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Veröffentlicht am 18.10.2022

Bewegend, wichtig, schonunglos ehrlich und absolut fesselnd!

NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!
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Bei einem Blick in das diesjährige Herbstprogramm des Magellan Verlags ist mir „NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover finde ich richtig cool, mir gefiel es ...

Bei einem Blick in das diesjährige Herbstprogramm des Magellan Verlags ist mir „NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover finde ich richtig cool, mir gefiel es auf Anhieb, und da mich auch der Klappentext direkt ansprach, stand für mich sehr schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte.

Die 15-jährige Nora Melchionda führt ein Leben, um welches sie viele beneiden. Sie ist hübsch und beliebt und gut in der Schule, sie hat eine tolle beste Freundin, auf die sie sich stets verlassen kann und seit kurzem hat sie auch eine Art Freund. Eine einzige Nacht wird ihr Leben jedoch schlagartig ändern. Nora erwacht halbnackt und ohne Unterhose auf einem Golfplatz und hat nicht die geringste Ahnung, was geschehen ist. Sie weiß nur noch, dass sie auf der Party einer Studentenverbindung war und keinen Tropfen Alkohol getrunken hat. Neben ihr kniet der Außenseiter und Nerd Adam Xu, der offenbar Furchtbares verhindert hat, als er drei junge Männer verjagt hat. Nora möchte den Vorfall am liebsten vergessen, einfach alles verdrängen und darüber schweigen. Sie lebt schließlich in Faber, einer kleinen idyllischen Universitätsstadt, in der nie was Schlimmes passiert und keiner seine Haustür abschließt. Ihre beste Freundin Cam aber ist ganz anderer Meinung: Sie versucht Nora davon zu überzeugen, nach Beweisen zu suchen und an die Öffentlichkeit zu gehen. So ein Übergriff darf nicht totgeschwiegen werden. Cam beginnt schließlich auf eigene Faust die Täter ausfindig zu machen, gemeinsam mit Adam. Als herauskommt, dass noch mehr Mädchen betroffen sind, wird schließlich auch Nora klar, dass sie das Ganze nicht weiter ignorieren kann.

Dies war mein erstes Buch von Natasha Friend und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Zwei ihrer vorherigen Werke durften sogar bereits vor einer ganzen Weile bei mir einziehen, stehen nur leider bis heute ungelesen in meinem Regal. Da mir „NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ so gut gefallen hat, hoffe ich nun sehr, dass ich in absehbarer Zeit endlich dazu kommen werde, die beiden Bücher von meinem SuB zu befreien. Auf diese bin ich jetzt nur noch neugieriger geworden.

Mich hat das Buch von Anfang bis Ende begeistern können. Ich habe mühelos in die Geschichte hineingefunden und einmal in ihr versunken, wollte ich am liebsten gar nicht mehr aus ihr auftauchen. Der angenehm flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mich nur so durch die Seiten fliegen lassen und da ich mich der Sogwirkung der Handlung kaum mehr entziehen konnte, habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit beendet.

In meinen Augen hat die US-amerikanische Autorin Natasha Friend mit „NO GAME“ einen gelungenen Jugendroman für Leserinnen ab 14 Jahren aufs Papier gebracht, in welchem sie uns zahlreiche wichtige und aktuelle Themen näherbringt wie sexueller Übergriff und dessen Auswirkungen, den Mut seine Stimme zu erheben und für Gerechtigkeit zu kämpfen, die Ambivalenz der sozialen Medien, Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt, Slutshaming und Rassismus. In dem Buch steckt wirklich eine Menge, es wirkt aber an keiner Stelle zu überladen, und obwohl es sich mit vielen sensiblen Dingen befasst und vor allem die Hauptthematik eine ziemlich schwere ist, wird die Story niemals zu drückend oder heftig. Natasha Friend ist die Balance zwischen Ernst und Leichtigkeit hervorragend geglückt und behandelt alles auf eine sehr einfühlsame und genau richtig humorvolle Art und Weise.

Geschildert wird die Geschichte im Wechsel aus vier Perspektiven, jeweils in der dritten Person : Nora, ihre beste Freundin Cam, ihr großer Bruder Asher sowie ihr Mitschüler und Retter Adam Xu. Mir haben die ständigen Sichtwechsel unheimlich gut gefallen. Ich bin generell ein großer Fan dieses Erzählstils und finde, dass er hier ideal gewählt ist.
Auch mit unseren vier vielfältigen Hauptprotagonisten und den Nebenfiguren hat mich die Autorin überzeugen können. Sind sind facettenreich und lebensnah gezeichnet und verhalten sich stets nachvollziehbar. Da hätten wir zum einen die 15-jährige Nora, deren Charakterdarstellung und Entwicklung mir ganz besonders zugesagt hat. Ich habe es als vollkommen glaubhaft empfunden, dass sie die Vorkommnisse zunächst verdrängt und nicht darüber sprechen möchte. Mit der Zeit wird aber noch ein Umdenken in ihr stattfinden, Nora wird schließlich erkennen, dass sie sich mit dem Ganzen auseinandersetzen muss und nicht länger schweigen darf. Die Gründe für diese Wandlung sind verschiedene. Einer davon hat mit ihrem Vater zu tun, der für sie schon immer ein Held war, den sie aber jäh mit völlig anderen Augen zu sehen beginnt. Näher ins Detail gehen werde ich diesbezüglich allerdings nicht, da ich ansonsten vermutlich zu viel von der Handlung verraten würde.

