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Veröffentlicht am 27.01.2026

Unter dem Meer

The Ever King - Die Versuchung des Meeres
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Im Mittelpunkt von "The Ever King" steht Erik, der Meer-Faekönig, dem alles genommen wurde: sein Vater, sein Thron, seine Freiheit. Jahre der Gefangenschaft haben ihn nicht gebrochen, sondern geschärft. ...

Im Mittelpunkt von "The Ever King" steht Erik, der Meer-Faekönig, dem alles genommen wurde: sein Vater, sein Thron, seine Freiheit. Jahre der Gefangenschaft haben ihn nicht gebrochen, sondern geschärft. Rache ist sein Antrieb, sein Überlebenswille. Als ausgerechnet Livia, die Tochter seines Erzfeindes, unwissentlich seine Ketten sprengt, nutzt Erik die Gelegenheit – und entführt sie, um sie als Werkzeug in seinem Plan einzusetzen. Was als kaltes Kalkül beginnt, entwickelt sich jedoch zu etwas deutlich Gefährlicherem: Nähe, Zweifel und Gefühle, die seine sorgfältig aufgebaute Härte ins Wanken bringen.

Die Enemies-to-Lovers-Dynamik ist hier besonders gelungen. Livia ist keine passive Gefangene, sondern eine vielschichtige, mutige Figur mit eigener Stimme. Sie stellt Eriks Weltbild infrage, widersetzt sich ihm – und zwingt ihn, sich mit seiner eigenen Dunkelheit auseinanderzusetzen. Erik wiederum ist ein klassischer morally grey Love Interest: brutal, verletzlich, getrieben von Verlust und doch überraschend fähig zu Zärtlichkeit. Genau diese Ambivalenz macht ihn so faszinierend.

Ein echtes Highlight ist das Unterwasser-Setting. L. J. Andrews erschafft eine faszinierende Fae-Welt voller Magie, politischer Intrigen und rauer Schönheit. Das Meer wirkt dabei nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiger Teil der Geschichte – geheimnisvoll, gefährlich und majestätisch. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und zieht einen schnell in die Handlung hinein.

Auch die romantische Spannung kommt nicht zu kurz. Das Spice-Level von 3/5 ist gut dosiert: sinnlich, intensiv, aber immer eingebettet in die emotionale Entwicklung der Figuren. Die Beziehung wächst langsam, glaubwürdig und voller innerer Konflikte – genau das, was Enemies-to-Lovers-Fans lieben.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Magisch

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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"Vesselles" ist keine leichte Romantasy für zwischendurch, sondern eine Geschichte, die sich tief mit Macht, Tod, Schuld und Begehren auseinandersetzt. Cortney L. Winn entwirft eine düstere, faszinierende ...

"Vesselles" ist keine leichte Romantasy für zwischendurch, sondern eine Geschichte, die sich tief mit Macht, Tod, Schuld und Begehren auseinandersetzt. Cortney L. Winn entwirft eine düstere, faszinierende Welt, in der jede Entscheidung einen Preis hat – und Liebe zur gefährlichsten Währung von allen wird.

Im Zentrum steht Nizzara, eine junge Thronfolgerin, die viel zu früh lernt, dass Überleben selten mit moralischer Reinheit einhergeht. Geistermagie ist verboten, gefürchtet und zerstörerisch – und doch greift sie zur Vessel, weil ihr keine andere Wahl bleibt. Diese Ambivalenz macht Nizzara zu einer starken, glaubwürdigen Protagonistin: Sie ist mutig, aber nicht unverwundbar; entschlossen, aber voller Zweifel. Ihr Handeln entspringt Notwendigkeit, nicht Leichtsinn.

Mit Dagen, dem Deathwalker und rechtmäßigen toten König von Zarr, betritt eine Figur die Bühne, die das Dunkle dieser Geschichte perfekt verkörpert. Als Wanderer zwischen den Welten und Diener eines Todesgottes ist er ebenso faszinierend wie bedrohlich. Die Beziehung zwischen ihm und Nizzara ist von Beginn an von einem toxischen Gleichgewicht aus Macht, Abhängigkeit und unausgesprochenem Verlangen geprägt. Besonders stark: Der Konflikt ist nicht nur emotional, sondern existenziell. Dagen kann seine Seele nur retten, wenn Nizzara ihm die ihre freiwillig überlässt – ein Pakt, der jede Nähe mit Verrat auflädt.

Der Worldbuilding-Aspekt überzeugt durch seine düstere Konsequenz. Magie fühlt sich gefährlich an, Tod ist allgegenwärtig, und politische Zwänge verleihen der Geschichte zusätzliche Schwere. Winn nimmt sich Zeit, ihre Welt zu entfalten, ohne den Spannungsbogen zu verlieren. Der Schreibstil ist atmosphärisch, stellenweise fast poetisch, und passt hervorragend zur morbiden Grundstimmung des Romans.

Vesselles ist vor allem eines: intensiv. Die Liebesgeschichte ist episch, aber niemals bequem. Sie lebt von inneren Konflikten, unausweichlichen Entscheidungen und der ständigen Frage, wie viel man bereit ist zu opfern – für Macht, für Freiheit, für Liebe.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Von einer mächtigen Frau

Kleopatra
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Saara El-Arifi wagt etwas, das längst überfällig ist: Sie erzählt die Geschichte Kleopatras aus ihrer eigenen Sicht – nicht als Mythos, nicht als Verführerin, nicht als Randfigur männlicher Macht, sondern ...

Saara El-Arifi wagt etwas, das längst überfällig ist: Sie erzählt die Geschichte Kleopatras aus ihrer eigenen Sicht – nicht als Mythos, nicht als Verführerin, nicht als Randfigur männlicher Macht, sondern als Mensch, Herrscherin und Frau. Das Ergebnis ist ein ebenso opulenter wie intimer Roman, der Kleopatra neu denkt und ihr die Würde zurückgibt, die ihr die Geschichte so oft genommen hat.

Mit nur 19 Jahren besteigt Kleopatra den Thron eines Weltreichs. El-Arifi macht diese Verantwortung von der ersten Seite an spürbar: Intrigen, Verrat, familiäre Zwänge und politische Gewalt sind keine abstrakten Begriffe, sondern ständige Begleiter. Kleopatra ist Pharaonin, Tochter, Ehefrau, Mutter – und vor allem eine junge Frau, die gezwungen ist, schneller zu lernen, härter zu werden und weiter zu denken als alle um sie herum. Ihre Macht wirkt nie selbstverständlich, sondern immer erkämpft.

Besonders beeindruckend ist, wie menschlich diese Kleopatra gezeichnet wird. Sie ist klug, strategisch und visionär, aber auch zweifelnd, liebend und verletzlich. Liebe wird hier nicht romantisiert, sondern als politisches wie persönliches Risiko gezeigt. El-Arifi versteht es meisterhaft, die innere Zerrissenheit einer Frau darzustellen, die zwischen Gefühl und Pflicht, Hoffnung und Realität balanciert – und sich dennoch weigert, klein gemacht zu werden.

Der Schreibstil ist atmosphärisch, bildgewaltig und immersiv. Ägypten lebt in diesen Seiten: die Hitze, die Farben, die Rituale, die Macht der Götter und der Politik. El-Arifis Sprache verleiht der Geschichte eine epische Größe, ohne die emotionale Nähe zu verlieren. Man liest dieses Buch nicht nur – man erlebt es.

Was Kleopatra besonders stark macht, ist sein feministischer Blick. El-Arifi befreit ihre Protagonistin vom Urteil der Männer und von jahrtausendealten Verzerrungen. Sie zeigt, wie Geschichte geschrieben wird – und wer dabei zum Schweigen gebracht wurde. Dieses Buch ist damit nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein Manifest über Macht, Selbstbestimmung und weibliches Vermächtnis.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Mythos

Medea
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Rosie Hewlett schenkt Medea eine Stimme, die man nicht überhören kann. In dieser Neuerzählung wird sie nicht als Monster geboren, sondern dazu gemacht – geformt durch Ausgrenzung, Gewalt und Angst vor ...

Rosie Hewlett schenkt Medea eine Stimme, die man nicht überhören kann. In dieser Neuerzählung wird sie nicht als Monster geboren, sondern dazu gemacht – geformt durch Ausgrenzung, Gewalt und Angst vor ihrer Macht. Gemieden. Verfolgt. Gequält. Diese Worte ziehen sich wie ein roter Faden durch Medeas Leben und machen schmerzhaft deutlich, wie früh ihr jede Form von Zugehörigkeit verwehrt wurde.

