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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2025

Zwei fiktive Leben

Wut und Liebe
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Noah ist ein Künstler Anfang dreißig. Den großen Durchbruch hat er noch nicht geschafft und so füttert ihn seine Freundin Camilla mit durch. Doch diese hat sich mehr vom Leben erhofft und trennt sich von ...

Noah ist ein Künstler Anfang dreißig. Den großen Durchbruch hat er noch nicht geschafft und so füttert ihn seine Freundin Camilla mit durch. Doch diese hat sich mehr vom Leben erhofft und trennt sich von ihm. Sie liebt ihn, aber nicht das Leben, das sie gemeinsam führen. Noah ist niedergeschlagen und versucht, Camilla mit allen Mitteln zurückzugewinnen. Auch, wenn er dafür fragwürdige Deals eingehen muss.

"Wut und Liebe" ist ein klassischer Suter. Mit melodischem und atmosphärischem Sprachstil, der inhaltlich stets prägnant bleibt, entpuppt sich eine solide und überraschend wendungsreiche Geschichte, deren Ende ich nicht vorhergesehen habe. Die Handlung wird aus wechselnder Perspektive der Hauptfiguren geschildert, besonders im Fokus steht dabei Noah, den ich schnell ins Herz geschlossen habe. Es ist nicht "der große Wurf", aber ich habe den Roman ob seiner Spannung gepaart mit Leichtigkeit nur so weggeatmet und die Figurenentwicklung sowie die sich verändernde Beziehung zwischen den Charakteren sehr gerne verfolgt. Nun freue ich mich schon auf das nächste Erzeugnis des Autors.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Magisches Highlight

Kerze & Krähe
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Inhalt: Der Schotte Al hat einen ungewöhnlichen Job: Er praktiziert mit Tinte und Siegeln Magie und hat die Aufgabe, die Ordnung zwischen den Göttern und Monstern aufrechtzuerhalten, die verborgen in der ...

Inhalt: Der Schotte Al hat einen ungewöhnlichen Job: Er praktiziert mit Tinte und Siegeln Magie und hat die Aufgabe, die Ordnung zwischen den Göttern und Monstern aufrechtzuerhalten, die verborgen in der Menschenwelt leben. Aber es gibt ein übernatürliches Rätsel, das er nie lösen konnte: Vor Jahren verhängte jemand einen Doppelfluch auf ihn, der seine Lehrlinge tötete und alle vertrieb, die ihn sprechen hörten, was ihn völlig isoliert zurückließ. Aber er ist nicht ganz allein: Seine letzten Freunde ziehen ihn in ihre exzentrischen Dramen hinein. Buck Foi, der Kobold, hat einen Plan für einen waghalsigen Streich, der ihn zum berühmtesten Hobgoblin machen wird. Nadia, Gothic-Queen und Kampfseherin, gründet ihren eigenen Kult um einen Gott, der Whiskey und Käse liebt. Und die Morrigan, die irische Todesgöttin, hat beschlossen, dass sie sich der gefährlichsten Herausforderung der Welt der Sterblichen stellen möchte: Online-Dating.

Die Reihe rund um den Siegelmagier Al habe ich wirklich abgöttisch geliebt. Auch der letzte Teil der Trilogie strotzte nur so vor britischem (manchmal vulgärem) Humor und magischer Vielfalt. Die gewohnten und lieb gewonnen Charaktere, vor allem Al, Nadia und Buck, erlebten erneut waghalsige, spannende Abenteuer, die mir zwar teilweise etwas kleinteilig vorkamen, wodurch mir "das große Ganze" manchmal fehlte, die aber immer unterhaltsam waren und mit sehr speziellen Lösungen aufwarteten. Insbesondere der wunderschöne, herzerwärmende Schluss mit dem Ausblick auf den weiteren Verbleib der Figuren hat mich sehr bewegt, ließ keinen meiner Wünsch offen und hat mich zu Tränen gerührt. Ein toller Abschluss einer ulkigen, besonderen Fantasy-Reihe!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Modernes Nimmerland

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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Inhalt: Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht damit, sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wiederzufinden! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer ...

