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Veröffentlicht am 11.06.2025

Ein tiefgründiges Interview

Regen
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Ich muss zugeben, das war mein erster Schirach. Das war vielleicht etwas unklug, da dieses Buch zweigeteilt ist und ein Part davon ein Interview enthält, in dem dem Autor viele persönliche Fragen gestellt ...

Ich muss zugeben, das war mein erster Schirach. Das war vielleicht etwas unklug, da dieses Buch zweigeteilt ist und ein Part davon ein Interview enthält, in dem dem Autor viele persönliche Fragen gestellt werden, in denen es u. a. um seine vorherigen Werke geht.

Da ich diese nicht kenne, konnte ich keinen Bezug dazu nehmen.

Jedoch ist mir eines sofort aufgefallen und zwar dieser außergewöhnliche Schreibstil. So etwas habe ich noch nie gelesen. Ich liebe die klugen Formulierungen und Denkansätze. Überhaupt beeindruckt mich seine Sicht auf die Dinge und es regt absolut zum Nachdenken an. Wie oft unterhält man sich mit jemandem und stellt fest, es gibt für die Menschen nur schwarz oder weiß, aber selten sticht jemand mit seiner Meinung aus der Menge heraus und das einfach nur, weil er sich zuerst Gedanken gemacht hat bevor er sich einer bereits bestehenden Sichtweise nur noch anschließt.

Der erste Teil des Buches ist eine Erzählung, in der er vom Gericht kommt und als Schöffe abgelehnt wurde. Damit beginnt es, aber dieses Ereignis erinnert ihn an so viel anderes in der Welt, dass er darauf aufbauend Bezug nimmt. Dieses Buch ist tatsächlich keine erdachte Geschichte mit tiefsinnigen Figuren, die Traumatisches erlebten oder mit einem Spannungsbogen, der die Nerven beinahe zerreißt. Das Buch ist ein Monolog. Es beinhaltet auch nur knapp 105 - 110 Seiten. Dafür ist zugegebenermaßen ganz schön teuer. Das kann man hier als Kritikpunkt ruhig anmerken. Denn es ist von der Fülle her mehr ein Heft als ein Buch. Es ist ein Monolog. Das muss man wissen beovr man es kauft und man muss es mögen. Ich mag es.

Im ersten Part redet er von der Geburt Aphrodites, über das Wetter, über die Erfahrung als Schöffe, über seine erste Liebe, Schreibblockaden, warum die Menschen reisen und wohin es sie verschlägt. Ein Thema baut aufs andere auf und er kombiniert Tatsachen mit seiner eigenen Meinung.

Der zweite Teil ist ein sehr persönliches Interview. Ich mochte es total. Es war sehr ehrlich, sehr klug und er nennt Personen, die ihn im positivsten beeinflussten (Epiktet, Seneca uvm). Wer bezieht sich heute noch auf längst verstorbene kluge Köpfe, Philosophen, Dichter usw.? Viele Fragen werden gestellt, über die der Leser dann selbst nachdenkt: Wie lange im Leben sind wir durchgängig glücklich? Warum fürchten die Menschen den Tod? Wie gelangt man aus einem Gedankenkarussell? Ist es schlimm, wenn man nie mehr so glücklich war wie in Teenagerjahren zur Zeit seiner ersten Liebe?

Ich mochte auch den Satz "Draußen ist es nur von drinnen schön."

Tolles Buch, toller Schreibstil. Ich möchte mehr von Schirach lesen.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Erkenne wer du bist und vertraue dir selbst

Trusting Yourself – Steh zu dir und für dich ein
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Ich habe schon einige Ratgeber gelesen, weil ich die Meinung vertrete, dass alle etwas Lernenswertes für ein jeden bereithalten. Man muss nicht von absoluten Selbstzweifeln geplagt sein, aber ein paar ...

Ich habe schon einige Ratgeber gelesen, weil ich die Meinung vertrete, dass alle etwas Lernenswertes für ein jeden bereithalten. Man muss nicht von absoluten Selbstzweifeln geplagt sein, aber ein paar Probleme oder Selbstkritik hat fast jeder von uns.

"Trusting yourself" könnte ein guter Einstieg sein, wenn man zuvor noch keinen Ratgeber gelesen hat, weil einige Themen hier nur sehr oberflächlich angesprochen werden. Ich habe zunächst überlegt, das als Kritikpunkt zu nehmen und somit einen Stern weniger zu vergeben, aber der Rest ist zu gut, sodass es schlichtweg falsch wäre.

In diesem Ratgeber geht es darum, Selbstzweifel abzulegen, mit Schuld und Fehlern richtig umzugehen und zu erkennen, wer und was dir im Leben gut tut. Es gab viele spannende Abschnitte, beispielsweise die Unterschiede zwischen Neid, Missgunst und Bewunderung. Außerdem wird man erinnert wofür im Leben man dankbar sein sollte und wie täuschend die Social Media Welt sein kann. Es gibt so viele tolle Übungen in dem Buch zu Affirmationen oder die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Man kann seine letzten Fuck-Up`s reflektieren, testen ob man am Impostor-Syndrom leidet und schöne Erinnerungen im Leben reflektieren. Das fand ich besonders schön, da ich an einige schon lange nciht mehr gedacht habe. Das Impostor-Syndrom war mir vorher gar kein Begriff, aber natürlich "leide" auch ich daran. Es ist super interessant und gibt völlig neue Blickwinkel.

Es gibt eine Übung, die einen erkennen lässt, wer einem im Leben gut tut und wer nicht. Das ist natürlich nicht nur schön, aber die Übung erfüllt voll und ganz ihren Zweck.

Es sind viele Buch- und Podcasttipps enthalten, dafür bin ich sehr dankbar!

Das Buch zeigt auf, wie man Grenzen setzt, wie man Gehälter für sich verhandelt (mutiges Thema) und Pläne für die Zukunft machen sollte.

Die SMART-Methode wird hier erklärt, Habbit-Tracker werden empfohlen (alles ganz großartige Sachen).

Das Buch weist auch auf Gender und die verschiedenen Arten der Sexualität hin. Daran merkt man, wie aktuell der Ratgeber ist.

Hier sind so viele wunderbare Denkansätze drin und außerdem sollte ich erwähnen, dass es das schönste Sachbuch ist, das ich besitze. Es ist wunderbar gestaltet - i love it! Äußerlich wie innerlich ein Hingucker und drinnen findet man Zitate aus Anabelles Büchern - großßartig umgesetzt! An dieser Stelle: "Wenn du dich immer zusammenreißt, zerreißt du dich irgendwann."

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Das Schachspiel geht weiter

Night of Crowns. Kämpf um dein Herz
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Wir wurden im ersten Teil damit zurück gelassen, dass Alice sich schmerzhaft von Jackson trennt um den zweiten Slave zu suchen. Sie wusste jedoch nicht, dass es nicht möglich ist, das Spiel zu ignorieren. ...

Wir wurden im ersten Teil damit zurück gelassen, dass Alice sich schmerzhaft von Jackson trennt um den zweiten Slave zu suchen. Sie wusste jedoch nicht, dass es nicht möglich ist, das Spiel zu ignorieren. Die Menschen, die sie kennt und liebt, verlieren die Erinnerung an sie und sie befindet sich in einem Traum, in dem sie allein ist.

Sie stößt im Traum auf Madelene und Vincent, der ebenfalls im Traum gefangen ist, nachdem Alice ihn schwer verwundete. Er ist der einzige, der sich an sie erinnert. Um die Situationen zu kitten, müssen sie beschließen aufzuwachen und sich allem zu stellen: dem Fluch, dem Spiel, den Menschen, allen.

Das Ganze wird ziemlich verzwickt als herauskommt wer der 2. Slave ist und was für Fähigkeiten er hat. Ich habe damit gerechnet, wer es ist aber nicht, wozu er fähig ist.

Alice muss schwere Verluste erleiden, sehr schwere. Sie verliert ihre engsten Vertrauten und weiß nicht, wem sie vertrauen soll. Es tat mir zwischendurch schon sehr leid. Auch Vincent tat mir leid, der sie mit einem cleveren Plan wieder auf die weiße Seite des Spielfelds brachte. Als man erfuhr wie er leidet, behandelt wird und wer außerdem sein Vater ist, hatte man als Leser echtes Mitgefühl mit ihm. Ich fand das Liebesdreieck zwischen Alice, ihm und Jack auch ganz schön gewagt. Man wusste nie wie viel Vincent für sie übrig hat und es war auch etwas schräg wie schnell sie erst den einen, dann den anderen liebt.

Ich fand die Fortsetzung gelungen und sie steht dem ersten Teil auch in nichts nach. Bei beiden Teilen hat mich aber die Katze gestört und die Witzeleien zwischendrin, die mir sagten, dass die Story für jüngere Leser bestimmt ist.

Auch, dass es so dermaßen ausweglos war, den Fluch zu besiegen, war gewöhnungsbedürftig.

Ich mochte die Beziehung zwischen Curse und Alice , auch wenn er als Katze mir auf die Nerven ging.

Ich lobe hier sehr, dass es viele Charaktere gab, die wichtig für die Story waren und doch sind sie alle so individuell. Das darzustellen, finde ich schwierig und dafür absolut gelungen. Hut ab! Ohne Isolde, Regina, Hawk oder Glory wäre die Geschichte nur halb so viel wert. Ich liebte sie alle!

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein Fluch, ein Schachspiel und ein mieses Schicksal

Night of Crowns. Spiel um dein Schicksal
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In diesem Fantasyroman geht es um Alice Salt, ein junges Mädchen, das mit ihrer besten Freundin Cordy zu einer Party nach Chesterfield fährt, auf der komische Dinge geschehen. Sie trifft auf eine sprechende ...

In diesem Fantasyroman geht es um Alice Salt, ein junges Mädchen, das mit ihrer besten Freundin Cordy zu einer Party nach Chesterfield fährt, auf der komische Dinge geschehen. Sie trifft auf eine sprechende Katze und sieht fortan überall Spinnen. Der einzige, der der darüber Bescheid zu wissen scheint, ist Hawk - ein Typ, dem sie eigentlich nur helfen will Getränkenachschub für die Party zu holen. Doch Hawk sieht sie nach diesem Abend lange Zeit nicht mehr. Da sie ab diesem Moment täglich Spinnen sieht, die an ihr oder ihren Freunden und Lehrern lang krabbeln, aber niemand anderes an ihrer Schule diese wahrnimmt, wird ab dort alles schlimm für Alice. Eigentlich bändelte sie mit einem Typen namens Peter an und war die Streberin in der Klasse. Alles ändert sich, da sich ihr Verhalten ändert, sie aber mit niemandem darüber reden können, da sie sonst alle für verrückt halten.

Also werden ihre Noten schlecht und ihre Lehrerin verweist sie auf die Sommerschule in Chesterfield, eine Möglichkeit ihre Noten auszugleichen. Als Alice dort ankommt, merkt sie schnell, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie trifft die sprechende Katze wieder und erfährt nach und nach, dass es einen Fluch zwischen den Familien Chesterfield und Saint Burrington gibt. In diesem Fluch besteht ein Schachspiel mit den uns bekannten Schachfiguren. Jeder bekommt automatisch seine Figur zugewiesen. 16 weiße und 16 schwarze Spieler müssen gegeneinander antreten. Spieler fliegen, wenn sie schwer verletzt werden, blutend verletzt. Sie werden dann zu Stein und sterben im schlimmsten Fall. Der Fluch erlaubt eine Verweigerung des Spiels nicht. Das hat in der Vergangenheit jemand versucht und wurde bitterlich bestraft. Das Spiel endet, wenn ein König einer Mannschaft stirbt.

Alice ist keine der 16 Spielfiguren. Sie ist ein Slave und damit am interessantesten für alle. Denn sie kann gefallene Spieler ersetzen und sich außerdem selbst entscheiden für welches Team sie spielt.

Dadurch versuchen sie natürlich aber auch viele zu bezirzen: Vincent, der weiße König (zwischen ihnen knistert es), Jackson (der schwarze König), Hawk (schwarzer Spieler und guter Freund von Alice) uvm. Anfangs sieht es so aus als wäre die weiße Seite die gute Seite, aber der Leser erfährt nicht, ob es eine gute Seite gibt und Alice weiß nicht wem sie trauen kann. Selbst der Kater Curse spricht in Rätseln. Noch dazu hat sie Albträume von Vorfahren, die bereits in dem Fluch gefangen waren. Vincent kann in ihren Verstand eindringen und sie manipulieren, während Jackson Flüche aussprechen kann.

Für den Leser ist es eine Achterbahnfahrt, es gibt Verluste, Verrat, Liebe, die dann wiederum keine ist. Alice ist eigentlich allein in ihrer Rolle und das tut mir so leid.

Ich habe die Story gehört und bin von der Sprecherin nicht begeistert, weshalb es auch einen Stern Abzug gibt. Die Betonung war oft schlecht gewählt und die schnelle Liebelei fand ich auch unangebracht. Dreiecksbeziehungen sind nichts Neues, aber das ging hier doch schon ganz schön schnell.

Die Idee jedoch einen Fluch über zwei Familien zu hängen, die Schach auf Leben und Tod spielen müssen, fand ich sehr clever. Fantasy ist definitiv reichlich vorhanden. Das hat mir sehr gefallen. Ich habe auch schon direkt mit dem zweiten Teil begonnen und bin gespannt wie es weitergeht, ob Alice sich überhaupt einer Seite anschließen muss, wer es ehrlich mit ihr meint und wen sie wirklich will.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Ein Buchspazierer in Münster

Der Buchspazierer
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Beinahe jeder hat dieses wunderbare Buch inzwischen gelesen. Da ich mir aber heute den Film ansehe, musste ich unbedingt vorher das Buch lesen. Ich habe alles daran geliebt. Es ist eine absolute Liebeserklärung ...

Beinahe jeder hat dieses wunderbare Buch inzwischen gelesen. Da ich mir aber heute den Film ansehe, musste ich unbedingt vorher das Buch lesen. Ich habe alles daran geliebt. Es ist eine absolute Liebeserklärung an Bücher, Klassiker, Autoren, Kleinstädte und das Miteinander in kleinen Städten. Es war einfach zauberhaft!

Im Zentrum der Geschichte steht Carl Kollhoff, ein Buchhändler, der in einer Stadtbücherei angestellt ist und jeden Nachmittag Bücher an seine Kunden austrägt. Da es immer dieselben Kunden sind, sind sie alle Carl wohl bekannt. Jeder seiner Kunden ist auf seine Weise so speziell, dass Carl ihnen Namen aus berühmten Romanen gibt. Und so beliefert er Mr. Darcey, Frau Langstrumpf, Effi Briest und viele mehr.

Die Charaktere sind wunderbar, jeder auf seine eigene Weise. Leider ist die Chefin der Buchhandlung, Sabine Gruber, Carl nicht sehr wohlgesonnen. Wie sich später herausstellt, ist sie eigentlich eifersüchtig. Ihr Vater war Carls Chef und sie sind bis zu deren Tode eng befreundet.

Ein jeder mag Herrn Kollhoff und seine Liebe zu Büchern.

Eines Tages begleitet ihn ungefragt ein kleines Mädchen auf seinen Spaziergang. Die kleine Schascha bringt Leben und Freude in seinen Alltag und die Freundschaft zwischen den beiden ist das Berührendste, was ich seit langem gelesen habe. Aufgrund einiger Umstände ist Carl irgendwann sehr unglücklich und fühlt sich sehr allein. Eigentlich gibt er sich auf und nun ist es an seinen Kunden und der Stadt ihm zu zeigen, dass er alles andere als allein ist.

Ich liebe das Buch. Es ist definitiv für mich ein Jahreshighlight und ich würde es sofort wieder lesen. Ich musste so oft lachen, beispielsweise als Carl zum ersten Mal mit einem Handy telefoniert: "Ich weiß nicht wie man auflegt ohne eine Gabel."

Und ich habe am Ende so weinen müssen! Empfehlung an jeden, Jung und Alt, Mann und Frau - völlig egal.

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