Medea wächst in einer Familie auf, die sie fürchtet statt schützt. Ihre Hexerei, eigentlich eine Gabe, wird zu ihrem Fluch. Hewlett zeichnet diesen inneren Konflikt eindringlich: Medeas Sehnsucht nach Freiheit, nach einem selbstbestimmten Leben jenseits von Kontrolle und Missbrauch, ist jederzeit spürbar. Als Jason auftaucht, erscheint er wie ein Ausweg – ein Versprechen auf Liebe, Anerkennung und ein anderes Leben. Doch Medea ist keine klassische Heldinnenreise. Jede Entscheidung fordert ihren Preis, jede Tat hinterlässt Spuren.

Besonders stark ist die Darstellung von Medeas Loyalität. Sie liebt kompromisslos, gibt alles, opfert alles – und genau darin liegt die Tragik dieser Geschichte. Hewlett erzählt mit emotionaler Wucht, ohne Medeas spätere Taten zu beschönigen. Stattdessen zwingt sie uns, hinzusehen: Was passiert, wenn eine Frau immer wieder verraten, benutzt und entmenschlicht wird? Wo endet Liebe, wo beginnt Verzweiflung?

Der Schreibstil ist kraftvoll, bildgewaltig und intensiv, getragen von mythologischer Atmosphäre und emotionaler Tiefe. Magie, Grausamkeit und Leidenschaft greifen ineinander und machen die Geschichte gleichermaßen faszinierend wie verstörend. Medea ist kein Buch, das gefallen will – es will verstanden werden.

"Medea" von Rosie Hewlett ist eine mutige, emotionale und erschütternde Neuerzählung eines Mythos, der viel zu oft vereinfacht wurde. Dieses Buch zeigt Medea nicht als eindimensionale Täterin, sondern als komplexe, verletzte und mächtige Frau.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Eine andere Sichtweise auf Jaga

Devil's Deal
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Im Mittelpunkt von "Devils Deal" steht Jaga, eine junge Hexe, die von ihrem Dorf ausgegrenzt wird – nicht, weil sie zu schwach ist, sondern weil sie zu unbequem erscheint. Ihr Wunsch, als Heilerin anerkannt ...

Im Mittelpunkt von "Devils Deal" steht Jaga, eine junge Hexe, die von ihrem Dorf ausgegrenzt wird – nicht, weil sie zu schwach ist, sondern weil sie zu unbequem erscheint. Ihr Wunsch, als Heilerin anerkannt zu werden, scheitert an Misstrauen, Angst und festgefahrenen Machtstrukturen. Diese Ausgangslage fühlt sich schmerzhaft real an und macht Jaga sofort greifbar. Als sie während der Sommersonnenwende dem Teufel Woland begegnet, kippt die Geschichte endgültig in eine düstere, magische Richtung. Der Tanz im heiligen Kreis ist dabei nicht nur ein atmosphärischer Moment, sondern der Beginn eines gefährlichen Spiels aus Verführung, Macht und Kontrolle.

Was "Devils Deal" für mich besonders stark macht, ist die Dynamik zwischen Jaga und Woland. Woland ist kein eindimensionaler Bösewicht, sondern faszinierend, bedrohlich und manipulativ zugleich. Trotzdem verliert Jaga nie ihre Stimme. Sie ist keine passive Figur, die der Dunkelheit verfällt, sondern eine Frau, die sich bewusst weigert, ihre Autonomie aufzugeben – selbst dann, wenn der Preis hoch ist. Das Buch spielt intensiv mit Themen wie Selbstbestimmung, moralischer Grauzone und der Frage, wie viel Macht man bereit ist zu akzeptieren, um gehört zu werden.

Der Schreibstil ist dicht, düster und atmosphärisch, ohne unnötig schwer zu wirken. Die Dorfgemeinschaft, die dunkle Magie und die mythologischen Elemente greifen stimmig ineinander und erzeugen eine konstante, unterschwellige Spannung. Romantasy-Fans kommen auf ihre Kosten, sollten aber wissen: Hier geht es weniger um klassische Romantik und mehr um ein gefährliches Kräftemessen zwischen Verlangen und Widerstand.

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