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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Rache ist süß

Hustle
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Julia Bähr legt mit Hustle einen temporeichen, pointierten Roman vor, der sich rasant liest – nicht zuletzt wegen der kurzen, prägnanten Sätze, die den Ton setzen. Die Geschichte der Protagonistin Leonie ...

Julia Bähr legt mit Hustle einen temporeichen, pointierten Roman vor, der sich rasant liest – nicht zuletzt wegen der kurzen, prägnanten Sätze, die den Ton setzen. Die Geschichte der Protagonistin Leonie beginnt zunächst mit Irritation: Überheblich, zynisch und wenig sympathisch wirkte sie auf mich in den ersten Kapiteln. Doch je mehr man über sie erfährt, desto besser lassen sich ihre Handlungen und Einstellungen nachvollziehen.

Leonie ist promovierte Pflanzenforscherin und Einzelkämpferin. Nach einem Eklat in ihrem alten Job in Berlin – ihr Chef hat ihre Forschung geklaut, sie hat sein Büro verwüstet – wird sie nach München „verbannt“, wo sie fortan in der zoologischen Staatssammlung Käfer bestimmen muss. Ein Job, von dem sie keine Ahnung hat und der weit unter ihren Fähigkeiten liegt. Ihre finanzielle Situation ist prekär, ihre Wohnung heruntergekommen, soziale Kontakte fehlen. In dieser Perspektivlosigkeit trifft sie auf Genevieve, die ihr einen zweifelhaften, aber lukrativen Nebenjob anbietet.

Trotz meiner kritischen Haltung gegenüber Leonie als Figur ist die Geschichte überzeugend erzählt. Der Roman entfaltet eine packende Dynamik und wirft ganz nebenbei relevante gesellschaftliche Fragen auf – etwa zur Wohnungsnot in Großstädten, prekärer Beschäftigung und den moralischen Grauzonen, in die Menschen geraten, wenn sie einfach nur überleben wollen.

Hustle ist nicht nur spannend, sondern auch klug und gesellschaftskritisch. Ein Roman, der mit einem Augenzwinkern zeigt, wie schnell man in Schieflagen geraten kann – und wie viel Zynismus man entwickeln muss, um darin zu bestehen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Konnte mich nicht abholen

A Wild Cowboy's Heart
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Inhalt: Maisie war von den drei Carter-Schwestern schon immer der kreative Kopf. Doch als Mitinhaberin der »Three Chicks Brewery« muss sie sich auch in der harten Geschäftswelt gegenüber ihren älteren ...

Inhalt: Maisie war von den drei Carter-Schwestern schon immer der kreative Kopf. Doch als Mitinhaberin der »Three Chicks Brewery« muss sie sich auch in der harten Geschäftswelt gegenüber ihren älteren Schwestern behaupten. Da kommt das Craftbier-Festival in Colorado genau zum richtigen Zeitpunkt. Gemeinsam mit Kumpel Hayes Taylor will sie dort ihr Spitzenbier promoten und zu einem Preisträger machen.
Hayes will nichts lieber, als allein auf seiner Pferderanch zu arbeiten. Doch als Maisie ihn um Hilfe bittet, zögert er keinen Augenblick. Nicht nur, weil sie die beste Freundin seiner verstorbenen Frau war, sondern weil Maisie auch seinen Beschützerinstinkt weckt - und noch ganz andere Gefühle. Aber kann er auch sein Geheimnis vor ihr bewahren, das alles zerstören könnte ...

„A Wild Cowboy’s Heart“ konnte mich leider nicht so recht überzeugen. Obwohl der Roman einiges an Handlung bot, wirkte die Geschichte für mich insgesamt sehr seicht und klischeehaft. Die Figuren blieben flach – gerade die beiden Hauptcharaktere Maisie und Hayes: Er erschien mir eher grummelig und unsympathisch, während sie zu überdreht und naiv wirkte. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Bindung zu den beiden aufzubauen.

Dabei steckt durchaus Potential in der Geschichte. Besonders die liebevollen Szenen zwischen Maisie und ihren beiden Schwestern haben mir gefallen und hätten für mich mehr Raum einnehmen dürfen. Auch die wechselnden Perspektiven von Maisie und Hayes waren ein Pluspunkt, da sie halfen, die jeweiligen Handlungen besser nachvollziehen zu können.

Als Hörbuch war die Geschichte gut gesprochen und dadurch angenehm zu hören – das hat die Lektüre etwas aufgewertet. Trotzdem erinnerte mich der Roman insgesamt eher an einen Groschenroman und kam für mich nicht an die Tiefe und den Charme von Autorinnen wie Lucy Score heran.

Fazit: Ein kurzweiliger, seichter Roman mit sympathischen Momenten zwischen den Schwestern, der aber sein Potential verschenkt und mich emotional nicht erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Mehr als Fake

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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Inhalt: Ausgerechnet in der Bibliothek, in der Mae arbeitet, versteckt sich NFL-Star Chris vor seinen Fans. Er ist ärgerlich hot, schrankbreit und gilt als Sexiest Man Alive. Verdammt unsympathisch, findet ...

Inhalt: Ausgerechnet in der Bibliothek, in der Mae arbeitet, versteckt sich NFL-Star Chris vor seinen Fans. Er ist ärgerlich hot, schrankbreit und gilt als Sexiest Man Alive. Verdammt unsympathisch, findet Mae. Dann überredet Chris sie zu einem Buchclub – er liest ebenso gern RomComs wie Mae –, und die beiden kommen sich näher. Bis ein dubioses Foto von ihm in der Presse auftaucht und er ihr plötzlich die eine Frage stellt, die Mae nur aus ihren Liebesromanen kennt. Hat Chris sie gerade ernsthaft gefragt, ob sie ihn heiraten will?

