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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Trauer

Unter Wasser
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3,5⭐️ Trauer fühlt sich manchmal so an, als würde man vom Wasser erdrückt werden - dieses Gefühl will das Buch „Unter Wasser“ von Tara Menon (deutsche Übersetzung von Simone Jakob) verkörpern.

Im ...

3,5⭐️ Trauer fühlt sich manchmal so an, als würde man vom Wasser erdrückt werden - dieses Gefühl will das Buch „Unter Wasser“ von Tara Menon (deutsche Übersetzung von Simone Jakob) verkörpern.

Im Buch begleiten wir die Protagonistin Marissa, sie lebt in New York und arbeitet in einer Agentur, in der sie Beschreibung für Bilder und Texte verfasst. Doch New York war nicht immer ihr Heimatort: Nach dem Tod ihrer Mutter entschied sich ihr Vater dazu, seine meeresbiologische Tätigkeit in Thailand fortzuführen. In Thailand trifft sie auf Arielle, schnell beginnt zwischen ihnen eine Freundinnenschaft, die sich beide nicht mehr wegdenken können. Sie schwimmen mit Mantarochen, gehen gemeinsam feiern, entdecken Natur und wachsen zusammen auf. Alles scheint perfekt - bis die Welle kommt und die zwei Freundinnen auseinanderreißt.

Trauer spielt in dem Buch wirklich eine zentrale Bedeutung. Durch den Wechsel der Zeitachsen und Handlungsorte wirken Marissas Beschreibung oft diffus, wodurch ihre Trauer immens hervorgehoben wird. Besonders die Kapitel, die in Thailand spielen, haben mich sehr begeistert: Die Freundinnenschaft wird auf eine wirklich bewegende Weise eingefangen, diese Kapitel strahlen viel Wärme aus. Die Naturbeschreibungen sind dabei total eindrücklich und atmosphärisch. Leider konnte ich im Gegenzug die Kapitel, die in New York spielen, häufig nicht ganz greifen. Marissas Gefühlswelt hätte hier für mich noch ausgebaut werden können, um den Verlust der Freundinnenschaft und ihr dazugehöriges Trauma besser fühlen zu können.

Ein gutes Buch, um sich durch literarische Weise mit Themen wie Trauer, Trauma, Naturkatastrophen und Freundinnenschaft auseinanderzusetzen!

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Gar nicht meins

Das Jahr der Schmetterlinge
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(Gebe 1,5 Sterne)

"Das Jahr der Schmetterlinge" von Lea Korsgaard - ein Buch, in dem die Autorin beschreibt, wie sie innerhalb eines Jahres alle Schmetterlinge in ihrem Heimatland Dänemark sehen ...

(Gebe 1,5 Sterne)

"Das Jahr der Schmetterlinge" von Lea Korsgaard - ein Buch, in dem die Autorin beschreibt, wie sie innerhalb eines Jahres alle Schmetterlinge in ihrem Heimatland Dänemark sehen möchte - von der ursprünglichen Idee bis zur Planung und folgenden Durchsetzung.

Das Buch beschreibt nicht nur die Reise, sondern bezieht umfassende Erkenntnisse und Theorien zu Schmetterlingen, Metamorphose und manchmal auch philosophischen Themen ein. Hier lag für mich ein großes Problem: Oftmals wirkten die Themen sehr herbei gezogen oder schlecht angebunden, weshalb das Buch für mich sehr zäh und langatmig wurde.

Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen, jedoch hat mir manchmal der Sinn hinter vielen Abschnitten gefehlt. Viele Gedanken haben sich immer wieder wiederholt, die Dialoge waren für mich nicht schlüssig eingebaut.

Schade!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Highlight

Beklaute Frauen
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Frauen werden nicht vergessen - sie werden nicht erwähnt, nicht anerkannt, systematisch ausradiert. In „Beklaute Frauen“ von Leonie Schöler wird gezeigt, welchen erheblichen Einfluss Frauen eigentlich ...


Frauen werden nicht vergessen - sie werden nicht erwähnt, nicht anerkannt, systematisch ausradiert. In „Beklaute Frauen“ von Leonie Schöler wird gezeigt, welchen erheblichen Einfluss Frauen eigentlich auf die Geschichte haben - und wie sie einfach beklaut wurden.

