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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2025

Vertauschte Rollen lassen Probleme hautnah spüren

Das Geschenk
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Durch „Das Geschenk“ des Präsidenten von Botswana, nämlich 20.000 Elefanten, erfährt Deutschland hautnah wie sich die Probleme der dortigen Bevölkerung anfühlen. Die Lösungen dieser Herausforderungen entstehen ...

Durch „Das Geschenk“ des Präsidenten von Botswana, nämlich 20.000 Elefanten, erfährt Deutschland hautnah wie sich die Probleme der dortigen Bevölkerung anfühlen. Die Lösungen dieser Herausforderungen entstehen aus einem Gemenge aus politischen und sozialen Überlegungen mächtiger Figuren, die wegen der Öffentlichkeitswirkung auch den Natur- und Tierschutz miteinbeziehen müssen.
Witzig und leicht zu lesen, grotesk in der Vorstellung eines solchen Geschenkes, aber die gesellschaftlichen und politischen Gedanken, Handlungen und Schachzüge sind leider durchaus vorstellbar. Hier trifft Gaea Schoeters den Punkt unserer Zeit sehr perfekt, wie ich denke. Manche Entscheidungen würden leichter oder anders fallen, müsste die Politik nicht immer auch ihr Gesicht wahren. Leider.
Das Cover finde ich sehr gelungen und schön in der Farbwahl.
Ich habe das Buch fast in einem Zug ausgelesen, da es mich mit jeder Seite neugieriger machte, wie die hohen Personen hier wieder rauskommen wollen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Viel rundherum, aber gute Ansätze und Überlegungen

Ja, nein, vielleicht
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Wir lesen hier viel von einem kaputten Zahn, einer besetzten Wohnung, alltäglichen Gedanken einer Frau in den besten Jahren und ihre Probleme als Single. Als alleinstehende Frau, als ich und kein Teil ...

Wir lesen hier viel von einem kaputten Zahn, einer besetzten Wohnung, alltäglichen Gedanken einer Frau in den besten Jahren und ihre Probleme als Single. Als alleinstehende Frau, als ich und kein Teil eines Wir. Was heißt das für sie, will sie es ändern, oder ist sie nicht bereit ihre Komfortzone für einen Mann zu verlassen. Diese Fragen stellen sich ihr erst, als ein alter Freund erneut in ihr Leben tritt. Wie das zu all den anderen – beinahe schon wirren - Gedanken und dem kaputten Zahn passt, das dürfen wir hier nachlesen.
Die Gedankengänge finde ich sehr anschaulich und nachvollziehbar. Immer wieder die Frage, welche Antwort die richtige ist. „Ja, nein, vielleicht“ Doris Knecht bringt harmlos wirkende Überlegungen und durchaus große Ängste in Verbindung. Zeigt auf, womit sich die Frau auseinandersetzen muss und welche Gefühle hochkommen.
Manchmal springt die Autorin allerdings sehr zwischen Gegenwart und Erinnerungen ihrer Figur hin und her. Auch war mir irgendwann die Zahnproblematik etwas zu viel. Klar findet der Zahn eine Entsprechung im Leben der Protagonistin, wenn ich ans Loslassen denke, aber etwas weniger Erwähnungen hätte mir auch gefallen.
Wie wird sich die Frau am Ende entscheiden? Lässt sie Friedrich in ihr Leben oder wird er Zaungast bleiben? Denn auf diese Fragen zielt das Buch ab und am Ende sind sie auch beantwortet. Für mich sind keine Fäden lose geblieben und ich kann die Protagonistin verstehen.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Starke Persönlichkeit, geht ihren Weg

Swift River
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Diamond wächst als einzige schwarze Person in „Swift River“ auf. Ihr Vater ist verschwunden, ihre Mutter teilweise selbst eher Kind als Erwachsene. Verwandtschaft ist bis auf ihre weiße Großmutter niemand ...

Diamond wächst als einzige schwarze Person in „Swift River“ auf. Ihr Vater ist verschwunden, ihre Mutter teilweise selbst eher Kind als Erwachsene. Verwandtschaft ist bis auf ihre weiße Großmutter niemand vorhanden. Schon früh begegnet Diamond Rassismus, Ablehnung, Gemeinheiten. Sie lernt trotz aller Widrigkeiten ihren Weg zu gehen.
Als plötzlich eine Tante mit ihr Kontakt aufnimmt, beginnt sie auch die Seite ihres Vaters zu verstehen und langsam kennenzulernen.
Für ihr Debüt hat sich Essie Chambers ein schweres Thema gewählt, aber sehr gut gemeistert. Es wirkt nicht deprimierend oder schwer, auch wenn die Handlungen oft nicht einfach auszuhalten sind. Gerade mit dem Wissen, dass die Zeit noch nicht lange vorbei ist, beziehungsweise manches Verhalten immer noch andauert.
Einzig hätte ich mir bei manchen Abschnitten ein schnelleres Vorwärtskommen gewünscht. Hin und wieder zog sich die Geschichte etwas, diese Stellen hätte man getrost kürzen können. Aber ansonsten finde ich das Buch gelungen und lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Gemütlich fließender Soft-Krimi mit sympathischem Ermittler-Quartett

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
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Dieser gemütlich fließende Soft-Krimi besticht durch seine Figuren. Alle vier sind mir sympathisch und wirken alltagstauglich. Natürlich hat jeder von ihnen sein Geheimnis, das bisher noch nicht ganz gelüftet ...

Dieser gemütlich fließende Soft-Krimi besticht durch seine Figuren. Alle vier sind mir sympathisch und wirken alltagstauglich. Natürlich hat jeder von ihnen sein Geheimnis, das bisher noch nicht ganz gelüftet wurde. Das passt aber für mich, da ja weiter Bände angekündigt sind.
Auch wenn er kein Kriminalbeamter mehr ist, so hat Markus Fischer in „Inspector Pescadores und der Tote im Pool“ seine lange antrainierten Fähigkeiten noch intus. Hilfreich für ihre private Ermittlung, hinderlich, da er vor seinen Freunden seinen früheren Job verbergen möchte. Noch haben sie keinen Verdacht, oder doch jemand? Hat vielleicht noch jemand aus der Gruppe bei seiner Vergangenheit etwas zurückgehalten?
Daniel Verano schreibt in einem leichten Stil. Das Lesen macht Spaß und lässt die Insel vor dem geistigen Auge auftauchen. Der Fall ist logisch aufgebaut, die Ermittlungen fühlen sich nicht gekünstelt an. Einzig waren mir, die ich der spanischen Sprache nicht mächtig bin, etwas zu viele spanische Sätze und Ausdrücke vorhanden. Zugutehalten möchte ich aber, dass diese sofort übersetzt oder erklärt werden.
Ich persönlich hätte mir vielleicht etwas mehr Landschaftsbeschreibung gewünscht, und dafür etwas weniger Gerichte und kochen im Allgemeinen. Aber das ist eben meine Auffassung und wäre zulasten der angenehmen Seitenzahl gegangen. Also grundsätzlich bin ich mit dem Kriminalfall im reinen und kann ihn nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Zart, behutsam, berührend und mit Tiefgang

Sunbirds
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Dieser Roman über loslassen, festhalten, suchen, finden, Liebe, Verzweiflung, Hoffnung, Wut, Angst, Trauer und verloren sein, wird von Penelope Slocombe mit Nachdruck erzählt. Einerseits diese zarte und ...

Dieser Roman über loslassen, festhalten, suchen, finden, Liebe, Verzweiflung, Hoffnung, Wut, Angst, Trauer und verloren sein, wird von Penelope Slocombe mit Nachdruck erzählt. Einerseits diese zarte und gefühlvolle Herangehensweise an das Thema und andererseits spürt man die Verzweiflung, das Nichtwahrhaben wollen von Anne.
Schön finde ich, dass es nicht nur den einen Strang über die Suche nach Torran gibt, sondern zeitgleich auch den mit Esther und ihrer Beziehung zu Anne. Hier wird die Entwicklung sehr deutlich und nach und nach aufgezeigt. Beim Strang über Torran eher spontan.
Die Vögel spielen ebenfalls immer wieder eine Rolle, sodass auch der Titel „Sunbirds“ nicht von ungefähr kommt.
Einzig nicht ganz nachvollziehen konnte ich Annes letzte Entscheidung. Gerade an ihrer Stelle hätte ich anders reagiert. Aber so sind alle unterschiedlich.
Grundsätzlich sind für alle Figuren die Enden abgerundet und fühlen sich stimmig an. Ich habe das Buch relativ schnell gelesen. Obwohl es kein leichtes Thema betrifft, fehlt dem Roman die Schwere. Interessanterweise hatte ich eher das Gefühl von Leichtigkeit, aber schon mit emotionaler Tiefe. Eine spannende Kombination.

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