Dark Academia, Geister und die Yale University
Das neunte HausDas war mein erstes Buch von Leigh Bardugo und ich hätte es vielleicht lieber lesen als hören sollen. Die Sprecherin hat es sehr gut gemacht, aber das Buch ist unfassbar komplex und nichts für zwischendurch. ...
Das war mein erstes Buch von Leigh Bardugo und ich hätte es vielleicht lieber lesen als hören sollen. Die Sprecherin hat es sehr gut gemacht, aber das Buch ist unfassbar komplex und nichts für zwischendurch. Man muss sich schon ganz schön konzentrieren und aktiv zuhören.
Das hier ist eine Urban Fantasy mit College-Setting. Eine Dark Academia Story an der Yale University. Die Uni wird hier in 9 Häuser unterteilt, die alle verschieden Magie wirken können. Das neunte Haus bewacht die Einhaltung der Regeln. In dieses Haus wurde Alex Stern rekrutiert von ihrem Mentor Darlington. Sie kann Graue (Geister) sehen und mit ihnen kommunizieren oder schwierige dunkle Magie zu wirken. Deshalb ist sie mit ihrem Deck-Namen "Dante" ein geeigneter Partner für die Polizei.
Das Buch enthält viel Crime, denn es geht hier insbesondere darum die Morde an Studentinnen aufzuklären. Die Polizeit tut den letzten Fall anfangs leicht ab, doch Alex ahnt, dass etwas ungewöhnlich ist. Sie geht selbst ermittelten Hinweisen nach. Zeitgleich wird auch ihr Mentor Darlington vermisst. Angeblich befindet er sich in Spanien, doch schnell stellt sich heraus, dass das eine Lüge ist.
Die Kapitel sind hier sehr lang und nicht alle spielen in der Gegenwart. Hin und wieder gibt es Rückblicke aus Alex`Jugend, ihren Abgründen und ihrer Ausbildung bei Darlington. Er weist sie in alles ein und obwohl er herausfindet, was sie getan hat, entsteht eine Zuneigung zwischen ihnen.
Es tauchen viele Personen in dem Buch auf und nie errät der Leser den wirklichen Mörder, weil es eine totale Verstrickung von Ereignissen und Personen ist und beinahe jeder hat Dreck am Stecken. Aber um dem Ganzen zu folgen, sollte man aufmerksam lesen oder hören. Das Buch ist sehr fordernd und für den einen oder anderen eventuell anstrengend.
Es ist durchweg spannend, da man sich als Leser am Campus zwischen Studenten, Drogendealern, Strebern, Dekanen und der Polizei befindet und stetig den Ermittlungen folgt. Allerdings ist die Story aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben, was ich persönlich nicht mag und ich konnte die Hauptprotagonistin nicht leiden. Ich fand Alex viel zu aufmüpfig, frech (ihrem Alter oft nicht angemessen) und zu kaputt. Deshalb gibt es auch einen Stern Abzug.
Da Leigh Bardugo für diese rund 500 Seiten aber so viel Finesse in die Details legte und offenbar sich die komplette Story mit Grundgerüst und Hintergründen ohne den kleinsten Fehler erdacht und umgesetzt hat, kann man dieses Werk nur wertschätzen.