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Veröffentlicht am 18.03.2025

hochbrisant und aktueller denn je

Das Vaterland
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Dieder Roman von Heinz Liepmanns zählt zu den älteren Werken, da er erstmals 1933 von einem deutschen Juden im Exil verfasst wurde. Die besondere Relevanz des Romans liegt in seiner brisanten Aktualität, ...

Dieder Roman von Heinz Liepmanns zählt zu den älteren Werken, da er erstmals 1933 von einem deutschen Juden im Exil verfasst wurde. Die besondere Relevanz des Romans liegt in seiner brisanten Aktualität, die sich angesichts des zunehmenden Einflusses der AfD und des umstrittenen US-Präsidenten zeigt. Diese Aktualität vermag durchaus zu beunruhigen.

Zur Weihnachtszeit im Jahr 1932 sticht das kleine Fischereischiff mit elf Besatzungsmitgliedern in See, um Heringe zu fangen. Nach drei Monaten kehrt die „Kulm“ schließlich nach Hamburg in ihren Heimathafen zurück. In der Zwischenzeit wurde Adolf Hitler Ende Januar zum Reichskanzler ernannt. Die Seeleute kehren in ein Deutschland zurück, das sich seit ihrer Abreise an Weihnachten stark verändert hat.

Die Mannschaft der „Kulm“ setzt sich aus Mitgliedern mit verschiedenen sozialen und weltanschaulichen Hintergründen zusammen, darunter Sozialdemokraten, Kommunisten, Juden und Nationalsozialisten. Diese Differenzen spielten bisher auf See keine Rolle, da sie alle ihre Pflicht als Seeleute erfüllen und miteinander auskommen mussten. Die Situation ändert sich jedoch, als sie sich Hamburg nähern und einen Mann aus dem Wasser retten.

In diesem Roman, in dem es nicht nur einen Protagonisten gibt, werden in verschiedenen, sehr packenden Episoden die Schicksale einiger Besatzungsmitglieder erzählt. Nun sind die Nationalsozialisten an der Macht und herrschen mit Gewalt und Willkür.

Heinz Liepman beschreibt unerbittlich, wie die Besatzungsmitglieder mit den neuen Machtgefügen konfrontiert werden. Stellenweise sind diese Beschreibungen sehr schonungslos, insbesondere wenn die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten dargestellt wird. Neben den schockierenden Begegnungen mit den Nazis thematisiert der Autor auch die persönlichen Konflikte der Betroffenen. So wird zum Beispiel die Geschichte eines Mannes erzählt, der eine Jüdin geheiratet hat und selbst zum Nazi wird, was zu Konsequenzen für die Ehe führt. Die Frau entscheidet sich dazu, sich scheiden zu lassen, doch selbst der Anwalt, der sie seit Jahren kennt, verweigert ihr jegliche Hilfe, weil er jetzt ebenfalls ein Nazi ist. Für die Frau scheint es keinen Ausweg mehr zu geben.

Die Schicksale sind äußerst belastend und im Grunde geht es für jeden der Betroffenen nur um das nackte Überleben in dieser gewalttätigen und menschenverachtenden Gesellschaft. Dies könnte auch auf denjenigen angewendet werden, der rasch zu einem höheren Rang als Verbrecher bei der SA aufgestiegen ist.

Der Schriftsteller, der von 1905 bis 1966 lebte, konnte durch die Schilderung von Szenen wie dem Erwachen des Hamburger Hafens oder der Fahrt der „Kulm“ die Elbe hinauf, Emotionen bei den Lesern wecken, jenseits des reinen Handlungsablaufs.

Die Thematik dieses Buches hat mich besonders betroffen und immer wieder in bestimmten Szenen an die gegenwärtigen Ereignisse in Deutschland und weltweit erinnert. »Das Vaterland« ist ein aufrüttelnder Roman, der eindringlich vor Augen führt, was geschehen kann. Seine Erzählungen sind wie ein Geschichtslektion, die sich jedem tief ins Gedächtnis einprägen sollte.

Der Pendragon Verlag hat diesen Roman erneut veröffentlicht, was großartig ist. Durch kleine Anpassungen in der Sprache ist er nun auch für junge Leser gut lesbar.

