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Veröffentlicht am 05.10.2021

Ein spannender historischer Fantasy-Mystery-Schmöker!

Der letzte Rabe des Empire
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Da mir Patrick Hertweck mit „Tara und Tashnee“ im vergangenen Jahr ein absolutes Highlight bescheren konnte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich von seinem neuen Jugendroman hörte. Cover und ...

Da mir Patrick Hertweck mit „Tara und Tashnee“ im vergangenen Jahr ein absolutes Highlight bescheren konnte, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich von seinem neuen Jugendroman hörte. Cover und Klappentext sprachen mich direkt an – für mich stand daher sofort fest, dass ich „Der letzte Rabe des Empire“ unbedingt lesen muss.

London im Jahr 1888: Seit einiger Zeit geht der gefürchtete Mörder Jack the Ripper um und versetzt die Stadt mit seinen rätselhaften Morden in Angst und Schrecken. Der Straßenjunge Melvin verfolgt die Ereignisse mit großen Entsetzen. Merkwürdigerweise kannte er alle bisherigen Opfer. Was hat das zu bedeuten? Wer ist dieser mysteriöse Jack the Ripper? Als schließlich auch noch das Mädchen getötet wird, für das Melvin heimlich schwärmt, fasst er sofort den Entschluss den Mörder aufzuspüren. Eine gefährliche Suche durch die dunklen Gassen Londons beginnt. Wird sie erfolgreich sein?

Dies war also mein zweites Werk aus der Feder von Patrick Hertweck und auch mit diesem habe eine tolle Lesezeit verbracht. Ich muss zwar sagen, dass meine Erwartungen dieses Mal nicht gänzlich erfüllt werden konnten – das von mir erhoffte Highlight wurde das Buch leider nicht – aber begeistert bin ich dennoch. In meinen Augen ist Patrick Hertweck mit „Der letzte Rabe des Empire“ ein weiterer wundervoller historischer Abenteuerroman geglückt, in welchem er gekonnt Realität und Fiktion miteinander verknüpft. Mir hat es erneut unheimlich gut gefallen wie der deutsche Autor geschichtliche Ereignisse mit einer völlig eigenen, sehr kreativen Story verflochten hat und das er dem Ganzen zusätzlich noch einen magischen Touch verliehen hat, hat mir ebenfalls total zugesagt. Bis auf zwei Punkte, mit denen ich nicht ganz so happy bin, kann ich mich wirklich nur positiv zu dem Buch äußern.

Dann komme ich als nächstes mal zu meiner negativen Kritik.
Da wäre zum einen die Erzählweise, die mir bedauerlicherweise ein wenig den Einstieg erschwert hat. Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln im Wechsel erzählt, jeweils in der dritten Person, und normalerweise liebe so eine Erzählform. Hier aber waren mir die vielen Perspektiv- und Szenenwechsel zunächst etwas zu viel des Guten. Die Kapitel sind extrem kurz gehalten und springen wirklich ziemlich oft hin und her. Ich habe da leider ein Weilchen gebraucht, bis ich bezüglich der verschiedenen Figuren und Handlungsstränge den kompletten Durchblick hatte. Nachdem ich mich aber einmal reingefuchst hatte, hatte ich zum Glück keine Schwierigkeiten mehr mit den ständigen Wechseln.
Mein zweiter Aspekt bezieht sich auf die Handlung. Mir persönlich wurde sie stellenweise etwas zu ausschweifend und detailliert erzählt, sodass sie ein paar Längen für mich hatte. Insgesamt kann die Story zwar mit jeder Menge Spannung und zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen aufwarten, aber durchgehend an die Seiten fesseln konnte sie mich irgendwie dennoch nicht.

Das war‘s dann aber auch schon mit dem Meckern. Kommen wir nun zu den Dingen, mit denen mich der Autor begeistern konnte.
Womit er mich eindeutig vom ersten Moment an völlig auf seiner Seite hatte, ist das Setting. In Bücher, die uns Leserinnen ins viktorianische England mitnehmen, tauche ich immer wahnsinnig gerne ein. Ich liebe diese Kulisse einfach. Meine Freude war daher groß als ich las, dass uns Patrick Hertwecks neues Buch in das neblige London Ende des 19. Jahrhunderts entführen wird. Ich bin settingmäßig dann auch ganz auf meine Kosten gekommen. Die Atmosphäre ist von Beginn an so herrlich düster und geheimnisvoll, mich konnte sie sofort in ihren Bann und verzaubern. Und von den verschiedenen Orten hatte ich dank der bildhaften Beschreibungen das reinste Kopfkino. Man spürt beim Lesen wirklich nur zu gut wie viel Mühe sich der Autor bei seiner Recherche gegeben hat, um die Schauplätze und Lebensumstände der damaligen Epoche möglichst realistisch und anschaulich wiederzugeben. So wird mehr als deutlich wie schwer es die ärmere Gesellschaft damals hatte. Die Straßen des viktorianisches Londons waren ein sehr unsicheres und gefährliches Pflaster – viele mussten hart ums Überleben kämpfen wie beispielsweise Waisenkinder. Meiner Ansicht nach stellt Patrick Hertweck das Ganze aber nicht zu heftig und finster dar. Vom Verlag wird das Buch ab 12 Jahren empfohlen und dem schließe ich mich auf jeden Fall an.

Mit der Ausarbeitung der Charaktere konnte mich der Autor ebenfalls überzeugen. Wir bekommen es mit vielen äußerst interessanten und außergewöhnlichen Personen zu tun und egal ob Gut oder Böse – allesamt wurden sie hervorragend gezeichnet.
Besonders liebgewonnen habe ich den Straßenjungen Melvin, den ich als den eigentlichen Hauptprotagonisten bezeichnen würde. Melvin ist stark, mutig, tough und clever – ich mochte ihn auf Anhieb und habe ich ihn für seine große Stärke und Tapferkeit sehr bewundert.

Was den Plot angeht, habe ich euch weiter oben ja bereits berichtet, dass die Verknüpfung aus realen Fakten und eigenen Ideen absolut bei mir punkten konnte. Da mich der berüchtigte Serienmörder Jack the Ripper irgendwie schon immer sehr fasziniert hat, hat es mich überaus gefreut, dass Patrick Hertweck ihn in seinem neuen Roman eingebaut und eine ganz individuelle und höchst originelle Version von Jack the Ripper aufs Papier gebracht hat. Genial dabei fand ich auch, dass er die Geschichte mit wohl dosierten Gruselelementen gewürzt hat, die zum Erschaudern einladen sowie einer Portion an Mystik. So treiben beispielsweise Werwölfe und Untote ihr Unwesen zwischen den Buchseiten.
Auch mit dem Aspekt, dass wir Leser
innen anfangs mit einer Vielzahl an Puzzleteilen konfrontiert werden und man zunächst keinen Plan hat, wie sie wohl ineinanderpassen, damit sie ein stimmiges Gesamtbild ergeben, konnte mich der Autor in helle Verzückung versetzen. Ich bin da so richtig ins Mitfiebern und Mitraten geraten und wurden von so einigen Enthüllungen äußerst überrascht.

Fazit: Packend, schaurig, atmosphärisch. Ein spannender und magischer Abenteuerschmöker voller Geheimnisse, Düsterkeit und Überraschungen!
Mir hat Patrick Hertweck mit „Der letzte Rabe des Empire“ wunderbare Lesestunden bereiten können. Vollends überzeugen konnte er mich dieses Mal zwar nicht, aber begeistert von dem Buch dennoch und ich kann es jedem, der gerne in mystische und historische Fantasygeschichten eintaucht und das Setting viktorianisches England liebt, nur ans Herz legen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2021

Eine magische und abenteuerliche Reise voller Fantasie und Wunder!

Der Silberpfeil
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Als ich das erste Mal über „Der Silberpfeil“ stolperte, stand für mich augenblicklich fest, dass ich das Buch lesen muss. Von dem Cover habe ich mich wie magisch angezogen gefühlt; irgendwie hat es mich ...

Als ich das erste Mal über „Der Silberpfeil“ stolperte, stand für mich augenblicklich fest, dass ich das Buch lesen muss. Von dem Cover habe ich mich wie magisch angezogen gefühlt; irgendwie hat es mich sofort an den Polarexpress denken lassen – ein Weihnachtsklassiker, den ich über alles liebe. Da mich der Klappentext ebenfalls direkt ansprach und die Originalausgabe zudem äußert positive Kritiken erhalten hat, zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ den Silberpfeil bei mir einziehen.

Kate findet ihr Leben schrecklich langweilig. Warum nur kann sie nicht so spannende Abenteuer wie die Charaktere in Büchern erleben? Mit dem drögen Alltag soll es allerdings schlagartig vorbei sein, als Kate von ihrem Onkel Herbert eine echte Lokomotive namens Silberpfeil zu ihrem 11. Geburtstag geschenkt bekommt. Bei dem Silberpfeil handelt es sich jedoch um keine gewöhnliche Lok - es ist ein magischer Zug. Für Kate und ihren jüngeren Bruder Tom beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Der Silberpfeil wird sie auf eine unglaubliche Reise mitnehmen, voller wundersamer Orte und sprechender, exotischer Tiere.

Als ich mit dem Lesen begann, war ich mir bereits nach wenigen Seiten ziemlich sicher, dass mich mein Riecher bei meiner Bücherauswahl mal wieder nicht im Stich gelassen hat und ich eine wunderbare Zeit mit dem Buch verbringen werde. Die Story konnte mich sofort in ihren Bann ziehen und der humorvolle, bildliche Schreibstil des Autors sagte mir auf Anhieb zu. Auch unsere personale Erzählerin Kate mochte ich vom ersten Moment an richtig gerne. Die Voraussetzungen, dass mir mein erstes Werk aus der Feder von Lev Grossman gefallen wird, standen also echt gut.
Langer Rede, kurzer Sinn: Mir hat „Der Silberpfeil“ bezaubernde Lesestunden bereiten können. Für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich zwar dann doch nicht gereicht – dieser allerletzte Funken wollte irgendwie nicht komplett überspringen – aber begeistert bin ich dennoch, auf jeden Fall. Der US-amerikanische Schriftsteller Lev Grossman hat mit „Der Silberpfeil“ eine außergewöhnliche Abenteuergeschichte für Jung und Alt aufs Papier gebracht, die unglaublich fantasievoll ist, eine großartige Message enthält und uns Leserinnen auf eine unvergessliche Zugreise voller magischer Momente mitnimmt.

Zu Beginn der Erzählung lernen wir unsere 11-jährige Hauptprotagonistin Kate und ihre Familie kennen, die ein ganz normales und eigentlich perfektes Leben in einem ganz normalen Haus führen. In Kates Augen aber ist ihr Leben furchtbar öde und langweilig. Jeder Tag ist gefühlt gleich, nie passiert etwas Spannendes. Was gäbe Kate dafür, wenn sie so aufregende Dinge wie die Figuren in ihren geliebten Büchern erleben würde.
Kates Wunsch wird in Erfüllung gehen, als sie von ihrem merkwürdigen und ziemlich reichen Onkel Herbert eine waschechte Lokomotive namens SILBERPFEIL zum 11. Geburtstag geschenkt bekommt – ein wahrlich sehr ungewöhnliches Geschenk. Die Eltern sind verständlicherweise wenig erfreut darüber, dass plötzlich eine Lok in ihrem Garten steht. Kate und ihr jüngerer Bruder Tom aber sind begeistert und gehen der Aufforderung ihres Onkels, sich verschiedene Waggons für ihren Zug zu wünschen, nur zu gerne nach.
Das Ergebnis ist eine Reihe von äußerst kreativer Abteilwagen wie ein Süßigkeitenwaggon oder ein Bibliothekswagen. Letzteres fand ich besonders genial, so ein Zugabteil hätte ich definitiv auch gewählt.

Mit dem Silberpfeil hat Lev Grossman einfach ein ganz besonderes Setting erschaffen. Ich habe mir diesen magischen Zug total cool vorgestellt und wäre nur zu gerne in das Buch hineingehopst, um die unterschiedlichen Abteile selbst zu erkunden und mich an lauter wundervolle Orte mitnehmen zu lassen. Da das Hineinspringen in Bücher leider nicht möglich ist, musste ich mich mit einer Erkundungstour und Reise über das Lesen begnügen, was aber zweifellos ebenfalls ein herrliches Erlebnis war.

Gemeinsam mit Kate und Tom werden wir die verschiedensten Landschaften durchfahren wie schneebedeckte Berge, wilde Dschungelwälder oder trockene Wüsten. Sogar durch das Meer werden wir brausen und auch in die Lüfte wird es uns verschlagen. Dem Einfallsreichtum sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt.

Neben dem Zug und den Schauplätzen haben mir auch die Charaktere sehr gut gefallen. Kate und Tom sind zwei superliebe und aufgeweckte Kinder – ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Die Zwei werden ihre Zugreise jedoch nicht alleine bestreiten: Im Verlauf der Geschichte werden so einige Passagiere in den Silberpfeil einsteigen, bei denen es sich allerdings um keine Menschen handelt. Nein, die Fahrgäste der Geschwister sind sprechende Tiere, die alle ein bestimmtes Ziel verfolgen und jeder so ihre Eigenarten und Besonderheiten besitzen. Von der Idee mit den Tieren war ich vom ersten Moment an ganz angetan und als mir dann schließlich bewusst wurde, welche Thematik uns der Autor damit näherbringen möchte, ist meine Begeisterung nur noch größer geworden.

„Der Silberpfeil“ beschert uns nicht nur ein packendes und unterhaltsames Fantasyabenteuer und lädt durchweg zum Mitfiebern und Staunen ein – die Geschichte regt auch sehr zum Nachdenken an und vermittelt auf eine kindgerechte und warmherzige Weise eine ganz wichtige Botschaft. Ich kann das Buch daher auch Erwachsenen nur ans Herz legen – für deutlich ältere Leser
innen ist „Der Silberpfeil“ definitiv genauso lesenswert wie für Kinder.
Was die Altersempfehlung angeht, schließe ich mich dem Verlag an. Mädchen und Jungen ab 10 sollten der Handlung meiner Ansicht nach ohne Probleme folgen und dessen Aussage verstehen können.

Das Ende hat mich ebenfalls zufriedenstellen können. Es schließt die Erzählung gelungen ab und obwohl es Spielraum für eine Fortsetzung lässt, gehe ich persönlich davon aus, dass es sich bei dem Buch um einen Einzelband handelt. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich ja auch. Also ich hätte auf jeden Fall große Lust dazu, mich vom Silberpfeil auf eine weitere spannende Zugfahrt mitnehmen zu lassen.

Was dann natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, ist die Gestaltung. Das Cover, das wir dem amerikanischen Illustrator Brandom Dorman zu verdanken haben, liebe ich einfach, in meinen Augen ist es ein echter Hingucker.
Der Innenteil ist aber auch wunderhübsch aufgemacht. Die Erzählung wird von vielen ganzseitigen und sehr stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, die für die deutsche Ausgabe von Alina Brost gezeichnet wurden. Ich muss unbedingt noch mal schauen, welche Bücher sie sonst noch so bebildert hat. Mir gefällt ihr Zeichenstil ausgesprochen gut.

Fazit: Eine magische und abenteuerliche Reise voller Fantasie und Wunder!
Mir hat Lev Grossman mit seinem ersten Kinderbuch ein zauberhaftes Leseerlebnis bescheren können. Die Geschichte ist mit viel Herz und Humor geschrieben und lädt von Anfang an zum Träumen ein, sie ist wunderschön illustriert und enthält neben jeder Menge Magie, Spannung, Witz und Charme auch eine ganz tolle und wichtige Botschaft. Ich kann „Der Silberpfeil“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Spannend, magisch, witzig und charmant! Ein tolles Buch!

