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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2021

Einfach nur zauberhaft, ich bin total begeistert!

Disney. Twisted Tales: Elsas Suche (Die Eiskönigin)
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Da mir meine zwei bisherigen Bände der Twisted-Tales-Serie wahnsinnig gut gefallen haben, musste ich natürlich auch „Elsas Suche“ unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Jen Calonitas Neuinterpretation ...

Da mir meine zwei bisherigen Bände der Twisted-Tales-Serie wahnsinnig gut gefallen haben, musste ich natürlich auch „Elsas Suche“ unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf Jen Calonitas Neuinterpretation von „Die Eiskönigin“ war ich tierisch gespannt!

Als ihre Eltern während einer Reise ums Leben kommen, muss Prinzessin Elsas als einzige Thronerbin von Arendelle viel früher als gedacht in die Rolle der Königin schlüpfen. Der jähe Verlust und zunehmende Druck lassen mit einem Mal merkwürdige Erinnerungen in ihr hochkommen, die sich Elsa nicht erklären kann. Wer ist dieses Mädchen nur, das ihr auf einmal im Kopf herumspukt und das ihr fremd und schmerzhaft vertraut zugleich ist? Und was hat es mit den magischen Kräften auf sich, die Elsa plötzlich in sich entdeckt? Was haben ihre Eltern ihr die ganzen Jahre über nur verheimlicht? Elsa muss unbedingt hinter diese ganzen Geheimnisse kommen. Eine gefährliche Suche beginnt...

Von Jen Calonita hatte ich Ende letzten Jahres ihren anderen Twisted-Tales-Band „Spieglein, Spieglein“ gelesen, mit welchem sie mir ein echtes Highlight geschenkt hat. Von „Elsas Suche“ habe ich mir daher natürlich ziemlich viel erhofft...Vielleicht zu viel?
Nein, zum Glück nicht, überhaupt nicht! Jen Calonita hat mich auch mit ihrer Neuerzählung von Disneys Eiskönigin auf ganzer Linie überzeugen und vollkommen verzaubern können. In meinen Augen ist es ihr hervorragend geglückt, die beliebte Disneygeschichte von „Die Eiskönigin“ mit eigenen fantasievollen Ideen zu versehen, sodass sie uns auch mit diesem Twisted-Tales-Band einen genialen Mix aus Altvertraut und Neu beschert.

Anders als in der Originalerzählung wissen die Geschwister Elsa und Anna in Jen Calonitas Version nichts voneinander und Elsa hat zudem vergessen, was für unglaubliche magische Kräfte in ihr schlummern. Während sie bei den Eltern im Schloss aufgewachsen ist, wurde Anna als kleines Kind von dem Ehepaar Tomally und Johan adoptiert, die in dem Bergdorf Harmon eine Bäckerei betreiben.

Die Geschichte wird abwechselnd von Elsa und Anna geschildert, jeweils in der dritten Person, und auch aus der Perspektive von Kristoff bekommen wir ein paar sehr wenige Kapitel zu lesen. Mir hat die gewählte Erzählform total gut gefallen und auch zum Schreibstil kann ich mich nur positiv äußern. Er enthält dieses besondere märchenhafte Disneyflair, das wir alle so lieben und liest sich super angenehm und locker-leicht. Da zudem die Kapitel schön kurz sind und die ständigen Sichtwechsel für ein sehr abwechslungsreiches und mitreißendes Leseerlebnis sorgen, fliegt man beim Lesen nur so durch die Seiten und fühlt sich dabei einfach nur pudelwohl. Für alle Eiskönigin-Fans kommt von Beginn an so ein richtig schönes Nach-Hause-kommen-Feeling auf, da alles so herrlich vertraut ist. Die Story weicht insgesamt zwar schon sehr vom Film ab, sie enthält aber auch so einige Parallelen zur Disneyfassung, was mir echt gut gefiel.

Auch mit den Charakteren konnte das Buch komplett bei mir punkten. Wir haben das große Vergnügen, auf lauter bekannte Gesichter treffen zu dürfen und obwohl der Plot so anders ist, haben die Figuren in keinster Weise ihren einzigartigen Charme aus dem Original verloren. Jen Calonita hat da in meinen Augen einen wirklich tollen Job gemacht und die Figuren wunderbar getroffen. Vor allem mit ihrer Darstellungsweise von Olaf konnte sie mich begeistern. Jaaa, natürlich ist auch Olaf mit von der Partie. Über ihn habe ich mich ganz besonders gefreut und ich gehe fest davon aus, dass es vielen anderen genauso ergehen wird. Ich meine, Olaf! Diesen einmaligen sprechenden Schneemann muss man einfach lieben. Er ist so zuckersüß und zauberhaft und liefert uns mit seiner lustigen Art auch in der Eiskönigin-Adaption von Jen Calonita jede Menge Gründe zum Schmunzeln.

Neben den vergnüglichen Szenen kommt natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Ich habe die Handlung als ungemein aufregend und fesselnd empfunden und jeder kreativen Änderung und überraschenden Wendung ganz gebannt entgegen gefiebert. Langeweile kam für mich beim Lesen definitiv nicht auf und da natürlich auch die warmherzigen und emotionalen Momente nicht fehlen, war mein Lesevergnügen einfach nur perfekt.

Fazit: Packend, originell, herzerwärmend. Eine wundervolle Neuerzählung des Disneyfilms „Die Eiskönigin“ voller Spannung, Spaß und märchenhaftem Disneyzauber!
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut und was soll ich sagen, eindeutig zurecht! Mir hat Jen Calonita mit „Elsas Suche“ großartige Lesestunden bereiten können.
Die amerikanische Autorin hat den klassischen Plot des Disneyfilms „Die Eiskönigin“ mit lauter richtig coolen Änderungen und Twists versehen, sodass sie Jung und Alt eine rundum gelungene Mischung aus Altbekannt und Neu beschert. Die Geschichte lädt von den ersten Zeilen an zum Wohlfühlen und Mitfiebern ein, sie zaubert einem immerzu ein breites Lächeln ins Gesicht und lässt die Herzen aller Disney- und Frozen-Fans höherschlagen. Ich hatte unheimlich viel Freude beim Lesen und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 29.04.2021

Berührend, echt, humorvoll und romantisch.

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
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Als ich das erste Mal von „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ hörte, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinen Geschmack ...

Als ich das erste Mal von „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ hörte, wusste ich einfach sofort, dass ich das Buch lesen muss. Der Klappentext klang nach einer Geschichte ganz nach meinen Geschmack und da der Roman besonders Fans von Eleanor und Park ans Herz gelegt wird (zu denen ich zweifellos gehöre), zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ das Jugendbuch-Debüt von Laure Creedle bei mir einziehen.

Die 16-jährige Lily hasst die Nebenwirkungen ihrer ADHS-Medikamente und setzt sie daher heimlich ab. Dass seitdem öfters mal etwas dank ihr kaputt geht, ist somit nicht verwunderlich. Als es zu einem erneuten Zwischenfall kommt, handelt sie sich schließlich eine Stunde Nachsitzen ein – zusammen mit dem an Asperger leidenden Abelard, ihrem Mittäter. Als dieser die ganze Schuld auf sich nimmt, küsst Lily ihn aus Dank ganz spontan und löst damit ziemlich verwirrende Gefühle in sich aus. Und in Abelard. Die beiden beginnen daraufhin miteinander zu chatten und kommen sich über ihren SMS-Kontakt immer näher. Kann eine Liebesgeschichte zwischen ihnen aber auch in der Realität existieren? Zwischen ihr, dem Mädchen, das ihre Impulse oft nicht kontrollieren kann und ihm, den Jungen, der sich vor Berührungen fürchtet?

Ich liebe Bücher über besondere Menschen; Erzählungen, die sensible und ernste Themen behandeln, fallen ebenfalls absolut in mein Beuteschema und auch Own-Voice- und Liebesromane lese ich immer wahnsinnig gerne. Da all das auf „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ zutrifft, war ich ausgesprochen guter Dinge, dass mir das Jugendbuch-Debüt von Laura Creedle überaus gut gefallen wird. Und wisst ihr was? Ich lag mit meiner Vermutung vollkommen richtig! Ich muss zwar sagen, dass meine Erwartungen nicht komplett erfüllt wurden, aber begeistert bin ich dennoch, definitiv. Laura Creedle hat mit „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ einen zauberhaften und sehr feinfühligen Jugendroman aufs Papier gebracht, in welchem sie die ungewöhnliche und tragisch schöne Liebesgeschichte zweier ungleicher Teenager mit Beeinträchtigungen erzählt.

Mit viel Herz, Humor und Authentizität gibt uns die Autorin einen großartigen Einblick in das Gefühlsleben einer 16-jährigen Jugendlichen, die an ADHS und Legasthenie leidet. Da ich selbst keine großen Erfahrungen mit ADHS und Legasthenie habe und vor allem was ersteres angeht eine ziemliche Laie bin, kann ich nun natürlich nicht mit völliger Sicherheit sagen, ob die Darstellungsweise rundum realistisch ist. Ich gehe aber fest davon aus, dass dem so ist, schließlich hat die Autorin selbst beides diagnostiziert bekommen. Besser, als von einer Betroffenen, könnte man so eine Geschichte wohl gar nicht erzählt bekommen.

Lily, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich mochte ihre liebenswürdige, chaotische und lustige Art auf Anhieb und dank der gewählten Erzählform konnte ich mich von Beginn an mühelos in sie hineinversetzen.
Lilys Schulalltag, der aufgrund ihres ADHS und ihrer Legasthenie alles andere als leicht ist; ihr Widerwille gegen ihre Medikamente, da deren Nebenwirkungen sie so sehr verändern; ihre Impulsivität, Sprunghaftigkeit und überschwängliche Begeisterung, die ihrem ADHS zuzuschreiben sind; ihre Sehnsucht nach ihrem Vater, der die Familie vor einigen Jahren verlassen hat; ihre verwirrenden Empfindungen für Abelard, die das Chaos schließlich perfekt machen – all dies wird mit ganz viel Empathie und Echtheit beschrieben und da man als Leserin stets hautnah dran ist an Lilys Gefühlen und Gedanken, fühlt, leidet und fiebert man durchgehend richtig mit ihr mit.

Abelard mochte ich ebenfalls vom ersten Moment an total gerne. Da wir keine Passagen aus seinem Blickwinkel zu lesen bekommen und ihn nur aus der Sicht von Lily wahrnehmen, ist er für uns Leser
innen um einiges weniger greifbar als unsere Ich-Erzählerin. Dennoch erhalten wir auch über seine Krankheit ein sehr gutes Bild und bekommen vor Augen geführt, wie das Leben eines an Asperger leidenden Teeangers aussehen kann. Abelard ist sehr zurückhaltend, bei ihm muss alles strukturiert sein und schon leichte Verspätungen oder Berührungen können ihn ziemlich aus dem Konzept bringen. Dass bei zwei so anders tickenden Menschen eine Beziehung äußerst schwierig ist, könnt ihr euch sicherlich denken.
Abelard braucht Strukturen und ist recht in sich gekehrt, Lily ist sehr ungestüm und spontan und hat ihre Impulse oft nicht Kontrolle. So gegensätzlich die beiden aber auch sein mögen, sie harmonieren dennoch wunderbar miteinander und verstehen und akzeptieren einander. Ich fand es ungeheuer faszinierend und interessant das Zusammenspiel der beiden mitzuverfolgen und habe ihre Liebesgeschichte jederzeit als völlig realistisch und glaubhaft empfunden.

Neben Lily und Abelard konnte mich die Autorin auch mit den weiteren Charakteren überzeugen. Lilys alleinerziehende Mutter, ihre jüngere Schwester Iris, ihre verständnisvolle beste Freundin Rosalind, ihr Vater, Abelards Eltern – allesamt wurden sie sehr vielschichtig ausgearbeitet und verhalten sich stets absolut authentisch und nachvollziehbar.

Bezüglich des Schreibstils kann ich mich ebenfalls nur positiv äußern. Er ist humorvoll und poetisch zugleich und hat sich für mich super angenehm lesen lassen. Sehr gut gefallen hat mir auch der rege SMS-Austausch unserer beiden Hauptprotagonisten. Die Idee, dass Lily und Abelard Zitate aus dem literarischen Werk „Abaelard und Heloise, ‚Liebesbriefe‘“ in ihre Nachrichten mit einbinden, fand ich richtig cool und originell.

Was die Handlung angeht, muss ich gestehen, dass sie mich leider nicht so an die Seiten fesseln konnte wie ich es gerne gehabt hätte. Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt und für mich kamen stellenweise ein paar leichte Längen auf. Vor allem im ersten Drittel hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Hinzu kommt, dass ich mir insgesamt ein bisschen mehr von der Story erhofft habe. Vielleicht habe ich meine Erwartungen aufgrund des „Eleanor und Park“ - Vergleichs einfach ein kleines bisschen zu hoch geschraubt, keine Ahnung, aber irgendwie hat mir letztendlich doch etwas gefehlt. Ich hatte aber natürlich dennoch unheimlich viel Spaß beim Lesen und kann jedem nur ans Herz legen, Lily und Abelard und ihre einzigartige Liebesgeschichte kennenzulernen.

Fazit: Herzerwärmend, echt, witzig und romantisch. Ein wundervoller Roman über zwei ganz besondere Menschen und eine außergewöhnliche Liebe!
Laura Creedle ist mit „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ ein sehr berührendes und kluges Jugendbuch-Debüt gelungen, in welchem sie auf eine einfühlsame und authentische Weise einen tollen Einblick in das Leben eines Teenagers mit ADHS gibt und viele weitere wichtige Themen behandelt wie die erste Liebe, Legasthenie, Asperger, Freundschaft und Familie. Die Erzählung steckt voller Herzlichkeit und Leichtigkeit und ist ergreifend und unterhaltsam zugleich. Ich bin begeistert und kann „Die Liebesbriefe von Abelard und Lily“ jedem wärmstens empfehlen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 26.04.2021

Spannend, unterhaltsam, überraschend tiefgründig und außergewöhnlich.

Das Camp der Unbegabten
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Da mich Boris Koch vor einigen Jahren mit seinem Kinderbuch „Die Mondschatzjäger“ hellauf begeistern konnte, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich das erste Mal von seinem neuem Jugendroman „Das ...

Da mich Boris Koch vor einigen Jahren mit seinem Kinderbuch „Die Mondschatzjäger“ hellauf begeistern konnte, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich das erste Mal von seinem neuem Jugendroman „Das Camp der Unbegabten“ hörte. Titel, Cover und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

Bjarne würde alles dafür tun, dass sich endlich eine übernatürliche Begabung bei ihm zeigt. Am liebsten würde fliegen können, davon träumt er schon seit langem. Da es die Theorie gibt, dass eine Begabung in einem erwacht, wenn man sie ganz dringend benötigt, kommt ihm eine wahre Schnapsidee. Gemeinsam mit seinem besten Freund Luca springt Bjarne von einer hohen Brücke, in der Hoffnung, dass dieser Sturz in die Tiefe die Fähigkeit fliegen zu können in ihm freisetzt. Das Ergebnis ist für Bjarne allerdings wenig zufriedenstellend. Er selbst hat nun einen gebrochenen Fuß und keine Begabung. Luca ist ohne Verletzung davongekommen, besitzt dafür nun aber eine übernatürliche Fähigkeit und lebt somit fortan in der angesehenen Welt der Superhelden. Bjarne wiederum landet nach einem erneuten misslungenen Versuch, seine Traumbegabung aus ihm herauszukritzeln, in einem Camp für Unbegabte. Ein Sommer voller Herausforderungen, Chaos und Abenteuer erwartet ihn.

Irgendwie war das Buch ziemlich anders als von mir erwartet. Im Nachhinein kann ich tatsächlich gar nicht mehr sagen, mit was genau ich eigentlich gerechnet hatte, aber es war auf jeden Fall nicht das, was ich hier zu lesen bekommen habe. Vor allem der Aspekt, dass die Handlung ausgesprochen tiefsinnig ist und viele wichtige Themen und bedeutsame Messages vermittelt, hat mich sehr positiv überrascht.
Bei das „Das Camp der Unbegabten“ handelt es sich wahrlich nicht um eine gewöhnliche Abenteuergeschichte mit ganz viel Spannung, Spaß und Superheldencharme. Gleich zu Beginn wird einem als Leser*in mehr als deutlich, dass viel mehr in diesem Buch steckt.

Bjarne, aus dessen Sicht wir alles in der dritten Person erfahren, lebt in einer Welt, die sich von der unseren kaum unterscheidet. Bis auf die Tatsache, dass in ihr übernatürliche Begabungen existieren, richtige Superheldenkräfte. Als unbedingt nützlich kann man sie zwar nicht alle bezeichnen, aber egal, Hauptsache ist, dass man überhaupt eine Fähigkeit hat und dank dieser ein Leben wie ein echter Star führen kann, mit jeder Menge Ruhm, Ehre, Reichtum und zahlreicher Follower auf Social Media.

Boris Koch greift in seinem neuen Jugendroman ab 12 Jahren viele brisante Fragen und aktuelle Themen auf: Was macht einen Menschen eigentlich aus? Ist man als Mensch weniger wertvoll, wenn man einfach nur Durchschnitt ist? Was bedeutet Freundschaft? Welche Wirkung kann Instagram und Co. auf uns Menschen haben und welchen Einfluss können Influencer auf ihre Follower ausüben?

Ohne mahnend den Zeigefinger zu erheben und wunderbar verpackt in einer fantasievollen und abenteuerlichen Anti-Superhelden-Geschichte setzt sich der Autor mit all diesen Dingen auseinander. Die Handlung gewinnt dadurch sehr an Tiefe und Ernsthaftigkeit und regt zum Nachdenken an. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr humorvoll und fesselnd geschrieben und kann mit lauter überraschenden Wendungen und zahlreichen actionreichen Szenen aufwarten, sodass die amüsanten Momente und das eifrige Mitfiebern eindeutig nicht zu kurz kommen.
Mir hat diese originelle Mischung aus Fantasy, Realität, Witz und Spannung überaus gut gefallen, muss allerdings sagen, dass mir letztendlich dann doch etwas gefehlt hat. Mir persönlich hat es ein kleines bisschen zu lange gedauert, bis die Story so richtig in Fahrt kommt und irgendwie wollte bei mir dieser letzte Funke nicht komplett übersprungen. Klasse finde ich das Buch aber dennoch, zweifellos. Bezüglich der Handlung mag ich nicht vollends überzeugt sein, dafür aber konnte der Autor mit den Charakteren und dem Setting auf ganzer Linie bei mir punkten.

Unser Romandheld Bjarne war mir vom ersten Moment an sympathisch und dank der anschaulichen und authentischen Darstellung seiner Gefühls- und Gedankenwelt konnte ich mich jederzeit mühelos in ihn hineinversetzen. Ich habe seinen Wunsch, fliegen zu können und seine Enttäuschung darüber, dass sich seine Wunschbegabung einfach nicht bei ihm blicken lassen möchte, nur zu gut nachvollziehen können und für seine Entschlossenheit und Beharrlichkeit habe ich ihn richtig bewundert. Bjarne versucht wirklich alles, um seinen Traum wahr werden zu lassen. Er geht sogar auf den Vorschlag seiner Mutter ein, sich monoclorisch zu ernähren, was heißt, an einem Tag nur eine bestimmte Farbe zu essen.
Die ganzen verrückten Theorien haben mich des öfteren sehr schmunzeln lassen, zugleich haben sie mich aber auch traurig und fassungslos gestimmt. Ich fand es so schade zu sehen, dass sich Bjarne als ein solcher Verlierer und langweiliger Normalo ansieht. Mitzuerleben, wie er sich selbst so unter Druck setzt und auch vonseiten seiner Eltern unweigerlich belastet wird, hat mich richtig mitleiden lassen. Da in der Welt, in der die drei leben, aber nur die Menschen wirklich wertvoll zu sein scheinen, die eine Superheldenkraft besitzen, habe ich ihr Verhalten und Denken nur als realistisch empfunden.
Bei den weiteren Figuren schaut dies ganz genauso aus, auch deren Auftreten und Agieren fand ich vollkommen glaubhaft dargestellt. Da hätten wir zum Beispiel Bjarnes besten Freund Luca, der sich aufgrund seines neuen Lebens als Stars ziemlich verändern wird, oder das Mädchen Sia, die davon träumt, sich unsichtbar machen zu können.

Hinsichtlich des Settings hat mich ungeheuer gefreut, dass das Camp, in welchem wir uns den größten Teil des Buches über aufhalten, ein richtig cooles Internatsfeeling versprüht. Das Camp mit seinen verschiedenen Häusern wird echt toll beschrieben und die zahlreichen Wettkämpfe, die veranstaltet werden, sorgen für jede Menge Action und Spannung.

Im Verlauf der Handlung bekommen wir es sogar noch mit einer aufregenden Entführungsgeschichte zu tun, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Da sich zudem der Schreibstil angenehm flüssig und leicht liest und die Kapitel eine optimale Länge haben, hat man, ehe man es sich versieht, dass Buch auch schon wieder beendet. Ich zumindest habe es innerhalb kurzer Zeit durchgelesen.

Da das Ende abgeschlossen ist, gehe ich sehr davon aus, dass es sich bei „Das Camp der Unbegabten“ um einen Einzelband handelt. Potenzial für eine Fortsetzung wäre jedoch durchaus vorhanden. Na, lassen wir uns überraschen, ob es noch ein Wiedersehen mit Bjarne und Co. geben wird.

Fazit: Boris Koch hat mit „Das Camp der Unbegabten“ ein außergewöhnliches Jugendbuch aufs Papier gebracht, mit welchem er mir tolle Lesestunden bereiten konnte. Die Geschichte ist unterhaltsam und überraschend tiefgründig zugleich, sie ist packend und humorvoll geschrieben und vermittelt so einige wichtige Botschaften und Aussagen. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, allerdings hat es mir für 5 Sterne letztendlich dann doch nicht gereicht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 26.04.2021

Was für ein grandioses Buch!

Der Ruf des Schamanen
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Von Davide Morosinotto hatte ich vor einigen Jahren „Die Mississippi-Bande“ gelesen, ein wundervolles Buch! Der zweite Teil („Verloren in Eis und Schnee“) seiner losen Fluss-Trilogie durfte kurz nach dessen ...

Von Davide Morosinotto hatte ich vor einigen Jahren „Die Mississippi-Bande“ gelesen, ein wundervolles Buch! Der zweite Teil („Verloren in Eis und Schnee“) seiner losen Fluss-Trilogie durfte kurz nach dessen Erscheinen bei mir einziehen, steht aber, Schande über mich, bis heute ungelesen in meinem Regal. Als ich nun hörte, dass Anfang diesen Jahres der Abschlussband von Morosinottos dreibändiger Reihe herauskommen wird, stand für mich sofort fest, dass ich ihn unbedingt lesen muss. So kam es also, dass „Der Ruf des Schamanen“ mein zweites Werk von Davide Morosinotto werden sollte.

Peru, 1986: Die 13-jährige Laila ist die Tochter eines finnischen Diplomaten und leidet an einer schlimmen unheilbaren Krankheit. Da diese sehr rasch voranschreitet, wird Laila von ihren Eltern in eine neurologische Klinik gebracht. Hier lernt das Mädchen den seltsamen Jungen El Rato kennen, der kein Patient ist, sondern schon sein ganzes Leben lang in dem Krankenhaus lebt. Als Laila in einem alten Tagebuch von einer geheimnisvollen Blume mit erstaunlichen Heilkräften erfährt, erwacht neue Hoffnung in ihr. Sie muss diese Blume unbedingt finden! Gemeinsam mit El Rato begibt sie sich auf eine abenteuerliche und gefahrvolle Reise durch den dichten peruanischen Urwald.

Vorweg, ehe ich berichte, wie mir das Buch gefallen hat, kurze Info an alle, die noch nichts von Davide Morosinotto gelesen haben und sich, da ich oben von einer Trilogie sprach, nun vielleicht fragen, ob man bei den Büchern eine bestimmte Reihenfolge beachten muss: Nein, muss man nicht. „Die Mississippi-Bande“, „Verloren in Eis und Schnee“ und „Der Ruf des Schamanen“ erzählen vollkommen eigenständige Geschichten und bilden somit keine Serie, bei der die Bände inhaltlich zusammenhängen. Ich wusste bis vor kurzem sogar gar nicht, dass die historischen Abenteuerromane von Davide Morosinotto als eine Trilogie bezeichnet werden. Erst dank der Danksagung des Autors in „Der Ruf des Schamanen“ ist mir bewusst geworden, dass es sich bei den drei Bänden um eine Reihe handelt.

So viel dazu. Kommen wir nun zu meiner Meinung über das Buch.
Da ich von meinen ersten Werk des Autors so begeistert war, der Klappentext von „Der Ruf des Schamanen“ so gut klang und ich bisher nur Positives über das Buch gehört hatte, habe ich mir von dem Titel natürlich enorm viel erhofft. Vielleicht zu viel? Nein, zum Glück nicht! Ganz im Gegenteil sogar, meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.
Mich hat Davide Morosinotto mit seinem neuen Jugendroman so richtig aus den Socken hauen können. Ich habe die gut 430 Seiten förmlich verschlungen und am Ende habe das Buch mit einem ganz verzückten Wow wieder zuklappen können.

Ich hatte einen wunderbaren Einstieg in die Geschichte. Von dem Schreibstil des Autors war sofort wieder ganz angetan. Er ist flüssig, leicht und beeindruckend bildhaft. Für mich hat er sich ganz hervorragend lesen lassen.
Mit der Erzählweise konnte das Buch ebenfalls auf ganzer Linie bei mir punkten. Die Geschichte wird im Wechsel von mehreren Personen geschildert, stets in der Ich-Form, wobei unsere zwei Hauptprotagonisten Laila und El Rato eindeutig die größten Erzählanteile haben.
Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch, wie die Sichtwechsel gekennzeichnet wurden: Jeder Kapitelanfang wird von einer kunstvollen Tierfigur-Vignette geziert, die uns darüber informiert, wer nun an der Reihe ist mit dem Erzählen. Laila beispielsweise wurde eine Fledermaus zugeordnet und El Rato eine Libelle. Was genau es mit diesen Tieren auf sich hat, erfahren wir allerdings erst später im Buch.

Bezüglich der Charaktere kann ich mich ebenfalls nur hellauf begeistert äußern. Da hätten wir zu einem Laila und El Rato, die ich beide wahnsinnig liebgewonnen habe. Laila ist ein superliebes und kluges Mädchen, in der eine bemerkenswerte Kraft und Willensstärke schlummert. El Rato hat auf mich zunächst einen etwas eigentümlichen Eindruck gemacht, aber es wird sich noch sehr schnell zeigen, dass auch in ihm ein herzensguter und cleverer Kerl schlummert, auf den man immer zählen und sich verlassen kann.
Gemeinsam mit den beiden Kindern begibt man sich als Leserin auf eine magische und abenteuerliche Reise durch den südamerikanischen Regenwald, bei der sie vielen ganz unterschiedlichen Personen begegnen werden, die ebenfalls allesamt mit viel Liebe und Feingefühl vom Autor ausgearbeitet wurden und einem noch lange sehr gut im Gedächtnis bleiben werden.

Was das Setting angeht, könnte ich euch endlos etwas vorschwärmen. Davide Morosinotto nimmt uns dieses Mal in den wilden und gefährlichen Urwald Perus mit – eine ungeheuer faszinierende Kulisse, von der ich gar nicht genug bekommen konnte. Der Autor beschreibt alle Schauplätze unglaublich bildlich und stimmungsvoll, sodass man durchweg das reinste Kopfkino hat und in den Genuss einer herrlich abenteuerlichen Atmosphäre kommt. Zudem gibt er höchst interessante Einblicke in das Leben der Amazonas-Bewohner. Ich finde, man spürt beim Lesen sehr, dass Davide Morosinotto für seine Recherchen selbst vor Ort war und daher wirklich weiß, wovon er schreibt. Auch was die Epoche angeht, hat er sehr genau nachgeforscht. Die Geschichte spielt 1986, was man unter anderem an der politischen Lage merkt oder daran, dass Laila einen Walkman besitzt (hach ja, der gute alte Walkman).

Hinsichtlich der Handlung habe ich euch ja bereits erzählt, dass sie mich in eine wahre Buchverschlingerin verwandelt hat. Die Geschichte wird ungemein packend und spannend erzählt, sodass sie einen von Anfang bis Ende mitreißt und an die Seiten fesselt. Gleichzeitig berührt einen die Erzählung aber auch sehr und stimmt nachdenklich. Ich habe zutiefst mit Laila mitgelitten und war beim Lesen richtig entsetzt zu erfahren, was das Voranschreiten ihrer unheilbaren Krankheit für Auswirkungen auf sie haben wird. Da es dem Autor aber ausgezeichnet gelungen ist, diese schwere Thematik auf eine sehr einfühlsame und behutsame Weise zu behandeln, wird die Handlung an keiner Stelle zu heftig und bedrückend. Für Jugendliche ab 12 Jahren ist das Buch auf jeden Fall geeignet.
Neben Lailas Krankheit sind noch andere wichtige Themen und Werte Teil der Handlung wie Freundschaft, Zusammenhalt, Vertrauen, Hoffnung, Mut und Liebe. Was die im Klappentext erwähnte Liebesgeschichte angeht, werden Romantiker nur vermutlich ein wenig enttäuscht werden. Diese spielt nur eine sehr kleine Rolle in der Erzählung, was mir persönlich richtig gut gefallen hat, da ich es als absolut passend und stimmig für die Handlung empfunden habe.

Wovon ich einfach nur mega begeistert bin, ist außergewöhnliche typografische Innengestaltung. Das Buch ist echt brillant aufgemacht. Es gibt hin und wieder dunkle Seiten, die für eine ganz eigene Stimmung sorgen; zahlreiche Spielereien mit dem Schriftbild geben die Gefühle der Figuren und die aktuellen Situationen in der Erzählung perfekt wieder; es gibt Karten, Pläne, Illustrationen...wirklich klasse, sag ich euch. Das Leseerlebnis wird durch diese kreative Aufmachung wahrhaft zu etwas ganz besonderem.

Das Ende konnte mich ebenfalls vollkommen zufriedenstellen. Es ist herzzerreißend und wunderschön zugleich und spannt zudem einen rundum gelungenen und höchst einfallsreichen Bogen zum Anfang. Also ich bin richtig fasziniert davon, wie der Autor alles verwoben und aufeinander abgestimmt hat. Das Ende ist wirklich genial!

Fazit: Fesselnd, berührend, tiefgründig und zeitlos. Ein großartiger historischer Abenteuerschmöker!
Davide Morosinotto hat mit „Der Ruf des Schamanen“ einen weiteren fantastischen Jugendroman aufs Papier gezaubert, mit welchem er mir ein absolutes Highlight bescheren konnte. „Der Ruf des Schamanen“ erzählt eine einzigartige Abenteuergeschichte mit Tiefgang, die voller Überraschungen, Emotionen, Spannung und Magie steckt, grandios aufgemacht ist, lauter tolle und mutmachende Botschaften vermittelt und uns Leser
innen auf eine unvergessliche Reise durch den peruanischen Dschungel mitnimmt. Ich kann nur sagen: Unbedingt lesen! Von mir gibt es eine große Leseempfehlung und sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Turbulent,warmherzig, witzig und charmant!

Chilly Wuff (1). Die Welt liegt mir zu Pfoten
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Da mich meine bisherigen Werke aus der Feder von Sabine Zett hellauf begeistern konnten, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich von ihrem neuen Kinderbuch „Chilly Wuff“ hörte. Das Cover, muss ich ...

Da mich meine bisherigen Werke aus der Feder von Sabine Zett hellauf begeistern konnten, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich von ihrem neuen Kinderbuch „Chilly Wuff“ hörte. Das Cover, muss ich gestehen, ist irgendwie nicht so ganz mein Fall, trotz des knuffigen kleinen Hundes. Der Klappentext aber hatte ich mich einfach sofort und da ich zudem eine große Liebhaberin von Comicromanen bin, zögerte ich gar nicht lange und ließ das Buch nur zu gerne bei mir einziehen.

Die 5-jährige Hündin Chilly Wuff ist ein mittelgroßer und absolut reinrassiger Mischling und liebt ihr Familienrudel, bestehend aus Groß-Frauchen (ziemlich alt), Groß-Herrchen (alt), Lavinia (12), Jasper (10) und Kilian (2), über alles. Dass in ihrem Familienhund ein echter Star schlummert, weiß Chillys Menschenfamilie schon lange. Als Lavinia kurzerhand beschließt, ein Video von ihrer Hündin zu posten, um aller Welt endlich zu zeigen, was für coole Tricks diese auf Lager hat, wird Chilly über Nacht berühmt. Chilly gefällt das ziemlich gut. Nun ist aber ihr besonderes Hundetalent gefragt, denn neben ihrem aufregenden Leben als Internetstar hat die Hündin noch eine weitere wichtige Mission zu erfüllen: Sich um die Probleme von Lavinia und Jasper kümmern. Für ihre Follower da sein und gleichzeitig Lavinia und Jasper wieder glücklich machen – für Internetstar und weltbeste Rudeltrösterin Chilly Wuff gar kein Problem.

Als ich mit dem Lesen, war ich mir bereits nach wenigen Zeilen sehr sicher, dass ich eine sehr vergnügliche und wundervolle Lesezeit mit dem Buch verbringen werde. Schon die ersten Seiten, auf denen sich Hündin Chilly vorstellt, haben mir ein breites Schmunzeln entlockt und dieses sollte dann auch kaum mehr aus meinem Gesicht weichen. Mischlingshündin Chilly, aus deren Sicht wir den größten Teil der Handlung erfahren, besitzt eine herrlich humorvolle Art zu erzählen, von der ich wirklich sofort ganz angetan war. Und Chilly selbst hat mein Herz natürlich ebenfalls im Sturm erobert.

Lustig, verfressen, liebenswert, verfressen, clever, verfressen, hilfsbereit, (habe ich schon verfressen erwähnt?) und einfach einzigartig – das ist Chilly Wuff. Man kann gar nicht anders als diese Hundedame mit diesem coolen, chilligen Namen sofort ins Herz zu schließen. Und ihre zuckersüße und amüsante Art und Weise zu erzählen muss man ebenfalls einfach lieben.
Sabine Zett ist es in meinen Augen prima gelungen aus der Perspektive einer Hündin in der Ich-Form zu schreiben. Ich finde, man merkt sehr, dass die Autorin selbst stolze Hundemama ist und daher weiß, wie diese Vierbeiner in etwa so ticken.

Neben Chilly konnte mich Sabine Zett auch mit den weiteren Charakteren überzeugen. Mit Chillys Chaosrudel, bestehend aus Mama, Papa, Lavinia (12), Jasper (10) und Killian (2), hat die Autorin eine überaus sympathische und authentische Menschenfamilie erschaffen, in der man sich als Leser*in einfach sofort pudelwohl fühlt.

Ausgesprochen gut gefallen hat mir auch, dass es hin und wieder Passagen gibt, die wir aus dem Blickwinkel von Lavinia und Jasper in Form von Tagebucheinträgen erfahren. Mit den Perspektivwechseln konnte das Buch auf ganzer Linie bei mir punkten. Sie gestalten das Leseerlebnis so schön abwechslungsreich und machen es nur noch mitreißender.

Mit dem Stichwort abwechslungsreich leite ich dann auch mal zu der Innengestaltung über. Diese kann sich wahrlich sehen lassen. Wie es sich für einen guten Comicroman gehört, wird die Geschichte wird von zahlreichen Illustrationen begleitet und enthält viele verschiedene Schriftarten sowie lauter Schriftspielereien. Mir haben die schwarz-weiß Bilder im Comic-Stil von Barbara Fisinger und Miriam Wasmus richtig gut gefallen. Sie sind witzig, total cute und harmonieren stets perfekt zum Geschehen im Text.
Für Lesemuffel ist „Chilly Wuff“ definitiv die ideale Lektüre. Auf den Seiten befindet sich stets nicht allzu viel Text, die Schrift ist angenehm groß und dank der kreativen Aufmachung macht es einfach nur tierisch viel Spaß dieses Buch durchzuschmökern.

Es ist aber natürlich nicht nur dem originellen Comicroman-Design zu verdanken, welche für eine spaßige und packende Lesezeit sorgt – auch die Handlung trägt selbstverständlich dazu bei. Die Geschichte kann mit lauter unterhaltsamen Szenen aufwarten, ist zugleich aber auch ziemlich spannend. Ihr könnt mir glauben, Langeweile kommt hier beim Lesen garantiert nicht auf.

Toll fand ich auch, dass die Erzählung einen nicht nur bestens unterhält, sondern auch aktuelle Themen vermittelt wie die Vor- und Nachteile von Social Media. Das Internet kann verdammt gefährlich sein, daher sollten Eltern unbedingt auf den Internetkonsum ihrer Kinder achten. Die Regel der Eltern, dass Lavinia und Jasper nur dann einen YouTube- und Instagram-Account für Chilly einrichten dürfen, wenn sie keine Bilder oder Videos von sich selbst dort posten, fand ich daher sehr richtig und wichtig.

Da die Erzählung in sich abgeschlossen ist, könnte „Die Welt liegt mir zu Pfoten“ für sich allein stehen. Ich hoffe aber sehr, dass es sich hier um einen Reihenauftakt handelt und noch so einige weitere Bände folgen werden. Potenzial dafür wäre auf jeden Fall vorhanden.

Fazit: Ein wunderbares Lesevergnügen mit Gute-Laune-Garantie!
Autorin Sabine Zett ist gemeinsam mit den Illustratorinnen Barbara Fisinger und Miriam Wasmus ein zauberhafter Comicroman ab 9 Jahren geglückt, der voller hundestarker und turbulenter Momente steckt, genial aufgemacht ist und mit ganz viel Herz, Witz und Charme erzählt wird. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und kann jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen, die zuckersüße Mischlingshündin Chilly Wuff und ihr Familienrudel kennenzulernen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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