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Veröffentlicht am 10.01.2020

Ein richtig guter historischer Roman!

Borgia - Die Verschwörung
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Achtung: Band 1 einer Trilogie!

Achtung: in diesem Buch werden Tiere misshandelt!


Rodrigo Borgia, besser bekannt als Papst Alexander VI. trauert um seinen Lieblingssohn Juan. Er will ihn um jeden Preis ...

Achtung: Band 1 einer Trilogie!

Achtung: in diesem Buch werden Tiere misshandelt!


Rodrigo Borgia, besser bekannt als Papst Alexander VI. trauert um seinen Lieblingssohn Juan. Er will ihn um jeden Preis rächen!
Doch wie kam es überhaupt zu diesem Mord? Wer hatte Grund Juan Borgia zu töten? Die Antwort: viele!


Das Buch ist aus der Sicht sehr, sehr vieler Charaktere beschrieben. Alle, die einen Grund hatten Juan zu ermorden kommen zu Wort. Man erfährt was für eine Art Mensch Juan war, was er alles getan und verbrochen hat. Die Charaktere schildern die jeweiligen Gründe, die sie dazu bewogen haben, Juan den Tod zu wünschen.

Was bei der Orientierung sehr hilfreich ist, ist zum einen der Stammbaum auf den ersten Seiten und das Personenverzeichnis, ebenfalls am Anfang des Buches.

Man muss dazu sagen, dass bis heute der Mord an Juan Borgia nicht aufgeklärt wurde. Man weiß, dass er mit Stichwunden übersäht und aufgeschlitzter Kehle im Tiber gefunden worden war, aber das war’s auch schon. Es gab viele, viele Verdächtige, darunter auch seine eigenen Geschwister und noch mehr Gründe in Juans eigenem Verhalten, die dazu geführt haben könnten. Er hatte sehr viele Feinde, mehr als die Familie an sich schon hatte.
Es ist überliefert, dass Juan von seinem Vater, dem Papst mit Geld, Ämtern und Titel überschüttet wurde und sein Liebling war und es ist auch bekannt, dass Juan ungeeignet für fast alle dieser Ämter und Titel war. Er floh in der Schlacht, er stieg mit jeder Frau ins Bett, die er wollte, er brüskierte jeden und war sehr aufbrausend.


Ich habe schon mehrere Bücher über die Borgias gelesen, ich finde diese Familie faszinierend. Es halten sich bis heute so viele Gerüchte, dass man einfach nicht weiß, wie viel Wahrheit darin steckt. Sie waren zu ihrer Zeit unglaublich mächtig, aber auch überall verhasst. Wie viel Wahrheit steckt also in den zahlreichen Gerüchten und wie viel entsprang nur dem Neid und Hass?

Ich fand das Buch sehr interessant. Durch die extrem vielen Wechsel und Sichtweisen muss man aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Man springt durch die Zeit und muss wirklich auf die Zeitangabe achten, die über jedem Kapitel und manchmal auch bei einem Ortswechsel zu finden ist.
Man springt durch die Zeit ziemlich wild hin und her, aber anders kann man nicht erreichen, was dieses Buch möchte: einen Überblick, wer alles ein Problem mit Juan Borgia hatte und ein Motiv. Die Verdächtigen sind zahlreich und man muss das Buch aufmerksam lesen, um sie alle im Kopf zu behalten und die Hinweise, die man oft nur in einem Nebensatz bekommt.
Ich persönlich mag es sehr gern, wenn ein Buch nicht sagt: der war’s! Sondern einem, wie hier, sämtliche Verdächtige präsentiert, die alle ein Motiv hatten und nur zu gern den Mord begangen hätten. Klar bezieht das Buch auch Stellung, lässt aber einiges offen. Mir gefällt das, gerade weil ja bis heute nicht bekannt ist, wer die Tat begangen hat. Man kann selbst rätseln, vermuten und sich für eine Variante entscheiden.

