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Veröffentlicht am 10.01.2023

Eine wunderbare Fortsetzung voller Spannung, Herz und Magie!

Amari und das Spiel der Magier
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Da B. B. Alstons Kinderbuchdebüt „Amari und die Nachtbrüder“ ein absolutes Highlight für mich war, habe ich dem zweiten Band ganz sehnsüchtig entgegen gefiebert. Ich war so gespannt wie es wohl mit Amari ...

Da B. B. Alstons Kinderbuchdebüt „Amari und die Nachtbrüder“ ein absolutes Highlight für mich war, habe ich dem zweiten Band ganz sehnsüchtig entgegen gefiebert. Ich war so gespannt wie es wohl mit Amari weitergehen wird.

Nachdem es Amari gelungen ist, ihren Bruder Quinton wiederzufinden und zudem auch noch die gesamte magische Welt gerettet hat, hätte sie sich eine Pause mehr als verdient. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt der 13-jährigen jedoch nicht. Ein rätselhafter Zeitstillstand versetzt die übernatürliche Welt in Aufruhr und Amari gerät erneut in die Bredouille. Man gibt den Magiern die Schuld an dem Zeitstillstand und lässt Amari fortan beschatten. Amari ist fest entschlossen, das Ganze aufzuklären und ihre Unschuld zu beweisen. Das Spiel der Magier und ein neues gefährliches Abenetuer beginnt...

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um die Fortsetzung zu „Amari und die Nachtbrüder“. Da die Bände sehr aufeinander aufbauen, rate ich dringend, sie in ihrer korrekten Reihenfolge zu lesen. Es wird am Anfang zwar alles Wichtige kurz erklärt, allerdings kann ich mir dennoch nicht vorstellen, dass man der Handlung in Band 2 ohne die Kenntnisse aus dem Vorgänger problemlos folgen kann.
Bei mir ist es inzwischen eine Weile her, dass ich den Reihenauftakt gelesen habe. Meine Erinnerungen an die Ereignisse waren daher nicht mehr frischesten. Mithilfe der geschickt eingeflochtenen kleinen Rückblenden habe ich aber glücklicherweise sehr gut in das Buch hineingefunden und es in vollen Zügen genießen können. Und genossen habe ich es, definitiv. Mir persönlich hat dieser Teil sogar noch ein bisschen besser gefallen als der vorherige. Meiner Ansicht nach hat B. B. Alston spannungstechnisch noch mal eine Schippe drauf gelegt und mit „Amari und das Spiel der Magier“ einen wahren Pageturner aufs Papier gebracht, den man nicht mehr aus der Hand legen mag.

Die Geschichte knüpft ziemlich direkt an dem Ende des Vorgängers an und man ist sofort wieder mittendrin im Geschehen. Langes Vorgeplänkel ist hier zweifellos Fehlanzeige. Die Story kann bereits zu Beginn mit einem hohen Spannungsbogen aufwarten und hält uns Leserinnen mit zahlreichen Überraschungsmomenten bis zum Schluss in Atem.
Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle auf. Seien es die ersten Kapitel, in denen wir uns noch in der Wirklichkeit aufhalten, oder die deutlich dominierenden Szenen in der übernatürlichen Welt, in die es uns mit Amari ziemlich schnell verschlagen wird: Mich hat die gesamte Handlung durchweg mitreißen und fesseln und bestens unterhalten können.
Der Mix aus actionreich und spaßig ist in meinen Augen einfach wieder super gelungen und harmoniert ideal mit dem tiefgründigen Part der Geschichte. B. B. Alston hat auch diesmal wohldurchdacht und kindgerecht eine Menge wichtige Themen und Werte in die Story einfließen lassen wie Mobbing, Diskriminierung, Vorurteile, Rassismus, Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt und der Glaube an sich selbst. Das Buch lädt somit nicht nur zum Mitfiebern ein, es regt auch zum Nachdenken an und bewegt.

