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Veröffentlicht am 18.07.2025

Viel Wissen bläht die Geschichte auf

Bretonische Nächte
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In diesem elften Roman um Kommissar Dupin und sein Team geht es um historische Gebäude, Vögel und Äpfel. Und selbstverständlich ums Essen. Vor allem aber um die Aufklärung eines Verbrechens.

Joelle Contel, ...

In diesem elften Roman um Kommissar Dupin und sein Team geht es um historische Gebäude, Vögel und Äpfel. Und selbstverständlich ums Essen. Vor allem aber um die Aufklärung eines Verbrechens.

Joelle Contel, eine hochaltrige Familienmatriarchin gibt zu erkennen, dass sie nicht mehr lange auf Erden vertweuilen wird. Das ist für die Bretonen nichts Ungewöhnliches. Doch dass sie plötzlich tot ist und zunächst alles auf eine Sache mit dem alten Herzen hindeutet, sind die Menschen doch erschreckt. In der Nacht nach ihrem Tode möchte ihr Neffe Kadeg, der zur Polizeitruppe von Dupin gehört, Abschied von seiner Tante nehmen. Schließlich wird er denselben Anteil wie deren engeren Verwandten erhalten. Doch Kadeg wird niedergeschlagen.

Wer sollte etwas gegen Inspektor Kadeg haben? Es wird ein Einbrecher vermutet.

Aber dann stellt sich heraus, dass Joelle Contel, die Matriarchin, gar nicht eines natürlichen Todes gestorben war. Was ist hier los? Der Angriff auf Kadeg erscheint in einem anderen Licht. Erst recht nach weiteren Vorfällen.

Als süffisante Urlaubslektüre lässt sich der Krimi sehr gut lesen. Der Kriminalfalls ist verzwickt und spannend. In insgesamt vier Kapiteln, sprich vier Tagen der Romanhandlung, wird der Fall gelöst und die Leser haben jede Menge Gelegenheit, zu spekulieren.

Mir persönlich war die Geschichte um den Kriminalfall zu aufgebläht und wurde damit künstlich dermaßen in die Länge gezogen, dass es schon fast langweilig wurde. Man erfährt viel über die klösterlichen alten Gebäude, sehr sehr viel über die Vögel dieser Region (Hobbyornithologen werden ständige Begleiter) und über die Produktion von Cidre und anderen auf Äpfel basierenden Getränken und Produkten. Das hätte für die Plausibilität und Herleitung der Motive für die Verbrechen auch mit weniger Sätzen gereicht.

Freuen können sich Leser erneut auf humorvolle Figuren in gelöster Urlaubsstimmung und kribbelnde Spannung.

Insgesamt bietet „Bretonische Nächte“ eine fesselnde Kriminalhandlung, die durch die verworrenen Ermittlungen des Teams um Kommissar Dupin glänzt. Die liebenswerten Figuren bringen Leben in die Geschichte, während langatmige Erläuterungen über nebensächliche Themen manchmal den Fluss der Handlung bremsen. Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt das Buch ein spannendes Lesevergnügen für Krimifreunde.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 13.07.2025

Eine deutsch-deutsche Sache? Ein verzwickter Fall in einer noch selbst erlebten Vergangenheit

Kollateralschaden
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Willi Vögeli’s Kriminalroman »Kollateralschaden« versetzt die Leser zurück in die 1980er Jahre, in eine Zeit mit zwei deutschen Staaten, in der die Staatssicherheit und der Verfassungsschutz einander beobachteten, ...

Willi Vögeli’s Kriminalroman »Kollateralschaden« versetzt die Leser zurück in die 1980er Jahre, in eine Zeit mit zwei deutschen Staaten, in der die Staatssicherheit und der Verfassungsschutz einander beobachteten, und in der Handys noch nicht existierten.

Nachdem Wilhelm Beck, ein pensionierter Kriminalhauptkommissar, aufgrund eines Nervenzusammenbruchs infolge eines Falls in den Ruhestand trat, eröffnete er eine Buch- und Weinhandlung. Jetzt, da er sich von seiner Krankheit erholt hat, fühlt er sich ziemlich wohl in seinem neuen Unternehmen.

Es passiert hin und wieder, dass bekannte Personen an ihn herantreten und um Unterstützung bei Ermittlungen bitten. Neben seinem Job als Buch- und Weinhändler arbeitet er als Privatdetektiv. Bei seiner Arbeit erhält er Hilfe von seiner ehemaligen Kollegin Senta, die nach wie vor für die Polizei tätig ist.

Eines Tages wendet sich auch eine Frau mittleren Alters an Kommissarin Senta, die ihrerseits dann Beck um Hilfe bittet, die vor Kurzem verschwundene Tochter zu finden. Da die Polizei den vermissten Fall nicht ernst nimmt, da auch ein Koffer mit Kleidung aus der Wohnung der Tochter verschwunden ist, wird die Versicherung der Mutter, dass ihre Tochter nie ohne ein Wort zu sagen verschwinden würde, von der Polizei ignoriert. Deshalb hat Senta diese Frau an ihren früheren Chef weitergeleitet.

Zu Beginn zögert er, der Mutter eine klare Zusage zu machen, da die Art von Ermittlungen zu anspruchsvoll für einen Privatdetektiv wie ihn ist. Um ihre Tochter zu finden, müsste er die Polizei hinzuziehen. Ohne die Unterstützung seiner ehemaligen Kollegin kann er die vermisste Tochter nicht suchen.

Alles beginnt recht unscheinbar mit dem Vermisstenfall des Mädchens, doch schnell wird klar, dass die Suche weitreichendere Konsequenzen hat. Es stellt sich heraus, dass weitere Frauen auf ähnliche Weise verschwunden sind wie das Mädchen. Es ergeben sich auch Hinweise, die in eine völlig andere Richtung, wie das Drogenmilieu, deuten. Beck und sein Freund stoßen eher zufällig auf ein Drogenlabor, das möglicherweise mit dem Verschwinden des Mädchens in Verbindung steht.

Während des Kriminalsromans »Kollateralschaden« existieren beide deutsche Staaten, da die Handlung 1983 spielt. Ein Verdächtiger für Beck und seine Kollegin ist ein Chemietechniker in einem großen Chemiekonzern, der aus der DDR in den Westen gebracht wurde. Er galt als Dissident in der DDR, wurde im Jugendwerkhof festgehalten und schließlich von der BRD freigekauft. Dies führt zu Ermittlungen in Halle an der Saale, wo er sich zwischen den Geheimdiensten Staatssicherheit und Verfassungsschutz wiederfindet.

Mir hat zunächst die Zeit, in der die Handlung stattfindet, gefallen. Es ist weder ein historischer noch ein gegenwärtiger Roman, dennoch wird eine vergangene Ära beschrieben, die man persönlich erlebt hat, die aber heute nicht mehr existiert. Der Autor hat darauf geachtet, dass die Figuren nicht mit Handys, sondern lediglich mit Telefonzellen agieren. Die Atmosphäre dieser Zeit wurde in beiden Teilen Deutschlands, im Westen wie im Osten, angemessen dargestellt. Die vergangene Zeit in Ost- und Westdeutschland wirkt authentisch und einfühlsam.

In der knappen Inhaltsangabe oben sind bereits spannende Ansätze in verschiedenen Richtungen erkennbar. Im Verlauf des Romans nehmen die Verwicklungen zu, je weiter man in die Ermittlung eintaucht. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, während die Ermittlung immer komplexer wird. Es ist faszinierend, wie die Charaktere ohne moderne Technologie auskommen und dennoch überzeugend agieren. Durch die geschickt gelegten Spuren entsteht eine vielschichtige Handlung mit unerwarteten Wendungen.

Der Roman »Kollateralschaden« entführt die Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, die durch geschickte Dramaturgie und raffinierte Ermittlungsarbeit überzeugt.

Die Charaktere um Wilhelm Beck, den Hauptprotagonisten, sind glaubwürdig und liebenswert. Sie bilden eine feste Freundesgruppe, die ihm zur Seite steht, wenn er sie braucht. Nur seine Freundin ist eine Ausnahme, mit der er momentan streitet und sich bemüht, ein normales Familienleben aufzubauen. Somit bleibt auch das Privatleben des Ermittlers nicht außer Acht.

Der Roman »Kollateralschaden« macht viel Spaß und ist unterhaltsam. Auch wenn der Buchsatz (z.B. unterschiedliche Zeilenzahl auf jeder Seite) nicht gerade perfekt ist, empfehle ich ihn sehr gerne. Er kann ruhigen Gewissens in den Koffer mit der Urlaubslektüre gepackt werden. Der Urlaub wird umspo spannender.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 04.07.2025

in Familiendrama in einer ruhigen Landschaft

Das Nest
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Dies ist ein Kriminalroman der sehr leisen Töne, den der bielefelder Pendragon-Verlag gerade hat übersetzen lassen und herausgebracht hat.

Fran lebt mit ihrer kleinen Familie im Marschland Englands. Sie ...

Dies ist ein Kriminalroman der sehr leisen Töne, den der bielefelder Pendragon-Verlag gerade hat übersetzen lassen und herausgebracht hat.

Fran lebt mit ihrer kleinen Familie im Marschland Englands. Sie betreibt dort einen Campingplatz. Die nächste Stadt ist ein ödes Provinznest. Das tägliche Jahraus und Jahrein – Essen kochen, Kinder umsorgen, Haushalt machen, Campinggäste betreuen etc. – hat Fran mittlerweile zermürbt. Sie ist dieses Lebens so überdrüssig. Hinzu kommen Probleme der Kinder in der Schule. Fran hat sich schon lange zurückgezogemn in ihre Welt der Vögel. Sie beobachtet die Vögel im Marschland.

Dann lassen sich nahe des Camplingplatzes ein ganzer Tross Reisender oder Roma nieder. Diese beobachten die Gäste auf dem Campingplatz, aber auch Fran und ihr Mann behalten die neuen „Nachbarn“ im Auge.

Doch dann fällt die trostlose Welt, in der Fran sich zu leben wähnte, plötzlich auseinander. Die Lehrerin von Bruno, Frans Sohn, ist plötzlich verschwunden. Ab jetzt werden Gerüchte und Anschludigungen verbreitet, als würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Und zwischen alldem werden Geheimnisse enthüllt, die eigentlich tief verborgen waren und besser dort hätten bleiben sollen. Fran würde ihnen am liebsten entfliehen.

Die Dramarturgie dieses Kriminalromans »Das Nest«, der sich ganz langsam zu einem Familiendrama entwickelt. ist unspektakulär. Mir war er teils zu langsam, zu langatmig. Leser, die gerne einen Pageturner wälzen, werden diesen Roman schnell aus der Hand legen, denn bis man aus der Geschichte heraus weiß, worum es geht, sind schon etliche Seiten umgeschlagen.

Die Geschichte von »Das Nest« wird von Beginn an aus zwei Perspektiven erzählt. Abwechseln aus der Sicht der Roma und aus der Sicht von Fran. Als Leser erfährt man also von dem stetigen Belauern der Campingplatzbetreiber und der neuen „Nachbarn“. Doch erst, als die Lehrerin verschwindet, wird dieses Belauern für die Leser enorm wichtig. Denn nun möchte man wissen wie es weiter fegt und was hinter dem Verschwinden der Lehrerin steckt.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass »Das Nest« ein Roman ist, der in einer ruhigen Atmosphäre und in einer beeindruckenden Landschaft, die einer Einöde gleicht, auf ein Familiendrama zusteuert, dessen Geheimniss man so nicht erwartet hätte.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Der Kampf um das Erbe

Ein verhängnisvolles Testament
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Dieser neue Roman von Iny Lorentz ist ein Soloroman und gehört somit nicht zu einer Reihe von Büchern dieses Schriftstellerpaares.

Das Erbe derer von Thannberg ist bedroht. Ein Ahne hatte dem Kurfürsten ...

Dieser neue Roman von Iny Lorentz ist ein Soloroman und gehört somit nicht zu einer Reihe von Büchern dieses Schriftstellerpaares.

Das Erbe derer von Thannberg ist bedroht. Ein Ahne hatte dem Kurfürsten vor langer Zeit seinen Besitz vertraglich zugesichert, dass er an das Kurfürstentum von Trier fällt für den Fall, dass die Linie der Thannbergs auf männlicher Seite ausstirbt. Nun tritt dieser Umstand ein. Leopold hat nur eine Tochter, seine Frau Elisabeth ist zwar schwanger, aber ob sie einen Jungfen gebären wird, steht in den Sternen.

Die Geier aus Trier, die sich den Besitz der Thannbergs unter den Nagel reißen wollen, beginnen zu kreisen. Nach dem Tod Leopolds nisten sie sich auf Thannberg ein und bestehen sogar darauf, bei der Entbiundung dabeizusein, denn sie befürchten, dass die Thannbergs ihnen vielleicht einen Buben unterschieben wollen, um nicht ihren Landbesitz zu verlieren. Sie schrecken auch nicht von Mordanschlägen zurück, um die Geburt zu verhindern.

Doch die Frauen um Elisbeth und ihre Tochter, allen voran Anna von Rabenweiler, suchen fieberhaft, den Verlust des Besitzes zu verhindern. Sie wälzen Urkunden und Dokumente auch in Klöstern, um nach einem männlichen Erben zu suchen. Und es gelingt ihnen zum Teil. Doch ihre Gegner versuchen weiterhin mit Gewalt und Hinterlist, das Land an sich zu reißen.

Erneut gelingt es dem Schriftstellerehepaar, den Leser nahtlos in die Geschichte gleiten zu lassen und ein sofortiges Eintauchen in die Handlung zu ermöglichen. Durch die von ihnen gewohnt erzeugte Atmosphäre wird die Vergangenheit lebendig. Die detaillierten Charakterbeschreibungen lassen uns scheinbar sofort erkennen, wer gut und wer böse ist. Dennoch warten noch viele Überraschungen im Verlauf der Handlung.

Trotz der bereits spannenden Kriminalhandlung wird die Spannung vor allem durch die kürzeren Kapitel gesteigert. Der Roman ist in mehrere Teile unterteilt, wobei jeder Teil aus zehn bis zwanzig Kapiteln besteht, die nur ein bis fünf Seiten lang sind. Das resultierte in einem raschen Lesefluss. Die Handlung und ihre Spannung zogen mich mit.

In ihrem Werk über die Güter entlang von Rhein und Mosel entfalten Iny Lorenz ein fesselndes Intrigenspiel. Die Geschichte ist geprägt von gut ausgearbeiteten Charakteren und einem aufregenden Plot, der die Leser mit unzähligen Details in die Vergangenheit entführt. Auch wenn die Unterscheidung zwischen Gut und Böse recht klar ist, erwarten die Leser dennoch einige überraschende Wendungen, wenn sich manche Figuren als Wölfe im Schafspelz entpuppen.

Ich empfehle den historischen Roman Ein verhängnisvolles Testament als fesselnden Soloband, der die Leser mit spannender Unterhaltung begeistert. Er eignet sich hervorragend als unterhaltsame Lektüre zum Jahresende unter dem Weihnachtsbaum.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 21.06.2025

dem Schlächter von Riga auf der Spur

Die Akte ODESSA
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In Anbetracht dessen, dass dieses Jahr nach über fünfzig Jahren die Fortsetzung von »Die Akte ODESSA« erscheinen wird, habe ich mir nochmal den ursprünglichen Roman in der deutschen Übersetzung angeschaut, ...

In Anbetracht dessen, dass dieses Jahr nach über fünfzig Jahren die Fortsetzung von »Die Akte ODESSA« erscheinen wird, habe ich mir nochmal den ursprünglichen Roman in der deutschen Übersetzung angeschaut, der einst 1987 und dann 2013 erschienen war. Dieser Roman ist weniger ein Spionageroman, denn der Protagonist versteht nicht ganz, was es heißt, undervover in einer Verbrecherorganisation zuz arbeiten, als vielmehr ein Roman zur Aufarbeitung der Greueltaten der der SS-Nazi-Verbrecher im zweiten Weltkrieg.

Erschreckend an diesem Roman ist vor allem die Brisanz und die Aktualöität in der heutigen Zeit. Ich freue mich schon auf das Erscheinen von „Revenge of ODESSA„, welches der britische Thrillerautor Tony Kent zusammen mit dem Altmeister Frederick Forsyth geschrieben hat.

Fast wäre der Selbstmord von Salomon Tauber, einem älteren Juden, unbemerkt geblieben, wenn der Zufall nicht Peter Miller, einem jungen Reporter der Hamburger Illustrierten, ein vergilbtes Tagebuch überreicht hätte.

Indem er die detaillierten Aufzeichnungen liest, hegt er den grauenvollen Verdacht, dass der ehemalige Lagerkommandant Eduard Roschmann, der 80.000 Juden auf dem Gewissen hat, möglicherweise noch am Leben ist. Die Verfolgung von Roschmann wird zu einem lebensgefährlichen Abenteuer. Miller ist jedoch offensichtlich nicht allein auf der Jagd. Der israelische MOSSAD unterstützt ihn, indem sie ihn in eine immer noch aktive Nazi-Organisation einschleusen wollen. Letztendlich wird Miller in die Machenschaften der mächtigen Geheimorganisation ODESSA verwickelt, einer Organisation Der Ehemaligen SS–Angehörigen. Unter ihrem Befehl und Schutz entwickelt Roschmann ein Fernsteuersystem für Raketen, die letztendlich Israel zerstören sollen.

Aber wer verbirgt sich hinter den Decknamen Vulkan und Werwolf? Wie wird ODESSA finanziert? Was enthält die ominöse schwarze Akte? Ein spannender Wettlauf beginnt …

Wer steckt hinter den Aliasnamen Vulkan und Werwolf? Wie erfolgt die Finanzierung von ODESSA? Welche Informationen sind in der geheimnisvollen schwarzen Akte enthalten? Es beginnt ein fesselnder Wettlauf gegen die Zeit und Miller hätte vielleicht auf seinen Sportwagen verzichten sollen …

Zu Beginn des Romans hielt ich die politischen Beschreibungen für zu ausführlich, aber später erkannte ich ihre Bedeutung als wichtiges Hintergrundwissen, um die Handlungen einiger Personen zu verstehen. Das Geschehen lässt sich besser im Kontext der Naziherrschaft, Judenverfolgung und der aktuellen Konflikte im Nahen Osten einordnen. Es wird verständlich, warum der Protagonist Unterstützung vom israelischen Geheimdienst erhält. Zudem wird deutlich, dass die Bundesrepublik Deutschland kein Interesse hatte, die Verbrecher zu verurteilen und sie weiter im Beamtenapparat zu belassen.

Auch wenn der Protagonist, ein Jouranlist, der erst im Verlauf seiner Recherchen Erstaunliches über die Naziherrschaft erfährt, manchmal etwas naiv wirkt, wird man als Leser am Ende doch so manche Überraschung erleben. Die Zeit, in der der Roman spielt, tritt natürlich deutlich hervor, was aber kein Wunder ist, denn der Roman entstand zu dieser Zeit.

Um euch beim Einordnen zu helfen, möchte ich zuerst auf einige bekannte Werke dieses britischen Autors hinweisen. Einer seiner berühmtesten Thriller ist Der Schakal, der bereits mehrmals verfilmt wurde. Die Hauptrollen wurden in einer erfolgreichen Verfilmung von dem britischen Schauspieler Edward Fox gespielt, während Bruce Willis in einem späteren Remake die Hauptrolle übernahm.

Fast genauso berühmt und erfolgreich wie die Verfilmung mit Jon Voight in der Hauptrolle ist der Thriller Die Akte Odessa.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025