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Veröffentlicht am 24.04.2026

Poe und Tilly Bradshaw ermitteln

Der Zögling
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Dies ist der erste Band des britzischen Autors M.W. Craven, der sich um die Figuren Washington Poe und Tilly Bradshaw dreht. Diese beiden Figuren sind auch das Herz und die Seele des Thrillers und machen ...

Dies ist der erste Band des britzischen Autors M.W. Craven, der sich um die Figuren Washington Poe und Tilly Bradshaw dreht. Diese beiden Figuren sind auch das Herz und die Seele des Thrillers und machen ihn neben der Spannung in der Handlung ganz besonders lesenswert.

Ein Serienmörder quält seine Opfer in den uralten Steinkreisen von Cumbria und verbrennt sie lebendig. Der Täter hinterlässt keine Hinweise – bis bei einer sorgfältigen Untersuchung die scheinbar zufälligen Foltermale des dritten Opfers den Namen „Washington Poe“ offenbaren. Ist Detective Poe das nächste Ziel? Seine ehemaligen Kollegen von der National Crime Agency, insbesondere aus der Spezialeinheit Serious Crime Analysis Section, holen Poe aus dem Ruhestand zurück, den er seit seiner Suspendierung genießen wollte.

Trotz Poes Widerwillen muss er akzeptieren, dass die Tätowierung seines Namens beim dritten Opfer ihn selbst zum möglichen nächsten Opfer machen könnte. Oder könnte die Tätowierung vielleicht einen Hinweis auf den Täter liefern? Seine frühere Kollegin und aktuelle Vorgesetzte, DI Stephanie Flynn von der Spezialeinheit setzt ihn unter Druck und verlangt seine Rückkehr in den Dienst. Die Hierarchie hat sich jedoch verändert. Flynn, mit der Poe gerne zusammengearbeitet hat, stellt ihm für diesen speziellen Fall seine neue Partnerin vor: die technisch äußerst talentierte, aber sozial völlig inkompatible Analystin Tilly Bradshaw.

Mit der Entdeckung weiterer Opfer und Hinweise in »Der Zögling«, die offensichtlich gezielt Poe betreffen, stoßen die beiden Ermittler auf ein gut verborgenes Geheimnis, das möglicherweise die Morde erklärt. Als Poe dem Täter näher kommt, wächst der beunruhigende Verdacht, dass er den Mann erkennt, den die Medien als „den Brandopferer“ bezeichnet haben, da er seine Opfer in Flammen opfert. Die Ermittlungen nehmen eine dramatische Wendung, als Tilly ein wichtiges Puzzlestück findet, das die Verbindung zwischen den Opfern und einem alten Fall aufzeigt. Poe muss sich seinen eigenen Dämonen stellen, während er gleichzeitig versucht, Tillys analytische Denkweise zu verstehen und zu nutzen.

Die Uhr tickt, denn der Brandopferer scheint einen weiteren Mord zu planen, der noch grausamer sein könnte als die vorherigen. Gemeinsam müssen sie die Rätsel entschlüsseln, bevor es zu spät ist, und dabei erkennen, dass Vertrauen zwischen ihnen der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Jagd nach der Wahrheit führt sie an unerwartete Orte und bringt sie in große Gefahr.

Tilly Bradshaw war schon als Kind eine Überfliegerin, ihr enorm hoher IQ machte sie zur Besten in der Schule. Doch während andere Kinder Freundschaften schlossen und die Welt erkundeten, war Tilly stets mit Büchern und ihrem Lernen beschäftigt, was dazu führte, dass sie kaum Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen konnte. Ihre technische Begabung als Analystin ist beeindruckend, doch in der Behörde ist sie eine unkonventionelle Figur, die sich jedweder Außeneinsätze verweigert. Tilly zieht es vor, am Schreibtisch zu bleiben, denn das Verständnis für zwischenmenschliche Beziehungen bleibt ihr fremd. Lediglich DI Flynn, ihre Vorgesetzte, hat es geschafft, ihr etwas beizubringen: sie folgt ihren – und nur ihren – Anweisungen blind und bringt ihre Fähigkeiten so auf ihre eigene, einzigartige Weise ein.

Washington Poe war anfangs ein rätselhafter Kollege für Tilly, die in ihrer ungestümen Art und Weise kaum zu begreifen war. Doch je mehr er sich mit dem Mädchen einließ, desto klarer wurde ihm, dass er nicht nur ein Kollege, sondern auch ihr Beschützer sein könnte. Mit jedem gemeinsamen Schritt auf dem Weg der Datenanalyse erkannte Poe, wie wertvoll Tillys einzigartiges Bauchgefühl war, das sie sich langsam aber sicher aneignete. Ihre Verbindung wuchs, als er ihr zusicherte, dass er ihr Freund sei – ein Versprechen, das sie tief in ihrem Herzen verankerte. Auch Edgars Präsenz, Poes treuer Spaniel, steuerte zu ihrer Beziehung bei und sorgte für ein entspanntes, herzliches Miteinander, das es Tilly erleichterte, sich zu öffnen und das Vertrauen in ihren neuen Freund zu festigen.

Insgesamt zeigt sich in »Der Zögling«, dass neben der fesselnden Spannung und den unerwarteten Wendungen in der Jagd nach dem Serientäter die Entwicklung der Beziehung zwischen Poe und Bradshaw den Leser besonders fesselt. Die humorvollen Dialoge und die witzigen Wortwechsel der beiden Charaktere bringen nicht nur Leichtigkeit in die düstere Handlung, sondern sorgen auch dafür, dass man immer wieder schmunzeln muss. Diese gelungene Mischung aus Krimi und zwischenmenschlicher Dynamik bei »Der Zögling« macht den Thriller zu einem unvergesslichen Leseerlebnis.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 22.04.2026

Das Schwert von Artus, dem Nicht-König - schlachtenreiches Ende der Artus-Sage

King Arthur: Excalibur
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Dieser historische Roman von Bernard Cornwell bildet den abschließenden Teil der bedeutenden Trilogie über die Artus-Saga.

Die friedliche Herrschaft Arthurs steht vor ihrem Ende, und die keltischen Reiche ...

Dieser historische Roman von Bernard Cornwell bildet den abschließenden Teil der bedeutenden Trilogie über die Artus-Saga.

Die friedliche Herrschaft Arthurs steht vor ihrem Ende, und die keltischen Reiche drohen zu fallen. Die Sachsen setzen den britischen Ureinwohnern der Inseln, den Britanniern, zu und wollen sie verdrängen oder unterjochen.

Um die feindlichen Truppen zurückzuschlagen, verlangt die Priesterin Nimue ein großes Opfer. Doch Arthur lehnt es ab, seinen Sohn zu opfern. Mit Merlins Unterstützung schafft er das Unvorstellbare und erringt den Sieg über die Sachsen, vermutlich in der Nähe des heutigen Bath.

Doch die Flammen der Unruhe lodern bereits im eigenen Land: Mordred, auch bekannt als der Krüppelkönig, hegt seit geraumer Zeit einen tiefen Hass gegen seinen Vormund. In der Nacht, in der die Verstorbenen unter den Lebenden umhergehen, beschließt Nimue, mit Feuer und Blut die alten Götter zu beschwören.

Derfel, ein treuer Gefolgsmann von Arthur, führt uns durch die stürmischen Zeiten der Ritter und Kriege, die Bernard Cornwell mit einem packenden Stil erzählt, der an die Abenteuer Uhtreds erinnert. In seiner Erzählung reiht sich eine Schlacht an die nächste, und selbst die strahlendsten Siege scheinen nur Vorläufer neuer Konflikte zu sein. Während der Blutvergießung und dem Geschrei der Kämpfenden spinnen sich Intrigen, Verrat und Verbrechen, die das Geschehen noch komplexer machen. So wird der Leser Zeuge, wie der Mut und die Loyalität von Derfel in einer Welt auf die Probe gestellt werden, die von Machtgier und Chaos beherrscht wird.

