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Veröffentlicht am 26.05.2020

Erotischer Roman der auch Hintergrundfragen anspricht

Bittersüße Qualen | Erotischer SM-Roman
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Ist es rational zu erklären warum sich eine selbständig denkende Frau freiwillig einem anderen Menschen ausliefert? Immer wieder wird dieser Versuch gemacht. Hier habe ich erstmals ein Buch gefunden in ...

Ist es rational zu erklären warum sich eine selbständig denkende Frau freiwillig einem anderen Menschen ausliefert? Immer wieder wird dieser Versuch gemacht. Hier habe ich erstmals ein Buch gefunden in dem diese Frage anschaulich und nachvollziehbar in Form eines erotischen Romans aufgearbeitet wurde.

„Bittersüße Qualen“ wird aus der Sicht von Audrey erzählt. Der Leser kann so ihre Zweifel, ihre Fragen, ihre Leidenschaft, ihre Lust und ihre Liebe hautnah miterleben. Schonungslos spricht Emily Bale den Zwiespalt an in dem sich die Protagonistin befindet.

Ihr rationaler Versand weigert sich zu akzeptieren, dass der dunkle Teil in ihr erwacht ist und sie immer mehr Gefallen an der freiwilligen Unterwerfung findet. Doch schafft sie den endgültigen Sprung in eine völlige Hingabe aus Liebe?

Der Schreibstil ist persönlich, einfühlsam, die Handlungen und vor allem die Fragestellungen und Zweifel der Protagonistin sind real nachvollziehbar. Es gibt weder übertriebenen noch konstruierte Szenen.

Der Leser muss sich aber nicht nur mit Zweifel und Fragen beschäftigen, es finden sich durchaus immer wieder heiße, lust- und schmerzvolle Szenen. Diese werden nicht mechanisch beschrieben, sondern gefühlvoll beleuchtet und ziehen den Leser in den Bann.

Für mich eines der wirklich wenigen Bücher, das sich auch mit den hintergründigen Fragen einer SM-Beziehung auf glaubhafter Ebene beschäftigt ohne dadurch den erotischen Reiz einbüßen zu müssen. Absolut empfehlenswert auch für Leser die SM wenig abgewinnen können, aber einen neutralen Einblick in die Gedankenwelt einer sich freiwillig unterwerdenden Person erhalten wollen.

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Veröffentlicht am 20.05.2020

Klimawandel und Familienschicksal geschickt verwoben

Platz der Engel
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Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen. Veränderungen sind sicht- und fühlbar. Viele Aktivisten machen sich stark um diesen Planeten zu retten. Dies geht nicht ohne persönliche Einschränkungen und umdenken. ...

Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen. Veränderungen sind sicht- und fühlbar. Viele Aktivisten machen sich stark um diesen Planeten zu retten. Dies geht nicht ohne persönliche Einschränkungen und umdenken. „Platz der Engel“ ist ein Roman, der dieses Szenario aufnimmt und mit dem Schicksal einer durchschnittlichen Familie verknüpft.

Von drei Generationen lernt der Leser die unterschiedlichen Standpunkte kennen. Aber nicht nur die Ansichten zum Klimawandel, Möglichkeiten diesen zu bremsen, und neue Technologien zu entwickeln, sondern auch die persönliche Geschichte der einzelnen Figuren wird dargestellt.

Die Handlungen, Gedanken und Gefühle der Personen empfand ich dabei als relativ realitätsnah und logisch. Schön beschrieben wird auch die jeweilige Entwicklung und Veränderung der Figuren.

Ein paar Seiten waren für mich notwendig um in den Schreibstil zu finden, doch dann war das Lesevergnügen fließend und leicht. Das Buch wird als Klimaroman beschrieben. Für mich ist aber ein größerer Teil eher Familienschicksal, das sich rund um den Klimawandel abspielt. Mit interessant beschriebenen und teilweise sehr tragischen Ereignissen muss sich diese Familie den veränderten Bedingungen anpassen lernen.

Das Cover passt zur Geschichte, doch ohne Klappentext hätte es mich nicht überzeugen können.

Für mich ist hat Gabriele Kiefer hier einen emotional geladenen Roman abgeliefert. Er beinhaltet ein breites Spektrum an Themen, so eben das brandaktuelle Thema Klimawandel, wie Irrungen in Liebesangelegenheiten, aber auch Trauer, Entsetzen, Ohnmacht bis hin zu Aufstehen und Weitermachen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

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Veröffentlicht am 24.04.2020

Interessanter Weg

Selbstcoaching mit Symbolen. Die heilsame Arbeit mit der Symbolscheibe
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Ein Selbstheilungsbuch der interessanten Art. Petra Neumayer zeigt im „Selbstcoaching mit Symbolen“, auch für Leser ohne jegliche Vorkenntnisse in Symbolarbeit, einen interessanten Weg um mit Hilfe der ...

