Profilbild von Corinne

Corinne

Lesejury Star
offline

Corinne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Corinne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2025

Wenn Außerirdische das Menschsein entdecken

Earthventure in Las Vegas
0

Josh fällt aus allen Wolken, als er auf den Angrodaner Odiklu trifft. Noch kaum realisiert geschweige denn verarbeitet, dass es Außerirdische gibt, schlägt ihm dieser einen Deal vor: für das Beherbergen, ...

Josh fällt aus allen Wolken, als er auf den Angrodaner Odiklu trifft. Noch kaum realisiert geschweige denn verarbeitet, dass es Außerirdische gibt, schlägt ihm dieser einen Deal vor: für das Beherbergen, Unterhalten und Betreuen einer Touristin vom Planeten der Angrodaner erhält er im Gegenzug eine außerirdisch hohe Bezahlung in irdischer Währung. Josh lässt sich dennoch auf den Deal ein und erwartet Angrodanerin Ulionk, die sich insbesondere auf den versprochenen illegalen Hahnenkampf freut... Wird schon schief gehen!

Beatrice Sonntag entführt uns mit „Earthventure in Las Vegas“ in eine charmant-abgedrehte Geschichte, in der Außerirdische im Rahmen eines Urlaubs auf die Eigenheiten der Menschheit treffen – mit jeder Menge Situationskomik, Herz und Augenzwinkern.

Schon im ersten Abschnitt habe ich den intergalaktischen "Reiseveranstalter" und gebürtigen Angrodaner Odiklu ins Herz geschlossen. Seine neugierige, offene Art und die unbeholfenen, aber herzerwärmenden Versuche, mit Menschen in Kontakt zu treten, waren einfach zu goldig. Auch Josh als menschlicher Reiseführer ist ein sympathischer, bodenständiger Charakter, dessen eintöniges Leben durch den touristischen Besuch der Angrodaner ordentlich durcheinandergewirbelt wird.

Die Geschichte lebt von vielen kleinen, humorvollen Details. Dabei schafft es die Autorin, aus scheinbar banalen Alltagsbeobachtungen immer wieder witzige oder liebevolle Momente zu zaubern. Besonders schön empfand ich, wie sich das Außergewöhnliche mit dem Alltäglichen vermischt z.B. wenn Angrodanerin und "Touristin" Ulionk auf kindliche Weise fasziniert auf menschliche Eigenheiten reagiert.

Ab dem Eintreffen von Ulionk aka "Tante Uli" nahm die Geschichte spürbar Fahrt auf. Die Szenen mit ihr, Josh und weiteren Figuren waren nicht nur komisch, sondern oft auch herzallerliebst. Ulionk brachte eine ansteckende Energie in die Handlung und ihre offene Sicht auf die Welt sorgte für viele charmante Missverständnisse. Besonders gelungen fand ich, dass trotz aller Albernheiten immer auch eine warmherzige Botschaft über Neugier, Toleranz und das Miteinander verschiedener Wesen (oder eben Kulturen) mitschwang.

Natürlich blieb die Handlung eher seicht und humorvoll, was auch ihren Reiz ausmacht. Man sollte keine tiefgehende Science-Fiction oder komplexe Charakterstudien erwarten, doch genau diese Mischung aus sanftem Witz, liebevoller Skurrilität und positiver Grundstimmung macht das Buch so besonders.

Das Finale war für mich ein rundes, versöhnliches Ende mit einem Augenzwinkern und der Aussicht auf eine Fortsetzung, die ich gerne lesen möchte. Besonders mochte ich, wie sich Josh im Verlauf des Buchs entwickelte, ohne seine Bodenständigkeit zu verlieren.

Ein kleiner Kritikpunkt: Bei den irdischen Figuren hätte ich mir manchmal etwas mehr Tiefe gewünscht. Vor allem bei Josh, dessen Hintergrund und Motivation noch Raum für Entwicklung bieten. Aber die Geschichte funktioniert auch so als humorvolle, charmante Alltagsflucht mit einem Hauch intergalaktischer Lebensfreude.

