Profilbild von Deidree

Deidree

Lesejury Star
offline

Deidree ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Deidree über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2025

Es bewegt sich, manchmal, leider nur der Zug.

In einem Zug
0

Die Reise geht von Wien nach München und ich wollte gerne mitfahren, da mir die Bücher von Daniel Glattauer in der Vergangenheit sehr gut gefallen haben. Aber leider wurde diese Reise nicht so kurzweilig ...

Die Reise geht von Wien nach München und ich wollte gerne mitfahren, da mir die Bücher von Daniel Glattauer in der Vergangenheit sehr gut gefallen haben. Aber leider wurde diese Reise nicht so kurzweilig wie ich erhofft hatte.
Seitenweise hatte ich das Gefühl neben den beiden „In einem Zug“ zu sitzen, ein Buch lesen zu wollen, aber ihre Stimmen zwingen mich zuzuhören. Nicht weil das Gespräch so interessant wäre, sondern weil die Stimmen permanent zu hören sind. Mit jeder Station wird diese Situation für mich ärgerlicher.
Am Ende gibt es noch eine nicht ganz unvorhergesehene Wendung, die das Ganze aber nicht mehr auffangen kann. Der Schreibstil ist flüssig und unkompliziert zu lesen, auch wenn es nur wenige Kapitel auf Basis der verschiedenen Haltestellen gibt.
Einige Stellen habe ich gerne gelesen. Mir hat auch sein Lebensmodel gut gefallen. Doch diese Szenen waren mir einfach zu wenig. Ich habe mich nicht durch die Seiten quälen müssen, aber ein zweitesmal würde ich das Buch nicht zur Hand nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2025

Sehr unterschiedlich; Frauen die wissen, was sie wollen

Versaute Eheschlampen - heiß, leidenschaftlich und verdorben | 8 geile erotische Geschichten
0

Das Buch enthält insgesamt acht Geschichten und eine Zusatzgeschichte die man sich online mit einem Code herunterladen kann. In jeder dieser Geschichten treffen wir selbstbewusste Frauen, die ihr Sexleben ...

Das Buch enthält insgesamt acht Geschichten und eine Zusatzgeschichte die man sich online mit einem Code herunterladen kann. In jeder dieser Geschichten treffen wir selbstbewusste Frauen, die ihr Sexleben genießen. Und alle haben eines gemeinsam. Sie sind verheiratet, genießen aber die außerehelichen Freuden ohne Reue oder Schuldgefühle. Ob dies in Ordnung ist, werde ich hier nicht kommentieren, das muss jeder für sich entscheiden. Doch der Titel „Versaute Eheschlampen“ weist schon die Richtung und so weiß jeder Leser worauf er sich einlässt.
Das Cover gibt ebenfalls etwas die Richtung vor, indem es eine junge, attraktive Frau mit eher weniger als mehr an Kleidung zeigt. Es ist in meinen Augen wieder edel und stimulierend gemacht.
Hannah Stevens lässt ihre Figuren selbst erzählen, sie fest im Leben stehen. Sie sind jung, dynamisch, attraktiv und offen für Neues. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und hocherotisch.
Die einzelnen Geschichten handeln von unterschiedlichen Begegnungen, sei es regelmäßiger Sex mit dem Chef, oder gar ein Gangbang mit mehreren Chefs, sei es ein geheimes Treffen in einem Schloss, oder ein paar Stunden mit einem Callboy, auf jeden Fall kommen die Frauen auf ihre Kosten. Genauso wie der Leser, dessen Kopfkino schnell Bilder produziert.
Ich habe von diesen acht Geschichten alle gerne gelesen, nur eine konnte mich persönlich nicht erreichen. Doch das lag an dem jungen Mann und sein Naheverhältnis zur Frau, nicht an der Erotik der Geschichte.
Dieses Buch kann ich jedem Freund der erotischen Geschichten uneingeschränkt empfehlen, soferne eine gewisse Lockerheit im Umgang mit der ehelichen Zweisamkeit gegeben ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2025

Ella reduziert sich, findet dabei sich selbst und die Liebe

Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben
0

Ein Jahr lang in einem Tiny House zu leben, sich zu reduzieren, den Konsum weitgehend einzuschränken und darüber eine Reportage zu schreiben, so war das Projekt von Ella gedacht. Dass sie dabei mehr als ...

Ein Jahr lang in einem Tiny House zu leben, sich zu reduzieren, den Konsum weitgehend einzuschränken und darüber eine Reportage zu schreiben, so war das Projekt von Ella gedacht. Dass sie dabei mehr als einmal an ihre Grenzen stößt und so nebenbei nicht nur sich selbst, sondern auch die Liebe findet, das wiederum war nicht geplant.
Ella wird als selbstbewusste Frau dargestellt. Sie hat in ihrem Leben einiges gesehen und erreicht. Ihre Handlungen, Gedanken und Gefühle sind weitgehend nachvollziehbar. Jede der Figuren hat ihre Macken und eigene Geheimnisse. Diese kommen im Laufe des Buches nach und nach ans Tageslicht. Das gefällt mir, denn so hatte ich das Gefühl langsam in die Gemeinschaft einzutauchen.
Generell interessant finde ich die Lebensform dieser Tiny House Siedlung. In meinen Augen hat Kristina Günak den Alltag, die Probleme, aber auch die Freiheiten sehr schön auf den Punkt gebracht. Rundum darf sich auch eine Liebesgeschichte entwickeln.
Gegen Ende kommt es zu einem sehr spannend aufgebauten Szenario. Menschlich fand ich auch diesen Teil wunderbar gelungen. Einzig die Logik konnte mir hier nicht ganz glaubwürdige Erklärungen liefern, ebenfalls zu glatt lief mir zum Beispiel die Beschneidung der Apfelbäume. Doch das sind auch schon die gravierendsten Punkte, die mir bei „Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben“ eher weniger zugesagt haben.
Dieser Wohlfühlroman, der so nebenbei auch noch von einer unbekannten, aber interessanten und vielleicht sogar erstrebenswerten Wohnform erzählt, ist durchaus empfehlenswert. Ich mochte die Geschichte und die Entwicklung der Figuren genauso, wie die Beschreibung des Lebens in dieser Gemeinschaft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2025