Cam, Adam und Asher mochte ich ebenfalls sehr gerne. Ich fand es wundervoll zu sehen, wie Cam und Adam als Team zusammenarbeiten und gemeinsam versuchen herauszufinden, wer hinter diesen schlimmen Vorfällen steckt. Adam habe ich dabei besonders liebgewonnen, ich fand sein schüchternes und etwas nerdiges Verhalten irgendwie total süß.
Unter den Nebenfiguren war ganz klar Noras kleine Schwester Maeve mein absoluter Liebling. Mit ihrer pfiffigen Art hat sie mir ständig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und da sie meine große Harry Potter-Liebe mit mir teilt, habe ich mich sofort richtig mit ihr verbunden gefühlt.

Auch das Setting hat bei mir punkten können. Die Kleinstadt Faber ist einfach die perfekte Kulisse für die Thematik dieses Buches und da sämtliche Orte sehr anschaulich und bildhaft beschrieben werden, kann man sich alles stets ganz genau vorstellen.

Mir hat „NO GAME“ insgesamt ein sehr emotionales und intensives Leseerlebnis beschert. Ich habe mit unseren Protagonisten mitgefühlt und mitgelitten, ich war an vielen Stellen geschockt, wütend und fassungslos, saß öfters aber auch ganz bewegt und manchmal sogar mit einem Schmunzeln auf den Lippen da. Und da mich die Story, wie weiter oben bereits erwähnt, durchweg packen und fesseln konnte und ich vor allem zum Ende hin ganz gebannt von den Geschehnissen war, habe ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen können und es quasi in einem Rutsch durchgelesen.

Den Ausgang der Geschichte fand ich äußerst passend, mich hat er zufriedenstellen können. Ein wenig vermisst habe ich nur einen Anhang mit hilfreichen Telefonnummern und Adressen, an die sich Betroffene wenden können. Einen Stern abziehen werde ich deswegen aber nicht, ich wollte es einfach nur mal erwähnt haben.

Fazit: „NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ von Natasha Friend ist so ein Buch, bei dem ich sehr hoffe, dass es eine große Leserschaft erhalten wird. Es erzählt eine wertvolle und authentische Geschichte über Empowerment, die #MeToo-Debatte und weiteren wichtigen Themen, es ist toll geschrieben und schonungslos ehrlich, es rüttelt auf, bewegt und reißt mit und ist definitiv nicht nur ein Roman für Jugendliche ab 14 Jahren, sondern auch für erwachsene Leser
innen. Ich kann „NO GAME - Jetzt ist Schluss mit Schweigen!“ nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.10.2022

Ein tolles Buch über Girlspower, Freundschaft und Teamgeist!

We are the Wildcats
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Da mir meine bisherigen Werke von Siobhan Vivian sehr gut gefallen haben, stand für mich sofort fest, dass ich auch ihren neuen Jugendroman unbedingt kennenlernen muss. Auf „We are the Wildcats“ war ich ...

Da mir meine bisherigen Werke von Siobhan Vivian sehr gut gefallen haben, stand für mich sofort fest, dass ich auch ihren neuen Jugendroman unbedingt kennenlernen muss. Auf „We are the Wildcats“ war ich unheimlich gespannt!

Luci, Mel, Phoebe, Kearson, Ali und Grace haben es geschafft: Sie haben im Auswahltraining für die erste Hockey-Mädchenmannschaft mit ihrer Leistung überzeugen können und dürfen fortan für die Wildcats spielen. Vor dem ersten Spiel der neuen Saison steht allerdings erst einmal die traditionelle Übernachtungsparty an, die sogenannten Cat Nights, bei der die Mädchen in einer besonderen Zeremonie von der Mannschaftskapitänin die Trikots überreicht bekommen. Die erste diesjährige Cat Night ist jedoch anders als die davor. Ihr Coach, der gleichermaßen verehrt und gefürchtet wird, zweifelt daran, dass die Wildcats für das anstehende Spiel bereit sind. Die Mädchen haben 24 Stunden Zeit um ihrem Coach das Gegenteil zu beweisen. Es folgt eine unvergessliche Nacht voller Mutproben, Geheimnisse und Enthüllungen.

Dies war mein viertes Werk von Siobhan Vivian und auch mit diesem hat mir die US-amerikanische Autorin wunderbare Lesestunden bereiten können. Für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich zwar leider nicht gereicht, aber insgesamt bin ich wirklich begeistert von dem, was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet hat. Siobhan Vivian beschert uns mit „We are the Wildcats“ eine einfühlsam erzählte Geschichte über viele aktuelle Themen wie Mädelspower, Freundschaft, Mannschaftsgeist, Rassismus und Manipulation und liefert uns einen schonungslos ehrlichen Einblick in die Welt des Mannschaftssports an einer amerikanischen Highschool.

In die Handlung habe ich mühelos hineingefunden. Der flüssige und jugendliche Schreibstil von Siobhan Vivian hat mir erneut auf Anhieb zugesagt, für mich hat er sich wie gewohnt angenehm leicht lesen lassen, und auch die Erzählweise gefiel mir von den ersten Seiten an.
Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von sechs Spielerinnen der Wildcats geschildert, jeweils in der dritten Person, und wer meinen Lesegeschmack kennt, wird wissen, dass ich ein großer Fan davon bin, wenn Bücher aus den Blickwinkeln von mehreren Personen geschrieben sind. In meinen Augen sind die vielen Sichtwechsel für dieses Buch auch die perfekte Wahl, da wir dank diesen gleich sechs Mitgliederinnen des Teams näher kennenlernen dürfen. Mir persönlich hat die Anzahl der erzählenden Figuren keinerlei Probleme bereitet. Da die Mädchen sehr verschieden sind und sich Autorin recht viel Zeit mit, sie uns vorstellen, habe ich sie jederzeit auseinanderhalten können. Was mich jedoch stellenweise etwas verwirrt hat, waren die gelegentlichen Rückblicke auf vergangene Ereignisse, die ohne Kennzeichnung in den Text einfließen. Da hätte ich es besser gefunden, wenn man die Übergänge deutlicher hervorgehoben hätte wie durch eine andere Schriftart oder durch Absätze.

Aber zurück zu unseren sechs Spielerinnen. Mir haben die Mädchen sehr gut gefallen. Nicht jede von ihnen war mir sofort sympathisch – bei Kearson zum Beispiel habe ich ein bisschen länger gebraucht, ehe ich komplett mit ihr warm geworden bin – aber ich habe alle sechs dennoch nur zu gerne begleitet und fand es toll mitzuerleben, wie sie sich im Verlauf des Buches weiterentwickeln werden.
Unsere sechs Protagonistinnen, das sind die drei Neulinge Grace, Luci und die bereits genannte Kearson, sowie Ali, Phoebe und Mannschaftskapitänin Mel, die alle drei schon etwas länger im Team sind. Diese Mischung aus neuen Spielerinnen und alten Hasen fand ich persönlich äußerst gelungen und auch sonst kann ich mich zu der Ausarbeitung der Sechs nur positiv äußern. Sie sind alle facettenreich und lebensnah gezeichnet und auch mit Diversität können sie punkten. Ali beispielsweise kommt aus einer koreanischen Familie und Luci hat argentinische Wurzeln.
Dass die anderen 14 Spielerinnen nicht näher beleuchtet werden und wir daher nicht viel über sie erfahren, hat mich persönlich nicht gestört. Die Mannschaft als Ganzes kommt dennoch prima zur Geltung, vor allem der Zusammenhalt und das Wirgefühl der Mädels wird klasse dargestellt.

Auch das Setting mochte ich sehr. Mit dem Schauplatz Highschool kann man bei mir selten was falsch machen und obwohl ich mich überhaupt nicht für Sport interessiere, hat mich die sportliche Kulisse ebenfalls direkt begeistern können. Ich habe sie als erfrischend anders empfunden – sofern ich mich richtig erinnere, hatte ich bislang noch keinen Jugendroman über das Feldhockey gelesen. Ich habe daher so einiges Neues dazugelernt und die Schilderungen über diesen Mannschaftssport ganz gebannt und fasziniert verfolgt. Ob diese vollkommen authentisch sind, kann ich, als Laie, nun natürlich nicht sicher sagen. Auf mich jedenfalls hat alles ziemlich glaubhaft und realistisch gewirkt. Mich hat es oft erschüttert und schockiert zu sehen, was für harte Trainingsmethoden herrschen und wie geschickt der Coach die Mädchen gegeneinander ausspielt, wie er sie diskriminiert, belügt und für seine Zwecke manipuliert.

Handlungstechnisch hat mich das Buch nicht gänzlich überzeugen können. Für meinen Geschmack hätte der Spannungsbogen stellenweise gerne ein bisschen höher sein können, für mich hatte die Story leider vereinzelt leichte Längen.
Das Ende fand ich passend, allerdings kam es mir persönlich ein wenig zu schnell und abrupt. Ein paar Seiten mehr hätte ich nicht schlecht gefunden. Dies wären aber auch meine einzigen negativen Kritikpunkte und wie oben bereits erwähnt, ich hatte insgesamt dennoch wirklich viel Spaß beim Lesen.

Fazit: Ein starkes Buch, das aufrüttelt, bewegt und mitreißt.
Siobhan Vivian hat mit „We are the Wildcats“ einen gelungenen Jugendroman für Leserinnen ab 14 Jahren aufs Papier gebracht, der trotz seiner sportlastigen Thematik und der empfohlenen Altersangabe auch für erwachsene und weniger sportbegeisterte Leserinnen absolut lesenswert ist. Das Buch erzählt eine ergreifende und wichtige Geschichte über Girlspower, Freundschaft und Teamgeist und ist mit viel Feingefühl und einer genau richtigen Portion Humor und Leichtigkeit geschrieben. Ich kann „We are the Wildcats“ nur empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Ein märchenhaftes Fantasyabenteuer voller Geheimnisse, eisiger Winterkälte & Magie!

Die Meisterin der magischen Karten
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Als ich zum ersten Mal von „Die Meisterin der magischen Karten“ hörte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme. Bücher, die in osteuropäischen winterlichen Welten spielen und von russischen Sagengestalten ...

Als ich zum ersten Mal von „Die Meisterin der magischen Karten“ hörte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme. Bücher, die in osteuropäischen winterlichen Welten spielen und von russischen Sagengestalten handeln, habe ich schon immer gerne gelesen und auch Fantasyromane für Kinder ab 10 Jahren fallen absolut in mein Beuteschema. Hinzu kam natürlich noch das bezaubernde Cover, in das ich mich sofort verliebt habe. Ich zögerte daher gar nicht lange und ließ das Buch bei mir einziehen.

Einst lebten in Zarezvo Menschen und Vögel in friedlicher und freundlicher Nachbarschaft und regierten das Land gemeinsam. Doch dann kam es zum Krieg zwischen ihnen, Zarezvo spaltete sich in das menschliche Zarenreich und die Republik der Vögel und sämtliche Magie wurde verbannt. Als die 13-jährige Olga eines Tages merkwürdige Kräfte in sich spürt, weiß sie, dass sie sie unbedingt geheim halten muss. Wenn jemand erfährt, dass sie Magie in sich trägt und vielleicht sogar eine Yaga ist, würde ihr die Verbannung drohen. Doch dann werden sie und ihre Familie in eine Gegend nahe des Grenzlandes geschickt und ihre jüngere Schwester Mira wird kurz nach ihrer Ankunft von einem Feuervögel entführt. Olga ist sofort klar, dass sie und ihre magischen Fähigkeiten das Einzige sind, das Mira retten kann. Während ihrer Reise durch die unkartierbare Leere wird Olga nicht nur die Wahrheit über den Krieg mit den Vögel entdecken, sondern auch eine Menge über sich selbst herausfinden.

Die australische Autorin Jessica Miller war mir bisher völlig unbekannt - „Die Meisterin der magischen Karten“ war also mein erstes Werk aus ihrer Feder. Es wird auch hoffentlich nicht mein letztes gewesen sein: Mir hat das, was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet hat, richtig gut gefallen. Für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich zwar nicht gereicht, aber insgesamt bin ich wirklich begeistert von dem, was die Jessica Miller da Außergewöhnliches aufs Papier gezaubert. In meinen Augen hat sie mit „Die Meisterin der magischen Karten“ ein tollen Kinderroman für Leser*innen ab 10 Jahren geschrieben, in welchem sie gekonnt packende Fantasy und slawische Folkore miteinander verwebt und uns in ein mythisches Reich voller winterlichem Zauber, geheimnisvoller Orte und Düsterkeit mitnimmt.

Da ich für die russische Mythologie irgendwie schon immer eine gewisse Schwäche hatte und vor allem die Yagas mit ihren Häusern auf Hühnerbeinen ganz faszinierend finde, bin ich settingmäßig definitiv auf meine Kosten gekommen. Mit dem Land Zarezvo, in dem die Geschichte spielt, hat Jessica Miller eine einzigartige Welt erschaffen, in der es magische Wesen wie Feuervögel und Hexen gibt und slawische Sagengestalten wie Bannikas und die bereits erwähnten Yagas ihr Unwesen treiben. Es fühlt sich irgendwie stellenweise so an, als würde man ein Märchen lesen und da alles überaus bildlich und stimmungsvoll beschrieben wird, hat man hat die verschneite Wildnis und die hühnerbeinigen Hütten der Yagas buchstäblich vor Augen und meint die frostklirrende Kälte selbst spüren zu können. Vorne im Buch gibt es zudem noch eine wunderschöne detailreiche Landkarte, dank der man sich alles nur noch besser vorstellen kann.

