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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2025

Trickreich strukturiert auf Spannung bedacht

Tochterliebe
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Kimberly McCreights Thriller fügt sich nahtlos in die Reihe ihrer herausragenden Werke wie »Eine perfekte Ehe«, »Freunde für immer« und »Eine perfekte Mutter«. Meine vorherigen Artikel über die Autorin ...

Kimberly McCreights Thriller fügt sich nahtlos in die Reihe ihrer herausragenden Werke wie »Eine perfekte Ehe«, »Freunde für immer« und »Eine perfekte Mutter«. Meine vorherigen Artikel über die Autorin und den Extrabeitrag über Kimbery McCreight zeigen verdeutlichen bereits, wie sehr ich ihre Romane schätze. Daher war ich voller Vorfreude auf ihr neues Werk.

Cleo erhielt eine eindringliche Nachricht ihrer Mutter, die sie sofort zu sich rief. Obwohl Cleo die dramatischen Anrufe ihrer Mutter Kate kennt, klang es dieses Mal besonders dringend. Daher brach sie sofort auf.

Als Cleo vor der Haustür steht und klingelt, öffnet ihre Mutter nicht. Cleo schreibt ihr schnell, dass sie bereits seit geraumer Zeit vor der Tür steht und sie solle bitte öffnen, wenn sie schon so schnell herbeigeeilt ist. Beim Klopfen an die Tür stellt Cleo fest, dass sie nur angelehnt ist und sich leicht öffnen lässt. Sie tritt ein und ruft in die Wohnung ihrer Mutter, dass die Tür offen stand und sie jetzt da sei.

In der Küche schellt der Rauchmelder und im Herd verkohlen wohl Hähnchenteile zu Stein. Cleo öffnet Fenster udn stellt den Rauchmelder ab, zumal der Nachbar unentwegt gegen die Wand bollert wegen des Lärms aus dieser Wohnung.

Doch kein Zeichen, kein Ton von Kate. Cleo muss konstatieren, dass ihre Mutter nicht in der Wohnung ist. Aber Kate hätte den Herd nie eingeschaltet gelassen, wenn sie die Wohnung verlassen hätte. Es muss irgendetwas passiert sein.

Der Thriller ist detailreich strukturiert. Nach dem Einstieg gibt es die erste Rückblene auf acht Tage zuvor, die erklären soll, warum es zur Situation im ersten Kapitel gekommen ist. Der Prolog geht weitaus weniger auf irgendwann zuvor Geschehenms ein, sonder bestimmt fads Thema des Romans: Das Verhältnis von Müttern zu ihren Kindern. Zwischen den Kapiteln werden uimmer wieder Zitate aus Akten, Dokumenten und Portalen, die Hintergrundwissen zum Geschehen und den Motiven der Handelnden liefern. Diese Abschnitte sind sehr gut durch eine andere Schrifttype gekennzeichnet.

Als Leser nähert man sich einerseits und entfernt sich andererseits mit jedem Kapitel dem ersten Kapitel. MIt den Kapiteln aus Kates Sicht nähert man sich dem Geschehen, angefangen acht Tage zuvor. Mit Cleos Kapitel entfernt man sich minuten-, stunden- und tageweise vom Geschehen und beobachtet, wie sie das Leben ihrer Mutter ergründet.

Der Stil von Kumberley McCreight ist also auch in »Tochterliebe« ist ein faszinierendes Verwirrspiel. Leser, die mit den unterschiedlichen Perspektiven nicht so gut klarkommen, sollten die Finger von diesem Thriller lassen. Ich persönlich fand dieses Verwirrspiel sehr strukturiert.

Aus welcher Perspektive ein Kapitel geschildert wird, wird durch den Namen der Figur als Kapitelüberschrift angezeigt. Zusätzliche Angabe in der Kapitelüberschrift geben Orientierung.

Aber keine Bange, man verliert nicht den Überblick, man muss nur die einzelnen Puzzle-Teilchen an die richtige Stelle rücken. Dabei hat dieser Thriller aber auch gar nichts mit cosy crime zu tun. Er ist einfach verdammt gut konstruiert und hält am Ende viele Überraschungen parat, mit denen man zu Beginn auf keinen Fall gerechnet hätte.

Keine Sorge, aufmerksame Leser werden den Faden nicht verlieren. Es genügt, die einzelnen Puzzleteile passend zusammenzufügen. Dieser Thriller gehört jedoch keineswegs zum Genre des gemütlichen Verbrechens. Er ist äußerst geschickt aufgebaut und birgt am Ende viele unerwartete Wendungen, mit denen man zu Beginn keinesfalls gerechnet hätte.

Für Liebhaber von verwirrend spannenden Thrillern sollte dieser ein Muss sein.

Insgesamt zeigt sich, dass die Geschichte um Tochterliebe und das Geheimnis in der Familie einen superguten Plot bietet. Die Erzählung beginnt sanft und entwickelt sich immer weiter, während die Spannung durch unerwartete Wendungen und Überraschungen gesteigert wird. Durch Kat, die in der Ich-Perspektive ab acht Tage vor ihrem Verschwinden spricht, und Cleo, die als Ich-Erzählerin in Stundentakt ihre Recherchen vorantreibt, wird der Leser in eine emotionale Achterbahn mitgenommen. Cleos Misstrauen gegenüber ihrer Umwelt verstärkt das Gefühl der Unsicherheit und der Dramatik.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein Provence-Krimi mit Duft nach Lavendel

Madame le Commissaire und die späte Rache
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In diesem Kriminalroman von Pierre Martin erwarten dich nicht nur packende Ermittlungen, sondern auch eine fesselnde Geschichte über Vergeltung und Geheimnisse. Unsere charmante Ermittlerin, Madame le ...

In diesem Kriminalroman von Pierre Martin erwarten dich nicht nur packende Ermittlungen, sondern auch eine fesselnde Geschichte über Vergeltung und Geheimnisse. Unsere charmante Ermittlerin, Madame le Commissaire, nimmt uns mit auf eine Reise, die voller Wendungen steckt und uns zeigt, dass die Rache manchmal länger auf sich warten lässt, als man denkt – eben die späte Rache. Greif Dir diesen Krimi als E-Book oder Taschen buch. mach es dir bequem und tauche in dieses fesselnde Buch und genieße die Region um Saint-Tropez!

Ein neuer Fall für die Kommissarin der Provence. Sie wurde auf eigenen Wunsch in ihren Geburtsort Fragolin versetzt. Ihr Freund, Chef und Gönner in Paris gibt den Neidern bekannt, dass Isabelle hier das Kommissariiat für Cold Cases führen soll. Sie holt sich nun ihren Kollegen Apollinaire aus dem Archiv, der mittlerweile in einem anderen Ort arbeitet, als Assistenten zurück nach Fragolin. Sier mag ihn trotz oder wegen seiner Marotten, die die verschiedenen Socken an seinen Füßen.

Gerade herrscht der Mistral, der so manchen Leuten aufs Gemüt schlägt. Auch Isabelle kann nicht schlafen und sieht macht eine Tour gegen die Schlaflosigkeit, da stolpert sie am Strand über eine Leiche. Ihr ist klar, dass sie dafür nicht zuständig ist, möchte sie auch nicht sein. Sie informiert die lokale Polizei, die sich um die Leiche kümmern müssen.

Auf der Suche nach alten nicht abgeschlossenen Fällen stoßen Apolinaire und Isabelle auf einen zehn Jahre alten Mordfall, der bislang nicht gelöst wurde. Er scheint ihnen einfach zu sein, um schnell ein erstes Egebnis für das neue Kommissariat vorweisen zu können.

Der Leiche vor zehn Jahren war das Wort „Vergewaltiger“ auf die Stirn geschrieben. Der Leiche hingegen, die Isabelle am Strand gefunden hatte, war der Penis abgeschnitten und in den Mund gesteckt worden. Irgend solch ein dummes Bauchgefühl sagt der Kommissarin, dass beide Fälle zusammenhängen. Aber nein – nach zehn Jahren? Oder geht es hierbei um die späte Rache eines Opfers?

Zusätzlich, denn offenbar geht jeder davon aus, dass die neue Abteilung in Fragolin bnichts weiter als Urlaub ist, bekommt Madame le Commissaire einen Mann in den Ort geschickt, der im Zeugenprogramm steckt und bewacht werden muss. Zwar wird nicht damit gerechnet, dass er in diesem verschlafenen Örtchen von seinen Heschern aufgespürt wird, aber Isabelle sollte ihn wenigstens unter ihre Fittiche nehmen und ein Auge auf ihn werfen.

Wer in die Landschaft der Provence und in die Gegend um Saint-Tropez eintauchen möchte, der wird mit diesem Krimi nichts falsch machen. Als solcher entbehrt er auch nicht einer gewissen Spannung. Nicht ohne Humor werden die Ermittlungen amüsant dargestellt. Die Dialoge sowohl mit ihrem Assisten als auch mit ihrem Schutzbefohlenen sind herrlich und beschreiben ein nettes Verhältnis zwischen den Figuren.

Die Spannung ist zudem mit vielen Wendungen ausgestattet. Auf Überraschungen müssen die Leser nicht lange warten. Und selbst zum Ende hin, wenn man als Leser vermutet, den Täter zu kennen, gibt es ernbeut einen Dreh und es hat sich doch alles anders abgespielt.

Die Ermittlungen in der Provence bieten eine fesselnde Kombination aus Krimi und malerischer Landschaft. Der berüchtigte Mistral-Wind prägt die Region und verleiht den Ermittlungen eine einzigartige Atmosphäre. In diesem Kontext entfaltet sich die Geschichte der späten Rache, die die Leser in ihren Bann zieht.

Die Ermittlungen um die späte Rache sind nicht nur ein spannendes Abenteuer voller unerwarteter Wendungen und überraschender Stränge, sondern auch ein Fest für die Sinne, das mit einem Hauch französischen Flairs und einer Prise Humor gewürzt ist. Während die Ermittler die Geheimnisse dieser malerischen Region lüften, erleben wir mit ihnen eine Reise, die sowohl unterhaltsam als auch aufregend ist. Wenn du genauso viel Spaß an diesen Geschichten hattest wie wir, teile diesen Blogbeitrag doch auf deinen sozialen Medien und lass auch deine Freunde an diesem aufregenden französischen Erlebnis teilhaben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 18.03.2025

hochbrisant und aktueller denn je

Das Vaterland
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Dieder Roman von Heinz Liepmanns zählt zu den älteren Werken, da er erstmals 1933 von einem deutschen Juden im Exil verfasst wurde. Die besondere Relevanz des Romans liegt in seiner brisanten Aktualität, ...

Dieder Roman von Heinz Liepmanns zählt zu den älteren Werken, da er erstmals 1933 von einem deutschen Juden im Exil verfasst wurde. Die besondere Relevanz des Romans liegt in seiner brisanten Aktualität, die sich angesichts des zunehmenden Einflusses der AfD und des umstrittenen US-Präsidenten zeigt. Diese Aktualität vermag durchaus zu beunruhigen.

Zur Weihnachtszeit im Jahr 1932 sticht das kleine Fischereischiff mit elf Besatzungsmitgliedern in See, um Heringe zu fangen. Nach drei Monaten kehrt die „Kulm“ schließlich nach Hamburg in ihren Heimathafen zurück. In der Zwischenzeit wurde Adolf Hitler Ende Januar zum Reichskanzler ernannt. Die Seeleute kehren in ein Deutschland zurück, das sich seit ihrer Abreise an Weihnachten stark verändert hat.

Die Mannschaft der „Kulm“ setzt sich aus Mitgliedern mit verschiedenen sozialen und weltanschaulichen Hintergründen zusammen, darunter Sozialdemokraten, Kommunisten, Juden und Nationalsozialisten. Diese Differenzen spielten bisher auf See keine Rolle, da sie alle ihre Pflicht als Seeleute erfüllen und miteinander auskommen mussten. Die Situation ändert sich jedoch, als sie sich Hamburg nähern und einen Mann aus dem Wasser retten.

In diesem Roman, in dem es nicht nur einen Protagonisten gibt, werden in verschiedenen, sehr packenden Episoden die Schicksale einiger Besatzungsmitglieder erzählt. Nun sind die Nationalsozialisten an der Macht und herrschen mit Gewalt und Willkür.

Heinz Liepman beschreibt unerbittlich, wie die Besatzungsmitglieder mit den neuen Machtgefügen konfrontiert werden. Stellenweise sind diese Beschreibungen sehr schonungslos, insbesondere wenn die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten dargestellt wird. Neben den schockierenden Begegnungen mit den Nazis thematisiert der Autor auch die persönlichen Konflikte der Betroffenen. So wird zum Beispiel die Geschichte eines Mannes erzählt, der eine Jüdin geheiratet hat und selbst zum Nazi wird, was zu Konsequenzen für die Ehe führt. Die Frau entscheidet sich dazu, sich scheiden zu lassen, doch selbst der Anwalt, der sie seit Jahren kennt, verweigert ihr jegliche Hilfe, weil er jetzt ebenfalls ein Nazi ist. Für die Frau scheint es keinen Ausweg mehr zu geben.

Die Schicksale sind äußerst belastend und im Grunde geht es für jeden der Betroffenen nur um das nackte Überleben in dieser gewalttätigen und menschenverachtenden Gesellschaft. Dies könnte auch auf denjenigen angewendet werden, der rasch zu einem höheren Rang als Verbrecher bei der SA aufgestiegen ist.

Der Schriftsteller, der von 1905 bis 1966 lebte, konnte durch die Schilderung von Szenen wie dem Erwachen des Hamburger Hafens oder der Fahrt der „Kulm“ die Elbe hinauf, Emotionen bei den Lesern wecken, jenseits des reinen Handlungsablaufs.

Die Thematik dieses Buches hat mich besonders betroffen und immer wieder in bestimmten Szenen an die gegenwärtigen Ereignisse in Deutschland und weltweit erinnert. »Das Vaterland« ist ein aufrüttelnder Roman, der eindringlich vor Augen führt, was geschehen kann. Seine Erzählungen sind wie ein Geschichtslektion, die sich jedem tief ins Gedächtnis einprägen sollte.

Der Pendragon Verlag hat diesen Roman erneut veröffentlicht, was großartig ist. Durch kleine Anpassungen in der Sprache ist er nun auch für junge Leser gut lesbar.

Wilfried Weinke verfasste ein zwanzigseitiges Nachwort, das das Leben und Werk von Heinz Liepman beschreibt und in den historischen Kontext einordnet.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ist ein düsteres Kapitel unserer Geschichte, das auch heute noch Angst und Schrecken auslösen kann. Die schonungslose Beschreibung der damaligen Ereignisse zeigt, wie das Schicksal vieler Menschen durch Manipulation und Gewalt beeinflusst wurde. Diese Geschichten wecken Emotionen und machen die Vergangenheit für uns greifbar. Durch eine moderat angepasste Sprache wird die Geschichte lebendig und spannend, auch für heutige Generationen. Die Aktualität dieser Themen ist unbestreitbar und verlangt danach, dass wir sie nicht vergessen. Offanbar wurden die Lehren aus der Vergangenheit nicht gezogen. Dabei sollten sie dafür sorgen, dass sich solche Gräueltaten niemals wiederholen. Folgt unseren Social Media Accounts, um auch über andfere lesenswerte Romane informiert zu werden!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 13.03.2025

die düsteren Geheimnisse der Familien

Ein ungezähmtes Tier
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Mit seinem neuen Roman erleben wir Joël Dicker in seiner einzigartigen brillianten Form des Schreibens. Die Choreografie der Szenen und Kapitel dieses Romans, der durchaus auch zu den Thrillern gezählt ...

Mit seinem neuen Roman erleben wir Joël Dicker in seiner einzigartigen brillianten Form des Schreibens. Die Choreografie der Szenen und Kapitel dieses Romans, der durchaus auch zu den Thrillern gezählt werden kann ist so berauschend, dass man gar nicht möchte, dass er auch ein Ende hat.

Zunächst gibt es die Gegenwart. Als Leser erfährt man von dem Überfall auf ein Juweliergeschäft. In sehr kurzen Kapiteln ist man hautnah dabei und liest, wie die Täter dabei vorgehen.

Dann gibt es die Handlung, die zwanzig Tage vor dem Raubüberfall beginnen. In dieser Handlung geht es um zwei Ehepaare mit KIndern, die am Rande Genfs wohnen. Eines der Paare ist offenbar extrem reich und lebt in einer Villa wie in einem Glashaus. Das andere Paar wäre gern so reich, ihr Haus wird im Stadtgebiet als Warze bezeichnet.

Der Ehemann von Warze begehrt die Ehefrau von Glashaus. Begehren mag untertrieben sein. Er stalkt sie regelrecht. Er hat sogar seinen Joggingplan umgestellt, nur um die Frau länger und besser beobachten zu können aus dem an das Grundstück angrenzenden Wald. Seine Frau weiß davon natürlich nichts, aber es passt ihr gar nicht, dass sich seine Laufzeiten geändert haben und er sich deshalb morgens nicht mehr um die Kinder kümmert.

Es ergeben sich mehrer spannende Fragen, die unbedingt einer Klärung bedürfen. Was geschieht mit dem Verhältnis der jeweligen Ehepartner untereinander? Was geschieht in der Beziehung der beiden Ehepaare zueinander? Welche Rolle spielen die beiden Ehepaare bei dem Raubüberfall, auf den es unweigerlich von Tag zu Tag hinausläuft?

Die Stärke von liegt in der kreativen Konstruktion eines Romans, wie er es bereits mit seinem Debüt »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« und anderen Romanen wie »Die Affäre Alaska Sanders« bewiesen hat. Man mag es mir verzeihen, dass ich erneut auf den außergewöhnlichen Plot eingehe, aber dies ist nunmal das Markenzeichen dieses Schriftstellers. Einen solchen Plot zu schaffen ist nicht jedermanns Sache.

Dieser ungewöhnliche und besondere Plot wird zusätzlich durch den Drucksatz, der sich auch im E-Book widerspiegelt, unterstützt. Die Tage bis zum Raubüberfall sind im jeweiligen Titelbild des Kapitels aufgelistet und durchgestrichen, was bislang schon geschehen ist. Der zweitliche Ablauf erfolgt zwar chronologisch, was den Raubüberfall angeht. Aber ansonsten werden viellerlei Rückblenden präsentiert, die meherere Jahr zurückgehen. Die Geschehnisse in den Rückblende sind als Hintergrundinformationen unwiderlegbar wichtig für das Verständnis der Handlungen in der Gegenwart.

Auf besondere Art werden die einzelnen Hauptpersonen vorgestellt. Dies geschieht meist in einer Rückblende und mit einer Geschichte, die man losgelöst auch wie eine Kurzgeschichte lesen könnte. Es sind Anekdoten und Szenen aus dem Leben der jeweiligen Figur, die einem noch eine besondere Freude machen.Nicht zu vergessen natürlich, dass man in der Gestalt einer kleinen Geschichte erfährt, was es mit dem ungezähmten Tier auf sich hat und warum einem gleich zu Beginn das Tatoo mit dem Panther so besonders vorkommt.

Die Lokalität des Romans bietet zusätzlich ihren eigenen Reiz: Genf, Saint-Tropez, Nizza, San Remo usw. Ich ließ dabei Filmmusiken aus den 1960ern und 1970er Jahren laufen, die mich zusätzlich in eine ganz besondere Stimmung beim Lesen brachten. Ich schmeckte und roch quasi die Cocktails, bekam ein Gefühl von Dabeisein.

Es entfaltet sich in diesem stimmungsvollen Roman »Ein ungezähmtes Tier« ein fesselndes Geflecht aus kurzen Geschichten, die die Hauptfiguren lebendig machen. Die Rückblenden führen auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit der Protagonisten und verleihen ihren gegenwärtigen Entscheidungen Tiefe. Mit einer geschickten und langsamen Hinführung zum dramatischen Geschehen rund um den Raubüberfall werden die Leser nahtlos in die Spannung integriert. Die actiongeladenen Auftritte des SEK bringen Adrenalin und Nervenkitzel, während die amorösen Nebenspieler die Schicksale der Hauptfiguren auf unerwartete Weise beeinflussen.

Erlebt mit »Ein ungezähmtes Tier« einen Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Lasst euch von dieser packenden Geschichte mitreißen und entdeckt die Welt dieser Figuren, die durchaus ans Herz wachsen können. Unbedingt hineinlesen und Exemplar sichern – ein unvergessliches Leseerlebnis!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Pärchen und ihre nächtlichen Ausflüge

Sie sieht, was du tust
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Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen ...

Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen kann.

Mercy Lake, sie ist wirklich eigenartig. Sie schleicht sich herum und spioniert andere aus, wenn es dunkel ist. Man könnte sagen, sie ist eine Expertin im Beobachten von Leuten. Sie kennt den Einbrecher Kalte-Hand-Carl und Liebeskummer-Linda, die einfach kein Glück in der Liebe hat. Aber am meisten interessiert sie sich für Simon Raffertys Familie, von der sie sich aufgrund einer gerichtlichen Verfügung fernhalten muss. Ungesehen und unbemerkt manipuliert sie das Leben ihrer Mitmenschen – immer mit der Überzeugung, dass sie nur helfen möchte. Tatsächlich ist Mercy Lake nicht ihr richtiger Name, den hat sie sich selbst ausgesucht. Es ist wirklich erstaunlich, was manche Leute so tun, oder?

Eines Nachts begegnet Mercy einem gewissen Louis und plötzlich ändert sich ihr einsames Leben schlagartig. Auch Louis ist kein gewöhnlicher Mensch, er mischt sich ebenfalls gerne in die Dinge anderer Leute ein. Allerdings ist er der Überzeugung, dass die meisten Leute in Cranner’s Ford keine Hilfe sondern Bestrafung verdienen. Anfangs findet Mercy dies noch spannend, für Gerechtigkeit in der Stadt zu sorgen. Sie lässt sich auf ihn ein und beginnt vielleicht sogar, sich in ihn zu verlieben. Doch dann gerät ihr gemeinsames nächtliches Spiel außer Kontrolle …

Okay, ich geb’s zu, als Leser braucht man bei »Sie sieht, was du tust« echt Ausdauer, bis die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Auf vielen Seiten begleiten wir Mercy bei ihren nächtlichen Streifzügen und bekommen einen Einblick in ihre Beobachtungen der Menschen. Sie versucht, ihnen mit kleinen Gesten das Leben zu erleichtern. Ehrlich gesagt, fand ich diesen Teil persönlich etwas zu langatmig. Ab und zu gibt es auch Kapitel aus einer anderen Perspektive, die am Anfang ein bisschen verwirrend sind. Besonders, weil da ihr richtiger Name genannt wird, den man als Leser aber noch nicht einordnen kann.

Gegen Ende des Buches gibt es dann jedoch einen spektakulären Höhepunkt mit so vielen unerwarteten und schnellen Wendungen, dass man total sprachlos ist. Schon am Anfang des Buches werden Hinweise auf vergangene Ereignisse gegeben. Diese werden am Ende schließlich vollständig aufgelöst und alles, was bisher passiert ist, erscheint in einem völlig neuen Licht.

Wenn man sich auf die langen Nächte des Stalkings mit Mercy und Louis einlässt, wird man letztendlich einen fesselnden Psychothriller erleben, der zu Beginn unerwartet ist. Daher ist der Roman von Sam Lloyd, Autor des Bestsellers »Sturmopfer«, eine empfehlenswerte Wahl.

Letztendlich ist das Beobachten von Menschen beim Stalking ein fesselndes Erlebnis, das mit vielen überraschenden Wendungen aufwartet. Die Geschichte »Sie sieht, was du tust« nimmt unerwartete Formen an und zieht den Leser schließlich in ihren Bann. Hinterlasst einen Kommentar auf dem Blog und erzählt uns, welche Wendungen euch am meisten überrascht haben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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