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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ethan Cross und sein neuer bodenständiger Ermittler

Racheritual
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Dieser Thriller von Ethan Cross ist der erste Band der Baxter-Kincaide-Reihe. Neben seinem Protagonisten Francis Ackerman, der den Autor in die erste Liga der Beliebtheit in Sachen Thriller bei den Lesern ...

Dieser Thriller von Ethan Cross ist der erste Band der Baxter-Kincaide-Reihe. Neben seinem Protagonisten Francis Ackerman, der den Autor in die erste Liga der Beliebtheit in Sachen Thriller bei den Lesern schoss, wird die neue Reihe um den Privatdetektiv Baxter Kincaide ebenso erfolgreich sein. Dafür sorgt alleine schon dessen Partnerin im Job.

Baxter, genannt Bax, quittierte den Polizeidienst, nachdem bei einem verkorksten Fall von Serienmorden sein Partner Terry fast draufgegangen wäre. Nur losgelöst von der Polizei kann sich der unangepasste Ermittler. der sich gerne Mal eine Line reingezogen hatte, auf die perfiden Spiele der Täter einlassen. Das ist seine Methode, die Täter zur Strecke zu bringen. Seine ehemaligen Kollegen beim San Francisco Police Department wissen das und haben ihn noch nicht vergessen.

So wird Bax regelmäßig als »Berater« engagiert. Das Problem bei diesem neuen Fall ist allerdings, dass es sich immer noch um den alten Fall von vor zehn Jahren handelt. Er hatte damals den Ravenkiller zusammen mit Terry hinter Gitter gebracht. Und jetzt sieht es aus, als würde dieses Monster freigelassen werden.

Das Besondere an dem legendäre Ravenkiller, der vor zehn Jahren geschnappt wurde, ist, dass er sich durch blutige Markenzeichen einen Namen gemacht hatte. Er ritzte seinen grausam zugerichteten Opfern Runen aus der nordischen Mythologie in die Stirn. Ganz klar ein Fall für Baxter Kincaid, der auf Ritualmorde, Serienkiller und die dunkelsten aller Verbrechen spezialisiert ist.

Ethan Cross hat mit dem Protagonisten einen bodenständigen Ermittler geschaffen, der nicht über Superkräfte verfügt und gelegentlich kokst. Seine Liebe gilt Rockmusik und Vinyl-Platten, insbesondere die Erstpressung von „Dark Side Of The Moon“ von Punk Floyd hat es ihm angetan. Aber dazu mehr im Roman.

Doch wenn der erste Protagonist schon keine Superkräfte hat, dann hat er wenigstens eine Partnerin in seiner Detektivfirma Baxter Kincaide International. Corin ist nur ein Meter und fünfzig groß, trägt eine Beinprothese und trainiert regelmäßig mit berühmten Mixed Martial Arts Kämpfern. Ihr sollte sich keiner in den Weg stellen.

Schließlich wird den beiden Detektiven noch eine Spezialagentin vom FBI an die Seite gestellt. Sie ist vom Dienst suspendiert und soll auf Befehl ihres Chefs Baxter eigentlich nur im Auge behalten. Was schief geht und ratzfatz scheint sie zum Team zu gehören. Zwar mit Widerwillen, aber die Situation erlaubt ihr nicht auszubrechen.

Ethan Cross hat in »Racheritual«ein umwerfendes Ermittlerteam aufgestellt, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Die Szenerie mit den Verschwörungstheoretikers und den Möchtegern-Wikingern schafft zusätzlich ein sehr interessantes Umfeld im Rahmen der Ermittlungen. Zwar spielt sich alles in einem Handlungsstrang ab, aber das heißt ja nicht, dass es keine Wendungen und Überraschungen gibt. Die gibt es zur Genüge bei der Aufklärung und der Jagd der Gegner als auch in der privaten Sphäre, um die Sympathie für die Figuren zu gewinnen.