Das Buch wirkt extrem gut recherchiert. Es schafft etwas nahezu Unmögliches: die verworrenen Beziehungen und Verhältnisse der vielen italienischen Familien untereinander darzustellen, ohne, dass man total den Überblick verliert. Ich habe mich gut zurechtgefunden und habe das Buch sehr genossen.

Ja, es zieht sich stellenweise etwas, weil man nicht immer sofort versteht, warum das, was gerade erzählt wird wichtig ist, aber es lohnt sich dran zu bleiben, denn es ist letztlich wichtig.

Fazit: Ich lese sehr gerne historische Romane, aber oft rege ich mich auch über sie auf. Entweder ist die Sprache zu modern, oder es wird sehr viel umgedichtet, damit es zur gewünschten Geschichte passt. Hier hat man dieses Gefühl nicht. Mir hat die Lektüre sehr viel Spaß gemacht und gerade, weil das Buch nicht immer direkt Stellung bezieht, sondern so viele Verdächtige und Motive ins Spiel bringt, finde ich es äußerst interessant.
Es hat seine Längen, aber auch die sind wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Es wird nicht ein Ereignis herausgepickt und mit dem Finger drauf gezeigt: deswegen hasst XY Juan Borgia, sondern es geht um mehrere Ereignisse, die zusammenhängen. Man bekommt den Kontext erzählt und das ist unglaublich wichtig.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne. Ich bin schon sehr auf die weiteren Bände der Reihe gespannt und werde sie garantiert lesen!

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Veröffentlicht am 09.01.2020

Ein interessanter Anfang, aber für mich verliert sich die Protagonistin im Verlauf der Handlung

Unschuldig
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Achtung: In diesem Buch werden Tiere misshandelt!


Habt ihr schon einmal einen Brief an jemanden im Todestrakt geschrieben? Nein? Nun Sam auch nicht, bis sie über den Fall von Dennis eine Dokumentation ...

Achtung: In diesem Buch werden Tiere misshandelt!


Habt ihr schon einmal einen Brief an jemanden im Todestrakt geschrieben? Nein? Nun Sam auch nicht, bis sie über den Fall von Dennis eine Dokumentation sieht. Der damals 18-jährige wurde wegen Mordes verurteilt, obwohl, das sieht Sam sofort, die Beweislage lückenhaft ist. Sie ist besessen! Fieberhaft durchforstet sie Onlineforen und sucht nach neuen Hinweisen. Bald ist ihre Welt fast vollkommen auf Dennis und seinen Fall zusammengeschrumpft und die User der Foren ihre besten und einzigen Freunde. Dann fasst sie sich endlich ein Herz und schreibt Dennis. Er antwortet und ein reger Briefwechsel entsteht. Sam ist verliebt und Dennis, wie er sagt auch. Sam kämpft um seine Freilassung – erfolgreich. Doch kennt sie Dennis wirklich? Wer ist der Mann für dessen Freiheit sie wie besessen geschuftet hat?


Ich muss vorneweg schicken, dass ich persönlich mir nie vorstellen konnte, wie es sein kann, dass sich jemand durch Briefwechsel mit einem Mann im Todestrakt verliebt. Dieses Buch liefert dafür eine Erklärung, oder zumindest einen Einblick in so eine Beziehung. Sam schliddert da irgendwie rein. Ihr mittlerweile Ex-Freund hat so vieles an ihr kritisiert und bemängelt, Dennis tut das nicht. Er schreibt ihr wunderschöne Briefe, öffnet sich ihr und findet immer die richtigen Worte, wenn ihm Sam ihr Herz ausschüttet. Sie ist einsam und er ist das auch.

Sam hat sich bereits sehr schnell emotional angreifbar gemacht, indem sie Dennis ihr Herz ausschüttet. Ich weiß nicht, ob das daran lag, dass sie von seiner Unschuld überzeugt ist, oder daran, dass er im Gefängnis sitzt und sie dadurch keine Gefahr darin sieht.

