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Veröffentlicht am 06.08.2019

Prickelnde Yogastunde

Lotus House - Sinnliches Verlangen (Die Lotus House-Serie 3)
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Der dritte Band der Lotus House Reihe wird seinem Namen "Sinnliches Verlangen" voll und ganz gerecht! Erotisch und prickelnd füllt Frau Carlan viele Seiten über die leidenschaftliche Begegnung zwischen ...


Der dritte Band der Lotus House Reihe wird seinem Namen "Sinnliches Verlangen" voll und ganz gerecht! Erotisch und prickelnd füllt Frau Carlan viele Seiten über die leidenschaftliche Begegnung zwischen Mila Mercado und Atlas Powers. Namen mit Klang. Und zwei wie Hund und Katz.

Selten hab ich das Gefühl, dass Namen zu den sie verkörpernden Charakteren so gut passen, wie bei diesen beiden. Damit haben wir auf der einen Seite die temperamentvolle Mila, die niemanden außer ihre beste Freundin Moe so wirklich emotional nah an sich heranlassen kann und ehrgeizig darauf hinarbeitet, sich als Künstlerin zu verwirklichen. Ihr Leben ist sehr eng getacktet und sie ist voll auf ihren Wunsch, eines Tages eine Ausstellung zu bekommen fixiert. Als ebenfalls Hobby -Künstlerin ist sie mir damit sofort sympathsich und ich finde es schön zu lesen, wie sie im Verlauf des Buches ihrem Traum näher kommt und feiere ihre hitzigen Debatten.

Atlas im Gegenteil konnte mich am Anfang wenig begeistern. Er war mir zu machohaft, zu "notgeil" und arrogant. Für Mila war das natürlich der Beginn eines Spieles, für mich jedoch einfach nur nervig. Umso erstaunter war ich über die Entwicklung, die Atlas in dem Verlaufe des Buches durchmacht. Er entwickelt eine anhängliche und verantwortungsvolle Seite, und auch sein Traum Singer- Songwriter zu werden ist verdammt sexy. Und so bin ich ab Hälfte des Buches mit ihm schließlich auch warm geworden. Dennoch bin ich mit der Darstellungsart an sich nicht glücklich. Ich kann als Leserin der Autorin diese plötzliche Entwicklung nicht abkaufen, weil sie zu groß ist. Ein etwas weniger aufdringlicher Einstieg hätte hierbei sehr geholfen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich die starke erotische Dominanz im Handlungsverlauf. Es nimmt für mich die Romantik aus der Geschichte raus und viele Situationen fühlen sich für mich von Verlangen erdrückt an. Zwar lese ich gerne mal die ein oder andere prickelnde Stelle, gerne auch vulgär und detailreich beschrieben - eine Stärke von Frau Carlan - doch war die Menge einfach zu viel. Eine gute Liebesgeschichte braucht für mich etwas mehr emotionale Tiefe.

Das Setting, in dem das Yoga- Lehrer "Paar" sich begegnet ist originell und gut gewählt. Wie bereits die Vorgänger, die ich nicht kenne, spielt es viel in dem Yoga-Haus und verheißst die ein oder andere verführerische Yoga-Stunden. Sonst befinden wir uns viel in dem Geschichten-typischen Stammlokal und natürlich "zu Hause".

Leser, die das Lotus House bereits aus den Vorgänger-Bänden kennen, werden auch in diesem Teil auf der ein oder anderen Seite bereits geliebten Charakteren wiederbegegnen. Es erweckt den Eindruck einer großen, zusammenhaltenden Familie und diese Nebenstränge waren sehr schön für mich zu lesen. Insbesondere alles um Moe herum war für mich richtig spannend. Die alleinerziehende Psychologin bringt viel Potential mit, eine eigene Geschichte zu bekommen.


Fazit: Für die Leserinnen, die einen überaus sinnlichen und erotischen Roman, suchen genau das Richtige!

3 / 5 Pfoten von Miaslesezeilen.de

Veröffentlicht am 06.08.2019

Das Buch der Karten

Verrückt nach Karten
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Dieses Buch ist ein wahres Schmuckstück, sowohl in Hand wie auch im Bücherschrank! Das Material ist dick und hochwertig, das Werk liegt gut in der Hand. Gleich beim Auspacken des Kartons war ich überrascht, ...

