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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2023

Starke sympathische Frauen, berührende Geschichte

Der Salon
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Wir steigen mit dem zweiten Band „Der Salon: Ein hoffnungsvoller Aufbruch“ 1963 in München in die Geschichte ein. Die Autorin hat die Stimmung der 60iger Jahre gut eingefangen. Es drängt alle nach Freiheit, ...

Wir steigen mit dem zweiten Band „Der Salon: Ein hoffnungsvoller Aufbruch“ 1963 in München in die Geschichte ein. Die Autorin hat die Stimmung der 60iger Jahre gut eingefangen. Es drängt alle nach Freiheit, Aufbruchstimmung liegt in der Luft.
Die Figuren sind in meinen Augen sehr stimmig gezeichnet. Ihre Handlungen und Gedankengänge finde ich nachvollziehbar. Dadurch wirken sie auf mich sympathisch und realitätsnah. Ebenso ist bei den Hauptprotagonisten eine Entwicklung erkennbar.
Julia Fischer schreibt bildgewaltig, bewegend und authentisch. Mein Kopfkino hat schnell die Bilder abrufen können. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass der Leser Einblicke in mehrere Personen erhält. Als Abrundung gibt es einen Prolog und einen Epilog. Die Autorin lässt Details aus dem ersten Band miteinfließen, sodass ich gut verstanden habe, worum es geht. Vielleicht wäre die Geschichte aber noch intensiver, wenn man trotzdem den ersten Band gelesen hat. Aber nur eine Vermutung von mir. Grundsätzlich geht es auch ohne.
Das Cover passt zu der Zeit und zum Titel. Das Buch umfasst zirka 500 Seiten, die flüssig und leicht lesbar sind. Es ist kurzweilig mit ein paar überraschenden Wendungen aufgebaut.

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Veröffentlicht am 02.03.2023

Schonungslos ehrlich, faszinierend offen

Liebewesen
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Lio und Max haben beide eine Vergangenheit, von der sie sich noch nicht befreit haben. Gerade bei Lio ist es diese schonungslose Offenheit mit der Caroline Schmitt schreibt, die berührt und betroffen macht. ...

Lio und Max haben beide eine Vergangenheit, von der sie sich noch nicht befreit haben. Gerade bei Lio ist es diese schonungslose Offenheit mit der Caroline Schmitt schreibt, die berührt und betroffen macht. Trotz dieser tiefen und ernsten Themen wirkt die Geschichte nicht so schwer, dass der Leser davon nach unten gezogen wird. Eher wirken der Schreibstil und die Beschreibungen fesselnd und spannend.
Beide Figuren machen im Laufe des Buches eine Entwicklung durch. Das gleichbleibend Konstante ist die tiefe Freundschaft zwischen Lio und Mariam. Sie ist auch sicherlich für Lio ein Fels in der Brandung. Die Entscheidungen der Protagonisten, hier vor allem von Lio, sind aufgrund ihrer Vergangenheit für mich durchaus nachvollziehbar.
Das Cover von „Liebewesen“ ist in meinen Augen provozierend. Im übertragenen Sinn passt es aber sehr gut zur Handlung.
Mein Fazit ist, dass es sich hier um ein sehr gelungenes Debüt handelt. Nichts wird beschönigt, sondern auch oftmalige Tabus angesprochen. Trotz schwerer Themen fesselte mich die Geschichte von Lio und Max und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 25.02.2023

Eindrucks- und gefühlvoll wird von Liebe und Schmerz erzählt

Der Ruf des Eisvogels
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„Liebe ist ein Funken in einem Meer aus Asche“ so erklärt eine der Figuren in „Der Ruf des Eisvogels“ was Liebe ist. Und dieses Bild finde ich extrem passend für den Roman.
Im Strang der Gegenwart ist ...

