Glauben Sie uns: Der irrwitzigste Lesespaß seit Langem! Für alle, die die Welt der Literatur lieben!
Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust.
Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam?
Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.
Vince Bär stammt aus einer außergewöhnlichen Familie, in der Literatur, Kunst und Wissenschaft nicht bloß Interessen, sondern Lebensentwürfe sind. Seine Schwester forscht tief unter der Erde nach Dunkler ...
Vince Bär stammt aus einer außergewöhnlichen Familie, in der Literatur, Kunst und Wissenschaft nicht bloß Interessen, sondern Lebensentwürfe sind. Seine Schwester forscht tief unter der Erde nach Dunkler Materie, während der Bruder mit experimentellen Filmen Sehgewohnheiten herausfordert. Und Vince selbst ist glühender Verehrer von Laurence Sterne. Als plötzlich Hinweise auf einen möglichen zehnten Band von Tristram Shandy auftauchen, beginnt eine abenteuerliche Suche, die alles verändert.
Die Enthusiasten ist ein überschäumendes und wagemutiges Erzählexperiment und zugleich eine zutiefst berührende Familiengeschichte. Zwischen literarischer Schatzsuche, physikalischer Grundlagenforschung und filmischer Grenzüberschreitung entfaltet sich eine kluge Erzählung über Leidenschaft, Verlust und die Angst vor dem Stillstand.
Die Lebenswege der drei Geschwister könnten unterschiedlicher kaum sein und doch eint sie eine obsessive Hingabe an ihre jeweiligen Projekte. Sie lieben intensiv, glauben kompromisslos an Ideen, Menschen oder Ideale und geraten dadurch immer wieder in Konflikt mit sich selbst und ihrer Umwelt.
Markus Orths erzählt keine lineare Geschichte, sondern verknüpft Perspektiven und Episoden zu einer klugen, oft überraschenden Erzählung über Hingabe, Verlust und die Angst, stehenzubleiben. Dabei geht es weniger um große Dramaturgie als um das Alltägliche: kleine Gesten, Gedanken und Gespräche, in denen sich große Fragen spiegeln. Was treibt uns an? Und warum halten wir an Projekten fest, selbst wenn sie aussichtslos erscheinen?
Die Enthusiasten ist ein kluger, berührender und mitunter überbordender Roman über Menschen, die sich mit ganzer Kraft ihren Leidenschaften verschreiben. Ungewöhnlich erzählt und voller Liebe zu Literatur, Wissenschaft und Kunst.
„Die Enthusiasten“ von Markus Orths ist ein wilder, liebevoller und zutiefst origineller Roman über Menschen, die für ihre Leidenschaften brennen. Im Mittelpunkt steht eine eigenwillige Familie, in der ...
„Die Enthusiasten“ von Markus Orths ist ein wilder, liebevoller und zutiefst origineller Roman über Menschen, die für ihre Leidenschaften brennen. Im Mittelpunkt steht eine eigenwillige Familie, in der Bücher von der Decke hängen und Geschichten fast greifbar werden – und in der ein schmerzhafter Verlust alles überschattet. Orths erzählt mit großer Lust am Experiment: Sein Schreibstil ist spielerisch, intelligent und voller Tempo, dabei nie selbstverliebt. Er springt zwischen Perspektiven, Themen und Tonlagen und hält dennoch alles zusammen. Besonders stark ist die Mischung aus Humor, Wärme und existenzieller Tiefe. Der Roman feiert Kunst und Neugier, ohne die Traurigkeit des Lebens auszublenden. Das Cover passt hervorragend dazu: leicht surreal, modern und neugierig machend – es signalisiert sofort, dass hier kein gewöhnlicher Familienroman wartet. Ein anspruchsvolles, aber sehr beglückendes Leseerlebnis für alle, die Literatur lieben, die etwas wagt.
Gestaltung:
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Das Cover hat mich magisch angezogen: Ein leuchtendes Farbengemisch, als hätte man alle kräftigen Farben in einen Eimer gemischt und einmal vorsichtig mit dem Rührstab umgerührt. ...
Gestaltung:
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Das Cover hat mich magisch angezogen: Ein leuchtendes Farbengemisch, als hätte man alle kräftigen Farben in einen Eimer gemischt und einmal vorsichtig mit dem Rührstab umgerührt. Auf diese Weise verzwirbeln sich die Farben, aber vermischen sich nicht zu einer. Diese bunte Mischung macht neugierig, weil es alles und doch auch wieder so gar nichts über den Inhalt sagt. Aber am Ende des Romans wusste ich: es passt!
