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Veröffentlicht am 12.06.2019

Romantisch, humorvoll, zuckersüß!

ROYALS - Prinz Charming gesucht
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Als ich das erste Mal über „Royals“ gestolpert bin, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Das Cover mit den pinken Handschuhen und der pinken Tasche hat es mir irgendwie richtig ...

Als ich das erste Mal über „Royals“ gestolpert bin, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Das Cover mit den pinken Handschuhen und der pinken Tasche hat es mir irgendwie richtig angetan und der Klappentext sprach mich einfach sofort an. Von Rachel Hawkins hatte ich bisher noch nichts gelesen, „Royals – Prinz Charming gesucht“ sollte also mein erstes Buch von ihr sein.

Die 17-jährige Daisy führt ein ganz normales Leben zusammen mit ihren Eltern in Florida. Na ja, okay, normal war es vielleicht mal. Seit Daisys große Schwester Ellie und der Kronprinz von Schottland ein Paar sind, kann man irgendwie nicht mehr so wirklich von einem gewöhnlichen Leben sprechen. Noch mehr verändern tut es sich, als Ellie und ihr charmanter Prinz verkünden, dass sie demnächst heiraten werden. Zur Vorbereitung auf die Hochzeit müssen Daisy und ihre Eltern den Sommer über in Schottland bei der royalen Familie verbringen. Na super. Daisy ist alles andere als begeistert von dieser plötzlichen Sommerumplanung. Anstatt mit ihrer besten Freundin nach Key West zur Key Con zu fahren, muss sie sich nun mit den königlichen Chaoten und jeder Menge Zicken rumschlagen. Sie muss die königlichen Gepflogenheiten erlernen, muss sich an das kalte Klima in Schottland gewöhnen und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, lässt Daisy einfach kein Fettnäpfchen aus und stolpert von einer peinlichen Situation in die nächste. Zum Glück ist da aber Miles, der ihr dabei helfen soll, sich am Hofe zurechtzufinden. Miles ist zwar schon etwas arrogant, aber auch wahnsinnig gutaussehend...

Ich hatte einen wunderbaren Einstieg in das Buch. Der Schreibstil von Rachel Hawkins ist super, er ist locker-leicht, lebendig und spritzig modern. Für mich hat er sich richtig angenehm lesen lassen, ich bin hier nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch quasi inhaliert.

„Royals“ hat mir genau das beschert, was ich mir erhofft habe. Die Story ist so schön humorvoll, romantisch und zuckersüß. Mich hat sie bestens unterhalten, ich war hier durchweg am Schmunzeln und am Grinsen. Hinten in der Buchklappe steht, dass „Royals“ perfekt für Meg Cabot-Fans ist und yes, dem stimme ich vollkommen zu! Ich selbst bin ein großer Fan von Meg Cabots Büchern und habe wirklich alle ihre Jugendromane, die auf Deutsch erschienen sind, gelesen. Vom Humor und Stil her erinnert „Royals“ tatsächlich an Meg Cabots Werke. Vermutlich werden die meisten sofort an „Plötzlich Prinzessin“ denken. Wer nun aber befürchtet, es hier mit einem müden Abklatsch von der Mia Thermopolis-Reihe zu tun bekommen, kann ich beruhigen: Dem ist auf jeden Fall nicht so. „Royals“ erzählt eine sehr eigenständige und irgendwie auch total andere Story. Dennoch kann ich mir aber nur zu gut vorstellen, dass die, die „Plötzlich Prinzessin“ lieben, auch von „Royals“ hellauf begeistert sein werden. Ich zumindest bin es, sehr sogar. :D

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Daisy in der Ich-Perspektive. Sie habe ich vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen. Daisy ist liebenswert, witzig und so schön sarkastisch. Sie hat stets einen flotten Spruch auf Lager und ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Mit ihr ist Rachel Hawkins eine richtig tolle, toughe Protagonistin gelungen, bei der man als Leser gar nicht anders kann, als sie gernzuhaben.

Wen ich ebenfalls große Klasse fand, waren Daisys Eltern. Hach, die beiden werden so herrlich schrullig dargestellt, allen voran der Vater, der früher mal ein bekannter Rockstar war. Allerdings hatte er mit seiner Band nur einen großen Hit und sein Ruhm war auch nur von sehr kurzer Dauer. Irgendwie ist Daisys Dad cool und uncool zugleich. Ich habe mich köstlich über ihn amüsiert, muss aber schon gestehen, dass ich sehr froh und erleichtert darüber bin, dass er nicht mein Daddy ist. Ihn kann man nur als peinlich bezeichnen. Zumindest aus der Sicht der Tochter. ;D
Aber Daisys Dad ist schon echt ein lieber Kerl. Ihn mochte ich richtig gerne.

Wen ich leider so gar nicht leiden konnte, ist Daisys große Schwester Ellie. Keine Ahnung, ich fand sie irgendwie so schrecklich kühl und ernst und so extrem egoistisch. Ihre Familie tut echt viel für sie, aber Ellie scheint das gar nicht so richtig zu würdigen sondern als selbstverständlich anzusehen. Besonders Daisy muss doch so einiges einstecken. Sie muss durch die Heirat auf den Trip zur Key Con verzichten, zu der sie mit ihrer allerbesten Freundin Isabel fahren wollte und auf die sie sich schon so gefreut hatte. Sie muss jederzeit damit rechnen, dass sie als die kleine Schwester der Verlobten des Kronprinzen von Schottland ins Visier der Presse gerät...Und auch sonst muss Daisy ständig auf Dinge verzichten, damit Ellie ihren Willen bekommt. Also nein, Ellie war definitiv keine Sympathieträgerin für mich.

Bei den anderen Charakteren kann ich nun auch nicht behaupten, dass ich sie alle mochte. Fand ich aber nicht schlimm, ich mag das total gerne, wenn man es in Büchern mit Figuren zu tun bekommt, über die man sich aufgrund ihrer furchtbaren Art so schön aufregen kann. :D
Wen ich anfangs etwas unsympathisch fand, war Miles. An ihm hat mich zuerst etwas gestört, allerdings kann ich noch nicht mal sagen, was genau. Großartig aber fand ich das Zusammenspiel von Miles und Daisy. Ihre Dialoge sind stellenweise so herrlich schlagfertig. Im Verlaufe des Buches hat sich mein Bild von Miles auch noch gewandelt. Ihn habe ich zum Ende hin noch richtig liebgewonnen.

Insgesamt bekommt man es hier mit so einigen ziemlich schrägen Charakteren zu tun. Das königliche schottische Hofleben ist schon echt eine Welt für sich. Kein Wunder, dass Daisy von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert. Ich glaube, mir wäre es vermutlich ähnlich ergangen. Ich konnte Daisy absolut verstehen, dass sie nichts von diesem Königsgedöns hält und sich von dem königlichen Trubel lieber fernhält. So ein Royalleben ist irgendwie gar nicht so cool, wie man immer denkt.

Ich kann euch versichern, Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Die Story ist durchweg turbulent und mitreißend. Allerdings muss dazu gesagt sein, dass sie auch etwas kitschig und klischeehaft ist. Wer sich an so etwas stört, wird hier vermutlich öfters mal mit den Augen rollen. Mir machen Klischees nie groß was aus, für mich gehören sie zu einer solchen Art von Teeniebuch einfach dazu. Auch dass die Geschichte nicht allzu sehr in die Tiefe geht, fand ich überhaupt nicht schlimm. „Royals“ ist einfach so ein richtiger Wohlfühlschmöker mit einem wunderbar schottischen Flair, der einem vergnügliche, prickelnd schöne Lesestunden beschert.

Ebenfalls klasse fand ich die witzigen Blogartikel, die man zwischendurch zu lesen bekommt. Sie machen die Story nur noch authentischer und unterhaltsamer.

Bei „Prinz Charming gesucht“ handelt es sich, wie ich mittlerweile weiß, um den ersten Band einer Reihe. Allerdings bekommt man es hier mit keinem fiesen Cliffhanger am Ende zu tun. Das Buch ist in sich abgeschlossen. Da bin ich nun mal sehr gespannt, wie es wohl in der Fortsetzung weitergehen wird. Auf Englisch gibt es sie schon und ich hoffe so sehr, dass sie auch noch ins Deutsch übersetzt werden wird. Mir hat Band 1 von „Royals“ echt gut gefallen, ich kann es jedem, der auf süße, witzige, leichtherzige Geschichten steht sehr empfehlen. Und für Meg Cabot-Fans ist das Buch in meinen Augen ein großes Muss!

Fazit: Romantisch, zuckersüß und zum Schmunzeln schön! Meine Erwartungen konnte der erste Band der „Royals“- Reihe komplett erfüllen. Ich habe das Buch richtig weggesuchtet und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Die Story ist so herrlich humorvoll, die Charaktere sind teilweise so schön schräg und die schlagfertigen Dialoge zaubern uns Lesern immer wieder ein breites Grinsen auf die Lippen. Mir hat das Buch ein wunderbar königliches Lesevergnügen beschert. Ich kann es wärmsten empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 11.06.2019

Spannend, witzig, magisch schön! Mit Meja Meergrün kann man einfach die tollsten Abenteuer erleben!

Meja Meergrün (Bd. 5)
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Seit Band 1 bin ich ein großer Meja Meergrün-Fan. Bisher konnten mich alle Abenteuer des aufgeweckten Meermädchens hellauf begeistern. Meine Freude war daher natürlich groß, als ich entdeckte, dass dieses ...

Seit Band 1 bin ich ein großer Meja Meergrün-Fan. Bisher konnten mich alle Abenteuer des aufgeweckten Meermädchens hellauf begeistern. Meine Freude war daher natürlich groß, als ich entdeckte, dass dieses Jahr ein neuer Meja-Band erscheinen wird. Ich war schon so gespannt, was mich in „Meja Meergrün rettet den kleinen Eisbären“ wohl erwarten wird.

