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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2022

Sommerliche Urlaubslektüre

Kein Sommer ohne dich
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„Kein Sommer ohne dich“ hat mir vom Cover her richtig gut gefallen, es ist bunt, sommerlich und macht richtig Lust auf das Buch. Außerdem schadet es nicht, dass es auf der New York Times Bestseller-Liste ...

„Kein Sommer ohne dich“ hat mir vom Cover her richtig gut gefallen, es ist bunt, sommerlich und macht richtig Lust auf das Buch. Außerdem schadet es nicht, dass es auf der New York Times Bestseller-Liste steht, denn meistens gefallen mir die Bücher dieser Liste ebenfalls.

Zum Inhalt: seit zehn Jahren verbringen die Collegefreunde Poppy und Alex den Sommer gemeinsam und nie ist Poppy glücklicher als in ihrer Zeit mit Alex. Als ein Streit die beiden entzweit herrscht zwei Jahre lang Funkstille, bis Poppy beschließt, dass sie ihrer Freundschaft und den Gefühlen, die sie für Alex hat, eine letzte Chance geben will. Eine letzte gemeinsame Reise um ihre angeknackste Beziehung ins Lot zu bringen. Doch kann sie ehrlich mit selbst sein- und mit Alex?

Was ich an diesem Buch so liebe ist, dass es kein klassischer Liebesroman ist, sondern hier vor allem auch diese innige Freundschaft zwischen Alex und Poppy im Vordergrund steht. Die Handlung spielt abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit, beginnend bei ihrem Kennenlernen vor 12 Jahren an der Uni. Chronologisch erfährt der Leser so von allen zehn Reisen, die Poppy und Alex gemeinsam erlebt haben und die Vergangenheit nähert sich der Gegenwart an, in der Poppy und Alex zwei Jahre nicht miteinander gesprochen haben. Der Leser lernt die Protagonisten dadurch so kennen, wie sie sich gegenseitig. Von anfänglicher Befremdlichkeit, über erste Gemeinsamkeiten, bis zu dieser tiefen, besonderen Verbindung, die die beiden haben. Das hat mir richtig gut gefallen, da es sehr authentisch wirkt und wirklich liebevoll erzählt ist.

Ich mag den Schreibstil und die Art von trockenem Humor, der Alex und Poppy verbindet. Die beiden können ganz offen miteinander reden, tauschen Gefühle und Gedanken aus. Dadurch lernt man auch als Leser wahnsinnig viel über die beiden Protagonisten. Beide hatten es in ihren Jugend nicht leicht und können beim jeweils anderen endlich so sein, wie sie wirklich sind, ohne sich verstecken zu müssen. Das verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe, die ich so bei einem leichten Sommerroman nicht erwartet hatte, aber unfassbar schön finde. Die Handlung kommt eher langsam in Schwung, was mich aber nicht stört, da die ruhige Art des Buches perfekt zum Inhalt passt.

Die ganze Geschichte wird aus Poppys Sicht geschildert, wodurch dem Leser schnell klar wird wo sie steht und was empfindet, während Alex Gedanken und Gefühle verborgen bleiben, es sei denn er offenbart sie Poppy. Dadurch habe ich richtig mit ihr mitgelitten und gegrübelt, was Alex wohl empfindet.

Mir hat die Geschichte und die Message dahinter wirklich gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.07.2022

Traue niemandem

Als das Böse kam
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„Als das böse kam“ hat ein total cooles Cover, das mich direkt angesprochen hat, weil es direkt irgendwas Bedrohliches ausstrahlt, ohne dass ich festmachen könnte, woran es liegt. Auch der Klappentext ...

„Als das böse kam“ hat ein total cooles Cover, das mich direkt angesprochen hat, weil es direkt irgendwas Bedrohliches ausstrahlt, ohne dass ich festmachen könnte, woran es liegt. Auch der Klappentext macht direkt neugierig, sodass ich mich sehr darauf gefreut habe, dieses Buch zu lesen. Und ich sollte diese Entscheidung nicht bereuen, denn den Verlauf, den die Geschichte nimmt, hätte ich niemals absehen können und war total überrascht vom Inhalt.

