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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2025

Eine Artus-Saga

The Bright Sword
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Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ...

Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ruhiger Neuanfang mit den vergessenen Gestalten der Tafelrunde. Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt, aber die Umsetzung ist leider etwas wackelig Über weite Strecken ist die Geschichte gelungen, auch wenn das Tempo manchmal etwas darunter leidet. Leider konnte ich aber auch einigen Passagen gar nichts abgewinnen und fand sie sehr langweilig.

Im Zentrum steht Collum, ein junger Ritter, der Camelot erreichen will – doch als er ankommt, ist alles vorbei: Der König ist tot, die Tafelrunde zerschlagen, die Welt im Chaos. Was bleibt, sind nicht Lancelot und Gawain, sondern Außenseiter wie Sir Palomides, Sir Dagonet (Artus’ ehemaliger Hofnarr) und die zwielichtige Zauberin Nimue. Gemeinsam machen sie sich daran, etwas aufzubauen, wo nur noch Trümmer sind.

Grossmans Stil ist ruhig und atmosphärisch. Wer sich Action im klassischen Fantasy-Stil oder große magische Schlachten erhofft, könnte enttäuscht werden. Die Stärke des Romans liegt in den leisen Tönen: in den gebrochenen Figuren, in den inneren Konflikten, in der Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn die Legende vorbei ist und das echte Leben beginnt.

"The Bright Sword" ist eine ruhige, nachdenkliche Fantasy, der viele Highlights, aber auch einige Tiefen hat.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Endlich geht es weiter

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Bei "Die Spurenfinder und das Drachenzepter" treffen Sherlock Holmes und Die drei ??? aufeinander – und das Ganze in einer herrlich absurden Fantasywelt. Mit Das Drachenzepter liefert Marc-Uwe Kling den ...

Bei "Die Spurenfinder und das Drachenzepter" treffen Sherlock Holmes und Die drei ??? aufeinander – und das Ganze in einer herrlich absurden Fantasywelt. Mit Das Drachenzepter liefert Marc-Uwe Kling den zweiten Teil seiner skurril-genialen Kinderkrimi-Fantasy-Reihe und beweist einmal mehr, dass Niemand Humor, Spannung und Gesellschaftssatire so gekonnt verbinden kann wie er.

Nach dem ersten großen Fall in Friedhofen sind Elos von Bergen und seine ungleichen Zwillinge Ada und Naru wieder im Einsatz – diesmal ruft niemand Geringeres als König Fredlaff höchstpersönlich. Denn das Drachenzepter, Symbol der königlichen Macht, ist spurlos verschwunden – und das ausgerechnet kurz vor einem Fest, bei dem sich der König in Bestform präsentieren sollte. Klarer Fall für die Spurenfinder!

Marc-Uwe Kling liefert auch diesmal wieder eine Geschichte, die nicht nur Kinder bestens unterhält. Sein Wortwitz, die charmant-schrägen Figuren und die augenzwinkernde Gesellschaftskritik machen das Buch auch für Erwachsene zum Lesevergnügen. Zwischen absurden Erfindungen wie dem „Glotzoskop“, bissigen Kommentaren über royale Eitelkeiten und cleveren Ermittlungen bleibt trotzdem Raum für echte Emotionen, Geschwisterdynamik und ein bisschen Magie.

Besonders gelungen sind die Dialoge. Hier lacht man nicht über, sondern mit den Figuren. Auch die Fantasy-Elemente wie Drachen, Zauber und königlicher Intrigen wirken frisch und verspielt.

"Die Spurenfinder und das Drachenzepter" ist ein herrlich schräger, klug erzählter Fantasy-Krimi mit Herz und Humor.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Emotionales Feuerwerk

Das Restaurant am Rande der Zeit
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"Das Restaurant am Rande der Zeit" ist wie eine warme Suppe an einem kalten Tag. Sie nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. "Das Restaurant am Rande der Zeit" von Yuta Takahashi ist genau ...

"Das Restaurant am Rande der Zeit" ist wie eine warme Suppe an einem kalten Tag. Sie nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. "Das Restaurant am Rande der Zeit" von Yuta Takahashi ist genau so ein Buch, welches von Abschied, Erinnerung und der Kraft des Wiedersehens erzählt.

Chibis Kitchen, ein kleines Restaurant an der abgelegenen Küste Japans, wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Doch wer es betritt, spürt sofort: Hier gelten andere Regeln. Die Grenze zwischen Leben und Tod verschwimmt, und was bleibt, ist ein Moment der Nähe, der Trost spendet. Hierher kommt Kotoko, auf der Suche nach ihrem Bruder – in der Hoffnung, für einen Augenblick zurückzubekommen, was unwiederbringlich verloren schien.

