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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2023

Ethische Zwickmühle

WEIL.
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Ich bin ganz ehrlich, die 120 Seiten haben bei mir die Frage aufgeworfen, wie so ein kleines Büchlein Spannung und Intensität aufbauen will. Und was soll ich sagen: ich bin total überrascht, wie gut es ...

Ich bin ganz ehrlich, die 120 Seiten haben bei mir die Frage aufgeworfen, wie so ein kleines Büchlein Spannung und Intensität aufbauen will. Und was soll ich sagen: ich bin total überrascht, wie gut es diesem Buch gelungen ist mich abzuholen und in seinen Bann zu schlagen. Ein Buch, dass wichtige Fragen aufwirft und ratlos, aber gebannt zurücklässt.

Zum Inhalt: fünf Freunde und ein Haus auf dem Land. Was als Lernwochenende vor dem Abitur beginnt wird schnell zum Albtraum, als sie einen Anhalter mitnehmen. Und schnell werden die Freunde mit den Folgen ihrer Handlungen konfrontiert.

„Weil.“ ist ein Jugendbuch und kommt in einem für mich sehr neuartigen Design daher, da der Einband aus dicker Kartonage gestaltet ist. Das Cover würde ich als minimalistisch beschreiben, es passt gut zum Buch und zur Handlung. Die Geschichte fackelt nicht lange und kommt direkt auf den Punkt, die Figuren werden kurz und knapp eingeführt, dann startet die Geschichte direkt in die Haupthandlung. Es gibt keine unnötigen Ausschmückungen, die Geschichte ist auf das wesentliche beschränkt , was eindeutig ihren Reiz ausmacht.

Die Handlung ist in ihrer Einfachheit sehr spannend gestaltet und wirft wichtige Fragen auf. Es geht dabei um moralische Grundsätze der Gesellschaft, ethische Fragen werden immer wieder aufgeworfen und angerissen, ohne Antworten zu finden und automatisch beschäftigt sich dadurch auch der Leser mit ihnen. Ich finde die Handlung bietet eindeutig Gesprächsgrundlagen und Denkansätze und ist dadurch nicht nur für Jugendliche relevant.

Ich weiß gar nicht was ich mir genau von diesem Buch erwartet hatte aber wurde absolut überrascht und mitgerissen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es sowohl unterhalten, als auch zum nachdenken angeregt hat. Das Nachwort des Autors fasst es für mich gut zusammen. Simpel und doch raffiniert- sehr lesenswert

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Veröffentlicht am 08.02.2023

ganz schön schwermütig

Whitestone Hospital - Drowning Souls
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Mit „Drowning Souls“ ist der zweite Band der Whitestone Hospital Reihe von Ava Reed erschienen. Das Buch knüpft unmittelbar an das Ende von Band 1 an, was man deswegen unbedingt vorher lesen sollte. Ähnlich ...

Mit „Drowning Souls“ ist der zweite Band der Whitestone Hospital Reihe von Ava Reed erschienen. Das Buch knüpft unmittelbar an das Ende von Band 1 an, was man deswegen unbedingt vorher lesen sollte. Ähnlich wie bei Grace Anatomy schlittern die Charaktere hier gefühlt von einer Katastrophe in die nächste und obwohl es sich um einen Liebesroman handelt ist der Tenor der Geschichte eher schwermütig.

Zum Inhalt: nach einer Gasexplosion im Whitestone Hospital liegen die Nerven blank. Das Team hat einen Kollegen verloren, vier weitere erholen sich von ihren Verletzungen. Unter ihnen auch Mitch Rivera, der Verbrennungen zweiten Grades davongetragen hat. Und Sierra gibt sich die Schuld daran. Weil sie nicht schnell genug war, nicht gut genug. Und trotzdem klopft ihr Herz unaufhörlich schneller, wenn sie auf Mitch trifft.

Die Aufmachung der Reihe ist einfach wunderschön und ich mag das Konzept, dass die Bücher direkt aneinander anschließen, aber andere Pärchen in den Fokus stellen. Trotzdem komme ich mir ein bisschen so vor als würden wir von einer Katastrophenepisode in die nächste rutschen. So endet Band 2 tatsächlich wie er begonnen hat: mit einem tragischen Unfall, der als Cliffhanger offen gelassen wird und schon das Drama für Band 3 einleitet.