Mit den Figuren hat mich der US-amerikanische Autor ebenfalls wieder überzeugen können. Ob alte Bekannte oder neue Gesichter, ob gut oder böse – alle wurden sie glaubhaft und facettenreich ausgearbeitet, jeder von ihnen ist auf seine Art und Weise einzigartig.
Besonders gut gefallen hat mir erneut unsere 13-jährige Hauptprotagonistin Amari, aus deren Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird. Mit ihr hat B. B. Alston eine wundervolle Romanheldin erschaffen. Amari ist liebenswert, clever, mutig und tough, man muss sie einfach gernhaben, und für ihre Entschlossenheit und Tapferkeit kann man sie nur bewundern. Perfekt ist sie allerdings nicht. Amari ist durchaus verletzlich und besitzt Zweifel und Ängste, was sie nur noch authentischer macht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich viele junge Leser
innen sehr gut mit ihr identifizieren werden, vor allem diejenigen, die wie Amari ebenfalls anders sind und Erfahrungen mit Ausgrenzung haben. Mir, als Erwachsene, ist es durch die anschaulichen und nachvollziehbaren Beschreibungen ihrer Empfindungen und Gedanken aber auch wieder mühelos geglückt, mich in unsere junge Ich-Erzählerin hineinzuversetzen. Ich habe mit Amari mitgefühlt, mitgelitten, mitgehofft und mitgefiebert und nur zu gerne mitverfolgt, wie sie an ihren neuen Herausforderungen wächst und sich weiterentwickelt.
Unter den zahlreichen Nebenfiguren zählte erneut Elsie, Amaris schlaue beste Freundin, zu meinen persönlichen Lieblingen. Ich mag ihre pfiffige Art unheimlich gerne und zu sehen, wie großartig sie Amari unterstützt und immer für sie da ist, hat mir richtig das Herz erwärmt. Die Freundschaft der beiden Mädchen wird einfach wieder toll dargestellt. Die Zwei können sich stets aufeinander verlassen und ergeben zusammen ein unschlagbares Team.

Settingmäßig hat das Buch ebenfalls vollends bei mir punkten können. Ich bin nach wie vor ganz fasziniert von der übernatürlichen Welt, die B. B. Altson für seine Amari-Reihe kreiert hat. Sie überzeugt abermals mit einer gelungenen Mischung aus vertrauten Fantasyelementen wie einer magische Prüfung – und neuen coolen Einfällen, einem sprechenden und recht eigenwilligem Fahrstuhl zum Beispiel. Ich habe mich in dieser außergewöhnlichen Welt wieder rundum wohl gefühlt und hatte dank der bildhaften Beschreibungen richtiggehend das Gefühl, selbst vor Ort zu sein.

Das Ende hat mich gleichermaßen zufriedenstellen können. Viele Fragen werden geklärt, es bleibt aber auch einiges offen, sodass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. Laut Goodreads wird die englischsprachige Ausgabe vom dritten Teil nur leider erst dieses Jahr im September erschienen. Da heißt es also noch ein ganzes Weilchen hibbeln und warten.

Fazit: Ein fantastisches magisches Abenteuer voller Spannung, Witz und Herz!
Auf den zweiten Teil der Amari-Reihe haben wir uns recht lange gedulden müssen, doch die Wartezeit hat sich eindeutig gelohnt. Für mich war dieser Band ein echtes Lesehighlight, mich hat er sogar noch etwas mehr begeistern können als der Vorgänger. B. B. Alston vereint auch dieses Mal gekonnt packende und unterhaltsame Kinderfantasy mit wichtigen Themen und Botschaften und beschert uns mit „Amari und das Spiel der Magier“ ein stimmiges Gesamtpaket, das prall gefüllt ist mit originellen Ideen, unvorhersehbaren Wendungen, zauberhaften Charakteren und viel wunderbarer Magie. Mir hat es erneut total viel Spaß gemacht, unsere starke Heldin Amari auf ihren Erlebnissen zu begleiten und ich freue mich schon sehr auf mein nächstes Wiedersehen mit ihr. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 07.01.2023

Ein zauberhaftes und so süßes Bilderbuch!

Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt
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Als ich zum ersten Mal von dem Bilderbuch „Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ hörte, wusste ich augenblicklich, dass ich es haben muss. Bei einem Blick auf das entzückende Cover war es einfach sofort ...

Als ich zum ersten Mal von dem Bilderbuch „Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ hörte, wusste ich augenblicklich, dass ich es haben muss. Bei einem Blick auf das entzückende Cover war es einfach sofort um mich geschehen und der Klappentext klang nach einer ganz reizenden Geschichte. Und da ich zudem ein großer Fan von den Bildern von Stephanie Graegin bin, zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ das Buch bei mir einziehen.