Wilfried Weinke verfasste ein zwanzigseitiges Nachwort, das das Leben und Werk von Heinz Liepman beschreibt und in den historischen Kontext einordnet.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ist ein düsteres Kapitel unserer Geschichte, das auch heute noch Angst und Schrecken auslösen kann. Die schonungslose Beschreibung der damaligen Ereignisse zeigt, wie das Schicksal vieler Menschen durch Manipulation und Gewalt beeinflusst wurde. Diese Geschichten wecken Emotionen und machen die Vergangenheit für uns greifbar. Durch eine moderat angepasste Sprache wird die Geschichte lebendig und spannend, auch für heutige Generationen. Die Aktualität dieser Themen ist unbestreitbar und verlangt danach, dass wir sie nicht vergessen. Offanbar wurden die Lehren aus der Vergangenheit nicht gezogen. Dabei sollten sie dafür sorgen, dass sich solche Gräueltaten niemals wiederholen. Folgt unseren Social Media Accounts, um auch über andfere lesenswerte Romane informiert zu werden!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 13.03.2025

die düsteren Geheimnisse der Familien

Ein ungezähmtes Tier
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Mit seinem neuen Roman erleben wir Joël Dicker in seiner einzigartigen brillianten Form des Schreibens. Die Choreografie der Szenen und Kapitel dieses Romans, der durchaus auch zu den Thrillern gezählt ...

Mit seinem neuen Roman erleben wir Joël Dicker in seiner einzigartigen brillianten Form des Schreibens. Die Choreografie der Szenen und Kapitel dieses Romans, der durchaus auch zu den Thrillern gezählt werden kann ist so berauschend, dass man gar nicht möchte, dass er auch ein Ende hat.

Zunächst gibt es die Gegenwart. Als Leser erfährt man von dem Überfall auf ein Juweliergeschäft. In sehr kurzen Kapiteln ist man hautnah dabei und liest, wie die Täter dabei vorgehen.

Dann gibt es die Handlung, die zwanzig Tage vor dem Raubüberfall beginnen. In dieser Handlung geht es um zwei Ehepaare mit KIndern, die am Rande Genfs wohnen. Eines der Paare ist offenbar extrem reich und lebt in einer Villa wie in einem Glashaus. Das andere Paar wäre gern so reich, ihr Haus wird im Stadtgebiet als Warze bezeichnet.

Der Ehemann von Warze begehrt die Ehefrau von Glashaus. Begehren mag untertrieben sein. Er stalkt sie regelrecht. Er hat sogar seinen Joggingplan umgestellt, nur um die Frau länger und besser beobachten zu können aus dem an das Grundstück angrenzenden Wald. Seine Frau weiß davon natürlich nichts, aber es passt ihr gar nicht, dass sich seine Laufzeiten geändert haben und er sich deshalb morgens nicht mehr um die Kinder kümmert.

Es ergeben sich mehrer spannende Fragen, die unbedingt einer Klärung bedürfen. Was geschieht mit dem Verhältnis der jeweligen Ehepartner untereinander? Was geschieht in der Beziehung der beiden Ehepaare zueinander? Welche Rolle spielen die beiden Ehepaare bei dem Raubüberfall, auf den es unweigerlich von Tag zu Tag hinausläuft?

Die Stärke von liegt in der kreativen Konstruktion eines Romans, wie er es bereits mit seinem Debüt »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« und anderen Romanen wie »Die Affäre Alaska Sanders« bewiesen hat. Man mag es mir verzeihen, dass ich erneut auf den außergewöhnlichen Plot eingehe, aber dies ist nunmal das Markenzeichen dieses Schriftstellers. Einen solchen Plot zu schaffen ist nicht jedermanns Sache.

Dieser ungewöhnliche und besondere Plot wird zusätzlich durch den Drucksatz, der sich auch im E-Book widerspiegelt, unterstützt. Die Tage bis zum Raubüberfall sind im jeweiligen Titelbild des Kapitels aufgelistet und durchgestrichen, was bislang schon geschehen ist. Der zweitliche Ablauf erfolgt zwar chronologisch, was den Raubüberfall angeht. Aber ansonsten werden viellerlei Rückblenden präsentiert, die meherere Jahr zurückgehen. Die Geschehnisse in den Rückblende sind als Hintergrundinformationen unwiderlegbar wichtig für das Verständnis der Handlungen in der Gegenwart.

Auf besondere Art werden die einzelnen Hauptpersonen vorgestellt. Dies geschieht meist in einer Rückblende und mit einer Geschichte, die man losgelöst auch wie eine Kurzgeschichte lesen könnte. Es sind Anekdoten und Szenen aus dem Leben der jeweiligen Figur, die einem noch eine besondere Freude machen.Nicht zu vergessen natürlich, dass man in der Gestalt einer kleinen Geschichte erfährt, was es mit dem ungezähmten Tier auf sich hat und warum einem gleich zu Beginn das Tatoo mit dem Panther so besonders vorkommt.

Die Lokalität des Romans bietet zusätzlich ihren eigenen Reiz: Genf, Saint-Tropez, Nizza, San Remo usw. Ich ließ dabei Filmmusiken aus den 1960ern und 1970er Jahren laufen, die mich zusätzlich in eine ganz besondere Stimmung beim Lesen brachten. Ich schmeckte und roch quasi die Cocktails, bekam ein Gefühl von Dabeisein.

Es entfaltet sich in diesem stimmungsvollen Roman »Ein ungezähmtes Tier« ein fesselndes Geflecht aus kurzen Geschichten, die die Hauptfiguren lebendig machen. Die Rückblenden führen auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit der Protagonisten und verleihen ihren gegenwärtigen Entscheidungen Tiefe. Mit einer geschickten und langsamen Hinführung zum dramatischen Geschehen rund um den Raubüberfall werden die Leser nahtlos in die Spannung integriert. Die actiongeladenen Auftritte des SEK bringen Adrenalin und Nervenkitzel, während die amorösen Nebenspieler die Schicksale der Hauptfiguren auf unerwartete Weise beeinflussen.

Erlebt mit »Ein ungezähmtes Tier« einen Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Lasst euch von dieser packenden Geschichte mitreißen und entdeckt die Welt dieser Figuren, die durchaus ans Herz wachsen können. Unbedingt hineinlesen und Exemplar sichern – ein unvergessliches Leseerlebnis!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Pärchen und ihre nächtlichen Ausflüge

Sie sieht, was du tust
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Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen ...

Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen kann.

Mercy Lake, sie ist wirklich eigenartig. Sie schleicht sich herum und spioniert andere aus, wenn es dunkel ist. Man könnte sagen, sie ist eine Expertin im Beobachten von Leuten. Sie kennt den Einbrecher Kalte-Hand-Carl und Liebeskummer-Linda, die einfach kein Glück in der Liebe hat. Aber am meisten interessiert sie sich für Simon Raffertys Familie, von der sie sich aufgrund einer gerichtlichen Verfügung fernhalten muss. Ungesehen und unbemerkt manipuliert sie das Leben ihrer Mitmenschen – immer mit der Überzeugung, dass sie nur helfen möchte. Tatsächlich ist Mercy Lake nicht ihr richtiger Name, den hat sie sich selbst ausgesucht. Es ist wirklich erstaunlich, was manche Leute so tun, oder?

Eines Nachts begegnet Mercy einem gewissen Louis und plötzlich ändert sich ihr einsames Leben schlagartig. Auch Louis ist kein gewöhnlicher Mensch, er mischt sich ebenfalls gerne in die Dinge anderer Leute ein. Allerdings ist er der Überzeugung, dass die meisten Leute in Cranner’s Ford keine Hilfe sondern Bestrafung verdienen. Anfangs findet Mercy dies noch spannend, für Gerechtigkeit in der Stadt zu sorgen. Sie lässt sich auf ihn ein und beginnt vielleicht sogar, sich in ihn zu verlieben. Doch dann gerät ihr gemeinsames nächtliches Spiel außer Kontrolle …

Okay, ich geb’s zu, als Leser braucht man bei »Sie sieht, was du tust« echt Ausdauer, bis die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Auf vielen Seiten begleiten wir Mercy bei ihren nächtlichen Streifzügen und bekommen einen Einblick in ihre Beobachtungen der Menschen. Sie versucht, ihnen mit kleinen Gesten das Leben zu erleichtern. Ehrlich gesagt, fand ich diesen Teil persönlich etwas zu langatmig. Ab und zu gibt es auch Kapitel aus einer anderen Perspektive, die am Anfang ein bisschen verwirrend sind. Besonders, weil da ihr richtiger Name genannt wird, den man als Leser aber noch nicht einordnen kann.

Gegen Ende des Buches gibt es dann jedoch einen spektakulären Höhepunkt mit so vielen unerwarteten und schnellen Wendungen, dass man total sprachlos ist. Schon am Anfang des Buches werden Hinweise auf vergangene Ereignisse gegeben. Diese werden am Ende schließlich vollständig aufgelöst und alles, was bisher passiert ist, erscheint in einem völlig neuen Licht.

Wenn man sich auf die langen Nächte des Stalkings mit Mercy und Louis einlässt, wird man letztendlich einen fesselnden Psychothriller erleben, der zu Beginn unerwartet ist. Daher ist der Roman von Sam Lloyd, Autor des Bestsellers »Sturmopfer«, eine empfehlenswerte Wahl.

Letztendlich ist das Beobachten von Menschen beim Stalking ein fesselndes Erlebnis, das mit vielen überraschenden Wendungen aufwartet. Die Geschichte »Sie sieht, was du tust« nimmt unerwartete Formen an und zieht den Leser schließlich in ihren Bann. Hinterlasst einen Kommentar auf dem Blog und erzählt uns, welche Wendungen euch am meisten überrascht haben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Unglaubliche Konstellation der Ermittelnden

Aachener Finsternis
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Mit diesem Krimi habe ich mit Ingrid Davis erneut eine für mich neue Autorin kennengelernt, die weiß, wie man spannende Krimis schreibt. Aber es ist ja auch mittlerweile der zehnte Fall für die Privatdetektivin ...

Mit diesem Krimi habe ich mit Ingrid Davis erneut eine für mich neue Autorin kennengelernt, die weiß, wie man spannende Krimis schreibt. Aber es ist ja auch mittlerweile der zehnte Fall für die Privatdetektivin Britta Sander, die eng mit der Aachener Kripo zusammenarbeitet.

Der Auftakt findet statt, als zwei geflohene Schwerverbrecher aus dem Gefängnis die Stadt in Angst versetzen. Gleichzeitig wird den Lesern der heimtückische Mord an der angesehenen Geschäftsfrau Susanne Jaschke in einem belebten Parkhaus in Aachen geschildert. Dieser Fall erfordert die Expertise der Detektivin Britta Sander und des Kriminalkommissars Körber.

Hinter der Fassade einer vermeintlich glücklichen Familie entdecken sie schon bald mehr als nur ein Motiv für diesen Mord, und ein Geheimnis tritt zutage, das den Ermittlungen eine unerwartete Wendung gibt.
Als Britta nur knapp einem Anschlag entgeht, wird die Suche nach dem Täter zu einem sehr persönlichen Kräftemessen zwischen ihr und einer Verschwörung, die sich tief ins Herz der Kaiserstadt gefressen hat. Hand in Hand mit dem Ex-Gangsterboss Tom Hartwig muss Britta sich ihrem bisher finstersten Fall stellen.

In einer scheinbar glücklichen Familie stoßen die Beiden auf mehr als nur ein Motiv für den Mord. Schließlich wird ein überraschendes Geheimnis enthüllt, welches die Ermittlungen in eine ganz neue Richtung lenkt.

Aber dann wird auf Britta Sander ein Anschlag verübt. Sie selbst hat dabei großes Glück, was nicht alle Beteiligten sagen können Es beginnt ein persönlicher Kampf zwischen ihr und einer Verschwörung, die in das Herz der Kaiserstadt eingedrungen ist. Gemeinsam mit dem ehemaligen Gangsterboss Tom Hartwig steht Britta vor ihrem dunkelsten Fall, der sie tief in die Aachener Finsternis führt.

Nach meiner anfänglichen Überraschung über die enge Zusammenarbeit der Privatdetektivin mit der Aachener Polizei aufgrund von Personalmangel, war ich noch mehr erstaunt, als ich erfuhr, dass ein ehemaliger Ganove und seine Leute angeblich auf der Seite der Polizei standen. Diese raffinierte Wendung bietet aber der Krimiautorin zahlreiche Möglichkeiten für Konflikte und Spannungen innerhalb der Handlung.

Die Ermittlerin als Detektivin muss sich nicht immer an die gesetzlichen Vorgaben der Polizei halten. Die Kriminellen, die ihr helfen, können sogar weiter gehen, da sie nicht verfolgt werden, solange ihre Taten unentdeckt bleiben. Diese Handlungsmöglichkeiten sind typisch für fiktive Romane, die Spannung und Unterhaltung bieten. Wäre dies Realität, müsste man sich ernsthaft Sorgen machen.

Leser können sich auf mannigfaltige Wendungen und Überraschinen freuen. Für amoröse Abenteuer ist sich die Protagonistin auch nicht zu schade und steht zwischen den Stühlen. Und ob die aus dem Gefängnis ausgebrochenen Verbrecher etwas mit dem Mord an der Unternehmerin zu tun haben bleibt letztendlich nicht unaufgeklärt.

Die Leser dürfen sich auf zahlreiche unerwartete Ereignisse freuen. Die Hauptfigur ist bereit für romantische Abenteuer und befindet sich in einer schwierigen Situation. Es bleibt letztendlich nicht ungeklärt, ob die entflohenen Verbrecher etwas mit dem Mord an der Unternehmerin zu tun haben.

Insgesamt bietet der Aachen-Krimi mit der Privatdetektivin Britta Sander eine spannende Mischung aus Ermittlungen, unerwarteten Allianzen und romantischen Verwicklungen. Ihre enge Zusammenarbeit mit der Polizei und die überraschende Unterstützung von Gangstern zeigen, dass die Jagd nach Gerechtigkeit oft in die tiefsten Schatten der Stadt führt. Die komplexen Beziehungen, die Britta zu zwei Männern entwickelt, fügen der Geschichte eine zusätzliche emotionale Dimension hinzu und machen sie umso fesselnder.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 06.03.2025

Morde im Express-Verfahren

Mord im Wüstenexpress
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Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und ...

Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und anderen Romanen von Agatha Christie sind nicht ausgeschlossen.

Rentner Alfons Friedrichsberg wird von einem alten Kumpel am Nil angefunkt und zögert keine Sekunde! Gemeinsam mit Jupp Straaten und Willi Dahl entert er den sagenumwobenen Wüstenexpress, der von Oer-Erkenschwick nach Ägypten dampft. Doch schon vor dem Bahnhof haben die Drei unerwünschtes Gefolge. Ein Pirat und eine Mumie sind nicht weit hinter ihnen her! Und als ob das nicht genug wäre, verpasst Straaten den Zug – und das alles wegen eines Parkplatzproblems! Mord im Wüstenexpress!

Statt einer gemütlichen Fahrt im Luxuszug, erwarten die Passagiere nun einen wahren Krimi. Zwölf Fahrgäste sind unerwartet ums Leben gekommen, ein mysteriöser blassblauer Bademantel spukt durch die Waggons und sieben abgetrennte Zehen sorgen für Aufsehen. Dazu erklingt noch der Hit Schatz, ich grüß Dich aus der Ferne – ein Musikstück, das sicher einige Rätsel aufgibt.

Nicht nur müssen sich die drei Freunde mit einer immer noch mordenden Mumie und einigen antiken Sagengestalten herumschlagen, auch der hochgiftige Stechrüssel der libyschen Dressurmücke sorgt für zusätzliche Spannung. Ihr aktuelles Abenteuer stellt alles bisherige in den Schatten: atemberaubend, aufregend, schräg, skurril und äußerst amüsant.

Einige Kapitel sind jeweils als ein Teil zusammengefasst. Jeder Teil wird von einer netten Grafik eröffnet. Eine gut anzusehende Gestaltung des Satzlayouts.

Als Persiflage folgt der Roman in etwa den Regeln der Krimiautorin Agatha Christie. Das schließt auch eine fullminate Auflösung aller Rätsel in gemeinsamer Runde unter Zuhilfenahme des Ausschlussverfahrens ein. Getoppt wird das Ende noch durch einen letzten Twist.

Die kriminelle Spannung muss man zunächst zwischen all den Blödeleien, skurilen Dialogen und Figuren suchen. Schließlich wird man als Leser auch nur so voller Leichen zugepflastert. Dennoch kommt man infolge all des Humors, der Ironie und der Witzeleien voll auf seine unterhaltsamen Kosten. Spaß von vorne bis hinten. Einfach nur zurücklehnen und mit dem Wüstenexpress durch Europa bis nach Ägypten reisen. Toll!

Insgesamt zeigt uns Kai Magnus Sting mit »Mord im Wüstenexpress«, dass Verbrechen nicht immer todernst sein müssen und bereitet uns ein Lesevergnügen auf der Reise nach Ägypten. Mit Witz und Humor gelingt es ihm, die skurrilen Morde im Zug auf eine erfrischende Art und Weise aufzuklären. Die schrägen Figuren, insbesondere unsere drei Protagonisten, bringen nicht nur die Krimi-Action, sondern auch jede Menge Lacher mit sich. Mord am laufenden Band wird hier zum vergnüglichen Abenteuer, und wir können uns dem Charme von Stings maximaler Genderlust einfach nicht entziehen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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