Mit Witz und Humor, etwas zu konstruiert

Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison
3

Die Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen ...

Die Kleingartensiedlung Hortensia mit ihren teilweise schrulligen, aber einzigartigen Figuren ist witzig aufgebaut. Man kann sich die Gemeinschaft wirklich gut vorstellen. Aber ob ich dort leben wollen würde, wage ich zu bezweifeln. Jeder kennt jeden, jeder weiß über jeden Bescheid – angeblich.
Nele schlägt dort zeitgleich mit der Leiche von Marvin Bär auf. Natürlich möchte sie so schnell wie möglich ihr Vereinslokal eröffnen, doch dazu muss erst der Mord aufgeklärt werden. In ihren Augen ist der Dorfpolizist Erik Gertner genau damit aber überfordert. Also, selbst ist die Frau.
Bis hierher hat mir die Geschichte „Blut und Blümchen - Mord hat immer Saison“ wirklich gut gefallen. Doch die Ermittlungen von Nele an der Seite von Erik erweisen sich in meinen Augen als etwas überzogen und unrealistisch. Sie stellt die Fragen, er lässt es geschehen. Schon die Tatsache, dass er Nele zu Befragungen mitnimmt habe ich eigenartig empfunden, aber dass er ihr, einer Zivilperson, so sehr die Führung überlässt, klingt zu gewollt, zu konstruiert. Es macht mir Nele auch nicht unbedingt sympathisch. Und so bedürftig scheint Gertner nicht zu sein.
Witz und Humor finden durchaus seinen Platz, das gefällt mir. Auch Motiv und Täter sind nicht auf den ersten Blick erkennbar und benötigen Zeit um erkannt zu werden. Das wiegt meine Schwierigkeit mit Nele etwas auf, leider nicht so sehr, wie ich es gerne gehabt hätte.
Abschließend ist zu sagen, dass der Schreibstil von Christian Humberg sehr gut und flüssig zu lesen ist. Das Cover zeigt ein idyllisches Bild, das durchaus in der Hortensia spielen könnte. Für mich ist es ein wirklich sehr leichter Cosy-Krimi für Zwischendurch und möglicherweise stiehlt sich Nele in den weiteren Bänden noch in mein Herz.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.12.2024

Flottes Tempo, spannend und überraschend

Nachtflut
0

Eine Naturkatastrophe mitzuerleben muss traumatisierend sein, noch viel mehr, wenn schon vorher eine psychische Schwachstelle vorhanden war. So wie bei Elisa, die nach dem Tod ihrer Schwester Lizzy unter ...

Eine Naturkatastrophe mitzuerleben muss traumatisierend sein, noch viel mehr, wenn schon vorher eine psychische Schwachstelle vorhanden war. So wie bei Elisa, die nach dem Tod ihrer Schwester Lizzy unter Angstzuständen leidet und mehr Tabletten schluckt, als ein Arzt verschreiben würde.
Extrem gut hat Stina Westerkamp die Stimmung während der Sturmflut eingefangen. Der Leser fühlt sich beinahe mittendrinn. Der Orkan, die Wassermassen, der starke Regen sind genauso fühlbar wie die Beklemmung mit Menschen in einem Haus gefangen zu sein, denen man nicht vertrauen kann. Dazu die recht gut beschriebene Verzweiflung von Elisa bei ihrer Suche nach irgendwelchen Tabletten.
Die Figuren sind in ihren Handlungen authentisch, ihre Gedanken und Gefühle meist nachvollziehbar und verständlich. Abwechselnd wird eine der Figuren in den Vordergrund gerückt, und aus ihrer Sicht erzählt, sodass der Leser aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Szenario blicken kann.
Schnell ist klar, dass jede Person ein mehr oder weniger großes Geheimnis mit sich trägt. Dies zu ergründen macht Spaß, vor allem, da es nicht immer das ist, woran man zuerst denkt (zumindest bei mir war es so). Bis zum Ende sind dann die meisten Fragen auch geklärt.
Der Titel „Nachtflut“ war für mich jetzt nicht ganz erklärbar, nur weil auch nachts die Sturmflut wütet? Aber dafür gefällt mir aber das Cover umsomehr.
Grundsätzlich habe ich den Thriller spannend, überraschend, emotional packend, sehr bildhaft beschrieben, flott im Tempo und sprachlich überzeugend empfunden. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere