Cover-Bild Der letzte Sommer der Tauben
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783446287747
Abbas Khider

Der letzte Sommer der Tauben

Roman
Eine mitreißende Parabel: Der große neue Roman von Abbas Khider – wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt.

Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus – und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt »Der letzte Sommer der Tauben« vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder – ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Tauben flüstern mit ihren Flügeln

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Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das ...

Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das Dach von Noah und seinen Eltern. Und nicht nur die Vögel hatten Angst. Auch Noah. Was wird nun aus ihrem Leben, ihrer Freiheit? Kehrt Bagdad wieder ins Kalifat zurück? Noahs Vater verkaufte bisher bunte Kleider und Wäsche. Die muss er komplett ausräumen und alle Kartons, welche die Gesichter oder gar Körperteilen von Frauen zeigen, übermalen. Nur noch Niqabs darf er künftig verkaufen. Alle anderen Waren bringt Noah zum Marktplatz. Hier wird eine riesiges Feuer entfacht und alles verbrannt.

Handys und unliebsame Bücher oder Alkohol sowie Zigaretten, nichts ist mehr erlaubt. Die Religionspolizei hat alle Macht und ihre Augen wachen über die verängstigten Menschen. Wer sich wehrt, wird zu Tode gesteinigt oder erschossen. Noahs Mutter und die schwangere Schwester dürfen nicht mehr ohne Begleitung das Haus verlassen. Es ist eine Situation, die wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen können.

Welch ein berührendes Buch. Abbas Khider schreibt so einfühlsam und doch so klar, dass ich sein Werk kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl das Thema traurig und von Verlusten geprägt ist. Sein feiner Humor schaffte es immer wieder, dass ich schmunzeln musste. Ja, und spannend ist der Roman auch. Besonders diese Empathie für seine Tauben, brachten mir den Jungen Noah besonders nah. Das Lesen des Buches ist ein Muss für alle, die hochwertige Literatur mögen.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Kurz, eindrucksvoll und pure Poesie

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Eigentlich ist dieses Buch eine beklemmende Momentaufnahme. Ein islamistisches Regime übernimmt die Macht. Noah und seine Familie müssen sich anpassen. Wo genau das passiert, wird nicht konkretisiert. ...

Eigentlich ist dieses Buch eine beklemmende Momentaufnahme. Ein islamistisches Regime übernimmt die Macht. Noah und seine Familie müssen sich anpassen. Wo genau das passiert, wird nicht konkretisiert. Leider fallen einem viele mögliche Schauplätze für exakt so ein Szenario ein.

Noah ist vierzehn und versucht zu verstehen, was um ihn herum geschieht. Plötzlich gelten andere Spielregeln. Das neue Regime versteht keinen Spaß und ein „Das war nicht so gemeint“ kann man sich schenken. Ein falsches Wort und du kommst ins „Ferienlager“, das ist seinem Freund Rasul passiert. Von seinem alten Leben sind ihm nur noch die Tauben geblieben, Noah züchtet sie und liebt jede von ihnen. Aber selbst Tauben sind dem Regime irgendwann ein Dorn im Auge. Überall flattern sie herum, sehen alles, man muss ihnen die Flügel stutzen. „Tauben werden die neuen Hühner des Kalifats“

Ich hätte nie gedacht, welche Symbolkraft Tauben haben können. Sie ziehen als poetisches Stilmittel durch dieses Buch sind allgegenwärtig, friedlich, beständig, liebevoll, und bieten trotzdem Zündstoff. Die Kapitel sind kurz und haben sprechende Überschriften. Sie wirken fast wie Gedichte. „Acht Quadratmeter Angst“, da mag man fast nicht weiterlesen, so beklemmend ist es.

Dieses Buch ist kurz, eindrucksvoll und pure Poesie. Es vermittelt kunstvoll Trauer, Abschied und Verzweiflung, wirkt wie ein Abgesang an ein Leben, das sich grundlegend geändert hat.

Ich bin beeindruckt.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein großartiger Roman zum Jahresbeginn

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Abbas Khider's Roman "Der letzte Sommer der Tauben" hat mich sehr berührt und bewegt. Man könnte meinen es seien Tagebuchauszüge und man ahnt mit jedem Kapitel, das es kein gutes Ende nimmt. Noah muss ...

Abbas Khider's Roman "Der letzte Sommer der Tauben" hat mich sehr berührt und bewegt. Man könnte meinen es seien Tagebuchauszüge und man ahnt mit jedem Kapitel, das es kein gutes Ende nimmt. Noah muss in jungen Jahren erleben, wie ihm und seiner Familie und einer ganzen Gesellschaft die Freiheit genommen wird. Er ist mutig und verschwiegen, er kann und muss Geheimnisse bewahren. Freunde sind in Gefahr oder werden zur Gefahr, wem kann man noch trauen. Man spürt zwischen den Zeilen die Schwere der Unterdrückung und die Macht der Angst in einer männerdominierten Zeit, die Frauenrechte mit Füßen tritt und jegliche Opposition mit Tod oder Folter bestraft. Offen bleibt, was Noah im "Ferienlager" erlebt. Man kann es nur erahnen und bestenfalls hat seine gute Seele den Weg in eine bessere Zukunft überlebt. Das Cover ist schlicht, aber trotzdem auffällig genug, um nicht daran vorbei zu gehen. Danke für diesen schönen, wenn auch traurigen Roman zum Jahresanfang. Daumen hoch!

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Leben im Irak

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Abbas Khider zeigt uns wieder die Grausamkeiten seiner früheren Heimat.
In seinem Roman, Der letzte Sommer der Tauben, lässt er den 14jährigen Noah erzählen. Die politischen Ereignisse lassen uns ja ...




Abbas Khider zeigt uns wieder die Grausamkeiten seiner früheren Heimat.
In seinem Roman, Der letzte Sommer der Tauben, lässt er den 14jährigen Noah erzählen. Die politischen Ereignisse lassen uns ja schon in den Nachritten aus dem Irak erschüttert zurück.
Noah sieht viel, wenn er durch die Stadt stromert, aber auch da ist er schon nicht ganz frei. Jeder muss aufpassen was er sagt, überall kann die Sittenpolizei zugreifen.
Am Ende dürfen nicht einmal mehr Tauben auf dem Dach gehalten werden.
Abbas Khider zeigt in seinen Romanen immer wieder diese Gräuel an. Da scheint es ja auch nie so richtig besser zu werden. Überhaupt die Frauen sind gefährdet. Sie dürfen nicht mehr in ihren Berufen arbeiten und nicht einmal mehr alleine auf die Straße gehen.
Der Roman lässt mich wieder erschüttert und ratlos zurück.
Trotzdem muss ich seine Romane immer wieder lesen. Ich gebe eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein Sommer, der alles verändert

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Im Mittelpunkt steht ein vierzehnjähriger Junge, der Tauben züchtet und in diesen Tieren Freiheit und Ordnung zugleich findet. Während er sich um sie kümmert, rückt eine neue Macht immer näher an den Alltag. ...

Im Mittelpunkt steht ein vierzehnjähriger Junge, der Tauben züchtet und in diesen Tieren Freiheit und Ordnung zugleich findet. Während er sich um sie kümmert, rückt eine neue Macht immer näher an den Alltag. Zuerst fast unmerklich, dann immer deutlicher. Hubschrauber am Himmel, neue Regeln, veränderte Blicke der Menschen.
Der Vater passt Bilder an, um Ärger zu vermeiden. Der ältere Bruder macht Karriere in einem System, das Angst verbreitet. Mutter und Schwester dürfen sich immer weniger frei bewegen. Ihre Welt wird kleiner, und gleichzeitig wächst der Druck auf die Männer, aufzupassen, zu kontrollieren und Regeln durchzusetzen. Die Selbstständigkeit der Frauen schwindet dabei immer mehr.
Besonders stark wirkt der Blick des Jungen. Er versteht vieles noch nicht ganz, spürt aber genau, wie sich sein Alltag verändert. Die Tauben sind für ihn mehr als ein Hobby. Sie gehören zu seinem Leben, geben ihm Struktur und Ruhe. Als sie ebenfalls bedroht werden, wird spürbar, wie sehr diese kleinen Freiheiten den Alltag bestimmen.
Die Sprache bleibt ruhig und klar. Es gibt Momente von feinem Humor, die nicht auflockern, sondern Nähe schaffen. Vieles wirkt schlicht und gerade dadurch glaubwürdig.
Zurück bleibt das Bild eines Sommers, der etwas beendet. Ein Buch, das wenig erklärt, viel zeigt und lange nachwirkt.
Mich hat dieser Roman tief bewegt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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