Die Eltern von Meja Meergrün sind endlich von ihrer Forschungsreise zurück. Allzu lange hält es sie aber nicht zu Hause in der Unterwasserstadt Lyckhav. Eine besorgniserregende Nachricht erreicht die Meergrüns aus dem Eisland, in welcher sie der Eisbärprofessor Knut Knudsen um Hilfe bittet. Das Nordmeer wird immer wärmer und die Eisberge drohen zu schmelzen. Mama und Papa Meergrün machen sich sofort auf ins Eisland und Meja darf ihre Eltern tatsächlich auf dieser aufregenden Reise begleiten! Am Nordpol angekommen wartet auf das mutige Meermädchen schon die erste große Mission: Der kleine Eisbärjunge Nalle treibt ganz alleine auf einer Eisscholle aufs offene Meer hinaus. Da er nicht schwimmen kann, schwebt er in großer Gefahr! Für Meja steht natürlich sofort fest, dass sie dem kleinen Eisbärenkind helfen muss. Ein neues magisches Abenteuer erwartet sie.

Sieht das Cover nicht super niedlich aus? Natürlich sehen auch die Cover der anderen Meja Meergrün-Bände absolut bezaubernd aus, aber das von Band 5 finde ich besonders goldig, ich bin so verliebt in diesen knuffigen kleinen Eisbären. Die Wiebke Rauers kann schon echt toll zeichnen, sie zählt mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsillustratorinnen.

Wie das Cover, so ist auch die Geschichte, die einen hier erwartet, total süß und wunderschön. Sie lädt von den ersten Seiten an zum Träumen ein und lässt einen durchweg Mitfiebern. Ich habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und bin mal wieder ganz begeistert. Mit Meja Meergrün kann man einfach die tollsten Abenteuer erleben. Langeweile mit Meja? Ein Ding der Unmöglichkeit, sag ich euch. Sie kann man wirklich zurecht als die Pippi Langstrumpf der Meere bezeichnen. Mit ihrer lebensfrohen, vorlauten, mutigen und liebenswerten Art erinnert sie irgendwie schon ein bisschen an die bekannte Buchfigur von Astrid Lindgren. Meja muss man einfach gernhaben. Mit ihr ist Erik Ole Lindström eine einzigartige Buchheldin gelungen, mit der wir hoffentlich noch viele weitere Abenteuer erleben werden!

Wer von euch hat denn eigentlich schon die Bekanntschaft mit Meja gemacht? Wenn eure Antwort „Ich noch nicht“ lautet, rate ich euch, dies in Band 1 nachzuholen. In der richtigen Reihenfolge muss man die Meja-Bände in meinen Augen zwar nicht unbedingt lesen, da sie ziemlich in sich abgeschlossen sind, aber zumindest das Wissen aus dem ersten Band sollte man meiner Meinung nach haben, ehe man zu den Fortsetzungen greift. Ich persönlich würde allerdings dennoch empfehlen, die Bücher chronologisch zu lesen, da der Lesespaß dann einfach höher ist.

Ich hatte einen wundervollen Einstieg in das Buch. In der Unterwasserstadt Lyckhav fühle ich mich mittlerweile schon richtig zu Hause, an diesen Ort kehre ich immer nur zu gerne wieder zurück. Ich liebe diese kunterbunte Unterwasserwelt mit all ihren außergewöhnlichen Bewohnern. Die Kümmerkröte Padson, der kleine Seehund Bollarbi, der Delfinjunge Caspar, der Seestern Lille – alle haben sie hier wieder ihren Auftritt. Auch Mejas Eltern sind in diesem Band dabei, sie spielen in dieser Meja-Geschichte sogar eine sehr große Rolle.

Anders als in den Bänden davor, in denen Mejas Eltern immerzu auf Forschungsreise waren, sind sie in diesem Band endlich mal zu Hause bei ihrer Meermädchentochter. Wie ihre kleine Meja, so sind auch Mama und Papa Meergrün zwei ganz besondere, herzensgute Meermenschen. Hach, diese zauberhafte Kinderbuchreihe wimmelt einfach nur so vor lauter sympathischen Charakteren. Die Eisbärfamilie, die wir hier neu kennenlernen dürfen, ist auch so freundlich und lieb; sie muss man ebenfalls sofort ins Herz schließen.
Natürlich treiben in der Unterwasserwelt aber auch weniger nette Kreaturen ihr Unwesen. Da werde ich nur mal lieber nicht näher ins Detail gehen, ich möchte ja schließlich nicht spoilern. Nur so viel noch: Meja und ihre Freunde werden auch in diesem Band auf ein paar sehr unangenehme Zeitgenossen treffen…

Was genau Mama, Papa und Meja Meergrün alles auf ihrer Reise ins Eisland erleben werden, werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. Ich kann es wirklich nur empfehlen, es ist so fantasievoll, spannend, witzig und magisch schön. Besonders gut gefallen hat mir, dass dieser Band ein sehr wichtiges Thema behandelt: Die Klimaerwärmung. Auf eine sehr kindgerechte Weise wird hier vermittelt, wie gefährlich es für die Polargebiete ist, wenn sich das Meer weiter so erwärmt: Die Eisberge beginnen zu schmelzen.
Das Buch enthält einfach so viele tolle Themen und Werte. Neben der wichtigen Thematik Klimaerwärmung handelt es auch von Familie, Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und den Glauben an sich selbst.