Inhalt: Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht damit, sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wiederzufinden! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor einem machthungrigen Baron beschützen. Um ihren Teil dazu beizutragen, muss Artemis die Wolkenmagie in sich erwecken und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Dabei wird ihr mehr abverlangt als erwartet und bald droht das Abenteuer aus dem Ruder zu laufen. Haben die Kinder gemeinsam eine Chance, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten?

Von diesem Kinderbuch bin ich wirklich angetan. Artemis begibt sich auf eine spannende Reise und die Geschichte ist dabei so fantasievoll ausgestaltet, dass ich auch als ältere Leserin (als die eigentliche angedachte Zielgruppe) ganz verzaubert wurde! Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass mir zu Beginn auf dem Meer der Wünsche der rote Faden fehlte und die Handlungen zwar sehr actionreich, aber Schlag auf Schlag kamen. Hier hätte die ein oder andere Atempause gut getan.

Das Meer der Wünsche selbst erinnerte mich an ein modernes Nimmerland und die Wolkenmagie und die Attribute der Kinder erschienen mir durchdacht und ganz bezaubernd. Sanft werden kleine Weisheiten präsentiert, so z.B. dass man sich selbst treu bleiben sollte. Die vielen bunten Ideen und der altersgemäße Schreibstil runden eine wundervolle Geschichte ab. Toll!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Backen am Meer

Der Duft von Kuchen und Meer
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Inhalt: Ein Haus auf Amrum! Und das will Oma Undine ihr schenken? Maren kann ihr Glück kaum fassen. Seit ihr Lebensgefährte vor vier Jahren starb, hat die alleinerziehende Mutter es nicht leicht. Und jetzt ...

Inhalt: Ein Haus auf Amrum! Und das will Oma Undine ihr schenken? Maren kann ihr Glück kaum fassen. Seit ihr Lebensgefährte vor vier Jahren starb, hat die alleinerziehende Mutter es nicht leicht. Und jetzt tun sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten auf. Mit ihrer sechsjährigen Tochter reist die Konditorin auf die bezaubernde Nordseeinsel. Das Reetdachhaus gleich hinter den Dünen begeistert die beiden sofort. Als sie im Gartenschuppen auf einen wunderschönen verstaubten Backtisch stoßen, haben Maren und Leni schon den Duft von Vanille und Butter in der Nase. Doch dann macht Omas Bruder Ocke ihnen klar, dass sie auf Amrum nicht erwünscht sind. Maren möchte die Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht bringen. Warum hat Oma Undine damals Hals über Kopf die Insel verlassen und ist nie zurückgekehrt? Bei der Suche nach Antworten lernt Maren neben ihrer neuen Verwandtschaft auch den Insulaner Mattes kennen.
Kann die Insel ein Neuanfang sein? Für ihre Tochter, für sie selbst – und für ihr Herz, das sich mit jedem Atemzug, mit jedem Blick auf Wasser und Horizont weiter öffnet?

Anne Barns und Frühlingsanfang gehören für mich einfach zusammen und auch bei diesem Roman habe ich mich während des Lesens wieder sehr wohl gefühlt.

Während Anfang und Ende der Geschichte sehr seicht und vorhersehbar dahin zogen, hat mir der Mittelteil sehr gut gefallen. Insgesamt hätte es für mich allerdings mehr geschichtlichen Hintergrund geben dürfen. Das hat die Autorin schon mal intensiver und unvorhersehbarer geschafft ;)

Die tollen Backerzeugnisse haben mich aber selbst inspiriert und beim Lesen blieb der Appetit nicht aus! Die Figuren waren niedlich, vor allem Tochter Leni ist mir mit ihrer offenen Art ans Herz gewachsen! Ich freue mich schon auf den nächsten Roman der Autorin!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Nicht ganz rund

Beauty must die
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Um dem Jugendgefängnis zu entgehen, muss Mae zu ihren Großeltern nach Tallahawney in die Südstaaten ziehen und Sozialstunden ableisten. Zum Glück hat sie vor Ort noch eine Freundin aus der Kindheit, die ...

