Profilbild von DoraLupin

DoraLupin

Lesejury Star
offline

DoraLupin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DoraLupin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.12.2022

märchen sterben in hamburg

Wenn Märchen sterben
0

Im Hamburger Stadtpark machen Kriminalhauptkommissarin Jana Brinkhorst und ihr Team eine grausige Entdeckung. Eine Leiche wurde als Rotkäppchen verkleidet und entsprechend des Märchens in Szene gesetzt. ...

Im Hamburger Stadtpark machen Kriminalhauptkommissarin Jana Brinkhorst und ihr Team eine grausige Entdeckung. Eine Leiche wurde als Rotkäppchen verkleidet und entsprechend des Märchens in Szene gesetzt. Im Korb des Opfers befindet sich eine Botschaft des Mörders, die die Ermittler vor ein Rätsel stellt. Bald darauf wird eine zweite Leiche entdeckt, diesmal ist die Tote als Hexe aus dem Märchen Hänsel und Gretel verkleidet. Während das Team die Vergangenheit der beiden Opfer durchleuchtet und alles daran setzt den Mörder so schnell wie möglich dingfest zu machen, kommt es zu einer überraschenden Wendung, die die Ermittlungen in eine völlig neue Richtung lenken...

Dies ist bereits der zweite Fall von Kriminalhauptkommissarin Jana Brinkhorst und ihrem Team. Leider habe den erste Fall nicht gelesen, aber ich war von der Originalität dieser Märchenmorde so angetan, dass ich unbedingt wissen wollte was dahinter steckt! Ich bin probemlos ins Buch eingestiegen und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl das mir Wissen fehlen würde. Dieser Fall ist also auch unabhängig sehr gut zu lesen. 

Der Schreibstil ist von der ersten Seite an rasant und spannend. Durch kurze Kapitel und Cliffhanger an den Kapitelenden sorgt der Autor zusätzlich dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Und hätte ich die Zeit gehabt, wäre dies auf jeden Fall ein Buch gewesen, dass ich ohne Unterbrechung an einem Nachmittag gelesen hätte, da die Geschichte ein richtiger Pageturner ist.

Jana und ihr Team mochte ich von Anfang an sehr gerne! Man spürt den guten Zusammenhalt im Team und das meist nervige Privatleben der Ermittler bleibt hier weitestgehend aussen vor, was ich wirklich sehr begrüßt habe, da es ja mittlerweile fast schon in Mode ist, dass der Krimi sich zu 50-Prozent mit den drogenabhängigen/alkoholabhängigen Ermittlern und nicht mit dem Fall befasst! Alle Personen sind ausserdem gut ausgearbeitet und aggieren glaubwürdig und menschlich.

In diesem Krimi gibt es eigentlich zwei Fälle, ob und wie sie zusammenhängen wird aber natürlich nicht verraten. Ich habe die Handlung deshalb aber als sehr abwechslungsreich und mitreißend wahrgenommen. Besonders die Märchenmorde gingen mir sehr nahe und ich werde deshalb am Ende der Rezension eine kurze Triggerwarnung aufschreiben. Beide Fälle sind nachvollziehbar und die Auflösung habe ich als gelungen und passend empfunden obwohl ich teilweise sehr schlucken musste, nichts für schwache Nerven!

Fazit: Ein toller Fall, ein sympathisches Team und das schöne Hamburg-was will man mehr. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne!


Triggerwarnung: Leid von Kindern!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2022

Dramatische Geschichte mit französischem Flair

Das Apfelblütenfest
0

Als Jules neun Jahre alt ist ritzt er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie. Er und sein Vater sind damals durch den Tod der Mutter sehr unglücklich gewesen und ...

Als Jules neun Jahre alt ist ritzt er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie. Er und sein Vater sind damals durch den Tod der Mutter sehr unglücklich gewesen und deshalb suchte der Junge eine Haushälterin auf diesem Weg. Zwanzig Jahre vergehen und keiner meldet sich darauf, Jules Vater ist längst tot, er selbst hat den Hof übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Auf einem Apfelblütenfest taucht mit einem Mal Lilou auf und möchte sich auf die längst vergessene Stelle bewerben. Lilou ist eine eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der normannischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Jules und Lilou verlieben sich ineinander ohne zu Ahnen, dass schon dunkle Wolken am Horizont warten...

Als ich das romantische Cover gesehen habe dachte ich bei mir, dass es sich hier sicher um eine locker-leichte Romanze vor der französischen Küste und inmitten blühender Apfelbäume handeln wird. Diese Geschichte ist aber voller Tragik und Dramatik und ist wirklich nicht zu unterschätzen! Die Themen sind teils düster und bedrückend, darauf möchte ich ausdrücklich hinweisen!

Ich kannte den Autor schon von seiner Geschichte rund um den Buchspazierer und den Geschichtenbäcker und wieder war der Schreibstil märchenhaft und auch etwas philosophisch angehaucht. Ausserdem gibt es im Buch wieder ein sehr nettes und schönes französisches Flair mit kleinen, hübschen Ortschaften voll liebenswürdiger Menschen, gutes Essen und den ein-oder anderen Cidre auf eigener Produktion.

Mit Jules habe ich schon im Prolog mitgefiebert, denn der kleine Junge hat mir unglaublich Leid getan in welch jungem Alter er schon mit Schicksalssschlägen fertig werden muss. Dass er dann zu einem etwas mürrischen und vorsichtigen Mann wird ist verständlich. Lilou dagegen ist ein echter Wirbelwind und sehr eigensinnig. An ihre Art musste ich mich erst gewöhnen aber sie hat das Herz am rechten Fleck. Die Gefühle der beiden wurden immer nachvollziehbar beschrieben, die Handlungen konnte ich meist nachvollziehen.

Die Handlung ist wie schon geschrieben sehr dramatisch und in meinen Augen war sie auch etwas überladen. Ein paar weniger Probleme hätten der Geschichte gut getan, denn hier wurde man stellenweise etwas damit erdrückt. Ansonsten aber eine sehr romantische Geschichte mit viel französischer Lebenslust, die ich zwar empfehlen kann, jedoch nur eingeschränkt. Bitte nicht vom Cover täuschen lassen und nicht unbedingt hören/lesen in einer psychisch labileren Phase.

Der Sprecher hat die Geschichte schön vorgelesen und hat die französischen Namen immer sehr gut betont, was zusätzlich ein gewisses französisches Flair ins Hörbuch gebracht hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2022

Gemütlich

Die Köchinnen von Fenley
0

Witwe Audrey, ihre Schwester die arrogante Gutsherrin Lady Gwendoline, deren Angestellte (das Küchenmädchen Nell) sowie die Köchin Zelda wollen kurz nach dem zweiten Weltkrieg alle an einer Kochshow teilnehmen ...

Witwe Audrey, ihre Schwester die arrogante Gutsherrin Lady Gwendoline, deren Angestellte (das Küchenmädchen Nell) sowie die Köchin Zelda wollen kurz nach dem zweiten Weltkrieg alle an einer Kochshow teilnehmen und dort mit wenigen Zutaten schmackhafte Speisen zaubern. Zunächst herrscht ein großer Konkurrenzkampf zwischen den unterschiedlichen Frauen, denn jede möchte den heißbegehrten Gewinnerpreis, einen Job als Sprecherin der BBC...

Der Schreibstil war sehr einfach und locker zu lesen, dabei mitreißend und bildhaft. So hat es großen Spaß gemacht der Geschichte zu folgen! Es wird aus den Perspektiven von allen vier Protagonistinnen erzählt und dies ergibt ein schönes Bild der Gefühle und Gedanken der einzelnen Teilnehmerinnen. Ausserdem gibt es nach fasst jedem Kapitel Kochrepte.

Die vier Teilnehmenrinnen des Wettberwerbs sind charakterlich völlig verschieden und dies macht die Geschichte sehr abwechslungsreich und vielseitig. Mir war Audrey die liebste Teilnehmerin und ich konnte sehr gut mit ihr mitfiebern und mitleiden, aber auch das Küchenmädchen Nell war mir schnell sympathisch! Mit Zelda und Lady Gwendoline dagegen musste ich nach und nach warm werden.

Die Handlung mochte ich sehr gerne, da die Zeit rund um den zweiten Weltkrieg immer wieder faszinierend zu lesen ist. Diesmal handelt die Geschichte in England und da die Rationierung sehr begrenzt ist, war es sehr spannend zu verfolgen was man mit so wenig Zutaten dennoch alles herstellen konnte! Das Thema Kochen, Essen und überhaupt England zu dieser Zeit haben mir sehr gefalen, da ich noch nicht viel Wissen darüber hatte und mir die Themen somit neu waren. Ausserdem werden in die Geschichte rund ums kochen auch die ganz persönlichen Schicksale der vier Frauen integriert, die sehr berührend waren.

Fazit: Ein wirklich tolles, berührendes und gemütliches Buch, dass einen in die Welt des Kochens rund um den zweiten Weltkrieg führt. Ich empfehle es gern weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2022

Originelle Idee

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens
0

Lucien Comte de Chacarasse entstammt einem französischen Adelsgeschlecht, das seit Generationen die Kunst des Tötens weitergibt und als Auftragsmörder arbeiten. Als junger Mann steigt Lucien aber aus und ...

Lucien Comte de Chacarasse entstammt einem französischen Adelsgeschlecht, das seit Generationen die Kunst des Tötens weitergibt und als Auftragsmörder arbeiten. Als junger Mann steigt Lucien aber aus und betreibt stattdessen ein Bistro. Sein unbeschwertes Leben endet, als er ans Sterbebett seines Vaters gerufen wird, der ihn schwören lässt, die Tradition der Familie fortzusetzen. Nur, wie begeht man einen Auftragsmord, wenn man sich weigert zu töten...

Ich fand die Idee hinter der Geschichte sehr neu und originell und wollte deshalb unbedingt wissen wie Lucien sich aus dieser verzwickten Lage rauswinden kann...

Der Schreibstil ist locker und einfach, so ließ sich die Geschichte gut lesen. Allerdings hätte der Schreibstil meiner Meinung nach etwas bildhafter sein können, als es um die französischen Städte und die französische Lebensweise ging. 

Lucien als Protagonist war okay, ich fand ihn nicht mega sympathisch was vorallem daran lag, dass er wirklich 90 Prozent aller Frauen unheimlich gutaussehend und anziehend fand. Ich fand das irgendwann etwas nervig und übertrieben. 

Dafür fand ich die Geschichte an sich sehr originell und lesenswert, einfach weil es mal eine eigene Idee ist. Manches war für mich etwas vorhersehbar aber insgesamt wurde ich wirklich gut unterhalten. 

Fazit: Interessante Krimi-Idee

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2022

Nordische Saga

CATAN - Der Roman (Band 1)
0

Norwegen im Jahr 860 verhelfen die Halbbrüder Thorolf, Yngvi und Digur den Töchtern des Wikingerfürsten Halldor zur Flucht. Halldor übt Rache und erwirkt die Verbannung der Brüder. Ihnen bleibt keine Wahl ...

Norwegen im Jahr 860 verhelfen die Halbbrüder Thorolf, Yngvi und Digur den Töchtern des Wikingerfürsten Halldor zur Flucht. Halldor übt Rache und erwirkt die Verbannung der Brüder. Ihnen bleibt keine Wahl als mit auswanderungswilligen Siedlern zu neuen Ufern aufzubrechen. Bald erreichen sie Catan - das Land der Sonne. Doch auch dort warten gewaltige Herausforderungen und für eine bessere Zukunft muss einiges geopfert werden...

Der Schreibstil war sehr lebendig und bildhaft. Schnell konnte ich mir das nordische Leben in der Vergangenheit und das Land Catan bildlich vorstellen. Der Autor hat die Story mitreißend und spannend geschrieben!

Ich konnte einiges über das nordische Leben mitnehmen. Sitten und Bräuche wurden wirklich toll erklärt und sind ganz nebenbei in die Geschichte mit eingeflossen. So habe ich einiges Neues dazugelernt und auch, wie die ersten Nordmänner zu Christen wurden. Sehr schön wurde auch der Stand der Frauen, der Knechte, der Freien und der Sklaven beschrieben, welche Hirarchien es gab und mit welchen Strafen man zu rechnen hatte...

Ich selbst kenne das gleichnamige Spiel seit meiner Kindheit und habe es oft gespielt. In Teilen findet man es auch in der Handlung wieder, wie Holz aus den Wäldern herstellen, die Weiden der Schafe und der Tausch mit anderen Leuten, aber die Geschichte ist sehr eigenständig.

Fazit: wer sich für das nordische Leben in der Vergangenheit interessiert und mehr darüber erfahren möchte wie es ersten Siedlern auf einer einsamen Insel erging, der ist hier goldrrichtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere