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Veröffentlicht am 25.02.2025

Wissenswertes zu Diäten und Übergewicht

Schlank für Faule
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Eine Kollegin empfahl mir das Buch und lieh es mir aus.

Wer sich noch nie mit dem Thema "Diät" befasst hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Wer jedoch immer mal wieder Augen und Ohren offen hält, ...

Eine Kollegin empfahl mir das Buch und lieh es mir aus.

Wer sich noch nie mit dem Thema "Diät" befasst hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Wer jedoch immer mal wieder Augen und Ohren offen hält, wird hier vieles entdecken, was er schon wusste.

Jedoch: Hier spricht ein Arzt über seine eigenen Erfahrungen zum Thema Übergewicht und anschließender Gewichtsreduzierung. Hier ist jedoch nicht von einem lebensgefährlichen Übergewicht die Rede, sondern von jemandem, dessen BMI zu hoch ist und der abnehmen sollte. Was ich generell gut finde, ist, dass hier noch einmal klargestellt wird, dass ein Jo-Jo-Effekt nur entsteht, wenn man nach erfolgreicher Diät wieder alles so handhabt wie vor der Diät und dass man keine Diät in dem Sinne machen sollte, sondern seine Ernährungsweise und den damit einhergehenden Lebensstil überdenkt und verändert. Man soll nicht so schnell wie möglich schlank werden, sondern sich eine gesunde Fitness langsam aufbauen.

Auf Diäten wie Hara Hachi Bu oder die Dash-Diät wird hier verwiesen (kannte ich beides noch nicht, jedenfalls nicht namentlich).

Bewegung im Alltag ist wichtig, das sollte so langsam jedem klar sein - ebenso wie der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke oder Softdrinks im Allgemeinen.

Hier werden auf Lebensmittel aufgezählt, die der Verdauung gut tun. Außerdem geht es darum, wann Bewegung gut ist, wann sich die Kalorien ansammeln, wann man was essen sollte. Das Gehirn muss umtrainiert werden, damit es zu einer gesunden Lebenseinstellung wird und nicht bei einer kurzweiligen Diät bleibt.

Rezepte sind ebenfalls im Buch zu finden.

Ich finde, dass hier gute Denkansätze enthalten sind, nur wusste ich vieles auch schon. Manchmal hat mich der gewollt witzige Schreibstil etwas genervt, denn nicht immer war der Autor tatsächlich lustig. Die vielen Anmerkungen zu seiner Praxis, die Adipositas-Sprechstunden anbietet, fand ich auch etwas nervig, aber alles in allem war es schon ganz interessant. Denn Stoffwechsel und das persönliche Wohlbefinden spielen bei Gewichtszunahme ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele denken nur an Nahrung und Sport, aber es gehört noch so vieles mehr dazu.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Olivia Prior und das Familienanwesen

Gallant
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Da ich so begeistert von "Das unsichtbare Leben der Addie La Rue" war, war ich neugierig was die Autorin sonst noch so veröffentlicht hat.

Am liebsten lese ich Geschichten aus der Ich-Perspektive beschrieben, ...

Da ich so begeistert von "Das unsichtbare Leben der Addie La Rue" war, war ich neugierig was die Autorin sonst noch so veröffentlicht hat.

Am liebsten lese ich Geschichten aus der Ich-Perspektive beschrieben, weil ich mich den Charakteren dann näher fühle. Jedoch schafft V. E. Schwab es ganz gut, einem die Geschichten aus der Sicht des auktorialen Erzählers näherzubringen.

Im Zentrum der Fantasy-/Gothic-Geschichte steht Olivia Prior, ein Mädchen, das in einem Waisenhaus in Marilence aufwuchs und dort als sonderbar gilt, da sie nicht sprechen kann. Sie kommuniziert mithilfe der Gebärdensprache oder aber mit einer Schiefertafel. Sie kann lesen und hören. Hier muss ich gleich mal erwähnen, dass ich es für ein Talent halte, einen Hauptcharakter gut darzustellen und seine Persönlichkeit gut zur Geltung zu bringen, wenn dieser nicht reden kann. Es ist schließlich nicht vergleichbar mit einer Nebenfigur, die stumm ist. Dafür bekommt die Autorin definitiv meine Anerkennung. Als Leser oder Hörer hat man Mitleid mit Olivia. Sie hat es im Waisenhaus nicht leicht und sie vermisst ihre Mutter. Der einzige Anhaltspunkt ist ein grünes Tagebuch von ihr, da sich in Olivias Besitz befindet. In dem Buch warnt ihre Mutter sie vor Gallant, ohne dass Olivia weiß, worum es sich dabei handelt. Eines Tages erreicht ein Brief die Schule in Merilance, in der ihr Onkel sie bittet nach Hause zu kommen. Er wisse nicht wo sie ist und hat Briefe ins ganze Land geschickt. Ihr Zuhause ist jedoch Gallant. Da Olivia aber unbedingt eine Familie möchte und Antworten auf den Verbleib ihrer Mutter sucht, macht sie sich auf den Weg.

Gallant ist ein prunkvolles altes Anwesen mit Vorgarten und die Hausangestellten Hannah und Edgar empfangen sie freundlich. Edgar kann sich mithilfe der Gebärdensprache auch mit ihr verständigen und Hannah umsorgt sie wie eine Mutter. Jedoch ist ihr Onkel bei ihrem Eintreffen bereits seit einem Jahr tot und sein Sohn Matthew ist alles andere als begeistert als er Olivia sieht.

Nach und nach stellt sie fest, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Sie sieht die Toten in Form von Guhlen, die sich mit ihr verständigen. Irgendwann gelangt sie in die Schatten auf die andere Seite von Gallant und alles wird immer mehr zu einer Verstrickung schlimmer Ereignisse. Sie erfährt was mit ihren Eltern geschah und versucht nachher ihrem Cousin zu helfen.

Tatsächlich fand ich die ersten Seiten richtig gut. Ich fühlte mich dem armen Mädchen total verbunden und mochte auch wo die Reise hingeht, aber nachdem sie die Schatten entdeckte, fiel die Story für mich langsam ab. Irgendwie wurde es auch nicht richtig gelöst. Sie findet zwar einen Frieden am Ende, aber ich hätte es mir anders vorgestellt. Auch fand ich es komisch, dass die Hausangestellten anfangs nicht mehr über das Haus sagten. Olivia musste allein herausfinden was es damit auf sich hat. Mir haben hier Emotionen gefehlt, ebenso wie Zugehörigkeit und es war auch ziemlich verworren auf der anderen Seite fand ich.

Das wäre ausbaufähiger gewesen. Irgendwie wirkte es ab da sehr statisch. Zumal ich anfangs viel mehr mit Olivia mitgefühlt habe.

Ich fand es nicht schlecht, aber auch nicht herausragend, würde aber dennoch wieder ein Buch der Autorin lesen.

Besonders positiv sollte man die Optik des Buchs erwähnen. Das Cover gibt den Bezug auf die Story sehr gut wieder und innerhalb des Buches sind die Zeichnungen aus dem Tagebuch ihrer Mutter enthalten, ebenso wie ihre Einträge. Hier fand ich es auch nicht schön, dass die Wiederholungen der Tagebucheinträge zum Teil die Seiten füllen mussten, aber rein optisch ist es wirklich ein kleines Highlight.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Ein Buch, das einem so die Augen öffnet

Wolkig im Kopf
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Vorab: Das hier ist das beste Sachbuch, das ich je gelesen habe. ich fühlte mich so oft in diesem Buch persönlich angesprochen, dass ich irgendwann glaubte, die Autorin hätte mir das Buch gewidmet :D

Worum ...

Vorab: Das hier ist das beste Sachbuch, das ich je gelesen habe. ich fühlte mich so oft in diesem Buch persönlich angesprochen, dass ich irgendwann glaubte, die Autorin hätte mir das Buch gewidmet :D

Worum geht es?:

- innere Unruhe & Ängste

- Erkennen, welcher Typ Mensch man ist: toxisch positiv oder toxisch negativ

- in welchem Modus befinden wir uns?: Überregung oder Unterregung?

- Kompensationen, die uns beeinflussen

- wie unsere Eltern durch die Erziehung ihrer Eltern beeinflusst wurden und das an uns weitergeben (Dinge, die ihnen nicht bewusst sind)

- wie entstehen Schuldgefühle in einem Menschen?

- Verlustängste, Stress, innere Dramen

- Gedankenschleifen (befindet man sich gedanklich in der Zukunft oder der Vergangenheit?)

- Belohnungsgesellschaft

- eigene Bedürfnisse vs. Egoismus

- worst cases erkennen und beheben

Das Buch bezieht sich inhaltlich viel darauf, was bereits in der Kindheit schief laufen kann, ohne, dass Eltern böse Absichten hegten. Das Buch ist nicht wertend. Die Autorin spricht den Leser mit "Du" an. Das Buch ist absolut logisch geschrieben. Es sind Fragen enthalten und Felder, in die reingeschrieben werden darf. Das sind teilweise Übungen, die helfen sollen, zu erkennen in welchem Zustand man sich befindet und was für ein Typ Mensch man ist.

Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie wichtig es ist in den Körper zu kommen, mit ihm zu fühlen und zu handeln und nicht mit dem Kopf und mithilfe von Gedankenkarussellen. Ich habe mir so viel in dem Buch markiert, so viel daraus mitgenommen und bin der Autorin regelrecht dankbar.

Ich würde behaupten, dass jeder dieses Buch lesen sollte. Es ist nicht nur für Menschen, die unter Ängsten, Schwindel, Grübeleien oder anderen Symptomen leiden, sondern es liefert aufschlussreiche Erkenntnisse über jeden Typ Menschen. Die Autorin hat eigene Erfahrung mit diesen Symptomen und berichtet sehr clever davon wie die Auswirkungen sind.

Das Buch ist eine absolute Herzensempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Hailee & Chase

Falling Fast
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Das ist das vierte Buch, das ich von Bianca Iosivoni lese. Ich habe die Golden Bay-Reihe verfolgt, fand sie aber nicht so überragend. Auch ihr Buch "a fate darker than love" fand ich nur so mittelmäßig. ...

Das ist das vierte Buch, das ich von Bianca Iosivoni lese. Ich habe die Golden Bay-Reihe verfolgt, fand sie aber nicht so überragend. Auch ihr Buch "a fate darker than love" fand ich nur so mittelmäßig. Deshalb war ich bei "Falling fast" sehr skeptisch, auch wenn es schon älter ist, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ihren Schreibstil habe ich wiedererkannt. Mir ist aufgefallen, dass häufig erwähnt wurde: "dann prustete sie/er los". Aber das war auch schon das Einzige, das auffiel.

Ansonsten war diese Geschichte einfach überraschend. Es geht hier um die junge Hailee de Luca, die im Sommer (Semesterferien) einen Roadtrip macht, der sie zufällig nach Fairwood führt. Hier wohnte ihr bester Freund Jasper bis zu seinem Tode. Sie haben sich online kennengelernt, gechattet, geskyped, aber nie persönlich getroffen. Er schrieb an einem Buch und sie ebenfalls. So konnten sie sich über ihre Schreiberfahrungen austauschen und unterstützen. Er wollte so sehr, dass sie sein fertiges Manuskript liest, doch dann starb er und Hailee wusste gar nicht, dass er krank war. Als sie die Meldung über seinen Tod erreicht, fährt sie nach Fairwood und will ihr Versprechen einlösen, sein Manuskript zu lesen. Sie besucht seine Eltern und lernt seinen ehemaligen besten Freund Chase kennen. Da die zwei aber Trouble miteinander hatten und Hailee nur Jaspers Version der Geschichte kannte, ist sie parteiisch und anfangs gegen Chase.

Wie das Schicksal es so will, lernen die zwei sich aber dennoch richtig kennen und verlieben sich ineinander. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass Chase derjenige ist, bei dem man die Verliebtheit richtig greifen und glauben konnte. Zwar hat man es auch Hailee natürlich geglaubt, aber sie war konsequent und nicht umzustimmen. Chase hingegen war hin und weg von ihr und das war irgendwie richtig bezaubernd. Aber all das geschieht nach und nach.

Vorher hat Hailees Auto noch einen Motorschaden, der sie zwingt in dem kleinen Örtchen länger zu verweilen und sich einen Aushilfsjob zu suchen um die Reparatur bezahlen zu können. Hierdurch lernt sie Jaspers und Chases Freundeskreis kennen. Die Cliquenkonstellation hat mich an Golden Bay erinnert, was aber positiv ist. Die Freunde sind alle sympathisch. Allen voran Charlotte und Clayton. Da gibt es auch noch Lexi, Chases Cousine. Sie ist Mechanikerin und repariert Hailees Auto.

Nachdem Hailee das Vertrauen und die Zuneigung der Freunde gewinnt, bekommt sie Jaspers Manuskript zu lesen. Ihr eigenes Manuskript wird derweilen von einem Verlag angenommen.

Währenddessen vertuscht Chase vor seiner Familie, dass sein Bruder Josh (der Liebling der Familie) einen Alkohol- und Drogenentzug macht.

Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht. Hailee redet immer über Zwillingsschwester Katy und hier fand ich ganz toll, dass die typische Zwillingsbindung hier sehr gut rüber gebracht wurde. Hailee steht ebenso im Schatten ihrer Schwester wie Chase in dem seines Bruders.

Hailee ist eine sehr zurückhaltende und schüchterne Person, die sich eine Bucketlist für die Reise geschrieben hat, weil sie ihrer Schwester versprochen hat, mutig zu sein. Chase unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und der Leser merkt wie Hailee über sich hinauswächst, wie sie an Stärke gewinnt und mutiger wird. Ich mochte sie total. Sie war so authentisch und inspirierend.

Ich habe das Ende nicht kommen sehen, das will was heißen! Als Hailee mit ihrer Mom telefonierte, wusste ich was los ist. Aber vorher habe ich es wirklich nicht kommen sehen. Brutaler Cliffhanger! Großartige, traurige und entsetzliche Story. Das ist bisher definitv mein favorite aus Biancas Feder und ich bin so gespannt auf Teil 2.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Die Lichtweberin und der Schattenmagier

The Hurricane Wars
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Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf einen komplexen Fantasy-Roman und habe "The Hurricane Wars" schon ein paar Monate auf dem Sub, deshalb habe ich mir jetzt mal das Hörbuch gegönnt.

Optisch ist ...

Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf einen komplexen Fantasy-Roman und habe "The Hurricane Wars" schon ein paar Monate auf dem Sub, deshalb habe ich mir jetzt mal das Hörbuch gegönnt.

Optisch ist es (für mich persönlich) das schönste Buch aus dem Lyx-Verlag, zumindest aktuell. Der Farbschnitt ist der Hammer, das Cover ist wunderschön und wenn man den Umschlag entfernt, befindet sich darunter ein Buch, das ohne diesen noch einmal ganz anders aussieht (ähnlich wie bei "Serpent and the wings of night"). Also hier ein klares WOW.

Ich bin auch ehrlich überrascht vom Setting. Denn es ist das Debüt der Autorin und das ist schon beeindruckend. In jungen Jahren eine komplette Welt zu erschaffen und das im ersten Buch ist krass! Am Anfang und Ende des Buches ist eine Karte mit den jeweiligen Orten enthalten, sehr schön.

Tatsächlich ist der Einstieg echt schwierig, denn die Welt und alle Begriffe in ihr sind für den Leser/Hörer fremd und man weiß gar nicht so richtig wer wer ist und was eigentlich los ist. Noch dazu startet es mit dem Krieg, von dem der Leser gar nicht weiß warum es diesen gibt. Das ist schon sehr verwirrend anfangs. Unsere Protagonisten sind Talasyn und Alaric. Talasyn ist ein Findelkind und eine Lichtweberin, die mit Freunden im Krieg kämpft. Alaric ist der Kaiser des Nachtimperiums. Sie sind Todfeinde und kämpfen auch öfter gegeneinander, können sich aber nicht gegenseitig töten. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder bis Talasyn eines Tages zufällig auf ihren Vater trifft und er sie belehrt, dass sie die Erbin des Nenavar-Imperiums ist. Derzeit regiert ihre Gro0mutter und sie wird die Nachfahrin. Ihre Mutter wird für tot erklärt, aber es wird nicht näher drauf eingegangen.

Um den Krieg zu beenden, wird eingefädelt, dass Alaric und Talasyn aufgrund ihrer Positionen heiraten müssen um so den Frieden herzustellen und die Länder zu vereinen. Keine der beiden Seiten ist imstande den Krieg allein zu gewinnen, weshalb sie keinen anderen Ausweg sehen.

Talasyn ist ein sehr aufmüpfiger Mensch und gerät immer wieder mit ihrer Großmutter aneinander und auch zum Ende hin verhandeln sie nur, als dass sie eine persönliche Beziehung zueinander entwickeln. Ihr Vater ist seiner Mutter gegenüber treu und unterwürfig, aber offensichtlich liebt er seine Tochter.

Hier wird gelegentlich von Drachen gesprochen, aber sie werden nie näher einbezogen.

Die Komplexität der Welt ist an sich schon beeindruckend, aber der Leser findet meiner Meinung nach keinen Zugang zur Story. Die Geschichte ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben. Das finde ich persönlich immer nicht so schön. So ist man den Charakteren nicht so nah wie in der Ich-Perspektive. Besonders bei Fantasy-Romanen würde ich die Ich-Perspektive begrüßen. Denn in diesem Buch finde ich keine Emotionen der Protagonisten. Das einzige was permanent erkennbar ist, ist Talasyns Streitlust. Ansonsten ist langatmig und emotionslos.

Ab dem Moment, in dem beschlossen wird, dass eine Heirat unumgänglich ist, wird eigentlich nur noch debattiert. Talasyn und Alaric kommen sich zwangsläufig näher, aber auch das hat mich nicht abgehoben, weil es mir zu objektiv und neutral geschildert wurde. Der persönliche Zugang zu der Welt fehlt gänzlich, ebenso wie zu den Charakteren. Ich habe hier keinen Favorit, da mir bei allen etwas Persönlichkeit fehlt.

Am schlimmsten war das Ende. Was war denn da los? Ich lese oft Bücher, in denen Spice vorkommt und Autorinnen wie Sarah J. Maas oder auch Emma Scottt bringen das sehr gut rüber, aber in diesem Buch war ich regelrecht angeekelt von der Szene. Erstens kam es völlig unverhofft zum Ende (davor war nicht mal ansatzweise Spice vorhanden) und dann auch noch so blöd formuliert: " Du bist klatschnass schönes Mädchen." Wer sagt so etwas??? Die Wortwahl ist für die Personen, die Situation und die Welt, in der sie leben, deplatziert. Hinterher musste auch noch erwähnt werden, welcher Finger wo in ihr war. Da habe ich mich gefragt, ob hier noch Wörter gefehlt haben um das Buch zu beenden.

Ich habe keinerlei Ambitionen weiterzulesen.

Ein Stern fürs schönste Buch, ein Stern aus Respekt für die Erfindung einer komplexen Welt mit all ihren Begriffen, aber das wars. Magische Wesen werden hier erwähnt, völlig nebenbei und tauchen nicht weiter auf. Das hätte vielleicht noch einiges rausreißen können.

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