Um dem Jugendgefängnis zu entgehen, muss Mae zu ihren Großeltern nach Tallahawney in die Südstaaten ziehen und Sozialstunden ableisten. Zum Glück hat sie vor Ort noch eine Freundin aus der Kindheit, die ihr bei der Eingewöhnung helfen kann: Shirley ist quirlig, frech und wunderschön – und wird kurz nach Maes Ankunft tot aufgefunden. Während die Polizei den Fall zunächst wenig ernst nimmt, ist Mae fest davon überzeugt, dass sie ermordet worden sein muss. Im Geheimen macht sie sich auf und betreibt eigene Ermittlungen, was nicht jedem Bewohner des kleinen Örtchens gefällt…

„Beauty Must Die“ ist der erste Roman von Kira Licht, der sich dem Krimi-Feld nähert. Ich war unglaublich gespannt und hatte als Fan von „A Good Girl’s Guide To Murder“ sehr hohe Erwartungen. Das Setting der Geschichte in den Südstaaten hat mir dabei sehr gut gefallen, die Autorin schreibt zudem sehr atmosphärisch, sodass ich die verschiedenen Situationen stets bildlich vor Augen hatte.

Mae als Figur wirkte auf mich zunächst eher wie eine „Antiheldin“ mit ihrer kriminellen Vorgeschichte, was ich sehr spannend fand. Leider füllte sie dieses Bild im Verlauf der Geschichte nicht aus und zeigte zunehmend die typischen Charakterzüge einer YA/NA Romanfigur. Statt rebellisch oder aufmüpfig wirkte sie angepasst und zurückhaltend. Hier wäre meinem Geschmack nach mehr drin gewesen und dies führte dazu, dass ich mit Mae nicht recht warm wurde.

In wechselnden Kapiteln wird die Handlung aus Maes, aber auch aus Nathans Sicht – Maes männlichem Konterpart – wiedergegeben. Auch Nathan sollte als Figur mit verschiedenen Charakterzügen widersprüchlich wirken – wirklich gelungen ist das der Autorin meiner Meinung aber nach nicht. Schnell weichten die rebellischeren, ungewöhnlicheren Charakterzüge auf und Nathan stellte den klassischen Love Interest für Mae dar. Die Romanze zwischen Mae und Nathan hätte ich persönlich nicht gebraucht, viele Dialoge wirkten auf mich auch etwas gestelzt. Die Nebenfiguren erschienen mir für die Geschichte ausreichend genug beschrieben, waren deutlich zu unterscheiden, aber nicht mit viel Tiefe versehen.

Die Handlung selbst hatte viele spannende, heftige Momente, in denen ich mit der Nase am Buch klebte und ordentlich bangen musste. Dazwischen gab es jedoch auch immer wieder Längen und der detailverliebte Sprachstil der Autorin verstärkte dieses Gefühl noch. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, der Roman würde sich noch mehr auf Suspense und weniger auf den Romantikanteil konzentrieren. Die Romance-Einschübe wirkten auf mich manchmal etwas halbgar, auch wenn Nathan und Mae ein süßes Paar darstellten. Die Auflösung zuletzt war jedoch überhaupt nicht vorhersehbar und hat mich überrascht und ziemlich schockiert! Das hat mir wirklich gut gefallen! So bin ich in meiner Bewertung etwas hin- und hergerissen. Ich hoffe, dass die Autorin sich erneut dem Suspense-Genre widmen wird und sich dann noch mehr auf den Kriminalanteil und die damit in Zusammenhang stehenden Figuren fokussieren wird.

Fazit: Ein überwiegend spannender, zugleich etwas unausgegorener Roman mit einem überraschenden Ende.

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