Ich persönlich gehöre ja eher zu den vorsichtigen Menschen und habe mir immer wieder gedacht: „oje, das würde ich aber nicht schreiben!“ Ich denke man kann nur begrenzt nachempfinden, wie so eine Beziehung funktioniert. Aber man kann anhand des Buches schön sehen, wie Sam da hineinrutscht und emotional immer mehr an Dennis hängt.

Was ich schade finde ist, wie das Buch sich verändert, als Dennis freikommt. Ich kann verstehen warum, aber ich fand es vorher viel besser. Der Dennis aus den Briefen ist so anders, als der Dennis in Wirklichkeit. Er ist so kalt und hat scheinbar null Interesse an Sam in welcher Hinsicht auch immer.

Und die Frage bleibt bestehen: was passierte mit den anderen Mädchen, deren Leichen nie gefunden wurden? Die von denen alle sagen, dass Dennis sie getötet hat, obwohl er nie dafür vor Gericht stand? Er ist doch unschuldig, oder etwa nicht?


Ich finde das Buch nicht schlecht. Das Buch ist in drei Handlungsteile geteilt, im Buch sind es Handlungsorte. Zuerst geht es um Dennis, der scheinbar unschuldig in der Todeszelle sitzt und um Sam, die sich in ihn verliebt und für seine Freilassung kämpft, was ja auch gelingt.
Der zweite Teil dreht sich um Dennis und Sam als Paar, obwohl sie das irgendwie nicht sind. Da ist keine Nähe, kein gar nichts. Sam versucht sich das andauernd schön zu reden, aber scheinbar lässt sie Dennis komplett kalt.
Der dritte Teil dreht sich dann um den Verdacht, bzw. die Misstöne, die Sam wahrnimmt, als sie mit ihm in seinen Heimatort reist, um das Haus seines Vaters auszuräumen.

Die Idee fand ich gut, den Anfang auch, aber mir war Dennis, sobald man ihn „live“ kennengelernt hat unsympathisch. Das hat jetzt nichts mit Schuld oder Unschuld zu tun, sondern einfach mit seiner Art. Ich empfand ihn als eiskalt und gefühllos, zumindest Sam gegenüber.

Die Wendung und Auflösung hatte ich schon so erwartet. An sich sind sie nicht schlecht aber irgendwie auch vorhersehbar. Was mich aber am meisten gestört hat ist, dass ich Sam schon vorher, schon kurz nachdem Dennis entlassen wurde, „verloren“ habe. Sie hat sich so sehr und in einer Art und Weise verändert, dass ich sie nicht mehr wiedererkannt habe. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie an Dennis festhält, nur um nicht allein zu sein, obwohl sie das in der Ehe mit ihm doch eigentlich auch war. Das ergab für mich leider keinen Sinn.
Das Buch zieht sich manchmal ziemlich. Eigentlich reiht sich eine Szene an die andere. Dennis ist gruselig. Dennis ist nett. Dennis ist gruselig. Dennis ist nett. Und immer so weiter. Irgendwann wird das leider langweilig.
Zum Schluss wird es dann spannend, aber eben auch verworren, als endlich die Auflösung kommt, die mich, wie gesagt nicht überrascht hat. Der Epilog dafür schon.


Fazit: Das Buch ist nicht schlecht. Aber ich hatte ehrlich gesagt etwas anderes erwartet. Das Buch entwickelt sich für mich in eine falsche Richtung. Ich hatte gedacht, die Beziehung zwischen Dennis und Sam würde sich komplett anders entwickeln.

Was die Autorin schön dargestellt hat ist, wie Sam in diesen Strudel gerät und von der Maschinerie, die Dennis frei bekommen will in Endeffekt überrannt wird. Aber ich kann ihr Verhalten oft später einfach nicht mehr nachvollziehen.

Das Buch bekommt von mir 2,5 Sterne, weil ich die Idee gut fand, mehr ist aber leider nicht drin.

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Veröffentlicht am 09.01.2020

Ich bin fassungslos über die Message des Buches

Du wolltest es doch
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Achtung: Triggerwarnung: Vergewaltigung und „Victim blaming“ (Opferbeschuldigung)!

