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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2018

Fröhlich, liebenswert und wunderbar fantasievoll!

Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna
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Kinderbücher lese ich für mein Leben gerne, ganz egal für welche Altersklasse. Bei „Glückstage unterm Apfelbaum“ konnte das farbenfrohe Cover meine Neugier sofort wecken. Auch der Klappentext klang richtig ...

Kinderbücher lese ich für mein Leben gerne, ganz egal für welche Altersklasse. Bei „Glückstage unterm Apfelbaum“ konnte das farbenfrohe Cover meine Neugier sofort wecken. Auch der Klappentext klang richtig nett, für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich die kleine Minna unbedingt kennenlernen wollte.

Die siebenjährige Minna ist ein sehr aufgewecktes Mädchen mit einer großer Portion an Fantasie. Bei ihr ist es ganz normal, dass nachts plötzlich ein kleiner Mann namens Willi in ihrem Zimmer auftaucht, der auf der Suche nach den Puffer-Inseln ist. Auch so einige andere wundersame Wesen trifft Minna in ihrem Alltag an wie den Botaniker Fritz Glück, Schöni, die Meerjungfrau oder den Großwesir des Sultans. Minnas Welt ist wirklich voll von fantasievollen Gestalten, die jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer machen. Alle anderen wundern sich stets darüber. Zum Beispiel, dass plötzlich die letzten drei Kartoffelpuffer aus dem Kühlschrank verschwunden sind oder warum auf dem Schaf-Kissen plötzlich einige Schafe fehlen. Minna jedoch wundert das nicht.

„Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna“ enthält insgesamt 28 Vorlesegeschichten. Diese sollte man in meinen Augen in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie schon aufeinander aufbauen. Um so ein klassisches Vorlesebuch mit in sich abgeschlossenen kleinen Geschichten handelt es sich hier also nicht.

Mir haben die Abenteuer von Minna richtig gut gefallen. Sie sind wunderbar liebenswert und herrlich fantasievoll. Bei Minna kann es schon mal passieren, dass Schafe auf Kissen plötzlich lebendig werden und im Zimmer herumspringen. Oder dass die Meerjungfrau auf ihrem Bild mitten im Unterricht zu ihr spricht. Oder dass der Großwesir des Sultans während des Strandurlaubs mit einem Taschentuch als Teppichersatz davonfliegt. Klingt verrückt? Ja, ein bisschen verrückt mögen die Geschichten schon sein, aber sie zeigen nur zu schön, was alles möglich sein kann, wenn man nur genug Fantasie besitzt.
Minna wundert es auch gar nicht, dass ihr ständig diese merkwürdigen Wesen begegnen, die nur sie sehen kann. Alle anderen, ihre Eltern, ihre Lehrerin, ihre Freunde, die wundern sich schon darüber, wenn sich bestimmte Dinge nach den Besuchen der wundersamen Wesen verändert haben. Nun, die haben eben nicht so viel Fantasie wie die kleine Minna. :D

Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass wir es mit vielen verschiedenen Schauplätzen zu tun bekommen. Wir lernen Minnas Zuhause und den Garten kennen, wir gehen einkaufen, besuchen die Schule, reisen zur Oma und ans Meer – das Lesen wird so herrlich abwechslungsreich und lässt keine Langeweile aufkommen. Mit von der Partie bei Minnas Unternehmungen sind natürlich immer ihre wundersamen Besucher. Von denen begegnen einem in diesem schönen Buch wirklich eine Menge.

Die Geschichten laden zum Träumen, Schmunzeln und Mitfiebern ein. Zum Vorlesen eignet sich das Buch wirklich perfekt, da auch Erwachsene Minnas Abenteuer lieben werden. Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen farbenfrohen Illustrationen von Yayo Kawamura. Besonders angetan hat es mir ja Minnas roter Haarschopf. Er verleiht ihr so ein schön freches Aussehen. Absolut passend für dieses liebe, pfiffige Mädchen.

Vom Verlag wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren empfohlen. Dieser Altersempfehlung schließe ich mich gerne an. Jünger sollten die Kinder in meinen Augen auch nicht sein, da Minna ja bereits ein Schulkind ist und sich ältere Kinder daher besser mit ihr identifizieren können als jüngere.
Zum Selberlesen eignet sich das Buch für etwas geübtere Leser. Für Leseanfänger wird es zu schwierig sein, da der Text nicht in einer großen Fibelschrift gedruckt ist.

Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Meiner Meinung nach bieten Minnas Abenteuer sowohl Mädchen als auch Jungen ein tolles (Vor-)Lesevergnügen. Minna begegnen nämlich nicht nur Prinzessinnen oder Meerjungfrauen, sondern auch Könige und Cowboys. Ich denke schon, dass auch Jungen jede Menge Spaß mit Minnas kleinen Geschichten haben werden.

Fazit: Fantasievoll, liebenswert und zum Träumen schön. Ein wundervolles Buch mit 28 süßen Vorlesegeschichten, die Groß und Klein ein tolles Leseerlebnis bescheren. Mich persönlich hat es ein wenig gestört, dass man die Geschichten nicht unabhängig voneinander lesen kann, das hätte ich schon etwas schöner gefunden. Ansonsten aber bin ich richtig begeistert von dem Buch. Ich kann es sehr empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 27.09.2018

Spannend, witzig und wunderbar liebenswert! Eine wundervolle Fortsetzung!

Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür
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Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Buddenbergs habe ich ganz ungeduldig entgehen gefiebert. Das erste Abenteuer dieser trubeligen, liebenswerten Familie konnte mich hellauf begeistern, daher habe ich ...

Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Buddenbergs habe ich ganz ungeduldig entgehen gefiebert. Das erste Abenteuer dieser trubeligen, liebenswerten Familie konnte mich hellauf begeistern, daher habe ich mich schon sehr darauf gefreut, zusammen mit den Buddenbergs ein aufregendes Weihnachten zu erleben.

Weihnachten steht vor der Tür und pünktlich zum Ferienbeginn kommt auch endlich der heißersehnte Schnee. Dicke Flocken fallen vom Himmel, das sind doch gute Aussichten auf eine weiße Weihnacht. Doch bis Heiligabend sind es noch ein paar Tage und in diesen soll noch so einiges passieren. Als Mia und Lisbeth am letzten Schultag nach Hause kommen, erwartet sie dort vor der Haustür ein geheimnisvolles – und sehr schweres - Paket. Was da wohl drin ist? Und vom wem stammt es wohl? Und für wen ist es eigentlich bestimmt? Adressiert ist es an einen P. Buddenberg. Hm, das ist ja komisch, bei ihnen gibt es doch gar keinen P. Buddenberg. Dieses Rätsel soll nur recht schnell gelöst werden, denn kurz nach dem Paket trifft noch etwas, oder besser gesagt, jemand, bei ihnen ein: Paul Buddenberg, ein lang verschollener Verwandter der Familie. Aber stimmt das auch? Die Kinder trauen diesem merkwürdigen Typen nicht, der sich äußerst verdächtig verhält. Ob sich da vielleicht ein Betrüger, ja, vielleicht sogar ein Bankräuber bei ihnen einquartiert hat? Aber warum? Hat es etwas mit dem mysteriösen Paket zu tun? Mia, Joshua, Lisbeth und die Zwillinge beginnen zu ermitteln. Besinnliche Weihnachten mit den Buddenbergs? Nee, das sucht man bei dieser trubeligen Patchworkfamilie wohl vergebens. Aber dafür kann man mit den Buddenbergs ein aufregendes und sehr spannendes Weihnachtsabenteuer erleben. Ob die Kinder wohl diesen kniffligen Fall lösen werden?

Kennt ihr schon die Buddenbergs, die wohl chaotischste, liebenswerteste Patchworkfamilie, die es gibt? Nicht? Nun, das ist sehr schade, dann ist euch eindeutig etwas entgangen. Mit den Buddenbergs kann man nämlich tolle Abenteuer erleben und jede Menge Spaß haben. Wenn ihr Band 1 also noch nicht kennt, solltet ihr das schleunigst ändern. Besser wäre es auf jeden Fall, wenn ihr gerne dieses Buch hier lesen möchtet. Bei diesem handelt es um den zweiten Teil und in meinen Augen wäre es schon besser und sinnvoller, wenn man zuerst den ersten Band liest. Meinem Empfinden nach wird in der Fortsetzung nicht allzu viel erklärt, ich könnte mir daher gut vorstellen, dass man mit den vielen Namen so seine Schwierigkeiten haben wird, wenn man das Wissen aus dem Vorgänger nicht hat.
Die Buddenbergs sind wirklich eine ziemlich patchworkmäßige Patchworkfamilie mit jeder Menge Kinder, einer liebevollen Mutter, diversen Vätern und einiger Großeltern, wobei nur ein grummelig-gutmütiger Opa in der Buddenberg-Villa lebt. Wirklich das reinste Kuddelmuddel. Im ersten Band gab es, um den Überblick zu behalten, einen tollen Familienstammbaum. Diesen habe ich hier ein wenig vermisst. Da ich die Buddernbergs aber schon kenne, ist es mir natürlich auch ohne eine zeichnerische Hilfe prima gelungen, mich in der trubeligen Familie zurecht zu finden.

Erzählt wird alles wieder aus der Sicht der neunjährigen Mia. Sie muss man einfach sofort ins Herz schließen, wie ihre ganze, große Familie. Bei den Buddenbergs gibt es wirklich niemanden, den ich nicht leiden kann. Der Großvater kann zwar manchmal ziemlich muffelig sein, er ist aber auch ein unheimlich lieber Opa.
Am meisten in mein Herz geschlichen haben sich die kleinen Zwillingen Lukas und Luis. Die beiden sind so süß, ganz besonders Luis mit seinem niedlichen Sprachfehler.
Auch den großen Bruder in der Familie, Joshua, mag ich unheimlich gerne und ebenfalls sehr lieb gewonnen habe ich Hobby-Detektivin Lisbeth, die eine sozusagen-Schwester von Mia ist und zugleich ihre allerbeste Freundin.

In diesem Band jedoch soll ein Familienmitglied auftauchen, welches ich, wie übrigens auch alle anderen Buddenbergs, nicht leiden konnte: Paul Buddenberg. Aber gehört er überhaupt zur Familie? Die Erwachsenen schöpfen erst mal keinen Verdacht, aber gewitzt und clever wie die Buddenberg-Kinder sind, merken sie sofort, dass mit diesem Paul, von den Kindern PeBe genannt, etwas nicht stimmt. Und dann ist da ja auch noch dieses merkwürdige Paket. Da werde ich natürlich nicht verraten, was sich in diesem befindet, ein bisschen Spannung muss sein. ;)
Kurz vor Heiligabend gilt es also, einen äußerst rätselhaften Fall zu lösen. Da bin selbst ich, als Erwachsene, so richtig ins Mitfiebern geraten. Kinder werden hier vermutlich nur noch mehr Spaß beim Miträtseln haben. Für Spürnasen und angehende Detektive ist dieses Buch daher ganz besonders zu empfehlen.

Das Augenmerk der Geschichte liegt eindeutig auf der Lösung des Falls. Ich habe dadurch etwas die weihnachtliche Stimmung vermisst. Dass es bei den Buddenbergs nicht so richtig besinnlich zugeht, habe ich mir natürlich schon gedacht, aber mit ein bisschen mehr Weihnachtsatmosphäre habe ich dann doch gerechnet.
Aber keine Sorge, es geht natürlich ein bisschen weihnachtlich hier zu. Man kauft zusammen einen Tannenbaum, an Heiligabend trudeln die Verwandten ein, es gibt Geschenke...dennoch hätte ich mir ein klein wenig mehr Weihnachtliches gewünscht. Einen Stern abziehen werde ich deswegen aber nicht. Nein, mir hat das Buch richtig gut gefallen, es hat auf jeden Fall die volle Sternenzahl verdient.

Ganz besonders gut gefallen hat mir wieder der Zusammenhalt der Familie. Die Buddenbergs mögen chaotisch sein und vielleicht auch etwas verrückt – was bei ihnen aber ganz groß geschrieben wird ist die Toleranz und der Familienzusammenhalt.

Was auch wieder mit dabei ist, sind die zauberhaften Illustrationen von Florentine Prechtel. Mir haben die Bilder wieder richtig gut gefallen. Sie wirken immer etwas skizzenhaft, da sie aus Mias Lebensatlas stammen, einer Art Tagebuch. Sie stecken stets voller Details, sodass es auch nach mehrmaligem Betrachten noch etwas Neues zu entdecken gibt.

Fazit: Eine wundervolle Fortsetzung, die große Lust auf mehr macht. Der zweite Band ist wunderbar witzig, richtig spannend und warmherzig-liebenswert. Weihnachtlich ist es auch, wenn auch leider nicht ganz so sehr wie von mir erhofft. Ich bin dennoch hellauf begeistert von dieser zauberhaften Fortsetzung und freue mich schon sehr auf den dritten Band, der nächstes Jahr im Frühjahr erscheinen wird. Ob zum Vor- oder Selberlesen, ich kann „Wir Buddenbergs – Das Geheimnis vor der Tür“ wärmstens empfehlen und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 26.09.2018

Märchenhaft schön!

Marinka
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Sieht das Cover von „Marinka“ nicht toll aus? Bei mir war es hier Liebe auf den ersten Blick. Da mich auch der Klappentext sofort überzeugen konnte, wanderte das Buch sofort auf meine Wunschliste.

Marinkas ...

Sieht das Cover von „Marinka“ nicht toll aus? Bei mir war es hier Liebe auf den ersten Blick. Da mich auch der Klappentext sofort überzeugen konnte, wanderte das Buch sofort auf meine Wunschliste.

Marinkas größter Wunsch ist ein ganz normales Leben. Sie will Freunde haben, sie möchte zur Schule gehen und sie möchte an einem Ort zu Hause sein anstatt ständig auf Reisen. Ob dies wohl nur jemals Wirklichkeit werden wird? Wenn man eine Baba Yaga als Großmutter hat und in einem Haus lebt, welches nicht nur seinen eignen Willen besitzt, sondern auch zwei Hühnerbeine, mit denen es sich fortbewegen kann, nun, dann wird das Ganze schon etwas knifflig. Marinka aber gibt die Hoffnung nicht auf, dass sie nicht eines Tages als Baba Yaga enden wird und die Toten ins Jenseits führt, so, wie es die Aufgabe ihrer Großmutter ist. Ob Marinka wohl schließlich das Leben führen kann, welches sie sich erhofft?

Mit „Marinka – Die Reise nach Dazwischen“ ist Sophie Anderson ein ganz besonderes Buch gelungen, welches mich von den ersten Seiten an verzaubern konnte. Ich weiß nur nicht, ob das Buch wirklich für Kinder ab 10 Jahren geeignet ist, da die Atmosphäre schon ziemlich düster und traurig ist. Ich persönlich würde das Buch daher auch eher ab 12 Jahren empfehlen.

Mich konnte die geheimnisvolle, leicht unheimliche Atmosphäre sofort in ihren Bann ziehen. Die bildhaften Beschreibungen des Hauses und des übrigen Schauplatzes hatten es mir sofort angetan. Das Haus fand ich einfach nur cool. Ich meine, ein Haus mit Hühnerbeinen, habt ihr da nicht auch ein ziemlich ulkiges Bild im Kopf? Mit diesen zwei Beinen kann sich das Haus fortbewegen und von Ort zu Ort zu reisen Zudem kann es Gefühle zeigen, es kann Schmerzen empfinden und es ist für Tote die Anlaufstelle, um ins Jenseits zu gelangen. Das ist nämlich die Aufgabe einer Baba Yaga: Sie empfängt jeden Abend die Toten und führt sie durch eine Pforte in ihrem Haus ins Jenseits. Klingt schaurig? Das ist es irgendwie auch. Allerdings eher schaurig schön und wunderbar märchenhaft.

Unsere Protagonistin ist die 12-jährige Marinka, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren. Marinka habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen, sie ist ein total liebes Mädchen, die man einfach sofort gernhaben muss. Ihre Gefühle und Gedanken werden erstklassig beschrieben, sodass man sich als Leser wunderbar in sie hineinversetzen kann.
Beim Lesen spürt man sofort, wie tief der Wunsch nach einem ganz normalen Leben in Marinka sitzt, ein Leben in einem gewöhnlichen Haus (ohne Hühnerbeine und einem Zaun aus Knochenbeinen), umgeben von normalen (lebenden) Menschen und Freunden, mit denen man Spaß haben und zusammen zur Schule gehen kann. Wie Marinkas Leben jetzt ist, macht das Mädchen sehr unglücklich. Sie möchte nicht ständig auf Reisen sein, sie möchte keine Baba Yaga werden und jeden Abend die Toten ins Jenseits führen. Sie liebt ihre Großmutter zwar über alles und auch ihre Dohle Jack mag Marinka wahnsinnig gerne – dennoch ist sie mit ihrem Leben sehr unzufrieden.

Als Marinka dann auf den Jungen Benjamin trifft und das erste Mal so richtig merkt, wie schön der Kontakt zu Gleichaltrigen ist, wird dieser große Wunsch in ihr nur noch größer. Leider weiß das Haus immer sehr gut zu verhindern, dass Marinkas Traum nicht wahr wird. Auf mich hat das Haus stellenweise schon einen richtigen bösen Eindruck gemacht. Wirklich gemocht habe ich es anfangs nicht. Allerdings fand ich es sehr faszinierend, dass das Haus eine eigene Persönlichkeit besitzt. Die Charaktere in dem Buch sind einfach nur einzigartig. So fand ich auch die Dohle Jack klasse, Marinkas gefiederter Freund, dessen Lieblingsbeschäftigung es zu sein scheint, Marinka Essen ins Ohr zu stecken. :D
Und auch von der Alten Yaga, auf die unsere Heldin während ihrer Reise noch treffen wird, war ich hellauf begeistert.

Ebenfalls richtig gut gefallen haben mir die Themen und die Botschaften, die das Buch enthält. Es geht um Selbstbestimmung und dem Erwachsen werden, es geht um Wünsche und Träume, um Freundschaft, Liebe und den Tod. All dies wurde sehr gekonnt in eine märchenhafte, fantasievolle, spannende und wunderschöne Geschichte verpackt, die einen Mitfiebern lässt und zum Nachdenken anregt.

Das Einzige, was ich etwas schade fand, ist, dass es keine größeren Illustrationen in dem Buch gibt. Diese hätten diese geheimnisvolle, düstere Atmosphäre nur noch verstärkt. Dafür aber ziert jeder Kapitelanfang die Zeichnung eines kleines Vogels, diese haben mir als große Vogelliebhaberin natürlich ganz besonders gut gefallen.
Auch sehr schön fand ich die vielen russischen Wörter, die hier verwendet werden und die dieses besondere russische Flair nur noch hervorheben. Die Wörter werden überwiegend für Gerichte verwendet und in einem Glossar hinten im Buch auch noch mal erläutert.

Meinen Geschmack hat das Buch komplett getroffen. Die Geschichten um Baba Yagas (ein Märchengestalt aus der slawischen Mythologie) haben es mir schon immer getan. Und auch Märchen aus Osteuropa fand ich schon immer faszinierend. Baba Yagas und auch Häuser auf Hühnerbeinen entstammen also nicht der Fantasie der Autorin, es ist ihr aber wunderbar gelungen, bekannte Figuren mit deren Eigenschaften mit neuen Einfällen und Charakteren zu verbinden und sich somit eine eigene, wundervolle Welt zu erschaffen.
In dieser bekommen wir es mit vielen schrägen Ideen und lauter liebenswerten Charakteren zu tun. Durch die packende Handlung, den flüssigen Schreibstil und die angenehm kurzen Kapitel habe ich das Buch im Nu durchgelesen und ich hoffe sehr, dass es vielleicht noch eine Fortsetzung geben wird.

Fazit: Spannend, fantasievoll und märchenhaft schön. Mir haben das tolle Cover und der sehr vielversprechend klingende Klappentext eindeutig nicht zu viel versprochen. Mir hat „Marinka – Die Reise nach Dazwischen“ richtig gut gefallen. Das Buch erzählt eine ganz besondere Geschichte, welche mich mit den vielen skurrilen Ideen, den liebenswerten Charakteren, dem großartigen Setting und der schaurig schönen Atmosphäre sofort verzaubern konnte. Ich kann das Buch absolut empfehlen und vergebe volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 25.09.2018

Eine wundervoll magische Fortsetzung!

Die Duftapotheke (2). Das Rätsel der schwarzen Blume
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Endlich hat das Warten ein Ende! Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Duftapotheke habe ich ganz ungeduldig entgegen gefiebert. Anfang des Jahres hatte ich den ersten Band gelesen und war von diesem hellauf ...

Endlich hat das Warten ein Ende! Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Duftapotheke habe ich ganz ungeduldig entgegen gefiebert. Anfang des Jahres hatte ich den ersten Band gelesen und war von diesem hellauf begeistert. Nun konnte ich mich also endlich zusammen mit Luzie, Mats und Benno in ein neues, duftiges Abenteuer stürzen. Ich war schon richtig gespannt, was mich in diesem wohl erwarten wird.

Die alte Villa Evie, Luzies neues Zuhause, hat ein Geheimnis: Tief unter dem Haus befindet sich ein versteckter Raum – die Duftapotheke. Doch diese ist plötzlich in Gefahr, denn jemand hat das Meteorpulver gestohlen, die wichtigste Zutat für die magischen Düfte! Luzie und ihre Freunde setzen alles daran, um das gestohlene Pulver zurückzubekommen. Auf der Suche nach dem Dieb verschlägt es sie bis nach Amsterdam, wo sie auf jemanden treffen werden, von dem sie bisher immer dachten, dass er gar nicht mehr am Leben wäre. Auch so einige andere Personen werden den Kindern bei ihrer Reise begegnen und nicht alle werden ihnen friedlich gesonnen sein. Auf die Kinder wartet ein spannendes und sehr gefährliches Abenteuer voller Magie und Überraschungen. Ob es ihnen wohl gelingen wird das Meteorpulver zurückzuerlangen?