Tatsächlich hat mir in diesem Band ein bisschen die Leichtigkeit gefehlt, die ich an Band 1 so geschätzt habe. Es geht hier viel um persönliche Unsicherheiten und Ängste, um Schuld und Schuldgefühle. Das wird auch toll in die Handlung eingearbeitet und sehr nahbar durch die Charaktere umgesetzt, aber irgendwie ist es mir dadurch schwerer gefallen, die Liebesgeschichte zu genießen.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass es mir sehr gefallen hat Mitch und Sierra besser kennenzulernen und ich fand ihre Interaktionen und Zänkereien wirklich süß. Auch der Klinikalltag und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Sorgen sind wieder gut in die Rahmenhandlung integriert worden und wirkten auf mich recht authentisch.

Für mich Band 2 schwächer als Band 1 aber trotzdem sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Magisches Abenteuer

Die Chroniken von Lunis – Wächterin des Lichts (Die Chroniken von Lunis 1)
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„Die Chroniken von Lunis- Wächterin des Lichts“ ist der erste Band einer Fantasy-Trilogie für Kinder. Das Cover wirkt recht düster und auch wenn Finsternis hier im Buch eine recht große Rolle einnimmt, ...

„Die Chroniken von Lunis- Wächterin des Lichts“ ist der erste Band einer Fantasy-Trilogie für Kinder. Das Cover wirkt recht düster und auch wenn Finsternis hier im Buch eine recht große Rolle einnimmt, so habe ich die Geschichte selbst nicht als düster empfunden. Stattdessen ist es eine klassische gut gegen Böse-Geschichte, in denen Kinder quasi die Welt retten.

Zum Inhalt: Mia lebt in Nubis, einer Stadt, die der Dunkelheit verfallen ist. Die Zähmer des Dorfes kümmern sich aber darum, dass die Stadt den Schatten nicht erliegt. Als das Dorf erneut angegriffen und alle Zähmer gefangen genommen werden, gelingt Mia und ihren Freunden die Flucht. Ihre Mission ist klar: den Weg in die Hauptstadt zur Königin finden und um Hilfe bitten. Doch die Diener der Finsternis sind ihr bereits auf den Fersen.

Ich finde die Fantasy-Elemente sind in diesem Band noch echt überschaubar; die Welt ist an unsere angelehnt und der hauptsächliche Fantasy-Effekt besteht in den Umbra und der Tatsache, dass hier Gut gegen Böse bzw. Licht gegen Schatten kämpft und dabei ein Hauch Magie im Spiel ist. Die Sprache finde ich der Alters-Kategorie angemessen und leicht verständlich, auch das Worldbuilding ist für mein Empfinden recht simpel gehalten.

Was mich im Lesefluss ein bisschen gestört hat, waren die wissenschaftlichen Texte von Mias Mutter, die immer mal wieder zwischen den Kapiteln eingestreut wurden. Zudem fand ich, dass sie gar nicht unbedingt hilfreich oder notwendig waren, denn viele der Informationen konnte man sich grob aus dem Kontext der Geschichte erschließen, weshalb ich ihre Auswahl und Platzierung nicht so recht nachvollziehen konnte.

Ein weiteres Manko ist aus meiner Sicht, dass die Heldengruppe einfach nicht aus ihren Fehlern lernt. Die Bösen spüren die Flüchtigen auf, erläutern ihnen sogar, wie sie das geschafft haben und dann geht die ganze Geschichte nach erfolgreicher Flucht wieder von vorne los. Am Verhalten der Helden ändert sich aber nichts. Und dann ist man sehr überrascht die Bösen wieder auf den Fersen zu haben. Kinder mag das nicht stören aber ich habe mir ein Augenrollen nicht verkneifen können.

Ansonsten finde ich die Geschichte sehr ansprechend gestaltet. Es geht viel um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch um Mut und das Überwinden eigener Grenzen, wenn man sich Gefahren oder einer wichtigen Aufgabe stellt. Es gibt Kampf- aber auch Fluchtsituationen und die Helden müssen verschiedene Hindernisse überwinden, um ihre Stadt zu retten.

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Eddie Flynn gegen die Russen-Mafia

Zu wenig Zeit zum Sterben
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Mit "Zu wenig Zeit zum Sterben" ist nun endlich der erste Band der Eddie-Flynn-Reihe erschienen. Da die Bücher anachronistisch erscheinen, weiß man bereits einiges über den Anwalt und ehemaligen Trickbetrüger, ...

Mit "Zu wenig Zeit zum Sterben" ist nun endlich der erste Band der Eddie-Flynn-Reihe erschienen. Da die Bücher anachronistisch erscheinen, weiß man bereits einiges über den Anwalt und ehemaligen Trickbetrüger, nun erfährt man endlich mehr über seine Vergangenheit. In diesem temporeichen Thriller greift Flynn mal wieder tief in die Trickkiste und beweist, dass Köpfchen mehr Wert ist als Muskeln; diese aber auch nicht schaden.

Zum Inhalt: Eddie will kein Anwalt mehr sein und seine Ehe liegt am Boden. Seine Tage füllt er mit Alkohol oder dem Entzug von diesem. Da steht plötzlich die Russenmafia bei Eddie auf der Matte und zwingt ihn Olek Volchek in einer Mordanklage zu verteidigen- und eine Bombe in den Gerichtssaal zu schmuggeln. Als Druckmittel haben sie seine Tochter. Und Eddie muss alles aufbieten was er hat, um aus dieser scheinbar ausweglosen Situation herauszukommen.

Was mir an diesem Buch richtig gut gefallen hat, sind die vielen Rückblicke in Eddies Vergangenheit. Man erfährt nun endlich wie er Anwalt geworden ist und Richter Ford kennengelernt hat. Und Eddie reflektiert den Fall, der für ihn alles verändert hat. Dadurch sind auf einmal viele Situationen aus den anderen Büchern nochmal ganz anders nachvollziehbar und Eddie macht hier eine große charakterliche Entwicklung durch, die auch in den Folgebänden spürbar ist. Für mich ist dies das Buch in dem Eddie am nahbarsten wirkt.

Das Szenario ist gleichwohl schrecklich, wie unglaublich spannungsreich konstruiert. Cavanagh hat hier wirklich intelligent geplottet um seinem Protagonisten Eddie alles abzuverlangen, was dieser aufbieten kann. So ist das Buch eine gewitzte Mischung aus Eddies messerscharfem Verstand, geballter Muskelkraft in fast schon actionreichen Szenen und einer klugen Verstrickung von Eddies Netzwerk.

In diesem Buch passiert wirklich so einiges, sodass man schon aufpassen muss, um als Leser am Ball zu Ball zu bleiben. Aber Eddie bei dem zu beobachten was er kann, ist auch einfach wahnsinnig unterhaltsam.
Dieser Band ist vielleicht mein bisher liebstes Eddie-Flynn-Buch.

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Wie weit gehst du für dein Kind?

Die Herzchirurgin
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„Die Herzchirurgin“ macht durch das blutrote Cover allein schon einen furchteinflössenden Eindruck und auch der Inhalt steht dem mit einem temporeichen Plot und perfiden Wendungen in nichts nach. Ein spannender ...

„Die Herzchirurgin“ macht durch das blutrote Cover allein schon einen furchteinflössenden Eindruck und auch der Inhalt steht dem mit einem temporeichen Plot und perfiden Wendungen in nichts nach. Ein spannender Thriller, der die Protagonisten an ihre Grenzen treibt.

Zum Inhalt: Dr. Anna Jones ist eine Koryphäe auf ihrem Fachgebiet. Als sie einen aufstrebenden Politiker operieren soll, dringen bewaffnete Männer in ihr Haus ein und entführen ihren Sohn. Sie stellen Anna vor sie Wahl: den Politiker auf dem Operationstisch sterben lassen oder ihr Kind nie wiedersehen.

Ich finde es immer bemerkenswert, wenn Bücher komplett ohne Sympathieträger auskommen. Anna Jones ist eine strenge, kalte Frau die für ihren Job lebt, wodurch ihr Kind auf der Strecke bleibt. Zum äußersten getrieben legt sie jegliche moralische Grundsätze ab- eben weil sie es muss. Und obwohl sie eigentlich das Opfer in diesem Fall ist, ist sie auch ganz bewusst Täterin. Dieser Gewissenskonflikt, dem sie sich stellt ist sehr deutlich spürbar und immer präsent. Das gibt der Geschichte eine interessante Perspektive bei der man nie weiß, was man von Anna noch erwarten kann.

Die Geschichte ist relativ temporeich und macht einige Nebenschauplätze auf, von denen nicht alle vertieft werden. Und auch wenn ich den groben Rahmen ziemlich vorhersehbar fand, so passieren immer wieder Sachen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Das Ende kam ziemlich abrupt und bleibt einfach im Raum stehen ohne sich wie ein echter Abschluss anzufühlen.

Das Buch war spannend zu lesen und hatte zwischendurch immer wieder Pageturner-Qualität. Trotzdem hat für mich irgendwas gefehlt, damit auch der letzte Funke überspringt. Vielleicht fand ich es auch einfach unrealistisch, wie Anna die komplette Handlung quasi im Alleingang bestreitet und die Polizei gefühlt spielend überlistet.
Auf jeden Fall ein solider Thriller, der aber kleine Schwachpunkte hatte, die mich letztendlich doch gestört haben.

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