The Fake Out ist ein charmant-humorvoller Liebesroman, der mich von Anfang an bestens unterhalten hat. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gelesen von Esther Brandt, deren warme Stimme mich sofort abgeholt hat – auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, dass sich Chris’ Stimme klarer von Maes unterscheidet.

Die Geschichte bietet deutlich mehr Themen und Tiefe, als ich es zunächst erwartet hätte. Neben einer süßen, herzerwärmenden Lovestory gibt es zahlreiche Nebenhandlungen, die für Abwechslung sorgen. Besonders gelungen fand ich, dass die Figuren durchweg liebevoll und facettenreich gezeichnet sind. Mabel ist eine herrlich bissige, schlagfertige und gleichzeitig warmherzige Protagonistin, bei deren Sprüchen ich mehrfach laut lachen musste. Aber auch die Nebenfiguren von Mabels Mutter und bester Freundin bis hin zu Chris’ Schwestern und Eltern sind wunderbar ausgearbeitet und tragen viel zum Charme der Geschichte bei. Besonders Chris’ Schwestern, die ihn neckisch mit Erinnerungen aus der Kindheit bloßstellen, haben mich köstlich amüsiert.

Der männliche Love Interest Chris selbst ist einfach herzallerliebst und ein Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Seine Familie, allen voran die liebevolle Mutter, verstärkte noch einmal die Wohlfühlatmosphäre der Geschichte.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich das Element der Fake-Verlobung. Für meinen Geschmack wirkte es nicht ganz stimmig, da die Story auch ohne dieses Trope reichlich Themen und Emotionen zu bieten hatte.

Insgesamt ist The Fake Out aber ein kurzweiliger, humorvoller und herzerwärmender Liebesroman mit Figuren, die man sofort liebgewinnt. Der Vergleich zu Lucy Score liegt nahe – allerdings mit noch mehr Inhalt und einer besonders schlagfertigen weiblichen Hauptfigur. Wer humorvolle Liebesgeschichten mit viel Herz sucht, wird hier garantiert fündig.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Mehr als nur ein Sachbuch

Organisch
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Nach ihrem Bestseller Darm mit Charme legt Giulia Enders nun ihr zweites Werk vor – diesmal mit einem viel größeren Blickwinkel. In Organisch nimmt sie den gesamten Körper in den Fokus und widmet sich ...

Nach ihrem Bestseller Darm mit Charme legt Giulia Enders nun ihr zweites Werk vor – diesmal mit einem viel größeren Blickwinkel. In Organisch nimmt sie den gesamten Körper in den Fokus und widmet sich einzelnen Organsystemen wie Lunge, Gehirn, Haut, Immunsystem und Muskeln.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie Enders medizinische Sachverhalte vermittelt: verständlich, anschaulich und mit einem guten Gespür dafür, komplexe Vorgänge plastisch und greifbar zu machen. Sie verknüpft Fachwissen mit persönlichen Geschichten, sodass die Lektüre (bzw. in meinem Fall das Hörbuch, gesprochen von der Autorin selbst) nie trocken wirkt. Im Gegenteil: Ihre lebendige Erzählweise macht das Zuhören ausgesprochen angenehm.

Auch wer sich bereits mit medizinischen Themen beschäftigt hat, wird in diesem Buch Neues entdecken. Enders gelingt es, nicht nur spannende Fakten zu liefern, sondern auch die Beziehung zwischen Körper und Mensch zu beleuchten: was wir über unseren Körper lernen können – und was wir durch ihn über uns selbst lernen.

Fazit: Organisch ist alles andere als ein trockenes Sachbuch. Es ist eine ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Reise durch den menschlichen Körper, die sich definitiv lohnt – egal ob man medizinischer Laie ist oder schon einiges weiß.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Highlight!

Wir Jungs vom Prinzenpark
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Inhalt: In diesem fesselnden und lustigen Kinderbuch erzählt Dennis Schröder seinen beeindruckenden Weg an die Spitze des internationalen Basketballs. Erlebe hautnah, wie aus einem talentierten Jungen ...

Inhalt: In diesem fesselnden und lustigen Kinderbuch erzählt Dennis Schröder seinen beeindruckenden Weg an die Spitze des internationalen Basketballs. Erlebe hautnah, wie aus einem talentierten Jungen ein Vorbild für tausende junge Basketballfans wurde! Sei Teil seiner großartigen Prinzenpark-Gang und erlebe die Abenteuer im Prinzenpark und auf den Braunschweiger Straßen der 90ziger Jahre. Tauche ein in Dennis' Anfänge in Deutschland, begleite ihn vom Skateboard zum ersten Training in der Halle und erfahre, wie Leidenschaft und ein ungebrochener Wille um Erfolg führen. Lerne wertvolle Lektionen über Teamwork und Durchhaltevermögen. Entdecke, wie du deine eigenen Träume verwirklichen kannst. Finde Motivation für deine sportliche und persönliche Entwicklung. Und hab einfach Spaß mit Dennis und seinen Jungs.

Ich habe das Buch von Dennis Schröder als Hörbuch gehört und war wirklich sehr angetan. Die Geschichten sind geeignet für die Kinder-Zielgruppe, aber auch wunderbar zu Lesen/Hören für Erwachsene. Mit viel Humor, dass ich aus dem Schmunzeln kaum heraus kam, aber auch Anstößen zum Nachdenken, begleitet der/die Hörer/in den Basketballstar in Abschnitten durch seine Kindheit. Ich hätte gerne noch viel mehr Geschichten gelesen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung! Für mich ein Highlight aus dem Jahr 2025!

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