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Veröffentlicht am 13.11.2023

Familien-Business Mord

Die mörderischen Cunninghams (Die Cunninghams 1)
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Ich habe mir die Idee zu diesem Buch wahnsinnig witzig vorstellt. Eine Familie von unfreiwilligen Mördern, so nach dem Motto „das kann schon mal passieren“. Muss aber sagen, dass die Story schon teilweise ...

Ich habe mir die Idee zu diesem Buch wahnsinnig witzig vorstellt. Eine Familie von unfreiwilligen Mördern, so nach dem Motto „das kann schon mal passieren“. Muss aber sagen, dass die Story schon teilweise übermäßig tragisch ist und ich die Art der Verstrickungen der Familienmitglieder untereinander irgendwie anstrengend fand. Hab mir diese Geschichte irgendwie anders erhofft, irgendwie lockerer und lustiger.

Zum Inhalt: Die Cunninghams sind keine gewöhnliche Familie, sie sind eine Familie von Mördern. Und als Michael Cunningham endlich aus dem Gefängnis entlassen wird; nimmt die Familie dies zum Anlass, zusammenzukommen. Dich Earnest Cunnigham ist nicht begeistert von der Idee. Nicht nur hat er selbst Michael ins Gefängnis gebracht, er hat auch seine Frau an seinen Bruder verloren. Als dann auch noch eine Leiche auftaucht, ist das Chaos perfekt. Und Earnest sieht sich in der Pflicht, sich der Sache anzunehmen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des Cunningham-Sohnes Ernest, der die Story als Ich-Erzähler in Form eines geschriebenen Buches wiedergibt. Das hat mich zwischendurch immer wieder stolpern lassen, weil der Protagonist quasi sein Buch niederschreibt und dabei aber den Leser adressiert. Finde ich stilistisch schwierig, weil es eine merkwürdige Mischung aus Präteritum und Präsens ist. Außerdem unterbricht er dadurch selbst den Erzählfluss.

Ich finde seine Art zu sprechen, und zu erzählen ist irgendwie schwülstig, für meinen Geschmack zu ausschweißend. Immer wieder wirkt der erzählende Protagonist fast schon überheblich in seinen Interaktionen mit anderen und gleichzeitig unbeholfen in seinen Beschreibungen von Situationen. Die Geschichte dessen, wie die einzelnen Familienmitglieder in Beziehung zueinanderstehen, macht sie mir nicht unbedingt sympathisch. Und die Art der Beschreibung, wieso jetzt jedes Familienmitglied als Mörder betrachtet werden kann, erschien mir schon sehr gewollt.

Am Ende setzt Earnest wie ein Privatdetektiv den Fall zusammen, verknüpft die einzelnen Personen und Hinweise zu einem großen Gesamtbild. Letztendlich haben alle auf irgendeine Art Schuld auf sich geladen, was schon ein bisschen an Fälle wie von Agatha Christie erinnert. Trotzdem fan dich den Ausgang irgendwie ernüchternd, ohne richtig den Finger drauf legen zu können, wieso das so ist.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Omg ich liebs. Absolutes Highlight und neues Herzenbuch

The Long Game – Die große Liebe sucht man nicht, sie findet einen
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Elena Armas ist für mich ein sicherer Griff in Sachen Liebesromane. Ich habe bisher alle ihre Bücher verschlungen aber oh mein Gott- was ist das hier bitte für ein grandioses, entzückendes, witziges und ...

Elena Armas ist für mich ein sicherer Griff in Sachen Liebesromane. Ich habe bisher alle ihre Bücher verschlungen aber oh mein Gott- was ist das hier bitte für ein grandioses, entzückendes, witziges und herzüberflutendes Buch? Ich hab gelacht, ich hab geweint, ich hab mich für Adalyn geärgert, es war zwischendurch ganz schön hat und ich bin todtraurig, dass es vorbei ist. Highlight, absolutes Highlight.

Zum Inhalt: nachdem sie sich einen karrieretechnischen Fauxpas geleistet hat, wird Adalyn nach Green Oaks verbannt, wo sie sich um das Image einer Nachwuchsmannschaft kümmern soll. Was sie nicht wusste: es handelt sich um eine U10 Mädchenmannschaft. Aber Adalyn ist bestrebt es allen zu zeigen und sich zu rehabilitieren. Wäre da nicht Cameron, der Trainer des Teams, der Adalyn das Leben schwer macht.

Ich bin ja immer großer Fan von Elena Armas Protagonistinnen, die durchweg starke, unabhängige Frauen sind, die aber nicht perfekt sein müssen und sich ihre Schwächen eingestehen können. Und Adalyn ist bisher meine liebste Protagonistin. Wie sie ihr ganzes Herzblut in ihre Mannschaft steckt, für etwas brennt und versucht, es allen recht zu machen. Es hat mir das Herz gebrochen, wie sie von anderen gesehen und behandelt wird. Ich wollte für sie wütend sein und ihr gleichzeitig eine Freundin sein. Hab schon lange nicht mehr so intensiv mit einer Prota mitgefühlt, dass mir aus dem nichts Tränen gekommen sind.

Und auch die ganzen Nebencharaktere sind einfach zuckersüß gewesen. Es gab so viele kleine berührende Momente, aber auch so viel Witz und charmante Interaktionen. Und die Lovestory- oh lala, das ist mal Chemie. Hat mir auch unglaublich gut gefallen. Cam ist ein wahres Goldstück, der Stoff aus dem Frauenträume sind.

Ich habs einfach so geliebt und wollte gar nicht, dass es endet. Die Bonuskapitel am Ende waren nochmal ein echtes Highlight. Ich war trotzdem nicht bereit mich von den Figuren zu trennen und ein bisschen hoffe ich dass das Ende andeutet, dass es ein Wiedersehen mit einigen der Charakteren geben könnte. Würde 10 Sterne vergeben wenn das ginge, für mich ein absolutes Herzensbuch.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Rätselhafte Morde mit düsterem Motiv

Taubenschlag
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Mir war nicht klar, dass es sich bei „Taubenschlag“ um den zweiten Band einer Krimireihe handelt. Das ist aber nicht schlimm, man kommt auch so gut in den neuen Fall rein und alle nötigen Hintergrundinfos ...

Mir war nicht klar, dass es sich bei „Taubenschlag“ um den zweiten Band einer Krimireihe handelt. Das ist aber nicht schlimm, man kommt auch so gut in den neuen Fall rein und alle nötigen Hintergrundinfos werden geliefert. Finde ich bei Krimis immer gut, wenn man auch quereinsteigen kann. Das Ermittlerduo glänzt durch Kompetenz und Authentizität und der Fall hat was unheimliches, was mir gut gefallen hat.

Zum Inhalt: in den Berliner Bunkeranlagen werden die Leichen von drei Personen gefunden, die dort seit 40 Jahren liegen. Gleichzeitig erschüttert eine Mordserie Norddeutschland. Das Cephol stellt eine Ermittlereinheit auf, bei der auch die dänische Polizistin Lykke wieder dabei ist. Gemeinsam mit Rudi kommt sie einem dunklen Geheimnis auf die Schliche

Ich mochte das Ermittlerduo total gern. Die freundschaftlich familiäre Interaktion zwischen den beiden ist einfach wahnsinnig angenehm zu verfolgen. Außerdem ergänzen sie sich einfach fantastisch und glänzen durch blitzgescheite Ermittlungen. Gleichzeitig fand ich auch die privaten Entwicklungen bei Lykke sehr interessant. Hier vllt die Anmerkung, dass es dazu vermutlich mehr Infos im ersten Band gegeben hat.

Obwohl quasi das ganze Buch über immer wieder neue Opfer auftauchen, fand ich das Spannungslevel eher gemächlich. Finde ich aber in diesem Fall nicht mal schlimm, weil die Ermittlung drum herum sehr interessant und spannend war und ich die Backgroundstory sehr mochte. Der historische Einschlag den die Geschichte nimmt, verleiht ihr einen düsteren, aber auch mitreißenden Touch.

Das Buch liest sich sehr angenehm und flüssig. Die Morde werden zwar als sehr brutal dargestellt, werden aber nicht allzu detailliert beschrieben. Finde ich gut, wenn da nur angedeutet wird ohne ein absolutes Gemetzel zu beschreiben. Die Auflösung fand ich schlüssig und clever ausgearbeitet, alle losen Enden werden gut zusammengeführt.

Hat mir gut gefallen und ich würde auch weitere Bände der Reihe lesen.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Kein Thriller

Das Nachthaus
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Jo Nesbo kenne ich klassisch als Thriller-Autor und lese seine Bücher wirklich gern. Zu diesem Buch muss deshalb unbedingt gesagt werden: es ist kein Thriller. Es geht eher in Richtung Mystery/Horror. ...

Jo Nesbo kenne ich klassisch als Thriller-Autor und lese seine Bücher wirklich gern. Zu diesem Buch muss deshalb unbedingt gesagt werden: es ist kein Thriller. Es geht eher in Richtung Mystery/Horror. Finde ich total spannend, dass Nesbo mal was anderes versucht hat und besonders die erste Hälfte erinnert thematisch ein bisschen an Stranger Things. Gegen Ende hat mich das Buch aber ein bisschen verloren.

Zum Inhalt: nach dem Tod seiner Eltern wächst Robert in einer Kleinstadt auf. Als sein bester Freund nach eines Nachts nach einem Telefonstreich verschwand, wird Robert verdächtigt. Denn er ist der letzte, der Tom gesehen hat und erzählt zudem eine wirre Geschichte darüber, was passiert ist. Und umso intensiver sich Robert mit jener nacht beschäftigt, umso mehr Zweifel kommen ihm.

Ich war überrascht, dass dieses Buch eher eine Horror Novel ist, denn das hatte ich vom Klappentext her nicht vermutet. Die Story kommt leicht skurril daher, darauf muss man sich halt lassen. Ich glaube, wenn man schon von Beginn an die Story infrage stellt, wird man mit diesem Buch nicht glücklich. Bis zur Mitte hin fand ichs an sich auch richtig stark erzählt, dann gab es für meinen Geschmack einen ziemlich harten Cut, den ich nicht so richtig einschätzen konnte.

In der zweiten Hälfte hat mich das Buch dann ein bisschen verloren. An sich fand ich den erzählerischen Kniff und wohin sich die Storyline entwickelt gar nicht schlecht, aber im Gesamtbild hat es für mich einfach nicht funktioniert. Ich hab die Handlungsstränge einfach nicht so richtig zusammenbekommen.

Die Grundstimmung ist durchaus spannend und insgesamt düster und bedrohlich. Dass Robert kein zuverlässiger Erzähler ist, gibt dem Buch diesen Hauch Ungewissheit, der dafür sorgt, dass man unbedingt dranbleiben will. Das Buch geizt auch nicht mit Ekel und Schockermomenten- brauche ich persönlich nicht, passte hier aber gut rein.

Ingesamt mal was ganz anderes. Hat jetzt nicht völlig meinen Geschmack getroffen, war aber trotz allem ein interessantes Hörerlebnis.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Tödliche Überfahrt

No Escape
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Lucy Clarke schreibt phänomenale Thriller mit packenden, beklemmenden Settings. So auch hier, auf einer Segelyacht schafft sie eine Art Locked-In Thriller, voller Zwietracht und gegenseitigen Anschuldigungen. ...

Lucy Clarke schreibt phänomenale Thriller mit packenden, beklemmenden Settings. So auch hier, auf einer Segelyacht schafft sie eine Art Locked-In Thriller, voller Zwietracht und gegenseitigen Anschuldigungen. Ein Thriller, bei dem bis zum Schluss nicht klar ist, wer Schuld auf sich geladen hat.

Zum Inhalt: Lana und Kitty entfliehen ihrem tristen Alltag und den Problemen in England mit einer Reise auf die Philippinen. Dort treffen sie auf die „Blue“ eine Segelyacht mit junger Besatzung von Aussteigern und schließen sich ihr spontan an. Was als Abenteuer beginnt entwickelt sich zusehends zum Albtraum, als die Spannungen an Bord immer stärker werden. Und nicht alle sollen das Festland lebend erreichen.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, beide aus der Sicht von Lana, wodurch natürlich auch der Leser in seiner Wahrnehmung beeinflusst wird. Die beiden Handlungsstränge liegen nur wenige Wochen auseinander und doch scheint die Lana aus der Gegenwart eine völlig andere Person zu sein. Lana ist in meinen Augen eine schwierige Protagonistin, weil sie eine Art urtümliches Misstrauen mitbringt. Das mag begründet liegen in ihrem persönlichen Schicksal, welches einen nicht unerheblichen Teil der Handlung ausmacht und ihr weiteres Handeln beeinflusst, dadurch war es aber auch schwierig für mich mit ihr mitzufühlen.

Die Geschichte lebt von der sich verändernden Dynamik zwischen den Figuren. Auf engsten Raum treffen sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander, wobei tatsächlich jeder aus der Reisegruppe eine eigene Backgroundstory, einen persönlichen Struggel und besondere Eigenheiten hat. Finde es schon bemerkenswert, wie viel Mühe Lucy Clarke in die Ausarbeitung der Figuren reingesteckt hat. Als sich die Lage auf dem Boot zuspitzt offenbaren sich die wahren Charaktere der einzelnen Figuren.

Das Ende ist nochmal eine großartige Überraschung und echt nervenaufreibend. Hat mir wirklich gut gefallen, wie nach und nach die Wahrheit ans Licht kommt.
Ich habe wirklich jedes Kapitel genossen und mochte die Art, wie sich das Gesamtbild entfaltet.

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