Die Bärin Flora und der kleine Kater Otto sind die dicksten Freunde und leben zusammen in einem gemütlichen Baumhäuschen. Flora liebt es, über das zu schreiben, was sie und Otto gemeinsam unternehmen und erleben, aber Otto findet das viel zu langweilig. Er ist der Meinung, dass eine Geschichte über ein großes Abenteuer viel spannender ist. Die beiden beschließen daher, in den Wald zu gehen, in dem es eine Menge zu entdecken gibt und wo sie hoffentlich Inspiration für eine abenteuerliche Geschichte finden werden. Im Wald treffen sie auf die verschiedensten Gestalten aus bekannten Märchen und Fabeln. Auf ein Mädchen im roten Umhang zum Beispiel, das gerade auf dem Weg zu ihrer Großmutter ist, und auf drei kleine Schweinchen, die ein Haus bauen wollen. Otto findet das alles aber überhaupt nicht spannend. Auch das Rennen zwischen einem Hasen und einer Schildkröte ist ihm nicht aufregend genug. Ob die beiden Freunde wohl noch fündig werden? 

„Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ ist mal wieder so ein Buch, bei dem ich bereits vor dem Lesen wusste, dass ich es lieben werde. Mir war einfach schon damals, als ich es zum ersten Mal in der Verlagsvorschau sah, sofort klar, dass es sich hierbei um eine echte Bilderbuchperle handelt, die mein Bücherregal nicht mehr verlassen wird. Und tja, was soll ich sagen, ich habe damit goldrichtig gelegen. Ich bin total verliebt in dieses Buch und finde es so schade, dass es so unbekannt ist. Zumindest ist mein Eindruck, dass es bisher nur recht wenig Beachtung erhalten hat. Ich hoffe daher nun sehr, dass meine Rezension ein bisschen dazu beitragen wird, dass mehr Menschen auf dieses Schätzchen aufmerksam werden und bei sich einziehen lassen.

In meinen Augen hat Stephanie Graegin mit „Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ wirklich etwas ganz Wundervolles und Einzigartiges aufs Papier gebracht. Allein schon die Gestaltung würde ich als außergewöhnlich bezeichnen. Das Innenleben des Buches ist stellenweise ähnlich aufgemacht wie ein Comic. Neben vielen großflächigen Illustrationen gibt es auch einige Panels von unterschiedlicher Größe und die gesprochenen Wörter befinden sich stets in Sprechblasen. 
Mir hat das gesamte Layout überaus gut gefallen und an den farbenfrohen Bildern habe ich mich gar sattsehen können. Mehrmal hinschauen lohnt sich aber auch definitiv. Nicht nur, weil die Zeichnungen so unheimlich süß und herzig sind – sie stecken auch voller kleiner versteckter Details, die zum Verweilen und langen Betrachten einladen. Das Erkunden der Bilder wird einfach nie langweilig, da es ständig etwas Neues zu entdecken gibt. So haben zum Beispiel viele berühmte Figuren aus Märchen und Fabeln ihren Weg in dieses Buch gefunden wie Rotkäppchen, die drei kleinen Schweinchen und die böse Hexe aus „Hänsel und Gretel“. Und dann gibt es noch das Lebkuchenmännchen, das auf jeder Wald-Doppelseite sein Unwesen treibt. Das Finden des Lebkuchenmannes und der sagen- und märchenhaften Charaktere ist wie eine Art Wimmelbild-Suchspiel und wird Kindern ab 4 Jahren garantiert jede Menge Spaß machen. Ich, als Erwachsene, hatte aber auch wahnsinnig viel Freude dabei in die nostalgischen Illustrationen einzutauchen und die vielen kleinen Feinheiten aufzuspüren. 

