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Veröffentlicht am 12.01.2025

Gastro Krimi Schmankerl

Rosa Fröhlich – Der Tod wird kalt serviert
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Mit viel Berliner Lokalkolorit behaftet entwickelt sich dieser Krimi zu einem wahren Schmankerl. Die Berliner Gastronomin Rosa betreibt das Gasthaus “Onkel Theo” in Berlin. Dort ist sie mit ihrer originellen ...

Mit viel Berliner Lokalkolorit behaftet entwickelt sich dieser Krimi zu einem wahren Schmankerl. Die Berliner Gastronomin Rosa betreibt das Gasthaus “Onkel Theo” in Berlin. Dort ist sie mit ihrer originellen Art bei Mitarbeitern und Gästen sehr beliebt. Aber ihr Vater Artus, sowie ihre Tochter Marie machen ihr privat so manchmal ein wenig Kummer. Als plötzlich ihr Bio-Lieferant tot aufgefunden wird, erwacht in Rosa der detektivische Spürsinn. Gemeinsam mit ihrem Vater schlittert sie in eine Geschichte hinein, die sie nicht mehr loslassen wird.

Rosa ist eine urige Mittfünfzigerin, die das Herz am rechten Fleck hat. Sie liebt die Harmonie und versucht, wenn es möglich ist Streit zu vermeiden. Ihr Vater Artus, ein früherer Kripo-Hauptkommissar wirkt auf den ersten Blick ein wenig verhärmt und lässt niemanden an sich ran. Doch auch er zeigt im Laufe des Falles eine Entwicklung. Die Haupt- sowie die Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet worden. Gerade bei vielen verschiedenen Figuren finden sich immer wieder kleine Nuancen, die der jeweiligen Charakteristik einen besonderen Charme oder eine interessante Eigenschaft verleihen.

Der Schreibstil ist schön beschreibend und öfters mit lockerer Sprache versehen. Sehr gut kann man sich dadurch in die Handlungsumgebung einfinden. Die Spannung des Romans ist gut temperiert und entwickelt sich gerade im zweiten Teil des Buches stetig nach oben. Äußerst gut haben mir auch die vielen Anspielungen an die Kulinarik in diesem Buch gefallen. Die verdächtigen Personen werden sehr gut in diesem Roman in die Geschichte integriert und auf die Auflösung als solches bin ich nicht gekommen. Ein schön erzählter Roman mit liebenswerten Figuren der hoffentlich eine Fortsetzung erhalten wird.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Die etwas andere WG

Wohnverwandtschaften
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Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr ...

Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr gut in eine Geschichte transformiert. Die Erzählweise der Autorin ist dabei als interessant zu bezeichnen. Sie beschreibt die Situation aus der jeweiligen “Ich-Erzählperspektive” des jeweiligen Charakters. An manchen Stellen erzählen mehrere Protagonisten. Durch diese sehr seltene Erzählweise erhält man als lesende Person einen sehr direkten Eindruck von der Gefühlswelt der handelnden Figur. Ich persönlich fand dieses Erzählform sehr interessant und sie hat mir gut gefallen. Alle vier handelnden Figuren sind sehr unterschiedlich von Herkunft und Alter und doch schaffen sie oft einen gemeinschaftlichen Konsens. Gerade Murat hat mir persönlich charakterlich am nächsten gestanden, ist er doch eine Seele von Mensch, der versucht, das Gefüge der “WG” zusammenzuhalten. Aber auch Anke als “eher negativ agierender” Charakter ist durchaus auch sehr unterhaltsam, auch wenn sie bei mir oft auch Mitleid erregt hat.

Dieser sehr direkte, aber auch offene Schreibstil ist eine besondere Eigenschaft dieses Romans. Auch wenn der Humor in dieser Erzählung nicht zu kurz kommt, handelt diese Story von einem sehr ernsten Thema. Dieses Thema ist der rote Faden der Geschichte, den ich aber hier nicht verraten möchte. Das Ende ist interessant gewählt und hat mich trotz der Vorkommnisse positiv gestimmt. Ein schön erzählter Roman mit vielen facettenreichen Charakteren der zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Solider historischer Roman

Die Tochter der Drachenkrone
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Ich hatte mich so sehr auf einen neuen historischen Roman von Sabrina Qunaj gefreut. Die Reihe um Nesta (Geraldine-Saga) habe ich geliebt und mit Begeisterung gelesen, umso gespannter war ich auf diesen ...

Ich hatte mich so sehr auf einen neuen historischen Roman von Sabrina Qunaj gefreut. Die Reihe um Nesta (Geraldine-Saga) habe ich geliebt und mit Begeisterung gelesen, umso gespannter war ich auf diesen Roman. Ich freute mich darauf nach Wales zurückzukehren, doch leider gestaltete sich unser Wiedersehen schwierig.

Bereits auf den ersten einhundert Seiten wollte sich der Lesefluss nicht so recht einstellen. Ich kam nicht in den Roman rein. Okay, dachte ich, vielleicht der falsche Zeitpunkt. Nach ein paar Tagen habe ich den Roman dann noch einmal eine Chance gegeben, doch leider konnte mich der Roman auch im zweiten Anlauf nicht packen.

Unerklärlich ist mir zum Beispiel warum mir diesmal die vielen walisischen Namen eher Kopfzerbrechen bescherten, als es bei der Reihe damals der Fall war. Irgendwie war mir alles viel zu ausführlich und die Kapitel einfach zu lang. Erst ab der Mitte des Buches stellte sich bei mir so etwas wie ein Lesefluss ein und ich konnte auch eine Verbindung zu den Charakteren allen voran der Hauptfigur Gwenllian aufbauen.

Themen des Romans sind Streit um das Erbe und die damit verbundene Nachfolge des Vaters, Streitigkeiten innerhalb der Familie, Kriege, Plünderungen sowie Belagerungen, aber auch Gefangennahmen. Ein weiteres enorm wichtiges Thema ist die Rolle der Frau in den oben genannten Aspekten. Frauen wurden über weiter Teile benutzt, um Bündnisse einzugehen bzw. zu stärken. Eine Heirat aus Liebe gab es nicht, es musste klug verheiratet werden und die Frauen wurden zumeist nicht gefragt.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die vielen Zeitsprünge, ich habe somit teilweise das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben.

Die historische Recherche ist wieder einmal ausgezeichnet, die Autorin verpackt sehr viele historische Fakten in den Roman und zeigt, dass sie eine echte Expertise erworben hat.

Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet, ebenso das gesamte Buch, mit Personenregister, Stammbäume und Karte hat der Roman alles, was Fans historischer Roman so sehr lieben.

Ein solider historischer Roman, der mich leider in der ersten Hälfte nicht packen konnte. Somit kann dieses Buch leider für mich nicht an die Vorgänger anknüpfen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Roman zum Nachdenken

Spaceman of Bohemia
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Ein etwas anderer Science-Fiction Roman der zum Nachdenken anregt. Dem Raumfahrer Jakub Procházka wird eine besondere Ehre zuteil. Er wird der erste tschechische Raumfahrer, der ins All reisen wird. Diese ...

Ein etwas anderer Science-Fiction Roman der zum Nachdenken anregt. Dem Raumfahrer Jakub Procházka wird eine besondere Ehre zuteil. Er wird der erste tschechische Raumfahrer, der ins All reisen wird. Diese Mission ist jedoch sehr gefährlich und er weiß nicht so richtig was ihn erwartet. Dabei findet er auch zu sich selbst. Seine Liebe zu seiner Frau Lenka ist unerbittlich und das Heimweh wird immer größer. Eine Reise durch Raum, Seele und Zeit beginnt. Sehr melancholisch und teilweise etwas überbordend angehaucht ist der Schreibstil des Autors. Dabei schafft er es immer wieder Brücken aus der Vergangenheit von Jakub zu bauen, um dann mit voller Wucht in die Wirklichkeit zurückzukehren. Teilweise sehr schön beschreibend erzählt dieser von der Kindheit von Jakub und seinen innersten Wünschen. Jakub ist technikaffin und gleichzeitig in der Vergangenheit verankert. Oft mit vielen Selbstzweifeln behaftet forscht Jakub nach seinem Innersten, um gleichzeitig auch mit dem Alltag zu hadern. Seine Kommunikation mit einer außerirdischen Spezies kann real oder im Wahn erfolgen. Diese Auflösung war für mich nicht ersichtlich, auch wenn sie erheiternd war. Ein sehr ruhiger Roman, der zum Nachdenken anregt, aber auch Interpretationsspielraum lässt. Ich hätte mir ein etwas anderes Ende gewünscht bzw. eine endgültige Richtung der Handlung. Diese war trotz des schönen Schreibstils für mich nicht so ganz erkennbar. Ein Roman der durchaus begeistern kann, wenn auch mit Abstrichen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Humorvolle Fantasy

Eine Nachtigall in New York
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Ein humorvoller Fantasyroman über Thomas Nightingale den Mentor von Police Officer Peter Grant, der in seinen jungen Jahren im New York der 20iger Jahre ein Abenteuer erlebt hat.

Thomas steht eines ...

Ein humorvoller Fantasyroman über Thomas Nightingale den Mentor von Police Officer Peter Grant, der in seinen jungen Jahren im New York der 20iger Jahre ein Abenteuer erlebt hat.

Thomas steht eines Tages einfach vor der Tür seines ehemaligen Schulkameraden der Zauberschule Casterbrook Augustus und bringt seinen Alltag durcheinander. Ein verzaubertes Saxofon treibt sein Unwesen und er muss es in seine Gewalt bringen. Dafür benötigt er seine Unterstützung. Schon bald treiben sich beide in den Jazzclubs von New York umher und erleben ein Abenteuer, wie sie es sich nicht ausmalen konnten.

Augustus Young ist ein Mann, der ein gemütliches Leben hat. Er macht sich nicht viel aus Hektik und genießt den Alltag. Nightingale ist aufgrund seiner Anstellung im Folly (Institut der Magie in London) wie ein Geheimagent, durch und durch auf Ergebnisse fokussiert und treibt den armen Augustus ein wenig vor ihn her. Am besten in diesem Roman hat mir aber Lucy mit ihrem sarkastischen Unterton gefallen.

Humorvoll mit immer einer Portion Fantasy vereint wird auch diese Geschichte gut und verständnisvoll erzählt. Das Flair von dem New York der 20iger Jahre wird auch sehr gut durch die ganze Story transportiert. An der ein oder andern Stelle hätte ich mir noch mehr Fallstricke gewünscht, so wie ich es durch die Peter Grant Reihe gewohnt bin. Da war mir die Story in Teilen etwas zu eindimensional konstruiert worden. Aber in Summe hat mich diese Geschichte gut unterhalten.

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