„Liebe ist ein Funken in einem Meer aus Asche“ so erklärt eine der Figuren in „Der Ruf des Eisvogels“ was Liebe ist. Und dieses Bild finde ich extrem passend für den Roman.
Im Strang der Gegenwart ist Olga eine starke Frau, die ihr Kind in den Nachkriegsjahren mehr oder weniger alleine großziehen musste. Im Strang der Vergangenheit erfährt der Leser ihre gesamte Geschichte. Beginnend von ihrer Geburt über die Kriegsschrecken bis hin zur Liebe der Vergangenheit und Gegenwart.
Der Aufbau ist in übersichtlichen Kapiteln gehalten, welche je eine Überschrift mit Ort und Datum tragen. Einzig fand ich hin und wieder störend, dass die Vergangenheit nicht immer chronologisch erzählt wird. Man muss manchmal wirklich genau auf das Datum sehen. Auch beginnt das eine oder andere Mal ein Kapitel obwohl Ort und Zeit gleich bleiben.
Dennoch hat Anne Prettin einen überaus gefühlvollen, aufrüttelnden und lebendigen Roman erschaffen. Höhepunkt und Ende fand ich noch emotionaler als das gesamte Werk. Für mich sind alle Fragen geklärt und die Geschichte sehr gut abgerundet.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Grundsatzfrage oder einfach Vertrauen

Ludwig und das Nashorn
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Kinder sehen immer wieder Dinge die Erwachsene nicht sehen. Hier geht es in erster Linie nicht darum wie der Vater reagieren soll, oder es macht, sondern um die Grundsatzfrage ob es zu beweisen ist, dass ...

Kinder sehen immer wieder Dinge die Erwachsene nicht sehen. Hier geht es in erster Linie nicht darum wie der Vater reagieren soll, oder es macht, sondern um die Grundsatzfrage ob es zu beweisen ist, dass dieses Ding/Tier nicht da ist. Eine spezielle und interessante Frage. Andererseits denke ich dem Kind ist sie egal. Ihm ist wichtig, dass der Erwachsene ihm glaubt und auf ihn eingeht.
Diese kurze Geschichte „Ludwig und das Nashorn“ gefällt mir, weil der Vater eben überall nachsieht und er sich von Ludwig dessen Sichtweise erklären lässt.
Am Ende des Buches gibt es noch eine kurze Erklärung über den Hintergrund der Geschichte. Noemi Schneider hat für die Altersklasse entsprechend kurze Sätze verwendet. Ob jedes Kind durch dieses Buch zum Philosophen werden wird, ist fraglich, aber Erwachsene regt es bestimmt zum Denken an.
Sehr faszinierend finde ich die Tatsache, dass die Illustrationen aus nur drei Farben bestehen. Der Rest entsteht durch Mischung und spezielle Druck/Verfahren. Hier hat Golden Cosmos interessante Farbakzente gesetzt.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Hellauf begeistertes Kind, wichtige Botschaft, etwas überspitzt aber witzig

Der kleine Ritter Kackebart
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Wie schon das Cover zeigt, sind die Illustrationen wirklich toll. Farbenfroh, das Wesentliche zeigend und doch schlicht gehalten. Ich finde Oliver Kurth hat hier sehr gute Arbeit geleistet.
Die Geschichte ...

Wie schon das Cover zeigt, sind die Illustrationen wirklich toll. Farbenfroh, das Wesentliche zeigend und doch schlicht gehalten. Ich finde Oliver Kurth hat hier sehr gute Arbeit geleistet.
Die Geschichte „Der kleine Ritter Kackebart“ wurde von meinem 5-jährigen Versuchskind hellauf begeistert angenommen. Ich musste das Buch sechsmal am Stück vorlesen und jedesmal hat er sich wieder vor Lachen gebogen. Das beste Kompliment eines Kindes, wenn es Geschichten immer wieder hören will.
Die Botschaft, dass es gut ist, wenn man anders ist, hat der Autor David Safier hier sehr überspitzt dargestellt. Wer will schon Kacke im Bart haben? Aber genau diese Überzeichnung zeigt Kindern worauf es ankommt. Nicht nur die Namen (Kackebart, Pipifax, Windelpups, Tortenwerf, Tanzimkreis, Stinkerülps, …) sind ungewöhnlich und einprägsam, der gesamte Text ist humorvoll aufgebaut.
Das Buch ist für Kinder ab drei Jahre angesetzt. Auch wenn die Botschaft hier vielleicht noch nicht so verstanden wird, aber Illustration und Textmenge sowie Aufbau ist durchaus auch für diese Altersklasse entsprechend. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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