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Veröffentlicht am 11.03.2025

Unglaubliche Konstellation der Ermittelnden

Aachener Finsternis
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Mit diesem Krimi habe ich mit Ingrid Davis erneut eine für mich neue Autorin kennengelernt, die weiß, wie man spannende Krimis schreibt. Aber es ist ja auch mittlerweile der zehnte Fall für die Privatdetektivin ...

Mit diesem Krimi habe ich mit Ingrid Davis erneut eine für mich neue Autorin kennengelernt, die weiß, wie man spannende Krimis schreibt. Aber es ist ja auch mittlerweile der zehnte Fall für die Privatdetektivin Britta Sander, die eng mit der Aachener Kripo zusammenarbeitet.

Der Auftakt findet statt, als zwei geflohene Schwerverbrecher aus dem Gefängnis die Stadt in Angst versetzen. Gleichzeitig wird den Lesern der heimtückische Mord an der angesehenen Geschäftsfrau Susanne Jaschke in einem belebten Parkhaus in Aachen geschildert. Dieser Fall erfordert die Expertise der Detektivin Britta Sander und des Kriminalkommissars Körber.

Hinter der Fassade einer vermeintlich glücklichen Familie entdecken sie schon bald mehr als nur ein Motiv für diesen Mord, und ein Geheimnis tritt zutage, das den Ermittlungen eine unerwartete Wendung gibt.
Als Britta nur knapp einem Anschlag entgeht, wird die Suche nach dem Täter zu einem sehr persönlichen Kräftemessen zwischen ihr und einer Verschwörung, die sich tief ins Herz der Kaiserstadt gefressen hat. Hand in Hand mit dem Ex-Gangsterboss Tom Hartwig muss Britta sich ihrem bisher finstersten Fall stellen.

In einer scheinbar glücklichen Familie stoßen die Beiden auf mehr als nur ein Motiv für den Mord. Schließlich wird ein überraschendes Geheimnis enthüllt, welches die Ermittlungen in eine ganz neue Richtung lenkt.

Aber dann wird auf Britta Sander ein Anschlag verübt. Sie selbst hat dabei großes Glück, was nicht alle Beteiligten sagen können Es beginnt ein persönlicher Kampf zwischen ihr und einer Verschwörung, die in das Herz der Kaiserstadt eingedrungen ist. Gemeinsam mit dem ehemaligen Gangsterboss Tom Hartwig steht Britta vor ihrem dunkelsten Fall, der sie tief in die Aachener Finsternis führt.

Nach meiner anfänglichen Überraschung über die enge Zusammenarbeit der Privatdetektivin mit der Aachener Polizei aufgrund von Personalmangel, war ich noch mehr erstaunt, als ich erfuhr, dass ein ehemaliger Ganove und seine Leute angeblich auf der Seite der Polizei standen. Diese raffinierte Wendung bietet aber der Krimiautorin zahlreiche Möglichkeiten für Konflikte und Spannungen innerhalb der Handlung.

Die Ermittlerin als Detektivin muss sich nicht immer an die gesetzlichen Vorgaben der Polizei halten. Die Kriminellen, die ihr helfen, können sogar weiter gehen, da sie nicht verfolgt werden, solange ihre Taten unentdeckt bleiben. Diese Handlungsmöglichkeiten sind typisch für fiktive Romane, die Spannung und Unterhaltung bieten. Wäre dies Realität, müsste man sich ernsthaft Sorgen machen.

Leser können sich auf mannigfaltige Wendungen und Überraschinen freuen. Für amoröse Abenteuer ist sich die Protagonistin auch nicht zu schade und steht zwischen den Stühlen. Und ob die aus dem Gefängnis ausgebrochenen Verbrecher etwas mit dem Mord an der Unternehmerin zu tun haben bleibt letztendlich nicht unaufgeklärt.

Die Leser dürfen sich auf zahlreiche unerwartete Ereignisse freuen. Die Hauptfigur ist bereit für romantische Abenteuer und befindet sich in einer schwierigen Situation. Es bleibt letztendlich nicht ungeklärt, ob die entflohenen Verbrecher etwas mit dem Mord an der Unternehmerin zu tun haben.

Insgesamt bietet der Aachen-Krimi mit der Privatdetektivin Britta Sander eine spannende Mischung aus Ermittlungen, unerwarteten Allianzen und romantischen Verwicklungen. Ihre enge Zusammenarbeit mit der Polizei und die überraschende Unterstützung von Gangstern zeigen, dass die Jagd nach Gerechtigkeit oft in die tiefsten Schatten der Stadt führt. Die komplexen Beziehungen, die Britta zu zwei Männern entwickelt, fügen der Geschichte eine zusätzliche emotionale Dimension hinzu und machen sie umso fesselnder.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 06.03.2025

Morde im Express-Verfahren

Mord im Wüstenexpress
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Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und ...

Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und anderen Romanen von Agatha Christie sind nicht ausgeschlossen.

Rentner Alfons Friedrichsberg wird von einem alten Kumpel am Nil angefunkt und zögert keine Sekunde! Gemeinsam mit Jupp Straaten und Willi Dahl entert er den sagenumwobenen Wüstenexpress, der von Oer-Erkenschwick nach Ägypten dampft. Doch schon vor dem Bahnhof haben die Drei unerwünschtes Gefolge. Ein Pirat und eine Mumie sind nicht weit hinter ihnen her! Und als ob das nicht genug wäre, verpasst Straaten den Zug – und das alles wegen eines Parkplatzproblems! Mord im Wüstenexpress!

Statt einer gemütlichen Fahrt im Luxuszug, erwarten die Passagiere nun einen wahren Krimi. Zwölf Fahrgäste sind unerwartet ums Leben gekommen, ein mysteriöser blassblauer Bademantel spukt durch die Waggons und sieben abgetrennte Zehen sorgen für Aufsehen. Dazu erklingt noch der Hit Schatz, ich grüß Dich aus der Ferne – ein Musikstück, das sicher einige Rätsel aufgibt.

Nicht nur müssen sich die drei Freunde mit einer immer noch mordenden Mumie und einigen antiken Sagengestalten herumschlagen, auch der hochgiftige Stechrüssel der libyschen Dressurmücke sorgt für zusätzliche Spannung. Ihr aktuelles Abenteuer stellt alles bisherige in den Schatten: atemberaubend, aufregend, schräg, skurril und äußerst amüsant.

Einige Kapitel sind jeweils als ein Teil zusammengefasst. Jeder Teil wird von einer netten Grafik eröffnet. Eine gut anzusehende Gestaltung des Satzlayouts.

Als Persiflage folgt der Roman in etwa den Regeln der Krimiautorin Agatha Christie. Das schließt auch eine fullminate Auflösung aller Rätsel in gemeinsamer Runde unter Zuhilfenahme des Ausschlussverfahrens ein. Getoppt wird das Ende noch durch einen letzten Twist.

Die kriminelle Spannung muss man zunächst zwischen all den Blödeleien, skurilen Dialogen und Figuren suchen. Schließlich wird man als Leser auch nur so voller Leichen zugepflastert. Dennoch kommt man infolge all des Humors, der Ironie und der Witzeleien voll auf seine unterhaltsamen Kosten. Spaß von vorne bis hinten. Einfach nur zurücklehnen und mit dem Wüstenexpress durch Europa bis nach Ägypten reisen. Toll!

Insgesamt zeigt uns Kai Magnus Sting mit »Mord im Wüstenexpress«, dass Verbrechen nicht immer todernst sein müssen und bereitet uns ein Lesevergnügen auf der Reise nach Ägypten. Mit Witz und Humor gelingt es ihm, die skurrilen Morde im Zug auf eine erfrischende Art und Weise aufzuklären. Die schrägen Figuren, insbesondere unsere drei Protagonisten, bringen nicht nur die Krimi-Action, sondern auch jede Menge Lacher mit sich. Mord am laufenden Band wird hier zum vergnüglichen Abenteuer, und wir können uns dem Charme von Stings maximaler Genderlust einfach nicht entziehen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Ámbar und die Wunden ihres Vaters und ihres Lebens

Ámbar
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Der Roman ist ein preisgekrönter Roman und wurde in seiner Heimat mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet. Es ist die Geschichte eines fünfzehnjärigen Mädchens, die mit ihrem Vater durch die Städte und Dörfer ...

Der Roman ist ein preisgekrönter Roman und wurde in seiner Heimat mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet. Es ist die Geschichte eines fünfzehnjärigen Mädchens, die mit ihrem Vater durch die Städte und Dörfer tourt.

Ámbar und die Wunden ihres Vaters und ihres Lebens
Zu Beginn erlebt man Ámbar beim Versorgen einer blutenden Wunde. Schnell weiß man, dass es ihr Vater ist, den sie verbindet. Das ist eine ganz normale Tätigkeit für das Mädchen, obwohl sie viel lieber genau wie andere Mädchen in ihrem Alter Rockkonzerte besuchen würde.

Doch dafür ist keine Zeit. Sie ist mit ihrem Vater auf der Flucht. Ihr Vater ist ein bekannter Drogendealer und skrupelloser Killer. Er darf sich nicht erwischen lassen, weshalb beide immer wieder in unterschiedlichen Outfits und Haaren, mit verschiedenen Papieren und Namen unterwegs sind. Ihre Identität muss unerkannt bleiben. Sollte das einmal nicht der Fall sein, tötet der Vater einfach die Zeugen.

Schnell wird aus der Flucht auch eine Jagd, denn der Vater will einerseits seinen Freund, sofern er überhaupt einen hat, rächen und andererseits bekommt er den Auftrag, geklaute Drogen aus dem Besitz der Diebe wieder zu beschaffen. Ámbars Flucht mit ihrem Vater bezieht sich weniger auf die Flucht vor der Polizei als auf die vor anderen Drogengangstern.

Ich würde »Ámbar« nicht unbedingt als einen Thriller betiteln. Es ist mehr ein apannender Gegenwartsroman. Schließlich möchte man von der ersten Seite an wissen, wie es der Kleinen, die aufgrund der Umstaände viel zu früh erwachsen geworden ist, ergehen wird. Ihr Weg ist der spannende und sehr interessante Faden. Wird es ihr demnächst besser gehen? Wird sie nicht immer als die Liebste ihres Vaters angesehen?

Gewalt und Zärtlichkeit
Zart wird die sich aufbauende Liebe zu Marcos entwickelt, der sie unter dem Namen Alejandra kennt. Mit ihm erlebt sie dann tatsächlich ein Konzert und es schmerzt sie, Marcois anzulügen. Wird sie ihm ihre wahre Identität offenbaren?

Zwar gibt es keine Ermittlungen, aber natürlich werden Leser in diesem Roman eine Jagd erleben. Und während sieder Jagd geht es sehr brutal zu. Obwohl im ersten Kapitel nur eine Wunde versorgt wird , wirkt diese bereits sehr gewalttätig. Bildhaft treten zerfetztes Fleisch und Blut in mehreren Szenen dem Leser in den Kopf.

Mich hat der Roman sehr an Fernsehserien wie Dom oder Queen of the South erinnert, in der ebenfalls die Schicksale von Menschen beschrieben werden, die unverschuldet als KInder in die Verbrechensszene hineingezogen wurden und vergeblich versuchen, die Verbrechen hinter sich zu lassen. Ob es Ámbar schafft, wird nur den Lesern dieses Romans vorbehalten bleiben.

Am Ende bleibt uns die Geschichte von Ámbar im Gedächtnis, einem Mädchen, das viel zu schnell erwachsen werden musste. Ihr spannendes und gefährliches Leben inmitten von Gewalt und dem brutalen Alltag im Drogenmilieu zieht uns in seinen Bann. Doch zwischen all dem Chaos blitzen zärtliche Momente der Liebe auf, die uns zeigen, dass es immer einen Funken Hoffnung gibt. Ámbar denkt ständig darüber nach, wie sie diesem Leben entfliehen kann, und lässt uns mit der Frage zurück, ob es einen Ausweg aus dieser dunklen Realität gibt. Ihre Reise ist nicht nur ein spannendes Abenteuer, sondern auch eine Aufforderung zur Reflexion über unsere eigenen Lebensentscheidungen. Ein lesenswerter Roman, der zum Nachdenken anregt und uns mit einem Gefühl der Dringlichkeit zurücklässt.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Iowa: Ein Ausflug nach Amerika

Iowa
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Im vergangenen Jahr wurde das Hardcover des Romans »Iowa« von Stefanie SargnagelStefanie Sargnagel für den Deutschen Buchpreis nominiert, und ab Juni dieses Jahres wird er auch als Taschenbuch erhältlich.

Stefanie ...

Im vergangenen Jahr wurde das Hardcover des Romans »Iowa« von Stefanie SargnagelStefanie Sargnagel für den Deutschen Buchpreis nominiert, und ab Juni dieses Jahres wird er auch als Taschenbuch erhältlich.

Stefanie Sargnagel tauscht 2022 widerwillig das heimische Wiener Sofa gegen ein Ticket gen USA. In Iowa wird sie künftig in der Einöde an einem College kreatives Schreiben unterrichten müssen. Hello cornfields!

Die beschauliche Kleinstadt Grinnell in Iowa – mit ihren 8000 Bewohnern bietet sie außer endlosen Maisfeldern nur Langeweile pur. Die Musikikone Christiane Rösinger aus Berlin ist mit von der Partie und begibt sich mit einem ortskundigen Einwohner auf die absurde Entdeckungsreise durch das Nirgendwo. In dieser Getreidekammer der USA stoßen sie auf übergewichtige, aber herzliche Lokalmatadore, traditionelle Klischees, gigantische Supermärkte, in denen Obdachlose die Möglichkeit zum Duschen bekommen, skurrile Würstchenkreationen und ein Glas voller eingelegter Truthahnmägen.

Witzig gedacht sind die korrigierenden Fußnoten von Christiane Rösinger. Diese Fußnoten, die im Text auftauchen und deren Inhalt man dann am Ende des Buches erfahren kann, sollen auf humorvolle Weise sowas wie einen Faktencheck darstellen. Technisch finde ich es allerdings in jedem Roman, denn dieses Buch wird so betitelt, den Einsatz von Fußnoten sehr unbrauchbar. Sie reißen den Leser aus dem aktuellen Satz weg, er muss bis zum Ende blättern, die Fußnote lesen, den Zusammenhang zum Ursprung herstellen und dann wieder zurückblättern zum eigentlichen Text. Eleganter wäre solch eine humorvolle „Korrektur“ im eigentlichen Haupttext beispielsweise in einer anderen Hervorhebung (z.B. Schriftart, farblich, etc.) einfließen zu lassen. Der Lesefluss der Leser würde nicht unterbrochen werden. Schade auf die verpatzte Chance.

Ebenso ungewöhnlich und schlecht verdaulich fand ich den Umstand, dass es quaso nur ein einzelnes Kapitel mit etwa 270 Seiten gibt. Kein einziger Absatz, an dem sich Leser mal eine Pause gönnen oder ein Lesezeichen hineinlegen oder die Augen pausieren können.

Das Buch ist eine Reisebeschreibung und als solches durchaus lesbar, wobei mir teils aber zu wenig Iowa vorkommt. Vielmehr dreht sich alles um die Autoren bzw. ihre Protagonistin gleichen Namens und deren Bauchnabel. Manche Leser mögen das und für die mag das auch witzig klingen. Mir persönlich hat einfach die Dramarturgie und der rote Faden gefehlt. Es gibt nur wenig Hochs und Tiefs, abgesehen von den Streitereien mit der Reisebegleiterin undn der Tatsache, dass sie beide feststellen,m sich nicht genug zu kennen, um überhaupt ein Gespräch führen zu können.

Wenn Sie also bereit sind, die USA nicht nur in ihrer majestätischen Weite, sondern auch mit einem Augenzwinkern zu erleben, dann ist dieses Buch für Sie genau das Richtige. Es verspricht nicht nur humorvolle Gedanken und skurrile Dialoge über die vermeintlich langweiligsten Erlebnisse, sondern auch einen Blick auf das Ungewöhnliche in der Normalität. Tauchen Sie ein in die Kornkammer der USA und lassen Sie sich von den charmanten Absurditäten mitreißen! Teilen Sie diesen Blogbeitrag in den sozialen Medien, damit noch mehr Menschen die Freiheit haben, über das Alltägliche zu lachen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 24.02.2025

sieben Frauenköpfe - Wer sind diese Frauen?

Die 11. Stunde
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James Pattersons und Maxine Paetros »Die 11. Stunde« aus der Women’s Murder Club-Serie habe ich erneut im englischen Original (11th hour) gelesen. Trotz der gut lesbaren deutschen Übersetzung schätze ich ...

James Pattersons und Maxine Paetros »Die 11. Stunde« aus der Women’s Murder Club-Serie habe ich erneut im englischen Original (11th hour) gelesen. Trotz der gut lesbaren deutschen Übersetzung schätze ich die Originalsprache dieser Bücher. Auf meinem Blog gibt es bereits einen eigenen Beitrag "Spannende Thriller-Reihe: Women’s Murder Club von Patterson" über die spannende Thriller-Reihe von Patterson mit den Protagonistinnen und den besprochenen Bänden.

In gewohnter Weise werden den Lesern zwei Kriminalfälle präsentiert. Dieses Mal werden sie aber nicht von verschiedenen Figuren im Personal gelöst, sondern Lindsay Boxer bittet den Chef darum, beide Fälle bearbeiten zu dürfen, denn sie üben jeder einen besonderen Reiz auf sie aus.

In einem Fall wurde ein Cop getötet, der undercover in einer Drogengang ermittelt. Als gleich darauf weitere Drogendealer mit derselben Waffe erschossen werden, bekommt der Täter den Beinamen „Der Rächer“ und Lindsay und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass es sich beim Täter um einen Kollegen handeln könnte, denn er scheint wesentliches INsiderwissen zu haben und die Tatwache stammt aus der Asservatenkammer.

Im anderen Fall werden in dem Anwesen eines großen und bekannten Hollywood-Stars die Totenschädel von sieben Frauen gefunden. Mit der Entdeckung des ersten Schädels startet der Roman übrigens. Die Körper bleiben allerdings verschwunden. Eine Hausdruchsuchung und auch das Umgraben im Garten bringen keinen Erfolg und das Team steht immer noch vor einem Rätsel. Aucvh ergibt sich keinerlei Hinweis auf ein Motiv. Zwar ist vor vielen Jahr die Ehefrau des Schaupielers verschwunden und er wurde kurzzeitig verdächtigt, aber dieses Verdächtigungen hatten sich später als haltlos erwiesen. Der Schauspieler hofft, dass seine Frau sich unter den jetzt aufgefunden Opfern befindet, nur damit er Gewissheit hat. Schließlich vermisst er sie immer noch.

Schließlich und endlich gibt es erneut Konflickte im privaten Umfeld des Personals, die für die Spannung im Hintergrund der Reihe sorgen. Lindsay Boxer bangt um ihren Ehemann.

Die Leser werden von den vielfältigen Erzählsträngen mitgerissen, und es können Vermutungen über potenzielle Verbindungen zwischen ihnen entstehen. Diese Dramaturgie kennen die Reihenleser bereits, während die rasch aufeinanderfolgenden kurzen Kapitel mit nur ein bis drei Seiten den Roman zu einem wahren Pageturner machen. Wirklich eine spannende Lektüre, die die Leser bis zur letzten Minute in »11th Hour« in Atem hält.

In diesem Thriller werden zwei unterschiedliche Sichtweisen genutzt, was ihn besonders faszinierend macht. Lindsay Boxer berichtet persönlich als Ich-Erzählerin über alle Geschehnisse um sie herum. Für die Szenen ohne Boxer, tritt ein allwissender Erzähler in der dritten Person auf. Beim Lesen ist es jedoch kaum bemerkbar, dass es zwei Perspektiven gibt. Nur wenn Boxer selbst erzählt, wird es etwas persönlicher. Diese Erzählweise ist normalerweise eher den Privatdetektiven in Krimis und Thrillern vorbehalten, während sie bei Polizisten von Autoren eher selten verwendet wird. Dieser spannende Thriller bietet somit eine einzigartige Sichtweise und hält den Leser bis zur letzten Minute gefesselt.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025