Mit Witz und Humor, etwas zu konstruiert
Blut und Blümchen - Mord hat immer SaisonDie Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen ...
Die Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen würde, wage ich zu bezweifeln. Jeder kennt jeden, jeder weiß über jeden Bescheid – angeblich.
Nele schlägt dort zeitgleich mit der Leiche von Marvin Bär auf. Natürlich möchte sie so schnell wie möglich ihr Vereinslokal eröffnen, doch dazu muss erst der Mord aufgeklärt werden. In ihren Augen ist der Dorfpolizist Erik Gertner genau damit aber überfordert. Also, selbst ist die Frau.
Bis hierher hat mir die Geschichte „Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison“ wirklich gut gefallen. Doch die Ermittlungen von Nele an der Seite von Erik erweisen sich in meinen Augen als etwas überzogen und unrealistisch. Sie stellt die Fragen, er lässt es geschehen. Schon die Tatsache, dass er Nele zu Befragungen mitnimmt habe ich eigenartig empfunden, aber dass er ihr, einer Zivilperson, so sehr die Führung überlässt, klingt zu gewollt, zu konstruiert. Es macht mir Nele auch nicht unbedingt sympathisch. Und so bedürftig scheint Gertner nicht zu sein.
Witz und Humor finden durchaus seinen Platz, das gefällt mir. Auch Motiv und Täter sind nicht auf den ersten Blick erkennbar und benötigen Zeit um erkannt zu werden. Das wiegt meine Schwierigkeit mit Nele etwas auf, leider nicht so sehr, wie ich es gerne gehabt hätte.
Abschließend ist zu sagen, dass der Schreibstil von Christian Humberg sehr gut und flüssig zu lesen ist. Das Cover zeigt ein idyllisches Bild, das durchaus in der Hortensia spielen könnte. Für mich ist es ein wirklich sehr leichter Cosy-Krimi für Zwischendurch und möglicherweise stiehlt sich Nele in den weiteren Bänden noch in mein Herz.