Neben der Gestaltung begeistert das Buch natürlich auch mit der Erzählung. „Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ erzählt eine warmherzige Geschichte über den Wert von Freundschaft und die einfachen Freuden des Lebens. Auf eine kindgerechte Weise wird uns vor Augen geführt, dass es nicht immer ein großes Abenteuer braucht, um einen tollen und spannenden Tag zu haben, sondern dass auch ganz alltägliche Dinge sehr aufregend sein können und es eigentlich gerade diese vertrauten Momente in unserem Leben sind, die uns wirklich glücklich machen.
Zudem wird uns gezeigt, dass auch zwei sehr ungleiche Personen die allerbesten Freunde sein können. Ich fand es richtig schön zu sehen, wie lieb sich die Bärin Flora und der Kater Otto haben und wie gut sie sich verstehen. Immer einig sind sie sich natürlich nicht, doch anstatt zu streiten, reden sie miteinander und suchen gemeinsam nach Lösungen für ihre Meinungsverschiedenheiten. Mit Flora und Otto hat Stephanie Graegin zwei bezaubernde Charaktere erschaffen, man muss die beiden einfach sofort ins Herz schließen.

Fazit: Stephanie Graegin ist mit „Flora und Otto. Wo das Abenteuer wohnt“ ein ganz besonderes und zauberhaftes Bilderbuch ab 4 Jahren gelungen, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Es erzählt eine herzerwärmende Freundschaftsgeschichte und ist wunderschön und liebevoll gestaltet. Es ist eine große Bereicherung für jedes Kinderbuchregal und verzaubert Jung und Alt mit lauter detailverliebten Bildern und vielen versteckten Anspielungen auf bekannte Märchen, Sagen und Fabeln. Mir hat es unheimlich viel Vergnügen bereitet, Flora und Otto auf ihrem Waldspaziergang zu begleiten und mich zusammen mit ihnen auf Abenteuersuche zu begeben. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Mystisch, magisch, queer & außergewöhnlich

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall
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Da mir „Rowan & Ash“ von Christian Handel so gut gefallen hat, war meine Neugier umgehend geweckt, als ich von seinem neuen Jugendroman „Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall“ hörte. Cover und Klappentext ...

Da mir „Rowan & Ash“ von Christian Handel so gut gefallen hat, war meine Neugier umgehend geweckt, als ich von seinem neuen Jugendroman „Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall“ hörte. Cover und Klappentext sprachen direkt an. Für mich stand daher schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte.

Da sie ihn als kleinen Jungen bei seinem Vater zurückgelassen hat, ist der inzwischen 16-jährige Colin nicht allzu gut auf seine Mutter zu sprechen. Er reist daher nur sehr widerwillig nach Thornhill Hall, dem alten abgelegenen Herrenhaus seiner Mutter, wo er gemeinsam mit ihr und ihrer neuen Familie den Sommer verbringen soll. Kurz nach seiner Ankunft kommt es zu einem fatalen Ereignis: Colin wird von jemanden die Treppe hinuntergestoßen und erwacht als Geist wieder. Von den anderen Geistern des Hauses erfährt er, dass er nur in sein früheres Leben zurückkehren kann, wenn er innerhalb von drei Tagen das verborgene Zimmer findet. Colin ist fest entschlossen, es zu versuchen. Hilfe erhält er dabei von dem gleichaltrigen Theodore, der ihn nicht nur - bis auf auf die Geister - als Einziger sehen kann, sondern der Colins Gefühle auch ziemlich durcheinanderbringt.

Als ich mir damals zum ersten Mal den Klappentext durchlas, war ich wirklich sofort Feuer und Flamme. Geister und alte abgelegene Herrenhäuser sind einfach genau mein Ding und diese bunte Mischung aus mehreren Genres klang nach einer ziemlich coolen und originellen Geschichte. Und da mich Christian Handel bereits in „Ash & Rowan“ mit seiner Verknüpfung aus Fantasy und homosexueller Romanze begeistern konnte, war ich ausgesprochen guter Dinge, dass es ihm auch ein weiteres Mal gelingen wird. Ob ich damit wohl richtig lag?
Um es kurz zu machen: Gänzlich überzeugen konnte mich mein zweites Werk von Christian Handel leider nicht, aber viel Spaß beim Lesen hatte ich dennoch und ich kann das Buch auch nur empfehlen. Der deutsche Autor vereint auch dieses Mal gekonnt verschiedene Elemente miteinander und beschert uns mit „Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall“ ein Buch, welches man in keine Kategorie stecken kann: Durch den Tod unseres 16-jährigen Hauptprotagonisten Colin kommt eine leichte Krimi-Spannung auf; die magische Geisterwelt sorgt für einen Fantasy-Anteil und verleiht dem Ganzen einen mystischen Touch; durch die queere Lovestory ist nicht nur die LGBTQ-Thematik vertreten, sondern auch eine ordentliche Portion Romantik vorhanden und dank der Kulisse handelt es sich bei dem Buch zudem auch noch um einen historischen Roman.

