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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2025

ganz schön konfus

Nowhere Heart Land
1

Ich habe die Idee dieser Geschichte sehr geliebt: Cover, Titel, Klappentext und Leseprobe waren absolut mein Ding und ich wollte dieses Buch so unbedingt lesen. Die Geschichte selbst hat mich dann aber ...

Ich habe die Idee dieser Geschichte sehr geliebt: Cover, Titel, Klappentext und Leseprobe waren absolut mein Ding und ich wollte dieses Buch so unbedingt lesen. Die Geschichte selbst hat mich dann aber irgendwie doch verloren, von diesem London-Citygirl-goes-Kleinstadt ist schnell nicht mehr viel übrig und sowohl Geschichte als auch Protagonistin sind mir immer wieder entglitten.

Den Schreibstil habe ich als fordernd empfunden. Die endlos langen Sätze in denen sich Rosas Gedanken überschlagen erzeugen Hektik, eine Spirale aus Träumereien, Vermutungen, Realitätsfluchten. Rosa bewegt sich irgendwo zwischen ihrer Vergangenheit im Internat und einer alternativen Realität, die leichter zu ertragen ist, als die Tatsache, dass sie es scheinbar ziemlich verbockt hat.

Rosa steigert sich einfach in alles übermäßig rein und bringt sich dadurch kontinuierlich in Schwierigkeiten. Sie hat Probleme Grenzen zu setzen und ein Nein von ihrem Gegenüber zu akzeptieren. Gleichzeitig scheut sie Konfrontationen, wenn es um die Konsequenzen ihres Handelns geht. Damit ist sie eine schwierige Protagonistin, mit der ich einfach nicht warm geworden bin

Da sie so aufgewühlt und überemotional ist fällt es manchmal schwer Rosas Gedankengängen zu folgen. Zudem ist nicht ganz klar, welches Motiv sie bei all ihrem Handeln eigentlich verfolgt, sie scheint sich immer mehr in ihrem Wahn zu verrennen. Die ganze Geschichte hat so einen theatralischen Ton, der nicht unbedingt mein Fall ist, aber hervorragend zur Protagonistin passt. Die ganze Szenerie entgleitet gefühlt immer mehr.

Die Geschichte ist eine Art abstrakte Sinnsuche, ein Aufarbeiten von Rosas Kindheit und der unkonventionellen Beziehung zu ihrer Mutter, die viel zu früh verstarb und gleichzeitig wahnsinnig viel Raum einnimmt. Es ist eine Geschichte über Freundschaft; Familie und darüber, den Halt zu verlieren. Ein bisschen liest sich dieses Buch für mich wie ein Fiebertraum. Kann nicht unbedingt sagen, dass mir dieses Buch im klassischen Sinne gefallen hat, aber irgendwie hat es was und irgendwie bleibt man dann eben doch daran kleben.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Die Facetten von Trauer

Endlosschleifentage
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„Endlosschleifentage“ war ein Buch, das mich zur passenden Zeit gefunden und mich auf verschiedene Art angesprochen hat. Trauer ist etwas super individuelles und daher finde ich das immer schwer authentisch ...

„Endlosschleifentage“ war ein Buch, das mich zur passenden Zeit gefunden und mich auf verschiedene Art angesprochen hat. Trauer ist etwas super individuelles und daher finde ich das immer schwer authentisch abbildbar. Aber dieses Buch schafft da einen geschickten Spagat und bildet einfach verschiedene Facetten von Trauer ab, was ich gut gemacht fand.

Der Einstieg in die Geschichte war ungewöhnlich, aber sehr passend: sie beginnt auf einem Friedhof. Und zwar mit einer ziemlich unkonventionellen Begegnung- kann es Meet-Cutes bei Beerdigungen geben? Man weiß es nicht. Und trotzdem ist das der Beginn von etwas. Das hier ist keine Liebesgeschichte, es ist aber auch keine klassische Trauergeschichte. Viel mehr ist es eine Geschichte über zwei Freundschaften, drei Leben, Vergangenheit und Gegenwart und eine Zukunft, die man ohne diejenigen bestreiten muss, die man liebt.