Achtung: die Message ist meiner Meinung nach absolut falsch und möglicherweise sogar schädlich!


Irland: Emma ist hübsch, ...

Achtung: Triggerwarnung: Vergewaltigung und „Victim blaming“ (Opferbeschuldigung)!

Achtung: die Message ist meiner Meinung nach absolut falsch und möglicherweise sogar schädlich!


Irland: Emma ist hübsch, beliebt und sie genießt es sich in der Bewunderung von Jungs zu Sonnen. Sie zieht sich gern sexy an. Doch dann ist dieses Leben vorbei. Ganz plötzlich gibt es diese Emma nicht mehr. Denn nach einer Party ist nichts mehr wie es vorher war. Emma wurde vergewaltigt von mehr als einem Jungen, kann sich an nichts mehr erinnern, aber jeder in der Schule und bald auch im ganzen Land weiß Bescheid und hält sie für eine Schlampe, denn sie haben die Fotos gesehen. Sie sagen Emma sei selber schuld.


Es dauert relativ lang bis etwas passiert, sprich bis die Tat passiert. Das Vorgeplänkel ist ziemlich lang. Man lernt Emma kennen und wie sie „tickt“. Dann findet die Party statt und der erste junge Mann „benutzt“ Emma. Danach gibt man ihr eine Tablette und sie hat einen Filmriss. Sie wird am nächsten Tag von ihren Eltern vor dem Haus gefunden.
Ich finde schon allein hier das Verhalten ihrer Eltern schrecklich. Emma hat einen schweren Sonnenbrand und sie zwingen sie in die Schule zu gehen?! Es geht keinen Moment darum, ob es ihr gut geht oder wie es dazu kam, dass sie dort lag. Sie sind einfach „enttäuscht“ oder wohl besser beschämt darüber, dass sie jemand dort gesehen haben könnte.
In der Schule wird Emma dann mit den Fotos konfrontiert. Furchtbare Fotos und ich finde es noch extremer, dass diese Typen ernsthaft der Meinung sind nichts Falsches getan zu haben! Und natürlich ist alles Emmas Schuld.
Die einzige die in meinen Augen richtig reagiert ist die Lehrerin, die Emma auf die Fotos anspricht und zur Polizei bringen lässt. Und ihr Freund Connor, der sie nicht aufgibt.

Alle anderen, vor allem Emmas Eltern benehmen sich absolut widerwärtig! Emma ist selbst schuld, Emma hat ihrer aller Leben zerstört. Geht’s noch?! Ja, es ist bestimmt nicht einfach für ihre Eltern, aber es schert sie kein Stück, dass ihre Tochter so verletzt worden ist, oder dass ihr ein Verbrechen angetan worden ist. Ich bin sowas von wütend!

Die Öffentlichkeit ist gespalten, aber die Mehrheit, so scheint es, ist gegen Emma. Sie ist „das Mädchen, dass behauptet“, „das Mädchen, dass beschuldigt“. Sogar in den Nachrichten wird ihr eine Mitschuld, wenn nicht gar die Schuld gegeben. Immerhin hat sie Alkohol getrunken und trug aufreizende Kleidung. Vielleicht hat sie ja mitgemacht und es hinterher bereut und behauptet deswegen, ein Opfer zu sein? Ich könnte wirklich zur Mistgabel greifen!


Achtung: ab hier sind Spoiler möglich!