In der schimmernden Welt von Camelot, wo Geschichten von Ritterlichkeit und Ehre die Luft erfüllen, verbirgt sich eine ungewohnte Konstellation, die selbst die kühnsten Träumer überraschen könnte. Lancelot, der legendäre Held, wird nicht als strahlender Ritter dargestellt, sondern als Verräter, dessen Herz auf der Seite des Feindes schlägt. Dies ist eine Wendung, die die vertrauten Erzählungen über die Tafelrunde auf den Kopf stellt und die Illusion von unerschütterlicher Loyalität zerbricht.

Die glorreichen Schlachten und heldenhaften Taten scheinen plötzlich von einer dunklen Schattenseite überschattet zu sein, die ich in den unzähligen Filmen über Arthur und seine Ritter noch nie so detailliert erlebt habe. Diese ungewohnte Konstellation lädt dazu ein, die Komplexität von Freundschaft und Verrat neu zu betrachten und die wahren menschlichen Emotionen hinter den Legenden zu erkennen.

In den „Geschichtlichen Anmerkungen“ am Ende des Romans gibt Bernard Cornwell einen Einblick in die Geschichtsschreibung und seinen Quellen. Es entfaltet sich ein faszinierendes Bild der legendären Figur Arthur, dessen Existenz bis heute von Experten heftig diskutiert wird. Viele Historiker fragen sich, ob Arthur ein römischer Offizier oder ein keltischer Krieger war, und die Antworten scheinen so vielfältig wie die Mythen, die sich um ihn ranken. Während einige verblüffende Theorien aufstellen, bleibt die historische Realität oft im Schatten der Legende.

Besonders spannend sind die wenigen bekannten Schauplätze der Schlachten, wobei Bath als der bedeutendste Ort hervorsticht, wo die Sachsen eine entscheidende Niederlage erlitten. Cornwell lädt seine Leser ein, sich in die geheimnisvolle Welt vergangener Zeiten zu vertiefen und die Grenzen zwischen Mythos und Geschichte zu erkunden.

In einer Zeit voller Machtspiele, Intrigen und unvorhersehbarem Verrat entfaltet sich die Geschichte von »King Arthur: Excalibur«. Diese packende Erzählung bietet einen faszinierenden Blick auf die Ritter der Tafelrunde und entführt uns in das mögliche wahre Geschehen des sechsten Jahrhunderts.

Die Protagonisten sind lebendig und vielschichtig, jeder mit eigenen Zielen und Geheimnissen, die die Handlung mit Spannung aufladen. Die Kämpfe sind nicht nur physische Auseinandersetzungen, sondern auch Schlachten um Loyalität und Glaube. Die düstere Atmosphäre und die geschickte Verflechtung von Mythos und Realität halten den Leser bis zur letzten Seite gefesselt.

»King Arthur: Excalibur« ist eine meisterhafte Neuinterpretation, die sowohl Liebhaber klassischer Geschichten als auch Neugierige in ihren Bann ziehen wird. Ein absolutes Muss für alle, die sich in die Welt der Ritter und Legenden entführen lassen möchten.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 14.04.2026

Spannend und humorvoll: mysteriöser Mordfall in Whitby

Moornacht
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Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil ...

Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil gehalten ist, entführt die Leser in das ruhige englische Küstenstädtchen Whitby.

In der frostigen Umarmung des Winters findet sich das charmante Städtchen Whitby wieder, als DCI Bolton, kurz vor dem großen Ruhestand, zu einem unliebsamen Einsatz gerufen wird. Inmitten einer moorigen Nacht entdeckt man im dichten Nebel die verbrannte Leiche eines Herrn, der offenbar tiefer im Glücksspiel und im schillernden Rotlichtmilieu steckte, als es ihm lieb gewesen wäre.

Zur gleichen Zeit taucht seine neue Kollegin, die etwas andere Samantha Fox, auf – ausgestattet mit ihren unkonventionellen Ansätzen und einem feinen Gespür für geheime Verbindungen. Als eine Dame ins Spiel kommt und behauptet, ihr Freund sei vor Jahren genau an diesem Ort das Zeitliche gesegnet, beginnt Fox, heimlich ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. Dabei entfaltet sich ein Netz aus Lügen und düsteren Geheimnissen, das selbst in der finstersten Moornacht nicht zur Ruhe kommt. Denn eines ist für das kleine Whitby klar: jeder weiß etwas weiß, aber niemand will etwas sagen.