Hier war meine große Vorfreude absolut gerechtfertigt. Mit dem zweiten Teil der Duftapotheke ist Anna Ruhe eine wundervolle Fortsetzung gelungen, die mir genauso gut gefallen hat wie der Reihenauftakt. Einmal angefangen mit dem Lesen wollte ich gar nicht mehr aufhören. Viel zu schnell habe ich das Buch wieder beendet und nun heißt es für mich wieder warten auf den nächsten Band. Das Tolle: Ja, es wird einen dritten Band geben (hurra!), dieser wird sogar schon hinten im Buch angekündigt. Nur leider müssen wir uns ein wenig länger auf das neue Duftapotheke-Abenteuer gedulden, denn dieses wird erst im Herbst 2019 erscheinen, schnief.

Bei dieser Reihe rate ich, lieber mit Band 1 zu beginnen und dann erst zu der Fortsetzung zu greifen. Der zweite Teil schließt direkt an seinen Vorgänger an und in meinen Augen wäre es schon besser, wenn man das Wissen aus dem ersten Band besitzt, ehe man sich in das zweite aufregende Abenteuer stürzt.

Ich kann euch versichern, die tollen Cover dieser Reihe versprechen eindeutig nicht zu viel. Wie der erste, so ist auch der zweite Band spannend, fantasievoll, magisch und zum Träumen schön. Für Mädchen und auch Jungen ab etwa 10 Jahren, die gerne fantastische, zum Mitfiebern einladende Geschichten lesen, ist die Reihe sehr zu empfehlen. Allerdings kann ich die Bücher auch Erwachsenen sehr ans Herz legen. Diese sind definitiv nicht nur was für Kinder, auch deutlich ältere Leser werden von dieser wundervollen Reihe begeistert sein.

Unsere Protagonistin ist wieder die 13-jährige Luzie, die seit kurzem mit ihrer Familie in der alten Villa Evie lebt. Das Besondere an Luzies neuem Zuhause ist der versteckte Raum, die Duftapotheke, ein magischer Ort, von dem so gut wie niemand weiß. Im ersten Band konnte mich dieses großartige Setting sofort in pure Begeisterung versetzen, so alte, große Villen, die etwas Gruseliges und Geheimnisvolles an sich haben, haben mich als Schauplatz in Büchern schon immer fasziniert.

Auch in der Fortsetzung halten wir uns in der Duftapotheke auf, allerdings deutlich weniger als im ersten Teil. Hat mich das gestört? Nein, überhaupt nicht. Mit Luzie, Mats und Luzies kleinem Bruder Benno geht es nämlich auf Reisen, in die Niederlande, bis nach Amsterdam. Auch dieser Schauplatz hat mir unglaublich gut gefallen. Wir dürfen das Haus eines alten Blumenzüchters kennenlernen, der die verrücktesten Pflanzen anbaut, wir werden mit einem Hausboot unterwegs sein und wir werden schließlich in einer großen, prächtigen Villa landen, die einer Person gehört, deren Bekanntschaft wir bereits in Band 1 machen durften. Langeweile kommt hier beim Lesen garantiert nicht auf. Ich war hier durchweg am Mitfiebern und habe mich beim Lesen nur immer mehr in diese tolle Kinderbuchreihe verliebt.
Die Charaktere habe ich ebenfalls nur noch mehr in mein Herz geschlossen. Luzie ist ein super sympathisches Mädchen, die für ihre 13 Jahre sehr erwachsenen und vernünftig ist und sich immer sehr liebevoll um ihren kleinen Bruder Benno kümmert. Luzie ist wirklich eine tolle Protagonistin, die man für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Hilfsbereitschaft nur bewundern kann.

Wer sich mit am meisten in mein Herz geschlichen hat, ist Benno. Ich finde den kleinen Kerl so süß, so einen kleinen Bruder habe ich mir schon immer gewünscht.
Den Nachbarsjungen Mats, der auch von dem großen Geheimnis der Duftapotheke weiß, mag ich natürlich auch unheimlich gerne. Die drei Kinder zusammen werden in diesem Band ein richtig aufregendes Abenteuer erleben, bei dem jede Menge Mut und Zusammenhalt gefragt ist und bei dem natürlich auch lauter magische Düfte zum Einsatz kommen werden. Obwohl wir uns also kaum in der Duftapotheke aufhalten, dürfen wir hier natürlich dennoch ein großartiges, duftiges, zauberhaftes Abenteuer erleben, voller überraschender Wendungen und einiger Hürden, die überwunden werden müssen.

