Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2024

Ein toller Auftakt einer neuen fantastischen Reihe. Bin richtig begeistert!

Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten – Flederratten!
0

Fill Willekin wohnt gemeinsam mit seinem Vater in dem Dorf Rundling und führt ein ganz normales Tagling-Leben. Er geht zur Schule, trifft sich mit seinen Freunden Leila und Borre und hilft seinem Vater ...

Fill Willekin wohnt gemeinsam mit seinem Vater in dem Dorf Rundling und führt ein ganz normales Tagling-Leben. Er geht zur Schule, trifft sich mit seinen Freunden Leila und Borre und hilft seinem Vater im Garten, in dem sie seit Generationen Quatscheln anbauen. Wie alle Taglinge fürchtet und meidet auch Fill die Nacht und ist immer rechtzeitig zu Hause, ehe die Sonne untergegangen ist. Es ist ihnen sogar strengstens untersagt nachts draußen zu sein. Der Tag gehört den Taglingen und die Nacht ist für die Nachtlinge gemacht, so ist es schon seit ewigen Zeiten. Doch dann entwischt eines Abends Fills Kater Tax durchs offene Fenster und verschwindet in der Finsternis. Trotz des Verbots und seiner Furcht folgt der Junge dem Kater und ist ganz fasziniert von der Dunkelheit um ihn herum. Es wird jedoch nicht bei diesem einen Ausflug in die Nachtwelt Nox bleiben. Als Fill das Medaillon seiner verstorbenen Mutter verliert und sich auf die Suche danach begibt, lernt er das Nachtling-Mädchen Issa kennen. Gemeinsam mit ihr und dem sprechenden Glühwürmchen Glyxi erlebt er eine Menge aufregende und gefährliche Abenteuer…

Schon rein optisch ist dieses Buches ein Genuss, angefangen bei dem wunderhübschen Cover bis zur außergewöhnlichen und liebevollen Innengestaltung. Gleich zu Beginn gibt es kurze Steckbriefe und Bilder von den wichtigsten Charakteren, am Ende befindet sich ein mehrseitiges Kompendium der Tag- und Nachtwesen und die Handlung wird von stimmungsvollen schwarz-weiß Zeichnungen von Lisa Forsch begleitet. Ein echtes Highlight aber ist die Aufmachung der Seiten. Je nachdem zu welcher Zeit die Ereignisse spielen, ändert sich die Farbe des Papiers. Während das Tagesgeschehen weiße Buchseiten hat, haben die Kapitel, die nachts spielen, dunkle. Mir hat diese Unterscheidung richtig gut gefallen, da sie einfach nur perfekt zur Story passt und das Lesen zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Auch die Geschichte begeistert vom ersten Moment an. Claudia Scharf hat mit „Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten – Flederratten!“ ein bezauberndes Kinderbuch geschrieben, welches nicht nur Kinder ab 10 Jahren zu fesseln und faszinieren vermag, sondern auch Erwachsene.

Als Leser*in begleitet man den sympathischen, mutigen und aufgeweckten Fill auf seinen Erlebnissen, lernt zunächst sein Leben als Tagling näher kennen und erhält Eindrücke von seinem Heimatort und Alltag. Man schließt den Jungen dabei sofort ins Herz, genauso wie die weiteren Figuren, auf die man während dieser Zeit trifft wie Fills beste Freunde Leila und Borre und seinen Vater Glenn. Doch auch die Personen, die einem im Nachtreich Nox begegnen, muss man mögen. Das sprechende Glühwürmchen Glyxi beispielsweise und das Nachtling-Mädchen Issa, mit denen unser Held so einige Abenteuer und Überraschungen erleben wird.
Es macht einfach nur großen Spaß, in die von Claudia Scharf erschaffene Fantasywelt einzutauchen, in der es so abenteuerlich, geheimnisvoll, lustig und verrückt zugeht, dass man sie gar nicht mehr verlassen möchte. Man trifft auf verzauberte Gegenstände, die ihren eigenen Kopf haben, begegnet magischen Wesen wie Gewitterziegen und Makikobolden und wird an lauter faszinierende Orte mitgenommen. Es gibt einfach so viel zu entdecken, sodass man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören mag und viel zu schnell am Ende angelangt ist. Wie gut, dass es sich hierbei um den Auftakt einer Reihe handelt und es voraussichtlich ab Herbst 2024 weitergehen wird. Auf den zweiten Teil freue ich mich schon sehr!