Zum Inhalt: die 16-jährige Juno lebt mit ihrer Familie auf einer kleinen Insel, die sie noch nie verlassen hat. Denn auf der anderen Seite des Sees lauert die Gefahr, die die friedliche Existenz der Familie bedroht. Die Kinder haben gelernt sich zu verstecken, wenn ein Fremder die Insel betritt. Bis Juno es eines Tages nicht schafft, rechtzeitig ins Haus zu gehen und gesehen wird. Die Welle von Ereignissen, die sie damit lostritt, soll das ruhige Familienleben schon bald erschüttern.

Woran ich mich anfangs gewöhnen musste, war die in meinen Augen sehr seltsame Sprache von Juno. Sie spricht wie aus der Zeit gefallen und mit einer kindlichen Naivität, die mich anfangs doch recht überrascht hat. Je mehr man über ihre Lebensumstände erfährt, desto passender ist das aber. Generell lebt die Familie in sehr einfachen Verhältnissen, abgeschottet vom Rest der Welt, was wahnsinnig zur beklemmend angespannten Atmosphäre im Buch beiträgt. Ich habe kurzzeitig an Endzeitromane oder derartiges denken müssen, war damit allerdings völlig auf dem Holzweg.

Das Leben der Familien ist von strengen Regeln und Abläufen geprägt, was ich total faszinierend fand und sich nicht so recht durch den vermeintlichen Grund rechtfertigen lässt. Als Leser wurde ich daher schnell misstrauisch und konnte auch den Rebellionsdrang der Kinder total nachvollziehen.

Die Geschichte entwickelt sich schnell in eine völlig andere Richtung als erwartet, was mir sehr gut gefallen hat. Ich lese viele Thriller und bin nur selten überrascht vom Inhalt. Für meinen Geschmack hätte die Handlung sogar gerne noch ein bisschen düsterer und rasanter sein können, denn es ist eigentlich alles vorhanden, um einen stimmungsgeladenen Thriller zu schaffen. Das Ende kam mir etwas zu schnell, zu wenig detailliert. Hier hätte ich mir gerne ein paar Seiten mehr gewünscht und vielleicht auch eine Zusammenfassung, die den ganzen „Fall“ nochmal beleuchtet, denn der Leser wird da ganz schön in der Schwebe hängen gelassen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, es war auf jeden Fall ganz anders als erwartet und ich hatte viel Freude an der Lektüre. Für mich war es kein rasanter Gänsehaut-Thriller, aber eine spannende Geschichte, die mich gut unterhalten hat. Es ist mir sehr leichtgefallen, mit Juno mitzufiebern und für sie zu hoffen. Solides Werk, den Autor werde ich gerne auf dem Schirm behalten.

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Veröffentlicht am 04.07.2022

Fesselnder Roman

Die Hennakünstlerin
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Henna ist eine Kunstform, die auch heute noch viel mit Tradition verbunden wird, sich aber auch außerhalb von Religion und Kultur wachsender Beliebtheit erfreut. „Die Hennakünstlerin“ greift dieses faszinierende, ...

Henna ist eine Kunstform, die auch heute noch viel mit Tradition verbunden wird, sich aber auch außerhalb von Religion und Kultur wachsender Beliebtheit erfreut. „Die Hennakünstlerin“ greift dieses faszinierende, intime Ritual auf und bindet es in einen packenden Gesellschaftsroman ein.

Zum Inhalt: Nachdem Lakshmi vor ihrem Ehemann weggelaufen ist und ihre Familie damit hinter sich gelassen hat, schlägt sie sich als Hennakünstlerin durch. Durch ihr Talent hat sie sich einen hervorragenden Ruf und festen Kundenstamm erworben, aber Lakshmi hat noch höhere Ziele im Auge. Das unerwartete Auftauchen ihrer jüngeren Schwester bringt nicht nur ihren Tagesablauf, sondern ihr gesamtes Leben ins Schlingern.

Zuallererst mal, großes Lob für die ganzen Extras. Anfang findet sich ein Personenregister, hinten im Buch werden die verwendeten Vokabeln erklärt und es sind sogar Rezepte abgedruckt. Das hat mir echt gut gefallen und dazu beigetragen, dass mir der Einstieg ins Buch und die Lektüre leicht gefallen ist. Viele Vokabeln konnte man sich aus dem Kontext erschließen, sodass ich nicht jedes Mal geblättert habe, sondern eher hinterher nochmal in den Begriffen gestöbert habe. Das Buch hat sich gut lesen lassen, trotz der eingestreuten Fremdwörter. Es ist ansonsten sehr leicht und verständlich geschrieben.

Lakshmi ist eine interessante Protagonistin und die Art wie sie ihr eigenes Schicksal bestimmt, hat mir sehr gut gefallen. Informationen zum indischen Kastensystem, Regierung und Traditionen sind gut in der Handlung eingeflochten und verleihen ihr Authentizität, ohne trocken zu sein. Besonders Lakshmis Hennamotive sind sehr bildhaft beschrieben, sodass ich sie mir gut vorstellen konnte.

Interessanter als die Hennakunst war für mich Lakshmis Nebengewerbe als Kräuterkundlerin. Mit Spannung habe ich verfolgt, wie sie durch Pflanzen ihre Wunder gewirkt hat und fand das Thema allgemein sehr interessant. Man erfährt dadurch auch viel über Lakshmis Kundinnen und das Sozialsystem in Indien.

Insgesamt war die Handlung ab der Ankunft von Lakshmis Schwester ziemlich vorhersehbar. Finde ich nicht wirklich schlimm, hätte mir aber noch einen überraschenden Twist oder so gewünscht. Nicht ganz glaubwürdig fand ich allerdings den Grund warum Lakshmis Karriere ins Stolpern gerät, eben aufgrund des vorherrschenden Kastensystems hätte sie die Gunst der Maharashtri doch davor schützen müssen. Das war für mich wenig nachvollziehbar.

Mir hat das Buch trotzdem richtig gut gefallen. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 01.07.2022

Real Love im Fake TV

Catching up with the Carters - In your eyes
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Trash TV ist ja so ein Guilty Pleasure von mir, ich kann bei Datingsendungen aller Art einfach nicht wegschalten und am schönsten sind Bachelor und Co, wenn man sie gemeinsam mit Freunden suchtet und totanalysiert. ...

Trash TV ist ja so ein Guilty Pleasure von mir, ich kann bei Datingsendungen aller Art einfach nicht wegschalten und am schönsten sind Bachelor und Co, wenn man sie gemeinsam mit Freunden suchtet und totanalysiert. „Catching up with the Carters“ ist eine Mischung aus Bachelor und Kardashians- Trash TV im Buch-Format. Ich liebe es. Und mittendrin versteckt sich eine gar nicht mal so trashige Liebesgeschichte, die mir gut gefallen hat.

Zum Inhalt: Aphrodite ist die Tochter der Fernseh-Familie „Die Carters“ und bereits ihr gesamtes Leben hat sie vor der Kamera gelebt, die jeden ihrer Schritte- und auch Fehltritte- festgehalten haben. Dabei würde sie eigentlich viel lieber hinter der Kamera stehen. Als sich die Chance bietet am Set von „Celebrities in love“ als Regieassistenz zu arbeiten, nutzt sie die Chance um sich eine eigene Karriere aufzubauen. Doch dann taucht Garret am Set auf, Sohn der konkurrierenden Fernsehfamilie „Die Edwards“ und Aphrodites erste Liebe, die sehr unglücklich endete.

Die Geschichte wir aus den wechselnden Perspektiven von Aphrodite und Garret erzählt, was ich sehr gelungen finde. Zwischenzeitlich erinnern sich beide auch an Erlebnisse aus der Vergangenheit, sodass man noch mehr von der Hintergrundgeschichte erfährt, die hinter der Beziehung der beiden steckt. Die Ich-Erzähler finde ich hier gut gewählt, weil Gedanken und Gefühle eine wichtige Rolle spielen und für den Verlauf der Handlung essenziell sind.

Es gibt natürlich durch den Reality TV-Charakter der Handlung viel künstlich erzeugtes Drama, viel wird übertrieben inszeniert und es wird künstlich Streit erzeugt, wer das nicht abkann, der sollte das Buch vielleicht nicht lesen. Ich fand das provozierte Drama eigentlich sehr unterhaltsam und es bietet einen guten Kontrast zur Liebesgeschichte, die hinter all der Fake-Show deutlich realer wirkt. Das Buch versucht durch die Beziehung und Reflektion der beiden Protagonisten Tiefe zu erzeugen, was aber nur teilweise gelingt, insgesamt bleibt die gesamte Handlung eher oberflächlich, echte Konfrontationen gibt es keine. Hat mich bei dieser Geschichte aber nicht gestört, da ich es auch nicht erwartet hatte und der Unterhaltscharakter auf jeden Fall gegeben war.

Die Liebesgeschichte fand ich an sich gut umgesetzt, auch wenn vermutlich vieles leichtes gewesen wäre, wenn die beiden Protagonisten einfach mal miteinander geredet hätten, aber gut, das ist ja meistens so. Ich mochte die Chemie zwischen den beiden und dieses stumme Verständnis, dass auch nach der Funkstille direkt wieder da war. Der letzte Funke hat allerdings einfach gefehlt, daher 4 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 30.06.2022

Großartiger dritter Band der Reihe

The Feeling Of Forever
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Ich habe die St.-Clair-Campus-Reihe von Yvy Kazi damals eher zufällig entdeckt und war bereits vom ersten Band absolut hingerissen. Ich liebe einfach amerikanische Campus-Geschichten und Yvy Kazi hat mit ...

Ich habe die St.-Clair-Campus-Reihe von Yvy Kazi damals eher zufällig entdeckt und war bereits vom ersten Band absolut hingerissen. Ich liebe einfach amerikanische Campus-Geschichten und Yvy Kazi hat mit Fair Haven ein echtes zu Hause geschaffen, mit vielen bezaubernden Orten und liebenswerten Charakteren, sodass ein weiteres Buch der Reihe lesen, sich für mich wie nach Hause kommen anfühlt. Die Bände sind unabhängig voneinander lesbar, ich empfehle allerdings die Bücher der Reihe nach zu lesen um die Verbundenheit mit dem Ort und den Leuten entsprechend zu nachzuempfinden.

Zum Inhalt: Die Otters brauchen einen neuen Cornerback. Leider entpuppt sich dieser ausgerechnet als Pennys One-Night-Stand aus L.A., was sie schockiert feststellen muss, als sein Wagen direkt vor ihrem liegen bleibt. Und dann ist da auch immer noch dieselbe Anziehung, die sie schon in L.A. gespürt hat. Doch Cameron kann es sich nicht leisten, sich in Penelope Perez zu verlieben, denn er hat eine Tochter, die für ihn an erster Stelle steht. Und auch ihre sozialen Unterschiede scheinen zwischen ihnen zu stehen.

Camerons Auftreten wurde ja bereits im vorherigen Band angeteasert und schon da fand ich ihn und seine Tochter Lucy super sympathisch. Dieser Eindruck wurde im Buch jetzt nur verstärkt. Ich finde es toll, dass die Figuren alle so verschieden sind und ganz unterschiedliche Background-Geschichten haben. Penny war bisher ja eher eine Randfigur und durch ihr ganzes Auftreten eher weniger sympathisch, aber in diesem Buch macht sie eine 180 Grad Wende, finde wieder zu sich selbst zurück und hat den Mut sich ihren Eltern und deren völlig überdrehten Erwartungen zu stellen. Sie steht für sich ein und kämpft für das was sie will, auch wenn sie andere damit vielleicht enttäuscht. Ich finde damit hat sie echt Vorbild-Charakter. Ich finde es toll, dass sie sehr menschliche Fehler macht, sich auch mal einen Fauxpas leistet, ihr moralischer Kompass ihr aber am Ende den richtigen Weg zeigt.

Ich fand es toll an altbekannte Orte der Reihe zurückzukehren und die Figuren wiederzutreffen, die ich bereits ins Herz geschlossen hatte. Trotzdem hat es mir gut gefallen, dass die Handlung auch ein bisschen aus Fair Haven heraus verlegt wurde. Es zeigt, dass weggehen nicht schlimm sein muss und Heimat kein Ort, sondern ein Gefühl und geliebte Menschen sind, egal wo sie sich aufhalten.

Ich liebe diese Reihe und ich hab es in den vorherigen Rezensionen sicher auch schon gesagt und sage es wieder: es wird Zeit für ein Buch über Bo! Ich will mehr von dieser Reihe, von diesen Figuren, die ich inzwischen als meine Freunde betrachte!

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