In die Geschichte habe ich mühelos hineingefunden. Christian Handels atmosphärischer und angenehmer Schreibstil sagte mir auch diesmal auf Anhieb zu und von dem Setting war ich von Beginn an ebenfalls ganz angetan. Mit dem einsam gelegenen Anwesen Thornhall Hill hat der Autor einfach den idealen Schauplatz für einen Geisterschmöker geschaffen und da er sich bestens darin versteht, Orte bildhaft und stimmungsvoll zu beschreiben, hat man beim Lesen förmlich das Gefühl selbst dort zu sein und kommt durchweg in den Genuss einer wunderbaren zauberischen Atmosphäre.

Auch unserer Romanheld Colin, aus dessen Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, war mir vom ersten Moment an sympathisch. Er wirkt anfangs zwar noch etwas verschlossen, sodass ich zunächst eine gewisse Distanz zu ihm empfunden habe, allerdings hat sich das im Nu gelegt. Mir ist Colin sehr schnell ans Herz gewachsen und da seine Empfindungen und Gedanken authentisch veranschaulicht werden, habe ich mich ohne Probleme in ihn hineinversetzen können. Ich habe sein Denken, Fühlen und Handeln und seine innere Zerrissenheit hinsichtlich seiner Mutter jederzeit nachvollziehen können und fand es wundervoll seine Entwicklung mitzuverfolgen.

Mit den weiteren Figuren hat der Autor ebenfalls bei mir punkten können. Ob Mensch oder Geist – alle wurden sie facettenreich ausgearbeitet und sorgen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften für abwechslungsreiche und unterhaltsame Lesemomente. Besonders liebgewonnen habe ich Theodore, kurz Teddy, der unseren Protagonisten nach dessen Tod als einziger wahrnehmen kann. Die Liebesgeschichte der beiden wird einfach toll dargestellt. Ein wenig verwundert hat mich nur die Toleranz, die man den beiden entgegenbringt. Dafür, dass die Erzählung Ende des 19. Jahrhunderts spielt, geht man mit der Beziehung der zwei erstaunlich offen und aufgeschlossen um. Gestört hat mich das allerdings nicht. Ich mochte die Lovestory echt gerne. Sie ist gefühlvoll, berührend und zart und entwickelt sich in meinen Augen vollkommen glaubhaft.

Ansonsten muss ich jedoch sagen, dass mich das Buch plottechnisch nicht komplett abholen können. Obwohl die Handlung mit so einigen Geheimnissen und Unvorhersehbarkeiten aufwarten kann und auch der Humor nicht zu kurz kommt, hat sie mich nicht vollends packen können. Langeweile kam für mich zwar an keiner Stelle auf, aber da es recht lange dauert, bis die Story an Fahrt aufnimmt, blieben der erhoffte fesselnde Lesesog und das eifrige Mitfiebern bei mir leider größtenteils aus. Zudem habe ich etwas den Zeitdruck vermisst, unter dem Colin eigentlich stehen müsste. Ihm bleiben nur drei Tage Zeit, um in seinen Körper zurückzufinden und dafür, dass dieses Ultimatum ziemlich kurz ist, bleibt er für meinen Geschmack etwas zu ruhig und gelassen. Aber wie oben bereits erwähnt, habe ich die Geschichte trotzdem wirklich gerne gelesen und zum Ende hin haben mich die Ereignisse dannn schließlich doch noch völlig in ihren Bann ziehen können, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und die Auflösung am Schluss fand ich richtig klasse. Sie ist überraschend, passend und magisch und schließt die Geschichte zufriedenstellend ab.