Ob die Kinder wohl das gestohlene Meteorpulver zurückerhalten werden? Werden sie die Duftapotheke retten können? Und was ist eigentlich mit Mats Vater? Wird dieser endlich von der Wirkung des lieblosen Duftes befreit werden?
Ihr wollt Antworten auf diese Fragen? Nun, dann solltet ihr euch schleunigst dieses schöne Buch zulegen und mit dem Lesen beginnen. :D

Ein letztes, was ich noch unbedingt erwähnen und loben muss, sind die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen von Claudia Carls. Ich liebe ihre Zeichnungen! An diesen kann mich einfach nicht sattsehen. Auch dieses Buch hat sie mit lauter wundervollen Bildern versehen, die diese magische, zauberhafte Atmosphäre in den Büchern nur noch verstärken. Allein schon die Kapitelanfänge sind traumhaft schön gestaltet.
In diesem Band befindet sich übrigens ein tolles Extra hinten im Buch: Ein Duftplan als Poster. Ist das nicht cool?

Fazit: Eine wundervolle Fortsetzung! Auf den zweiten Band der Duftapotheke habe ich mich wirklich zurecht so gefreut. Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich fiebere dem Erscheinen des dritten Abenteuers jetzt schon ganz ungeduldig entgegen. Der zweite Band lädt von den ersten Seiten an zum Träumen und Mitfiebern ein und beschert Groß und Klein ein tolles, duftig magisches Leseerlebnis. Spannend, magisch und einfach nur schön – hier vergebe ich nur zu gerne volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 24.09.2018

Manchmal wächst man über sich hinaus

Short
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Bei einem Blick in die Vorschau des Hanser Verlags ist mir „Short“ sofort ins Auge gesprungen. Die witzige Gestaltung des Titels hatte es mir auf Anhieb angetan und auch die auffällig knalligen Farben ...

Bei einem Blick in die Vorschau des Hanser Verlags ist mir „Short“ sofort ins Auge gesprungen. Die witzige Gestaltung des Titels hatte es mir auf Anhieb angetan und auch die auffällig knalligen Farben finde ich richtig klasse. Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, wusste ich einfach, dass dieses schöne Kinderbuch ganz genau das Richtige für mich sein wird.

Julia ist zu klein für ihr Alter. Mittlerweile misst sogar ihr zwei Jahre jüngere Bruder Randy mehr Zentimeter als sie. Stören tut sie das schon, aber es besteht ja noch die Hoffnung, dass sie wächst. Was sie auch etwas wurmt, ist ihre (angebliche) Talentfreiheit. Julia kann nicht singen, ist nicht musikalisch (was ihre Klavierstunden nur zu gut bewiesen haben), sie kann nicht tanzen...dennoch meldet ihre Mutter sie und ihren Bruder für das Casting des Musical von „Der Zauberer von Oz“ an. Das kann ja nichts werden, denkt Julia. Doch mit dieser Annahme soll sie falsch liegen. Sie und Randy ergattern beide Rollen als Munchkins, zusammen mit vielen anderen Kindern und drei kleinwüchsigen Erwachsenen. Von nun an heißt es, jeden Tag zur Probe zu gehen, und das in den Sommerferien. Eigentlich hatte sich Julia ihre schulfreie Zeit anders vorgestellt. Doch dann merkt sie, wie schön und spannend die Theaterwelt ist. Sie lernt viele neue Menschen kennen, gewinnt neue Freunde und sie wird sich etwas ganz Wichtiges bewusst: Es kommt im Leben nicht auf die Körpergröße an, vielmehr darauf, wer man ist. Nur ob Julias Fähigkeiten auch wirklich für das Musical ausreichen werden?