Fazit: Mit dem ersten Band von „Das Geheimnis von Nox“ legt Claudia Scharf ein wundervolles Kinderbuchdebüt vor, welches ich nur wärmstens empfehlen kann. Ich bin begeistert von diesem tollen Reihenauftakt! „Das Geheimnis von Nox 1: Licht, Schatten – Flederratten!“ ist eine spannende, unterhaltsame und fantasievolle Geschichte mit liebenswerten Charakteren und einer zauberhaften Innengestaltung. Ein packendes Abenteuer voller Magie, Freundschaft und Geheimnisse. Einfach das perfekte Lesefutter für alle Fantasyfans ab 10 Jahren. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2024

Ein so zauberhaftes Buch! Spannend, witzig, fantasievoll und wundervoll illustriert

Die Knarzer
0

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und alle Erwachsenen sind spurlos verschwunden. Wie würdest du dich wohl fühlen? Und was würdest du tun? Luzie Dungfeld ist genau das passiert. Laut einer mysteriösen ...

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und alle Erwachsenen sind spurlos verschwunden. Wie würdest du dich wohl fühlen? Und was würdest du tun? Luzie Dungfeld ist genau das passiert. Laut einer mysteriösen Nachricht, die an der Tür der Schule hängt, sind die Erwachsenen für immer weg. Die meisten Kinder in Schnüffstedt sind absolut begeistert. Keine Schule mehr, keine Schlafenszeit, Süßigkeiten und Fernsehgucken ohne Ende – es dauert nicht lange und die Stadt versinkt im totalen Chaos. Luzie jedoch hat ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache und will unbedingt herausfinden, was geschehen ist. Als sie kurz darauf vier Ungeheuer unter ihrem Bett entdeckt, zögert sie nicht lange und folgt ihnen. Sie landet in einer geheimnisvollen Welt unter ihrem Bett, in der alles auf den Kopf gestellt ist: Das Netnurd, dem Land der Knarzer. Als Luzie herausfindet, dass diese hässlichen, schmutzigen und mülliebenden Kreaturen die Schnüffstedter Erwachsenen entführt haben, steht für sie sofort fest, dass sie sie befreien muss. Gemeinsam mit ihren Freunden tüftelt sie einen Knarzerfangplan aus. Ob ihre Rettungsmission wohl gelingen wird?

Da „Der Weihnachtosaurus“ eine absolute Herzensreihe von mir ist, habe ich mich auf Tom Fletchers neuen Kinderroman „Die Knarzer“ tierisch gefreut. Ich hatte entsprechend hohe Erwartungen an das Buch und was soll ich sagen, sie konnten komplett erfüllt werden! An die Weihnachtosaurus-Bücher reicht „Die Knarzer“ für mich zwar nicht heran, aber Tom Fletcher hat zweifellos erneut unter Beweis gestellt, was für ein genialer Geschichtenerzähler er ist und dass sein Einfallsreichtum keine Grenzen kennt.

Der britische Autor hat wirklich ein Händchen dafür, seine Leserschaft von den ersten Seiten an in den Bann zu ziehen. Er spricht uns Leserinnen immer wieder direkt an, gibt zwischen einigen Kapiteln manchmal kleine Sneak Peeks darauf, was noch kommt und bringt einen mit seinem humorvollen Erzählstil immer wieder zum Schmunzeln. Fürchten wird sich hier sicherlich niemand. Die Geschichte beschert einem manchmal zwar leichte Gänsehaut (vor allem zu Beginn, als plötzlich sämtliche Erwachsenen unauffindbar sind), aber da Tom Fletcher die Stimmung geschickt auflockert, bleibt der Gruselfaktor stets altersgemäß. Kinder ab 9 Jahren werden die Story garantiert lieben und begeistert verschlingen, doch auch für erwachsene Leserinnen ist sie das pure Vergnügen.

Tom Fletcher hat einfach mal wieder eine herrliche Welt erschaffen, in der es so aufregend, lustig, liebevoll und verrückt zugeht, dass man aus ihr gar nicht mehr auftauchen mag. Luzie ist eine wundervolle Protagonistin, sie ist sympathisch, vernünftig, mutig und klug, eine echte Heldin. Man schließt sie sofort ins Herz und auch die weiteren Figuren muss man einfach mögen. Luzies Freunde beispielsweise, der schräge Normann, der der König der Abzeichen ist, und die freche kleine Ella. Es gibt sogar ein kurzes Wiedersehen mit William Trudel und Brenda Pein aus „Der Weihnachtosaurus“, worüber ich mich riesig gefreut habe. Und dann wären da natürlich noch die widerlichen und sehr ulkig sprechenden Knarzer, die sowohl für unheimliche und eklige als auch für amüsante Momente sorgen.

Gemeinsam mit den vielen verschiedenen Charakteren erlebt man ein rasantes und magisches Abenteuer, das nicht nur großen Spaß macht, sondern das auch wichtige Werte und Botschaften vermittelt wie Freundschaft, Familie, Mut, Akzeptanz und Umweltschutz. Das zeigt, dass man anderen mit Empathie und Respekt begegnen sollte, auch wenn sie fremd und anders sind, und dass man so gut wie alles schaffen kann, wenn man nur fest an sich glaubt.

Auch die Gestaltung des Buches ist rundum gelungen. Das Cover mit dem coolen Guckloch und den goldenen Applikationen ist ein echter Hingucker und passt perfekt zum Inhalt. Das Innenleben kann sich aber ebenfalls sehen lassen. Shane DeVries, die bereits „Der Weihnachtosaurus“ bebildert hat, hat den Text mit zahlreichen supersüßen schwarz-weiß Illustrationen versehen, die die Geschichte wunderbar zum Leben erwecken und die Seiten nur so dahinfliegen lassen.

Fazit: „Die Knarzer“ ist eine spannende, fantasievolle und witzige Gruselgeschichte voller stinkender Monster und Überraschungen. Ein schaurig-schöner und herzerwärmender Lesegenuss für Jung und Alt. Großartig erzählt und zauberhaft illustriert. Ein wirklich ganz tolles Kinderbuch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich habe es vom ersten Moment an geliebt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2024

Leider nicht so gut wie die erste Band

Charlie und der große gläserne Fahrstuhl
0

Charlie Bucket befindet sich immer noch gemeinsam mit Willy Wonka und seiner kompletten Familie in dem Großen Gläsernen Fahrstuhl (der in jede beliebige Richtung fliegen kann) und gleitet hoch oben über ...

Charlie Bucket befindet sich immer noch gemeinsam mit Willy Wonka und seiner kompletten Familie in dem Großen Gläsernen Fahrstuhl (der in jede beliebige Richtung fliegen kann) und gleitet hoch oben über seiner Heimatstadt durch den strahlend blauen Himmel. Gerade erst hat er erfahren, dass ihm fortan die gesamte fantastische Schokoladenfabrik von Willy Wonka gehören wird und kann es nun kaum erwarten, dorthin zurückzukehren. Bei dem Versuch, die erforderliche hohe Geschwindigkeit für das Durchbrechen des Fabrikdachs zu erreichen, wird nur zu spät auf den richtigen Knopf gedrückt. Der Fahrstuhl rast daher raketenschnell immer höher und höher hinauf und ehe es sich die acht Insassen versehen, befinden sie sich in der Erdlaufbahn und kreisen auf ihr durchs All. Es dauert nicht lange und sie erreichen das „Space Hotel USA“, das erste Weltraum-Hotel des Universums, welches erst zwei Tage zuvor erfolgreich in den Orbit geschossen wurde. Als sie dem Raumhotel einen Besuch abstatten, versetzen sie nicht nur die Astronauten und den US-Präsidenten auf der Erde in helle Aufregung, sie treffen auch auf echte Außerirdische, die ihnen alles andere als freundlich gesinnt sind: Gefährliche und äußerst angriffslustige Verwürmte Knilche...