Das Buch macht gleich zu Beginn das Problem auf und stellt dann verschiedene Frauen - wie Wissenschaftlerinnen und Künsterlinnen - die einfach unerwähnt bleiben, vor. Dabei werden wichtige Phänomene wie die „Muse“, sowie historisch relevante Ereignisse skizziert und dargestellt. Strukturen wie die Ehe, die einen erheblichen Einfluss auf die Situation von Frauen hat, werden aufschlussreich eingebunden.

Durch dieses Buch kann wirklich jede Person etwas lernen! Viele der Frauen waren mir leider nicht bekannt - und das hat mich unglaublich sauer gemacht. „Beklaute Frauen“ macht wütend, aber es zeigt umso mehr, was sich ändern muss: Frauen müssen gehört und gewürdigt werden.

Eine wirklich riesige Empfehlung und für mich definitiv ein Must-Read!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

So wichtig

Und alle so still
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Ein Buch, das mit voller Wucht einschlägt - so hat sich „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl angefühlt. Für mich zählt das Buch jetzt schon zu meinen Jahreshighlights!⭐️

Der Roman wird aus drei ...


Ein Buch, das mit voller Wucht einschlägt - so hat sich „Und alle so still“ von Mareike Fallwickl angefühlt. Für mich zählt das Buch jetzt schon zu meinen Jahreshighlights!⭐️

Der Roman wird aus drei Figurenperspektiven geschildert: Aus der Sicht der Influencerin Elin, aus der Sicht von Nuri, der gerade die Schule abgebrochen hat und aus der Sicht von Ruth, die als Pflegekraft im Krankenhaus arbeitet. Auch wenn zunächst kaum Berührungspunkte zwischen den Figuren bestehen, kreuzen sich ihre Wege. Gemeinsam bringen sie einander Kraft, die vorher für sie noch nie so bestanden hat.

Im Buch spielt die Idee „Was passiert, wenn Frauen nicht mehr tun, was von ihnen erwartet wird“ die zentrale Rolle. Care-Arbeit wird niedergelegt, Frauen verlassen ihre Arbeitsstelle und legen sich auf die Straße. Wie geht die Gesellschaft damit um, wenn die Struktur, die auf der Arbeit von Frauen basiert, zusammenbricht?

Besonders diese Idee hat mir richtig gut gefallen. Ich konnte mich durch den Schreibstil, der an den richtigen Stellen mal sanft und mal hart ist, unfassbar schnell in die Geschichte reinfinden. Zwischen den Figurenwechseln gibt es Kapitel, die beispielsweise aus Sicht einer Pistole formuliert wurden - diese brechen die Erzählstruktur auf und tragen definitiv zum Spannungsaufbau bei! Elin, Nuri und Ruth haben mich durch das Buch begleitet und sich so schnell in mein Herz gesetzt!

Eine ganz ganz klare Leseempfehlung. Ich bin unendlich gespannt auf das neue Buch von Mareike Fallwickl, das im Herbst erscheinen wird!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Roh und organisch

Melken
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Ein wirklich unfassbar ergreifendes Buch mit sprachlicher Macht!
In Melken von Sanna Samuelson begleiten wir Ellen, die eine Trennung hinter sich hat - sie kehrt daraufhin auf den Bauernhof zurück, ...

Ein wirklich unfassbar ergreifendes Buch mit sprachlicher Macht!
In Melken von Sanna Samuelson begleiten wir Ellen, die eine Trennung hinter sich hat - sie kehrt daraufhin auf den Bauernhof zurück, auf dem sie aufgewachsen ist. Allerdings sind die aktuellen Besitzer*innen nicht vor Ort und Ellen beschafft sich den unerlaubten Zutritt. Während ihres Aufenthalts trifft sie auf alte Bekanntschaften und erlebt ihr Kindheit wieder.

Das Buch ist durch seinen unglaublichen Schreibstil gekennzeichnet - die rohe und organische Weise, Erleben und Natur zu beschreiben, haben es mir wirklich angetan. Es werden Dinge wie Mutterschaft, Kind-Sein und Kuh verbunden, alles verschwimmt miteinander. Man kann das Buch ziemlich schnell weglesen.

Insgesamt wirklich bewegend und teilweise auch augenöffnend! Super besonders und eindrucksvoll.

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