Dieses Buch ist ein wahres Schmuckstück, sowohl in Hand wie auch im Bücherschrank! Das Material ist dick und hochwertig, das Werk liegt gut in der Hand. Gleich beim Auspacken des Kartons war ich überrascht, dass "Verrückt nach Karten" größer ist als ich dachte. Doch es passt zu dem Welt-Atlas Gefühl, dass es mir vermittelt. Nur dass dieser Atlas nicht im Heute Hier und Jetzt spielt, sondern in verborgenen Fantasy-Welten, geboren aus den Köpfen brillianter Autoren.

Sehr schön finde ich die Motivationen und Erzählungen aus der Kindheit des Herausgebers, wie er überhaupt auf diese "verrückte" Sammlungsidee gekommen ist. Und auch die Vergangenheit der Autoren hat ihren Reiz. Selten betrachtet man einen Roman von dieser Seite.

Nun, dass wirklich jeder Autor am Anfang zuerst eine Karte im Kopf hat wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich denke vielmehr, dass es VIELE waren und dass die genannten Werke dem Herausgeber entgegenkamen.

Was ich auch etwas vermisst habe, waren reale Karten, oder Karten aus anderen Zeiten. Hier gab es zwar ein paar, aber längst nicht so viele Beispiele, wie ich aus Leseprobe und Inhaltsverzeichnis heraus erwartet hätte. Ich habe mir Großteile des Buchs realer, weniger fiktiv vorgestellt. Auch hätte ich mir noch einen größeren Teilbereich des Buches zu jenen Fiktiven Legenden Welten wie Avalon und Atlantis und Entsprechungen aus anderen Kulturen gewünscht. Es wurde zwar auch teilweise darauf eingegangen und gerade Yggdrasil bekommt viele Seiten, doch für mein Gefühl wird der Sage nicht gerecht.

Dafür ist die Aufmachung des Buches ein richtiger Hingucker! Jede Seite ist besonders und einzigartig, es gibt so viel zu schauen und zu entdecken! Viele Karten erinnern mich dabei an die Wimmelbilder. Und auch die "Handschrift" des Autors ist herauszulesen. So vermittelt alleine die Karte einen Eindruck von dem, was das Fantasy-Reich zu bieten hat. Wirkt es hell? Düster? Fröhlich? oder "riecht" nach Landleben?

Besonders vor Augen geführt hat mir dieses Buch allerdings auch mein mangelndes umfangreiches Wissen über Klassiker der Literatur. Da ich viele der genannten Werke nicht selbst gelesen habe, fehlte mir an vielen Stellen der eigene Bezug zu dem Unterkapitel. Das Schöne daran ist jedoch, dass mir dieser vielfältige Atlas nicht nur eine Sammlung der Karten, sondern auch ein Kompass durch unterschiedliche Welt-Klassiker bietet, von denen vielleicht das ein oder andere auch mal meinen Bücherschrank besuchen darf.

Fazit: Ein schönes Geschenk für traditionelle Buch- und Kartenliebhaber und ein toller Bildband zum Durchblättern für alle anderen.

Damit gibt es: 3 von 5 Pfoten von Miaslesezeilen.de

Veröffentlicht am 24.06.2019

Frische Luft für die Liebe!

Wie Stimmen im Wind
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Kurzmeinung: Sophia Comos neustes Werk ist eine wirklich wunderschöne, sanfte Liebesgeschichte mit einem Hauch Drama und viel frischer Luft!
Frische Luft für die Liebe!

Wow, für dieses Buch habe ich einfach ...

Kurzmeinung: Sophia Comos neustes Werk ist eine wirklich wunderschöne, sanfte Liebesgeschichte mit einem Hauch Drama und viel frischer Luft!
Frische Luft für die Liebe!

Wow, für dieses Buch habe ich einfach einmal doppelt so lange zum Lesen gebraucht, wie für gewöhnlich – und das lag nicht daran, dass ich so wenig Zeit hatte. Erst recht nicht daran, dass es schlecht wäre. Im Gegenteil! Sophia Comos neustes Werk ist eine wirklich wunderschöne, sanfte Liebesgeschichte mit einem Hauch Drama und viel frischer Luft!


Wir lesen die Geschichte aus drei unterschiedlichen Sichtweisen: Giulia, Scott und Onkel Harvey. Der Schreibstil ist dabei dem jeweiligen Charakter angepasst und es wird auf die Dinge eingegangen auf die er/ sie achtet. Zudem tauchen wir tief in die Gedankenwelt ein und kommen offenen und unterbewussten Gefühlen hautnah. Nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die einzelnen Szenen haben viel Tiefgang. Der Hauptaspekt des Geschehens ist nicht das, was passiert, sondern die hohe Beschreibungs- Qualität, in der es passiert. Der Fokus liegt ganz klar auf den Menschen, ihren Empfindungen und zwischenmenschlichen Entwicklungen. Die Autorin gibt ihnen Zeit. Und das macht es echt und natürlich.


Dabei strahlt dieses Werk bis in jedes einzelne Wort jeder Zeile aus: Lehn dich zurück und genieß die langen warmen Sommertage in der Natur. Es ist, als ob ich zusammen mit Giulia zur Ruhe komme. Zuvor war sie ja auf der Flucht vor Ihm, im Herzen irgendwie immer noch. Aber schließlich wird die Farm und deren Bewohner so etwas wie ein sicherer Anker für sie. Damit wird aus einem kleinen Zwischenstop eine Vielzahl an Monaten.


Genau diese lange Zeit der Ruhe und des bei sich selbst ankommens ist für mich als Leserin authentisch spürbar. Der Alltag wird hell und lebendig. Wir befinden uns auf einer kleinen Farm, weit draußen auf dem Land. Dort gibt es alles, was das Land-Herz begehrt: Unzählige riesige Weiden und Grünflächen, kleine Badeseen, das Haupthaus mit der gemütlichen Stube wo sich alle zum Essen versammeln, die Ställe mit Pferden, eine Koppel und weit draußen noch die Rinder.Tiefer im Wald etwas Abseits vom Farmhaus belebt Giulia ein kleines Cottage. Für mich hatte dieses Cottage eine sehr romantische Ausstrahlung.


Natürlich gibt es auf der Farm auch jede Menge zu tun! Die Tiere wollen versorgt werden, Holz gehackt, Besorgungen erledigt, der Garten gepflegt und Haus und Wiese in Stand gehalten werden. Und so begleiten wir die Charaktere durch ihr Tageswerk, gesprenkelt mit den zarten Momenten des sich näher kommens. Die sich langsam entwickelnde Beziehungen zwischen allen, die auf der Farm leben, vor allem zwischen Giulia und Scott, ist für mich wie eine alles begleitende Melodie.


Teilweise habe ich mich gefragt, ob es nicht irgendwann langweilig oder einsam wird, alleine dort draußen auf der Farm. Aber die Freundschaft, Liebe und Familie – das füreinander da sein macht das unmöglich! In „Wie Stimmen im Wind“ treffen wir auf eine Vielzahl „echter“ Charaktere, die alle einfach eine Marke für sich sind. Sie haben Charakter.


Da ist nicht nur Giulia, die obwohl sie innerlich noch mit ihrem Trauma zu kämpfen hat, mutig und selbstbestimmt ihren Weg geht – einfach eine starke Frau wird. Eine ihrer Stärken ist auch ihre hohe Einfühlsamkeit. Hier trifft sie sich mit Scott, der nicht das Ebenbild des Mann - Klischees ist, sondern eine sehr weiche und auch verletzliche Seite zeigt (mir manchmal im Laufe der Geschichte zu weich), jedoch durchweg hilfsbereit agiert und alles für seine Familie tun würde.


Wirklich warm ums Herz wurde mir bei der kleinen Schwester, der fröhlichen Bonnie und Ruby, der Oma von allen. Und dann gibt es noch Harvey, Scotts Onkel. Ihn und Scott verbinden so ganz eigene Themen, die wir im Laufe der Geschiche noch genauer kennenlernen dürfen. Dabei ist Harvey einer jener Charaktere, die es schaffen, mich so richtig zu überaschen. Am Anfang wirkt er auf mich wie ein knurriger alter Mann, doch je genauer ich ihn kennen lerne, je edler kommen mir seine Motive vor und je mehr spürt man, dass auch er ein Herz hat.


Fazit: Wer sanfte und ruhige Liebesgeschichten mit viel emotionalen Tiefgang und detaillierten Beschreibungen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Außerdem ein toller Tipp für Pferdeliebhaber. An manchen Stellen wirkt der Roman durch vergangene Ereignisse etwas düster, doch vergessen wir nicht: Dies ist die Geschichte eines Neubeginns!

4,5 von 5 Pfoten
von Miaslesezeilen
https://miaslesezeilen.de/

Veröffentlicht am 24.06.2019

Verboten magisch!

Clans of London, Band 1: Hexentochter
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Eine Uralte Prophezeiung, heimliche Liebschaften und eine Welt voller Magie und Geheimnisse – die ideale Mischung für einen Bestseller der neuen Romantasy Reihe „Clans of London“. Sandra Grauer schafft ...


Eine Uralte Prophezeiung, heimliche Liebschaften und eine Welt voller Magie und Geheimnisse – die ideale Mischung für einen Bestseller der neuen Romantasy Reihe „Clans of London“. Sandra Grauer schafft es, diese Elemente zuckersüß miteinander zu verbinden. Ich habe es total genossen, zu lesen, wie sich in „Clans of London“ für Caroline die Pforten unserer Welt öffnen und ihren Blick freigeben auf das Reich der Hexen – und zwar als eine von Ihnen!

Bereits das Vorspiel zur eigentlichen Geschichte ist genial. Die ganze Zeit beim Lesen über musste ich in mich hinein grinsen. Denn ich als Leserin wusste immerhin durch den Klappentext, was unser hart arbeitendes Waisenmädchen mit dem Traum Pilotin zu werden, erwartet. Dafür, wie aus der normalen Londoner Großstadt - Welt herausgerissen, das alles passiert, finde ich, hat Caroline richtig cool reagiert. Plötzlich ist sie eine Hexe wider Willen.
Ich weiß nicht, was ich in so einer Situation gemacht hätte.

Vielleicht ist es auch die Wahllosigkeit, die sie einen kühlen Kopf behalten lässt. Auf jeden Fall ist Caroline meine Sympathieträgerin. Sie hat etwas von dem „netten Mädchen von nebenan“, die mehr Wert auf echte Zweisamkeit und tiefe Verbindungen als Oberflächlichkeiten legt. Das Bild auf dem Cover erlebe ich dabei als stimmig und unstimmig zugleich. Das Model fängt die Beschreibung und den Caroline umgebenden Zauber gut ein. Dabei wirkt sie auf mich aber etwas zu überschminkt für meine Vorstellung von Caroline. Dennoch ein hübshes Cover.

Sehr zu leiden hat die kleine Neu-Hexe auch unter ihrer Heimvergangenheit. Dieser Geschichtsstrang ist, natürlich, eng mit der Hauptgeschichte verbunden. Auch wenn die Prophezeiung selbst in diesem Buch hauptsächlich eher noch im Off und Hintergrund stattfindet. Sie wirft die ersten Futterhäppchen auf das, was noch kommt, hinein. Und am Ende platzt für mich eine Bombe.

Weitere liebgewonnene Charaktere dieses Buches sind selbstverständlich Ash, Henry und Megan.
Ash Morgan begegnet uns anfangs als der totale Anti-Rebell, eine Mischung aus reichem Schnösel und Herzensbrecher. Jedenfalls gefiltert aus Carolines Sicht und dem, was wir als Leser*innen mitbekommen, wirkt es so. Schnell lernen wir aber, zusammen mit Caroline, einen ganz anderen Ash kennen. Wir stellen fest, dass sein Rebellentum keine billige Show ist, um irgendwen ins Bett zu bekommen - sondern echte Suche nach Freiheit und einem eigenen Leben. Beeindruckend finde ich, dass er sich von Anfang an so sehr für Caroine einsetzt und sie retten will. Auch wenn sie anfangs echt gemein zu ihm ist und ihn wegbeißen will - er ist selbstbewusst, weiß was auf dem Spiel steht und bleibt am Ball. Die beiden geben ein süßes Gespann ab.

Gerne gelesen habe ich auch von Megan. Sie wirkt auf mich wie eine richtig gute Freundin, die teils vielleicht etwas nervig sein mag, wenn sie Caroline mal wieder zur Party schleppen will, dennoch aber immer ein offenes Ohr für sie hat. Außerdem bringt sie so viel Fröhlichkeit und Leben in die WG, dass man sie einfach gern haben muss! Henry dagegen kann ich nicht einschätzen. So, wie Caroline das Gefühl hat, ihm vertrauen zu können, habe ich das Gefühl, das eben nicht zu können. Auf den ersten Blick wirkt er ach so sensibel, höflich und hilfsbereit, ein Soft Guy. Doch irgendetwas stört mich an ihm. Obwohl er mir eigentlich als Vertreter seines kleinen Voodoo - Clans und Ashs bester Freund sympathisch sein sollte. Ich frage mich, wie sich die Story mit ihm noch im weiteren Band entwickeln wird.

Wirklich Angst gemacht haben mir nicht die Auseinandersetzungen der Clans „Morgans“ gegen „Merlins“, sondern die Maleficianer – neue Inquisition. Oft habe ich mich beim Lesen gefragt: „Hey Clans, warum schließt ihr euch nicht zusammen und ringt diese elendigen Hexenjäger nieder, statt euch gegenseitig in die Pfanne zu hauen?“

Aber wie so oft bei alten Familien, oder gar Clan- Streitigkeiten ist das was zählt ist der existierende Streit, an dem man ja auch schon so lange festgehalten hat. Egal ob in heißen Duellem oder erkaltet mit der Sorge eines erneuten Kriegsausbruchs. Dazwischen stehen dann auch noch die kleineren Clans. Beim Lesen bin ich mir da sehr unsicher, ob die sich nun einfach aus allem raushalten wollen, oder letztendlich alle hintergehen und jubeln, wenn die Großen fallen um sich selbst zur Spitze der Macht aufzuschwingen? Wie der reinste Kindergarten wirkt das oft nur von außen.

Umso mehr kann ich da mit Ash und Caroline mitfühlen, die unter diesen Repressalien jeder auf seine Art zu kämpfen haben. Damit wird die Geschichte zwischen Ash und Caroline für mich ein modernes und magisches Romeo und Juliet. Ich liebe diesen heißen Thrill der die beiden verbindet. Die Ungewissheit, ob sie zusammen sein dürfen. Oder sie einander vertrauen können.

Dennoch eingepackt in diese kuschelige Zweisamkeit. Caroline teils, verständlicherweise, etwas zickig und misstrauisch, umworben von Ash, der doch so viel riskiert und um sie und mit ihr kämpft. Mich ergreift die Ehrlichkeit, mit der die beiden sich einander anvertrauen, mit ihrem ganzen Rucksack der Vergangenheit. Für den nächsten Band hoffe ich, dass dies erhalten bleibt!

Ein Band, den ich übrigens total ungeduldig erwarte! Denn das Ende ist der reinste Cliff-Hanger und wirkt auf mich wie ein Startschuss in ein völlig neues Kapitel.

Fazit
Dieses Buch ist absolut spitze! Ich kann den zweiten Teil "Schicksalsmagie" (Frühjahr 2020), das Finale, kaum erwarten und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht! Für die Hexenwelt. Für die Freunde. Und für Ash und Caroline. Ein magisches und modernes Romeo und Juliet!

5 / 5 Pfoten
Rezension bei Mias Lesezeilen
https://miaslesezeilen.de/

Veröffentlicht am 10.06.2019

Drei Sprünge ins Leben

Das Jahr nach dem Abi
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Im Jahr nach dem Abi wissen viele Jugendliche nicht, wo die Reise nun eigentlich genau hingehen sollen, haben keine Pläne, oder eben zu viele.
Paul Bühre ist einer von ihnen. Wie schon zuvor in seinem ...

Im Jahr nach dem Abi wissen viele Jugendliche nicht, wo die Reise nun eigentlich genau hingehen sollen, haben keine Pläne, oder eben zu viele.
Paul Bühre ist einer von ihnen. Wie schon zuvor in seinem Erstwerk "Teenie Leaks", nimmt er uns auch diesmal mit durch diesen Lebensabschnitt.

Ich fand es sehr interessant, all die Gedanken von ihm zu lesen. Vor allem der Einstieg in das Buch war toll. Ich hatte das Gefühl, dass Paul Bühre mich dort abholt, wo ich als Leser stehe. Auch ich wusste damals nach dem Abi nicht so recht, wo die Reise nun hingehen soll. Ob überhaupt eine Reise, oder doch besser Studieren, geteilt mit ihm habe ich eines: Diesen Hunger aufs Leben. Einen Hunger, den er unglaublich gut beschrieben hat, gepaart mit der inneren Zerissenheit, wo wir denn nun unseren Platz finden.

Damit legte der Autor einen rasanten Start in seine Reise hin, die uns hinein in eine Kung Fu Schule der Alten Wege weiter nach Indien führt, wo Paul Bühre in einer Schule "unterrichtet". Schließlich endet die Reise bei einem schottischen Drechsler (Holzverarbeiter) mitten im Nichts. Zusammenfassend ein absolut bunter Strauß unterschiedlichster Erlebnisse.

Gleich vorweg möchte ich anmerken, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich selbst auch nur eine einzge dieser Stationen bis zum Ende durchgehalten hätte -Respekt!

Bereits auf den ersten Seiten ist mir der genaue Erzählstil positiv aufgefallen. Der Text hat auf mich eine leicht beschwingliche, plaudernde Art, der ich gerne lausche. Wir sprinten nicht durch die Zeit, sondern es wird Möglichkeit und Raum gegeben, länger als ein paar Zeilen bei einer einzelnen Erfahrung zu verharren. Situationen werden gut transportiert und Gespräche wirken authentisch. Außerdem gibt es immer mal wieder genug zum Schmunzeln.

Ich schätze die ehrlichen Worte und einfühlsamen Beschreibungen sehr. Nicht immer war ich mit Paul einer Meinung, oft hätte ich nur zu gerne mit ihm diskutiert und ich bedaure, dass es zu diesem Werk keine Leserunde gab. Dadurch, dass ich seinen Empfindungen beim Lesen aber so nah sein konnte, wirkte das Werk auf mich durchweg sympathisch. Es ist ein Werk, dass Mut gibt, sich im Leben neuen Erfahrungen zu stellen und einen frischen Blick auf unser derzeitiges Leben zu entwickeln, vielleicht die Segel neu zu setzen.

Besonders beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang seine innere Haltung der Suche nach dem, was er noch nicht kann. Unter diesem Blickwinkel war jeder seiner Wegpunkte eine ganz eigene Herausforderung.

Am liebsten gelesen habe ich die Zeit im Kung Fu Kloster. Es war so fremdartig und ich konnte durch die Seiten hindurch den Geist der harte, unbestechlichen Disziplin spüren. Gleichzeitig wurde mit meinem Vorurteil, dass dort nur die Elite lebt und alle gerne Kämpfer werden die diese Schule beuschen gründlich aufgeräumt.
Überrascht hat mich, wie einfach es scheinbar doch ist, sich in so einer Schule zeitweise anzumelden. Insbesondere bei einer Schule der alten Traditionen hätte ich höhere Hürden erwartet.

Das höchste Verständnis der Situation bekam ich dagegen in Indien. Dadurch dass ich selbst in Deutschland an einer Schule gearbeitet habe konnte ich mich in die Verhältnisse dort umso feiner einfühlen.
Anfangs war ich wirklich erschrocken und gerade dieser Abschnitt hat in meinem Freundeskreis auch zu weitreichenden Diskussionen über Schulen und Entwicklungshilfe geführt.

Geschockt hat mich dann jedoch die letzte Erfahrung in Schottland. Nach den Erfahrungen in Indien hätte ich hier einen ganz anderen Kontrast erwartet, als das, was letzlich Sache war. Bisher habe ich in meinem Leben auch die ein oder andere Woofing Erfahrung sammeln dürfen, aber so etwas war noch nicht dabei.

Fazit: Alles in allem ein echt gelungenes Werk! Es hat richtig Spaß gemacht den flüssig geschribenen Roman auf einer Zugfahrt zu verschlingen. Stark auch für Menschen, die gerne Reisen oder sich selbst gerade in einer Orientierungsphase ihres Lebens befinden. Außerdem: Der Paul Bühre hat guten Humor!