Die Geister der Pandora Pickwick
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Da mir die zwei vorherigen Bücher von Christina Wolff richtig gut gefallen haben, stand für mich sofort fest, dass ich euch ihren neuen Kinderroman unbedingt lesen muss. Auf „Die Geister der Pandora Pickwick“ ...

Da mir die zwei vorherigen Bücher von Christina Wolff richtig gut gefallen haben, stand für mich sofort fest, dass ich euch ihren neuen Kinderroman unbedingt lesen muss. Auf „Die Geister der Pandora Pickwick“ war ich tierisch gespannt!

Fanny liebt den Antiquitätenladen „Pandora‘s Antiques“ ihrer Tante Harriet, an keinen anderem Ort ist sie lieber als in diesem kleinen Raritätengeschäft mit seinem vielen wunderbaren kuriosen Krimskrams. Sie freut sich daher riesig auf die Sommerferien, die sie bei ihrer Tante verbringen darf. Doch irgendetwas geht in dem Laden nicht mit rechten Dingen zu. Dinge verschwinden auf rätselhafte Weise, Möbel, die gerade abgewischt wurden, werden plötzlich wieder von einer dicken Staubschicht überzogen und nachts sind seltsam rumpelnde und polternde Geräusche zu hören. Als Fanny ihrer Tante von ihren Beobachtungen berichtet, reagiert diese ziemlich merkwürdig. Sie verschweigt ihrer Nichte eindeutig etwas, nur was? Als Fanny schließlich herausfindet, was es mit „Pandora‘s Antiques“ wirklich auf sich hat, kann sie es zunächst gar nicht fassen. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt...

Dies war also mein drittes Werk aus der Feder von Christina Wolff und auch mit diesem hat mich die deutsche Autorin nicht enttäuschen können. Für mich persönlich ist es sogar das bisher beste Buch der Autorin. Mir hat „Die Geister der Pandora Pickwick“ einfach genau das beschert, was ich mir erhofft habe: Eine spannende und geisterstarke Abenteuergeschichte, die mit viel Herz und Humor geschrieben ist, voller Geheimnisse, Wunder und außergewöhnlicher Charaktere steckt und ein einmaliges britisches Flair verströmt. Nicht zu vergessen die traumhaften Illustrationen von der Florentine Prechtel, an denen ich mich gar sattsehen konnte. Meine Erwartungen konnten wirklich mehr als erfüllt werden, mein Lesevergnügen war einfach perfekt.

Ich hatte einen super Einstieg in das Buch. Die Handlung konnte mich von den ersten Zeilen an in ihren Bann ziehen und begeistern, der Schreibstil der Autorin hat sich mal wieder locker-leicht und angenehm für mich lesen lassen und unsere Hauptprotagonistin Fanny war mir auf Anhieb sympathisch. Für mich kam von Anfang an so eine richtige Wohlfühlstimmung auf. Und da sich zu dieser auch noch ein fesselnder Lesesog dazugesellt hat, dem ich mich kaum mehr entziehen konnte, wollte ich aus dem Buch am liebsten gar nicht mehr auftauchen. Für meinen Geschmack habe ich es leider viel zu schnell durchgelesen.

Als Leserinnen verschlägt es uns gleich zu Beginn in den Antiquitätenladen von Tante Harriet, in welchem wir uns dann auch die meiste Zeit über aufhalten werden – was mich sehr gefreut hat. Mit „Pandora‘s Antiques“ hat die Christina Wolff ein tolles Setting erschaffen. Der Laden wird so schön gemütlich und magisch beschrieben und versprüht eine herrlich geheimnisvolle Atmosphäre; solche Schauplätze liebe ich einfach. Die weiteren Orte, an die es uns noch verschlagen wird, fand ich aber auch große Klasse. Kulissenmäßig bin ich definitiv ganz auf meine Kosten gekommen.

Mit den Charakteren hat mich Christina Wolff ebenfalls überzeugen können. Sie wurden allesamt mit viel Liebe ausgearbeitet und besitzen teils äußerst amüsante und schräge Eigenheiten, mit denen sie uns Leser
innen verzaubern und bestens unterhalten.
Da hätten wir zum einen unsere 12-jährige Hauptprotagonistin Fanny, aus deren Sicht wir alles in der dritten Person erfahren. Fanny habe ich augenblicklich in mein Herz geschlossen. Ich mochte ihre abenteuerlustige, neugierige und liebenswerte Art total gerne und habe mich dank der authentischen Darstellungsweise ihrer Gefühls- und Gedankenwelt jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können.

Zu den weiteren Figuren möchte ich eigentlich gar nicht so viel sagen – ich finde, dass man sie besser ohne viel Vorwissen kennenlernen sollte. Ich kann euch jedenfalls versprechen, dass ihr im Verlauf der Geschichte die Bekanntschaft von lauter großartigen und interessanten Gestalten machen dürft wie Fannys verpeilte Tante Harriet, den schrulligen Kunsthändler Mr. Pennyhold und eine einzigartige Truppe an sehr unterschiedlichen Geistern. Die Geister haben mir ganz besonders gut gefallen, vor allem den aufgeweckten Alastair fand ich spitze. Mir hat dieser junge Geist so einige Gründe zum Schmunzeln geliefert.

Der Humor kommt auf jeden Fall nicht zu kurz, sodass man insgesamt eine sehr spaßige Zeit mit dem Buch verbringt. Neben den unterhaltsamen Szenen und originellen Ideen können sich aber natürlich auch die spannungsreichen und magischen Momente sehen lassen sowie die gruseligen Elemente, Mysterien und Überraschungen. So fiebert man beispielsweise bei Fannys Geisterübungen ordentlich mit (was genau es mit diesen auf sich hat, werde ich euch hier allerdings nicht verraten, hehe). Auch das sonderbare Verhalten von Tante Harriet treibt die Handlung voran (was verschweigt sie ihrer Nichte nur?) und zum Ende hin nimmt die Story dann so richtig an Fahrt auf, sodass man gehörig ins Mitbibbern gerät. Man mag das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen, da man so gebannt von den Geschehnissen ist.

Neben der Erzählung bin ich auch von der Gestaltung des Buches völlig verzückt. Das Vorsatzpapier ist bezaubernd aufgemacht und die Geschichte wird von einigen doppelseitigen und sehr detailreichen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, die einfach nur zum Träumen schön sind und ein ganz besonderes Ambiente schaffen. Von den Bildern hätte es liebend gerne noch ein paar geben dürfen. Ich liebe einfach den Zeichenstil von der Florentine Prechtel. Auch beim Cover hat sie mal wieder einen fabelhaften Job gemacht. Sieht es nicht wunderhübsch aus? Also ich finde, dass es ein echter Hingucker ist.

Am Ende bleiben keine Fragen offen, sodass ich davon ausgehe, dass es sich bei „Die Geister der Pandora Pickwick“ um einen Einzelband handelt. Potenzial für eine Fortsetzung wäre aber durchaus vorhanden. Da der Hummelburg Verlag allerdings leider diesen Herbst sein letztes Programm herausgebracht hat, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass es einen zweiten Teil geben wird. Leider. Ich hätte wahnsinnig gerne noch so einige weitere Abenteuer mit Fanny und Co. erlebt.

Fazit: Ein wunderbarer Abenteuerschmöker voller Spannung, Witz und zauberhaftem Geistercharme!
Christina Wolff hat mit „Die Geister der Pandora Pickwick“ ein rundum gelungenes Kinderbuch ab 10 Jahren aufs Papier gebracht, mit welchem sie mich absolut beGEISTERn konnte. Die Geschichte lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen, sie ist fantasievoll, atmosphärisch, ein bisschen schaurig und wunderschön illustriert. Ich hatte unheimlich viel Spaß beim Lesen und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Genauso klasse wie Band 1, diese Reihe ist so toll!

Tale of Magic: Die Legende der Magie 2 – Eine dunkle Verschwörung
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Nachdem mich Chris Colfer mit seiner Land-of-Stories-Serie so richtig aus den Socken hauen konnte, hat er mir Anfang des Jahres auch mit dem ersten Band seiner neuen Fantasyreihe „Tale of Magic“ ein echtes ...

Nachdem mich Chris Colfer mit seiner Land-of-Stories-Serie so richtig aus den Socken hauen konnte, hat er mir Anfang des Jahres auch mit dem ersten Band seiner neuen Fantasyreihe „Tale of Magic“ ein echtes Highlight bescheren können. Dem Erscheinen des zweiten Teils habe ich daher ganz ungeduldig entgegen gefiebert.

Brystal Evergreen und ihre Freunde haben die Welt gerettet und der magischen Gemeinschaft zu mehr Akzeptanz im ganzen Land verholfen. Brystal genießt nun ein hohes Ansehen und wird überall wie ein Star gefeiert, aber genießen kann sie das alles nicht. Sie hat ordentlich damit zu tun ihre vielen Pflichten als gute Fee zu erfüllen und den verschiedenen Königreichen bei ihren Problemen zu helfen. Das nächste Unheil soll zudem nicht lange auf warten sich lassen. Eines Tages taucht die mysteriöse Hexe Mistress Mara an der Akademie auf und versucht neue Schülerinnen für ihre Hexenschule zu rekrutieren. Und als wäre das nicht schon besorgniserregend genug, gerät Brystal dann auch noch in den Fokus eines jahrhundertealten Clans, der nur ein Ziel verfolgt: Sämtliche Magie im ganzen Land für immer auszumerzen.

Endlich habe ich mich auf meinen sehnsüchtig erwarteten Folgeband der Tale-of-Magic-Reihe stürzen können und tja, was soll ich sagen, auch dieser hat sich zu einem echten Highlight für mich entwickelt. Meine (äußerst hohen) Ansprüche konnten eindeutig vollends erfüllt werden. Mir hat es mal wieder wahnsinnig viel Freude bereitet in Chris Colfers märchenhafte Fantasywelt einzutauchen und mich von der Magie seiner Worte und seinem großen Ideenreichtum verzaubern zu lassen.

Ehe ich euch weiter berichte warum mir das Buch so gut gefallen hat, kurze Info an alle Neueinsteiger: Ich rate dringend mit dem Serienstart zu beginnen und danach erst zur Fortsetzung zu greifen. Die Bände bauen sehr aufeinander auf, es macht daher auf jeden Fall mehr Sinn sie in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

Da mir die Geschehnisse aus dem ersten Band zum Glück noch sehr präsent waren, habe ich mühelos in den zweiten Teil hineingefunden und einmal darin versunken, wollte ich am liebsten gar nicht mehr daraus auftauchen. Die Handlung konnte mich sofort packen und begeistern und der exzellente Schreibstil von Chris Colfer hat sich mal wieder angenehm flüssig für mich lesen lassen. Ich habe auch diesen Band regelrecht verschlungen und für meinen Geschmack viel zu schnell beendet.
Langeweile kam für mich dabei an keiner Stelle auf. Die Story kann mit jeder Menge spannungsreicher, dramatischer und unterhaltsamer Szenen aufwarten und die überraschenden Wendungen, Intrigen und Geheimnisse können sich ebenfalls sehen lassen. Man mag das Buch wirklich gar nicht mehr aus der Hand legen, da man so sehr ins Mitfiebern und Mitbibbern gerät und es einfach so viel Spaß macht.
Sehr gefreut hat mich, dass auch dieser Band viele tolle Botschaften, Themen und Werte enthält wie Gleichberechtigung, Akzeptanz und Toleranz, Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Verantwortung und das Hinauswachsen über sich selbst. Erstklassig verpackt in einem fesselnden Fantasyabenteuer werden all diese Dinge vermittelt und verleihen der Handlung eine genau richtige Portion Ernst und Tiefgang.

Was natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommt: Die originellen Ideen. Chris Colfer hat seiner Fantasie wahrlich mal wieder ihren freien Lauf gelassen, sein Einfallsreichtum ist einfach nur zutiefst beeindruckend. So werden wir beispielsweise an neue wundervolle Orte mitgenommen wie der Ravenchest-Schule für Hexenkunst und dürfen die Bekanntschaft neuer außergewöhnlicher Charaktere machen. Natürlich verschlägt es uns aber auch an bekannte Schauplätze und zahlreiche vertraute Gesichter dürfen wir ebenso wieder begegnen.

Mit den Figuren hat mich Chris Colfer ganz klar wieder gänzlich überzeugen können. Ob alt oder neu – allesamt wurden sie mit viel Liebe, Witz und Charme ausgearbeitet.
Mich hat es tierisch gefreut auf viele alte Bekannte aus dem Vorgänger zu treffen wie Brystal, Lucy, Emerelda, Xanthous, Mandarina und Skylene und sie im Verlauf des Buches noch besser kennenlernen zu dürfen. Klasse fand ich auch, dass neben Brystal auch Lucy dieses Mal eine große und wichtige Rolle spielt und wir neben Brystals Erzählanteilen auch viele Passagen aus ihrer Sicht zu lesen bekommen. Da hat mir vor allem der Kontrast ausgesprochen gut gefallen. Brystal ist in diesem Band um einiges ernster und verbissener drauf – der hohe Druck und die enorme Verantwortung, die auf ihren Schultern lasten, seit sie die gute Fee ist, verlangen ihr fraglos eine Menge ab. Ich habe stellenweise richtig mit Brystal mitgelitten, sie zugleich aber auch sehr für ihre große Stärke und Tapferkeit bewundert.
Lucy ist ebenfalls eine starke Persönlichkeit, allerdings ist sie ein herrlich humorvoller Typ. Ich liebe ihre lustige und einmalige Art einfach, mir hat Lucy wieder so einige Gründe zum Schmunzeln geliefert.

Auch das Setting fand ich wieder brillant. Im Erschaffen von magischen Welten ist der Chris Colfer einfach ein wahrer Meister. Dank der bildhaften Beschreibungen hatte ich beim Lesen mal wieder das reinste Kopfkino und die märchenhaft-düstere Atmosphäre hat mich von Beginn an vollkommen in ihren Bann ziehen können.

Neben der Geschichte bin ich auch von der Gestaltung ganz hingerissen. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick, ich finde es umwerfend. Die Bücher von dem Chris Colfer sind einfach allesamt die totalen Hingucker.
Der Innenteil des Buches ist aber ebenfalls wunderhübsch aufgemacht. Brandom Dorman hat auch die Kapitelanfänge in diesem Band mit zauberhaften schwarz-weiß Vignetten versehen, vorne im Buch gibt es wieder die doppelseitige Landkarte, die das Setting zeigt und das Vorsatzpapier ist traumhaft schön illustriert.

Enden tut das Buch ohne einen fiesen Cliffhanger, allerdings bleiben natürlich dennoch so einige Fragen offen, sodass man sich am liebsten sofort auf den nächsten Band stürzen möchte. Da heißt es aber leider noch ein kleines bisschen warten – die deutsche Übersetzung von Teil 3 wird voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr erscheinen. Ich freue mich schon riesig drauf!

Da ich von Chris Colfers faszinierender Welt einfach nicht genug bekommen kann und neben dem Buch erfreulicherweise auch noch das Hörbuch des zweiten Bandes bei mir einziehen durfte, habe ich es mir nach dem Lesen sofort mit dem Audiobook gemütlich gemacht. Dass mir die Story inzwischen bekannt war, hat mir dabei in keinster Weise meine Hörfreude geraubt. Rufus Beck liest einfach mal wieder fantastisch – ich staune jedes Mal aufs Neue wie vielfältig seine Stimme ist. Er ist wirklich das reinste Stimmwunder. Und für diese Reihe ist er definitiv die perfekte Wahl. Mir hat es mal wieder unglaublich viel Vergnügen bereitet seiner lebendigen und atmosphärischen Vortragsweise zu lauschen.

Fazit: Eine grandiose Fortsetzung voller Spannung, Witz, Magie und Wunder!
Chris Colfer ist mit „Eine dunkle Verschwörung“ ein rundum gelungener Folgeband geglückt, der wie sein Vorgänger ein wahres Feuerwerk an genialen Ideen enthält und voller unvergleichlicher Charaktere und magischer Orte steckt. Mir hat der zweite Teil der Tale-of-Magic-Reihe genauso gut gefallen wie der erste. Ich bin absolut begeistert von dem Buch und auch mit dem Hörbuch habe ich eine wunderbare Zeit verbracht. Sprecher Rufus Beck beschert uns mit seiner großartigen Vortragsweise mal wieder den allerschönsten Hörgenuss.
Von mir gibt es eine große Lese- und Hörempfehlung und nur zu gerne volle 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2021

Ein genialer Auftakt voller Spannung, Humor, Geheimnisse & Magie!

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Was war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ein neuer Jugendroman von Kerstin Gier erscheinen wird! Wie viele andere auch liebe ich ihre Edelstein- und Silber-Trilogie. Den Auftaktband ...

Was war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr endlich ein neuer Jugendroman von Kerstin Gier erscheinen wird! Wie viele andere auch liebe ich ihre Edelstein- und Silber-Trilogie. Den Auftaktband ihrer neuen Fantasy-Trilogie musste ich daher selbstverständlich unbedingt lesen.

Der 18-jährige Quinn führt eigentlich das perfekte Leben. Er ist beliebt und sportlich, sieht gut aus und hat liebevolle Eltern. Sein einziges Problem scheint zurzeit nur Lilly zu sein, seine Freundin, mit der er am liebsten Schluss machen möchte. Als Quinn bei einer Party auf ein blauhaariges Mädchen trifft und kurz danach einen schweren Unfall hat, wird sich sein Leben schlagartig ändern. Nicht nur, dass er vorerst auf den Rollstuhl und Krücken angewiesen ist – er sieht auf einmal Dinge, die es gar nicht geben kann. Ist er etwa verrückt geworden?
Es wird ausgerechnet Matilda sein, das schräge Mädchen von gegenüber, in welchem er eine Verbündete findet. Sie kann das, was er eigentlich für seine Wahnvorstellungen gehalten hat, ebenfalls sehen. Matilda war nie sein Typ gewesen, das Verhältnis der beiden war schon immer ein etwas schwieriges. Das magische und unglaubliche Abenteuer, in welches die beiden nun stolpern werden, wird ihre Beziehung aber sehr verändern. Was als Freundschaft beginnt, wird schließlich noch mehr werden.

Ein neues Werk aus der Feder von Bestseller-Autorin Kerstin Gier – vermutlich brauche ich gar nicht zu erwähnen, dass ich mir enorm viel davon erhofft habe, oder? Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier, ihr neues Buch klang einfach so gut und das Cover ist ein absoluter Traum (ich kann mich daran gar nicht sattsehen, die Eva Schöffmann-Davidov hat sich mal wieder selbst übertroffen) – also ja, man kann meine Ansprüche durchaus als ziemlich hoch bezeichnen...Und wisst ihr was? Sie konnten vollends erfüllt werden! Die Story war insgesamt zwar irgendwie anders als von mir erwartet, aber in keinster Weise schlecht anders, überhaupt nicht. Kerstin Gier hat es mal wieder geschafft und mir ein echtes Highlight beschert.

Bei mir trat von Anfang an das ein, was ganz klar für ein gutes Buch spricht: Einmal mit dem Schmökern begonnen, wollte ich am liebsten gar nicht mehr damit aufhören. Die Handlung konnte mich umgehend in ihren Bann ziehen und begeistern und in den brillanten Schreibstil von Kerstin Gier habe ich mich mal wieder sofort verliebt. Für mich kam von den ersten Zeilen an ein angenehm flüssiger und fesselnder Lesefluss zustande, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin und das Buch im Rekordtempo verschlungen habe.

Geschildert wird die Geschichte abwechselnd von Quinn und Matilda, jeweils in der Ich-Perspektive, und wer meinen Lesegeschmack ein bisschen näher kennt, wird wissen, dass ich total auf Sichtwechsel in Büchern stehe. Mich hat es daher sehr gefreut, dass sich Kerstin Gier für diese Erzählweise entschieden hat. In meinen Augen ist sie zudem die perfekte Wahl. Zum einen, weil das Leseerlebnis durch die zwei verschiedenen Blickwinkel äußert abwechslungsreich und mitreißend gestaltet wird, und zum anderen, weil wir so beide Hauptprotagonisten sehr genau kennenlernen dürfen.

Ich mochte sowohl Quinn als auch Matilda unheimlich gerne, muss allerdings gestehen, dass mir Quinn im ersten Moment nicht so sympathisch war. Auf mich hat er zunächst wie ein ziemlich selbstgefälliger und arroganter Teenager gewirkt, der nur zu gut weiß, dass er gut aussieht und beliebt ist. Mein erster Eindruck hat sich aber zum Glück schnell gewandelt.
Nachdem wir seinen dramatischen Unfall miterleben dürfen und Quinn danach im Krankenhaus erwacht, war ich seinem Charme im Nu verfallen. Ich habe Quinn richtig liebgewonnen, er ist stark, lustig und aufgeschlossen und verhält sich jederzeit völlig authentisch. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass sie das Verhalten der Figuren, insbesondere der beiden Hauptprotagonisten, als etwas unrealistisch empfunden haben, allerdings kann mich dem nicht anschließen. Ja, okay, die Nebencharaktere sind teils recht überspitzt gezeichnet und ziemlich schrullig drauf, aber gerade das hat mir an ihnen so gut gefallen. Ich habe mich stellenweise köstlich über die Eigenarten einiger Figuren amüsiert – vor allem die Cousine und der Cousin von Matilda haben mir so einige Gründe zum Schmunzeln geliefert. Die zwei kann man wahrlich nur als schräg bezeichnen.

Also mich hat Kerstin Gier mit sämtlichen Charakteren überzeugen können. Sie sind allesamt einzigartig und machen das Leseereignis mit ihren verschiedenen Eigenschaften zu einem unvergesslichen.
Besonders fest in mein Herz geschlossen habe ich Matilda. Matilda ist ein herzensguter Mensch, sie ist liebenswert, humorvoll und hilfsbereit. Ich habe mich sowohl in sie als auch in Quinn mühelos hineinversetzen können und richtig mit ihnen mitgefiebert und mitgefühlt.
Quinn und Matilda haben es beide gerade nicht leicht. Quinns Leben hat sich aufgrund seines schlimmen Unfalls komplett verändert, er kann keinen Pakoursport mehr machen und ist auf den Rollstuhl und Krücken angewiesen, er hat mit Sehstörungen zu kämpfen und dann wird er auch noch gezwungen zu einer total durchgeknallten Therapeutin zu gehen. Also mir tat Quinn unendlich leid.
Mit Matilda habe ich aber auch sehr mitgelitten. Sie ist mit einer supernervigen Familie und strengen Eltern gestraft und wird stets als das schwarze Schaf in der Familie bezeichnet.

Quinn und Matilda werden gleich im ersten Kapitel aufeinander treffen und es wird sofort deutlich, dass die beiden nicht das beste Verhältnis zueinander haben. Die Schlagabtäusche zwischen den beiden fand ich herrlich, mich haben sie bestens unterhalten. Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch, wie die langsame Annäherung der zwei beschrieben wird. Zunächst entwickelt sich eine wundervolle Freundschaft zwischen den beiden, aber daraus wird schließlich mehr werden. Quinn und Matilda ergeben einfach ein so tolles Team und auch als Paar fand ich sie zauberhaft. Mich hat die Liebesgeschichte gänzlich überzeugen können. Sie wird wunderschön und glaubhaft veranschaulicht und ist überhaupt nicht kitschig.

Mit den Fantasyelementen konnte das Buch ebenfalls bei mir punkten. Kerstin Gier hat das Rad zwar nicht neu erfunden, aber es sind durchaus so einige höchst originelle und richtig coole Ideen dabei, mit denen sie mich verzücken und faszinieren konnte. Also ich fand die phantastische Welt, die Kerstin Gier erschaffen hat, einfach klasse. Sie steckt voller Magie, Rätsel, Gefahren und außergewöhnlicher Geschöpfe wie Geister, Feen und sprechende Wasserspeier.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Die vielen überraschenden Wendungen und Mysterien haben mich durchweg in Atem gehalten, vor allem zum Ende hin klebte ich förmlich an den Seiten.
Humormäßig bin ich definitiv ebenfalls ganz auf meine Kosten gekommen (ich liebe einfach den Humor von Kerstin Gier).
Die Mischung aus Witz, Liebe, Fantasy und Spannung ist Kerstin Gier einfach nur mal wieder rundum gelungen. Ich habe mich pudelwohl beim Lesen gefühlt und freue mich schon diebisch auf den zweiten Band.

Nach dem Beenden des Buches hatte ich es mir dann auch noch mit dem Hörbuch gemütlich gemacht. Dass mir die Story inzwischen bekannt war, hat dabei in keinster Weise meine Hörfreude beeinträchtigt. Ich hatte jede Menge Spaß beim Lauschen der ungekürzten Lesung. Jasna Fritzi Bauer, die Matildas Kapitel liest, und Timmo Niesner, der Quinns Passagen vorträgt, lesen beide absolut perfekt. In meinen Augen sind die zwei die reinsten Glückstreffer für dieses Hörbuch. Sie haben beide superangenehme und wandelbare Stimme, denen man nur zu gerne zuhört.

Fazit: Spannend, witzig, wunderbar magisch. Ein genialer Auftakt voller Überraschungen und Geheimnisse!
Kerstin Gier hat mich mit dem ersten Band ihrer neuen Jugendbuch-Trilogie vollkommen verzaubern können. Ich habe die Geschichte von den ersten Seiten an geliebt und eine großartige Zeit in ihr verbracht. Auch das Hörbuch von „Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann“ konnte mich vollauf begeistern. Ich kann sowohl Buch als Hörbuch absolut empfehlen und vergebe nur zu gerne 5 von 5 Sternen!

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