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Veröffentlicht am 19.04.2026

Können Bienen morden?

Tödliches Déjà-vu
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Ein Fall für Campanard mit viel Natur und einem interessanten Ausflug in die Welt der Bienen. Ein außergewöhnlicher Todesfall einer sehr sonderbaren Frau sorgt für Aufregung. Campanard beweist dabei erneut ...

Ein Fall für Campanard mit viel Natur und einem interessanten Ausflug in die Welt der Bienen. Ein außergewöhnlicher Todesfall einer sehr sonderbaren Frau sorgt für Aufregung. Campanard beweist dabei erneut seine leicht provokante und sarkastische Ermittlungsweise. Er sticht im wahrsten Sinne des Wortes in ein Bienennest und muss ständig auf der Hut sein.

Seine beiden Assistenten Linda und Olivier haben einen guten Anteil an den Ermittlungen. Olivier hat mir dabei besonders gut gefallen. Er nimmt die nicht einfache Herausforderung seiner schwierigen Vergangenheit an und versucht, das Beste daraus zu machen. Dabei hat er mich wirklich überrascht.

Der Fall besticht durch seine Naturatmosphäre und seine Figuren. Die Spannung entwickelt sich anfangs gemächlich, um schließlich in einem spannenden Finale zu münden. Man erfährt zudem viel über das Leben der Bienen, die Arbeit mit den Tieren und die Entwicklungen rund um die Imkerei. Gerade der wissenschaftliche Aspekt hat mich dabei beeindruckt.

Der Schreibstil des Autors ist humorvoll und vielseitig. Es gelingt ihm, mit einem süffisanten Unterton dem Kommissar und seinen Figuren trotz der Ernsthaftigkeit des Themas eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Diese sorgt dafür, dass sich der Roman, obwohl es kein klassischer Cosy-Krimi ist, stellenweise dennoch so anfühlt.

Man fühlt sich direkt in das ländliche Frankreich der Provence versetzt. Ein Naturkrimi mit Spannung, Witz, Dramatik und einem Kommissar in Höchstform.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Ein Roman über das Rheinland zu Beginn des 20. Jahrhunderts und über die Welt des Theaters

Die wilden Jahre
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Susanne Goga gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen, daher war für mich klar, dass ich auch ihren neuesten historischen Roman, abseits von Leo Wechsler lesen möchte.

Diesmal entführt uns die ...

Susanne Goga gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen, daher war für mich klar, dass ich auch ihren neuesten historischen Roman, abseits von Leo Wechsler lesen möchte.

Diesmal entführt uns die Autorin an den Niederrhein, nach München-Gladbach (heute Mönchengladbach) sowie nach Düsseldorf ans Theater. Im Mittelpunkt der Erzählung steht das Geschwisterpaar Viktoria und Johannes, genannt Thora und Hannes. Hannes hat im Ersten Weltkrieg gedient und soll nun in die elterliche Firma einsteigen, obwohl er viel lieber Architektur studieren möchte. Thora hingegen besucht die Schauspielschule in Düsseldorf.

Eines Tages wird Hannes wegen Mordes verhaftet. Für Thora ist sofort klar, dass ihr Bruder kein Mörder ist. Sie setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen, doch Hannes schweigt, und die Polizei hat sich bereits auf ihn als Täter festgelegt. Also beginnt Thora, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei entdeckt sie eine ganz andere Seite an ihrem Bruder und stößt auf seine Geheimnisse.

Der Schreibstil von Susanne Goga ist gewohnt lebendig. Was es mir diesmal jedoch etwas schwer gemacht hat, sind die zahlreichen Zeitsprünge. Es gibt keine durchgängige zweite Zeitebene, sondern eher viele kleine Episoden, die nach und nach das Gesamtbild ergeben. Ich musste beim Lesen sehr aufmerksam sein, um nicht durcheinanderzukommen, auch wenn Zeit- und Ortsangaben vor jedem Kapitel helfen.

Neben dem Ersten Weltkrieg sind auch der Generalstreik und der Separatistenaufstand zentrale Themen des Romans. Darüber hinaus geht es natürlich auch um menschliche Aspekte wie Familie, Freundschaft, geschwisterliche Beziehungen und Loyalität.

Ich hatte schon früh einen Verdacht, was das Geheimnis von Hannes betrifft, und wurde letztlich nicht überrascht. Vielmehr war ich erleichtert, als es endlich ausgesprochen wurde, da der Roman dadurch noch einmal an Tempo gewonnen hat.

Wer mehr über das besetzte Rheinland zu Beginn des 20. Jahrhunderts und über die Welt des Theaters erfahren möchte, ist bei diesem Roman genau richtig.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein Bücherdorf mit faszinierenden Charakteren

Mathilde und Marie
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Torsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.

Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf ...

Torsten Woywod hat einen leisen, nachdenklichen Roman geschrieben, der erdet und entschleunigt. Es sind die leisen Töne, die zu Herzen gehen und einen innehalten lassen.

Im Mittelpunkt steht das Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen. Dorthin verschlägt es Marie. Sie hat sich in Paris nicht mehr wohlgefühlt und ist geflohen. Im Zug trifft sie auf Jonina, die sie mit nach Redu nimmt. In Redu ticken die Uhren ein klein wenig anders. So gibt es dort nur eine Stunde Internet pro Tag, was anfangs eine große Herausforderung für Marie ist, sich jedoch bald zu einem Geschenk entwickelt. Sie lernt die Natur und die Menschen noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen.

Die Liebe zur Literatur, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die Entschleunigung sind die großen Themen des Romans. Die Labradordame Anneliese sorgt dabei für den einen oder anderen Schmunzler. Auch die Zeit beziehungsweise Uhren sowie Schlüssel sind starke Motive in diesem Roman und regen zum Nachdenken an.

Der Schreibstil ist sehr präzise, und die Worte sind wohl gewählt. Die Zeitsprünge haben mich ein klein wenig gestört, und ich hätte gerne etwas intensiver über Maries Rückkehr gelesen.

Ein Roman, der nicht laut daherkommt, sondern eher auf leisen Sohlen und sich genau so in mein Herz geschlichen hat. Die Lesung mit Torsten Woywod war ebenfalls ganz großartig, weil er sehr viel aus dem Nähkästchen geplaudert und uns viele Orte auch visuell vorgestellt hat. Am liebsten würden wir jetzt sofort selbst nach Redu reisen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Historischer Kriminalroman mit vielen Wendungen und Spannung bis zum Schluss

Die Bestie von Dresden
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Ein historischer Kriminalroman, der mit vielen Wendungen bis zur letzten Seite für Spannung sorgt. Gustav Heller und sein Assistent Schrumm werden zunächst mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Dieser ...

Ein historischer Kriminalroman, der mit vielen Wendungen bis zur letzten Seite für Spannung sorgt. Gustav Heller und sein Assistent Schrumm werden zunächst mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Dieser stellt sich jedoch bald als sehr dramatisch heraus.

Sehr gut kommt in diesem Roman das Verhältnis der beiden Ermittler zur Geltung. Gustav Heller lebt auf seinem Gestüt nahe Dresden und ist ein Mann der Tat und der direkten Worte. Er scheut keine Konfrontation und stößt dabei seine Mitmenschen des Öfteren vor den Kopf. Sein Assistent Schrumm ist eher in sich gekehrt und bisweilen etwas zart besaitet. So muss er sich die eine oder andere bissige Neckerei von seinem Vorgesetzten gefallen lassen.

Gerade diese Gegensätze der beiden Hauptprotagonisten sorgen für ein interessantes Zusammenspiel bei den Ermittlungen, was mir sehr gut gefällt. Auch die zahlreichen Nebencharaktere sind sehr gelungen ausgearbeitet.

Über die Figur von Karl May musste ich mehrfach schmunzeln und habe dabei auch einiges über ihn erfahren, was mir zuvor nicht bekannt war. Die Einbettung Mays in die Geschichte ist gut dosiert, sodass er eine Rolle spielt, ohne zu sehr im Mittelpunkt der Handlung zu stehen.

Der Schreibstil des Autors ist anschaulich und abwechslungsreich, zugleich aber sehr gut lesbar. Die größte Stärke der Geschichte sind für mich jedoch die vielen Verdächtigen und Wendungen innerhalb der Ermittlungen. Ich hatte eine andere Vermutung und lag am Ende komplett auf der falschen Fährte. Auf diese Auflösung muss man erst einmal kommen.

Dieser Fall spielt noch stärker mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhältnissen als die ersten beiden Bände, wodurch die Figuren besonders lebendig wirken. Ein rundum gelungener historischer Kriminalroman mit einem markanten Ermittlerteam in einer Zeit, die von vielen Veränderungen geprägt ist.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Aufwühlend und Nachdenklich über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern

Niemands Töchter
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Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt ...

Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen zwei Frauen: Alma und Isabell. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Alma wächst in den 1980er-Jahren in Mayen in der Eifel auf. Isabell lebt in Berlin und ist Balletttänzerin. Doch die beiden Frauen haben eine Verbindung und genau um diese Verbindung geht es in dem Roman.

Es geht um Mütter und Töchter, um unsere Wurzeln und die Zugehörigkeit zu unserer Familie. Es geht um alleinerziehende Frauen, um die Suche nach der eigenen Herkunft und um das Schweigen innerhalb von Familien, wenn Dinge unbequem werden.

Der Roman hat ein großes Figurenensemble. Die verschiedenen Blickwinkel wechseln sehr schnell und teilweise unvermittelt, daran musste ich mich zunächst gewöhnen. Das erfordert viel Aufmerksamkeit.

Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und authentisch, da sowohl der Berliner Dialekt als auch der Eifeler Dialekt eine Rolle spielen. Die verschiedenen Zeitebenen und Zeitsprünge waren ebenfalls am Anfang eine Herausforderung, was sich im Laufe des Buches jedoch deutlich gelegt hat.

Für mich ist dies ein Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde, da er mir sowohl Gänsehaut beschert als auch zu Tränen gerührt hat. Ein intensives Leseerlebnis, das ich nicht missen möchte, auch wenn es mich an einigen Stellen durchaus gefordert hat.

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