Ich fand das Beziehungskonstrukt David-Katha-Kinga eher undurchsichtig. Was David und Kinga haben wirkte in der Gegenwartshandlung sehr wertvoll, während die gemeinsame Vergangenheit hauptsächlich von Katha und einer gegenseitigen Entfremdung geprägt war. So ein bisschen hat mir hier der rote Faden gefehlt worauf das ganze hinauslaufen soll. Andererseits hat das Leben ja auch keinen roten Faden, also durchaus auch irgendwie authentisch.

Den Erzählton mochte ich sehr, eher ruhig und gefestigt, aber geprägt von Davids kleinen Ausbrüchen. Es werden hier insgesamt ein paar schöne Szenen und Bilder geschaffen und vor allem das Geschwisterpaar Marie und Franz, die anfangs noch etwas deplatziert wirkten, tragen erheblich zur Leichtigkeit und zum Unterhaltungswert der Geschichte bei.

Ich habe mich an einigen stellen im Buch tatsächlich auch ertappt gefühlt und mich in bestimmten Verhaltensmustern von David und Kinga wiedergefunden, was die Geschichte für mich einfach sehr nahbar gemacht hat. Hat mir unterm Strich gut gefallen, auch wenn einiges eher offen bleibt und es keinen klaren Abschluss gibt.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Verloren auf hoher See

Die Yacht
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Locked in auf hoher See hörte sich für mich erstmal nach einem spannenden Setting für einen Thriller an. Ich mag zwar diese reichen, prolligen Freundesgruppen normalerweise nicht, aber diese war doch divers ...

Locked in auf hoher See hörte sich für mich erstmal nach einem spannenden Setting für einen Thriller an. Ich mag zwar diese reichen, prolligen Freundesgruppen normalerweise nicht, aber diese war doch divers genug angelegt, um interessant zu sein, auch wenn für mich kein echter Sympathieträger dabei war. Die Geschichte wird aus der Sicht von Hannah erzählt, die eine Art Außenseiterposition innerhalb der Gruppe innehat. Das war fast ein bisschen klischeehaft, aber ok, kann man machen. Zumindest gibt sie den elitären Schnöseln ordentlich kontra.

Und obwohl die Geschichte relativ flott an den Punkt kommt, wo man als Leser schon ahnt, dass das ganze auf eine Tragödie zusteuert, kam eher gemäßigt Spannung auf. Es geht viel um die Dynamik und das Machtgefüge innerhalb der Gruppe, die mit Zunahme der Strapazen auf hoher See zu kippen droht.Dabei kommen einige Geheimnisse ans Licht, die die einzelnen Gruppenmitglieder nicht unbedingt ins beste Licht rücken.Da ist jetzt nichts super dramatisches dabei, eher so die Themen rund um Freundschaft, Liebe und Geld, die man in solchen Büchern immer wieder findet.

Bei Büchern wie diesem wartet man ja immer irgendwie auf den Kipppunkt, den Moment an dem alles eskaliert. Ich habe auch bei diesem Buch auf den Moment gewartet an dem der perfide Plottwist stattfindet, der die niederen Motive offenbart. Deswegen weiß ich nicht ob mich das Ende ernüchtert hat oder ob ich es tatsächlich genial geplottet fand.

Das Buch liest sich flüssig und kurzweilig, trotzdem ist bei mir einfach der Funke nicht so richtig übergesprungen. Mir fehlte einfach etwas, dass dieses Buch aus der Masse ähnlicher Romane heraushebt.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Wichtiges Thema eindringlich erzählt

Kill the Truth – Eure Lügen, meine Schuld
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Bücher über Rassismus, gegen Vorurteile und für mehr Toleranz kann es ja eigentlich nie genug geben und ich finde dieses hier einfach sehr zeitgemäß, auch für junge Leser ansprechend tatsächlich auch sehr ...