Zu meinen absoluten Highlights zählen mal wieder die großartigen Illustrationen von Wiebke Rauers. Wie oben bereits erwähnt, ich liebe ihre Bilder! An denen kann ich mich einfach nie sattsehen. Ihre Illustrationen sind so herrlich bunt und farbenfroh und so unglaublich niedlich. Mejas regenbogenfarbene Haare gefallen mir immer besonders gut und die runden Kulleraugen der Meeresbewohner finde ich so putzig. Die Illustrationen geben das Geschehen im Text erstklassig wieder und schaffen eine wunderbar fröhliche Atmosphäre.

Zum Vorlesen kann ich auch diesen Meja Meergrün-Band ganz besonders empfehlen. Der Schreibstil ist so lebendig und mitreißend, sodass sich die Geschichte prima vorlesen lässt. Zum Selberlesen sollte man schon etwas geübter im Lesen sein, da die Sätze teilweise recht lang sind und die Schrift etwas klein ist.

Ich hoffe nun sehr, dass wir uns auch noch auf einen sechsten Band freuen dürfen. So, wie das fünfte Abenteuer endet, gehe ich schon davon aus, dass es ein erneutes Wiedersehen mit Meja und ihren Freunden geben wird. :D

Fazit: Spannend, witzig, magisch schön! Mit dem fünften Band der Meja Meergrün-Reihe ist Erik Ole Lindström erneut ein herrlich fantasievolles Kinderbuch gelungen, welches Jung und Alt ein wunderbares (Vor-)Leseerlebnis beschert. Es erzählt eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Magie und dem wichtigen Thema Klimaerwärmung. Das Buch wimmelt nur so vor lauter liebenswerten Charakteren und es ist so traumhaft schön illustriert. Wer das fröhlich-freche Meermädchen Meja Meergrün noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern! Mit Meja und ihren Freunden kann man die tollsten Abenteuer erleben! Der fünfte Band erhält von mir volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 10.06.2019

Leider nicht so gut wie der erste Band...

Caldera 2: Die Rückkehr der Schattenwandler
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Der erste Caldera-Band konnte mich letztes Jahr hellauf begeistern, daher hatte ich mich auf die Fortsetzung schon sehr gefreut. Das Cover finde ich wieder großartig gelungen, in meinen Augen ist es ein ...

Der erste Caldera-Band konnte mich letztes Jahr hellauf begeistern, daher hatte ich mich auf die Fortsetzung schon sehr gefreut. Das Cover finde ich wieder großartig gelungen, in meinen Augen ist es ein richtiger Hingucker. Natürlich durfte das Buch bei mir einziehen; auf das neue spannende Dschungelabenteuer der vier tierischen Freunde war ich schon so gespannt!

Die böse Ameisenkönigin verfolgt weiterhin den Plan den Dschungel von Caldera in ihre Gewalt zu bringen. Ihre Macht wächst stetig weiter, immer mehr Verbündete kann sie für ihr furchtbares Vorhaben gewinnen. Nur die Schattenwandler Gogi, Lima, Rumi und Mali können die Ameisenkönigin besiegen. Ihre einzige Chance ist die nächste Sonnenfinsternis. Gelingt es den Freunden bis dahin ein altes, mit Magie versehendes Artefakt zu finden, können sie Caldera vor der machthungrigen Ameisenkönigin retten. Auf die vier Helden wartet ein spannendes und sehr gefährliches Abenteuer...

Da es bei mir nun mittlerweile fast schon wieder ein Jahr her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, hatte ich hier zunächst Sorge, dass ich Einstiegsprobleme haben werde. Zum Glück wird aber alles Wichtige zu Beginn des Buches kurz erwähnt, sodass ich sehr schnell wieder in die Welt Calderas zurückfinden konnte. Ich rate hier aber dennoch sehr, die chronologische Reihenfolge einzuhalten, da die Bände ziemlich aufeinander aufbauen. Der Lesespaß ist hier einfach deutlich höher, wenn man mit dem Wissen aus dem ersten Band in den zweiten abtaucht.

Anders als im Reihenauftakt, in welchem das Panthermädchen Mali im Vordergrund steht, nimmt in der Fortsetzung das Kapuzineräffchen Gogi die Rolle des Hauptprotagonisten ein. Mir persönlich hat der Erzählerwechsel sehr gut gefallen; den lieben Gogi mit seiner aufgeweckten, lustigen Art habe ich im Vorgängerband ganz besonders in mein Herz geschlossen.

Fledermaus Lima, Pfeilgiftfrosch Rumi und insbesondere Mali habe ich im ersten Teil aber natürlich auch unheimlich liebgewonnen. Mich hat es daher richtig gefreut, dass alle vier Schattenwandler bei dem neuen aufregenden Abenteuer mit von der Partie sind.
Ich muss nur leider sagen, dass mich der zweite Band nicht so begeistern konnte wie von mir erhofft. Den ersten Band fand ich deutlich besser. Mir hat sich die Story stellenweise zu sehr gezogen, sodass ich hier deutlich weniger am Mitfiebern war als im Vorgänger. Es gibt zwar spannende Szenen und viele Gefahren, die unsere Freunde zu bestehen haben, aber mich konnte die Handlung leider dennoch einfach nicht so richtig packen. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte mehr an Fahrt auf und zum Ende hin beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Davor aber, besonders im Mittelteil, war mir die Handlung leider zu langatmig. Allerdings ist das auch nur meine Meinung, da die Geschmäcker bekanntermaßen sehr verschieden sind, wird ganz bestimmt nicht jeder so empfinden wie ich.