Fazit: Ein liebevoll-verrücktes Abenteuer mit leichtem Witz, Herz und einem Schuss Gesellschaftssatire. Die Angrodaner muss man einfach liebhaben! Kurzweilige Wohlfühllektüre für alle, die Lust auf sympathische Figuren, charmante Absurditäten und sanften Humor haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Zurück in Willow Falls

Willow-Falls-Reihe, Band 2 - Stay With Me in Willow Falls
1

Nach dem ersten Band hatte ich große Lust, wieder nach Willows Falls zurückzukehren und das Setting hat mich auch diesmal nicht enttäuscht. Greta Milan fängt das Flair der Kleinstadt wieder wunderbar ein: ...

Nach dem ersten Band hatte ich große Lust, wieder nach Willows Falls zurückzukehren und das Setting hat mich auch diesmal nicht enttäuscht. Greta Milan fängt das Flair der Kleinstadt wieder wunderbar ein: die vertrauten Gesichter, das Miteinander, das langsame Tempo – all das sorgt für dieses typische Smalltown-Gefühl, das mir gut gefällt und bei dem ich mich wohl fühle.

Die Geschichte rund um die Hauptfiguren Paige und Miles konnte mich allerdings nicht ganz so sehr mitreißen wie Cassie und Jared in Band 1. Der Fokus lag stark auf alten Konflikten und Missverständnissen, die nicht nur ziemlich vorhersehbar waren, sondern oft etwas zu dramatisch auf mich wirkten. Paiges Wut und ihr Verhalten fand ich dabei stellenweise schwer nachvollziehbar, ebenso die übergriffigen und vorverurteilenden Dorfbewohner, während Miles mir schnell ans Herz wuchs.

Trotzdem gab es viele süße und humorvolle Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Gerade in den ruhigeren Szenen blitzte das auf, was Greta Milans Willow-Falls-Reihe so angenehm macht: Wärme, Zusammenhalt und kleine, emotionale Gesten. Was mir diesmal allerdings gefehlt hat, waren die eindeutigen herbstlichen Vibes, die ich mir erhofft hatte. Zum Ende hin gibt es zwar ein paar Herbstaktionen, aber das war mir zu wenig und mir fehlte das Herbstgefühl, das ich in Band 1 hatte. Der zweite Band fühlte sich für mich daher weniger „cozy“ an als der erste, blieb aber durch Setting und Nebenfiguren charmant.

Fazit: Eine gefühlvolle Rückkehr nach Willows Falls mit liebenswertem Setting und schönen Momenten, auch wenn mich die Handlung und insbesondere die weibliche Hauptfigur Paige diesmal nicht völlig überzeugen konnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Zwischen Asche und Aufbruch

Lichterloh - Funken in der Luft
0

Nach „Stadt unter Ruß“ war ich unglaublich gespannt, wie Cleos Geschichte weitergeht und Band 2 knüpft tatsächlich nahtlos an den Vorgänger an. Cleo ist nun endlich Schornsteinfegerin, arbeitet Seite an ...

Nach „Stadt unter Ruß“ war ich unglaublich gespannt, wie Cleos Geschichte weitergeht und Band 2 knüpft tatsächlich nahtlos an den Vorgänger an. Cleo ist nun endlich Schornsteinfegerin, arbeitet Seite an Seite (manchmal mehr, manchmal weniger gleichberechtigt) mit den anderen Schornsteinfegern in Rußstadt und versucht gemeinsam mit Leander, den dunklen Machenschaften der Industriellen auf die Spur zu kommen. Doch als plötzlich ein Feuerteufel die Stadt heimsucht, wird schnell klar: Das ist mehr als nur Zufall – hat es der Täter womöglich auf Cleo selbst abgesehen?