Mit „Short“ ist Holly Goldberg Sloan ein ganz besonderes Buch gelungen, welches mir sehr schöne Lesestunden beschert hat. Ich bin mir nur ehrlich gesagt nicht sicher, wie es bei der Zielgruppe ankommen wird. Für Kinder ab 10 Jahren wird die Handlung vermutlich zu ruhig und wenig spannend sein. Es liegt natürlich immer am Kind, aber ich denke, dass jüngere Leser die Geschichte als zu langweilig empfinden werden. Mich, als Erwachsene, konnte die Handlung jedoch von den ersten Seiten an begeistern; ich persönlich würde das Buch tatsächlich eher erwachsenen Lesern als Kindern empfehlen.
Unsere Protagonistin Julia ist zwar ein Mädchen von etwa 10 Jahren, da sie aber sehr reif für ihr Alter ist und sich sehr viele Gedanken macht, macht sie oft einen deutlich älteren Eindruck. Als Leser erfahren wir alles aus ihrer Sicht, daher ist der Schreibstil recht kindlich gehalten. Ich bin nur immer wieder über Formulierungen gestolpert, bei denen ich mich gefragt habe, ob ein Kind wirklich so spricht. Da bin ich mir auch nicht sicher, ob diese Schreibweise bei Kindern so ankommen wird wie von der Autorin beabsichtigt, da die Geschichte sich sehr wie ein Monolog liest. Nicht jedermanns Sache, mir jedenfalls hat diese Weise zu erzählen sehr gut gefallen.

Julia habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total liebes, cleveres und aufgewecktes Mädchen, die mich mit ihrer lustigen Art immer wieder sehr zum Schmunzeln gebracht hat. So altklug sie stellenweise wirkt, man merkt doch sehr, dass sie noch jung ist und viel Kindliches an sich hat. So fand ich es sehr unterhaltsam, ihr Denken über Redensarten zu verfolgen. Julia macht sich wirklich über vieles so ihre Gedanken. Wie sie dies tut, kann einem nur ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Etwas, was Julia sehr beschäftigt, ist ihre Körpergröße. Für ihr Alter ist sie extrem kurz geraten. Wie ihr Alter, so erfahren wir auch nicht, wie groß genau sie ist. Als Leser erfährt man nur, dass Julia sehr kleinwüchsig ist. Ehrlich gesagt hätte es mich ja schon sehr interessiert, welche Größe sie genau misst. Na, egal, das bleibt eben der Fantasie von uns Lesern überlassen. :D
Julia ist auf jeden Fall klein, was ihr Leben nicht immer einfach gestaltet, was aber auch so einige Vorteile mit sich bringen kann. Wie bei dem Theaterstück „Der Zauberer von Oz“, welches in dem Buch eine sehr große Rolle spielen wird.

Julia und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Randy werden von der Mutter zu einem Musical-Casting angemeldet. Das passt Julie zunächst gar nicht, sie hatte eigentlich anderes in ihren Sommerferien vor. Ihre Einstellung soll sich aber noch ändern. Im Verlaufe des Buches lernt Julia das Proben immer mehr zu lieben, sie gewinnt neue Freunde und sie merkt etwas ganz Entscheidendes: Es kommt im Leben nicht auf die Körpergröße an, auch kleine Menschen können ganz groß sein. Julia gewinnt in diesem Buch nicht an Länge, sie wächst aber dennoch über sich hinaus.

Mir hat die Botschaft des Buches richtig gut gefallen. Auch Julias Entwicklung konnte mich überzeugen. Was mich nur etwas erstaunt hat, ist, dass Julia gar nicht so sehr unter ihrer kleinen Körpergröße leidet und auch gar nicht deswegen gemobbt wird. Irgendwie hatte ich da mit etwas anderem gerechnet. Aber dass dies dann etwas anders als von mir erwartet war, hat mich nicht gestört. Auch die vielen Beschreibungen rund um das Musical empfand ich als sehr interessant und aufregend. Da könnte ich mich nur wiederum vorstellen, dass jüngeren Lesern die ausführlichen Beschreibungen der Proben zu langatmig sein werden. Wie bereits erwähnt, ich finde es echt schwierig, dieses Buch als ein Kinderbuch anzusehen. Es erzählt eine eher ungewöhnliche Geschichte für diese Altersklasse, ist in meinen Augen aber etwas ganz Besonderes und absolut Lesenswertes.

Fazit: Dieses Buch zu bewerten fällt mir nicht leicht. Mich, als Erwachsene, konnte es begeistern, nur befürchte ich, dass das Buch für die Zielgruppe zu ruhig und langweilig sein wird. Auch der Schreibstil ist nicht jedermanns Sache und wird vermutlich, trotz der kindlichen Erzählweise, nicht so gut bei Kindern ankommen wie von der Autorin beabsichtigt. Ich persönlich würde „Short“ tatsächlich eher Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen. Mit „Short“ ist Holly Goldberg Sloan auf jeden Fall ein besonderes Buch gelungen voller liebenswerter Charaktere und einer tollen Botschaft. Ich vergebe hier 4 von 5 Sternen!