Fazit: Dies war mein zweites Werk aus der Feder von Christian Handel und auch mit diesem hat mir der deutsche Autor tolle Lesestunden bereiten können. „Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall“ enthält einen faszinierenden Mix aus verschiedenen Genres und ist so erfrischend anders. Es ist geheimnisvoll, tiefgründig, queer, humorvoll, märchenhaft und romantisch, alles zugleich, und nicht nur ein Buch für Jugendliche ab 14 Jahren, sondern auch für Erwachsene. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Ein weiterer genialer Folgeband!

Penny Pepper – Wildschweine und Umweltferkel
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Hurra, endlich geht es mit Penny Pepper weiter! Da ich die Penny Pepper-Serie wahnsinnig gerne mag, habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ein neuer Band erscheinen ...

Hurra, endlich geht es mit Penny Pepper weiter! Da ich die Penny Pepper-Serie wahnsinnig gerne mag, habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ein neuer Band erscheinen wird. Dieser war natürlich ein ganz großes Muss für mich.

Da Pennys Klasse im letzten Monat mehr Freundlichkeitsflummis als Stänkersticker gesammelt hat, geht es für sie als Belohnung in den Kletterwald. Penny und ihre drei Freundinnen Ida, Marie und Flora sind richtig begeistert, doch als sie nach der Kletterei picknicken wollen, erhält ihre Freude einen ziemlichen Dämpfer: Irgendjemand hat den Wald völlig zugemüllt. Eine kaputte Sonnenbrille, dreckige Pappteller, Strohhalme und ähnliches Zeug liegen im Dickicht herum und verwandeln diese Stelle des Klettergartens in eine regelrechte Müllhalde. Als wenig später auch hinter dem Schrebergarten von Pennys Oma jede Menge Müll abgeladen wird, ist der Spürsinn von Penny und ihren Freundinnen geweckt. Wer steckt nur dahinter? Die Mädchen beginnen zu ermitteln und haben schon nach kurzer Zeit so einige Verdächtige auf ihrer Liste stehen. Ob sie die Umweltsünder wohl entlarven werden?

Echt Wahnsinn, dass Penny Pepper bereits in die zehnte Runde geht und es sich bei „Wildschweine und Umweltferkel“ sozusagen um einen Jubiläumsband handelt. Verwunderlich ist es aber nicht – in dieser Reihe ist einfach jeder Band klasse und macht unheimlich viel Spaß. Solltet ihr Penny und ihre Freundinnen Ida, Flora und Marie bis jetzt noch nicht auf ihren Fällen begleitet haben, kann ich euch nur ans Herz legen, dies unbedingt noch zu ändern! Am besten wäre es natürlich, wenn ihr mit dem ersten Abenteuer starten und die Bände in ihrer chronologischen Reihenfolge lesen würdet. Erforderlich ist es jedoch nicht. Da die Geschichten stets in sich abgeschlossen sind, sind die Bücher gut unabhängig voneinander lesbar, sodass man durchaus auch mit dem 10. Teil einsteigen kann.

Für mich, als Fan der ersten Stunde, hat sich das Eintauchen in das Buch wie nach Hause kommen angefühlt. Ich liebe das Penny Pepper-Universum einfach und habe bisher jeden meiner Aufenthalte darin zutiefst genossen – so auch dieses Mal.
In meinen Augen haben Autorin Ulrike Rylance und Illustratorin Lisa Hänsch erneut eine fabelhafte Teamarbeit geleistet und mit „Wildschweine und Umweltferkel“ einen absolut gelungenen Kinderkrimi im Comic-Roman-Stil aufs Papier gebracht. Ich habe auch diesen Band innerhalb kurzer Zeit verschlungen und mich dabei prächtig amüsiert.

Was den Humor anbelangt, bin ich zweifellos mal wieder komplett auf meine Kosten gekommen. Diese Reihe sprüht einfach nur so vor lustigen Ideen und die Art und Weise wie uns Penny von den Geschehnissen berichtet, zaubert einem unablässig ein breites Lächeln ins Gesicht. Ein Highlight für mich stets ist Pennys defektes vorlautes Diktiergerät, das Sätze gerne falsch versteht und in den ungünstigsten Momenten seine verdrehten Zwischenrufe von sich gibt. Die Sprüche, die es diesmal raushaut, sind wie gewohnt einfach nur herrlich. Sehr unterhaltsam fand ich aber auch wieder Pennys Versuche, sich etwas gehobener auszudrücken, bei denen sie schwierige Wörter immer mehrmals durchstreicht, bis sie sich schließlich für ein leichteres Wort entscheidet.

