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Veröffentlicht am 16.05.2025

Actionreiche Ermittlungen und spannende Kreuzverhöre

Die Komplizin – Ihr Mann ist ein Serienkiller. Was ist sie – Täterin oder Opfer?
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Dieser Thriller von Steve Cavanagh ist ein weiterer Thriller aus der Reihe um den Anwalt Eddie Flynn mit seinem Team.

Ein Serienkiller versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Vierzehn Opfer. Daniel ...

Dieser Thriller von Steve Cavanagh ist ein weiterer Thriller aus der Reihe um den Anwalt Eddie Flynn mit seinem Team.

Ein Serienkiller versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Vierzehn Opfer. Daniel Miller wird als Killer identifiziert. Weil er die Opfer vor ihrer Tötung und Ausweidung mittels einer Spritze in den Schlaf schickt und ihnen anschließend die geschaffenen Körperöffnungen mit Sand füllt, wird er schnell „Der Sandmann“ genannt.

Aufgrund von fragwürdigen Zeugenaussagen gerät auch die Ehefrau von Daniel, Carrie Miller, in den Verdacht, Mittäterin zu sein. Es geht so weit, dass sie nicht nur Mitwisserin, sondern tatsächlich auch Mittäterin sein soll. Medien und Bürger erwarten ein schnelles Ergebnis vom NYPD und FBI. Die Staatsanwaltschaft baut deshalb eine Anklage gegen Carrie MIller für mindestens sechs Morde, abei denen sie geholfen haben soll.Während ihr Mann, der Sandmann, noch gejagt wird, soll Carrie bereits verurteilt werden.

Eddie Flynn und sein Team bekommt Besuch von einem bekannten Steuer- und Vermögensanwalt, der Eddie die Übernahme seines Mandates anbietet. Seine Mandantin ist Carrie Miller. Da er keine Erfahrungen mit Strafprozessen habe, würde er den Fall lieber abgeben und vom Rande aus daran mitarbeiten. Eddie für ein Gespräch mit der Ehefrau des Sandmanns und lässt sich von ihre von ihrer Unwissenheit und Unschuld überzeugen. Er übernimmt den Fall, allerdings unter der Bedingung, dass Sie selbst im Prozess die Geschworenen von ihrer Unschuld überzeugen muss, wie sie das bei ihm getan hat. Eine andere Chance sieht er nicht, denn mittlerweile werden Zeugen des Prozesses bereits getötet.

Doch dann erscheint Carrie Miller nicht zum Prozess und alles beginnt zu wackeln, weil sie gegen ihre Kautionsauflagen verstoßen hat.

In Steve Cavanaghs »Die Komplizin« überzeugt das Figurenensemble durch seine fesselnde und extrem einzigartige Darstellung. Die Mitglieder des Teams sind nicht nur Kollegen und Partner, sondern auch enge Verbündete. Sie laden förmlich dazu ein, sich erneut in einen Roman dieser Reihe zu vertiefen, um Zeit mit dieser Gang zu verbringen. Ihr bissiger Humor ist erfrischend und steckt die Leser an, während jeder von ihnen mit seinem Spezialgebiet wie ein gut geöltes Rad in das Gesamtbild passt. Die Ermittler arbeiten unerbittlich daran, Informationen aufzudecken, die für die Anwälte im aktuellen Prozess von höchster Relevanz sind.

In einem packenden Thriller verlaufen verschiedene Handlungsstränge parallel, die jeweils für sich fesselnd sind. Einige Bücher führen diese Stränge zu einem gemeinsamen Ende, andere behalten mehrere separate Fälle bei. Diese Anwaltsreihe fokussiert sich auf einen zentralen Fall, wobei ein Handlungsstrang die Ermittler betrifft und der andere im Gerichtssaal spielt. Der Prozess ist ebenso mitreißend wie die Ermittlungen selbst. Es ist beeindruckend zu beobachten, wie Zeugen und Täter während der Verhandlung auseinandergenommen werden.

Steve Cavanagh schreibt also auf der einen Seite sehr humorvoll und man mag seinen Figuren gerne bei der Arbeit zuschauen. Die einzelnen Kapitel sind aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Eddie erzählt gelegentlich auch aus der Ich-Sichtweise. Der jeweilige Name der Hauptfigur des Kapitels folgt der Überschrift, so dass die Leser zu jeder Zeit wissen, um wen es auf den folgenden Seiten geht und welches Problem (Strang) jetzt angegangen werden soll.

Dass auch der ärgste Thriller mit einem zufriedenstellenden Ergebnis endet, ist dramarturgisch völlig normal. Aber dass kurz vor dem Ende noch solch ein Kracher für eine Überraschung sorgt, kann manchen Leser schon umhauen. Damit hatte selbst ich schließlich nicht gerechnet.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dieser Thriller äußerst packend und fesselnd ist. Durch die raschen Szenenwechsel bleibt die Spannung kontinuierlich hoch, und das unerwartete Ende sorgt für eine gelungene Überraschung. Ebenso bemerkenswert sind die humorvollen Charaktere im Team von Eddie Flynn mit ihren einzigartigen Fähigkeiten.

Ein erstklassiger Thriller namens »Die Komplizin«, der die Leser rasch gefesselt, zum Lachen und Erschaudern bringt. Dieses Werk verspricht erstklassige Unterhaltung und der Autor sollte in keiner Liste von Thrillerfans fehlen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 13.05.2025

Zwei Schwestern im Widerstand

Die Nachtigall
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Dies ist wohl der erfolgreichste Roman, den Kristin Hannah den Lesern vorgestellt hat. Mit diesem Roman wurde sie weltberühmt und mittlerweile gibt es viele Romane von ihr zu lesen, auch die, die vor »Die ...

Dies ist wohl der erfolgreichste Roman, den Kristin Hannah den Lesern vorgestellt hat. Mit diesem Roman wurde sie weltberühmt und mittlerweile gibt es viele Romane von ihr zu lesen, auch die, die vor »Die Nachtigall« entstanden waren. In allen Romanen geht es um Frauen, die mutig handeln und anpacken müssen, wollen und können.

Frankreich und seine Bürger haben die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs noch nicht überwunden, als es von Deutschland besetzt wird. Nach dem Tod der Mutter weist der Vater seine beiden Töchter ab, aus Sorge, sich nicht ausreichend um sie kümmern zu können. Daher werden sie in Heimen untergebracht. Trotzdem sind die Schwestern in ihrem Charakter und Verhalten überraschend verschieden.

Beide Schwestern gehen nach der Ankunft der deutschen Besatzer ganz verschiedene Wege. Vianne, die ältere und ruhigere von ihnen, versucht verzweifelt, ihre Familie zusammenzuhalten. Ihr Mann ist französischer Soldat und wird gefangen genommen. Währenddessen muss Vianne mit ihrer Tochter Sophie allein zu Hause bleiben. Doch dann quartiert sich ein deutscher SS-Offizier bei ihr ein und beansprucht ihr Zuhause für sich. Vianne kämpft mit aller Kraft, um ihre kleine Familie zu schützen, doch dabei geschehen Fehler und sie trifft Entscheidungen, die Freunde und andere Menschen zutiefst verletzen.

Isabelles unstete Natur zeigte sich schon früh, als sie wiederholt aus Heimen floh, um zu ihrem Vater zurückzukehren. Obwohl immer wieder weggeschickt, konnte sie nicht anders handeln. Als sie jedoch mitansieht, wie Vianne die deutschen Besatzer geduldig erträgt, bricht sie aus dem alten Haus, in dem sie zusammen mit Vianne lebt, während der Vater in Paris ist, aus und schließt sich dem französischen Widerstand an. Isabelle geht in den Untergrund.

