelbe Monster“ begleiten wir Charlie auf dem Weg zu ihrem Antiaggressionstraining, nachdem ihre Beziehung mit Valentin endete. Nicht sofort ist klar, was passiert ist - doch das erfahren wir Stück für Stück durch Charlies Schilderungen und Rückblicke.

Die Mathematikstudentin Charlie lernt Valentin durch einen Zufall kennen und so wie der Zufall es wollte, entsteht eine Bindung zwischen ihnen. Allerdings verläuft diese Bindung nicht so gesund, wie erhofft. Charlie wird von ständiger Wut begleitet - eine Wut, die irgendwann rausmuss.

Sprachlich und inhaltlich hat mich der Roman vollkommen überzeugt. Der Stil ist durch Charlies Perspektive einerseits ironisch, andererseits auch total ernst. Man lernt die Protagonistin und ihre Gefühlswelt wirklich intensiv kennen - sie ist unsicher, vergleicht sich, hat negative Gedanken, ist obsessiv und wütend. Besonders interessant sind dabei ihre ambivalenten Betrachtungsweisen auf ihr Umfeld und ihre Beziehung.

„Mit ihrem Gesicht, ihrer komischen Art, ihrer ekligen Haut, ihren stoppeligen Beinen. Sie war zu bedürftig, zu anhänglich, sie war komisch, und das merkten die Leute, das merkte auch Valentin. Sie weinte immer heftiger, kratzte in ihrem Gesicht herum, sie kratzte Hautschuppen ab, sie kratzte über ihren Hals und ihre Schultern, ihre Arme, ihre Beine, alles sollte glatt werden, glatt und makellos.“ (S. 50)

Weibliche Wut wird selten in Büchern thematisiert - doch hier passiert es auf eine richtige spannende Art und Weise! Ein Must-Read für Fans von „Liebewesen“, „Die schönste Version“ und „Wenn wir lächeln“!

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