Nicht nur bei Francis Ackerman junior müssen die Leser den Atem anhalten, denn auch der neue Ermittler Baxter Kincaide und sein Team legen eine rasante Jagd auf einen extrem perfiden Serienkiller hin und ich kann diesen Thriller nur empfehlen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 25.02.2026

Samson und Delilah – ein himmlisches Duo

Rendezvous mit Todesfolge
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Dies ist der erste Band der Krimireihe um die Dales Detectives, die in der faszinierenden Landschaft der Yorkshire Dales spielt. Diese Landschaft ist z.B. auch aus Der Doktor und das leiebe Vieh bekannt, ...

Dies ist der erste Band der Krimireihe um die Dales Detectives, die in der faszinierenden Landschaft der Yorkshire Dales spielt. Diese Landschaft ist z.B. auch aus Der Doktor und das leiebe Vieh bekannt, weshalb der Tierarzt in diesem Roman auch den Spitznamen Herriot erhielt. Julia Chapman ist keine unbekannte Autorin in Deutschland. Als Julia Stagg hat sie die überaus humvorvolle Reihe der Fogas-Chroniken um Monsieur Papon geschrieben, die allerdings in Frankreich spielt.

Samson O’Brien arbeitete bei der Londoner Metropolitan Police undercover in Gangs. Doch dann wurde er von diesem Dienst supendiert. Er kehrt daraufhin in seinen Heimatort Bruncliffe zurück, um dort eine Detektivagentur zu gründen. Eigentlich leuchtet es keinem Menschen ein, dass in diesem ablegenen Nest ein Privatdetektiv seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Und schon gar nicht Samson O’Brien, der das Dorf vor vierzehn Jahren ohne einen besonderen Hinweis verließ und so manchen Freund und Nachbarn brüskierte.

Deshalb wird er nun auch äußerst argwöhnisch beäugt von den Dorfbewohnern, nicht zuletzt von Delilah Metcalfe! Diese hat eh schon alle Hände voll zu tun, ihre Dating-Agentur am Leben und ihren Hund Tolpuddle unter Kontrolle zu halten. Dabei bestand zwischen Samson und Delilah mal eine unzertrennliche Freundschaft.

Doch das Blatt ändert sich schnell, nachdem Samson den angeblichen Selbstmord eines Einheimischen untersuchen soll und eine Spur ihn direkt zu Delilah führt. Die beiden streitbaren Nachbarn müssen sich notgedrungen zusammentun, um den wahren Mörder zu finden. Doch die Spurenlage ist nicht so klar und deutlich, besonders nachdem weitere „Unfälle“ passieren und die örtliche Polizei schon mal gar nicht an irgendwelche Verbrechen glauben will. Verbrechen stören die Ruhe im Dorf.

Julia Chapman hat ihren Humor behalten und ähnlich der Dorfgeschmeinschaft in Frankreich baut sie in dieser Krimireihe ein unglaubliches Figurenensemble von skurilen Einwohnern auf. Alleine schon die Namen der beiden Protagonisten Samson und Delilah sprechen für sich. Hinzu kommen die Bezeichnungen ihrer beiden Firmen. Jeder besteht auf seine Abkürzung DDA. Das steht für Dales Dating Agency und auch für Dales Detective Agency. Leser dürfen sich auf sehr viel ähnlich feinsinnigen Humor gefasst machen.

Die Spannung in »Rendezvous mit Todesfolge« wird natürlich mit der Verknüpfung der verschiedenen Toten und Unfälle erzeugt. So wie die Protagonisten haben die Leser immer wieder neuen Fährten zu folgen und können rätseln, wer der Täter ist. Unterstützt wird das noch mit einzelnen Kapiteln, in denen ausschließlich der Täter bzw. die Täterin agiert. Natürlich verrät die Autorin aber auch absolut gar nichts in diesen Kapiteln und auch, wenn man als Leser weiß, was der Täter vorhat, hat man keinen Schimmer, wer von den skurillen Dorfbewohnern dahintersteckt.