Wie die Geschichte weitergeht, werde ich hier nicht verraten, das gilt es schon selbst herauszufinden. Da es sich hierbei jedoch um die Fortsetzung von „Charlie und die Schokoladenfabrik“ handelt und die Handlung nahtlos an dessen Ende anschließt, empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten.

Ich habe den zweiten Teil bereits vor einigen Jahren gelesen, allerdings waren meine Erinnerungen an die genauen Ereignisse inzwischen ziemlich verblasst. Ich wusste aber noch, dass ich damals nicht ganz so begeistert von dem Buch war. Als großer Roald Dahl-Fan konnte ich an der hier vorliegenden Neuübersetzung dennoch einfach nicht vorbeigehen und auch wenn mir mein Reread ein weiteres Mal gezeigt hat, dass ich den ersten Band deutlich besser finde, kann ich diese Ausgabe sehr empfehlen. Man darf einfach keine Story erwarten, die ganz im Stil des Klassikers daherkommt. Insbesondere die erste Hälfte des Buches hat nur recht wenig mit dem Vorgänger gemeinsam. In dieser halten wir uns nämlich gar nicht in der Schokoladenfabrik auf, sondern fliegen mit dem gläsernen Fahrstuhl durchs All. Obwohl unsere bunte Truppe auf ihrer Weltraumreise allerhand Kurioses und Aufregendes erlebt und die Geschichte sehr humorvoll geschrieben ist, haben mich die Geschehnisse irgendwie dennoch nicht so richtig packen können. Bei den Szenen mit dem US-Präsidenten habe ich mich zudem gefragt, wie sie bei jungen Leser*innen ankommen werden. Ich persönlich denke, dass eher die wenigsten die politischen Anspielungen verstehen werden.

Der zweite Part des Buches war dann wieder mehr nach meinem Geschmack, als es endlich zurück in die Schokoladenfabrik geht und man die fröhlichen und lustig reimenden Umpa-Lumpas wiedersieht. Die liebenswert-skurrilen Charaktere sind allesamt mal wieder wunderbar getroffen. Ob vertraute oder neue Gesichter, alle besitzen sie ihre Eigenheiten und werden köstlich überspitzt dargestellt. Vor allem Willy Wonka ist eine äußerst eigenwillige Persönlichkeit, genial und durchgeknallt zugleich.

Begleitet wird die Handlung von vielen farbenfrohen Bildern, die von niemand anderem als Quentin Blake stammen, der Roald Dahls Lieblingsillustrator war. Blakes skizzenhafte und witzige Zeichnungen passen mal wieder wie die Faust aufs Auge zur Geschichte und erwecken sie auf eine herrliche Weise zum Leben.

Fazit: Obwohl es in „Charlie und der große gläserne Fahrstuhl“ typisch Roald Dahl sehr turbulent, fantasievoll und verrückt zugeht und es viele amüsante Dialoge und tolle Illustrationen gibt, kann dieser Band in meinen Augen nicht mit dem Vorgänger mithalten. Der Geschichte fehlt einfach der Charme des berühmten Klassikers. Auch wenn ich etwas enttäuscht von dem Buch bin, kann ich diese Neuübersetzung aus dem Penguin Junior Verlag empfehlen. Von mir gibt es gute 3 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2023

Ein herrlicher Lesegenuss für Jung und Alt!

George und das Wundermittel
0

Der 8-jährige George Kranky lebt zusammen mit seinen Eltern und seiner Oma auf einem Bauernhof mitten im Nirgendwo. Geschwister hat er nicht und es gibt keine Kinder in der Nähe, mit denen er hätte spielen ...

