P. S. Ich liebe dich!
Postscript - Was ich dir noch sagen möchteSo viele Jahre sind seit dem Weltbestseller "P. S. Ich liebe dich" vergangen, den ich seinerzeit natürlich auch gelesen und geliebt habe - ebenso wie den Film.
"Postscript" ist schon eine ganze Weile ...
So viele Jahre sind seit dem Weltbestseller "P. S. Ich liebe dich" vergangen, den ich seinerzeit natürlich auch gelesen und geliebt habe - ebenso wie den Film.
"Postscript" ist schon eine ganze Weile in meinem Besitz und nun habe ich es aber nicht gelesen, sondern gehört. Obwohl ich so viele Jahre kein Cecilia Ahern Buch gelesen habe, habe ich ihren Schreibstil sofort wiedererkannt. Diese Frau hat aber auch wirklich Talent und ich freue mich jetzt schon wieder andere Bücher von ihr zu lesen. Auch Holly habe ich nach all den Jahren sofort wiedererkannt. Sie ist schon eine spezielle Person. Oft fehlt es ihr an Taktgefühl bzw. eher Empathie, aber genau das macht sie so besonders. Sie ändert ständig ihre Meinung und weiß auch beruflich nie was sie machen will. Das hat sich offenbar nicht geändert, nur hat sie jetzt etwas gefunden mit dem sie zumindest leben kann. Sie arbeitet bei ihrer Schwester im Laden mit und hat so ein geregeltes Einkommen. Im Buch wohnt sie noch immer in dem Haus, in das sie mit Gerry gezogen ist und in dem er auch verstarb. Das Buch spielt sieben Jahre nach seinem Tod und doch ist er auf so angenehme Weise präsent. Er wurde sehr gut in die Geschichte eingearbeitet. Immer mal wieder gibt es Rückblicke aus ihrer Teenager-Zeit und er spielt trotz seines Todes eine wichtige und vor allem nach wie vor sympathische Rolle.,
Ehrlich gesagt war ich etwas verwundert über Hollys Geschwister - waren es wirklich so viele?? Da hab ich wohl doch einiges vergessen. Im Film hat ihr Vater ihre Mutter verlassen, im Buch sind sie noch zusammen. Das war etwas irritierend, allerdings weiß ich heute auch nicht mehr wie es im ersten Buch geschrieben ist. Oft werden Details bei der Verfilmung ja abgeändert.
In diesem Teil hat Holly eine feste Beziehung zu Gabriel, der möchte, dass sie zu ihm zieht. Gabriel hat eine Tochter, die ebenfalls bei ihm wohnen und bei ihrer Mutter ausziehen will.
Hollys Schwester Ciara hat einen Podcast, der die Menschen zum Nachdenken anregen soll. In einer Folge will sie über den Tod reden und wie weit er Menschen beeinflusst. Als Gast und Unterstützung bei diesem Thema bittet sie ihre Schwester Holly in der Folge aufzutreten und ihre Erfahrung mit dem Tod darzulegen. Holly nimmt das Angebot an und redet über den Verlust ihres Mannes Gerry, die Krebserkrankung und wie er ihr über seinen Tod hinweggeholfen hat, in dem sie ein ganzes Jahr nach seinem Ableben monatlich Briefe von ihm erhalten hat. Zuhörer wurden davon so inspiriert, dass sie den "P. S. Ich liebe dich - Club" gründeten. Diese Zuhörer sind alle unterschiedlichen Alters und selbst krebskrank. Die Charaktere waren alle sehr verschieben, einige älter und lange verheiratet, andere leider erst 16 und schon ein Elternteil in so jungen Jahren. Das war besonders bewegend. Ginica ist 16 und hat eine Tochter, die noch kein Jahr alt ist. Sie wird ein wichtiger Part der Geschichte und Hollys Freundin.
Das Schicksal dieser Menschen zu hören, war sehr traurig, denn das ist absolut aus dem Leben gegriffen. Man könnte denken, dass es Holly schadet wieder mit der Krankheit und dem darauffolgenden Tod konfrontiert zu sein, aber das Gegenteil ist der Fall. Denn die Leute wenden sich hilfesuchend an sie, weil sie alle für ihre Lieben etwas nach ihrem Ableben hinterlassen wollen, es ihnen aber an Ideen oder der Umsetzung mangelt. Anfangs ist Holly alles andere als begeistert, aber irgendwann realisiert sie wie gut sie in diesem Dingen ist und wie sehr es ihr gefällt anderen zu helfen. Sie bringt Gineca das Lesen bei und hinterlässt Briefe von Bert. Es ist bewegend und trotzdem so schön.
Auch Sharon und Denise tauchen hier wieder auf, und auch dazu kann ich sagen, dass ich sie sofort wiedererkannt habe. Die Charaktere sind sich absolut treu geblieben und es ist eine wirklich so gelungene Fortsetzung, total empfehlenswert und perfekt umgesetzt.
Weshalb ich einen Stern Abzug gebe, ist vielleicht strittig, aber mir fehlt das kleine i-Tüpfelchen - ein bewegender Tiefgang oder etwas, das mich zum Weinen bringt. Das Buch ist klasse geschrieben, die Fortsetzung absolut gelungen, aber meistens wurden die Kapitel so gesprochen, dass immer etwas Lustiges mitschwingt - was passend war - aber wie gesagt die oberkrasse Emotion war nicht vorhanden. Vielleicht hätte das aber auch nicht reingepasst - wer weiß. Beim Lesen ist es vielleicht auch anders als beim Hören.
Bitte lest es, wenn ihr den ersten Teil so geliebt habt wie ich - es wird euch keinesfalls enttäuschen.