»Rendezvous mit Todesfolge« ist ein Cosy Crime der feinsten Art. Viele rätselhafte Verbrechen, viel Ratespannung und jede Menge schräge Figuren, die die Leser zuzm Schmunzeln bringen. Zusätzlich erfährt man viel über Yorkshire und seine Landschaft und bekommt vielleicht Lust, statt nach Cornwall mal nach Yorkshire zu reisen. Ich empfehle jeden dieser Romane sehr gerne.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Spannung entlang des Parsifals

Der Fall Wagner
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Der Kriminalroman von Johannes Wilkes stammt aus dem ars Vivendi Verlag und führt die Leser in das idyllische Bayreuth sowie dessen Festspielhaus.

Karl-Dieter ist ein herausragender Erlanger Bühnenbildner. ...

Der Kriminalroman von Johannes Wilkes stammt aus dem ars Vivendi Verlag und führt die Leser in das idyllische Bayreuth sowie dessen Festspielhaus.

Karl-Dieter ist ein herausragender Erlanger Bühnenbildner. Gerade vollzog sich die Krönung seiner Karriere, denn er wurde ans Bayreuther Festspielhaus zuur Inszenierung des neuen Parsifals berufen. Das ist für ihn das absolut größte Ereignis.

Doch Karl-Dieters Stimmung bekommt einen Dämpfer, als er von der Intendantin erfährt, dass seine Assistentin Helin nicht zur Arbeit erschienen ist. Er hatte sich für die Kurdin besonders stark gemacht und gehofft, sie würde der harten Beurteilung durch dieautoritäre Intendantion bestehen. Doch nun das. Denkt Karl-Dieter zunächst noch an einen banalen Grund, so beginnt er bald, sich Sorgen zu machen, nachdem er von allen Bekannten der jungen Frau erfährt, dass auch sie Helin nicht mehr gesehen haben.

Auch die Verbindung zwischen Helin und ihrem Freund Tim ist unterbrochen. Tim ist Journalist und musste gerade aus der Türkei fliehen, um seine große Reportage in Deutschland veröffentlichen zu können.

Karl-Dieter bittet seinen Lebensgefährten, Kommissar Mütze, ihm bei der Suche nach seiner Assistentin zu helfen aber in Gottes Namen nicht die Polizei einzuschalten.

Johannes Wilkes hat den Krimi entlang des Parsifals aufgebaut. Zunächst als Arbeitsplatz für einen Protagonisten werden schlieĺich die Kapitel zu Beginn mit einem Zitat aus der Oper geziert. Somit grummelt es immer im Hintergrund von Bühnen- und Theatergeräuschen. Aber neben Festspielhaus in Bayreuth sind auch Erlangen und die fränkische Schweiz Schaulätze dieses doch politischen Krimis.

Der Klappentext des Romans »Der Fall Wagner« lässt nicht erwarten, dass es um ein politisch brisantes Thema geht. Denn sowohl mit dem Journalisten Tim, der über einen angeblichen Putschversuch auf den türkischen Machthaber berichten will, als auch Helin, die an Demonstrationen der Kurden teilnimmt, wird ein politisches Thema für Motivation eines Verbrechens genutzt. Gleichzeitig werden hiermit Handlungsstränge gelegt, die den Lesern viel Freiraum für Spekulation lassen.

Für einen Rahmen um die Verbrechen herum hat Johannes Wilkes das Privatleben von Karl-Dieter und Mütze gewählt. Auch diesen Konflikt wünschen sich Leser gerne als gelöst. Somit wird Spannung auf verschiedenen Ebenen geboten.

Geschmückt wird »Der Fall Wagner« am Ende des Romans noch mit einem erzählrischen Abriss der Entstehungsgeschichte des Bühnenweihfestspiels. Außerdem ist das gedruckte Taschenbuch mit einem wunderschönen Farbschnitt versehen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 20.02.2026

Die spannenden Geheimnisse von Locksburg warten!

What about the bodies
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Der Kriminalroman von Ken Jaworoski war für mich der absolute Überraschungs-Hammer. Er hat mich überrascht in Sachen Spannung, in Sachen Humor und in Sachen Aufbau der Geschichte. Doch zunächst alles der ...

Der Kriminalroman von Ken Jaworoski war für mich der absolute Überraschungs-Hammer. Er hat mich überrascht in Sachen Spannung, in Sachen Humor und in Sachen Aufbau der Geschichte. Doch zunächst alles der Reihe nach. Eine einfache Kurzbeschreibung lässt sich gar nicht geben. Ich versuche es troitzdem ohne zu spoilern.

Es gibt drei Protagonisten: Carla, Reed und Liz. Alle leben in dem kleinen Örtchen Locksburg, Pennsylvania. Hier gab es einst viel Kohlebergbau, doch mittlerweile sind fast alle Wohnungen leer, die Einwohnerzal nur noch ein Drittel wie damals. Offenbar ein verschlafenes Städchen inmitten der USA.

Carla ist die Mutter von Billy, der mittlerweile am MIT in Computerwissenschaften studiert. Billy stottert. Je stressiger es für ihn wird, umso mehr stottert er. Und es ist stressig für ihn, denn auf seinem Heimatbesuch drängt es ihn, seiner Mutter zu beichten, dass er vor einem Jahr eine weibliche Leiche im Garten vergraben hat.

Reed hingegen ist Autist. Er nimmt alles wörtlich. Meist zu wörtlich. Gerade ist seine Mutter verstorben. Es war ein Unfall. Sein Bruder Greg kümmert sich um diie Beisetzung. Ihm hat Reed aufgetragen, eine selbstgenähte Puppe bei der Mutter mit in den Sarg legen zu lassen. Als Reed in der dritten Klasse war, hatte er sie genäht und der Mutter geschenkt. Die war damals sehr erfreut darüber und wollte die Puppe immer bei sich haben. Reed sollte darauf aufpassen, dass ihr die Puppe nicht abhanden kam. Er hatte es ihr versprochen. Doch sein Bruder Greg sah keinen Sinn darin, die Puppe in den Sarg legen zu lassen. Also musste sich Reed darum kümmern, sein Versprechen der Mutter gegenüber einzuhalten.

Liz ist Mitte Zwanzig und hat nur eines im Sinn: Country- und Folkstar in Nashville zu werden. In verschiedenen Orten hat sie schon gejobt und sich von einem zum nächsten schlecht oder gar nicht bezahlten Gig durchgehangelt. Bestimmt hat sie schon mehr als zwanzig Tapes an Produzenten in Nashville geschickt, aber nie etwas savon gehört. Seit einiger Zeit ist wieder in Locksburg. Da erhält sie den einen Anruf aus Nashville, der ihr ganzes Leben verändern soll. Sie soll in vierzehn Tagen einen Auftritt und Probeaufnahmen in einem Studio haben.

Mehr kann nicht zum Inhalt von »What About The Bodies« gesagt werden, ohne zu spoilern. Ich hoffe, diese kurzen Zitate voller Humor wecken Euern Appetit, denn dieser Roman hat es verdient.

Die drei Geschichten werden jeweils aus der Ich-Perspektive der Hauptfiguren präsentiert. Die Kapitel sind kurz, und die Reihenfolge folgt einem klaren Muster: Carla – Ree – Liz – Carla – Ree – Liz und so weiter. Da die Geschichten anfangs stark variieren, benötigt man eine Weile, um dieses Muster zu erfassen und sich bei den Kapitelwechseln mental auf die jeweilige Erzählung umzustellen. Keine Sorge: Einfach weitermachen. Das klappt schon.

Erst nach der ersten Hälfte des Romans zeigen sich Hinweise darauf, dass die drei Erzählstränge miteinander verbunden sind. Ein und derselbe Polizist erscheint unerwartet auch in einer der anderen Geschichten. Doch bis zu diesem Punkt gab es bereits zahlreiche Gelegenheiten zum herzlichen Lachen. Ein einfaches Schmunzeln genügte mir nicht mehr. Die Dialoge und Situationen sind so amüsant beschrieben, dass man einfach nicht widerstehen kann.

Ken Jaworoski ist es in »What About The Bodies« gelungen, die Figuren auf faszinierende Weise zu gestalten. Die kleinen Eigenheiten von Billy und Reed bieten ihm zahlreiche Möglichkeiten und Freiräume. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch die Figuren wirken. Ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar und fesseln die Leser bis zur letzten Seite. Die Verbindung der Erzählstränge entfaltet sich geschickt und hält die Spannung bis zum Schluss. Jaworoski versteht es meisterhaft, Humor und Drama miteinander zu verweben, sodass »What About The Bodies« nie an Intensität verliert.

Die Spannung für die Leser resultiert aus dem Geschehen in den einzelnen Geschichten. Schnell ist man auf der Seite dieser Protagonisten und bedauert ihr Leben. Keiner lebt auf großem Fuß, sie haben Probleme noch und nöcher und man wünscht ihnen nur, dass alles gut ausgehen wird. Und natürlich wartet man bereits in der ersten Hälfte darauf, dass die Stränge zusammenlaufen. Damit kann man den Roman nicht einfach loslassen.

Wird das alles gut enden? Überzeugt euch selbst von »What About The Bodies« und lasst euch überraschen. Ein echtes Highlight in diesem Jahr!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Menschen und ihre Verzweiflung

Mit dem ersten Licht
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Dies Werk von Florian Knöppler besticht durch seine sanften Klänge. Der Autor stellt uns zahlreiche Figuren vor, die in ihrem Leben an einem Wendepunkt stehen, an dem sie unsicher sind oder den Mut fehlen, ...

Dies Werk von Florian Knöppler besticht durch seine sanften Klänge. Der Autor stellt uns zahlreiche Figuren vor, die in ihrem Leben an einem Wendepunkt stehen, an dem sie unsicher sind oder den Mut fehlen, den nächsten Schritt zu wagen.

Arne stammt aus einer fürsorglichen Familie, hat enge Freunde und sollte eigentlich mit seinem Leben glücklich sein. Trotzdem fühlt er sich in einer tiefen Einsamkeit gefangen. Erst als er in der Schule die bezaubernde Laura trifft, gelingt es ihm, sich aus seiner Isolation zu lösen. Zum ersten Mal erlebt er wahre Nähe. Ihre Beziehung entwickelt sich wie eine zarte Pflanze, auch wenn an einigen Stellen bereits Schwierigkeiten in Sicht sind.

Arne ist sich nicht bewusst, welche Schwierigkeiten Laura hat. Daher wird es beinahe zu spät, als ihm klar wird, dass auch sie auf seine Hilfe angewiesen ist, nicht nur umgekehrt. Arne beginnt, Lauras ständige Abwesenheit und ihre melancholischen Blicke zu bemerken. Er fragt sich, ob er etwas übersehen hat, und versucht, mehr über ihre Gedanken und Gefühle herauszufinden. In einem ehrlichen Gespräch öffnet Laura sich ihm und erzählt von ihrem inneren Kampf. Arne erkennt, dass ihre Verbindung stärker ist, wenn sie einander unterstützen können. Gemeinsam beschließen sie, sich den Herausforderungen zu stellen und ihre Beziehung auf eine tiefere Ebene zu heben.

In »Mit dem ersten Licht« beschreibt Florian Knöppler auf berührende Weise das innige Verlangen, Einsamkeit und Traurigkeit hinter sich zu lassen. Viele Figuren kämpfen mit depressiven Gefühlen, nicht nur die Hauptfigur. Während Arne anscheinend die Fähigkeit hat, familiäre Herausforderungen zu meistern, zögert er, in seiner Beziehung zu Laura richtig aktiv zu werden.

Florian Knöppler präsentiert uns diese Menschen auf eine so respektvolle Art, dass man sich sofort zu jeder einzelnen Figur hingezogen fühlt. Ihre Ängste und Sorgen, aber auch ihr Mut und Optimismus werden in ihrem Denken und Handeln deutlich. Man empfindet eine tiefe Verbundenheit mit ihnen und möchte ihnen nahe sein, vielleicht sogar zur Seite stehen. Doch als Leser erfährt man nicht direkt ihre und besonders Lauras Herausforderungen; man kann nur hoffen, dass es ihnen letztendlich gut gehen wird und sich alles zum Besten wendet.

Ein berührender Liebesroman, der die Emotionen der Menschen in und um Elmshorn in der jüngeren Vergangenheit einfängt. Eine Geschichte, die es verdient, an die Spitze der bekannten Literaturlisten zu gelangen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026