Ich finde es wirklich schrecklich, wie dieses Buch mit dem Thema umgeht. Es bestärkt betroffene nicht darin zur Polizei zu gehen, im Gegenteil! Es stellt es so hin, als sei Emmas Leben so schlimm, weil sie bei der Polizei war. Sie macht es für alle komplizierter, schwieriger, etc.
Ich hatte gedacht, bei diesem Buch ginge es darum zu zeigen, wie ein Mädchen, dem so etwas angetan wird, lernt mit dem geschehenen zu leben und es zu überleben. Ich dachte es geht um ein Mädchen, dass vor Gericht zieht und wenigstens von ihren Eltern unterstützt wird. Leider trifft nichts davon zu. Es geht nur darum, wie alle immer weiter auf Emma herumhacken. Wie sie zu etwas wertlosem herabgestuft wird und für alle nur noch eine Last ist.
Ich finde das Buch sendet hier die vollkommen falsche Message! Wie kann man das in die Welt hinausschicken?! Ich meine ja, es macht das alles realistischer, weil es leider oft so läuft im echten Leben, aber ein so unglaublich deprimierendes Buch zu schreiben, über ein Mädchen, dass an dieser Tat zerbricht und statt ihm zu helfen nur noch weiter von allen mit Füßen getreten wird, bis sie nur noch eine leere Hülle ist, wie soll das „inspirieren“ oder „Mut machen“ oder für das Thema „sensibilisieren“? Eben: gar nicht.

Ich finde dieses Buch tritt das wichtige Thema mit Füßen!


Ende möglicher Spoiler!


Zudem waren die Charaktere sehr blass. Es gibt keine Tiefen. Nicht mal bei Emma, obwohl sie die Protagonistin ist. Man erfährt, was man ihr antut, wie schrecklich alle damit umgehen, aber man erfährt nie etwas über ihr Innenleben. Sie geht nie auf ihre Gefühle ein. Alle anderen Charaktere sind noch farbloser. Sie zeigen sich beinahe ausnahmslos nur als A...


Fazit: Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen, eher im Gegenteil. Ich finde es wird mit diesem so wichtigen und sensiblen Thema in einer Weise umgegangen, die zwar realistisch sein mag, aber die völlig falsche Message sendet. Das Ende fand ich absolut schrecklich. Ich möchte allen, die etwas in der Art erlebt haben dringend davon abraten dieses Buch zu lesen!
Ich empfand das Buch als deprimierend und meiner Meinung nach mag es ja realistisch sein, aber in meinen Augen tritt es das Thema mit Füßen. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich fassungslos.

Was mich zudem sprachlos macht ist, dass in dem Buch keine Triggerwarnung zu finden ist. Ich meine ja, durch den Klappentext ist klar, was Emma passiert ist, aber dennoch gehört für mich in so ein Buch eine Warnung.

Von mir bekommt es 0,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Unglaublich interessant und spannend!

Vampire schlafen fest
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Achtung: Band 7 einer Reihe!

Nachdem Sookie nun die Wahrheit über Bills Auftauchen in Bon Temps und die Anfänge ihrer Beziehung erfahren hat, ist sie zutiefst enttäuscht, verletzt und wütend. Er versucht ...

Achtung: Band 7 einer Reihe!

Nachdem Sookie nun die Wahrheit über Bills Auftauchen in Bon Temps und die Anfänge ihrer Beziehung erfahren hat, ist sie zutiefst enttäuscht, verletzt und wütend. Er versucht sie mit Blicken und Gesten wieder für sich einzunehmen, doch da ist er bei ihr an der falschen Adresse.
Nun steht die große Vampirkonferenz an und Sookie reist im Gefolge der Königin. Allerdings schafft sie es auch hier wieder direkt bis zum Hals in Schwierigkeiten zu stecken und als wären Mordanschläge, Gemetzel, Bomben, jede Menge Vampire und Bill, Eric und Quinn, die um ihre Gunst kämpfen nicht schon schlimm genug, zwingt André, der Leibwächter der Königin, Sookie zu etwas, dessen Konsequenzen sie nicht überblicken kann, für das sie ihn aber aus tiefster Seele hasst.
Abgesehen davon heiratet ihr Bruder Chrystal aus Hotshot und Sookie ist von Anfang an klar, dass das zu nichts Gutem führen wird.
Und natürlich gibt es, wie in jedem Roman der Reihe am Ende noch etwas ganz Großes und Heftiges zu überleben.


Dieser Band gehört zu meinen persönlichen Lieblingen der Reihe. Ich finde die Einarbeitung der Folgen des Hurrikan Katrina gut gelungen und dass dieser natürlich auch an den Vampiren nicht spurlos vorbei gegangen ist. Auch unter ihnen gibt es Todesopfer und Obdachlosigkeit, wie unter den Menschen.

Was ich aber besonders toll finde, ist die Vampirkonferenz. Die vielen neuen Charaktere und Wesen - man dachte echt, man hätte nach sechs Sookie Stackhouse Bänden mittlerweile alles gesehen, was übernatürliche Wesen anbelangt, wird hier aber etwas besseren belehrt und das liebe ich!

Abgesehen davon macht es Spaß Vampire so unter sich durch Sookie zu beobachten und was für Produkte angeboten und verkauft werden - Fangzahnprothesen! - oder wie Vampirgerichtsbarkeit funktioniert und wie Vampirhochzeiten ablaufen.

Natürlich kann ich nicht verraten, was am Ende passiert und das große Ereignis in diesem Band ist, nur so viel: Sookie gerät in schlimmere Schwierigkeiten als je zuvor und muss ihre Gabe auf einen neuen Level heben. Wie sie das aber macht, dafür bewundere ich sie wirklich!

Die Szene, in der gleich alle ihre Verehrer in Aktion treten finde ich so spannend und witzig zugleich, einfach wegen der Kerle und wie sie sich anstellen. Ich bin eben ein Eric-Fan und wenn ich nicht weiß, ob ich mit dem Business-Eric leben könnte, aber der Eric-der-will-dass-Sookie-die-seine-wird finde ich einfach nur total heiß und süß und witzig.

Fazit: Dieser Band gehört zu meinen Lieblingsbänden. Er ist wieder vollgepackt mit Action und Witz, aber auch mit vielen zusätzlichen Informationen über die Welt der Vampire und Übernatürlichen und das mag ich immer sehr.

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Ein beeindruckendes, aber emotional heftiges Buch

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.
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Achtung: Triggerwarnung: Depression und psychische Erkrankungen!


Leni ist ein ganz normales Mädchen, sie ist fröhlich und startet gerade in ihr letztes Schuljahr. Doch ganz plötzlich, von jetzt auf gleich, ...

Achtung: Triggerwarnung: Depression und psychische Erkrankungen!


Leni ist ein ganz normales Mädchen, sie ist fröhlich und startet gerade in ihr letztes Schuljahr. Doch ganz plötzlich, von jetzt auf gleich, ist nichts mehr normal. Leni „funktioniert“ nicht mehr richtig. Irgendwas in ihr ist kaputt. Zuerst ist es nur ihr Magen, aber bald ist es mehr. Es wird immer schlimmer und schlimmer und schlimmer und kein Arzt kann ihr helfen. Niemand weiß, was mit ihr los ist, bis es der gefühlt 1000. Arzt endlich doch weiß: Depression. Und noch so manches anderes. Leni hasst sich selbst dafür. Sie hasst es, dass nichts mehr so ist, wie es war und dass sie „kaputt“ ist.
Kann sie jemals wieder die alte Leni sein?

Matti kann keinen Schmerz empfinden, neben anderen Dingen. Sein Stiefvater, davon ist Matti überzeugt, hasst ihn dafür, dass seine Mutter so viel Geld für ihn ausgibt. Sein Privatarzt – die Idee seiner Mutter – empfindet ihn, so Matti, als Last und schwierig. Irgendwann kommt für ihn der Punkt, an dem irgendwas in ihm einfach durchknallt. Wie eine Sicherung, die rausgehauen wird.
Wird sein Leben immer so sein, oder gibt es auch für ihn eine Chance „normal“ zu sein?