Ein Selbstheilungsbuch der interessanten Art. Petra Neumayer zeigt im „Selbstcoaching mit Symbolen“, auch für Leser ohne jegliche Vorkenntnisse in Symbolarbeit, einen interessanten Weg um mit Hilfe der Symbole einer möglichen Lösung von Problemen näher zu kommen oder diese ganz zu lösen.

Das Buch ist in drei Teile geteilt. Der erste bringt dem Leser die Grundlagen näher, der zweite erklärt die Arbeit mit der Symbolscheibe und der dritte und größte Teil widmet sich den einzelnen Symbolen. Es werden ihre Bedeutungen und mögliche Zugangswege zu den Symbolen aufgezeigt.

Ein paar Seiten geben auch Tipps wie in der Therapiearbeit mit Klienten dieses System mit der Symbolscheibe genutzt werden kann.

Es ist durchaus hilfreich, wenn der Leser etwas intuitiv arbeiten kann. Doch wer ein Buch mit diesem Titel zur Hand nimmt, wird sicher nicht stur auf der Schulmedizin stehen bleiben.

Ich fand es interessant zum Durcharbeiten und ausprobieren. Die erarbeiteten Ansätze passend, die Vorschläge umsetzbar.

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Veröffentlicht am 23.04.2020

Manchmal sehr langatmig

Männer und andere Katastrophen
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Wir haben hier vier Freundinnen, die alle ihre liebe Not mit der Männerwelt haben. Soweit so gut. Die Grundidee mag ja interessant klingen, doch leider konnte mich die Umsetzung nicht so begeistern.

Der ...

Wir haben hier vier Freundinnen, die alle ihre liebe Not mit der Männerwelt haben. Soweit so gut. Die Grundidee mag ja interessant klingen, doch leider konnte mich die Umsetzung nicht so begeistern.

Der Leser erhält von jeder der vier Freundinnen einen Einblick in ihr Leben. Auch die Rahmenhandlung ist ganz ok. Doch manchmal habe ich das Gefühl den Faden zu verlieren. Diese Freundin hatte jetzt noch mal welchen Freund? Es waren dann doch etwas viele Seiten zwischen den einzelnen Auftritten der Freundinnen. Gefüllt mit unwichtigen Details die mit den Männergeschichten nicht in direktem Zusammenhang standen.

So wirklich warm konnte ich leider mit keiner der Figuren werden. Ja, immer wieder fand ich Stellen witzig und humorvoll. Auch der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Eben Kerstin Gier. Es ist nicht mein erstes Buch und ich habe durchaus welche als toll gefunden.

Unter „Männer und andere Katastrophen“ habe ich mir vielleicht auch einen schnelleren Roman erwartet. Der hier ist mir immer wieder zu langatmig.

Da Schreibstil, Handlung, teilweise Witz und Logik der Handlungen für mich stimmig waren, rangiert dieses Buch für mich im Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Immer wieder die Hoffnung, dass alles gut wird

Die Einsamkeit des Bösen
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Ein Kriminalroman mit eindeutigen Tendenzen zum Thriller. Wie hart Alexandra auch an ihrem Glück arbeitet, immer wieder kommt ein Rückschlag, den sie korrigieren muss. Ihre Art und Weise der Korrektur ...

Ein Kriminalroman mit eindeutigen Tendenzen zum Thriller. Wie hart Alexandra auch an ihrem Glück arbeitet, immer wieder kommt ein Rückschlag, den sie korrigieren muss. Ihre Art und Weise der Korrektur ist nicht unbedingt alltagstauglich.

Mag sie noch so ungewöhnliche Methoden wählen, so formuliert Herbert Dutzler die Gedankengänge logisch und schlüssig. Der Leser bekommt beinahe den Eindruck Alexandra könne gar nicht anders handeln.

Alle anderen Figuren werden zu Nebenfiguren. Die gesamte Geschichte handelt von Alexandra und ihren Handlungen, ihren Gefühlen und ihrer Denkweise.

Der Aufbau des Buches ist in zwei Zeitebenen gegliedert. Diese wechseln sich kapitelweise ab. Einmal die Vergangenheit, als Alexandra ein Kind, eine Jugendliche war. Und die zweite Ebene ist die der Gegenwart. Alexandra ist verheiratet und zufrieden. Doch ein Lottogewinn bedroht dieses Glück. Ob sie es mit ihren Methoden schafft das Unglück abzuwenden, oder ob sie immer weiter in die Spirale des Bösen gezogen wird?

Den Titel „Einsamkeit des Bösen“ konnte ich nicht so ganz zuordnen. Vielleicht wenn man darauf schließt, dass jemand der Böses tut sich besser niemanden mitteilt.

Das Cover gefällt mir. Dieses Glück, in einem Ährenfeld zu stehen, ist allerdings verwaschen und unscharf. Gewitter und Wolken im Hintergrund zeigen weiteren Ärger an.

Ich hatte ein paar spannende, unterhaltsame und überraschende Stunden mit Alexandra. Am Ende fragte ich mich, ob man sich einen Lottogewinn wirklich noch wünschen soll. Wer weiß schon, wie man selbst oder der Partner wirklich reagiert.

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