Obwohl der Autor aus Deutschland stammt, hat er sehr viel Lokalkolorit mit Pub-Besuchen und Folkmusik in diesen Krimi hineingelegt, was ihn zu einer sehr unterhaltsamen und interessanten Lektüre macht. Bislang war Ian Bray mit seinen Cornwall-Krimis bekannt, nun hat er sich auf eine nördliche Region, Yorkshire, zubewegt, und bringt den Lesern auch diesse Gefilde nahe. Damit folgt er durchaus den humorvoll angelegten Krimis der Dales Tetectives von Julia Chapman oder auch den Thrillern von M.W. Craven.

Besonderen Spaß macht das Verhältnis der beiden Protagonisten. Detective Chief Inpector George Bolton, der kurz vor seinem Ruhestand nach einem Ersatz ausschaut und sowieso mehr Personal in seinem CID benötigt, auf der einen Seite. Und dann die ihm zugeteilte Detective Sergeant Samantha Fox, die aus Scarborough hierher versetzt wurde. Fox ist Punkerin und spielt in ihrer Freizeit Schlagzeug. Feste Regeln sind keinesfalls ihr Ding, weshalb sie auch ihren vorherigen Arbeitsplatz verlassen musste, obwohl sie sehr erfolgreiche Ermittlungsarbeit geleistet hat.

Der Konflikt zwischen Bolton und Fox ist vorgegeben und wird in der Folge der Ermittlungen ein höchstbekömmliches und spannendes Amüsement. Die Schranken, die der DCI manifestieren will, scheinen keine Wirkungh beim DS zu erzielen. Und dennoch kann auch Bolton sie nicht in allem verurteilen. Diese Konflikt und das Voranschreiten der Beziehung von Chef und neuer Mitarbeiterin lässt so manches Mal den Kriminalfall in Vergessenheit geraten.

Der allerdings ist ebenso mit sehr vielen Wendungen und Überraschungen gespickt, so dass es kaum Sinn macht, zwischendurch mitzurätseln, denn meist kommt es doch anders als gedacht.

»Moornacht« von Ian Bray ist ein fesselnder Krimi, der nicht nur die Krimifans begeistert. Das Ermittlerpärchen bringt frischen Wind in die Ermittlungen und sorgt für die nötige Prise Humor. Besonders amüsant ist DS Waters, ein Sukkulenten-Sammler, der mehr über Pflanzen weiß als über die menschliche Natur. Private Konflikte zwischen den Hauptfiguren machen die Geschichte lebendiger und fesselnder.

Die Vielzahl an Verdächtigen hält die Leser auf Trab, während das Lokalkolorit und das Pub-Leben für eine authentische Atmosphäre sorgen. Man kann förmlich den Geruch von frisch gezapftem Bier und die Geschichten der Stammgäste riechen. „Moornacht“ ist nicht nur ein Krimi, sondern eine unterhaltsame Reise durch eine skurrile Welt voller Charaktere und Geheimnisse. Empfehlenswert für alle, die einen spannenden Abend mit einem Lächeln verbringen möchten!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Sehnsucht nach einem Zuhause

Die Sehnsucht, die bleibt
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Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen ...

Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen Unterernährung zusammen mit tausend anderen Kindern nach Portugal verschickt wurde, um dort in einer Pflegefamilie aufgepäppelt zu werden.

Renis Geschichte beginnt in Wien 1953. Reni stimmt stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist gerade zehn Jahre alt. Sie hat noch zwei Brüder, aber der Altersunterschied zu denen ist so enorm, dass sie eigentlich keinen Kontakt zu ihnen hat. Die Mutter ist depressiv und melancholisch und verlässt kaum das Bett. Aber die Großmutter sorgt für die Kinder. Sie wohnt bei Ihnen und kümmert sich um alles.

