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Veröffentlicht am 04.02.2025

schräher thrillöer mit humor und Spannung

Jackdaw
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Dieser Thriller von Daniel Cole ist ein etwas schräger, aber dennoch sehr spannender und humorvoller Thriller, den ich besonders genossen habe. Ich kannte diesen Autor noch nicht und bin erfreut, ihn jetzt ...

Dieser Thriller von Daniel Cole ist ein etwas schräger, aber dennoch sehr spannender und humorvoller Thriller, den ich besonders genossen habe. Ich kannte diesen Autor noch nicht und bin erfreut, ihn jetzt kennengelernt zu haben.

Der Roman fängt an mit diesen Wahnsinns-Klickzahlen in den sozialen Medien. Da sind Fotos aufgetaucht, die in Windeseile über zwei Millionen Klicks gesammelt haben und immer noch zählen. Und was ist drauf? Ein enthaupteter Promi-Körper, meine Damen und Herren! Einfach der Wahnsinn, oder nicht?

Na klar! Die Tatsache, dass es hier eine Leiche gibt und jemandes Kopf ab ist, ist total echt. Kein Fake! Detectiv Scarlett Delaney und ihr Ermittlungspartner Frank schnappen sich den Fall und legen los mit dem Ermitteln.

Derlaney hat es schwer bei der Polizei, denn sie ist die Tochter eines Serienmörders. Ihre Kollegen warten nur auf den Moment, dass auch sie zu einer Serienmörderin mutiert und mobben sie teilweise dafür. Schlechte Witze sind an der Tagesordnung. Frank hat von Anfang an zu ihr gehalten und ist sowas wie ein Mentor und väterlicher Freund. Vor Jahren hatte er sogar mit dem Gedanken gespielt, Delaney zu adoptieren.

Doch bei dem jetzigen Fall, es ist nicht der erste mit einer Enthauptung, wittert sie ihre Chance, allen zu beweisen, was sie drauf hat. Um den mysteriösen Killer Jackdaw zu fassen und damit endlich die Anerkennung zu bekommen, die ihr zusteht, ist sie zu allem bereit.

An einem Tatort trifft sie einen ungewöhnlichen Herrn, der ebenfalls ihr Vater hätte sein können. Das Besondere aber ist, dass dieser Mann an dem Ort eigentlich gar nichts zu suchen hat. Als sie ihn zur Rede stellt, meint er, er wäre Preivatdetektiv und von dem Vater des einen Opfers beauftragt worden, den Mörder zu finden, weil der der Polizei nicht traue. Dann macht er Delaney einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Und sie ist bereit zur Zusammenarbeit mit Henry Devlin, diesem zwielichtigen Privatdetektiv. Doch dabei gerät sie immer tiefer in eine düstere Welt voller Halbwahrheiten und Lügen. Für ihren Erfolg wagt sie immer mehr und überschreitet Grenzen. Schließlich wird Delaney klar, dass sie nicht nur einen Mörder jagt. Sie selbst steht auch auf dessen Liste. Es könnte ein tödlicher Fehler gewesen sein, den Menschen in ihrer Umgebung zu vertrauen …

Die Spannung dieses Thrillers wird natürlich in verschiedenen Ebenen aufgebaut. So erfährt der Leser zusätzlich zu dem zunächst bestialisch ermordeten Mädchen von 38 weiteren Mädchen, dir irgendwohin geliefert werden soll. Ebenso gibt es Einblicke eines KIllers und es gibt Aufträge und Verhandlungen.

Als Leser wird man mit seinen Gedanken also nicht nur bei der Ermittlungsarbeit festgehalten. Wie dies alles zusammenhängt, macht den Roman zu einem Pageturner.

Besonders unterhaltsam wird der Roman aber nicht nur wegen der Spannung, sondern er steckt voller Humor und Situationskomik. Man liest ihn quasi mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Schaut euch nur die krummbeinige Katze von Delaney an, die sie liebevoll Alkie nennt, weil sie mit ihren drei Beinen schwankt wie ein Betrunkener.

Und dann gibt es noch Delaney und Devlin, die sich zusammentun und ihren Wettkampf austragen, wer Jackdaw als Erster erwischt. Einfach köstlich!

Spannende und sehr amüsante Jagd nach einem bestialischen Serienkiller und deshalb höchste Empfehlung meinerseits.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannung, Spannung, Spannung!

Einsame Nacht
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Dies ist ein Kriminalroman um Kate Linville und Caleb Hale, der wieder in der Region um York beheimatet ist. Er passt eigentlich richtig zu Weihnachten, denn die Handlung beginnt kurz vor Weihnachten und ...

Dies ist ein Kriminalroman um Kate Linville und Caleb Hale, der wieder in der Region um York beheimatet ist. Er passt eigentlich richtig zu Weihnachten, denn die Handlung beginnt kurz vor Weihnachten und geht gerade bis ins neue Jahr hinein. Ein richtig schöner Schmöker für die kalte Jahreszeit.

Mitten in den Mooren nördlich von York fährt eine Frau durch die kalte Dezemberlandschaft. Dabei sieht sie ein anderes Fahrzeug am Rand der Straße stehen. Es ist das Fahrzeug einer Bekannten von ihr, die bei ihr einen Kochkurs besucht.

Anna wundert sich, dass ein Mann zu der Bekannten in das Auto steigt. Noch dazu in dieser unwirtlichen Gegend. Obwohl sie diese Beobachtung sehr verwirrt und in den nächsten Tagen auch belastet, will sie diese Beobachtung nicht der Polizei melden. Sie redet sich ein, dass es gute Gründe für ihre Bekannte und diesen Mann geben wird.

Doch am nächsten Morgen wird ganz in der Nähe eine tote Frau in einem Auto gefunden. Es ist nicht dieselbe Stelle, sondern noch ein Stückchen weiter auf einem Feldweg.

Zwar beschleicht Anna ein ganz schlechtes Gewissen, aber immer noch will sie sich nicht bei der Polizei melden. Schließlich weiß sie ja nicht, was es mit dem Mann auf sich hat. War es ein Freund? War es ein Fremder? Oder war es gar der Mörder, der bei ihrer Bekannten ins Auto gestiegen war?

Von diesem aktuellen Mord geht es für die Ermittlerin Kate Linville, die zudem gerade eine neue Chefin erhalten hat, schnell entlang einer Spur in die Vergangenheit. Offenbar ein Cold Case, der seinerzeit von Caleb Hale nicht gelöst werden konnte.

Das Figurenensemble wurde von Charlotte Link mit besonderer Dramaturgie zusammengestellt. Dabei sind nicht alle Figuren einfach in gut und böse ein teilbar, um sie leicht erkennbar zu machen. Aber es gibt auch Figuren, die ich persönlich so gar nicht mag, oder welche, deren Verhalten mir nicht zusagen. Da ist z.B. Anna, die offenbar nichts auf die Reihe bekommt und definitiv keine noch so winzige Entscheidung treffen kann. Obwohl sie eine der Hauptfiguren ist, hat sie mir gr nicht gefallen. Aber es ist letztendlich bemerkenswert, was die Autorin sie schließlich machen lässt.

Aber nicht nur in Sachen Anna, sondern eigentlich auf jeder Seite muss man als Leser damit rechnen, dass sich eine Situation komplett ins Gegenseitige wandelt.

Doch das Verhalten der Hauptermittlerin Kate in Bezug auf ihren ehemaligen Chef Caleb hat mich manchmal rasend gemacht. So treffsicher sie mit ihrem Bauchgefühl und Analysen bei der Aufklärung der Verbrechen ist, so daneben liegt sie dabei ihrem alten Boss gegenüber. Aber ich möchte mit meiner Kritik an diesen Figuren nicht über das Ziel Hinausschießen. Schließlich sind dies die Gewürze, die einen Roman verdammt spannend machen. Ohne die ein Krimi Recht fade wirken würde.

Insgesamt bietet „Einsame Nacht“ von Charlotte Link eine fesselnde Lektüre, die nicht nur durch die interessante Region der Handlung besticht, sondern auch mit stetigen Wendungen und neuen Erkenntnissen in den Ermittlungen begeistert. Die geschickte Verknüpfung eines aktuellen Mordfalls mit einem Cold Case sorgt für zusätzliche Spannung und macht das Buch äußerst unterhaltsam. Wenn ihr in die düstere Atmosphäre und die packende Story eintauchen wollt, kann ich euch dieses Kriminalroman nur wärmstens empfehlen! Vergesst nicht, uns auf unseren sozialen Medien zu folgen, um keine Neuigkeiten und spannende Diskussionen zu verpassen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 11.01.2025

auf der Jagd nach einem serbischen Kriegsverbrecher in San Francisco

Die 18. Entführung
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In diesem Thriller stehen die tollkühnen Ermittlerinnen des Women’s Murder Club vor einer schockierenden Entführung, die alles auf den Kopf stellt. Lass uns gemeinsam in die Welt der packenden Ermittlungen ...

In diesem Thriller stehen die tollkühnen Ermittlerinnen des Women’s Murder Club vor einer schockierenden Entführung, die alles auf den Kopf stellt. Lass uns gemeinsam in die Welt der packenden Ermittlungen eintauchen und herausfinden, was diese Geschichte so fesselnd macht!

Nach einer gemeinsamen Nacht in einer Kneipe verschwinden drei Lehrerinnen ohne eine Spur zu hinterlassen. Als eine von ihnen ermordet aufgefunden wird, erkennt Detective Lindsay Boxer vom San Francisco Police Department, dass sie nur noch sehr wenig Zeit hat, um die beiden anderen Frauen lebendig zu finden.

Eine Frau Anna aus Bosnien, die seit der Flucht von dort in den USA lebt, erkennt bei sich in der Nähe einen serbischen Kriegsverbrecher. Der war zwar in Den Haag verurteilt worden, musste jedoch nicht in Haft sein. Sie hatte all die Jahre geglaubt, dass er tot wäre. Plötzlich steht er leibhaftig vor ihr. Anna versucht, ihm mit dem Fahrrad zu folgen, erleidet jedoch einen kleinen Unfall. Joe Molinari hilft ihr auf und erfährt ihre Geschichte. Er beschließt, ihr zu helfen.

Deshalb arbeitet Lindsays Ehemann, Special Agent Joe Molinari vom Federal Bureau of Investigation an diesem scheinbar aussichtslosen Fall. Nachdem Anna ihm die Geschichte von sich und diesem berüchtigten Kriegsverbrecher aus Serbien berichtet hat, setzt er alles daran, um für sie Gerechtigkeit zu erwirken. Als Joes Informantin dann plötzlich ebenfalls zu den verschwundenen Frauen gehört, stoßen die beiden Fälle aufeinander. Joe, Lindsay und der Women’s Murder Club müssen erneut ihre Kräfte bündeln, um dieses Monster, das in der Stadt umgeht, aufzuhalten.

In dieser Reihe ist die Variantenvielfalt der Plots mit ihren Unterschieden immer wieder für eine Überraschung gut. Während in vielen Bänden die unterschiedlichen Handlungsstränge durchaus unterschiedliche Fälle bleiben und jeder Fall einzeln innerhalb des jeweiligen Bandes gelöst wird, führen die beiden Stränge in diesem Band ganz gezielt zueinander hin. In dem Moment, als das bosnische Kriegsopfer verschwunden ist, tauchen die ersten Zeichen auf, dass sie von demselben Täter entführt wurde wie zuvor die drei Lehrerinnen.

Der Aufbau dieses Romans ist mehr als passend gemacht. Im Prolog erleben die Leser Lindsay und Joe auf dem Weg in den Gerichtssaal in Den Haag. Danach geht es fünf Jahre zurück in die Vergangenheit und es wird geschildert, wie es dazu kommt, dass die beiden am Internationalen Gerichtshof sind. Ebenso wird dann am Ende des Buches im Epilog das Ergebnis des Prozesses in der Gegenwart weitererzählt. Mit Prolog und Epilog in der Gegenwart und der Handlung dazwischen in einer Rückblende wird eine tolle Klammer und die Jagd nach den Verbrechnern gebildet.

Leider bleiben in diesem Teil die gemeinsamen Treffen des Clubs der vier Ermittlerinnen etwas auf der Strecke. Die Freundinnen treten hier nicht allzu oft in Erscheinung, ausgenommen, die Gerichtsmedizinerin. Wer mehr über diese Thriller-Reihe erfahren möchte, sollte sich unbedingt den Artikel Spannende Thriller-Reihe: Women’s Murder Club von Patterson auf diesem Blog anschauen.

Das ist super gut gemachte Spannung und das Lesen dieses Thrillers gestaltet sich wie ein Film. Kein Wunder, dass mich die Thriller dieser Reihe an solche US-amerikanischen Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. »Die 18. Entführung« mit dem Bezug zum den serbischen Kriegsverbrechen in Bosnien ist fesselnd und empfehlenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 10.01.2025

Yuki Castellano und ihr großer Fall

Das 10. Gebot - Women's Murder Club -
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Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano mit italienisch-japanischen Wurzeln wurde von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro haben sich in diesem Band als Hauptplot ausgewählt. ...

Die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Yuki Castellano mit italienisch-japanischen Wurzeln wurde von James Patterson und seiner Co-Autorin Maxine Paetro haben sich in diesem Band als Hauptplot ausgewählt. Ein großer Teil des Geschehens spielt sich also im Gerichtssaal ab. »Das 10. Gebot« ist der zehnte Band um den Frauen-Mord-Club, den ermittelnden vier Freundinnen um Lindsay Boxer vom SFPD.

Das 10. Gebot« beginnt im Prolog mit der Hintergrund-Geschichte, die sich über alle Romane dieser Reihe zieht. Sergeant Lindsay Boxer vom SFPD steht vor dem Traualtar, um ihren langjährigen Lebensgefährten Joe Molinari zu heiraten. Anschließend kehrt sie an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück. Sie hat einen neuen Chef. Ursprünglich hatte Lindsay das Angebot erhalten, Chef der Mordkommission zu werden. Das hatte sie allerdings abgelehnt, weil sie trotz mehrmaliger Anrufe nicht ans Telefon gegangen war, obwohl sie von diesem Angebot wusste. Der Posten ging an einen Neuzugang in San Francisco und hieß also Brady, der erst vor vier Wochen von Florida nach San Francisco versetzt worden war.

Dieser gibt ihr gleich an ihrem ersten Tag nach der Hochzeit einen Fall, der ziemlich mysteriös wird, denn es wurde 15jähriges Mädchen gefunden. Sie lag vollkommen erschöpft am Straßenrand und wäre beinahe verstorben, wenn nicht ein älteres Ehepaar sie dort gesehen und in die Klinik gebracht hätte. Schnell stellt sich heraus, dass dieses Mädchen gerade ein Baby entbunden hat. Doch das Baby ist verschwunden. Lindsay muss mit ihrem Team das Baby finden. Dazu müssen sie herausfinden, was mit dem Mädchen passiert ist. Doch das Mädchen schweigt, sie will nicht mit der Polizei zusammenarbeiten. Und es stellt sich heraus, dass sie betäubt worden war und deshalb über mehrere Stunden nicht weiß was passiert ist. Aber offenbar war sie vergewaltigt worden.

In kurzer Zeit erfährt Lindsay mit ihrem Team von zwei weiteren Frauen, die über mehrere Stunden betäubt worden und vergewaltigt worden sind.

Parallel dazu versucht Yuki Castellano ihre Angeklagte ins Gefängnis zu bringen. Sie soll ihren Mann im gemeinsamen Haus erschossen haben. Die beiden Kinder waren oben in ihren Zimmern. Alle Indizien weisen darauf hin, dass die Ehefrau tatsächlich ihren Mann getötet hat. Die Ehe lief nicht mehr gut. Doch der Verteidiger ist der Meinung, dass wegen der offensichtlichen Indizienlage nicht in alle notwendigen Richtungen ermittelt wurde.

Er bittet Lindsay, den für das SFPD seit einem Jahr angeschlossenen Fall nochmal aus anderer Sicht zu betrachten. Lindsays Bauchgefühl sagt ihr, dass durchaus Zweifel an der Schuld der Angeklagten be4stehen könnten. Yuki ist erbost darüber, dass ihre Freundin ihr die Angeklagte wegnehmen will. Yuki Castellano hat generell viel Pech mit ihren Angeklagten und sie braucht so sehr endlich einen Fall, den sie gewonnen hat.

Es ist immer wieder unterhaltsam zu verfolgen, mit wie vielen Details die Autoren in den Strängen aufwarten. Gerade bei mehreren Strängen vermutet man häufig, dass sie am Schluss zu einem einzigen Strang führen. Das ist hier aber nicht der Fall.

Jedoch wird alles, was als Szene einmal begonnen hat, am Ende auch aufgelöst. Vor lauter Gerichtsprozess hatte ich beinahe einen der Stränge total vergessen. Als sich der Thriller gefühlt mit dem Ende des Prozesses zum Ende neigte, wurde ein am Beginn aufgemachter Strang weitererzählt und ich wurde daran erinnert, dass es noch viele Seiten bis zum Ende des Romans sind.

Das ist super gut gemachte Spannung und das Lesen dieses Thrillers gestaltet sich wie ein Film. Kein Wunder, dass mich die Thriller dieser Reihe an solche US-amerikanischen Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. »Das 10. Gebot« mit Yuki Castellano, dem Küken im Club, ist genauso fesselnd und empfehlenswert.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 23.12.2024

Zwischen Ehrenmord und Diebstahl

Sinnlos
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Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, ...

Dieser Roman ist der siebte Fall für den Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team, den der Autor Thomas Michael Glaw nun veröffentlicht hat. Es ist ein Kriminalroman aus der Münchner Kunstszene, bei dem sich die Ermittlungen bis nach Wien erstrecken. Für mich ist es der erste Roman von diesem Autor, den ich damit kennengelernt habe.

Der Prolog des Romans eröffnet mit einem Mord, der mysteriös bleibt. Das weibliche Opfer liegt im Visier des nachtlichttauglichen Zielfernrohrs. Ihren Blick richtet sie über den Fluss, ohne wirklich hinzuschauen, bevor sie den Kopf abwendet. Dann erfolgt auf der anderen Seite des Flusses ein sanfter Druck auf den Abzug. Ein Zischen in der Luft. Das Opfer kippt nach hinten und bricht zusammen. Mysteriös ist dieser Einstieg schon, denn „Zischen in der Luft“? Mehr als interessant.

Der Roman startet nicht mit einem toten Körper, sondern mit dem brutalen Mord an einer jungen Dame. Man erlebt als Leser hautnah mit, wie die junge Frau beinahe sieht, wie ihr Leben durch einen Schuss endet. Die Mordkommission unter der Führung von Kriminalrat Benedict Schönheit wird überrascht und bekommt die Aufgabe, sich mit diesem Fall zu befassen.

Benedict Schönheit, der Hauptcharakter, ist ein verführerischer Mann, der geschickt mit Frauen umgeht. Dies wird durch seine Beziehungen zu drei unterschiedlichen Frauen deutlich. Einerseits hat er eine Lebensgefährtin namens Martina, die Journalistin ist. Andererseits lernt er in diesem speziellen Fall die junge Kunststudentin Eva kennen. Zudem gibt es eine Wiederbegegnung zwischen ihm und Monika, einer ehemaligen Studienkollegin, die nun Staatsanwältin im aktuellen Fall ist.

Obwohl die Tote die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, stammt sie aus dem Libanon. Vor vielen Jahren kam sie im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern als Asylbewerber nach Deutschland und erhielt Anerkennung. Vor einiger Zeit hat sich ihr Vater radikalisiert und ist zu einem extrem fanatischen Muslim geworden, der die Frauen der Familie vollständig unterdrückt. Die Tote konnte es zu Hause nicht mehr aushalten, insbesondere nachdem sie gezwungen werden sollte, einen Cousin zu heiraten. Sie floh nach München, versteckte sich vor ihrem Vater und ihrem sogenannten Verlobten und begann ein Studium an der Kunsthochschule. Nebenbei schrieb sie unter einem Pseudonym für die Süddeutsche Zeitung.

Der Autor lässt den Leser nicht lange Zeit, um in das Setting, welches hauptsächlich in München lokalisiert ist, gemütlich einzusteigen. Es geht sofort mit den Ermittlungen los und als Leser lernt man dabei die Mitarbeiter und Bekannten von Schönheit kennen. Es ist ein breit gefächertes Figurenensemble, von denen jeder seine Macken und Vorzüge hat und die dem Leser durchaus sympathisch sein können. Unterstützt wird dieses Ensemble durch eine Figurenliste zu Beginn des Romans, in welcher neben dem Namen ein Einzeiler steht, der etwas zu der Figur aussagt. Das ist mal etwas Anderes.

Weniger Tippfehler wären wünschenswert, da fehlende Wörter oder Buchstaben den Lesefluss in »Sinnlos« erheblich beeinträchtigen. Oft ist es notwendig, den Satz mit einer korrigierten Version im Kopf nochmals zu lesen, um ihn verstehen zu können. Ich persönlich mag mich auch nicht gerne mit langen, bis zu 60 Seiten langen Kapiteln auseinandersetzen. Da habe ich es lieber kurz und knackig und freue mich, wenn mich ein Autor darin unterstützt.

»Sinnlos« von Thomas Michael Glaw ist ein spannendes Buch, das mit einem raschen Einstieg in die Handlung überzeugt. Die vielen Irrwege und Wendungen halten die Leser auf Trab, während die zahlreichen Figuren eine willkommene Ablenkung bieten. Besonders das sympathische und menschliche Team sticht hervor, ergänzt durch witzige Frotzeleien und eine schleichende Romantik, die sowohl im als auch außerhalb des Teams für interessante Dynamiken sorgt.

Allerdings gibt es einige Schwächen. Die zahlreichen Tippfehler und teils fehlenden oder falschen Worte trüben das Lesevergnügen erheblich. Zudem sind die Kapitel oft zu lang, was den Lesefluss stören kann.

Insgesamt ist es ein unterhaltsamer Krimi, der trotz seiner Mängel aufgrund der fesselnden Ermittlungen und der lebendigen Figuren lesenswert bleibt. Ideal für Fans von kniffligen Rätseln und humorvollen Teamdynamiken!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024