Die Arbeit beginnt im Widerstand scheinbar harmlos mit dem Verteilen von Flugblättern. Doch dann knüpft ihre Gruppe Kontakte zu abgestürzten Piloten der britischen und amerikanischen Armeen in Frankreich. Isabelle findet einen Weg, diese Piloten heimlich außer Landes zu führen und ihre Hauptaufgabe wird die Rettung von abgestürzten Piloten. Sie geleitet die Flieger durch unwegsames Gelände über die Pyrinäen, unterstützt vom Untergrund. Aufgrund ihres Erfolgs wird dies zu einer regelmäßigen Mission für sie. Der Deckname »Die Nachtigall« wird ihr von Freunden verliehen. Die Deutschen brauchen Jahre, um sie aufzuspüren und zu fassen. In der Zwischenzeit rettet sie zahlreichen amerikanischen und britischen Piloten das Leben.

Kristin Hannah schafft es immer wieder, sehr emotionale und gefühlsbetonte Romane zu schreiben. Gänsehaut ist beim Lesen schon beinahe normal. Die Dramarturgie ist ungemein spannend und dermaßen mit Wendungen ausgestattet, die einem Thriller in nichts nachsteht.

Die Figuren durchlaufen dabei enorme Entwicklungen. Und auch, wenn die Charaktere der beiden Schwestern und Protagonistinnen stets unterschiedlich bleiben, sollte man sich auf Überraschungen vorbereiten. Ihr Kampf um oder gegen ihre innere Haltung ist nicht der einzige Kampf. Vielmehr müssen sie sich gegen äußere Einmflüsse wehren, die von einem Moment zum anderen in ihr Leben treten.

Die dramaturgische Umsetzung, bei der Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg mit aktuellen Kapiteln abwechseln, hat mir sehr gut gefallen. Kristin Hannah enthüllt erst am Ende, wer mit seinem Sohn aus einem Altenheim nach Paris, der alten Heimat, aufgebrochen ist. Man vermutet als Leser natürlich eine der Schwestern. Bevor jedoch dieses Geheimnis gelüftet wird, muss die Geschichte bis zur Vertreibung der deutschen Besatzer aus Frankreich weitergelesen werden.

In der bewegenden Erzählung über Frauen auf dem Weg zum Heldentum werden die düsteren Zustände in Frankreich zur Zeit der Deutschen Besatzung detailreich und bildhaft geschildert. Die persönlichen Entwicklungen der Protagonistinnen, geprägt von unzähligen Geschehnissen, lassen uns tief in ihre Seelen blicken. Überraschende Wendungen und emotionale Höhepunkte verleihen der Geschichte besondere Momente, die uns zum Nachdenken anregen und unser Herz berühren. Der fantastische Bogen von der Gegenwart in die Vergangenheit lädt uns ein, die Stärke und den Mut dieser Frauen zu bewundern und ihre Geschichten weiterzuerzählen.

Teile diesen Blogbeitrag in den sozialen Medien, um das Licht ihrer Heldentaten leuchten zu lassen und das Bewusstsein für ihre bemerkenswerte Reise zu fördern.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 07.05.2025

zwischen Roadtrip und Thriller

Killer Potential
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Mit diesem Thriller hat Hannah Deitch ein Romandebüt vorgestellt, welches eine Mischung aus Roadtrip und Thriller ist. Außerdem ist es das Porträt der neunundzwanzigjährigen Frau Evie Gordon mit ihrem ...

Mit diesem Thriller hat Hannah Deitch ein Romandebüt vorgestellt, welches eine Mischung aus Roadtrip und Thriller ist. Außerdem ist es das Porträt der neunundzwanzigjährigen Frau Evie Gordon mit ihrem Lebensweg, ihren Ansichten, ihrer Familie und alldem, was sie liebt und hasst.

Evie ist Nachhilfelehrerin und sorgt dafür, dass Kinder, die in den Reichtum hineingeboren wurden, die Prüfungen zur Aufnahme an einer Uni schaffen. Sie gibt auch bei einer Familie in Beverly Hills Nachhilfestunden, bei den Victors, die Mutter Dinah ist Hollywood-Schauspielerin und der Vater Peter ist Investmentbanker. Serena ist Evies Schützling.

Als Evie eines Tages das Haus der Victors im noblen Stadtteil Beverly Hills von Los Angeles betritt, ist es merkwürdig ruhig im Haus. Die ruft nach ihren Arbeitgebern, nach ihrer Schülerin, aber es ist nichts zu hören. Sie streift durch die Zimmer auf der Suche nach ihnen. Doch dann entdeckt sie Dinah und Peter tot und blutüberströmt dahingestreckt. Dinah liegt am Koi-Teich. Was ist zu tun? Kopflos überlegt sie und ruft nach Samantha. Dann hört sie ein leises Wimmern. Und war da nicht auch ein leiser Hilferuf?

Evie öffnet eine Kammer und entdeckt eine apathisch wirkende Frau, die zudem gefesselt ist. Evie befreit die Frau von den Fesseln und versucht, sie zu betuhigen. Doch aus deren Mund kommt kein einiges Wort. Da wird die Hausdtür geöffnet und Serena stürmt nichtsahnend herein. Sie entdeckt ihre Lehrerein und die andere Frau und sieht die Leichen ihrer Eltern. Fest der Meinung,. dass dier Frauen ihre Eltern bei einem Einbruch umgebracht haben, zetert sie los. Es kommt zum Handgemenge und Samantha bricht zusammen. Gleich darauf erscheint der Freund von Serena, der ebenfalls von einem Einbruch ausgeht. Er wird von Evie und der Frau in Schach gehalten.

Schließlich ist beiden Frauen Klar, dass sie in jedem Fall des Mordes verdächtigt werden. Sie haben ja keinerlei Beweise, die dagegen sprechen. Ihnen wird man nicht glauben.

Als Zweckgemeinschaft steigen sie in ein Auto und begeben sich auf die Flucht. Nur weg von dem Haus in dem Nobelviertel Los Angeles’. Kurze Zeit darauf tönt es aus allen Medien, dass die Nachhilfelehrerin und eine fremde Frau die Victors umgebracht haben. Der Freund des Mädchens wird interviewt. Er war mit dem Schrecken davongekommen. Für beide steht fest, dass sie entweder fliehen oder selbst den Mord an den Victors aufklären müssen.

Hannah Deitch schildert in »Killer potential« haarklein aus der Sicht von Evie über deren Leben und deren Gedanken. Sehr plausibel und nachvollziehbar und immer wieder ihr Leben analysierend, wird beschrieben, wie es zu dieser Situation in Leben der Protagonistin gekommen war. Während es für lange Zeit nur um Evie Gordon geht, weil die Frau, die offenbar im Haus der Victors gefangen gehalten wurde und auch nach Tagen kein Wort spricht, obwohl sie durchaus sprechen kann, kommen später auf der Flucht durch mehrere Bundesstaaten auch die Lebensereignusse dieser Frau hinzu.

Als Leser folgt man gedanklich den Spuren, die die Autorin gelegt hat. Es scheint alles plausibel zu sein. Bis dann eine Wendung geschieht und alles das, was man bishetr dachte, über den Hausfen geworfen werden muss. Das ist Dramaturgie! Und Hannah Deitch schafft dies nicht unbedingt mit einem Knall, sondern behutsam, aber umso brachialer. Und dann passt es gestalterisch wieder hervorragend dazu, dass der dritte Teil des Romans auf den letzten hudnert Seiten teilweise auch aus der Perspektive der zweiten Frau und Protagonistion erzählt wird. Nach dem „Boah“ muss alles wieder etwas zurechtgerückt werden. Das ist super gemacht!

Der plötzliche Fund von zwei Leichen entfesselt eine panische Fluchtreaktion bei den Findern und katapultiert sie in ein atemberaubendes Abenteuer quer durch die USA, sowohl zu Land als auch zu Wasser. Auf der verzweifelten Flucht vor den Behörden hinterlassen sie eine blutige Spur, die immer weiter wächst. Diese packende Mischung aus Spannung, Nervenkitzel und unerwarteten Wendungen ist ein Muss für jeden Thrillerfan. Verpasst nicht die Gelegenheit, in diese fesselnde Geschichte einzutauchen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Jean Perdu geht online

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Nina George kam zurück auf das Bücherschiff und erzählt mit »Die geheime Sehnsucht der Bücher« erneut einen stillen, poetischen, äußerst besinnlichen Roman geschaffen, der dem Roman „Das Lavendelzimmer“ ...

Nina George kam zurück auf das Bücherschiff und erzählt mit »Die geheime Sehnsucht der Bücher« erneut einen stillen, poetischen, äußerst besinnlichen Roman geschaffen, der dem Roman „Das Lavendelzimmer“ in nichts nachsteht. Es ist ein Roman der leisen Töne, bei dem der Humor absolut nicht zu kurz kommt. Stets wird dem Leser ein Schmunzeln entlockt.

Francoise, elf Jahre alt, lebt in ihrer eigenen Fantasiewelt. Ihre Leidenschaft gilt Büchern und Wörtern, aus denen sie ihre eigenen Geschichten webt. Sie ist ein kluges Mädchen, das jedes Buch verschlingt, dennoch bleiben viele unbeantwortete Fragen, die sie mittlerweile nicht mehr stellt, da sie keine Antworten erwartet.

Leser von »Die geheime Sehnsucht der Bücher« werden wohl kaum überrascht sein, dass der Kater namens Schiller mit den Nichten und Neffen der Staubflusenmäuse spielt.

Francoise wächst in der Obhut ihrer Mutter auf. Eines Tages stellt ihr die Mutter ihren Vater vor, den Francoise jedoch nur als „den Mann“ bezeichnet und dessen Existenz sie lieber ignorieren würde. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, wie viel sie noch lernen wird. Francoise hat stets das Gefühl, dass ihre Mutter sie nicht wirklich versteht. Während ihre Mutter sich in alltäglichen Dingen verliert, ist ihr die Welt ihrer Tochter fern. Auch wird Francoise von ihrer Mutter stets als Frankie angesprochen, obwohl sie darauf besteht, Francoise genannt zu werden. Dennoch zögert sie, ihre Mutter ständig zu korrigieren.

Francoise fühlt sich meist einsam in ihrer eigenen Welt. Eines Tages entdeckt sie jedoch, dass ihre Mutter ein ganz anderer Mensch ist. Durch die Enthüllung, dass ihre Mutter eine Schwester namens Camille hat, sieht sie ihre Mutter plötzlich in einem neuen Licht. Obwohl sie zuvor nichts von dieser Schwester wusste, begleitet Francoise ihre Mutter in Paris, um Camille zu treffen – und plötzlich ändert sich alles um sie herum.

Eines Tages erfährt Francoise über das Internet von Jean Perdu und seiner literarischen Apotheke, in der Bücher als Heilmittel und Medizin für die Seele präsentiert werden. Diese Idee fasziniert sie, ebenso wie der Mann im Video. Entschlossen, die Apotheke zu besuchen, bereitet sie einen besonderen Satz vor, in der Hoffnung, dass sie den Apotheker damit bewegen kann, ihrer Mutter zu helfen.

Bei ihrer Ankunft auf dem Boot wird sie jedoch zuerst von Pauline, der Auszubildenden in der literarischen Apotheke, begrüßt. Francoise ist überrascht, dass solch ein Beruf erlernt werden kann, besteht aber darauf, den Meister Jean Perdu persönlich zu treffen. Als sie schließlich mit ihm spricht, kann sie nur den vorbereiteten Satz herausbringen, bevor sie fluchtartig das Weite sucht. Sie ist überwältigt von dem Mann, der Bücher als Heilmittel anbietet.

Jean Perdu kehrt mit seiner Apotheke zurück ins Herz von Paris und sieht sich einer digitalen Revolution gegenüber. Seine Azubine Pauline und die neugierigen jungen Leserinnen überrumpeln ihn geradezu. Trotz seiner anfänglichen Naivität und Skepsis lässt er sich auf die Online-Welt ein und präsentiert seine Medizin in Videos. Diese ungewöhnliche Kombination sorgt für wahrlich amüsante Momente.

Nina Georges‘ Schilderungen vom Pariser Leben auch in »Die geheime Sehnsucht der Bücher« wecken die Sehnsucht nach einem erneuten Besuch in der Stadt der Liebe. Ihre Worte lassen uns in der Geschichte »Die geheime Sehnsucht der Bücher« zu Hause fühlen und erinnern uns an eigene Erlebnisse. Alles wirkt vertraut und herzlich. Die Autorin zaubert das einzigartige französische Flair aufs Papier. Die Straßen und Gassen von Paris, die Nachbarn in der Rue Montagnard Nummer 27, die Menschen– alles fühlt sich so bekannt an. Diese Geschichte verdient höchste Anerkennung.

Für die Spannung braucht es nicht viel, denn man möchte von Anfang an wissen, wie es mit den Figuren weitergeht. Für den Spannungsbogen sorgt die Geschichte um Francoise. Leser erleben, wie sie sich, ihre Mutter, ihre Familie und ganz viele neue Freunde kennenlernt. Nina George hat dafür gesorgt, dass beim Lesen genügend Fragen im Kopf entstehen, um an der Geschichte kleben zu bleiben. Witz und Humor wurde nicht vergessen, so mancher Situation, so manche wörtliche Rede zaubert ein Schmunzeln auf’s Gesicht. Wird sich die Liebe und Freundschaft zwischen einer Frau und zwei Männdern wiederholen wie bei Perdu selbst? Wird die literarische Apotheke auch mit den neuen Medien Schritt halten? Wird Francoise zufriedener und wenig mürrischer durch Paris gehen?

Nina George enttäuscht nicht, wenn man sinnliche Romane voller Emotionen und hinreißenden Gedanken erwartet. Sie bleibt sich treu und schafft ein wahres Gemälde aus Worten. Zitate-Liebhaber werden viele markante Passagen finden. Nina George erzählt gefühlvoll und eindrucksvoll, sodass Leser alle Sinne einsetzen können, sei es beim Essen, den Landschaften oder den Straßenzügen. Alles wird spürbar, riechbar und schmeckbar.

Nina George verdient ein herzliches Dankeschön dafür, dass sie uns mit »Die geheime Sehnsucht der Bücher« die Fortsetzung der Geschichte von Monsieur Perdu näher gebracht hat. Der Roman ist eine emotionale und liebevolle Empfehlung.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 01.05.2025

Privat oder dienstlich – jeder Strang ist spannend

Die Tote Nr. 12
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Den Auftakt in diesem Thriller »Die Tote Nr. 12« macht die Geburt eines kleinen Menschenlebens. Dies ist eine Komponente aus den privaten Hintergrundsträngen dieser Romanreihe. Aber keine Banke, man muss ...

Den Auftakt in diesem Thriller »Die Tote Nr. 12« macht die Geburt eines kleinen Menschenlebens. Dies ist eine Komponente aus den privaten Hintergrundsträngen dieser Romanreihe. Aber keine Banke, man muss als Neueinsteiger in diese Reihe nicht den vergangenen Verlauf wissen. Man beginnt einfach mit diesem Strang, der, obwohl er das Privatleben einer der Protagonistinnen beleuchtet, einen wesetnlichen Teil der Spannung ausmacht. Dabei scheint dieser Teil mit Lindsay Boxer und ihrem Mann Joe Molinari zu Beginn noch eine Kommödie zu werden. Doch schon bald wird man eines Besseren belehrt.

Neben diesem privaten Strang, der ebenso zum Konzept dieser Reihe gehört geht es dann mit weiteren Strängen in die kriminelle Szene San Franciscos.

Zunächst ist da die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano, japanisch-italienischer Abstammung, aber in San Francisco gebürtig. Sie freut sich darauf, einen Verbrecher hinter Gitter zu bringen und zeigt siegessicheren Optimismus zu Beginn des Prozesses. Dieser Fall scheint für sie wasserfest und todsicher zu sein. Doch der Verteigiger des Angeklagten ist anderer Meinung.

Schließlich gibt es den Fall einer jungen Mutter und Ehefrau Faye Farmer eines berühmten Football-Spielers der San Francisco 49ers. Sie wurde tot aufgefunden und die kleine Tochter Lily ist spurlos verschwunden. Allerdings gehen sowohl die Polizei als auch die Öffentlichkeit davon aus, dass die Tochter ebenfalls tot ist. Nur ist bislang ihr Leichnam noch nicht aufgetaucht. In diesem Fall verucht Cindy Thomas vom San Francisco Chronicle am Ball zu bleiben, besonders ab dem Moment, als die Leiche aus der Gerichtsmedizin verschwunden war. Völlig unerklärlich ist aber nicht nur die Leiche verschwunden, sondern auch eine Angestellte der Gerichtsmedizin. Die Chefin, Claire Washburn, wird derweil ihres Postens enthoben und bekommt selbst einen Chef vorgesetzt.

Und dann gibt es auch noch den zerstreuten Professor, der dem Team von seinen Träumen erzählt, in denen er beobachtet, wie Frauen getötet werden. Leider sieht er in den Träumen nie den Täter. Aber schnell wird klar, dass man seinen Träumen Glauben schenken sollte.

So hat jede der vier Frauen im Club der Ermittlerinnen eine Aufgabe in diesem Thriller. Gerne verweise ist an dieser Stelle auf meinen Artikel Thriller-Reihe um den »Women’s Murder Club« von James Patterson, in dem ich einen Überblick über die Hauptfiguren und das Setting der Reihe gebe.

Der fesselnde Thriller zieht den Leser mit seinen extrem kurzen Kapiteln von ein bis drei Seiten in seinen Bann. Jeder Handlungsstrang wird am Ende aufgelöst, doch bis dahin bleibt unklar, ob sie möglicherweise zusammenhängen und alles auf eine einzige Lösung hinausläuft. Um diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, ist es unumgänglich, Seite für Seite zu verschlingen und den Hinweisen und Schlüssen zu folgen. Immer wieder fesselnd ist es zu beobachten, wie vielfältig die Autoren in den Erzählungen punkten. Besonders bei mehreren Handlungssträngen könnte man vermuten, dass sie schließlich alle in einem einzigen Strang zusammenlaufen. Doch ob das auch bei »Die Tote Nr. 12« so ist, steht erst ganz am Schluss.

Insgesamt zeigt sich, dass jeder Strang – sei es aus dem privaten oder beruflichen Leben – eine faszinierende und spannende Entwicklung durchläuft. Die Spannung bleibt bis zum letzten Moment erhalten, während die Figuren ihren Weg gehen, oft auf unerwarteten Pfaden. Nicht jeder Charakter findet das Glück, das er sucht, was die Geschichte umso fesselnder macht. Was wird aus den Verbindungen? Werden sie sich am Ende vereinen oder getrennt bleiben? Diese Fragen lassen uns bis zur letzten Seite gespannt warten.

Die Spannung in diesem Thriller ist einfach unglaublich, das Lesen fühlt sich an wie das Miterleben eines packenden Films. Es ist kein Zufall, dass die Thriller dieser Buchreihe mich stark an beliebte US-amerikanische Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. Wer auf der Suche nach fesselnder Lektüre ist, sollte unbedingt »Die Tote Nr. 12« lesen – ein absolut empfehlenswerter Thriller.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025