Als Reni vom Pfarrer und von der Großmutter erfährt, dass sie nach Portugal geschickt werden soll, ist sie tief traurig. Sie möchte nicht dorthin, denn sie fühlt sich verantwortlich für ihre Familie und sie möchte nicht ihre Oma alleine zurücklassen.

Als sie dann aber schließlich in Portugal ankommt und von einer Familie aufgenommen wird, kann die Überraschung nicht größer sein. Die Familie ist eine sehr reiche Familie und hat drei Töchter. Die jüngste Tochter ist etwa im Alter von Reni. Reni wird überaus liebevoll und wohlwollend in diese Familie aufgenommen. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass es innerhalb einer Familie so viel Liebe gibt und dass sie sich auch keinerlei Sorgen um das Essen machen muss, wie sie es zu Hause in Wien erlebt hat. Hier in Lissabon findet sie ein Zuhause, wie sie es sich schon immer gewünscht hatte. Sorgenfrei und mit Freundinnen.

Auch, nachdem sie wieder mit den anderen Kindern nach Österreich zurück musste, haben der Pflegevater sowie ihre Oma und der Pfarrer zu Hause Wege gefunden, sie erneut nach Portugal zu schicken.

Kerstin Lange erzählt die bewegende und fesselnde Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Hauptfigur erlebt zahlreiche Konflikte und positive Wendungen, sodass das Interesse an der Erzählung niemals schwindet. Immer wieder hofft man, dass es dem Mädchen gut geht und sich alles zum Positiven wendet.

Die Autorin beschreibt die Reise nach Portugal für ihre Protagonistin als ein Symbol der Hoffnung und des Neuanfangs. Während Reni die warmen Strahlen der Sonne auf ihrer Haut spürt, erkennt sie, dass sie nicht allein ist. Die Liebe und Unterstützung ihrer neuen Familie geben ihr den Mut, ihre Ängste zu überwinden. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an ihre alte Heimat ein ständiger Begleiter, der sie dazu anregt, ihre Träume zu verfolgen. Mit jedem Tag in Portugal wächst ihr Selbstvertrauen, und sie beginnt, an sich selbst zu glauben.

Doch leider gibt es auch sehr viel düsteres in im Leben von Reni. So freut man sich immer wieder, wenn sie ein wenig Glück erfährt.

Die Geschichte »Die Sehnsucht, die bleibt« ist sehr vielschichtig, weil sie auch in zwei verschiedenen Familien spielt. Nur die Protagonistin ist die Brücke zwischen ihrer Familie in Wien und der Familie in Lissabon. Obwohl Reni später auch Freunde in Wien hat, so zieht es sie immer wieder nach Lissabon. Das Leben dieses Mädchens ist von Kerstin Lange sehr spannend erzählt. Die Dramaturgie macht es zu einem Pageturner, obwohl es kein Thriller ist.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 01.04.2026

Die Schattenarmee in Deutschland

Der Prinz
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Dieser Thriller von Magdalena Parys ist der zweite Roman der Berlin-Trilogie dieser Autorin nach »Der Magier«. Der Roman der in Berlin lebenden Schriftstellerin erschien bereits 2020 in Polen. Der Wiener ...

Dieser Thriller von Magdalena Parys ist der zweite Roman der Berlin-Trilogie dieser Autorin nach »Der Magier«. Der Roman der in Berlin lebenden Schriftstellerin erschien bereits 2020 in Polen. Der Wiener Polente Verlag hat ihn nun in deutscher Sprache für den deutschsprachigen Buchmarkt herausgebracht.

Es beginnt alles recht unkompliziert. Im Berliner Dom entdeckt man die Leiche eines gekreuzigten Priesters. Bald wird klar, dass es an einem anderen Ort bereits einen ähnlichen Fall gab und dass die Öffentlichkeit sowie die Medien nicht von diesen Leichnamen erfahren dürfen. Der Berliner Polizeipräsident erhält von einer einflussreichen Person den Auftrag, die Morde zu untersuchen und gleichzeitig die Informationen vor der Presse zu verbergen.

Nahezu zeitgleich mit der Entdeckung der Leiche kommt es unter rätselhaften Umständen zu einem Feuer in einer Unterkunft für Migranten. Aber nicht nur an diesem Ort, auch in anderen Bundesländern nehmen separatistische Tendenzen zu, und ein schädlicher Nationalismus scheint sich erneut zu etablieren. Ein erheblicher Teil der Bundeswehr wird dabei als einflussreich angesehen.

Aber wem nützen diese scheinbar willkürlichen Ereignisse wirklich? Einem rücksichtslosen Individuum, das sich selbst als Prinz tituliert und inspiriert von Gabriele D’Annunzios Experiment in Fiume, das Imperium Germanum neu erwecken möchte? Einer geheimen Organisation, die sich der demokratischen Aufsicht entzieht? Oder etwa Regierungsvertretern, die um die höchste Position im Staat ringen?

Der Polizeipräsident von Berlin, Tschapieski, die Fernsehreporterin Dagmara Bosch und Kommissar Kowalski gehen tief in die Komplexität dieses Falls, bei dem auch die Zukunft des Staates auf dem Spiel steht.

Als ich vor dem Erscheinen des Romans »Der Prinz« den Klappentext gelesen hatte, empfand ich eine gewisse Ähnlichkeit zu einem weitaus bekannteren Werk der Literatur: »Die Akte Odessa« von Fredrick Forsyth. Und tatsächlich wird zwischen Widmung und erstem Kapitel darauf hingewisen, dass beide Romane dieselbe Wurzel an Informationen als Ausgangspunkt nutzen. Die geheime Gründung einer Armee nach dem zweiten Weltkrieg durch Wehrmacht- und SS-Veteranen, die nicht einsehen wollten, dass Deutschland den Krieg verloren hatte.

Mit dieser Information machte mir der Roman sofort mehr Spaß und ich fand es auch klasse, dass die Autorin mit einem kurzen Statement innerhalb des Textes hierauf eingeht. Darüberhinaus steht sie dem großen britischen Schriftsteller nicht nach. Ähnlich wie der nutzt auch sie die Möglichkeit, weiteres Detailwissen oder fiktive Lebensläufe in die Handlung einzuflechten.

Sehr vielschichtig ist die Handlung von »Der Prinz« in verschiedene Stränge aufgebaut, die sich an einzelnen Figuren festmachen. Es braucht viele Seiten, bis man gut und böse voneinander getrennt hat und weiß dennoch nicht, ob diese Einschätzung auch am Ende so bleibt, oder ob nicht doch noch eine Überraschung wartet. So viel sei verraten: Es gibt mehr als eine Überraschung!

Die Figuren werden sehr umfangreich beschrieben. Dafür halten nicht einfach nur Personenbeschreibungen her, sondern ganze separate Handlungsstränge und Szenen befassen sich mit Teilen aus dem Leben der jeweiligen Figur. Damit werden sie vielschichtig, nahbar, liebens- oder hassenswürdig. Ihre Motive für ihr Verhalten während der Haupthandlung werden offenbar und das Verhalten selbst als plausibel.

Nicht nur die vielseitige Spannung in »Der Prinz« rund um eine Verschwörungstheorie und die mit bedacht gestalteten Figuren haben mir sehr gefallen. Auch die Geschaltung des Buches hat mir gefallen. So wird jedes Kapitel durch ein Gemälde aus sogenannten „Beutekunst“ eingeleitet. Neben der Abbildung der Gemälde wird deren Namen und Herkunft genannt und zusätzlich mit der Information beschrieben, wo sich das Bild einmal befunden hat und wohin es im oder nach dem zweiten Weltkrieg gekommen war. Außerdem gibt es in jedem Kapitel einen sehr interessanten Bibelspruch, ein Zitat, welches sich durchaus auf die Handlung bezieht.

Der Roman ist top-empfehlenswert für Leser, die gerne Thriller im Dunst von Verschwörungstheorien, Neo-Nazis und Geheimdiensten lesen. Fans von Frederick Forsyth werden auch diesen Roman lieben.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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