Neben dem hohen Unterhaltungswert und dem Sprachwitz kommt natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Junge Spürnasen werden auch dieses Mal garantiert nicht enttäuscht werden – der neue Fall von Penny und ihre Freundinnen ist ziemlich knifflig und lässt nicht nur unsere Detektivbande eine lange Zeit im Dunkeln tappen, sondern auch uns Leser*innen. Auf Pennys Liste stehen mal wieder eine Menge Personen, die als Täter infrage kommen. Ist vielleicht die Blutbachtochter und ihre Clique für den ganzen Müll verantwortlich? Ihre Gespräche, die Penny und ihre Freundinnen belauschen, sind ja schon äußerst verdächtig. Oder steckt vielleicht doch die jahrelange Feindin von Pennys Oma dahinter?
Durchweg Mitfiebern und Miträtseln ist hier auf jeden Fall angesagt, sogar ich, als Erwachsene, bin beim Lesen ordentlich ins Mitknobeln geraten und habe die Ermittlungsarbeiten der vier Mädchen ganz gebannt verfolgt.

Das Buch beschert uns allerdings nicht nur eine turbulente und spaßige Detektivgeschichte – es ist auch lehrreich und inspirierend und regt zum Nachdenken an. So wird uns zum einen das aktuelle Thema Umweltschutz kindgerecht nähergebracht und liefert tolle Tipps für das Recycling von Müll wie das Basteln von Müllmonstern. Die Story regt einen dazu an, selbst aktiv zu werden um unsere Umwelt zu schützen, wovon ich richtig begeistert bin. Super fand ich auch, dass Penny uns auf eine teils sehr amüsante Weise erneut viele Fremdwörter und Redewendungen erklärt und mit coolen Detektivtricks versorgt.

Was dann natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, ist die großartige Innengestaltung des Buches. Ulrike Rylance und Lisa Hänsch sind schon längst ein eingespieltes Team, Text und Bild harmonieren in ihren gemeinsamen Werken stets perfekt miteinander. Auch dieser Band beinhaltet zahlreiche humorvolle schwarz-weiß Illustrationen sowie Listen, Infokästen und originelle Schriftspielereien und Handletterings. Das Buch ist wirklich total genial und kreativ aufgemacht und ideal für lesefaule Kinder geeignet. Ich bin mir sehr sicher, dass selbst der allergrößte Lesemuffel bei der Penny Peppy-Reihe zu einem begeisterten Seitenverschlinger mutieren wird.

Fazit: Ein wunderbares Lesevergnügen voller detektivischem Mitratespaß!
Endlich habe ich mich zusammen mit meiner liebsten Mädchen-Detektivbande wieder auf eine spannende Spurensuche begeben können und wie nicht anders zu erwarten, bin ich erneut hellauf begeistert. Auch der 10. Band der Penny Pepper-Reihe macht jede Menge gute Laune und lässt die Herzen aller Spürnasen höherschlagen. Er vereint gekonnt ein aufregendes und superwitziges Detektivabenteuer mit einem wichtigen Thema und enthält eine rundum gelungene Comicroman-Aufmachung. Für mich war es mal wieder der reinste Genuss, gemeinsam mit Penny und ihren Freundinnen auf Verbrecherjagd zu gehen und ich hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit den vier Mädels. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 31.12.2022

Traumhaft schön! Eine wundervolle Märchensammlung!

Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm
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Ich liebe die MinaLima-Schmuckeditionen aus dem Coppenrath Verlag und fiebere jeder neuen Ausgabe immer ganz sehnsüchtig entgegen. Meine Freude war daher riesig als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ...

Ich liebe die MinaLima-Schmuckeditionen aus dem Coppenrath Verlag und fiebere jeder neuen Ausgabe immer ganz sehnsüchtig entgegen. Meine Freude war daher riesig als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ein neuer Band erscheinen wird. Und als ich dann erfuhr, dass uns dieser in die märchenhafte Welt der Brüder Grimm entführen wird, habe ich mich nur noch mehr auf das Buch gefreut. Ich hege seit meiner Kindheit eine große Leidenschaft für Märchen und bin stets auf der Suche nach neuen schönen Märchenbüchern für meine Sammlung. Mit „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ durfte nun also eine weitere Ausgabe bei mir einziehen und es wird euch sicherlich nicht überraschen, wenn ich nun sage, dass es die prachtvollste ist.

Allein schon die äußere Optik des Buches ist ein einziger Traum. Mit seinem wunderhübschen Cover, dem hochwertigen roten Leinen-Einband und den vielen goldenen Veredelungen ist auch dieser Band der reinste Blickfang im Regal und lässt die Herzen eines jeden bibliophilen Menschen höherschlagen. 

Das Innenleben steht dem jedoch in nichts nach. Was dieses angeht, spalten sich ja nur ziemlich die Gemüter. Ich habe in ein paar Rezensionen auf Amazon gelesen, dass sich manche über die moderne bildnerische Darstellung bezüglich einiger Märchen aufregen. So ist beispielsweise Rotkäppchen ein schwarzes Mädchen und die Erzählung von Frau Holle besitzt einen asiatischen Touch. Ich persönlich habe mich an dieser künstlerischen Gestaltungsfreiheit nicht gestört. Ich habe mich zwar im ersten Moment schon etwas darüber gewundert, aber dann habe ich mir gedacht: Warum nicht? Was ist so schlimm daran, dass einige der Charaktere eine dunkle Hautfarbe haben? Deutschland ist bunt, wieso also nicht auch unsere Märchen? Es ist doch toll, wenn sich alle angesprochen fühlen und nicht nur Weiße. 
Also ich habe mich mit dieser Modernisierung sehr schnell anfreunden können und bin mittlerweile richtig begeistert davon. Und an den zahlreichen wunderschönen Illustrationen habe ich mich mal wieder gar nicht sattsehen können. Sie stecken voller bezaubernder Details und verleihen den Geschichten mit ihren leuchtenden Farben eine ganz besondere magische Atmosphäre. 

Neben den Bildern sorgen dann natürlich auch die 9 interaktiven kunstvollen Extras zum Aufklappen, Schieben und Drehen für ein unvergessliches Schmökererlebnis. So kann man zum Beispiel das Knusperhäuschen aus „Hänsel und Gretel“ öffnen und Aschenputtel zum Tanzen bringen.
Die MinaLima-Schmuckbände sind einfach immer mit so viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltet! Sie sind wahre Buchkunstwerke und erwecken vertraute Welten und Geschichten auf eine einzigartige Weise zum Leben. 

Auch mit der Auswahl der Erzählungen hat mich das Buch überzeugen können. Mir hat es überaus gut gefallen, dass nicht nur bekannte Klassiker ausgewählt wurden wie „Schneewittchen“, „Dornröschen“ und „Hänsel und Gretel“, sondern auch ein paar dabei sind, die meinem Empfinden nach etwas weniger berühmt sind wie „Die zertanzten Schuhe“ oder „Die Wichtelmänner“. Ich, als großer Fan von den Märchen der Brüder Grimm, kannte alle der hier enthaltenen 20 Märchen und hatte einfach nur unheimlich viel Spaß dabei, sie mit dem unverwechselbaren fantasievollen Stil von MinaLima Design völlig neu und anders kennenlernen zu dürfen. Sehr gut fand ich auch, dass es sich bei den Märchen um die Originale handelt und nichts an den Texten verändert wurde. Dieser Prachtband enthält einfach eine rundum gelungene Märchensammlung und ist eine Bereicherung für jedes Bücherregal. 

Fazit: Mit „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ hat das preisgekrönte Designstudio MinaLima ein weiteres echtes Schmuckstück herausgebracht, welches ein absolutes Must-Have für alle Märchenfreunde, Buchliebhaber*innen und Fans der klassischen Kinderliteratur ist. Ich kann auch diese MinaLima-Schmuckausgabe aus dem Coppenrath Verlag nur wärmstens empfehlen, ich bin total verliebt in dieses Buch. Mir hat es wahnsinnig viel Vergnügen bereitet, das wunderbare Märchenreich der Brüder Grimm auf eine ganz neue Art und Weise entdecken und erleben zu dürfen und mich von den vielen farbenprächtigen Illustrationen verzaubern zu lassen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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