Inhalt:
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"Ja, wir wollten alles stehen und liegen lassen, uns hinsetzen und das Buch einfach nur einatmen. Nichts sonst. Wir wollten verschwinden in dem Buch wie in einem Brunnen, wir wollten lachen und schwitzen, schmunzeln und schreien, wir wollten kichern und die Stirn runzeln und den Kopf schütteln und uns auf die Schenkel schlagen, wir wollten uns einmal mehr und neu und frisch einfangen lassen von dieser unwiderstehlichen Gedanken- und Zwerchfellgrazie, vom Seelencharme eines Menschen, der unser aller Leben dermaßen verhext hatte, und wir wussten es schon jetzt: Wenn die letzte Seite des zehnten Buchs umgeblättert wäre, würden wir wieder von vorn beginnen." (S. 36f)
Vincent Bär wächst mit von Literatur besessenen Eltern, seiner Schwester Elfi und seinem Bruder Marcellus auf. Als er zehn Jahre alt ist, verschwindet seine Mutter spurlos. Der Verlust reißt ein großes Loch in die Familie, das alle auf ihre Weise versuchen, zu füllen: Elfi jagt dunkler Teilchenmaterie hinterher, Marcellus sucht sein Glück in der Filmbranche und Vincent wird besessen vom Schriftsteller Laurence Sterne, insbesondere von seinem 9 Bände umfassenden Werk um Tristram Shandy. Und der Vater füllt die Lücke mit Lesen und der Suche und Bewertung von literarischen Redewendungen und dem Zählen von Satzwiederholungen in Büchern.
Als Vincent bei einem Sterne-Fan-Treffen in Coxwold verweilt, bekommen er und zwei seiner Bekannten, die ebenfalls Shandy-Anhänger sind, ein unwiderstehliches Angebot: Ein zehnter Band von Tristram Shandy soll entdeckt worden sein und sie sollen dessen Echtheit überprüfen. Nachdem sie die ersten zwei Kapitel gelesen haben, ist Vincent fest entschlossen, auch den Rest des Buches zu besitzen. Durch diese Obsession entwickelt sich eine skurril absurde, teils humorvolle, teils tragische und unerwartete Geschichte.
Mein Eindruck:
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"Schreiben heißt: Etwas, das nicht geschehen ist, so zu erzählen, dass der Leser glaubt, es sei geschehen. Beim Lesen und Zuhören ist es genauso. Nur andersherum. Du bist auf einem guten Weg, Vince.«" S. 108)
Dies war das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe und ich habe eine Weile gebraucht, in die Handlung hinein zu finden. Offen gestanden war ich bis zur Hälfte gar versucht, das Buch abzubrechen. Der Anfang war zunächst gut, die Erzählung ist aus der Ich-Perspektive von Vincent geschrieben und somit erlebt man die Ereignisse aus seinem Kopf heraus. Mit dem Fantreffen wird schnell ein Trigger gesetzt, weil man wissen möchte, ob das Buch echt ist und wie die Handlung weitergeht. Leider verliert sich direkt im Anschluss die Geschichte, indem der Erzähler sehr lang und ausschweifend aus seiner Kindheit erzählt, die Literaturliebe seiner Eltern und zwischendurch über seinen geliebten Schriftsteller Sterne oder das Leben im Allgemeinen philosophiert. Dabei ist die Sprache, die er verwendet, sehr poetisch und ausschweifend. Erst gegen Ende fügen sich langsam die Puzzleteile ineinander und es kommt zu sehr vielen situationskomischen Szenen, bei denen ich pures Kopfkino hatte und mich sehr amüsiert habe.
Ich bin tatsächlich hin- und hergerissen, ob ich das Buch genial finden soll oder zu viel des Guten. Wenn man den Roman eine Weile wirken lässt, dann gibt es viele Passagen, die Sinn machen und einen zum Nachdenken anregen. Es werden viele Aspekte angesprochen wie Literatur, Sprache und die Bedeutung des Schreibens, aber auch andere Medien, das Universum und das Leben an sich werden stellenweise lange reflektiert. Für einen Roman wirkt das manchmal ablenkend sowie spannungsmindernd und ich gebe zu, dass ich einige Passagen quergelesen habe, weil sie mir nicht zielführend erschienen. Auf der anderen Seite haben mich die Ausführungen stellenweise gepackt und ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis die Auflösung mich das Buch hat zufrieden zuklappen lassen. Philosophieren kann Herr Orths, ebenso mit Sprache umgehen, aber manchmal verliert er dabei den roten Faden. Dennoch hat dieses Werk mir weitestgehend gefallen, weil es sich erfrischend von anderen Romanen abhebt.
Fazit:
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Erfrischend anderer Roman über Literatur und das Leben, stellenweise aber sehr ausschweifend erzählt.
Dieser Roman, der durch das farbenprächtige Cover auffällt, ist ein originelles Buch über Menschen, die für ihre Leidenschaften, also für ihre Passionen, leiden und brennen.
Autor Markus Orth rückt ...
Dieser Roman, der durch das farbenprächtige Cover auffällt, ist ein originelles Buch über Menschen, die für ihre Leidenschaften, also für ihre Passionen, leiden und brennen.
Autor Markus Orth rückt dafür eine unkonventionelle Familie in den Mittelpunkt, in der sich fast alles um Bücher dreht. Die Eltern und ihre drei Kinder leben mit und durch Bücher, bis eines Tages die Mutter sang- und klanglos verschwindet.
Die Geschichte, erzählt vom 26-jährigen Ich-Erzähler Vince Bär, pendelt in elf Büchern (Was sonst?) zwischen dem elterlichen Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main und der nordenglischen, verschlafenen Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York.
Als erwachsener Mann gehört Vince zum engsten Kreis der Tristam Shandy-Fans, die sich alljährlich zum Sterne-Geburtstag in Coxwold trifft. Und mit seinem Vater, der inzwischen im Altersheim gelandet ist, telefoniert er täglich und setzt die Sprachspiele, die in ihrer Kindheit zelebriert worden sind, in geradezu absurd anmutenden Fragespielen, die aber von einer großen Nähe und Zugewandtheit zeigen, fort.
Als Vince und Co. erfahren, dass es zu Laurence Sternes Werk „Tristram Shandy“ ein 10. bislang unveröffentlichter Band existieren soll, wenden die Enthusiasten viel Zeit und Energie für die Suche nach dem möglicherweise existierenden Manuskript auf.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist temporeich, spielerisch und dabei nie selbstverliebt. Orths experimentiert mit der Sprache und lässt dabei die Kinder der Familie Bär Worte erfinden.
Die Charaktere sind herrlich skurril. Selbst Nebendarsteller wie die rätselhafte Thailänderin Natcha, Fat Wayne oder Morton Minelli sind fein gezeichnet.
Leser die Freude am Lesen sowie der Sprache haben, wird dieser Roman gefallen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman, der eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens ist, 4 Sterne.
Für einen ausgewiesenen Fan von Lawrence Sterne gibt es zu einem bestimmten Termin im Jahr nichts anderes als nach England zu reisen, um dem großen Autor zu huldigen. Victor trifft sich mit einigen Gleichgesinnten. ...
Für einen ausgewiesenen Fan von Lawrence Sterne gibt es zu einem bestimmten Termin im Jahr nichts anderes als nach England zu reisen, um dem großen Autor zu huldigen. Victor trifft sich mit einigen Gleichgesinnten. In diesem Jahr ist allerdings einiges anders, denn ein Fremder behauptet, er habe das zehnte Buch des Tristram Shandy. Das ist eine Sensation, Gerüchte gab es schon, aber sollte das wahr sein. Das Buch muss unbedingt her. Natürlich hat es seinen Preis, den Victor und seine Freunde nicht bezahlen können. Was also tun? Zunächst brauchen sie einen Beweis über die Echtheit des Werkes.
Victor und seine beiden Geschwister sind Teil einer ungewöhnlichen Familie. Bücher spielten in ihrem Leben immer eine große Rolle. Allerdings verschwand ihre Mutter spurlos als sie noch Kinder waren. Der Vater hatte Mühe, diesen Verlust zu überwinden. Und irgendwie mussten die Kinder die richtigen Worte finden, um die Verbindung zu ihrem Vater zu stärken. Die Schwester leistet als Physikerin ihren Beitrag in der Forschung und der Bruder ist als Filmschaffender im Geschäft. Ja, und Victor, dem der einzige Roman des Lawrence Sterne so viel bedeutet. Und nun diese Chance, diese Möglichkeit einer Fortsetzung des Tristram Shandy.
Dieser Roman ist durchaus ungewöhnlich, er verbindet eine turbulente, manchmal etwas tragische, aber auch eine humorvolle Familiengeschichte mit der großen Liebe zu einem außergewöhnlichen Werk der klassischen Literatur. Auch wenn man selbst vielleicht eher zu den Lesern oder Leserinnen gehört, die den Shandy nicht beendet haben, so kann man die Liebe zu den Büchern doch sehr gut nachempfinden. Und auch die Erzählung um die Geschwister fesselt, sie mussten mit dem frühen Verlust klarkommen, mit der Veränderung, die ihr Leben geprägt hat. Und sie sind zu herausragenden Persönlichkeiten geworden. Der Roman sprüht vor Ideen, manchmal etwas überdreht, aber doch gelingt ein toll ausbalanciertes Werk. Der Ideenreichtum des ganzen Romans spiegelt sich auch in der auffälligen Gestaltung des Buchumschlags wieder.