Yuta Takahashi schreibt mit einer Sensibilität, die unter die Haut geht. Seine Sprache ist leise und doch kraftvoll. Die bildliche und atmosphärische Erzählweise ist voller Emotion. Jede Szene wirkt wie eine Erinnerung, jeder Löffel Suppe wie ein kleines Wunder.

Besonders berührend ist die zentrale Botschaft: dass Liebe über den Tod hinaus wirkt und Erinnerungen Räume schaffen, in denen Begegnung möglich bleibt. "Das Restaurant am Rande der Zeit" ist nicht nur eine Geschichte über Trauer, sondern ein Buch über Hoffnung, über das Loslassen und das Festhalten an dem, was wirklich zählt.

"Das Restaurant am Rande der Zeit" ist ein literarisches Kleinod – zart, tief und wunderschön.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Willkommen an Bord

Diamond Empress. A Million Reasons
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"Diamond Express" strotzt vor Luxus, Lügen und Leidenschaft. "Diamond Express – A Million Reasons" ist der erste Band einer neuen Reihe, der sich wie ein perfekt geschüttelter Cocktail aus Spannung, Spice ...

"Diamond Express" strotzt vor Luxus, Lügen und Leidenschaft. "Diamond Express – A Million Reasons" ist der erste Band einer neuen Reihe, der sich wie ein perfekt geschüttelter Cocktail aus Spannung, Spice und Glitzerrevolution präsentiert . Nena Tramountanis nimmt uns mit auf eine 100-tägige Kreuzfahrt, die alles ist, nur keine entspannte Urlaubsreise. Hier geht’s um Raub, Rebellion und große Gefühle.

Im Mittelpunkt steht Noemi – gefallene Pianistin, Pleite, perspektivlos. Ihre letzte Chance: ein Job als Musikerin auf der luxuriösen Diamond Empress. Was wie ein ruhiger Neuanfang klingt, wird schnell zu einem atemlosen Abenteuer, als sie dem geheimnisvollen Viktor begegnet – einem Akrobaten mit mehr Geheimnissen als Muskeln (und das will was heißen). Gemeinsam geraten sie in die Fänge einer Diebescrew, die nichts Geringeres vorhat als den spektakulärsten Coup der High-Society-Geschichte.

Die Autorin schreibt eicht, frech und sexy, aber mit genug Tiefgang, um Noemis innere Zerrissenheit und Viktors undurchschaubare Vergangenheit glaubwürdig und mitreißend zu erzählen. Die Chemie zwischen den beiden knistert von Seite eins an.

"Diamond Express – A Million Reasons" ist ein wildes, funkelndes Abenteuer mit Herz, Humor und jeder Menge Hitze.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Die Elementgesandten unter Beobachtung

Eislotus. Wasser findet seinen Weg
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In "Eislotus" von Liza Grimm strotzt es vor Magie, Macht und magischen Büchern. Die Leser*innen erwartet ein bildgewaltiger High-Fantasy-Roman, der alles hat, was das Genreherz höherschlagen lässt.

In ...

In "Eislotus" von Liza Grimm strotzt es vor Magie, Macht und magischen Büchern. Die Leser*innen erwartet ein bildgewaltiger High-Fantasy-Roman, der alles hat, was das Genreherz höherschlagen lässt.

In einer Welt, in der die Seele eines Menschen nach dem Tod in ein Buch übergeht, sind Buchbinder die begehrteste und gefährlichste Ressource. Wer ihr Buch besitzt, herrscht nicht nur über ihr Wissen – sondern auch über ihre Macht. In dieser gnadenlosen Welt landet Nara, Elementgesandte des Wassers, an einer Akademie, die mehr an ein Kriegsinternat als an einen Ort der Lehre erinnert. Ihr Ziel: den Ritualwettbewerb gewinnen, um die Zukunft ihrer Heimatstadt zu retten – einem einst blühenden Eishafen, der langsam zerbricht.

Liza Grimm erschafft mit "Eislotus" eine Welt, die sofort fesselt. Das Magiesystem rund um die Seelenbücher ist originell, düster und faszinierend zugleich. Die Idee, dass sich Wissen, Macht und Leben in einem einzigen Buch bündeln können, verleiht der Geschichte Tiefe und eine ganz besondere Magie.

Was mich besonders begeistert hat, ist die Kombination aus emotionaler Tiefe, komplexer Welt und echtem Spannungsbogen. Nara ist eine starke, glaubwürdige Protagonistin, die nicht nur kämpft, sondern auch zweifelt, lernt und wächst. Der Wettkampf an der Akademie erinnert an "Die Tribute von Panem", die Elemente an "Avatar – Der Herr der Elemente". Wer sich bei diesen Filme schon wohl gefühlt ist, ist bei "Eislotus" richtig aufgehoben.

"Eislotus" ist mitreißende High Fantasy mit einer grandios durchdachten Welt.

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