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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2023

Unterhaltsam, sommerlich und romantisch. Ein richtiges Wohlfühlbuch

Instant Karma
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Als ich zum ersten Mal von „Instant Karma“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Sowohl das Cover mit seiner Urlaubsstimmung als auch der Klappentext sprachen mich direkt an. Und da es heißt, dass das ...

Als ich zum ersten Mal von „Instant Karma“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Sowohl das Cover mit seiner Urlaubsstimmung als auch der Klappentext sprachen mich direkt an. Und da es heißt, dass das Buch die perfekte Lektüre für Fans von Rainbow Rowell und Meg Cabot sei (zu denen ich definitiv gehöre), stand für mich schnell fest, dass ich das neue Werk von Marissa Meyer lesen möchte.

Prudence Barnett ist eine absolute Perfektionistin und stets bestens vorbereitet. Ihr Mitschüler Quint Erickson dagegen ist unzuverlässig, faul und vollkommen inkompetent. Zumindest nach Prudences Ansicht. Und ausgerechnet Quint ist ihr neuer Projektpartner in Biologie. Dank seiner chronischen Pünktlichkeit erhalten sie für ihre gemeinsame Präsentation nur ein C – ein Albtraum für Prudence und so was von unfair! Ihr Wunsch nach Gerechtigkeit wird erhört, als sie nach einem Unfall während des Karaoke-Singens in ihrem Lieblingsdiner mit einer wundersamen Fähigkeit erwacht: Sie kann auf einmal augenblickliches Karma auf die Menschen in ihrer Umgebung verteilen. Prudence kann es zunächst gar nicht glauben, aber als sich die Zufälle häufen, ist sie schließlich überzeugt davon, dass sie wirklich die magische Gabe hat, kosmische Gerechtigkeit wiederherzustellen. Sie beginnt daraufhin, Menschen für ihr schlechtes Verhalten zu bestrafen, allerdings gibt es eine Person, bei der ihre Kräfte versagen: Quint. Ist er vielleicht doch nicht der verantwortungslose Typ, für den sie ihn immer gehalten hat? Dass er in der örtlichen Rettungsstation für Meerestiere arbeitet, lässt ihn für sie plötzlich in einem ganz neuem Licht erscheinen. Als sie sich dazu entschließt, während des Sommers als Freiwillige in der Rettungsstation zu arbeiten, beginnt sie zu erkennen, dass vieles oft völlig anders ist als gedacht.

Von Marissa Meyer habe ich vor einigen Jahren den ersten Band ihrer bekannten Luna-Chroniken gelesen, allerdings hatte mir dieser leider nicht so gut gefallen wie erhofft, sodass ich die Reihe nicht weiterverfolgt habe. Da es sich bei „Instant Karma“ um ein völlig anderes Genre handelt, war ich nun sehr gespannt, ob mich die US-amerikanische Schriftstellerin dieses Mal wohl mehr überzeugen kann. Erwartungsvoll begann ich mit dem Lesen - und wurde nicht enttäuscht.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir dank des angenehm flüssigen Schreibstils sehr leicht und von der Kulisse war ich sofort ganz angetan. Marissa Meyer entführt uns in den US-amerikanischen Küstenort Fortuna Beach und verwöhnt uns mit jeder Menge gemütlicher Kleinstadt-Atmosphäre und sommerlichen Urlaubs-Vibes. Das Cover verspricht da wirklich nicht zu viel, die Beschreibungen vom Setting machen große Lust auf Sommer, Strand und Meer und versetzen einen direkt in Ferienlaune.
Beginnen tut die Handlung allerdings noch in der Schule, während des Biologieunterrichts. Wir lernen unsere Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Prudence kennen und es wird schnell deutlich, dass sie eine äußerst ehrgeizige und perfektionistische Person ist. Bei Prudence hat es bei mir eine Weile gedauert, ehe ich vollends mit ihr warm geworden bin. Es hat mir zwar gefallen, dass sie ihre Ecken und Kanten hat, allerdings fand ich ihre extrem sture und rechthaberische Art stellenweise etwas anstrengend. Prudence wird sich im Verlauf aber eine glaubhafte und tolle Entwicklung durchmachen. Sie wird reifer und lockerer werden und unter anderem erkennen, dass sie nicht immer recht hat. Ich fand es richtig schön zu sehen, wie Prudence einige ihrer Fehler einsieht und an ihrem Verhalten arbeitet, wie sie sich für die Rettungsstation einsetzt, mit ihrer neuen karmischen Fähigkeit für Gerechtigkeit sorgt und wie sie während des Sommers nicht nur sich selbst besser kennenlernt, sondern auch Quint.

