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Dani_Lisbeth

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Diesen verstrickten Krimi zu lesen tut nicht weh

Wollwut
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Im kleinen Örtchen Madlfing gibt es nun im zweiten Band schon den MHKC, einen Club handarbeitender Damen, die gerne auch Detektivinnen spielen. Gemeinsam mit Wollladenbesitzerin Ariadne geht es für ein ...

Im kleinen Örtchen Madlfing gibt es nun im zweiten Band schon den MHKC, einen Club handarbeitender Damen, die gerne auch Detektivinnen spielen. Gemeinsam mit Wollladenbesitzerin Ariadne geht es für ein Wollfärbe- und Wellnesswochenende ins Hotel des Nachbardorfs. Und ausgerechnet dort und und an dem Wochenende wird in einem Moorbad eine Leiche gefunden, die zudem recht üble Verfärbungen ausweist.

Im zweiten Teil der Reihe kennt man nun schon die Hauptcharaktere und die sich entwickelnde Romanze zischen Woll- und Bücherladenbesitzerin Ariadne und Hauptkommissar Wellenstein ist wirklich nett zu lesen.
Dass der Kommissar Besuch aus der alten Heimat, dem Rheinland, bekommt und eben dieser die Damen des Ortes gehörig aufmischt, ist sehr unterhaltsam.
Insgesamt muss man sagen, dass das Buch sehr leicht zu lesen ist, stellenweise amüsante Szenen hat und man gut unterhalten wird.
Mir gefallen besonders die vielen farb- und wollbezogenen Titel der Kapitel und die Charaktere mit ihren schrulligen Eigenheiten.
Die eigentliche Kriminalgeschichte steht dem jedoch weit nach! Die Geschichte ist schon arg konstruiert und an den Haaren (oder Fäden?) herbeigezogen.

Insgesamt also eine leicht zu lesende Urlaubs- bzw. Strandlektüre, die unterhält und sprachliche Feinheiten besitzt. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht. Wer gerne strickt und sich auch beim Lesen einfach fallen lassen will, der findet Gefallen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein leiser Roman, der lange nachklingt

ZIMMER 706
3

Kate lebt in London, sie ist glücklich verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter. Und dennoch hat sie seit Jahren eine Affaire mit einem verheirateten Mann. Die Heimlichkeit dieser Treffen droht aufzufliegen, ...

Kate lebt in London, sie ist glücklich verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter. Und dennoch hat sie seit Jahren eine Affaire mit einem verheirateten Mann. Die Heimlichkeit dieser Treffen droht aufzufliegen, als das Hotel, indem sie sich aktuell treffen, von einem Terrorangriff betroffen ist. Kates Leben könnte bald vorbei sein – und sie räumt damit auf.

Ein Roman, der sicherlich Geschmacksache ist – aber meinen Geschmack hat er getroffen und mich tief bewegt.
Ellie Levenson gelingt es, in einer völlig unaufgeregten Sprache Bilder zu erzeugen. Sie schildert ehrlich und mit Humor die Geschichte einer Frau, die mitten in ihrem Leben steht. Die Gedanken von Kate werden erfahrbar und ihr Gefühlsleben erlebbar.
Es gibt nicht viel Aktion in dem Buch – man könnte die gesamte Geschichte in wenigen Worten zusammenfassen: Kate ist verheiratet, liebt ihren Mann und ihre Kinder, sie arbeitet und hat seit sechs Jahren eine Affaire. Nun trifft sie ihren Liebhaber und sitzt mit ihm schließlich in Zimmer 706 des Hotels fest, weil es dort einen Terroranschlag gibt. Die Situation bedroht Kates leben und droht zudem, ihr Geheimnis zu zerstören – und na In Rückblicken schildert Levenson Kates Leben; ihre Ehe, ihre Verluste, ihre Begegnungen mit dem Liebhaber und wie sich daraus die Affaire entwickelte. Der Leser erfährt darüber mehr über Kates Mann Vic und ihren Sexpartner James. Aber im Fokus bleibt immer Kate.
Wer laut Buchrücken „eine Liebesgeschichte, verpackt in einem Thriller“ wörtlich nimmt und erwartet, muss enttäuscht werden. Weder Küsse noch Blut werden verteilt.
Dafür aber gelingt es Levenson in den kleinen Dingen sehr liebevoll zu sein und die Spannung zu erhalten. Wie wird Kate mit der Situation umgehen? Für wen wird sie sich entscheiden? Wird sie ihrem Mann aus Liebe alles gestehen oder ihm aus Liebe nichts beichten?