Dieses Buch ist wirklich heftig. Leni, die Protagonistin schliddert in eine Depression hinein und man erlebt das alles mit ihr. Man weiß, ebenso wie Leni, nicht, was eigentlich los ist, was so anders ist, nur dass etwas nicht stimmt. Ich denke, das ist das schlimmste an so einer Krankheit. Man merkt, dass die Gefühle, die Gedanken und das, was man als gegeben wahrnimmt oder voraussetzt, das, was man als „normal“ kennt, alles nicht mehr zusammenpasst. Auf der logischen Ebene weiß man, dass etwas nicht stimmt und dass man eigentlich keinen Grund hat Angst zu haben, oder traurig zu sein, oder dass es doch nun wirklich nicht schwer ist sich aufzusetzen. Aber da ist dieser Teil in einem drin, der diese Botschaft nicht bekommen hat. Und dieser Teil steht am Ruder und macht es unmöglich an ihm vorbei zu kommen.

Das ist unglaublich beängstigend und Ava Reed hat es geschafft, dass man das mit Leni zusammen erlebt. Diese Hilflosigkeit und Angst, der Schock darüber, dass man nicht mehr einfach das tun kann, was man immer getan hat, weil es da wie eine Art Blockade gibt, an der man nicht vorbei kommt.

Was sie auch schön beschrieben hat, ist das Verhalten der Außenwelt. Die Ärzte, die meinen, sie soll sich nicht so anstellen. Ihre Eltern, die ihr helfen wollen, aber auch nicht wissen, was mit ihr los ist und wie sie helfen sollen. Ihre beste Freundin, die hilflos daneben stehen muss.

Ich muss dazu sagen, dass ich als ich 16 war eine beste Freundin hatte. Wir haben uns im Sommer in den Sommerferien kennengelernt und es hat einfach so gut gepasst mit uns. Durch Mobbing in der Ausbildung und andere Gründe ist sie in die Depression gerutscht und kam da nicht mehr heraus. Ich weiß also, wie man sich als Freund in der Situation fühlt und kann bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, wie man sich als betroffener fühlt. Ich habe sie Jahrelang zu unterstützen versucht, bis ich irgendwann feststellen musste, dass ich ihr keine Hilfe mehr war, sondern eine Krücke. Sie hat sich von mir und meiner Meinung abhängig gemacht, wollte, dass ich Entscheidungen für sie treffe. Als mir das klar wurde, habe ich schweren Herzens den Kontakt abgebrochen. Mittlerweile habe ich erfahren, dass sie es geschafft hat da rauszukommen, aber es hat über 10 Jahre gedauert.

Leni hat mich zum Weinen gebracht. Sie hat mir wirklich das Herz gebrochen und tat mir so schrecklich leid. Ich finde es aber sehr mutig und bewundernswert, dass Ava Reed sich getraut hat so ein Buch zu schreiben. Es ist anders, als alle anderen Bücher zu der Thematik. Ein Grund dafür ist Lenis Tagebuch, dessen Einträge und Zeichnungen von Ava Reed stammen. Es ermöglicht einem den direkten Zugang zu Lenis Gedanken und Gefühlen. Es fühlt sich dadurch noch viel echter an.

Klar gab es auch Teile, wie das „Abenteuer“, die ich nicht ganz so toll fand, aber wozu es geführt hat fand ich super.


Fazit: Ich kann das Buch aus vollem Herzen empfehlen, aber es ist wirklich sehr hart. Manch einen könnte das Thema verstören oder Triggern, deswegen habe ich die Warnung meiner Rezension vorangestellt.
Der Schreibstil ist dem Thema untergeordnet. Man ist so nah an den Charakteren, ganz besonders an Leni dran, dass der Schreibstil das widerspiegelt. Manchmal zieht es sich, weil es sich für Leni zieht. Manchmal ist es verwirrend, weil es für Leni verwirrend ist. – Ich hoffe ich kann mich einigermaßen verständlich ausdrücken.

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne. Ich finde es ist unglaublich intensiv und realistisch, aber den Teil mit dem „Abenteuer“ fand ich nicht so toll, zumindest am Anfang. Er wurde besser, aber ich fand das Verhalten der Charaktere an dem Punkt ziemlich grenzwertig und verantwortungslos. Ich mache mir da ein bisschen Sorgen, ob das die richtige Message sendet. Den letzten Teil fand ich dafür wieder super.

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