Mit Quint hat die Autorin einen ziemlichen Gegensatz zu unserer Hauptfigur entworfen. Während Prudence stets perfekt organisiert ist und ihr gute Noten alles bedeuten, sieht Quint Schule recht entspannt. Während sie sehr verbissen ist, ist er freundlich und witzig. Zudem ist er tierlieb und keineswegs so faul und verantwortungslos wie Prudence immer gedacht hat. Ich mochte Quint vom ersten Moment an und das Zusammenspiel zwischen ihm und Prudence habe ich sehr genossen. Ihre Wortgefechte und anfängliche Abneigung haben mich bestens unterhalten und ihre langsame Annäherung hat mir öfters ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die beiden ergeben einfach ein wunderbares Paar, ich mochte die Darstellung ihrer Beziehung und ihre Liebesgeschichte wirklich sehr.

Ansonsten hat mich das Buch handlungstechnisch nicht vollkommen überzeugen können. Aus der Sache mit dem Karma hätte man in meinen Augen vielleicht etwas mehr machen können, keine Ahnung, irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass Prudences plötzliche kosmische Kräfte eine größere Rolle in der Geschichte spielen werden. Manche Stellen haben sich zudem ein wenig für mich gezogen, aber abgesehen davon hat mir das Buch echt gut gefallen. Ich fand es toll, wie viel man über die Arbeit auf einer Rettungstation für Meerestiere lernt und dass einem – ohne erhobenen Zeigefinger – vor Augen geführt wird, wie wichtig es ist die Umwelt zu schützen. Ich mochte Prudences liebenswert-schräge Hipster-Familie, ihre musikverrrückte beste Freundin Ari und die weiteren Charaktere, die originellen Beatles-Anspielungen und den überraschenden Part zum Ende hin. Ich hatte insgesamt viel Spaß beim Lesen und habe das Buch, trotz der leichten Längen zwischendurch, innerhalb kurzer Zeit beendet.

Fazit: Dies war mein zweites Buch von Marissa Meyer und auch wenn meine Erwartungen nicht komplett erfüllt werden konnten, kann ich es nur wärmstens empfehlen. „Instant Karma“ ist ein humorvoller, warmherziger und abwechslungsreicher YA-Roman voller Sommerfeeling und Tierliebe und mit ein bisschen Musik und einer Prise Karma-Magie. Er erzählt eine süße Lovestory zum Mitverlieben und Wohlfühlen und ist mit vielen wertvollen Botschaften gespickt. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 16.05.2023

Zum Träumen schön

Das kleine Haus am Meer
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Bei diesem Bilderbuch stand für mich sofort fest, dass ich es haben muss. In das Cover habe ich mich direkt schockverliebt und der Klappentext klang nach einer ganz zauberhaften Geschichte. Ich ließ „Das ...

Bei diesem Bilderbuch stand für mich sofort fest, dass ich es haben muss. In das Cover habe ich mich direkt schockverliebt und der Klappentext klang nach einer ganz zauberhaften Geschichte. Ich ließ „Das kleine Haus am Meer“ also nur zu gerne bei mir einziehen lassen.

Das kleine blaue Haus am Meer freut sich immer sehr auf den Sommer, wenn das Mädchen mit seiner Familie zurückkehrt. Endlich füllt es sich wieder mit Licht und fröhlichem Lachen und riecht nach Schinken, Pfannkuchen und Popcorn. Auch das Mädchen wartet immer sehnsüchtig auf ihre Rückkehr ans Meer, auf ihr Wiedersehen mit dem blauen gemütlichen Strandhäuschen, ihrem liebsten Ort auf der Welt, wo es so herrlich nach Salz riecht, nach Glück und Sonnenschein. Jedes Jahr genießen das Mädchen und das Haus ihre gemeinsamen Sommerwochen und erleben viele wunderschöne Momente miteinander. Doch dann kommt ein Sommer, in dem der Besuch des Mädchens ausbleibt. Das Haus wartet und wartet, lauscht voller Hoffnung auf das vertraute „Tuut-tuut!“, mit dem die Familie immer eintrifft. Doch vergebens. Die Jahre vergehen und das Haus wartet und wartet. Seine blaue Farbe beginnt zu verblassen, das Holz zu verfallen und es ist still und einsam in dem kleinen Haus. Doch dann, eines Tages, ist es plötzlich da, das wohlbekannte, laute „Tuut-tuut!“. Ist das Mädchen endlich zum Haus zurückkehrt?

Schon damals, als ich das Cover zum ersten Mal sah, ist in mir augenblicklich ein großes Fernweh nach dem Meer erwacht, der Wunsch nach Sommer, Sonne und Strand. Dies war allerdings nur ein Vorgeschmack darauf, was das Innenleben des Buches in mir auslösen würde.
Gleich die ersten Seiten verströmen das pure Sommer- und Urlaubsfeeling und zaubern einem ein wohlig-warmes Gefühl in den Bauch. Man spürt die Wärme der Sonne regelrecht, hat das Tosen der Wellen und das Kreischen der Möwen im Ohr und riecht die salzige Seeluft. Am liebsten würde man sofort seine Koffer packen und selbst dorthin reisen, zu diesem urigen blauen Ferienhäuschen in der Bucht, dem Lieblingsort des Mädchens in diesem Buch.

Mit sanften Worten und liebevollen Bildern erzählen Kelly Jordan und Jessica Courtney-Tickle von der innigen Beziehung zwischen dem Mädchen und ihrem liebsten Platz auf Erden. Aus der Sicht des Hauses begleitet man beiden beim Älterwerden und erlebt viele sorglose Sommertage mit ihnen, voller kindlicher Unbeschwertheit, Sonnenschein, Familienglück und Zufriedenheit. Man lernt die vertrauten Gerüche ihrer gemeinsamen Zeit kennen und erfährt von den verschiedenen Emotionen des Hauses. Neben der großen Liebe, die die beiden füreinander empfinden, und ihrer jährlichen Wiedersehensfreude spüren wir auch die Trauer, Verzweiflung und Einsamkeit des Hauses, als es viele Jahre lang leersteht und immer mehr verfällt. Aber keine Sorge, die Erzählung wird niemals zu traurig. Die Autorin beschreibt den Kummer des Hauses sehr behutsam und lässt alles mit einer wunderbaren Rückkehr glücklich enden. Der Schluss hat mir ganz besonders gut gefallen, da er zeigt, dass kein Abschied für immer sein muss, dass das Ende einer Zeit auch ein Neubeginn sein kann.

Zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren ist das Buch in meinen Augen ideal geeignet. Der Text ist kurz und einfach gehalten und lädt gemeinsam mit den atmosphärischen Illustrationen von Jessica Courtney-Tickle von Beginn an zum Träumen und Wohfühlen ein.

Von den Bildern könnte ich euch nun endlos etwas vorschwärmen, diese sind wirklich ein Traum. Sie sind farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, vor allem von der Diversität der Figuren, die völlig selbstverständlich abgebildet wird, bin ich begeistert. Sie strahlen etwas Heimelig-Gemütliches aus und machen, wie der Text, große Lust auf Sommerurlaub am Meer.

Fazit: „Das kleine Haus am Meer“ ist ein herrlich nostalgisches und wundervoll illustriertes Bilderbuch für Jung und Alt und eine Hommage an die besonderen Orte in unserem Leben, die wir lieben und schätzen. Es erzählt eine herzerwärmende, poetische und stimmungsvolle Familiengeschichte voller sommerlicher Nostalgiemomente und ist ein echter Schatz für alle, die sich gerne ans Meer und an Sehnsuchtsorte aus der Kindheit träumen. Ich kann dieses zeitlos schöne Bilderbuch nur empfehlen, mich hat es sehr berührt und vollkommen verzaubert. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 15.05.2023

Ein echter Bilderbuchschatz über die Liebe für Bücher. Total süß und wunderschön illustriert.

Der Waldbuchclub
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Als ich zum ersten Mal von „Der Waldbuchclub“ hörte, war es sofort um mich geschehen. In den Buchtitel und das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext ließ mein Herz ebenfalls ...

Als ich zum ersten Mal von „Der Waldbuchclub“ hörte, war es sofort um mich geschehen. In den Buchtitel und das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und der Klappentext ließ mein Herz ebenfalls direkt höher schlagen. Dieses Bilderbuch musste ich einfach haben.

Der kleine Hase Hoppel liebt Bücher über alles. Seit er zum ersten Mal heimlich der Märchenstunde vor der Bibliothek gelauscht hat, hat er das Gefühl, ohne Geschichten nicht mehr leben zu können. Doch als die Tage kühler werden, wird die Vorlesestunde zurück in die Bücherei verlegt. Da Tiere dort bestimmt nicht erlaubt sind, gibt es nun keine neuen Geschichten mehr für Hoppel. Eine große Sehnsucht erwacht in ihm, er kann auf Bücher einfach nicht mehr verzichten. Er tüftelt daher einen Plan aus. Jede Nacht klettert er fortan still und leise durch die Rückgabeklappe in die Bibliothek und deckt sich mit neuem Lesefutter ein. Bei sich zu Hause in seinem Bau macht er sich dann gemütlich und lässt sich in wunderbare Buchwelten entführen. Es dauert nicht lange und die anderen Waldtiere werden neugierig und wollen wissen, was Hoppel in letzter Zeit eigentlich macht. Hoppel weiht sie in ihr Geheimnis ein – und steckt sie im Nu mit seiner Bücherliebe an.

„Eine Hommage an die zauberhafte Welt der Bücher und des Lesens“ – so heißt es hinten auf dem Einband und das trifft es absolut. Eine bessere und passendere Beschreibung für dieses Buch hätte man wohl wirklich kaum finden können. „Der Waldbuchclub“ ist ein wahres Fest für kleine und große Bücherfans und für alle, die gerne Bibliotheken besuchen. Und für Hasenfreunde. Es erzählt eine entzückende Geschichte für Kinder ab 3 Jahren und entführt uns in eine fantasievolle Welt, in der Tiere zu leidenschaftlichen Leserinnen werden.

In warmherzigen und sanften Worten erzählt die Autorin Annie Silvestro von dem Hasen Hoppel, der nichts mehr liebt als das Eintauchen in Geschichten. Als Bibliophiler fühlt man sich sofort mit diesem kleinen Bücherwurm mit Puschelschwanz und Schlappohren verbunden und kann seine Sehnsucht nach Büchern nur zu gut nachvollziehen. In Geschichten kann man einfach alles sein und die tollsten Abenteuer erleben. Sie nehmen einen auf magische Reisen mit und lassen einen alles um sich herum vergessen. Genau danach sehnt sich auch Hoppel, nach diesem Abtauchen und Versinken in fremde Welten.
Es ist einfach herrlich zu sehen, wie sehr Hoppel für Geschichten und neuen Lesenachschub brennt. Wie er mit seiner großen Leidenschaft die anderen Waldtiere ansteckt und sie in einträchtiger Runde zusammen schmökern. Ihre Faszination für das Lesen springt auf uns Leser
innen und Zuhörer*innen im Nu über und macht große Lust darauf, selbst mal einer Bibliothek einen Besuch abzustatten und es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Hoppel und seine Freunde werden Kinder hoffentlich dazu inspirieren und anregen, die bunte Welt der Literatur kennenlernen zu wollen und in einer Bücherei zu stöbern. Und vielleicht auch einen eigenen Buchclub zu gründen.
Die Geschichte zeigt uns aber nicht nur, wie wundervoll Bücher sind und wie viel Spaß das gemeinsame Lesen machen kann. Wir erfahren auch, was es in Bibliotheken zu beachten gibt, dass man Bücher nur mit einem Leseausweis ausleihen kann und man sie nicht einfach so behalten darf, sondern auch wieder zurückbringen muss.

Genauso liebevoll und zauberhaft wie der Text sind auch die vielen Illustrationen von Tatjana Mai-Wyss. Ihre ausdrucksstarken und atmosphärischen Bilder sind in bunten Wasserfarben gehalten und stecken voller kleiner Details. Sie laden zum Verweilen und Entdecken ein und begleiten die Geschichte rundum perfekt.

Fazit: „Der Waldbuchclub“ geschrieben von Annie Silvestro und illustriert von Tatjana Mai-Wyss erzählt eine wunderschöne süße Tiergeschichte über die Magie des Lesens, den Zauber von Geschichten und die Liebe und Begeisterung für die Buchwelt. Es ist eine Liebeserklärung an das gedruckte Wort und ein echter Buchschatz für alle, die Bücher und Bibliotheken lieben und für alle, die noch buchverrückt werden wollen. Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 11.05.2023

Genauso toll wie Band 1. Ein echtes Gute-Laune-Buch zum Wohlfühlen

Ruby 2: 1 Chaos-Queen und jede Menge Glitzerstaub
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Endlich geht es mit Ruby weiter! Nachdem mich der erste Band vollauf begeistert hat, habe ich mich auf die Fortsetzung tierisch gefreut. Ich war so gespannt wie es wohl mit Ruby und Co. weitergehen wird.

Seit ...

Endlich geht es mit Ruby weiter! Nachdem mich der erste Band vollauf begeistert hat, habe ich mich auf die Fortsetzung tierisch gefreut. Ich war so gespannt wie es wohl mit Ruby und Co. weitergehen wird.

Seit sich ihre Eltern voneinander getrennt haben, lebt die 12-jährige Ruby das Wechselmodell: Eine Woche wohnt sie bei ihrer Mutter und ihren Großeltern in einem Haus mit Garten in Grün-Berlin und eine bei ihrem Vater in einer unkonventionellen WG in Bunt-Berlin. Ruby liebt ihre beiden völlig unterschiedlichen Zuhause und kommt mit dem ständigen hin und her Pendeln gut klar. Ihr Leben wird nie langweilig, es ist wirklich immer etwas los. Vor allem in der Wohngemeinschaft, in der ein Zimmer regelmäßig den Bewohner wechselt. Als die sympathische Lizzy das Zimmer mietet, ziehen zusammen mit ihr nicht nur zwei superniedliche kleine Hunde in die WG mit ein, sondern auch eine ordentliche Portion Chaos. Nach der Trennung von ihrem Ex-Freund ist Lizzy nicht nur knapp bei Kasse, sondern auch etwas planlos und ihre beiden Vierbeiner machen dauernd Unsinn. Aber auch im grünen Berlin geht es aufregend zu. Rubys Mutter behauptet doch tatsächlich, dass ihre Tochter handysüchtig sei. Pah, das sagt die Richtige!

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um den zweiten Band der Ruby-Serie. In meinen Augen ist es nicht zwingend erforderlich den ersten Teil zu kennen. Die Bücher bauen zwar aufeinander, aber da alles Wissenswerte kurz erklärt wird, sollte man die Fortsetzung auch ohne Vorkenntnisse gut lesen können. Um in den vollen Genuss beider Bände zu kommen, empfiehlt es sich aber natürlich, ihre chronologische Reihenfolge einzuhalten.

Für mich war das Eintauchen in das Buch wie nach Hause kommen. In Rubys Welt fühle ich mich einfach schon jetzt richtig heimisch und unsere Hauptprotagonistin habe ich bereits im Vorgänger fest in mein Herz geschlossen.
Ruby ist so jemand, den man direkt gernhaben muss und nur zu gerne zur Freundin hätte. Sie ist freundlich, mitfühlend, offen und hilfsbereit und weiß die besonderen Augenblicke im Leben zu schätzen, sie denkt viel nach, macht sich für andere stark und versucht stets alles, um ihren Mitmenschen zu helfen. Zu sehen, wie sie in diesem Band der neuen WG-Mitbewohnerin Lizzy bei ihren Problemen hilft und immer fest an sie glaubt, ist total schön und herzerwärmend.
Ruby ist einfach ein tolles Mädchen und in so vielen Dingen ein großartiges Vorbild. Fehlerfrei ist sie natürlich nicht, auch bei ihr läuft nicht immer alles rund, aber gerade das macht sie so liebenswert und echt. Leser*innen ab 10 Jahren werden sich garantiert sehr gut mit ihr identifizieren können, aber auch mir, als Erwachsene, ist es wieder mühelos geglückt, mich in unsere 12-jährige Hauptfigur hineinzuversetzen.