Bücher über Rassismus, gegen Vorurteile und für mehr Toleranz kann es ja eigentlich nie genug geben und ich finde dieses hier einfach sehr zeitgemäß, auch für junge Leser ansprechend tatsächlich auch sehr spannend geplottet, ohne dass der Botschaft den Ernst und die Tiefe nimmt. Fand ich richtig gut, finde solche Bücher sollten eher in Schulen verlesen werden als manch veralteter Schinken.

Ein bisschen bedient das Buch natürlich auch bekannte Klischees, spielt aber auch auf sehr charmante Art damit, z.B. als einer von Amirs Schulkollegen als Carlton Banks bezeichnet wird. Ich mag ja so kleine Anspielungen, die dem ganzen ein bisschen raffinierte Leichtigkeit geben. Amirs Familienverhältnisse sind dann auch ein gutes Sinnbild dafür, wie es in der Gesellschaft aussieht: als POC kann man akzeptiert sein, wenn man es zu etwas gebracht hat, Geld hat, Einfluss hat. Ohne das, sind die Bedingungen deutlich schwerer, man hat stärker mit Vorurteilen und Vorverurteilungen zu kämpfen. Besonders eindrücklich fand ich dabei das von Amir angeführte Beispiel "was denkst du, wenn du in eine Polizeikontrolle kommst". Das Buch trifft da schon den Nerv der Zeit.

Den integrierten Kriminalfall fand ich schon auch super interessant, vor allem weil er in eine völlig andere Richtung führte, als zunächst von mir angenommen. Das fand ich richtig gut gemacht, sehr wendungsreich und durchaus mitreißend. Über das Ausmaß dessen, welche Größe und Brisanz der Fall annimmt war ich überrascht und schockiert.
Das hier ist eine richtig gute Geschichte über Klassenunterschiede, Integration und Rassismus, aber auch über Familie, Freundschaft und gesellschaftlichen Rollenbildern.

Fand ich richtig gut, klare Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Geschickter Romantic Suspense mit Whodunnit-Elementen

Beauty must die
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Ich habe bisher nur Romantasy von Kira Licht gelesen und fands richtig cool, dass sie mit diesem Buch in die Romantic Suspense Richtung geht. Dieses beschauliche Südstaaten-Setting, wo viele Geheimnisse ...

Ich habe bisher nur Romantasy von Kira Licht gelesen und fands richtig cool, dass sie mit diesem Buch in die Romantic Suspense Richtung geht. Dieses beschauliche Südstaaten-Setting, wo viele Geheimnisse verborgen liegen, hat mich auf jeden Fall total angesprochen.

Mae erinnert mich ein bisschen an Pippa aus „A good girls guide to murder“, nur dass Mae eben kein Good Girl ist. Wobei man ihr die vorbestrafte Rotzgöre, als die man sie gern hinstellt, auch nicht abkauft. Die Verstrickungen mit einem schwierigen Elternhaus und dem Geheimnis um Mae Mutter fand ich fand ein bisschen überladend. Es werden dadurch einfach viele nebenschauplätze aufgemacht, die es aber gar nicht gebraucht hätte. Denn die Haupthandlung rund um Shirley, ihren mysteriösen Tod und die dunklen Geheimnisse im Ort waren schon völlig ausreichend um Spannung zu erzeugen.

Ich fands richtig gut gemacht, wie hier an jeder Stelle Misstrauen in der Luft liegt und anscheinend alle etwas zu verbergen haben. Denn obwohl jeder im Ort Shirley kannte und sie so etwas wie das lokale beliebte, schöne Mädchen war, haben ihr viele gegrollt, was relativ schnell so einige Verdächtige auf den Plan ruft.

Das Ende war ja mal ein absoluter Knaller und völlig anders als erwartet. Also wow, wirklich. Bin richtig geschockt. Mir so einer Wendung hatte ich echt überhaupt nicht mehr gerechnet.
Hat mir tatsächlich richtig gut gefallen, gerne mehr davon.

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