Der 8-jährige George Kranky lebt zusammen mit seinen Eltern und seiner Oma auf einem Bauernhof mitten im Nirgendwo. Geschwister hat er nicht und es gibt keine Kinder in der Nähe, mit denen er hätte spielen können. George hat die Nase gestrichen voll von seinem langweiligen Leben, vor allem sein Omilein hängt ihm zum Halse heraus. George verabscheut seine Großmutter – und das aus gutem Grund. Sie ist ein schrecklicher alter Griesgram, grummelt, grollt und meckert den ganzen Tag, interessiert sich nur für sich selbst und hat ihrem Enkel noch nie ein Lächeln geschenkt. Als George ihr eines Samstagmorgens ihre Medizin verabreichen soll, kommt ihm eine geniale Idee: Er wird seinem Omilein eine neue Medizin zusammenrühren. Ein echtes Wundermittel, das sie endlich von ihrer schlechten Laune heilt. Voller Tatendrang läuft George durch das ganze Haus und schüttet alles in seinen Trank, was ihm in die Finger kommt. Motoröl, Schmierfett, Schuhcreme, Currypulver – ein wirklich widerliches Gebräu, aber seine Oma hat auch nichts anderes verdient. Diese kann jedoch gar nicht genug davon kriegen. Es lässt sie wachsen und großartig fühlen, sodass sie gierig nach mehr verlangt. Immer länger und dünner wird sie, bis sie schließlich so groß und lang ist wie ein Kran. Was wohl passiert, wenn George den Tieren was von seinem Wundermittel gibt? Er beschließt kurzerhand, es herauszufinden...

Obwohl ich ein großer Roald Dahl-Fan bin, kannte ich seinen Kinderbuchklassiker „George und das Wundermittel“ bislang tatsächlich nicht. Mit der hübschen Neuausgabe aus dem Penguin Junior Verlag, die vor kurzem bei mir einziehen durfte, habe ich das nun aber endlich ändern können. Ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht, allerdings kann das Buch mit den bekannteren Werken des britischen Autors wie beispielsweise „Mathilda“ in meinen Augen nicht mithalten. Vor allem im Hinblick auf die Botschaften und den Tiefgang der Erzählung.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei aber um einen typischen Dahl, sprich: Eine fesselnde, lustige, völlig verrückte und köstlich grausliche Geschichte, die auch heute noch Groß und Klein begeistert und einfach Spaß macht. Man sollte jedoch dem schwarzem Humor nicht abgeneigt sein, um die Story zu mögen. Kinder jedenfalls werden sie garantiert lieben, denn das Wundermittel, das George für seine Oma zusammenmischt, ist ein wirklich schaurig-scheußliches Gebräu. Es schüttelt einem beim Lesen regelrecht, wenn man mitverfolgt, was alles Kurioses in dem Trank landet. Nagellack, Frostschutzmittel – die Warnung zu Beginn, dass man Georges Medizin auf keinen Fall nachmachen sollte, sollte man definitiv beherzigen. Unser Protagonist ist dabei aber in keinster Weise ein böswilliger Charakter, im Gegenteil, er ist ein sehr freundlicher und sympathischer Junge. Ganz anders schaut es mit seiner Großmutter aus, die eine wahrlich unausstehliche alte Schreckschraube ist.

Die Figuren werden wie gewohnt sehr überspitzt dargestellt und sind klar in Gut uns Böse einzuteilen, was auch die zahlreichen bunten Illustrationen wunderbar wiedergeben. Diese stammen von niemand geringerem als Quentin Blake, dem Lieblingsillustrator von Roald Dahl. Blakes unverwechselbare humorvolle und skizzenhafte Zeichnungen passen mal wieder perfekt zu Dahls Text und machen das Buch – gemeinsam mit der erstklassigen Übersetzung von Sabine und Emma Ludwig – zu einem echten Vergnügen.

Fazit: „George und das Wundermittel“ ist eine fantasievolle, witzig-schräge und spannende Geschichte ab 8 Jahren mit skurrilen Charakteren und großartigen Illustrationen. Ein zeitloser Kinderbuchklassiker, der Jung und Alt einen herrlichen Lesegenuss beschert. Mich hat das Buch bestens unterhalten, ich kann diese gelungene Neuübersetzung nur empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2023

Eine wunderschöne Winter-Weihnachtsromanze zum Mitfühlen, Einkuscheln & Wohlfühlen

Coming Home for Christmas
0

Die 17-jährige Svea Sommer ist eine sehr talentierte Pianistin und reist gemeinsam mit ihren Eltern, die ebenfalls erfolgreiche Musiker sind, viel in der Welt herum. Der hohe Druck, den ihre Eltern und ...

Die 17-jährige Svea Sommer ist eine sehr talentierte Pianistin und reist gemeinsam mit ihren Eltern, die ebenfalls erfolgreiche Musiker sind, viel in der Welt herum. Der hohe Druck, den ihre Eltern und auch sie selbst sich machen, setzt ihr nur merklich zu. Als sie nicht mehr vernünftig Klavier spielen kann, weil ihre Handgelenke sofort zu schmerzen beginnen, verordnet ihr der Arzt eine dreiwöchige Auszeit vom Klavierüben. Svea beschließt daraufhin zum Erholen nach Schweden zu reisen und die Weihnachtstage bei ihrer Großtante Yva zu verbringen. Doch es soll ganz anders kommen. Am Stockholmer Flughafen steigt sie versehentlich in das falsche Shuttle und landet in dem kleinen abgelegenen Hotel Slott Hotell, das von den Eltern ihres Fahrers Kjell betrieben wird. Dieser sollte eigentlich die neue Aushilfskraft vom Flughafen abholen, die zufällig ebenfalls den Nachnamen Sommer trägt. Svea erkennt schnell, dass Kjell sie verwechselt hat, doch anstatt den Irrtum aufzuklären, schlüpft sie kurzerhand in ihre neue Rolle. Ihre Großtante hat nichts dagegen, dass sie vorerst in dem Hotel bleibt, weiß jedoch nichts davon, dass sie dort als Lena Sommer arbeitet. Svea verliebt sich in den nächsten Tagen nicht nur immer mehr in das Slott Hotell – auch dem attraktiven und charmanten Kjell kommt sie immer näher.

Schon das stimmungsvolle Cover verspricht jede Menge Winterzauber und Romantik und genau das bekommt man auch. Stefanie Neeb hat mit ihrem neuen realistischen Jugendbuch eine zuckersüße Weihnachtsromanze geschrieben, die einem das Herz erwärmt und so richtig in Advents- und Urlaubsstimmung versetzt. Es wird einfach alles so schön hyggelig und winterlich beschrieben. Man fühlt sich direkt wohl beim Lesen und würde am liebsten sofort selbst in dem idyllischen Slott Hotell einchecken und die Feiertage dort verbringen.

Auch die Charaktere sind wunderbar gelungen und schleichen sich im Nu in das Leserherz. Svea und Kjell sind zwei supersympathische und authentische Protagonist*innen und da die Handlung abwechselnd aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählt wird, kann man sich sehr gut in beide hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen.
Neben den beiden lernt man im Verlauf noch viele weitere interessante Persönlichkeiten kennen wie Sveas beste Freundin Nele, ihre tolle Großtante Yva oder – eine meiner persönlichen Lieblinge – Kjells kleine aufgeweckte Schwester Caja.

Die Handlung ist insgesamt recht vorhersehbar und teils auch etwas kitschig, was mich aber nicht gestört hat, für mich gehört das für eine solche Story einfach dazu. Und es ist zudem auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es werden auch ein paar wichtige und tiefgründige Themen angesprochen wie Leistungsdruck, Selbstfindung und den Mut finden, seinen eigenen Weg zu gehen.

Das Ende ist ebenfalls stimmig und passend für die Geschichte und lässt einen mit einem glücklichen und wohlig-warmen Gefühl zurück.

Fazit: „Coming Home for Christmas“ ist eine wunderschöne weihnachtliche Liebesgeschichte mit jeder Menge Cozy Winter Vibes und liebenswerten Charakteren. Ein absolutes Wohlfühlbuch vor der herrlichen verschneiten Kulisse Schwedens und die perfekte Lektüre für kuschelige Lesestunden in der kalten Jahreszeit. Unterhaltsam, romantisch, herzerwärmend. Ich habe das Buch nahezu in einem Rutsch weggeschmökert und eine zauberhafte Zeit mit Svea, Kjell und Co. verbracht. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere