Viel Wissen bläht die Geschichte auf
Bretonische NächteIn diesem elften Roman um Kommissar Dupin und sein Team geht es um historische Gebäude, Vögel und Äpfel. Und selbstverständlich ums Essen. Vor allem aber um die Aufklärung eines Verbrechens.
Joelle Contel, ...
In diesem elften Roman um Kommissar Dupin und sein Team geht es um historische Gebäude, Vögel und Äpfel. Und selbstverständlich ums Essen. Vor allem aber um die Aufklärung eines Verbrechens.
Joelle Contel, eine hochaltrige Familienmatriarchin gibt zu erkennen, dass sie nicht mehr lange auf Erden vertweuilen wird. Das ist für die Bretonen nichts Ungewöhnliches. Doch dass sie plötzlich tot ist und zunächst alles auf eine Sache mit dem alten Herzen hindeutet, sind die Menschen doch erschreckt. In der Nacht nach ihrem Tode möchte ihr Neffe Kadeg, der zur Polizeitruppe von Dupin gehört, Abschied von seiner Tante nehmen. Schließlich wird er denselben Anteil wie deren engeren Verwandten erhalten. Doch Kadeg wird niedergeschlagen.
Wer sollte etwas gegen Inspektor Kadeg haben? Es wird ein Einbrecher vermutet.
Aber dann stellt sich heraus, dass Joelle Contel, die Matriarchin, gar nicht eines natürlichen Todes gestorben war. Was ist hier los? Der Angriff auf Kadeg erscheint in einem anderen Licht. Erst recht nach weiteren Vorfällen.
Als süffisante Urlaubslektüre lässt sich der Krimi sehr gut lesen. Der Kriminalfalls ist verzwickt und spannend. In insgesamt vier Kapiteln, sprich vier Tagen der Romanhandlung, wird der Fall gelöst und die Leser haben jede Menge Gelegenheit, zu spekulieren.
Mir persönlich war die Geschichte um den Kriminalfall zu aufgebläht und wurde damit künstlich dermaßen in die Länge gezogen, dass es schon fast langweilig wurde. Man erfährt viel über die klösterlichen alten Gebäude, sehr sehr viel über die Vögel dieser Region (Hobbyornithologen werden ständige Begleiter) und über die Produktion von Cidre und anderen auf Äpfel basierenden Getränken und Produkten. Das hätte für die Plausibilität und Herleitung der Motive für die Verbrechen auch mit weniger Sätzen gereicht.
Freuen können sich Leser erneut auf humorvolle Figuren in gelöster Urlaubsstimmung und kribbelnde Spannung.
Insgesamt bietet „Bretonische Nächte“ eine fesselnde Kriminalhandlung, die durch die verworrenen Ermittlungen des Teams um Kommissar Dupin glänzt. Die liebenswerten Figuren bringen Leben in die Geschichte, während langatmige Erläuterungen über nebensächliche Themen manchmal den Fluss der Handlung bremsen. Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt das Buch ein spannendes Lesevergnügen für Krimifreunde.
© Detlef Knut, Düsseldorf 2025