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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Eine neue Ordnung

Der letzte Sommer der Tauben
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Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt ...

Abbas Khider hat eine wundervolle Art zu erzählen. In seinen Geschichten ist Platz für Grausamkeit, Angst und Ungewissheit. Nichts wird geschönt, sondern mit offenen Augen betrachtet. Trotzdem bewahrt es sich einen gefassten, ruhigen Erzählton. Und genau das macht den Schrecken in all seiner Banalität für mich als Leser noch greifbarer.

Die Geschichte beginnt fast schon in schöner Alltäglichkeit. Ein Bild des Friedens, bis ein sich verändernder Himmel den bevorstehenden Wandel ankündigt. Mit fast schon verlässlicher Stetigkeit ziehen Gewalt, Beschränkungen und Angst in den Alltag des Protagonisten ein. Und es wird sehr eindrücklich geschildert, wie klein eine Welt mit einem Mal werden kann.

Die Auswirkungen dessen werden anhand Noahs Familie und ihren Freunden und Nachbarn sehr eindringlich geschildert. Noah fand ich für seine 14 Jahre wirklich bemerkenswert. Er scheut sich nicht Fragen zu stellen, das System anzuzweifeln und kleine Rebellionen zu begehen. Und gleichzeitig tat er mir furchtbar leid, als er alles zu verlieren droht, was sein Leben einmal ausgemacht hat.

Es ist ein Buch, das bewegt und nachdenklich stimmt. Ich war mir beim Lesen die gesamte Zeit bewusst, wie privilegiert ich lebe. Ein wichtiges Buch, das mich auch nach Ende des Lektüre noch beschäftigt hat

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Hallt nach

Tage des Lichts
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Was mir direkt aufgefallen ist, ist die blumige Sprache, die passend zur Zeit und den Lebensumständen der eher unkonventionellen, künstlerisch veranlagten Familie gewählt wurde. Die Erzählweise der Geschichte ...

Was mir direkt aufgefallen ist, ist die blumige Sprache, die passend zur Zeit und den Lebensumständen der eher unkonventionellen, künstlerisch veranlagten Familie gewählt wurde. Die Erzählweise der Geschichte ist sehr besonders: nur sechs Tage eines Lebens, teilweise über Jahre voneinander getrennt. Lässt sich unser Leben auf so wenig reduzieren? Auf sechs Schlüsselmomente?!

Ivy hat eine einfältige Unschuld an sich, was sich nicht nur darin zeigt wie sich über sich selbst als Mädchen, sondern auch über die Liebe und das Leben allgemein denkt.
Und wie klein ihre so unendlich scheinende Welt plötzlich wird. Erst durch Verlust, dann eine unbedachte Impulshandlung.

Die Schrecken des Krieges werden zwar nur angerissen aber trotzdem sehr eindringlich. Und über allem lag immer die Erinnerung an Joseph, die Fragen die sein Fehlen aufwarf. Ivy wird ältern, bleibt aber diese kleine, trostlose Versionen ihrer Selbst, immer sehnend, sich verzehrend, rast- und irgendwie heimatlos.

Ich war überrascht, wie viel man mit nur sechs Tagen erzählen und ausdrücken kann. Ivys Schicksal hat mir das Herz schwer gemacht.
Unterhaltsam fand ich, wie in dieser Familie jegliche Beziehungskonstrukte und Neigungen vorhanden zu sein scheinen. Es ist eine Geschichte von Liebe und Verlust, von Überschwang und Vernunft, von Sinnsuche und spätem Glück. Ein Leben, auf das elementarste herunterreduziert.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Magie trifft Piraterie

Nightweaver
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Dieses Buch ist ein toller Reihenauftakt. Nicht nur entführt es den Leser in eine düstere Welt, die such auf den Abgrund zu bewegt, es gibt ihm auch eine Heldin an die Hand, die ihr Schicksal und das aller ...

Dieses Buch ist ein toller Reihenauftakt. Nicht nur entführt es den Leser in eine düstere Welt, die such auf den Abgrund zu bewegt, es gibt ihm auch eine Heldin an die Hand, die ihr Schicksal und das aller für immer verändern könnte. Und das kombiniert mit coolen Piratenvibes.

Das Magiekonzept rund um die vier Fähigkeiten und verschiedenen Mythen unf Monster fand ich toll aufgebaut. Man bekommt genug Informationen um es sich vorstellen zu können, wir damit aber nicht überflutet und so bewahrt sich die Geschichte einen Hauch Mystik in all ihrer Dunkelheit.

Es gibt relativ viele Figuren dafür, dass eigentlich nur drei von ihnen so wirklich im Zentrum stehen. Aster ist eine eher spezielle Protagonistin, hat teilweise echt Antihelden-Vibes und zwischenzeitlich habe ich mit ihrer Art echt gehadert. Aber sie ist auch mutig, selbstlos und sehr gewieft.

Es passiert eigentlich pausenlos etwas, sodass man auch als Leser nie zur Ruhe kommt. Die Story ist temporeich geplottet und hat durchaus actionreiche Momente. Gleichzeitig werden aber auch zarte Bande der Freundschaft, Liebe und des Vertrauens geknüpft, die im schönen Gegensatz zur düsteren Atmosphäre und Weltuntergangsstimmung der Geschichte stehen.

Also ich fand den Vibe toll und hatte eigentlich durchweg Spaß mit dem Buch. Die Charaktere könnten noch differenzierter ausgearbeitet werden, vor allem Aster ist doch sehr sprunghaft. Aber da ist auf jeden Fall Potential für den Folgeband vorhanden

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Fands gut

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Ich fand das Worldbuilding einfach toll, kanns nicht anders sagen. Dabei ist das gar nicht mal so super umgangreich betrieben worden. Aber die Gegensätze der harschen Norde, der Armut der Bevölkerung und ...

Ich fand das Worldbuilding einfach toll, kanns nicht anders sagen. Dabei ist das gar nicht mal so super umgangreich betrieben worden. Aber die Gegensätze der harschen Norde, der Armut der Bevölkerung und des prunkvollen Lebens im Palast mit seinen politischen Intrigen wurden durch Begegnungen und bildhafte Beschreibungen gut herausgearbeitet, sodass da eine tolle Atmosphäre entsteht.

Genial fand ich, wie die Frage nach dem „falschen“ Feindbild aufgeworfen wurde. Wie Drachen zu Feinden erklärt wurden; ihre Auslöschung das Land aber nicht hat aufatmen lassen. Und trotzdem fürchtete man sich weiter vor jeglicher Form von Magie.

Tamsyn selbst ist eine Protagonistin, die mir einfach leid tat. Ihr Leben fremdbestimmt, sie selbst Spielball, Prügelmädchen, ein Niemand. Bis sich ihr Schicksal völlig ändert. Das wie und warum wird in diesem Buch eher gar nicht abgehandelt. stattdessen werden Figuren und Leser vor vollendete Tatsachen gestellt und die Ereignisse dann ziemlich schnell vorangetrieben. Die Reaktionen der einzelnen Charaktere fand ich dabei zwar erwartbar, aber irgendwie auch zu gemäßigt, irgendwie unrealistisch gedämpft.

Und am Ende hatte ich dann noch so einen „ach komm schon“ - Moment. Es ist nicht die Entwicklung an sich, die mich daran stört, sondern wie sie wortwörtlich vom Himmel fiel. Ja kann man machen, bin ich aber kein Fan von.

Vom Leseerlebnis her war das Buch einfach toll. Cooles Setting, Charaktere mit denen man mitfiebert und magische Begegnungen, die eine mythische Atmosphäre schaffen. Inhaltlich auf jeden Fall aber ausbaufähig. Band 2 muss da dringend ein paar Antworten nachlegen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Irr und wirr

Die Enthusiasten
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Dieses Buch ist irgendwie super besonders- exzentrisch, extravagant und exzellent erzählt. Ich würde mir niemals anmaßen schon beim ersten Lesen alles erfasst zu haben, was hier an Perlen verborgen liegt. ...

Dieses Buch ist irgendwie super besonders- exzentrisch, extravagant und exzellent erzählt. Ich würde mir niemals anmaßen schon beim ersten Lesen alles erfasst zu haben, was hier an Perlen verborgen liegt. Sprachaffine Leser kommen hier durchaus auf ihre Kosten.

Ich finde anfangs muss man sich einfach drauf einlassen und hinnehmen, dass nicht alle Zusammenhänge sofort glasklar sind. Aber nach und nach zeichnet sich ein immer deutlicheres Bild. Die Geschichte setzt sich aus verschiedenen Erlebnissen, Anekdoten und Erinnerungen zusammen. Es ist eine durch und durch kuriose Erzählung, sehr ausschweifend und überbordend geschrieben.

Die Geschichte hat was komödiantisches , gleichzeitig gibt es auch Spannungs- und Krimielemente und das ganze wird umspannt von einer Atmosphäre, des Rätselhaften. Gleichzeitig stellt sich Protagonist Vince herrlich impulsiv und dilettantisch an und man fragt sich natürlich, was er da eigentlich vor hat. Liest sich ein bisschen wie ein Fiebertraum, aber mit hohem Unterhaltungswert.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch nicht für jeden was ist, aber ganz ehrlich: ich hab noch nie was vergleichbares gelesen und dadurch hatte ich echt viel Spaß mit der Geschichte.

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