Mit den Charakteren hat mich die Autorin ebenfalls überzeugen können. Alle sind sie liebevoll gezeichnet und sorgen mit ihren unterschiedlichen und teils recht schrägen Eigenschaften für ein herrliches Lesevergnügen. Besonders gut gefallen hat mir unsere 13-jährige Hauptfigur Olga, aus deren Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird. Mir war Olga auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein sehr aufgewecktes und neugieriges Mädchen, sie ist liebenswert und bescheiden und wird während ihres Abenteuers eine Tapferkeit und Entschlossenheit zutage legen, für die man sie nur bewundern kann. Ich habe unsere Protagonistin sehr schnell in mein Herz geschlossen und mich auch als Erwachsene problemlos in sie hineinversetzen können. So habe ich es beispielsweise nur zu gut verstehen können, dass sie auf ihre jüngere Schwester Mira ziemlich eifersüchtig ist. Mira ist eine fantastische Balletttänzerin, was sie stets gerne zur Schau stellt, sie ist hübsch und anmutig und wird von allen bewundert. Olga dagegen besitzt kein Talent fürs Tanzen und hält sich selbst für nichts Besonderes. Im Verlauf des Buches wird sie aber noch eine großartige Entwicklung durchmachen. Olga wird erkennen, dass auch in ihr außergewöhnliche (und magische) Fähigkeiten schlummern und lernen, sich selbst zu akzeptieren, sie wird sich auf ihrer Reise lauter Gefahren und Herausforderungen stellen, um das zu retten, was sie liebt und dabei über sich selbst hinauswachsen.

Was Olgas Zauberkräfte anbelangt, möchte ich eigentlich gar nicht groß was sagen. Der Klappentext verrät ja bereits, dass sie etwas mit ihrer Leidenschaft für die Kartografie zu tun haben und sie eine starke Bindung zu Landkarten hat, aber wie genau das alles zusammenhängt, müsst ihr schon selbst herausfinden.
Auch bezüglich der Handlung möchte ich hier nicht weiter ins Detail gehen. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass ihr von Beginn an ganz gebannt von den Geschehnissen seid und beim ordentlich ins Mitfiebern und stellenweise auch sehr ins Schmunzeln geraten werdet. Bei mir zumindest war es so. Mich hat die Story durchweg packen und unterhalten können und da die Kapitel schön kurz sind und sich der Schreibstil locker-leicht liest, bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb kurzer Zeit beendet.

Das Einzige, was mir nicht komplett zugesagt hat, ist das Ende. Für mich war es nicht ganz stimmig, keine Ahnung, irgendwie hat es mich ein bisschen unzufrieden zurückgelassen. Es lässt zudem ein paar Dinge offen, sodass ich mir vorstellen könnte, dass es noch eine Fortsetzung geben wird. Also ich hoffe sehr, dass Jessica Miller noch einen Folgeband schreiben wird, ich würde mich total gerne mit unserer mutigen Heldin Olga in ein weiteres Abenteuer stürzen.

Fazit: Atmosphärisch, düster, fantasievoll. Eine wunderbare Geschichte über Mut, Geschwisterliebe und den Glauben an sich selbst.
Der australischen Autorin Jessica Miller ist mit „Die Meisterin der magischen Karten“ ein zauberhaftes Fantasyabenteuer mit russischen Folkore-Elementen gelungen, in welchem sie uns in eine märchenhafte Welt voller eisiger Winterkälte, Geheimnisse und Magie entführt und auf eine spannende Reise durch schneebedeckte raue Landschaften schickt. Ich kann das Buch nur empfehlen, vor allem für die kalte Jahreszeit. Ich hatte jede Menge beim Lesen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 12.10.2022

Spannend, originell, wunderbar schräg und witzig. Ein herrlicher Lesespaß!

Rory Shy, der schüchterne Detektiv - Das Verschwinden der Amanda Kent (Rory Shy, der schüchterne Detektiv, Bd. 4)
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Seit dem Reihenauftakt bin ich ein großer Rory-Shy-Fan. Ich liebe diese Kinderkrimiserie, ich finde sie einfach nur bezaubernd und habe bisher jeden Band so richtig gefeiert. Auf den vierten Teil habe ...

Seit dem Reihenauftakt bin ich ein großer Rory-Shy-Fan. Ich liebe diese Kinderkrimiserie, ich finde sie einfach nur bezaubernd und habe bisher jeden Band so richtig gefeiert. Auf den vierten Teil habe ich mich daher diebisch gefreut.

Die Herbstferien haben begonnen und natürlich möchte die 12-jährige Matilda auch in diesen mit dem berühmten schüchternen Detektiv Rory Shy einen rätselhaften Fall lösen. Leider sieht es jedoch danach aus, dass Matilda in diesen Ferien auf eine aufregende Spurensuche verzichten muss, da Rory mit seiner Freundin Charlotte Sprudel eine mehrtägige Wandertour unternehmen möchte. Die beiden wollen gerade aufbrechen, als sich plötzlich Charlottes Freundin Miriam ganz aufgelöst meldet. Ihre Mutter Amanda Kent, die eine bekannte Krimi-Autorin ist, ist spurlos verschwunden! Für Rory und Matilda steht natürlich sofort fest, dass sie dieser Sache nachgehen müssen. Sie machen sich umgehend zu dem großen Landhaus des Verlegers Bodo Kiesewind auf, in dem sich Amanada Kent vor ihrem Verschwinden zuletzt aufhielt. Ob die beiden wohl auch diesen Fall lösen werden?

Endlich habe ich mich auf meinen heißersehnten vierten Teil der Rory-Shy-Serie stürzen können und, hach, was soll ich sagen, auch diesen habe ich mit dem größten Genuss gelesen. Oliver Schlick hat mit dem neuen Fall unseres ungleichen Ermittler-Duos einfach mal wieder einen genialen Detektivroman ab 10 Jahren aufs Papier gezaubert, der seinen drei Vorgängern in nichts nachsteht und auch erwachsenen Leserinnen die allerbeste Krimi-Unterhaltung beschert. Solltet ihr gerne in Kinderkrimis eintauchen, die vor Witz, Charme und Kreativität nur so sprudeln und durchweg zum Mitfiebern und Miträtseln einladen, kann ich euch echt nur ans Herz legen die Bekanntschaft mit Rory Shy, dem schüchternen Detektiv, und seiner pfiffigen Assistentin Matilda Bond zu machen. Es sollte auch kein Problem sein, wenn ihr die beiden in diesem Band kennenlernt. Die Bände bauen zwar aufeinander auf, aber da sie in sich abgeschlossene Fälle erzählen und alles Wichtige stets kurz erklärt wird, sind sie in meinen Augen gut unabhängig voneinander lesbar. Für das perfekte Schmökererlebnis empfiehlt es sich allerdings, die chronologische Reihenfolge der Bücher einzuhalten.

Nachdem der Vorgänger im heißen Sommer gespielt und uns in das piekfeine Internat Schloss Eichhorn mitgenommen hat, geht es diesem Band sehr herbstlich und ländlich zu. Schauplatz ist dieses Mal eine ziemlich einsam gelegene Gegend, die leicht britisch angehaucht ist und den Flair eines Cozy Krimis verströmt. Es kommt zudem von Beginn an eine tolle Herbststimmung auf – für die bunte und dunkler werdende Jahreszeit kann ich das Buch daher ganz besonders empfehlen.

Geschildert wird wieder alles aus der Sicht von Matilda in der Ich-Perspektive. Matilda hat sich schon längst einen festen Platz in meinem Herzen gesichert. Sie ist so eine Protagonistin, wie ich sie besonders gerne mag: Sympathisch, tough, clever, vorlaut und gewitzt. Mich hat unsere 12-jährige Ich-Erzählerin mit ihrem frechen Mundwerk und ihrer amüsanten Erzählweise mal wieder bestens unterhalten und für ihr großes Selbstbewusstsein und ihren Scharfsinn habe ich sie erneut sehr bewundert.

Auch Rory hat mir erneut in einer Tour jede Menge breite Schmunzler und laute Lacher entlockt. Mit ihm hat der Oliver Schlick einfach eine unvergleichbare und hinreißend verschrobene Buchfigur erschaffen. Rory ist extrem schüchtern und hat vor den ungewöhnlichsten Dingen Angst, ihm ist gefühlt alles peinlich und einen Satz ohne ein verschämtes Räuspern oder verlegenes „Ähm“ herauszubringen, ist für ihn quasi unmöglich. Rory ist wirklich einzigartig, man muss man ihn einfach lieben.

Rory und Matilda – die beiden sind wahrlich die reinsten Gegensätze, sie ergeben zusammen aber ein erstklassiges Team und haben bisher jeden ihrer gemeinsamen Fälle mit Bravour gelöst. Ob es ihnen wohl auch dieses Mal gelingen wird? Nun, das werde ich euch hier natürlich nicht verraten, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Die Zwei bekommen es jedenfalls auch diesmal mit zahlreichen verdächtigen Personen und lauter Rätselhaftigkeiten zu tun und tappen eine lange Zeit im Dunklen. Auch der vierte Fall der beiden ist einfach klasse aufgebaut, superspannend und bis zum Schluss unvorhersehbar. Ich habe die Ermittlungsarbeiten unseres Duos mal wieder ganz gebannt verfolgt und hatte bis zum Ende keinen Plan, wie wohl alles zusammenhängt. Es kommen irgendwie alle als Täter infrage, jeder von ihnen hätte ein Motiv und verhält sich äußerst merkwürdig und suspekt.

Was die vielen Nebencharaktere anbelangt, kann ich mich ebenfalls mal wieder nur entzückt äußern. Ob alte Bekannte oder neue Gesichter – alle wurden sie mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und werden so schön überspitzt dargestellt. Hier hat wirklich jeder seine Marotten und Eigenarten, selbst die Tiere. Da hätten wir zum Beispiel den sehr von sich überzeugten Kommissar Valko, der bereits in den vorherigen Bänden dabei war, oder Matildas hasenfüßiger Cockerspaniel Dr. Herkenrath, der sich vor nichts mehr fürchtet als vor Eichhörnchen. Oder die drei Schriftsteller
innen, die von dem Verleger Bodo Kiesewind zu einem geselligen Wochenende auf sein großes Anwesen eingeladen werden: Amanda Kent, Katzen-Krimi-Autorin Olivia Paddington sowie Lars Blodstroem, welcher eine große Vorliebe für ziemlich actionreihe Krimis hegt. Es ist einfach nur das reinste Fest, Zeit mit dieser liebenswert-verrückten Truppe zu verbringen.
Sehr gut gefallen hat mir auch wieder die Botschaft, die uns mit den schrulligen Figuren in dieser Reihe stets nähergebracht wird: Es ist okay, anders zu sein, jeder von uns sollte so akzeptiert werden wie er ist, mit all seinen Ecken und Kanten.

Neben der Story hat mich auch die Gestaltung begeistern können. Das Cover gefällt mir richtig gut, es macht einfach auf den ersten Blick deutlich, dass es sich hier um einen spannungsreichen Krimi sowie die ideale Herbstlektüre handelt.
Der Innenteil ist ebenfalls toll aufgemacht. Die Geschichte wird von kleinen Laubblätterzeichnungen an den Seitenrändern begleitet und die Vorsatzpapiere enthalten auch in diesem Band eine doppelseitige schwarz-weiß Illustration, auf der uns anhand von humorvoll gezeichneten Bildern die wichtigsten Figuren vorgestellt werden.

Fazit: Spannend, charmant, umwerfend schräg und witzig. Ein herrliches Lesevergnügen für Jung und Alt!
Oliver Schlick ist mit dem vierten Teil seiner „Rory Shy, der schüchterne Detektiv“ – Reihe ein erneuter rundum gelungener Kinderkrimi geglückt, der wie seine Vorgänger voller wunderbarem Mitratespaß, originellen Ideen und Situationskomik steckt und mit viel Herz und Humor erzählt wird. Für mich war auch dieser Band ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und eine großartige, und leider viel zu kurze, Zeit mit unserem einmaligen Ermittler-Duo und den weiteren ausgefallenen Charakteren verbracht. Auf mein nächstes Wiedersehen mit Rory, Matilda und Co. freue ich mich schon sehr. Ich kann auch diesen Band nur wärmstens empfehlen, vor allem für den Herbst, und vergebe liebend gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.10.2022

Spannend, geheimnisvoll, lehrreich und außergewöhnlich.

Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen
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Als ich zum ersten Mal von „Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen“ hörte, konnte das bezaubernde Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, stand für mich ...

Als ich zum ersten Mal von „Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen“ hörte, konnte das bezaubernde Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, stand für mich sehr schnell fest, dass ich das Mädchen Alva und ihre Geschichte kennenlernen möchte.

Seit ihre Mutter verstorben ist, lebt die 12-jährige Alva alleine in einer kleinen Holzhütte am Thorne-Creek-Fluss. Gesellschaft leistet ihr nur ihr Pferd Captain - und ihre geliebten Pflanzen natürlich, zu denen sie eine ganz besondere Bindung hat. Alva besitzt die ungewöhnliche Gabe Pflanzen verstehen und mit ihnen kommunizieren zu können und kann zudem Heilmittel aus ihnen herstellen. Als plötzlich eine rätselhafte Seuche ausbricht, an der sowohl die Menschen als auch die Natur erkranken, beschuldigt der mächtige Dorfbewohner Atlas ausgerechnet die Pflanzen, etwas damit zu tun haben und befiehlt sie zu vernichten. Alva ist felsenfest davon überzeugt, dass etwas anderes der Auslöser sein muss. Um ihre Pflanzen zu retten und die Ursache der Krankheit herausfinden, schleicht sich Alva – bewaffnet mit dem Kräuterbuch ihrer Mutter – heimlich auf ein Handelsboot, wo sie auf Idris und Ariana trifft. Alva hält zunächst wenig davon, dass die beiden sie auf ihrer Reise begleiten wollen, allerdings wird ihr Abenteuer die Kinder immer mehr zusammenwachsen und schließlich zu echten Freunden werden lassen. Ob es ihnen gemeinsam wohl gelingen wird, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Altas’ böse Pläne zu verhindern?

Als ich mir damals den Klappentext zum ersten Mal durchlas, war mir sofort klar, dass es sich bei „Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen“ um ein Buch abseits des Mainstreams handelt. Mit dieser Vermutung habe ich auch vollkommen richtig gelegen. Die englische Autorin Yarrow Townsend beschert uns mit ihrem Debüt eine originelle Mischung aus mitreißendem Abenteuerschmöker, warmherziger Freundschaftsgeschichte und informativen Fakten und nimmt uns in eine Welt voller Mysterien und finsterer Machenschaften mit. Dazu noch ein Hauch Magie und eine genau richtige Portion Tiefgang machen diesen Roman wirklich zu etwas Besonderem. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen, muss allerdings sagen, dass ich mir ein bisschen mehr erhofft habe. Obwohl die Story von Beginn an spannend erzählt wird, hat sie mich trotz allem nicht durchweg packen können. Zudem wollte bei mir dieser letzte Funke irgendwie nicht überspringen, mir hat insgesamt einfach etwas gefehlt, etwas, das ich leider nicht näher benennen kann. Aber wie gesagt, mir hat das Erstlingswerk von Yarrow Townsend dennoch gefallen und ich kann es auch nur empfehlen, sowohl Mädchen und Jungen ab 10 Jahren als auch deutlich älteren Leserinnen.

In die Erzählung habe ich mühelos hineingefunden. Yarrow Townsend hat einen angenehmen flüssigen und bildhaften Schreibstil, der sich wunderschön liest und in uns Leser
innen ein wahres Kopfkino entstehen lässt. Man meint die wispernden Stimmen der Pflanzen, die unsere Romanheldin Alva ständig vernimmt, selbst im Ohr zu haben, den Geruch von verschiedenen Gewächsen regelrecht riechen und das Rauschen des reißenden Flusses hören zu können.
Was das Setting angeht, bin ich auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen. Die Welt, in die Yarrow Townsend geschaffen hat, strahlt so etwas herrlich Zeitloses aus und verströmt von Anfang an eine märchenhaft-düstere Atmosphäre.

Auch die Charaktere mochte ich sehr, allen voran unsere 12-jährige Hauptprotagonistin Alva, aus deren Sicht alles in der dritten Person geschildert wird. Mit ihr hat die Autorin eine starke Heldin erschaffen, die man trotz ihrer etwas eigenwilligen Art sofort gernhaben muss und vor deren Tapferkeit und Entschlossenheit man nur den Hut ziehen kann. Ich habe Alva sehr rasch in mein Herz geschlossen und für ihre Entschlossenheit und Willensstärke habe ich sie richtig bewundert.
Alva lässt sich so schnell wahrlich nicht ins Bockhorn jagen und würde alles tun, um das zu retten und zu beschützen, was sie liebt. Perfekt ist unsere Hauptfigur jedoch nicht. Sie hat durchaus so ihre Fehler und zeigt sich nicht immer von ihrer besten Seite. So begegnet sie anderen Menschen stets mit großen Misstrauen und Vorurteilen und ist der Ansicht, dass sie auf Hilfe nicht angewiesen ist und prima alleine zurecht kommt. Im Verlauf des Buches wird Alva aber noch erkennen, wie wundervoll und wichtig es ist, gute Freunde an seiner Seite zu haben, die einen unterstützen und auf die man sich verlassen kann. Ich fand es toll mitzuerleben, wie Alva ihre vorgefasste Meinung und Skepsis gegenüber anderen immer mehr ablegt und wie sie und ihre Reisegefährten Idris und Ariana sich mit der Zeit immer mehr anfreunden werden.

Das Buch vermittelt so einige Werte und Botschaften wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, die Schönheit und Wichtigkeit der Natur sowie das Hinauswachsen über sich selbst. Auch die Themen Verlust und Trauer sind Teil der Erzählung und werden mit viel Feingefühl behandelt und viel Wissenswertes über Heilkräuter haben ebenfalls ihren Platz zwischen den Seiten gefunden. Letzteres hat mir besonders gut gefallen. Jeder Kapitelanfang widmet sich einer Pflanze und ihren heilenden Kräften und auch eigentliche Geschichte bringt uns eine Menge interessante Informationen darüber näher, ohne dabei lehrbuchmäßig zu wirken.
Sehr cool fand ich auch die vielen Zwiegespräche zwischen Alva und den Pflanzen. Da Alva eine ganz besondere Bindung zur Natur hat und die Gabe besitzt mit Pflanzen kommunizieren zu können, kommen auch wir Leser*innen immer wieder in den Genuss der flüsternden Pflanzenstimmen, was dem Ganzen etwas faszinierend Geheimnisvolles verleiht.

Mit der Gestaltung hat das Buch ebenfalls bei mir punkten können. Größere Illustrationen, die die Geschichte begleiten, gibt es zwar nicht leider, was ich etwas schade fand, aber dafür sind die Kapitelanfänge mit hübschen schwarz-weiß Vignetten von Pflanzen aufgemacht und auf den Vorsatzpapieren befindet sich eine zauberhafte doppelseitige Landkarte, die das Setting zeigt. Der Torben Kuhlmann kann einfach so schön zeichnen! Ich bin schon seit langem ein großer Fan seiner Zeichenkunst.

Fazit: Yarrow Townsend hat mit ihrem Kinderbuchdebüt „Alva und das Rätsel der flüsternden Pflanzen“ eine außergewöhnliche und atmosphärische Abenteuer- und Freundschaftsgeschichte geschrieben, die spannend, unterhaltsam, tiefgründig und lehrreich zugleich ist und uns in eine magisch angehauchte Welt voller Geheimnisse entführt. Mich hat das Buch leider nicht vollends überzeugen können, hatte aber dennoch sehr viel Spaß dabei, Alva und ihre Gefährten auf ihrer gefahrvollen und aufregenden Reise zu begleiten. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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