Die Handlung wird erneut aus Rubys Sicht in der Ich-Perspektive geschildert und wie ich es von der Autorin gewohnt bin, ist es ihr mal wieder erstklassig gelungen, aus dem Blickwinkel einer jungen Heranwachsenden zu schreiben. Die Sprache ist jugendlich, ehrlich und direkt, eben genau so wie Zwölfjährige sprechen, und Rubys Denken und Fühlen wird jederzeit authentisch dargestellt.
Auch die weiteren Charaktere wurden überzeugend ausgearbeitet und können nicht nur mit viel Authentizität, sondern auch mit Vielfalt punkten. Rubys Leben kann man wahrlich nur als bunt bezeichnen. Bei ihrer Mama am Rand von Berlin lebt sie in einem drei-Generationen-Haushalt, bei ihrem Papa im Herzen der Stadt wohnt sie in einer coolen WG mit einem schwulen Paar und einem ständig wechselnden Mieter. In diesem Fall ist es die junge Lizzy, die eine PoC ist. Bücher wie die Ruby-Reihe, in denen Diversität und Toleranz auf eine so schöne Weise vermittelt wird, sollte es definitiv noch viele mehr geben.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Es macht einfach so viel Spaß, Ruby durch ihren Alltag zu begleiten; Zeit mit ihr, ihren Freundinnen und den weiteren Charakteren zu verbringen und durchweg mit ihr mitzufiebern. Man fliegt beim Lesen nur so durch die Seiten und kann eigentlich gar nicht anders, als das Buch in einem Rutsch durchzulesen.
Die Geschichte ist allerdings nicht nur mitreißend und unterhaltsam. Neben ganz viel Großstadt-Trubel, wunderbaren Freundschaftsmomenten und kleinen tierischen Katastrophen erzählt Susanne Fülscher auch gekonnt von aktuellen Themen wie Alltagsrassismus, Handysucht und Gendern. Dazu dann noch die vielen süßen schwarz-weiß Zeichnungen von Isabelle Metzen und Rubys tägliche Noitzbucheinträge machen das Leseerlebnis rundum perfekt.

Fazit: Mit dem zweiten Teil ihrer Ruby-Reihe beschert uns die deutsche Autorin Susanne Fülscher ein weiteres absolutes Wohlfühlbuch voller Herz, Humor und Chaos und mit jeder Menge Großstadt-Feeling. Mir hat der zweite Band genauso gut gefallen wie der erste. Auch „1 Chaos-Queen und jede Menge Glitzerstaub“ nimmt uns in das trubelige Berlin mit und erzählt eine warmherzige, locker-leichte und herrlich quirlig-turbulente Geschichte über das bunte Leben der 12-jährigen Ruby. Ich habe meine Zeit mit Ruby und Co. erneut zutiefst genossen und fiebere meinem nächsten Wiedersehen mit ihnen schon jetzt voller Vorfreude entgegen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Ein echtes Gute-Laune-Wohlfühlbuch! Spannend, lustig und wunderbar magisch.

Sparkling – Maries zauberhafte Welt
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Als ich zum ersten Mal von „Sparkling – Maries zauberhafte Welt“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Von dem farbenfrohen Cover habe ich mich wie magisch angezogen gefühlt und die Inhaltsangabe klang ...

Als ich zum ersten Mal von „Sparkling – Maries zauberhafte Welt“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Von dem farbenfrohen Cover habe ich mich wie magisch angezogen gefühlt und die Inhaltsangabe klang nach einer Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Für mich stand daher schnell fest, dass ich das neue Werk von Angela Kirchner lesen möchte.

Als kleines Kind wurde die 12-jährige Marie von dem Magier Luuk adoptiert und wird seit kurzem von ihm in der Zauberkunst ausgebildet. Obwohl Marie sehr begabt ist, will das bei ihr mit dem Zaubern noch nicht so richtig klappen. Sie ist einfach ständig woanders mit ihren Gedanken. Bei den superleckeren Köstlichkeiten aus Amélies Gaumenfreuden zum Beispiel. Da es mit Maries Konzentration ziemlich hapert, entstehen bei ihren Zaubereien oft kleine Funken, sogenannte Sparkles, die für ordentlich Chaos sorgen. So kann es passieren, dass plötzlich nicht nur die Nachbarskatze sprechen kann, sondern auch ein kleiner Goldopa-Zwerg. Als dann auch noch Luuk spurlos verschwindet, steht Maries Welt komplett Kopf. Zusammen mit dem Jungen Philip und dem Butler und Gestaltwandler Alfred begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Adoptivvater. Ein aufregendes und gefährliches Abenteuer beginnt...