Ich habe mich sehr gefreut, zu den lieb gewonnenen Figuren zurückzukehren! Die Welt ist erneut so fantasievoll und voller kleiner Wortschätze. Allein Bezeichnungen wie "eingebildeter Rußgockel" haben mich auch dieses Mal wieder zum Schmunzeln gebracht! Allerdings haben sich die ersten zwei Drittel für mich ein wenig gezogen. Es plätscherte so dahin, bevor die Geschichte dann richtig Fahrt aufnahm. Ab ca. 60% der Geschichte war ich jedoch völlig gefesselt, habe mitgefiebert, gezittert und vor allem um eine meiner Lieblingsfiguren gebangt. Einige Twists kamen unerwartet, andere etwas vorhersehbar, aber insgesamt wurde es zum Ende hin extrem spannend. Auch die zarten romantischen Momente zwischen einzelnen Figuren fand ich sehr süß, nur ein bestimmter Kuss wirkte für mich an einer Stelle nicht ganz stimmig, da er für meine. Geschmack aus dem Nichts kam und inhomogen wirkte.

Der Schreibstil war auch im zweiten Teil von Lichterloh wieder gewohnt angenehm, bildhaft und lebendig - Sarah M. Kempen versteht es einfach, mit Sprache zu zaubern. Der erwartete Cliffhanger am Ende lässt mich sofort nach Band 3 greifen wollen!

Fazit: Nicht ganz so stark wie Band 1, aber dennoch ein fantasievolles, spannendes und emotionales Abenteuer, das die Funken für den nächsten Teil hell auflodern lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2025

Stars Hollow lässt grüßen

Falling Like Leaves
0

Ellis lebt in New York und steht vor ihrem letzten Jahr an der Schule. Sie möchte sich unbedingt an der Columbia University bewerben, um dort wie ihr Vater Journalismus zu studieren. Als ihre Mutter jedoch ...

Ellis lebt in New York und steht vor ihrem letzten Jahr an der Schule. Sie möchte sich unbedingt an der Columbia University bewerben, um dort wie ihr Vater Journalismus zu studieren. Als ihre Mutter jedoch von heute auf morgen nach Connecticut in das verschlafene Städtchen Brabble Falls zieht und sie die Schule wechseln muss, bricht für Ellis eine Welt zusammen: Wie soll sie es denn so bitte auf die Columbia schaffen? Und wenn sie New York haben könnte, warum sollte ihr dann diese Mini.Stadt gefallen?

„Falling Like Leaves“ hat mich sofort mit seinem perfekten Herbstvibe eingefangen. Das Städtchen Bramble Falls ist die ideale Kulisse für Kürbisfeste, Spaziergänge im bunten Laub und gemütliche Kleinstadtmomente – es hat mich sehr an Stars Hollow aus den Gilmore Girls erinnert und genau dieses Cozy-Gefühl vermittelt.

Mit der Protagonistin Ellis musste ich zunächst warm werden. Zu Beginn wirkte sie verwöhnt, ehrgeizig und sehr auf Schule und Erfolge fixiert. Im Laufe der Geschichte machte sie jedoch eine glaubhafte Entwicklung durch: Sie lernte, nicht nur Leistung und Anerkennung, sondern auch Freude und Spaß zuzulassen. Am Ende war sie eine starke Figur, die wusste, was sie wollte, und dabei auch selbstbewusst Kontra geben konnte.

Cooper, die männliche Hauptfigur, erschien mir anfangs super sympathisch und charmant. Doch zum Ende hin kamen einige Red Flags zum Vorschein – er wirkte stellenweise übergriffig und eher toxisch-männlich als unterstützend. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Ellis stärker dagegenhält. In diesen Szenen wirkten beide Figuren deutlich jünger als ihre 17 Jahre. Das war für mich der einzige echte Kritikpunkt.

Die Nebenfiguren waren hingegen sehr stimmig und hatten angenehme Tiefe, besonders Ellis’ Mutter und ihre Schulfreunde. Mit den Reaktionen ihrer Cousine Sloane konnte ich dagegen nicht immer viel anfangen. Typisch für das Kleinstadtsetting mischten sich natürlich alle in Ellis’ Angelegenheiten ein und gaben ungefragt Ratschläge und ehrlich gesagt wäre ich da selbst wohl ziemlich genervt gewesen.

Insgesamt ist die Geschichte klar auf ein jugendliches Publikum ausgerichtet, mit viel Teenagerdrama, aber auch einer warmen und cozy Atmosphäre, die perfekt zum Herbst passt. Besonders hervorheben möchte ich das Hörbuch: Gelesen von Katharina von Daake war es ein absolutes Highlight. Sie hat jede Figur individuell zum Leben erweckt – es fühlte sich fast an wie „Kino zum Hören“.

Fazit:
Ein stimmungsvolles Jugendbuch voller Herbstmagie, Kleinstadtcharme und Coming-of-Age-Elementen. Trotz kleiner Schwächen bei der Figurenzeichnung von Cooper hat mich „Falling Like Leaves“ wunderbar unterhalten und mir viele cozy Lesestunden beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Magischer Herbstzauber

Rewitched
0

Rewitched hat mich von Anfang an mit seiner zauberhaften, detailreichen Atmosphäre gepackt. Die Geschichte ist cozy, verspielt und lädt dazu ein, jede einzelne Szene in Ruhe zu genießen und ist damit für ...

Rewitched hat mich von Anfang an mit seiner zauberhaften, detailreichen Atmosphäre gepackt. Die Geschichte ist cozy, verspielt und lädt dazu ein, jede einzelne Szene in Ruhe zu genießen und ist damit für mich die perfekte Herbstlektüre. Durch den sehr bildhaften Schreibstil entsteht ein fast schon melodischer Lesefluss, der gleichzeitig entschleunigt und unglaublich stimmungsvoll wirkt.

Allerdings bringt genau das auch seine Herausforderungen mit sich: Die Handlung schreitet nur langsam voran, und weil alles so detailliert beschrieben ist, braucht man beim Lesen viel Konzentration. Ich habe deutlich länger für die ersten hundert Seiten gebraucht als bei vergleichbaren Büchern. Hinzu kommt, dass die Geschichte aus der dritten Person erzählt wird. Normalerweise bevorzuge ich die Ich-Perspektive, weil sie die Emotionen greifbarer macht. Trotzdem passt der ruhigere Ton erstaunlich gut zum Buch und unterscheidet es wohltuend von vielen Young-Adult- oder Romance-Titeln.

Besonders gefallen hat mir, dass die Protagonistin älter ist und sich die Handlung dadurch erwachsener und bodenständiger anfühlt. Bella macht im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung durch: Von einer sehr ängstlichen Figur hin zu jemandem, der selbstbewusst Kontra gibt – teilweise mit so viel Humor, dass ich laut lachen musste.

Inhaltlich fand ich die Geschichte spannend und voller Magie, auch wenn nicht alle Motivationen für mich ganz nachvollziehbar waren. Dafür haben mich die charmanten, magischen Details und die cozy Stimmung durchgehend begeistert. Es gab einige Überraschungsmomente in der Handlung, die das Buch von anderen Urban-Fantasy-Romanen abheben, und die bildhafte Sprache macht die Schauplätze und Zaubertricks lebendig.

Am Ende wirkt Rewitched wie eine Mischung aus Spellshop, Hex Files und ein bisschen Sabrina – total verhext! – eine kuschelige, fantasievolle Geschichte, die man am besten mit einer Tasse Tee und einer Decke liest. Trotz kleiner Schwächen im Erzähltempo und Schreibstil habe ich das Buch sehr genossen.

Fazit: Cozy, magisch, humorvoll und detailreich – ein Buch zum Wohlfühlen, wenn man sich Zeit für eine langsam erzählte, liebevoll ausgestaltete Geschichte nehmen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere