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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2025

Ziemlich cooler historischer Roman

Wer die Toten stört
1

Vorab: ich bin nicht sicher wie akkurat diese historische Erzählung ist, grob könnte das auf jeden Fall hinkommen. Bin aber auch ehrlich, ich fand die Geschichte selbst so packend, dass es mir eigentlich ...

Vorab: ich bin nicht sicher wie akkurat diese historische Erzählung ist, grob könnte das auf jeden Fall hinkommen. Bin aber auch ehrlich, ich fand die Geschichte selbst so packend, dass es mir eigentlich ziemlich egal ist, wie akkurat sie ist. Ich hatte einfach ne richtig gute Zeit mit diesem Buch, gefangen zwischen Schaudern und Faszination. Die Atmosphäre Edinburghs wurde auf jeden Fall total gut getroffen und die makaberen, effektheischerischen anatomischen Vorführungen tun ihr übriges um der Geschichte einen tollen Vibe zu verpassen.

Das Thema rund um das Medizinstudium, die Anatomie-Stunden und die Leichenbeschaffung war toll getroffen und das Buch passt damit perfekt in diese Jahreszeit. Es wird schaurig, blutig und ein bisschen zwielichtig. Also eigentlich alles, was ein guter historischer Schauer-Roman braucht um auch wirklich spannend zu sein. Hat außerdem so ein bisschen einen Banden-Vibe und die Dynamik innerhalb der Leichengräber-Gruppen war absolut catchy.

Nen Pluspunkt gibts von mir für die unerwartete, aber total gut angelegte Lovestory. Hab ehrlich gesagt nicht unbedingt damit gerechnet in diesem Buch eine Liebesgeschichte zu finden, aber es passt einfach. Nimmt nicht zu viel Raum ein, gibt der Geschichte aber einen Ruhepol und bildet einen guten Ausgleich zu den eher abstoßenden Szenen.

Der Erzählten ist schon etwas rauer, die Charaktere ungeschliffen und die Beschreibungen rund um die anatomischen Versuche durchaus bildlich. Diese Kombination ist einfach fantastisch und macht das Buch dadurch wirklich unterhaltsam.
Fands richtig gut.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Katz und Maus

Safe Space
0

Wer auf psychologische Thriller voller Fallstricke und absurd überraschender Wendungen steht, der ist hier genau richtig. Hier ist eigentlich nichts, wie es zu sein scheint, auch wenn die POVs dem Leser ...

Wer auf psychologische Thriller voller Fallstricke und absurd überraschender Wendungen steht, der ist hier genau richtig. Hier ist eigentlich nichts, wie es zu sein scheint, auch wenn die POVs dem Leser zwar einen Hinweis geben, wonach wir hier die Augen offenhalten müssen, hat mich die Auflösung absolut kalt erwischt. Passiert mir nicht so häufig, daher bin ich schon allein deswegen ein bisschen begeistert

Die Prämisse der Geschichte fand ich total spannend und auch die Erzählweise, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt, ist sehr passend gewählt und erzeugt eine gute Grundstimmung. Ich mag, dass die Bedrohung eher unterschwellig ist, man eigentlich weiß, wie der Ausgang dieser Geschichte sein muss, es sich aber so vorsichtig und hinterhältig anbahnt, dass man trotzdem überrascht ist.

Das Setting der JAV fand ich als Schlachtfeld erstaunlich gut gewählt und hier wird viel mit Stimmung, Misstrauen und Verdachtsmomenten gearbeitet. Alles sehr subtil und so angelegt, dass die Protagonistin beginnt an sich selbst zu zweifeln. Das war wirklich gelungen umgesetzt. Die Handlung ist schon relativ dicht und emotional aufgeladen. Und genau das sorgt dafür, dass Rationalität und Professionalität hier zunehmend ausgehebelt werden und Protagonistin Anna zu entgleiten droht.

Ich weiß gar nicht so genau, was mich mehr mitgenommen hat: Sinas Schicksals und Annas unermüdliche Suche nach Antworten, egal wie schmerzlich diese ausfallen könnten.
Vom Tempo her ging mir die Geschichte fast ein bisschen zu schnell, um eine echte Sogwirkung zu erzeugen. Neue Erkenntnisse kann man als Leser kaum sacken lassen, weil die Geschichte so schnell voranschreitet und eigentlich durchweg irgendwas passiert, das die Handlung vorantreibt. Trotzdem, oder vielleicht auch genau deswegen, liest sich das Buch toll weg, ist stark geplottet und durchweg spannend, wenn auch auf eher dezente Art.

Mir hats gut gefallen.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Interessant zu verfolgen

Die Frau der Stunde
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Ich hatte erst ein bisschen Angst, ob mir dieses Buch wohl zu trocken und politisch sein würde, aber diese Sorge war absolut unbegründet. Die Politik gibt natürlich den Rahmen für die Handlung vor, ist ...

Ich hatte erst ein bisschen Angst, ob mir dieses Buch wohl zu trocken und politisch sein würde, aber diese Sorge war absolut unbegründet. Die Politik gibt natürlich den Rahmen für die Handlung vor, ist aber sehr greifbar aufbereitet. Der politische Drahtseilakt rund um die Kanzleraffäre wird gut eingeleitet, sodass es nicht trocken oder langatmig wird. Generell hatte ich das Gefühl, dass sich das Buch sehr angenehm lesen lässt, fast schon seicht und angenehm kosmopolitisch.

Das Buch ist der Inbegriff von „a Men’s world“ und das Bild, das hier von den Vertretern der Politik gezeichnet wird, ist einfach nur ernüchternd und man kann sich eigentlich echt nur schämen. Inkompetenz hinter haltloser Pöbelei verstecken und das eigene Ego zur Schau stellen- klassische, kleingeistige Männlichkeit. Die Geschichte hat mich beim Lesen oft einfach so wütend gemacht. Gleichzeitig wartet die Geschichte mit einer Art trockenem Humor auf, der mich dann wieder versöhnlich stimmt.

Catharina ist eine starke, resolute Protagonistin, die sich ihren Platz in dieser (Männer)welt einfordert. Ich finds gut, dass Catharina auf Konfrontationskurs geht, sich nicht den Mund verbieten lässt und auch mal unbequem ist, statt mit den Kollegen lieb Kind zu machen. Das hätte für mich sogar gerne noch weitergetrieben werden dürfen. Generell war ich großer Fan der Geschichte über die drei Freundinnen, mit ihren unterschiedlichen Lebenswegen. Das nimmt der Geschichte so ein bisschen die scharfen Kanten, macht sie nahbar und lockert die Passagen politischer Ränkespiele auf.

Ich finde hier werden erzählerisch geschickt Themen wie Weltgeschehen, Politik und Religion verknüpft. Aber auch ganz alltägliche Themen werden darin eingeflochten wie Schönheitsideale, Mutterrolle und Alltagskultur. Das lockert das Buch für mich auf, denn würde es rein um Politik gehen, hätte mich das Buch vielleicht verloren.

Das Ende kam mir persönlich zu abrupt, passt aber gut zum Handlungsverlauf. Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen und unterhaltsam gefunden, trotzdem bleibe ich seltsam ernüchtert zurück und weiß gar nicht recht, was genau mir eigentlich fehlt.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Hat mir nicht gefallen

A Fairytale of Lies
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Das Buch fällt für mich so ein bisschen in die Kategorie „Thema verfehlt“. Dies soll ein Dark Romance Roman sein, wobei ich sagen würde, dass ich hier überhaupt keine Dark Romance Vibes gespürt habe. Auch ...

Das Buch fällt für mich so ein bisschen in die Kategorie „Thema verfehlt“. Dies soll ein Dark Romance Roman sein, wobei ich sagen würde, dass ich hier überhaupt keine Dark Romance Vibes gespürt habe. Auch der Spice ist irgendwie eher 0815 und gar nicht, was ich hier erwartet hätte. Insgesamt bleibt das Buch hinter meiner Erwartung zurück.



Generell ist das Buch in meinen Augen völlig überladen mit Themen, sodass die Handlung oberflächlich und total überstürzt wirkt. So richtig logisch wirken viele der Verhaltensweisen nicht, was dazu beiträgt, dass die Figuren unsympathisch, unreif und unauthentisch wirken. Hier scheint gefühlt nie irgendwer auch nur eine Sekunde nachzudenken, alles wird übers Knie gebrochen und die Story wirkt dadurch künstlich aufgeblasen.



Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt. Prinzipiell mag ich das, aber die vielen Wechsel stören hier irgendwie den Lesefluss und teilweise bin ich da durcheinander gekommen.

Erst ganz gegen Ende des Buches kommen überhaupt so ein bisschen Dark Romance und Mafia-Vibes auf, da war es aber eigentlich schon zu spät und auch da wurde alles nur grob umrissen. Ich glaube manchmal ist weniger einfach mehr. Denn die letzten Kapitel hatten eigentlich wirklich Potenzial und genau solche Szenen hätte ich mir schon viel eher innerhalb der Handlung gewünscht.



War leider nicht mein Buch

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Den Spuren folgen

Die Chemie des Verbrechens - Die Fährte
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Ich fand den Erzählstil eher ruhig, wenig temporeich und tatsächlich auch eher mäßig spannend. Neben dem Hauptfall gibt es auch viel Hintergrundrauschen, bei dem nicht ganz klar ist, ob es überhaupt irgendeine ...

Ich fand den Erzählstil eher ruhig, wenig temporeich und tatsächlich auch eher mäßig spannend. Neben dem Hauptfall gibt es auch viel Hintergrundrauschen, bei dem nicht ganz klar ist, ob es überhaupt irgendeine Relevanz hat.

Die Kapitel sind kurz und wechseln schnell dir Perspektive, sodass es auch einige einmalige Exkurse gibt. Das fand ich eher unübersichtlich und es wird auch ohne diese Elemente klar, dass hier irgendwas im argen liegt. Am meisten Stimmung wird durch die Rückblenden ins Jahr des Mordes aufgebaut

Die wissenschaftliche Seite der Ermittlung fand ich tatsächlich richtig interessant und auch den Schrecken des Themas an sich nicht grade klein, sodass die Handlung schon eine gewisse Brisanz und Perfidität besitzt.
Warum ich trotzdem nicht so 100% gecatcht war lag vermutlich daran wie egoistisch, gierig, geradezu falsch und unsympathisch die Figuren wirken.

Ich fands insgesamt angenehm zu lesen und trotz wissenschaftlicher Komponenten war es leicht zu folgen. Die Struktur des Falls wirkte logisch aufgebaut und die Auflösung war schlüssig und lässt keine Fragen offen. Sehr solider Krimi

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