Ich habe mich immer wieder darauf gefreut, das Buch zur Hand zu nehmen. Es hat mich regelrecht begleitet, vor allem auch in meinen Gedanken.
Zimmer 706 spielt in nur einem Hotelzimmer, kreist nur um eine Person und ihre engsten Bezugspersonen, bewegt sich in deren Leben in Rückblenden und Gedanken. Ein Roman, der also in vielerlei Hinsicht stark konzentriert und fokussiert ist. Und damit spiegelt er in der Story und dem Schreibstil genau das wieder, was die Geschichte von Kate möchte: Den Fokus richten auf das, was wir wollen, was uns wichtig ist und für das wir uns, wenn es darauf ankommt, entscheiden. Dieser Fokus ist und bleibt im Buch wie im Leben sehr individuell.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Wenig Miss Marple, aber viel Charme in einem echten Krimi-Klassiker

Mord im Pfarrhaus
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Mit Mord im Pfarrhaus beginnt die Reihe um die beliebte Laienermittlerin Miss Marple.
Im Pfarrhaus wird die Leiche von Kirchenvorsteher Colonel Protheroe aufgefunden. Er war mit dem Pfarrer verabredet, ...

Mit Mord im Pfarrhaus beginnt die Reihe um die beliebte Laienermittlerin Miss Marple.
Im Pfarrhaus wird die Leiche von Kirchenvorsteher Colonel Protheroe aufgefunden. Er war mit dem Pfarrer verabredet, der aber zu einem anderen Schäfchen seiner Gemeinde gerufen wurde.
Schnell melden sich gleich zwei Verdächtige, die sogar Geständnisse abgeben. Aber nicht nur Miss Marple, die günstig neben dem Pfarrhaus wohnt, ahnt, dass es weit mehr Menschen nicht schade um das Leben des Colonel finden. Sie beginnt sich ihre Gedanken zu machen…

Ich habe schon als Kind die Filme um Miss Marple geliebt und auch alle Bücher aus der damaligen Jugendreihe verschlungen. Nun war ich sehr gespannt, wie mir die Reihe im Original (auf Deutsch) gefallen würde.
Die Sprache ist tatsächlich sehr aus der zeit gefallen - etwas woran man sich zunächst gewöhnen muss, aber auch kann. Dann liest sich das Buch recht leicht, da es nicht zu kompliziert geschrieben ist.
Das halbe Dorf kommt in den Schilderungen vor - hilfreich sind hierbei Karten, die sich im Buch befinden.
Der Kriminalfall wird in Gänze aus Sicht des Pfarrers geschrieben. Das finde ich etwas schade, weil es meiner Meinung nach etwas unrealistisch ist, wie viele Informationen die ermittelnde Polizei auch mit dem Pfarrer teilt. Was ich weitaus mehr vermisst habe, ist Miss Marple. Sie taucht zwar immer mal wieder auf, ist aber eher eine Randfigur der Story, die dann aber plötzlich auf den letzten Seiten das ganze Rätsel lösen und entwirren kann.

Als Auftakt der Reihe ein solider Krimi mit viel altmodischem Charme. Leider kommt Miss Marple nicht zu der ihr zustehenden Hautrolle - aber das kann sich in der Fortsetzung der Bücher nich ergeben.
Ein echter Klassiker und schon deshalb das Lesen wert!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Unendlichkeit im Angesicht der Endlichkeit

Write Me for You
1

Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt ...

Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt man auch.

June ist erst 17 Jahre alt, als bei ihr eine Leukämie im Endstadium diagnostiziert wird. Sie glaubt, ihren Traum vom Schreiben, ihre erste Liebe und wahre Freundschaft nicht mehr erleben zu können, weil ihr die Zeit entrinnt. Ihre einzige Chance ist eine neue Studie, die eine Therapie speziell für jugendliche Krebserkrankte erforscht. June begibt sich auf die Reise zu der Ranch, auf der diese Therapie angeboten wird. Sie begibt sich zugleich auf die Reise ihres Kampfes gegen den Tod und damit der Reise ihres Lebens. Und sie schreibt sie auf, denn sie möchte Autorin werden.
Das Buch führt junge Lesende zu einem schweren Thema. Es erzählt von der Endlichkeit des Lebens und auch davon, dass die Krankheit Krebs nicht fair ist, sich nicht an Regeln hält. Auch junge Menschen sind betroffen und zu oft ist ein Leben einfach zu kurz.
Während „Write me for you“ mich gleich zu Anfang durch die wundervolle Sprache Coles mit den wirklich beeindruckenden sprachlichen Bildern sofort in seinen Bann zog, begeisterte es mich kurz darauf für eine Weile weniger: Das Leben auf der Ranch, die Jugendlichen in ihrer Bubble, die schnelle intensive Liebesgeschichte waren mir zu seicht, zu oberflächlich, zu rosarot.
Rückblickend muss ich aber zugeben, dass es wahrscheinlich genau das brauchte, um auch Jugendliche mit dem Thema einer lebensbedrohlichen Krankheit vertraut zu machen, ohne zu dunkel zu werden. Und mal ehrlich: Was erwartet man bei dem Cover – KEIN Rosarot?!?
Schließlich entfaltet sich Junes Geschichte zu einer wahren „Story in der Story“, die den Leser/die Leserin auffordert, sich gedanklich selbst einzubringen und zu entscheiden, welches welche ist. Eine wirkliche Glanzleistung, die mich tief beeindruckt hat.
Als Mutter konnte ich viel aus der Geschichte mitnehmen. Als Mensch kann dies bestimmt jeder von uns, wenn wir das Buch und sein Thema an uns heranlassen.
Allerdings wäre auch ein Mehr an Tiefgang, mehr Charakter und mehr Information möglich gewesen. Die Story hätte diesbezüglich definitiv mehr gekonnt.
Cole schreibt eine Romanze für jugendliche Leser:innen, die auch ein ernstes Thema aufgreift, wenn auch unter einem wirklich dichten zartrosa Schleier – für dieses Publikum auf jeden Fall eine Empfehlung!


Tillie Cole ist bekannt dafür, dass ihre Bücher die Leserschaft zu Tränen rührt und führt. Doch neben einer Packung Taschentücher für die Tränen, braucht man definitiv auch ein bisschen Schokolade fürs Herz beim Lesen dieses wundervollen YoungAdult-Romans.
Er erzählt die Liebesgeschichte von June und Jesse: eine Geschichte von intensiver Freundschaft und eine Geschichte über die eigene Kraft und auch die eigene Endlichkeit.
Thank you, Tillie Cole, that you „Wrote them for us“!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein Buch, das nur so sprüht vor Wortwitz, heißen Blicken und … Blut

A Killer Crush
6

Shailee Thompson lädt die Leserschaft in ihrem Debütroman A Killer Crush zu einer Mischung aus Romcom und Slasher ein. Denn Hauptfigur Jamie schreibt eine Dissertation über die Gemeinsamkeiten von Romcoms ...

Shailee Thompson lädt die Leserschaft in ihrem Debütroman A Killer Crush zu einer Mischung aus Romcom und Slasher ein. Denn Hauptfigur Jamie schreibt eine Dissertation über die Gemeinsamkeiten von Romcoms und Slasherfilmen – und wird, als sie ganz privat zu einem Speeddating geht, unfreiwillig zur Hauptfigur in einer Mischung aus genau diesen Genres.

Mich hat das Buch absolut abgeholt!
Der Schreibstil von Thompson ist unterhaltsam, kurzweilig und absolut witzig. Jedes Kapitel beginnt mit einem umgeänderten Filmzitat und macht schon dabei Lust, mitzurätseln, wie das Original lautet.
Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Jamie geht mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin zu einem Speeddating in eine alte Fabrik, die einmal ein Club war. Leider endet schon eines ihrer Dates damit, dass ihr Datingpartner es nicht überlebt. Anschließend sind alle Anwesenden im Gebäude eingesperrt und die Mordlust des Täters scheint keine Grenzen zu kennen. Aber auch die Liebeslust von Jamie nicht. Und dabei hat sie es gleich mit zwei Männern zu tun, aus deren Dates sich etwas entwickeln könnte. Neben heißen Avancen gilt es aber auch unter Hochdruck daran zu arbeiten, lebend aus dem Gebäude zu kommen.
Als Leserin konnte ich die ganze Zeit wunderbar in das Buch abtauchen und vor allem auch mitraten, wer wohl hinter all dem steckt. Spannend war es auf jeden Fall!
Kritisch zu sehen ist, dass nicht alles penibel realistisch ist – es wird schon sehr viel gemeuchelt und trotzdem viel Spice verströmt. Die Hauptfiguren zeigen vielleicht wenig Tiefe zeigen und die Story wirft nun auch nicht mit tiefgreifenden Erkenntnissen immer neue Aspekte auf. Aber all das habe ich auch weder bei Slasher noch bei Romcom erwartet. Von daher bin ich sehr glücklich, einfach total gut unterhalten worden zu sein – und das ist ja auch die wesentliche Gemeinsamkeit beider Genres.

Für mich also ein Roman, der Spannung, Liebe und sehr viel Humor mitbringt. Das Buch verbindet wirklich gut die Genres Romcom und Horror - ist daher aber auch nicht für jeden was. Für mich absolut ein Highlight in diesem Jahr!
Ich muss gestehen, ich habe einen killermäßigen Crush auf „A Killer Crush“ entwickelt und freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

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