Die deutsche Autorin Angela Kirchner war mir nicht unbekannt. Vor einigen Jahren habe ich ihren Jugendroman „Viel näher als zu nah“ gelesen, von dem ich allerdings leider etwas enttäuscht war. Da es sich bei „Sparkling – Maries zauberhafte Welt“ um eine völlig andere Art von Story handelt, war ich nun äußerst gespannt, ob mich Angela Kirchner wohl dieses Mal mehr überzeugen kann...Und um euch nicht unnötig auf die Folter zu spannen: Es ist ihr ohne Zweifel gelungen!
Mir ist schon nach wenigen Seiten klar geworden, dass ich eine sehr vergnügliche und tolle Zeit mit dem Buch verbringen werde. Das Cover verspricht da eindeutig nicht zu viel – genauso fröhlich und bezaubernd wie der Einband ist auch der Inhalt.

Gleich das erste Kapitel beginnt turbulent und unterhaltsam und sprüht nur so vor Magie. Wir lernen unsere Hauptprotagonistin Marie kennen und erleben mit, wie einer ihrer Zaubersprüche mal wieder ein wenig schiefläuft. Ich habe Marie direkt in mein Herz geschlossen. Sie ist eine Romanheldin, wie ich sie besonders gerne mag: Aufgeweckt, mutig und alles andere als perfekt. Bei Marie verläuft definitiv nicht alles wunschgemäß, sie wird im Verlauf der Geschichte öfters für eine Menge Chaos sorgen und hin und wieder eine unkluge Entscheidung treffen. Doch gerade das macht sie so sympathisch und authentisch.
Die weiteren Figuren wurden ebenfalls liebevoll und glaubhaft ausgearbeitet und haben ihre Ecken, Kanten und Marotten. Da wäre zum Beispiel Philip, der Nachbarsjunge aus der Hausnummer Neun, der ähnlich pfiffig und entschlossen ist wie Marie und gemeinsam mit ihr ein unschlagbares Team ergibt. Philip habe ich ebenfalls richtig liebgewonnen, aber auch den Rest der Truppe fand ich großartig wie Keks, ein sprechender Kater mit britischem Akzent (einer meiner persönlichen Lieblinge) oder der Butler und Gestaltwandler Alfred. Es ist einfach die reinste Freude, Zeit mit ihnen allen zu verbringen.

Auch handlungstechnisch kann das Buch überzeugen. Maries Adoptivvater und Lehrmeister Luuk wird bereits recht früh im Buch spurlos verschwinden und als Leser*in weiß man bis zum Schluss nicht, was mit ihm geschehen ist und wo er sich befindet. Das Lesen wird dadurch sehr spannend, da man ständig am herumrätseln ist und ordentlich ins Mitfiebern gerät. Ich zumindest bin durchweg im Dunken getappt und wurde von der Auflösung am Ende ziemlich überrascht.
Neben schrägen Charaktereigenheiten, chaotisch-amüsanten Zauberpannnen und vielen Geheimnissen erzählt Angela Kirchner auch von Freundschaft, Familie und Zusammenhalt, von Vertrauen, den Glauben an sich selbst und davon, dass es vollkommen okay ist, Fehler zu machen, solange man sie einsieht und aus ihnen lernt. All dies steckt unter anderem zwischen diesen Seiten, gekonnt verpackt in einem fantasievollen Abenteuer, das an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt und gemeinsam mit den süßen schwarz-weiß Zeichnungen an den Kapitelanfängen von Annebelle von Sperber ein gelungenes Gesamtpaket ergibt.

Fazit: Ein echtes Gute-Laune-Wohlfühlbuch! Spannend, lustig und voller Überraschungen.
Mit viel Witz und Charme nimmt uns Angela Kirchner in ihrem neuen Kinderbuch auf ein zauberhaftes Abenteuer mit und beschert uns einen wunderbar magischen Lesespaß mit lauter liebenswerten Charakteren und vielen kunterbunten Ideen. Ich kann „Sparkling – Maries zauberhafte Welt“ nur empfehlen, sowohl Mädchen und Jungen ab 10 Jahren als auch Erwachsenen. Ich hatte jede Menge Spaß beim Lesen und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Marie und Co. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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