Was mir auch nicht so gut gefallen hat, ist die Kapitellänge. Manche Kapitel habe ich als ziemlich lang empfunden. Ich mag lange Kapitel irgendwie gar nicht, kurze sind mir viel lieber, da durch diese immer so ein wunderbarer Lesefluss zustande kommt. Zum Glück war aber der Schreibstil wieder wunderschön, sodass sich das Buch dennoch sehr gut für mich lesen ließ.

Wovon ich wieder ganz begeistert bin, ist das Setting. Wie der Dschungel Caldera beschrieben wird ist einfach Wahnsinn, das pure Kopfkino sag ich euch! Beim Lesen überfällt einen da immer so eine richtige Abenteuerlust, sodass man am liebsten in das Buch hineinkrabbeln würde, um sich auf eigene Faust durch den wilden Dschungel zu schlagen und sich von der Schönheit Calderas verzaubern zu lassen. Die anschaulichen Beschreibungen der Kulisse zaubern einem wirklich die tollsten Bilder in den Kopf und schaffen eine wunderbar magische Atmosphäre.

Was ich hier nur, wie bereits in Band 1, wieder etwas vermisst habe, ist eine Karte vorne oder hinten im Buch, die den Regenwald mit allen wichtigen Schauplätzen zeigt. Und ein kleines Tierglossar fände ich persönlich auch super, da einem in der Caldera-Reihe doch sehr viele verschiedene Tierarten begegnen.

Zu meiner großen Freude gibt es dafür aber wieder die wundervollen Illustrationen von Emilia Dzuibak. Ich ihre liebe Bilder, die Frau kann so traumhaft schön zeichnen! Jeder Kapitelanfang ziert ein kleines Bildchen und auch ein paar ganzseitige Illustrationen gibt es, wenn auch leider nur recht wenige. Das fand ich schon im ersten Band so schade, dass es nicht mehr Illustrationen gibt.

Was genau Gogi, Mali, Lima und Rumi alles auf ihrer Reise durch den wilden Dschungel erleben werden, werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. Auch wenn mich das zweite Abenteuer der vier Freunde nicht so mitreißen konnte wie ihr erstes, kann ich den zweiten Band dennoch empfehlen. Wer gerne Tier- und Fantasygeschichten liest und gerne in fremde, fantastische Welten eintaucht, wird sich in Caldera garantiert wie zu Hause fühlen.

Sollte es einen dritten Band geben, werde ich diesen sehr wahrscheinlich lesen. Da in „Die Rückkehr der Schattenwandler“ so ein paar Fragen offen bleiben, würde ich mich über ein erneutes Wiedersehen mit unseren tierischen Helden sehr freuen.

Fazit: Leider deutlich schwächer als Band 1, aber dennoch gut! Auch wenn mich das zweite Abenteuer unserer vier tierischen Freunden nicht so packen konnte wie das erste, kann ich das Buch dennoch empfehlen. Das Setting wird mal wieder großartig beschrieben und die Atmosphäre, die durch die bildhaften Beschreibungen entsteht, ist wunderschön. Wer gerne Tierfantasy- und Abenteuergeschichten liest, sollte sich die Caldera-Reihe unbedingt genauer anschauen! „Caldera – Die Rückkehr der Schattenwandler“ erhält von mir 3,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 09.06.2019

Eine tolle Fortsetzung, die große Lust auf mehr macht

Das Geheimnis von Rookwood
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Letztes Jahr hatte ich den ersten Band der Rookwood-Serie gelesen und war von diesem ganz begeistert. Auf die Fortsetzung habe ich mich daher schon richtig gefreut.

Endlich sind die Zwillingsschwestern ...

Letztes Jahr hatte ich den ersten Band der Rookwood-Serie gelesen und war von diesem ganz begeistert. Auf die Fortsetzung habe ich mich daher schon richtig gefreut.

Endlich sind die Zwillingsschwestern Scarlet und Ivy wieder vereint und werden nun zusammen die Eliteschule Rookwood besuchen. Bei ihrer Rückkehr stellen die Mädchen aber sehr schnell fest, dass in ihrer Schule sehr seltsame Dinge vor sich gehen. Die schreckliche Miss Fox mag verschwunden sein, aber der neue Direktor Mr. Bartholomew scheint ebenfalls nichts Gutes im Schilde zu führen. Er ist nicht nur richtig gemein, sondern auch total unheimlich, sogar die Lehrer fürchten sich vor ihm.
Als eine Serie von rätselhaften Diebstählen beginnt und der Verdacht auf Scarlet fällt, beschließen die Zwillinge sofort der Sache auf den Grund zu gehen, um Scarlets Unschuld zu beweisen. Sie beginnen Nachforschungen anzustellen und machen schließlich eine unglaubliche Entdeckung…

Mit dem zweiten Teil der Rookwood-Reihe ist Sophie Cleverly eine richtig schöne Fortsetzung gelungen. Ich persönlich finde den zweiten Band zwar etwas schwächer als den ersten, aber begeistert bin ich dennoch. Hier hoffe ich wirklich sehr, dass die weiteren Bände auch noch ins Deutsche übersetzt werden. Ich finde die Reihe total cool und bin schon so gespannt wie es weitergehen wird!

Da es bei mir nun schon wieder deutlich über ein halbes Jahr her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe und ich als absolute Vielleserin leider viel zu schnell wieder Details aus Büchern vergesse, habe ich hier leider ganz leichte Startschwierigkeiten gehabt. Die Fortsetzung setzt ziemlich direkt an den Vorgänger an, ich rate hier daher sehr, die chronologische Reihenfolge einzuhalten.

Nachdem ich meine kleine Anfangshürde überwunden hatte, war ich wieder mittendrin im Geschehen und habe das Buch richtig weggesuchtet. Innerhalb eines Tages habe ich es durchgelesen und hatte bei meiner Buchinhalation jede Menge Spaß.

Anders als in Band 1, in dem nur Ivy die Erzählerin ist, wird hier die Geschichte im Wechsel von Ivy und Scarlet erzählt. Normalerweise liebe ich Erzählerwechsel in Büchern, aber hier hat es mir nicht so gut gefallen. Scarlet war mir irgendwie nicht so sympathisch, ich fand ihr aufmüpfiges und sehr temperamentvolles Verhalten teilweise etwas anstrengend. Da war mir Ivy, die deutlich ruhiger und zurückhaltender ist, viel lieber.
Hinzu kommt noch, dass mich die Sichtwechsel stellenweise etwas verwirrt haben. Warum genau, kann ich allerdings nicht sagen. Dank der Kapitelüberschriften weiß man immer, wer von den Schwestern gerade an der Reihe ist mit dem Erzählen, aber dennoch hatte ich stellenweise so meine Probleme damit.
Super fand ich aber, dass die Kapitel so schön kurz sind. Es kommt dadurch ein wunderbarer Lesefluss zustande, sodass man hier wirklich nur so durch die Seiten fliegt. Auch die temporeiche Handlung trägt natürlich dazu bei, allerdings habe ich dieses eifrige Mitfiebern hier ein kleines bisschen vermisst. Das Buch ist natürlich schon sehr fesselnd und mysteriös, aber in Band 1 war ich irgendwie mehr am herumrätseln. Diese aufregende Schnitzeljagd, die mich in „Das Geheimnis von Rookwood“ so geflasht hatte, war hier leider etwas weniger mitreißend. Man begibt sich mit den Zwillingen zwar auf eine spannende Spurensuche, aber bei der hat mir einfach das Besondere, Außergewöhnliche gefehlt. 

Ja, ich weiß, wenn man das so liest, klingt das total negativ. Ich finde es natürlich schon schade, dass mich der zweite Band nicht ganz so beeindruckt hat wie der erste, aber wie oben bereits erwähnt: Ich bin dennoch hellauf begeistert. Allzu groß gestört haben mich meine kleinen Meckerpunkte auch gar nicht.

Was mir wieder unheimlich gut gefallen hat, ist das Setting. Die Schule Rookwood wird wirklich klasse und sehr anschaulich beschrieben, sodass eine ganz besondere, geheimnisvoll-düstere Atmosphäre ensteht. 
Zu Internatsgeschichten greife ich seit meiner Kindheit wahnsinnig gerne. Ich bin hier daher wieder ganz auf meine Kosten gekommen, denn auch in Band 2 kommt das pure Internatsfeeling auf.
Erstaunt hat mich wieder, dass man so gut wie gar nicht merkt, dass das Buch im Jahr 1935 spielt. Dieser Punkt hatte mich im ersten Band richtig überrascht. Die Rookwood-Reihe besitzt einfach so etwas herrlich Zeitloses und hat ihren ganz eigenen Flair. Finde ich echt toll!

Womit mich die Autorin ebenfalls wieder begeistern konnnte, sind die Charaktere. Mit Scarlet bin ich wie gesagt leider nicht so wirklich warmgeworden, aber es hat mir dennoch gefallen, dass die Zwillinge wieder vereint sind. Ich fand das Zusammenspiel der beiden richtig faszinierend und interessant. Ivy und Scarlet mögen sich äußerlich bis aufs Haar gleichen, vom Charakter her aber sind die zwei komplett verschieden.

Wer zu meiner großen Freude auch in Band 2 wieder seinen Auftritt haben wird, ist Ivys neue Freundin Adriane. Sie habe ich im Reihenauftakt vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen. Ich mag ihre schüchterne und süße Art total gerne.

Die anderen Nebenfiguren wurden ebenfalls allesamt großartig ausgearbeitet, sowohl die liebenswerten, als auch die hinterhältigen.
In Rookwood treiben wirklich so einige unangenehme Personen ihr Unwesen. Die schreckliche Miss Fox ist zum Glück verschwunden, aber Mr. Bartholomew, der neue Schuldirektor, ist irgendwie auch ziemlich strange und richtig fies. Mit dem stimmt etwas ganz und gar, das spürt man als Leser sofort.

Wie der erste Band, so konfrontiert uns auch die Fortsetzung mit jeder Menge Geheimnisse, Rätsel und unheimlicher Ereignisse (Gänsehaut-Feeling!).
Mitfiebern ist hier definitiv Programm, Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Auch wenn ich diese rätselhafte Spannung, die in Band 1 herrscht, hier als etwas schwächer empfunden habe, war ich dennoch wie gebannt von der Handlung und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Mix aus Krimi, Schulgeschichte und Abenteuer ist Sophie Cleverly wieder wunderbar gelungen, wirklich klasse.

Das Buch endet, wie ich mir schon gedacht habe, sehr offen, sodass man am liebsten sofort zum dritten Band greifen möchte. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, zur Not eben auch auf Englisch, auch wenn mein Englisch leider nicht so dolle ist. Ich muss aber einfach unbedingt erfahren wie es mit Ivy und Scarlet in Rookwood weitergehen wird!

Fazit: Spannend, mysteriös, atmosphärisch und fesselnd bis zum Schluss! Mit dem zweiten Band der Rookwood-Serie ist Sophie Cleverly eine tolle Fortsetzung gelungen, welche uns Lesern ein wunderbar geheimnisvolles Rätsel-Grusel-Lesevergnügen beschert und große Lust auf mehr macht! Auch wenn ich den zweiten Band etwas schwächer finde als ich den ersten, bin ich dennoch ganz begeistert von dem Buch und hatte richtig viel Spaß beim Durchschmökern. Wer gerne Bücher, die eine gelungene Kombi aus Internatsgeschichten und Krimis enthalten und es liebt, beim Lesen so richtig mitzufiebern und mitzurätseln, der wird von den Rookwood-Büchern ganz bestimmt hellauf begeistert sein. Ich kann die Reihe absolut empfehlen, sowohl Kindern und Jugendlichen als auch erwachsenen Lesern. Der zweite Band erhält von mir sehr gute 4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 07.06.2019

Ein tolles Buch über eine starke, mutige und außergewöhnliche junge Frau!

Ramona Blue
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Letztes Jahr hatte ich Julie Murphys Debütroman „Dumplin“ gelesen, der ich mir sehr gut gefallen hat. Für mich stand daher sofort fest, dass ich ihr neues Buch unbedingt lesen möchte. Ich war schon so ...

Letztes Jahr hatte ich Julie Murphys Debütroman „Dumplin“ gelesen, der ich mir sehr gut gefallen hat. Für mich stand daher sofort fest, dass ich ihr neues Buch unbedingt lesen möchte. Ich war schon so gespannt was mich in „Ramona Blue“ wohl erwarten wird.

Die 17-jährige Ramona lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer großen Schwester Hattie in einem heruntergekommen Trailer in Eugoly, Mississippi. Obwohl die Wohnverhältnisse sehr beengt sind, mag Ramona den kleinen Wohnwagen, er ist einfach ihr zu Hause. Sie liebt ihre Familie und kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Da sie quasi die Erwachsenenrolle übernommen hat, kommt es für sie nicht infrage, dass sie ihre Heimat nach der Schule verlässt. Was würde ihr total überforderter Vater und ihre schwangere Schwester ohne sie tun? Ramonas Leben ist alles andere als einfach. Sie muss Schule und ihre vielen Jobs unter einen Hut bekommen; für Hobbys bleibt da nicht groß Zeit. Dann aber entdeckt sie ihre Leidenschaft fürs Schwimmen. Durch die Bahnen ziehen macht ihr nicht nur großen Spaß, sie ist auch richtig gut darin! Das Schwimmen hat sie dank Freddie für sich entdeckt. Freddie ist ihr Jugendfreund von früher, der vor kurzem wieder nach Eugoly zurückgekehrt ist. Die beiden verbringen wieder jede Menge Zeit zusammen, allerdings es ist anders als früher. Freddie ist nicht mehr einfach nur ein Freund für Ramona. Ihre Gefühle für ihn haben sich verändert, etwas, was sie komplett verwirrt. Eigentlich steht Ramona doch auf Mädchen. Ob sie vielleicht doch Mädchen und Jungen liebt?

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Ich persönlich finde „Ramona Blue“ sogar besser als „Dumplin“. Es gab zwar zwei Dinge, die ich nicht so gelungen fand, aber ich bin dennoch ganz begeistert von Julie Murphys neuem Jugendroman.

Ich komme wie immer einfach mal zuerst zu meinen negativen Kritikpunkten.
Worüber ich mich beim Lesen öfters aufgeregt habe, ist Ramonas große Schwester Hattie. Ich habe sie als ziemlich egoistisch und nervig empfunden. Super fand ich, dass sie und Ramona so eine innige Geschwister-Beziehung haben, diese wird wirklich toll beschrieben. Ich wurde aber dennoch einfach nicht warm mit Hattie. Und ihren Freund Tyler konnte ich noch viel weniger leiden, ihn fand ich einfach nur doof. In meinen Augen ist Tyler der totale Loser (sorry, Tyler).
Ramonas Mum hat mir übrigens auch überhaupt nicht gefallen. Sie versagt als Mutter völlig und lässt ihre Familie richtig im Stich.

Mein anderer Kritikpunkt bezieht sich auf eine Szene sehr am Ende des Buches. Den folgenden Absatz werde ich daher als Spoiler kennzeichnen.

SPOILER
Ramonas Markenzeichen sind ihre langen blauen Haare. Diese schneidet sie sich am Ende des Buches selbst ab, was ich echt krass fand. Was mich dann nur erstaunt hat: Irgendwie wird diese große Ramona-Veränderung gar nicht weiter thematisiert. Kaum einer spricht sie darauf an und fragt sie, warum sie sich denn ihre langen blauen Haare abgeschnitten hat. Diese gehörten doch einfach zu ihr, sie ist schließlich Ramona BLUE. Mich hat das schon etwas enttäuscht, dass darauf gar nicht weiter eingegangen wird.
SPOLER ENDE

So, das war das dann aber auch schon mit dem Meckern. Allzu sehr gestört haben mich diese Dinge auch eigentlich gar nicht. Ich finde das Buch echt klasse und habe wundervolle Lesestunden damit verbracht. Obwohl die Handlung sehr ruhig ist, konnte sie mich von den ersten Seiten an mitreißen und durchweg fesseln.
Für mich hat sich das Buch super angenehm lesen lassen. Der Schreibstil ist toll, er ist flüssig, locker-leicht und jugendlich. Klasse fand ich, dass die Kapitel recht kurz sind und das Buch in Montasabschnitte unterteilt ist. Es kommt dadurch ein wunderbarer Lesefluss zustande, sodass man hier wirklich nur so durch die Seiten fliegt. Zumindest war es bei mir so.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Ramona in der Ich-Perspektive. Wir begleiten sie ein gutes Jahr lang und lernen sie in diesem sehr genau kennen.
Mir war Ramona auf Anhieb sympathisch. Sie ist eine sehr selbstbewusste, mutige, hilfsbereite und außergewöhnliche junge Frau und besitzt eine Stärke in sich, für die ich sie zutiefst bewundert habe. Ramona geht ihren eigenen Weg und schert sich nicht darum, dass sie so abseits des Mainstreams ist. Wie in „Dumplin‘“ so bekommen wir es auch hier mit einer Protagonistin zu tun, die nicht den Schönheitsidealen entspricht und dazu steht, dass sie so wenig angepasst ist. Ramona fällt nicht nur mit ihrer Größe von 1,90m auf, auch ihr Haar, dass sie sich regelmäßig blau färbt, ist eine Art Markenzeichen von ihr.

Mit Ramona ist der Autorin eine richtig starke Buchheldin gelungen. Ihr Leben ist alles andere als einfach, aber Ramona steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern beißt sich durch. Die Entwicklung, die sie hier durchmacht, hat mir besonders gut gefallen. Ramona wird sich über vieles bewusst werden, sei es über ihre Sexualität, ihre Zukunft oder ihre Familie. Ersteres spielt hier natürlich eine besonders große Rolle. Ramona war sich sehr sicher gewesen, dass sie auf Mädchen steht. Als Freddie aber zurückkehrt, geraten ihre Gefühle vollkommen durcheinander.
Ich habe in einigen Rezensionen zur englischsprachigen Ausgabe gelesen, dass es vielen nicht gefallen hat, wie Julie Murphy das Thema Sexualität angeht. Kann ich persönlich nicht nachvollziehen, ich finde es großartig, wie Ramonas Denken, Fühlen und Handeln hier dargestellt wird. Meiner Meinung nach wird das Thema Sexualität hier sehr tiefgründig und wunderschön behandelt.

Die Liebesgeschichte hat für mich auch perfekt zur Story gepasst. Sie ist so wunderbar kitschfrei und so echt. Ich habe das Hin und Her zwischen Ramona und Freddie und das große Gefühlschaos, das in Ramona herrscht als absolut authentisch und natürlich empfunden. Als Siebzehnjährige weiß man eben noch nicht, was genau man für ein Mensch ist. Man entwickelt sich ständig weiter, ändert seine Vorlieben, entdeckt neue Seiten an sich. Es ist absolut okay, dass man sich nicht festlegt, sei es bezüglich der Sexualität oder anderen Dingen. Es gehört einfach zum Leben dazu, dass man etwas Neues ausprobiert und Erfahrungen sammelt.
„Ramona Blue“ ist für mich ein ganz wundervolles Buch über Liebe, Sexualität, das Erwachsenwerden, Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und den Mut zu sich selbst zu stehen.

Sehr gut fand ich auch, dass Julie Murphy noch weitere ernste und wichtige Themen anspricht wie Teenieschwangerschaft, Rassismus und Armut. In dem Buch steckt wirklich viel und es enthält eine so großartige Message!

Was ich auch noch unbedingt erwähnen möchte, ist der Humor. Obwohl das Buch viele ernste Themen anspricht, ist es zugleich auch richtig humorvoll. Manche Charaktere sind so herrlich schräg und durch ihre Eigenarten so witzig. In meinen Augen ist Julie Murphy die Mischung aus Ernst, Humor, Gefühl und Tiefgründigkeit perfekt gelungen. Mich hat das Buch bestens unterhalten und sehr zum Nachdenken angeregt.

Fazit: Ein tolles Buch über eine starke junge Frau, die selbstbewusst ihren eigenen Weg geht und sich nicht unterkriegen lässt! Mir hat „Ramona Blue“ richtig gut gefallen. Das Buch behandelt viele wichtige Themen wie Sexualität, Familie, Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt und Armut und das auf eine mitreißende, tiefgründige, humorvolle und wunderschöne Weise. Ich kann „Ramona Blue“ wärmstens empfehlen, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen, und vergebe 4,5 von 5 Sternen!