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Veröffentlicht am 13.06.2021

Warmherzig, berührend, tiefgründig und so schön! Ein zauberhaftes Buch!

Das Glück wartet nur bis um vier
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Als ich das erste Mal von „Das Glück wartet nur bis um vier“ hörte, stand für mich sofort fest, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und bei dem wunderhübschen Cover war ...

Als ich das erste Mal von „Das Glück wartet nur bis um vier“ hörte, stand für mich sofort fest, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang einfach so gut und bei dem wunderhübschen Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick. Ich zögerte daher wirklich keine Sekunde lang und ließ das Erstlingswerk von Kate O’Shaughnessy nur zu gerne bei mir einziehen.

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass alles einen Klang hat – man muss nur genau hinhören. So wie die 11-jährige Maybelle Lane. Maybelle sammelt Geräusche. Mit ihrem Aufnahmegerät nimmt sie alle Klänge auf, die ihr bedeutend erscheinen. Das wertvollste und für sie wichtigste Stück ihrer Sammlung ist jedoch kein Geräusch, das sie selbst aufgenommen hat: Eine alte Aufzeichnung von dem Lachen ihres Vaters, die von einer Anrufbeantworternachricht stammt. Dieses Lachen ist das Einzige, was sie von ihrem Vater hat und über ihn weiß. Doch dann hört sie eines Tages genau dieses Lachen – sein Lachen – aus dem Autoradio. Ihr Vater ist Radiomoderator und besitzt eine eigene Musiksendung. Heimlich, ohne das Wissen ihrer Momma, hört sich Maybelle fortan jede Folge seiner Show an. Als ihr Vater ankündigt, dass er Teil der Jury eines Gesangswettbewerbs in Nashville sein wird, meldet sich Maybelle sofort an. Sie möchte ihren Vater endlich treffen und kennenlernen. Nashville liegt aber viele Meilen von ihrem Zuhause entfernt – wie soll sie es nur dorthin schaffen? Zum Glück ist Maybelle nicht auf sich alleine gestellt. Sie bekommt unerwartet Hilfe und zwar von Menschen, mit deren Unterstützung sie niemals gerechnet hätte: Der fiese Junge Tommy, der in Wahrheit gar nicht fies ist, und ihre strenge Nachbarin Mrs Boggs, die viel freundlicher ist als gedacht. In dem Wohnwagen von Mrs Boggs treten sie den weiten Weg nach Tennessee an. Eine abenteuerliche Reise beginnt...

„Das Glück wartet nur bis um vier“ war mal wieder so ein Buch, bei welchem ich schon nach wenigen Seiten wusste, dass ich mal wieder einen absoluten Glückstreffer gelandet habe und einen echten Kinderbuchschatz in Händen halte. Und wisst ihr was? Ich habe damit goldrichtig gelegen! Kate O’Shaughnessy hat mich mit ihrem Debüt auf ganzer Linie überzeugen und ein Leseerlebnis bescheren können, an das ich mich ganz bestimmt noch sehr lange erinnern werde.

Kate O’Shaughnessy ist mit „Das Glück wartet nur bis um vier“ ein ganz besonderer Kinderroman ab 10 Jahren geglückt, in welchem sie uns Leserinnen auf einen unvergesslichen Roadtrip durch die Südstaaten der USA mitnimmt. Solltet ihr gerne Erzählungen im Stil von Kate DiCamillo lesen, kann ich euch nur nahelegen, die 11-jährige Maybelle auf ihrer Reise zu ihrem Vater zu begleiten. Mich persönlich hat „Das Glück wartet nur bis um vier“ sehr an die Werke von Kate Dicamillo erinnert. Wie diese, so erzählt auch das Debüt von Kate O’Shaughnessy eine Geschichte voller Herz, Tiefe, Authentizität und Wärme und vermittelt wichtige Werte wie Freundschaft, Familie, Mut, Zusammenhalt, Selbstfindung, Hilfsbereitschaft und das Hinauswachsen über sich selbst.
Auch ernstere Themen werden angesprochen wie Einsamkeit, Misshandlung und Enttäuschung und auf eine sehr sanfte und feinfühlige Weise behandelt. Die Erzählung steckt voller bedeutsamer Botschaften und Weisheiten, sie regt zum Nachdenken an und ist herzzerreißend und lustig zugleich.

Erzählt wird alles aus der Sicht der 11-jährigen Maybelle in der Ich-Perspektive. Dass wir es bei Maybelle mit einer außergewöhnlichen Buchheldin zu tun bekommen werden, war mir bereits beim Durchlesen des Klappentextes klar. Er verspricht auch eindeutig nicht zu viel: Die Autorin hat mit Maybelle eine ganz besondere Protagonistin erschaffen, die man als Leser
in sofort ins Herz schließen muss. Maybelle ist liebenswert, neugierig und klug und beobachtet ihre Umwelt stets ganz genau. Sie ist erstaunlich weit für ihr Alter und trägt eine Stärke in sich, für die man sie nur bewundern kann. Ich mochte unsere Ich-Erzählerin wirklich auf Anhieb unglaublich gerne und in die authentische Art und Weise, wie sie uns ihre Geschichte erzählt, habe ich mich augenblicklich verliebt.

Die weiteren Charaktere fand ich ebenfalls großartig. Da hätten wir zum einen Maybelles wundervolle Momma, die zwei Jobs hat und ihre Tochter über alles liebt. Und die verwitwete Nachbarin Mrs Boggs, die wohl das ist, was man als harte Schale, weicher Kern bezeichnet. Mrs Boggs wirkt auf den ersten Blick ziemlich streng und resolut, sie ist aber eine herzensgute und ganz tolle Frau. Ich fand Mrs Boggs einfach nur klasse.
Dann wäre da natürlich noch Tommy, der immer mit den gemeinen Jungs abhängt, der selbst aber ein total lieber und witziger Kerl ist. Ich habe Tommy unheimlich liebgewonnen. Ich musste ständig über ihn schmunzeln, habe stellenweise aber auch sehr mit ihm mitgelitten.
Mit wem ich ebenfalls ein unendliches Mitleid hatte, ist Pickle, ein kleiner Hund, der im Verlauf der Geschichte noch zu unserer Reisetruppe stoßen wird. Da er im Klappentext aber nicht erwähnt wird und ich auf gar keinen Fall zu viel verraten möchte, werde ich euch über Dackel Pickle hier nichts weiter erzählen.

Wovon ich euch aber unbedingt noch berichten möchte, ist die Reise. Ich liebe Roadtrip-Stories, mich hat es daher tierisch gefreut, dass uns Kate O’Shaughnessy in ihrem Roman auf einen mitnimmt. Genial fand ich auch, dass die Fahrt durch die US-Südstaaten geht. Dieses Setting mochte ich schon immer wahnsinnig gerne, ich liebe einfach die Südstaaten-Atmosphäre. Da die Autorin sämtliche Schauplätze sehr bildlich und stimmungsvoll beschreibt, bin ich kulissenmäßig auch definitiv ganz auf meine Kosten gekommen. Es kommt zudem ein herrliches Sommerfeeling auf – für den Sommer kann ich „Das Glück wartet nur bis um vier“ daher ganz besonders empfehlen.

Mein Lesevergnügen war leider viel zu schnell wieder vorbei. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und musste mich eher als mir lieb war von Maybelle und Co. wieder verabschieden. Über ein Wiedersehen mit ihnen würde ich mich sehr freuen. Ich persönlich gehe zwar davon aus, dass es sich bei dem Titel um einen Einzelband handelt, aber wer weiß, vielleicht (hoffentlich!) irre ich mich ja. Potenzial für eine Fortsetzung wäre zweifellos vorhanden.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Ende: Mich konnte es vollkommen zufriedenstellen. Es ist zwar ein bisschen traurig, zugleich aber auch herzerwärmend schön. Mir hat es echt gut gefallen, ich habe das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder zuklappen können.

Fazit: Ein wunderbarer Roman voller Warmherzigkeit, der einen tief berührt, durchweg mitreißt und lange im Gedächtnis bleibt.
Kate O’Shaughnessy ist mit ihrem Debüt ein ganz zauberhaftes Kinderbuch gelungen, welches ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Mich hat die Geschichte auf einen emotionalen Roadtrip der Gefühle mitgenommen. Ich habe mitgefiebert, mitgefühlt und mitgelitten, ich habe geschmunzelt und mich mit gefreut und einfach eine wunderschöne (und leider viel zu kurze) Zeit mit den einzigartigen Charakteren verbracht. Von mir gibt es nur zu gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 11.06.2021

Spannend, geheimnisvoll, düster und romantisch!

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Da mir das Jugendbuch-Debüt von Stefanie Neeb unheimlich gut gefallen hat, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich das erste Mal von ihrem Partem-Zweiteiler hörte. Der Klappentext konnte mich umgehend ...

Da mir das Jugendbuch-Debüt von Stefanie Neeb unheimlich gut gefallen hat, war ich sofort Feuer und Flamme, als ich das erste Mal von ihrem Partem-Zweiteiler hörte. Der Klappentext konnte mich umgehend überzeugen und beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick (ich finde es so wunderhübsch!). Ich zögerte daher keine Sekunde lang und ließ den Auftaktband der Partem-Dilogie nur zu gerne bei mir einziehen.

Jael ist ein eiskalter Typ und das muss er für seinen Auftrag auch sein. Jael gehört einer gefährlichen und mächtigen Organisation an, deren Mission es ist, Menschen ihre Gefühle, ihre Liebe zu stehlen. Gemeinsam mit einigen anderen Mitgliedern zieht er in ein Haus in einer guten Wohngegend ein – und zwar direkt gegenüber von Xenia. Als Jael das erste Mal auf Xenia trifft, zeigt sein Herz nach langer Zeit wieder eine Regung. Er ist ganz fasziniert von ihr und das, wo Xenia doch eigentlich ein völlig normales Mädchen ist. Okay, mal abgesehen davon, dass sie Geräusche vernimmt, wenn sie andere berührt. Seltsamerweise hört sie bei Jael aber nichts. Xenia fühlt sich ebenfalls zu Jael hingezogen, verspürt zugleich aber auch eine gewisse Abneigung gegen ihn. Auch Jael möchte ihr nah sein, hasst sie aber auch gleichzeitig für das, was sie ist: Eine Immunitin. Allerdings besitzt sie etwas, was er unbedingt für sich nutzen möchte. Sein Vorhaben gestaltet sich nur äußerst schwierig, als er zunehmend Gefühle für Xenia entwickelt.

Wie oben bereits erwähnt, war ich von Stefanie Neebs Erstlingswerk „Und wer rettet mich?“ hellauf begeistert. Während dieses Buch eine realistische Geschichte erzählt, handelt es sich bei Partem jedoch um eine Romantasy-Reihe. Ich war daher nun mehr als gespannt, ob mich die Autorin wohl auch mit einem Roman aus einem ganz anderen Genre überzeugen kann.
Erwartungsvoll begann ich also mit dem Lesen. Bereits die ersten Seiten konnten mich packen. Stefanie Neeb hat einen wundervollen Schreibstil, er ist leicht, fesselnd und bildlich und hat sich super angenehm und flüssig für mich lesen lassen.
Auch die Erzählweise konnte augenblicklich bei mir punkten. Die Geschehnisse werden aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt, jeweils in der dritten Person, und wer meinen Lesegeschmack ein bisschen kennt, wird wissen, dass ich Sichtwechsel in Büchern unglaublich gerne mag. Dass sich Stefanie Neeb für diese Erzählform entschieden hat, hat mich daher überaus gefreut und in meinen Augen ist diese Wahl auch absolut passend. Unsere vier Erzählerinnen sind so schön verschieden, was für ein sehr vielseitiges Leseerlebnis sorgt und da die Wechsel zu Beginn eines jeden Kapitels mit den entsprechenden Namen gekennzeichnet sind, ist es mir jederzeit mühelos geglückt den Überblick zu behalten.

In die Story habe ich ebenfalls gut hineingefunden, trotz des ziemlich direkten Handlungseinstiegs und der wenigen Informationen, die man zu Beginn hat. Was letzteres angeht, wären wir aber auch schon bei meinem einzigen negativen Kritikpunkt. Mir persönlich hat es insgesamt an Erklärungen gefehlt. Es bleiben eine Menge Dinge unbeantwortet und rätselhaft, sei es bezüglich Partem, der Mission oder der Figuren, sodass ich beim Lesen mit so einigen Fragezeichen im Kopf dasaß. Durch die vielen Unklarheiten und Geheimnisse wird das Ganze zwar zweifellos äußert aufregend gestaltet, was durchaus einen gewissen Reiz hat, aber ein paar mehr Infos hätte ich mir dennoch gewünscht. Da hoffe ich nun sehr, dass wir im zweiten Band mehr erfahren werden.

Ansonsten fand ich das Buch aber echt klasse. Ich mochte die düstere und mysteriöse Atmosphäre der Geschichte total gerne und die Handlung hat mich durchweg mitreißen können. Mich persönlich hat das Buch irgendwie ein bisschen an die Biss-Serie von Stephenie Meyer erinnert, so vom Feeling her. Partem ist natürlich etwas ganz anderes, so wirklich vergleichen kann man die Reihen eigentlich gar nicht – Vampire treten hier zum Beispiel überhaupt nicht auf – aber irgendwie hat die Story dennoch ein wenig Biss-Stimmung für mich ausgestrahlt, was ich ziemlich cool fand.
Die Mischung aus Fantasy und Romantik konnte mich gleichermaßen überzeugen. Dass der Fantasyanteil meinem Empfinden nach recht gering ausfällt, hat mich zwar etwas überrascht, aber keineswegs gestört. Da ich derzeit nicht mehr so viel in diesem Genre lese, konnte dieser Aspekt sogar sehr bei mir punkten. Ich könnte mir nur vorstellen, dass so manch anderer enttäuscht davon sein wird, dass der magische Part etwas wenig Raum einnimmt.

Die Figuren haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Besonders liebgewonnen habe ich Xenia und ihren besten Freund Felix. Beide sind zwei ungemein sympathische und herzensgute Figuren, die man als Leser
in augenblicklich gernhaben muss. Vor allem Felix mit seiner fürsorglichen Art hat sich sofort in mein Herz geschlichen.
Mit Jael und Chrystal bin ich nicht komplett warmgeworden, was ich aber tatsächlich gar nicht schlimm fand. Von Jaels eiskaltem und unnahbarem Verhalten war ich irgendwie richtig angetan und auch Chrystals Abgebrühtheit hat mich fasziniert. Die beiden sind fraglos zwei ausgesprochen interessante Charaktere, bei denen man bis zum Schluss nicht weiß, woran man bei ihnen eigentlich ist. Es wird allerdings auch deutlich, dass beide ihr Päckchen zu tragen haben. So lässt uns beispielsweise Jael hier und da dann doch mal hinter seine Fassade blicken und bei diesen Momenten wird einem als Leserin mehr als klar, dass er durchaus Gefühle hat und innerlich ziemlich zerrissen zu sein scheint.

Xenia, Felix, Jael und Chrystal schlüpfen in die Rollen der bereits von mir genannten vier personalen Erzähler
innen. Von ihnen erfahren wir daher eindeutig am meisten und erhalten auch gute Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelten. In meinen Augen hat Stefanie Neeb die Vier sehr glaubhaft und authentisch skizziert. Ein paar Details hätte ich allerdings, wie bereits erwähnt, echt schön gefunden, sowohl bei unseren Hauptprotagonist*innen als auch bei den zahlreichen Nebenfiguren. Ich persönlich gehe aber davon aus, dass dies noch in Band 2 geschehen wird.

Auch hinsichtlich der Organisation, der Jael und Chrystal angehören, rechne ich sehr damit, dass uns Stefanie Neeb in der Fortsetzung mit mehr Erklärungen versorgen wird. Also ich konnte mir bisher noch nicht so wirklich ein Bild von diesem Partem machen, muss ich sagen. Warum entziehen die Mitglieder dieses Ordens Menschen ihre Gefühle und lassen sie als leere Hüllen zurück? (Schrecklich, oder?) Da kann ich es nun kaum mehr erwarten endlich mehr zu erfahren. Leider werde ich mich da aber noch ein Weilchen gedulden müssen – der zweite Teil wird nämlich voraussichtlich erst im Januar 2022 erschienen, seufz. Da der erste Band zudem mit einem Cliffhanger endet, fiebere ich dem Erscheinen des Finales schon jetzt ganz ungeduldig entgegen.

Fazit: Spannend, düster, romantisch. Ein außergewöhnlicher Dilogie-Auftakt mit Sogwirkung!
Dies war mein zweites Werk aus der Feder von Stefanie Neeb und auch mit diesem habe ich tolle Lesestunden verbracht. Bis auf den Punkt, dass mir zu viele Fragen offen geblieben sind, bin ich richtig begeistert von dem ersten Band der Partem-Dilogie und kann ihn nur wärmstens empfehlen. Wer gerne Geschichten über Liebe, Geheimnisse, Vertrauen und Verrat liest, versehen mit Fantasyelementen, sollte sich „Partem“ unbedingt mal genauer anschauen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Ein herrliches Lesevergnügen für Jung und Alt!

Nuschki
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Da mich Martin Muser mit seiner Kannawoniwasein-Serie vollauf begeistern konnte, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich von seinem neuen Kinderbuch hörte. Im ersten Moment hatte ich nur irgendwie ...

Da mich Martin Muser mit seiner Kannawoniwasein-Serie vollauf begeistern konnte, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich von seinem neuen Kinderbuch hörte. Im ersten Moment hatte ich nur irgendwie gar nicht gecheckt, dass dieses mit der eben genannten Reihe zusammenhängt. Hund Nuschki, von dem die Erzählung handelt, durften wir bereits im zweiten Kannawoniwasein-Band kennenlernen, in welchem er im Verlauf der Geschichte verloren geht, zum Ende hin aber wieder auftaucht. Also habe ich mich schon immer gefragt, was dem polnischen, dreibeinigen Hund in dieser Zeit eigentlich widerfahren ist. Dass Martin Muser dieses große Geheimnis nun endlich lüftet, hat mich daher sehr gefreut. „Nuschki“ musste ich natürlich unbedingt bei mir einziehen lassen.

Zusammen mit seinem Herrchen Antek und dessen zwei Freunden unternimmt Nuschki, der dreibeinige Hund, eine Floßfahrt auf der Oder. Doch da passiert es: Das Floß kentert und Nuschki treibt auf einmal herrchenlos im Wasser. Gott sei Dank kann er sich ans Ufer retten, doch oje – er ist auf der falschen Seite der Grenze gelandet. Anstatt in Polen, befindet er sich nun in Deutschland. Wie soll er nur zu Antek zurückfinden? Zum Glück wird Nuschki nicht lange auf sich alleine gestellt sein. Er wird Derrick kennenlernen, der ein echter Polizeispürhund ist, und Helga, eine blinde Ratte. Gemeinsam mit seinen neuen beiden Freunden begibt sich Nuschki auf eine abenteuerliche Heimreise. Ob es ihm gelingen wird nach Hause zurückzukehren?

Vorweg, ehe ich euch berichte, wie mir das Buch gefallen hat, kurze Info an all diejenigen, die den zweiten Teil der Kannawoniwasein-Reihe nicht kennen: Man muss „Kannawoniwasein – Manchmal fliegt einem alles um die Ohren“ nicht gelesen haben, um der Handlung in „Nuschki“ folgen zu können. Die beiden Bücher hängen zwar miteinander zusammen, erzählen aber dennoch eigenständige Geschichten, sodass man sie wirklich völlig problemlos unabhängig voneinander lesen kann.

So viel dazu. Kommen wir nun zu meiner Meinung über das Buch.
Als ich mit dem Lesen begann, war ich mir bereits nach den ersten paar Sätzen ziemlich sicher, dass ich eine tolle und höchst vergnügliche Zeit mit „Nuschki“ verbringen werde. Schon das Vorwort, in welchem uns der Autor verrät, warum er die Geschichte eigentlich geschrieben hat, hat mir ein breites Schmunzeln entlockt. Erwartungslos habe ich weitergelesen und wisst ihr was? Ich lag mit meiner anfänglichen Vermutung vollkommen richtig! Martin Muser hat mich auch mit „Nuschki“ auf ganzer Linie überzeugen können. In meinen Augen ist dem deutschen Autor mit seinem neuen Werk ein wundervolles Kinderbuch über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt geglückt, welches tierisch gute Laune macht und vor Witz, Charme und Originalität nur so sprüht.

Erzählt wird die Geschichte von Martin Muser, also nicht aus der Sicht von Nuschki in der Ich-Form, allerdings hatte Nuschki natürlich ein Wörtchen mitzureden. Seine Erlebnisse sollen schließlich in all ihrer Richtigkeit geschildert werden. In Form von handgeschriebener Kritzeleien gibt Nuschki ab und an seinen Senf dazu, was ich einfach nur herrlich fand. Also ich habe mich stellenweise köstlich über die humorvolle und einfallsreiche Erzählweise amüsiert.

Auch mit der Innengestaltung konnte das Buch bei mir punkten. Diese ist ebenfalls ziemlich genial und einzigartig. Tine Schulz hat die Erzählung nicht einfach nur gewöhnlich illustriert – sie hat größtenteils einen Mix aus Fotografien und Zeichnungen verwendet, um die Geschichte zu bebildern. So kommen wir in den Genuss von ganz vielen hübschen sommerlichen Naturfotos, die zum Beispiel die Oder zeigen und in die Tine Schulz die Charaktere hineingezeichnet hat. Die Collagen nehmen meist eine ganze Seite ein, sind manchmal aber sogar doppelseitig. Also ich finde diese Idee total cool und bin von deren Umsetzung echt begeistert. Mir hat es richtig viel Freude bereitet die vielen kreativen Bilder zu betrachten. Sie machen das Leseerlebnis wahrlich zu etwas ganz Besonderem.
Neben den Collagen wird die Geschichte auch noch von normalen farbigen Illustrationen begleitet, die mir ebenfalls einfach nur bezaubernd sind. Auf dem Vorsatzpapier befindet sich zudem noch eine Karte, auf der man Nuschkis Reise sehr schön mitverfolgen kann.

Vom Verlag wird das Buch ab 8 Jahren empfohlen und dem stimme ich auf jeden Fall zu. Zum Vorlesen bietet es sich aber auch prima an und da ist es in meinen Augen auch schon für etwas jüngere Kinder geeignet.
Lesemuffeligen Kindern kann ich „Nuschki“ übrigens ganz besonders ans Herz legen. Für diese ist das Buch wahrhaft die ideale Lektüre. Dank der originellen Aufmachung und der geringen Seitenzahl ist nicht allzu viel Text vorhanden und die Erzählung ist insgesamt recht kurz. Man hat die gut 112 Seiten wirklich im Nu durchgeschmökert.

Für mich, als Erwachsene, kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Ich war am Mitfiebern, Schmunzeln und Grinsen und musste mich leider viel zu schnell wieder von den drei Freunden verabschieden. Über ein Wiedersehen mit Nuschki, dem polnischen, dreibeinigen Hund; Derrick, dem schwerhörigen Schäferhund und Helga, der blinden Ratte, würde ich mich sehr freuen. Ich persönlich gehe zwar davon aus, dass es sich bei „Nuschki“ um einen Einzelband handelt, aber wer weiß, vielleicht wird es ja doch noch eine Fortsetzung geben. Also ich finde, dass Potenzial dafür durchaus vorhanden wäre. Na, lassen wir uns überraschen.

Fazit: Spannend, warmherzig, wunderbar schräg und witzig. Ein großes Muss für alle Kannawoniwasein-Fans und Hundeliebhaber*innen!
Martin Muser hat mit „Nuschki“ eine tierisch schöne Abenteuergeschichte geschrieben, die voller guter Sommerlaune, Spannung, Spaß und Kreativität steckt, mit viel Herz und Humor erzählt wird und ganz besonders illustriert ist. Mir hat es unheimlich viel Vergnügen bereitet in dieses Buch einzutauchen und Nuschki auf seinem abenteuerlichen Weg nach zu Hause zu begleiten. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung sowie volle 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.06.2021

Eine richtig schöne Fortsetzung!

Mirella Manusch – Achtung, hier kommt Frau Eule!
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Hurra, endlich geht es mit Mirella Manusch weiter! Da mir der erste Band so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Mirellas zweites Abenteuer ...

Hurra, endlich geht es mit Mirella Manusch weiter! Da mir der erste Band so gut gefallen hat, musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Mirellas zweites Abenteuer habe ich mich riesig gefreut!

Die fast 10-jährige Mirella Manusch ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie ist nicht nur ein echter Vampir und kann sich nachts in eine Fledermaus verwandeln – sie kann auch mit Tieren sprechen. Genial, oder? Tja, nur blöd, dass davon kaum jemand erfahren darf. Sogar ihr Vater darf von den außergewöhnlichen Fähigkeiten seiner Tochter nichts wissen. Dabei könnte Mirella ihm doch so gut mit ihrer Begabung helfen, ihr Papa ist schließlich Tierarzt. Natürlich hilft Mirella dennoch Tieren in Not, ist doch klar. Zum Beispiel der armen Frau Eule, die kaum noch etwas sehen kann. Und als auf einmal Tiere mit Farbe angesprüht werden, ist die kleine Vampirin auch sofort zur Stelle. Wer steckt nur hinter diesem gemeinen Farbstreich? Mirella muss dieser Sache unbedingt auf den Grund gehen.

Da mir die Geschehnisse aus dem Reihenauftakt noch sehr präsent waren, habe ich völlig problemlos in das Mirella Manusch-Universum zurückgefunden. An alle Neulinge: Ich persönlich rate sehr, mit dem ersten Band in die Reihe einzusteigen. Vermutlich kann man der Handlung in der Fortsetzung auch ohne Vorwissen recht gut folgen, aber da die Bände aufeinander aufbauen, empfiehlt es sich auf jeden Fall, deren chronologische Reihenfolge einzuhalten. Die Lesefreude ist so einfach deutlich größer.

Ich jedenfalls habe eine herrliche Zeit mit dem Folgeband verbracht. Auch „Achtung, hier kommt Frau Eule!“ erzählt eine vampirstarke Geschichte über Freundschaft, Tierliebe, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft und steckt voller Fantasie, Spannung, Spaß und Warmherzigkeit. Mir persönlich hat die Fortsetzung genauso gut gefallen wie der Vorgänger. Ich habe mich beim Lesen einfach sofort pudelwohl gefühlt und das Buch für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder beendet.

Erzählt wird wieder alles aus der Sicht der fast 10-jährigen Mirella in der Ich-Perspektive. Mirella habe ich schon längst ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist fröhlich, tierlieb, aufgeweckt und sympathisch; man muss sie einfach gernhaben. Mit ihr haben das Mutter-Tochter-Gespann eine tolle und authentische Buchheldin erschaffen, mit der wir hoffentlich noch viele weitere aufregende Abenteuer erleben dürfen.
Wen man eindeutig wieder als meinen heimlichen Star bezeichnen kann, ist Mirellas tierischer Begleiter Kater Langstrumpf – beziehungsweise Sir Lancelot, wie er inzwischen genannt werden möchte. Der Name hat schließlich viel mehr Stil. Sir Lancelot ist zweifellos ein ziemlich selbstverliebter Kater, aber auch ein äußerst witziger. Also mich haben seine amüsanten Sprüche wieder bestens unterhalten.
Mit den weiteren Figuren konnte mich das Autorinnenduo ebenfalls wieder auf ganzer Linie überzeugen. Egal ob Mensch oder Tier, alte Bekannte oder neue Gesichter – allesamt wurden sie prima ausgearbeitet und verzaubern uns Leserinnen mit ihren liebenswerten Eigenschaften. Besonders gerne mochte ich wieder Klara, Mirellas weltbeste Freundin. Wie die innige Bindung zwischen den Mädchen beschrieben wird, hat mir erneut so richtig das Herz erwärmt. So eine großartige Freundin wie Klara, auf die man immer zählen und sich stets verlassen kann, wünscht sich wohl jeder.

Neben Mirellas und Klaras wundervoller Freundschaft vermittelt die Erzählung noch so einige weitere bedeutsame Werte wie beispielsweise Liebe und Verständnis für Tiere. Diese Thematik steht auch im zweiten Band sehr im Vordergrund der Handlung und wird auf eine warmherzige Weise vermittelt. Tierfreunden kann ich die Mirella Manusch-Serie daher ganz besonders ans Herz legen. Wer Tiere liebt, wird ganz bestimmt auch Mirella und ihre Abenteuer lieben.

Für wen die Reihe definitiv ebenfalls ein absolutes Muss ist, sind Vampirfans. Natürlich spielt auch dieses Mal Mirellas coole Fähigkeit, sich nachts in eine Fledermaus verwandeln zu können, eine große Rolle in der Geschichte. So erfahren wir unter anderem mehr über ihre Familie (stellt euch vor, Mirella ist mit Graf Dracula verwandt!), wir erfahren, wie das Vampirmädchen ihren feschen Vampirzahn verschwinden lassen kann und gemeinsam mit dem Vampirjungen Manolo macht unsere Protagonistin in ihrer Fledermausgestalt wieder die Nächte unsicher.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Ich war durchweg am Mitfiebern und ständig breit am Schmunzeln und wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.
Am Ende hat mich dann sogar noch eine richtig geniale Überraschung erwartet, über die mein gefiederter Freund Monty und ich uns riesig gefreut haben. :D

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liebt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Die Schrift ist angenehm groß, die Kapitel sind sehr kurz und der Schreibstil liest sich schön leicht und flüssig. Wer schon geübter im Lesen ist, sollte bei der Mirella Manusch-Reihe keine Schwierigkeiten mit dem Selberlesen haben.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die Innengestaltung. Anastasia Braun hat auch diesen Band mit vielen niedlichen schwarz-weiß Illustrationen versehen, die hervorragend zum Geschehen im Text passen und eine vampirmäßig schöne Atmosphäre schaffen. Vor allem die dunklen Seiten, in deren Genuss wir auch dieses Mal kommen, untermalen die Stimmung der Geschichte perfekt.

Im Anschluss an die Erzählung erwartet einen dann noch ein nettes Gimmick in Form eines Backrezeptes. Von der Idee bin ich richtig begeistert. Ich mag das generell total gerne, wenn es in Büchern Koch- und Backanleitungen zu Gerichten gibt, die in der Geschichte erwähnt werden. In der Regel wird man als Leser
in ja schon ausgesprochen neugierig, wie diese wohl schmecken – vor allem dann, wenn sie sehr bildlich und lecker beschrieben werden – daher finde ich es immer klasse, wenn wir Leser*innen die Chance erhalten, die Gerichte nachzumachen.

Fazit: Spannend, lustig, frech und herzerwärmend. Ein wunderbarer Folgeband mit Gute-Laune-Garantie!
Anne Barns und Christin-Marie Below haben mit „Achtung, hier kommt Frau Eule!“ eine rundum gelungene Fortsetzung aufs Papier gebracht, die dem vorherigen Band in nichts nachsteht und große Lust auf mehr macht. Ich finde den zweiten Teil genauso zuckersüß und zauberhaft wie den ersten und habe eine total schöne Zeit mit ihm verbracht. Über ein weiteres Wiedersehen mit Vampirmädchen Mirella und den weiteren Charakteren würde ich mich sehr freuen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.06.2021

Warmherzig, lustig, wunderbar sommerlich!

Frida und die Blaubeersuppe
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Als ich das erste Mal von „Frida und die Blaubeersuppe“ hörte, wusste ich einfach sofort: Das Kinderbuch muss ich unbedingt lesen! In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch beim ...

Als ich das erste Mal von „Frida und die Blaubeersuppe“ hörte, wusste ich einfach sofort: Das Kinderbuch muss ich unbedingt lesen! In das Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch beim Klappentext war es umgehend um mich geschehen. Ich zögerte daher keine Sekunde lang und ließ das Buch nur zu gerne bei mir einziehen.

Auf den Spanienurlaub hatte sich Leni riesig gefreut, doch dann eröffnen ihr ihre vielbeschäftigten Eltern kurz vor der geplanten Abreise, dass sie den Urlaub storniert haben. War ja klar, bei ihren Eltern, die die reinsten Workaholiker sind, geht der Job eben immer vor. Leni ist stinkwütend. Da man die Spanienreise nicht umbuchen konnte, geht es nun nach Schweden. Na super. Das werden bestimmt mega langweilige Ferien werden. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft lernt Leni Frida kennen. Obwohl Frida ziemlich verrückt und so ganz anders ist als Leni, werden aus den beiden Mädchen sehr schnell die allerbesten Freundinnen. Zusammen erleben sie einen wunderbaren Tag nach dem nächsten und Leni muss zugeben, dass sie Schweden überhaupt nicht mehr doof findet. Alles könnte so schön und perfekt sein, wären da nicht Jonne, Benny und Tilla, zwei sehr gemeine Kinder, die eindeutig nichts Gutes im Schilde führen...

Spannende und unterhaltsame Freundschafts- und Feriengeschichten fallen seit ich lesen kann absolut in mein Beuteschema und Erzählungen, die uns nach Leserinnen Schweden mitnehmen, mag ich ebenfalls wahnsinnig gerne. Das Autorinnenteam, das sich hinter dem Pseudonym Alva Bengt verbirgt, war mir zudem nicht unbekannt. Hinter Alva Bengt stecken Antje Szillat und Barbara Rose und da ich von beiden Autorinnen schon Bücher gelesen habe – sowohl Solo- als auch Gemeinschaftswerke – und ich von allen begeistert war, war ich nun ausgesprochen guter Dinge, dass ich mit „Frida und die Blaubeersuppe“ eine tolle Zeit verbringen werde. Und wisst ihr was? Ich lag mit dieser Vermutung goldrichtig!

Mir haben Antje Szillat und Barbara Rose mit ihrem neuen gemeinsamen Kinderbuch wundervolle Lesestunden bereiten können. In meinen Augen haben die beiden mit „Frida und die Blaubeersuppe“ einen rundum gelungenen Reihenauftakt aufs Papier gebracht, welcher voller unbeschwerter Urlaubsstimmung und herrlichem Schweden-Feeling steckt, die perfekte Lektüre für den Sommer ist und einfach nur super viel Spaß macht.

Für die warme Jahreszeit kann ich das Buch definitiv ganz besonders empfehlen. „Frida und die Blaubeersuppe“ nimmt uns an einen malerischen Ort in Schweden mit, welcher durchweg eine bezaubernde Sommeratmosphäre versprüht und total Lust auf Badeurlaub am See macht. Dem Autorinnenduo ist es fraglos fabelhaft gelungen, den besonderen schwedischen Charme einzufangen und uns dieses Land mit ihren stimmungsvollen und bildlichen Beschreibungen so richtig schmackhaft zu machen. Man würde wirklich am liebsten in das Buch hineinkriechen, weil einfach alles so idyllisch beschrieben wird.

Neben der Kulisse konnte mich Alva Bengt auch mit den Charakteren überzeugen. Unsere Hauptprotagonistin Leni, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, war mir auf Anhieb sympathisch und da ihre Gefühle und Gedanken sehr authentisch und glaubhaft dargestellt werden, ist es mir, als Erwachsene, jederzeit mühelos geglückt, mich in unsere Ich-Erzählerin hineinzuversetzen. So habe ich es beispielsweise vollkommen nachvollziehen können, dass es Leni ziemlich nervt, dass ihre Eltern ständig am arbeiten sind. Sogar während ihres Urlaubs können sie es sich nicht verkneifen, Job einfach mal Job sein zu lassen. Und dass sie Frida zunächst etwas sonderbar findet, habe ich ebenfalls nur zu gut nachempfinden können.

Frida kann man wahrlich nur als schräg und verrückt bezeichnen. Schräg und verrückt auf gute Weise, versteht sich. Ich fand Frida einfach nur klasse. Mit ihrer aufgeweckten, witzigen und liebenswürdigen Art und ihrem amüsanten Deutsch hat sie sich sofort in mein Herz geschlichen und ich bin mir sehr sicher, dass ihr das auch bei allen anderen Leser
innen gelingen wird. Frida muss man einfach gernhaben. Mit ihr haben Antje Szillat und Barbara Rose eine ganz besondere Figur erschaffen.
Auch Fridas Oma habe ich unheimlich liebgewonnen. Sie ist eine herzensgute Frau und wahre Meisterin im Blaubeersuppe kochen. Ich warne mal lieber vor: Beim Lesen überkommt einen öfters ein unbändiger Appetit auf Blaubeersuppe. Bei mir zumindest war es so. Ich habe zwar keine Ahnung wie Blaubeersuppe schmeckt – hab noch nie welche gegessen – aber ich stelle sie mir äußerst lecker vor.
Wen ich so gar nicht leiden konnte, sind Jonne, Benny und Tilla, allerdings war dies auch so von den Autorinnen beabsichtigt. Diese drei blöden und fiesen Kinder wird wohl niemand ins Herz schließen.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Die Handlung konnte mich durchweg mitreißen, sie hat mir sehr oft ein breites Schmunzeln auf die Lippen gezaubert und zu sehen, wie sich zwischen Leni und Frida innerhalb kurzer Zeit eine innige Freundschaft entwickelt, hat mir richtig das Herz erwärmt. Großartig fand ich auch die Entwicklung von Leni. Leni hat anfangs so gar keinen Bock auf Urlaub in Schweden. Laut Lucas aus dem Schachclub soll es dort schließlich ständig regnen und ganz viele Mücken geben. Sie wird dann nur sehr schnell merken, dass es in Schweden überhaupt nicht blöd und langweilig ist, sondern wunderschön. Aus der anfänglichen miesepetrigen Leni wird eine glückliche und abenteuerlustige werden und dies mitzuerleben, fand ich einfach nur toll.

Mit dem Schreibstil konnten mich die beiden Autorinnen ebenfalls wieder auf ganzer Linie überzeugen. Er ist leicht, humorvoll und wie aus einem Guss. Antje Szillat und Barbara Rose kann man nur als ein wahres Dreamteam bezeichnen. Bei ihren gemeinsamen Büchern merkt man wirklich in keinster Weise, dass zwei Personen am Werk waren.

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liegt bei ab 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, die Schrift ist angenehm groß und der Sprachstil sollte Kindern ab 8 Jahren, die schon geübter im Selberlesen sind, keine Schwierigkeiten bereiten. Zum Vorlesen bietet sich das Buch meiner Ansicht nach auch prima an.

Zu guter Letzt muss ich unbedingt noch kurz auf die Innengestaltung eingehen. Laura Rosendorfer, der wir dieses wunderhübsche fröhliche Cover zu verdanken haben, hat die Geschichte mit lauter kleinen farbigen Illustrationen versehen, die allesamt zuckersüß und liebevoll gezeichnet sind und das Lesevergnügen nur noch schöner machen.

Fazit: Lustig, turbulent, herzerwärmend. Ein wunderbares Wohlfühlbuch voller sommerlicher Blaubeertage und guter Ferienlaune!
Antje Szillat und Barbara Rose haben unter ihrem neuen Pseudonym Alva Bengt einen weiteren zauberhaften Kinderroman aufs Papier gebracht, welchen ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur empfehlen kann. Mir hat es total viel Freude bereitet in dieses Buch einzutauchen und gemeinsam mit Leni und Frida einen unvergesslichen Sommer in Schweden zu verbringen. Auf den zweiten Band, der zum Glück bereits dieses Jahr im August erscheinen wird, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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